Botanische Jahrbücher
Remorum nciht
für
Systematik, Pflanzengeschichte
und
Pflanzengeographie
herausgegeben
von
A. Engler.
Neunzehnter Band. -
Mit 5 Tafeln und 1 Holzschnitt.
Y Garden
Leipzig
Verlag von Wilhelm Engelmann
1895.
Es wurden ausgegeben:
Heft 4 (Bogen 4—10) am 43, April 4894.
Heft 2 u. 3 (Bogen 14—20, Beiblatt Nr. 47) am 24. August 1894
Heft 4 (Bogen 24—36, Beiblatt Nr. 48) am 28. December 4894.
Heft 5 (Bogen 37— 43, Litteraturbericht Bogen 4—3) am 26. Februar 4895.
|
IM
Botanische Jahrbücher
für
Systematik, Pflanzengeschichte
Pflanzengeographie
herausgegeben
Neunzehnter Band.
I. Heft. e
Mit 2 Tafeln und 1 Holzsehnitt.
Leipzig
Verlag von Wilhelm Engelmann
Ausgegeben den 13. April 1894.
Inhalt.
ti ina i Sei
i Sejte
E. Dfizer, Beiträge zur Systematik der Orchideen `... 1—42
G. Hieronymus, Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae
additis quibusdam ab aliis collectoribus ex iisdem regionibus allatis
determinatae et descriptae. Compositae ua... ul. ue 43—75
A. Engler, Beiträge zur Flora von Africa VIIL (Mit Tafel I—ID . .. «76—160
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. I. (Mit Tafel I—II und
1 Holzschnitt). e NN E 16—127
4. Engler, Plantae Gürichianae. Ein Beitrag zur Kenntnis der Flora
von Deutschsüdwestafrika 2.2.2 oo LLL, 128—152
4. Engler, Gesneriaceae africanae If. 153—154
A. Engler, Pedaliaceae africanae. `... 155—159
John Briquet, Labiatae afrieanae 1. 160
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Demnächst erscheint:
Flora der Nordwestdeutschen Tiefebene.
Bearbeitet von
Prof. Dr, Franz Buchenau
Direktor der Realschule beim Doventhor zu Bremen,
8. geh. W 8.—, geb. (in Leinen) # 9.—.
Soeben erschien:
Prantl's Lehrbuch
der
Botanik.
Herausgegeben und neubearbeitet von
Dr. Ferdinand Pax
Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in Breslau.
Neunte, vermehrte und verbesserte Auflage.
Mit 355 Figuren in Holzschnitt. gr. 8. geh. W 4.—; geb. M 5.30.
Soeben erschien:
Das entdeckte Geheimnis der Natur
Bau und in der Befruchtung der Blumen
von
Christian Konrad Sprengel,
(1793.)
Herausgegeben von
Paul Knuth.
In vier Bändehen mit sämtlichen Tafeln.
8. 1894. In Leinen gebunden à Bdchen. # 2.—.
(Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 48—51 J
Inhalt.
I. Originalabhandlungen.
Seite
E. Pfitzer, Beitrüge zur Systematik der Orchideen . gei
G. Hieronymus, Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae
additis quibusdam ab aliis collectoribus ex iisdem regionibus allatis deter-
minatae et descriptae. Compositae . . MM 43- 75
A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. VIII. (Mit Tafel I—III und 4 Holz-
schnitt o o a o o oa s e s s s n n s sS S. 16-278
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. (Mit Tafel I—II und 4 Holz-
schnitt). NEEN 16-127
A. Engler, Plantae Gürichianae. Ein Beitrag zur Kenntnis der
Flora von Deutschsüdwestafrika . . » . 128-152
A. Engler, Gesneriaceae africanae. Il.. . 453-1454
A. Engler, Pedaliaceae africanae MEM . 455-159
J. Briquet, Labiatae africanae. 1. (Mit Tafel III) . . 160-494
M. Gürke, Labiatae africanae. M. . . . s . 195-223
Si C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses . 924-230
Th. Loesener, Celastraceae africanae., M. . . . . . -- . 234-233
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae . 934-243
E Kränzlin, Orchidaceae africanae . . 244-255
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae . 256-217
E. Gilg, Oliniaceae africanae 278
M. Willkomm, Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen
Halbinsel. . . . se. "m . 279-326
F. Kurtz, Die Flora des Chilcatgebietes i im "südöstlichen Alaska . 327-434
F. Kurtz, Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. . 432-493
j. Buchwald, Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afr ika.
(Mit Tafel IV u. V). 2. . 494-564
I. Urban, Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Particula Il. 562-681
Weitere Originalabhandlungen s. unter II. Beiblätter.
II. Verzeichnis der ausführlicher besprochenen Schriften.
(Besondere Paginierung.)
Benson, M.: Contributions to the Embryology of the Amentiferae. Part I. S. 8.
Durand, Th., et H. Schinz: Conspectus florae Africae ou Enumération des plantes
d'Afrique. Vol. V (Monocotyledoneae et Gymnospermeae), S. 46.
IV Inhalt.
Hesse, R.: Die Hypogaeen Deutschlands. Bd. II. Die Tuberaceen und Elaphomyceten,
S. 43.
Karsten, G.: Morphologische und biologische Untersuchungen über einige Epiphyten-
formen der Molukken, S. 41. — Korshinsky, S.: Untersuchungen über die
russischen Adenophora-Arlen, S. 44,
Schulz, A.: Grundzüge einer Entwickelungsgeschichte der Pflanzen welt Mitteleuropas
seit dem Ausgang der Tertiürzeit, S. A.
Tavel, F. von: Bemerkungen über den Wirtswechsel der Rostpilze, S. 43, —
Trimen, H.: A Handbook of the Flora of Ceylon, containing descriptions of all
the species of flowering plants, indigenous to the Island and Notes on their History,
Distribution and Uses. Part l, S. 7
mn Seite
Eingegangene neue Litteratur . . . . .. Co 5... 5... . . . .. . IB
III. Beiblätter.
(Besondere Paginierung.)
Beiblatt Nr. 47: R, Keller, Beiträge zur Rosenflora des oberen Innthales . . . 4-22
O. Kuntze, Nomenclatur-Studien. Vorläufige Notiz. . . . . 23-25
H Christ, Trichomanes orbiculare n. sp. . . . tonos 26
A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. viria, Diagnosen
neuer Arten verschiedener Familien . . . . 0... 27-53
E. Gilg, Carr Horsts Lebensgang und sein Wirken in der Er-
forschung der Flora von Deutsch-Ostafrika . . . . . . . . 54-56
Beiblatt Nr. 48: M. Gürke, Über Gossypium anomalum Wawra et Peyr. . .. 41-2
G. Lindau, Acanthaceae papuanae. . . .......... 3-7
G. Lindau, Beiträge zur argentinischen Flora e, 8-23
Personalnachrichten. DEENEN 24
Beiträge zur Systematik der Orchideen.
Von
E. Pfitzer,
I. Zur Nomenclatur.
Auch auf dem Gebiet der Orchideen hat O. Kuntzr’s »Revisio generum«
vielfach nicht, wie ihr Verfasser meint, »Ordnung und Gerechtigkeit«, son-
dern statt dessen unnütze Verwirrung geschaffen. Nur sehr ungern gehe
ieh an die Kritik dieser sogenannten Reformen — ich glaube aber doch,
dass es am besten ist, wenn sich die Monographen der einzelnen Familien
der Mühe unterziehen zu untersuchen, was von Kuxtze’s zahlreichen Um-
änderungen übrig bleibt, wenn man genauer zusieht.
Ich will dabei gleich bemerken, dass eine übermäßige Betonung des
Prioritätsprineips mir nicht gerechtfertigt scheint, dass sie dahin führt,
wohin nach Gorrur die buchstabenmäßige Rechtspflege kommt:
»Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage .«.
Wenn schon in dem scharf gegliederten Bau unseres Eigentumsrechts der
Begriff der Verjährung existiert und auch durch den längeren unbestritte-
nen Gebrauch Rechte erworben werden können, so dürfte dies doch auch
für das Gebiet der Nomenclatur gelten!) und das um so mehr, als doch
wohl die Mehrzahl der Botaniker auf dem neuerdings von Sarwr LAGER?)
treffend hervorgehobenen Standpunkte stehen wird, dass die Nomenclatur
dazu da ist, um so gut als möglich die Lebewesen zu benennen, nicht aber
dazu, um das Andenken der Namengeber zu ehren. Das Autoreitat ist ein
bibliographisches Detail, ist die Abkürzung eines Citats, aber kein Rechts-
titel. Sache der Geschichte der Wissenschaft ist es, dem Verdienste der
einzelnen Forscher gerecht zu werden. Es giebt sehr hervorragende Syste-
matiker, die, nach ihrem Vorkommen in den Autoreitaten beurteilt, fast
verschwinden würden, während andererseits am Ende vieler Species-
benennungen Namen stehen, die für die Geschichte der Botanik Null sind.
4) Vergl. Atti d. Congr. bot. d. Genova 4892. S. 405.
2) La guerre des Nymphes suivie de la nouvelle incarnation de Buda. Paris 4891.
Vgl. Bot. Centralbl. Beihefte. 4893. S. 404.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 1
2 E. Pfitzer.
Abgesehen von dieser Verschiedenheit der prineipiellen Auffassung
werde ich aber zeigen können, dass, auch wenn man die Regeln des Pariser
Congresses streng anerkennen wollte, wenigstens auf dem Gebiet der
Orchideen in Kuxtze's Revisio mit so wenig Sorgfalt und Sachkenntnis
vorgegangen worden ist, dass die Mehrzahl der »Reformen« in sich zu-
sammenbricht.
Zunächst macht Kuntze!) mir den Vorwurf, dass meine Bearbeitung
der Orchideen in den »natürlichen Pflanzenfamilien« kein Synonymen-
register habe. Darüber mag sich der Genannte mit dem Herausgeber dieses
Sammelwerkes auseinandersetzen, insofern prineipiell, um Raum zu sparen,
ein Synonymenregister nicht zu den einzelnen Abteilungen, sondern nur
zu dem gesamten Werk gegeben werden soll. Dagegen ist es ein Beweis
großer Flüchtigkeit, wenn Kuntze weiter schreibt, »so dass ich auch nicht
sicher bin, ob noch einige der folgenden vollständig vermissten, bei Bextuam's
und Hooker’s Genera plantarum bestehenden Gattungen sich doch im Texte
finden.« Wenn Kuxtze ein wenig sorgfältiger zugesehen hätte, würde er
die »Vermissten« vollzählig in meinem Text als Synonyme gefunden haben,
nämlich:
Pinelia Ldl. bei Restrepia H. B. K. S. 139
Alamania Ll. Lex. » Epidendrum L. 144
Broughtonia Ldl. ` ` »
Hormidium Ldl. ` » »
Lanium Ldl. » » »
Pleuranthium Ldl. » » »
Tetramicra Ldl. » Brassavola R. Br. S. 148
Clowesia Ldl. » Catasetum L. €. Rich. 159
Leiochilus Kn. Weste. » Oncidium Sw. S. 199
Cryptocentrum Benth. » AMystacidium Ldl. | » 216
Ornithochilus Wall. » Aerides Lour. » 917
Aber Kuxtze ist nicht blos flüchtig — er missversteht auch ganz klare
Dinge und stellt sie dar, wie sie nieht sind.
Die größte »Rettung«, welche er ausführt, ist diejenige von AUBERT DU
Prrir Tnovans gegenüber Lixptgy, welcher letztere nach dem Verfasser der
Revisio dem genannten französischen Forscher»in geradezu schamloser Weise
bezüglich der Nomenelatur Unrecht gethan hat« Da es sich hier um zehn
zum Teil sehr artenreiche Gattungen handelt, so lohnt es vielleicht etwas
ausführlicher zu sein.
Weil Tnovars’ Publication von 1809, wie Kuntze sagt, eine bibliogra-
phische Seltenheit ist, so möchte ich mir erlauben, nach einem auf der
Kgl. Bibliothek zu München befindlichen Expemplar (ein weiteres befindet
1) Revisio generum plantarum Il. S. 646.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 3
sich z. B. im Musée d'histoire naturelle zu Paris) das Wichtigste hier abzu-
drucken. Der erste Teil des Aufsatzes lautet !):
»Extrait de trois Mémoires lus à la première classe de l'Institut, sur
l'histoire des plantes Orchidées des iles australes d'Afrique. |
M. pu Perit-Tnovars, en arrivant à l'Ile de France, fut frappé de la
singularité des Plantes de la Famille des Orchidées, qu'il y rencontra.
Voyant qu'elles se défiguroient totalement par la désiccation, il entreprit
de dessiner toutes celles, qu'il observa, et d'en faire des descriptions com-
plettes sur les individus vivans. Passant successivement aux lles de
Bourbon et de Madagascar, il en recueillit de cette manière quatre-vingt-
trois espèces. Il ne tarda pas à s'apercevoir qu'elles ne pouvoient entrer
dans les dix à onze genres établis par Linnée et ses successeurs, les seuls
connus alors, sans entrainer beaucoup de disparates.
Profitant alors de la circonstance oü il se trouvoit, celle d'étre privé
de toutes communications avec ceux, qui s'occupoient des sciences, il
abandonna tous les sentiers battus jusqu'alors, et dressa un tableau synop-
tique dans lequel il rangea toutes ses Espèces. Il ne consulta pour sa
rédaction que la nature. Il en résulta trois divisions primaires ou Sections,
el vingt-une secondaires ou genres. ll les désigna d'abord par des lettres
disposées dans l'ordre alphabétique; mais il falloit leur donner des noms
plus distinets. Pour cela, réfléchissant que la Famille dont ces Plantes
faisoient partie étoit tellement circonscrite, qu'il n'y avoit pas d'apparence
qu'elle se mélàt avec d'autres, il jugea qu'il pouvoit étre avantageux, que
les noms qu'il imagineroit fussent tels qu'ils pussent tout de suite rappeler
cette Famille; ce fut en leur donnant la méme terminaison, celle d'Orchis.
Un premier membre, significatif (315) ou non, distinguoit ces noms entre
eux. llavait déjà suivi le méme procédé dans un travail trés-étendu sur
la Famille des Fougères. Pour les Espèces, il suivit une marche uniforme;
il leur donna pour finale la premiere partie du nom générique, avec la
terminaison en is; pour caractéristique, un premier membre également
significatif ou non.
Cette nomenclature étoit calquée sur celle adoptée par l'école chimique
francaise; mais malgré les avantages que l'auteur croyoit y reconnoitre, il
ne se dissimuloit pas qu'elle ne pouvoit étre que précaire, par ee que, par
le peu de livres qu'il avoit été à méme de consulter, il croyoit pouvoir pré-
sumer que dans chaque pays ces Plantes prenoient une physionomie nou-
velle; que cependant il y avoit toujours des nuances qui les lioient avec
leurs voisines; en sorte que chaque région avait un certain nombre de
Genres qui rentroient dans une masse générale, et d'autres, qui s'en distin-
guoient. De là il résultoit, qu'on ne pouvoit entreprendre un travail général
1) Nouveau Bulletin des sciences par la Société philomatique No. 49. April 4809.
S. 344.
1*
4 E. Pfitzer.
sur cette Famille que lorsqu'on auroit des details bien observés sur toutes
les Espéces.
Effectivement, apprenant à son retour en Europe que Mr. Swanrs venoit
de publier une réforme complette de cette Famille, il se hàta de l'examiner.
Par là il se convainquit que le plus grand nombre des Genres de cet auteur
ne pouvoit s'accorder avec les siens; mais il réconnut en méme tems que
Mr. Swanrs ayant jetté les fondemens de son travail en Amérique, paroissoit
trös-exact pour les caractères de ceux de ce pays, mais l'étoit beaucoup
moins pour les autres, qu'il n'avoit pu fonder que sur des Plantes seches
ou des descriptions vagues.
Les auteurs de la Flore du Pérou ont aussi publié les caractères de
plusieurs nouveaux Genres de cette Famille, M. pu Prrır-Tnovars les regarde
comme plus solides que ceux de M. Swarts, parcequ'ils ont pris en considé-
ration la forme des Etamines, qui ont été négligées par l'auteur suédois.
M. pu Prerrr-Tuovans restant donc convaincu, par cet examen, qu'il n'y
avoit point de Genre fixé irrévocablement dans cette Famille, et que peut-
ètre on ne pourroit leur donner de longtemps plus de solidité, s'est déter-
miné à publier son travail tel qu'il l'à exécuté dans son voyage. Voici en
quoi il consiste: 83 Plantes orchidées, décrites et dessinées aussi exacte-
ment que possible. Pour conserver la vérité des détails, l'auteur s'est
déterminé à mettre lui-méme toutes ses planches à l'eau-forte: elles sont
de format in 89; mais quand la Plante est trop grande pour ce format, elle
est représentée réduite sur une seconde planche; en sorte qu'on peut y
prendre l'idée de son port.
Par ce moyen, cette collection sera composée de 100 planches.
Ces planches seront donc des hiéroglyphes invariables qui se préteront
sans difficulté à toutes les dispositions ultérieures qu'on pourroit tenter.
Les déseriptions seront à-peu-pres dans le méme eas, sauf quelques
termes qui pourront changer.
Ces deux objets peuvent donc étre regardés comme un présent fait à
la science, qui ne recevra aucune altération du tems.
II n'en est pas de méme de la Nomenclature. Dans l'état actuel de
nos connoissances, elle ne pouvoit étre à l'abri des variations. L'auteur a
done cru pouvoir profiter de cette circonstance pour faire un simple essai
qui pourra étre perfectionné ou abandonné: cependant il a ajouté
partout un second nom conforme à ceux qui sont adoptés main-
tenant; on peut en voir l'exemple dans le tableau des Espèces du Genre
0 ou Angorkis.
Ce travail formera done l'histoire particuliere des Plantes orchidées des
Iles australes d'Afrique. Il sera préeédé de lhistoire générale de cette
Famille qui sera composée de l'exposition de son caractere et d'une enume-
ration des especes connues chronologique et géographique.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 5
On a écrit le mot Orkis par un k, au lieu d'un eh, pour éviter la
variation de prononciation, qui a lieu, suivant qu'on regarde ce mot comme
latin ou comme francais «.
Für jeden Unbefangenen folgt aus dieser Mitteilung, dass Tmovams
zuerst, da er auf den afrikanischen Inseln keine literarischen Hilfsmittel
hatte, seine Gattungsdiagnosen »ne consultant que la nature« so entwarf,
dass er damit die von ihm beobachteten Genera von einander unter-
scheiden konnte, ohne Rücksicht auf deren Unterscheidung von älteren
Gattungen, dass er ferner diese von ihm für seinen persónlichen Gebrauch
begründeten Gattungen zuerst mit Buchstaben, dann mit Namen be-
zeichnete, die alle auf orchis enden und die gebildet wurden, um eine
unitarische Nomenclatur nach dem Muster der Benennung in der Chemie
zu ermöglichen. Dass es Tnovans in erster Linie auf eine solche Reform der
Nomenclatur, nicht aber überall auf die Aufstellung neuer Gattungen ankam,
folgt deutlich daraus, dass er auch ältere Genera, wie Satyrium, Habenaria,
Epidendrum u. s. w. in Salorchis, Habenorchis, Epidorchis umtaufte, wobei
er freilich, nur seiner Erinnerung folgend, hinsichtlich der Identität sich
bisweilen irrte. Tuovars sagt (S. 317) direct von Habenorchis: »cest le
genre Habenaria, que WILLDENOwW a séparé, avec beaucoup de raison, des
Orchis ng Swarts«. Tnovans bildete, immer noch auf den afrikanischen
Inseln, mit diesen Gattungsnamen auf orchis unitarische Speciesnamen,
z. B. Graminisatis (Satyrium gramineum), Flexuosatis (S. flexuosum), Rossatis
(S. rosellatum), Cucullangis (Angrecum cucullatum), Triangis (Angrecum
triquetrum) u. s. w. Als er dann nach Europa zurückkehrte, veröffentlichte
er 1809 seine ganze Gattungsliste samt den nur zur Unterscheidung seiner
Gattungen unter einander geeigneten Diagnosen und mit Bemerkungen
über deren Beziehungen zu älteren, bis dahin von ihm gar nicht be-
rücksichtigten Gattungen. Er war dabei schon an der Beständigkeit seiner
unitarischen Nomenclatur sowohl, als an der Berechtigung der Mehrzahl
seiner Gattungsnamen zweifelhaft geworden und deshalb fügte er den
1822 erschienenen Tafeln außer den nur bei der ersten Art jeder Gattung
oben stehenden auf orchis endenden ursprünglich von ihm gegebenen
Gattungsnamen und den links unten stehenden unitarischen Speciesnamen
(Graminisalis u. s. w.) noch rechts unten binäre Namen bei, welche teils
neue, teils alte Gattungsnamen mit einer adjectivischen Speciesbezeichnung
enthalten. Es heißt in der Publication von 4809 ganz ausdrücklich »il a
ajouté un second nom conforme à ceux qui sont adoptés maintenant«.
Es ist also unzweifelhaft, dass erstens die Namen auf orchis und die
unitarischen Speciesnamen die älteren, die binären Namen die neueren
sind, und zweitens dürfen wir annehmen, dass Tuovans nach Vergleichung
der Literatur nur diejenigen seiner Gattungen für neu hielt, welche er auch
in der bináren Nomenclatur mit neuen Genusnamen bezeichnete, nicht aber
diejenigen, welche er in binärer Benennung unter Cymbidium, Epidendrum
6 E. Pfitzer.
u. s. w. einreihte. Es geht dies auch daraus hervor, dass Tuovans!) 1822
schreibt: »J'ai donné l'Esquisse de mon travail sur cette Famille dans le
bulletin de la Société philomatique, là j'ai partagé en trois Sections 24 Genres,
dont 12 peut-être sont nouveaux«.
Kuntze hat nun diesen ganz klaren Sachverhalt gerade umgekehrt; er
nennt beständig die von Tuovars zuletzt gegebenen binären Namen die
»alten«, die zuerst gegebenen, auf orchis endenden Gattungsnamen und
die unitarischen Speciesnamen die »neuen«. Er schreibt wörtlich?):
»Tuovars hatte in seinem illustrierten Orchideenwerk die vielen
während 10 Jahren (1792—1802) auf afrikanischen Inseln nach der Natur
gefertigten Abbildungen ursprünglich mit alten Namen interi-
mistisch versehen und bei der Neuordnung und Neubenennung der
Genera auf den Tableaux synoptiques des genres, die aber schon 1809 und
dazu mit weiteren Diagnosen publiciert sind, diese älteren Namen der
Abbildungen nicht beseitigt und sie dann als Synonyme zu den neuen
Genera gegeben. Außer den Synonymen hatte er noch, wie Eumnuanpr,
»Nomina usualia«, die er aus Contraction des richtigen Gattungs- und
Speciesnamens bildete. ..... Das war eine Sonderbarkeit von Tnovans, die
Anderen Gelegenheit bot, ihn misszuverstehen. Lixprey hat nun nur diese
Tuovans'schen Synonyme und Nebennamen berücksichtigt, obwohl doch
jeder Autor noch nicht publicierte eigene Synonyme verändern und zu den
richtigen Namen citieren darf. Tnovams hatte wegen der Neuordnung der
Genera volle Ursache, die alten Generanamen zu beseitigen, und hatte
außerdem in den Abbildungen zu jeder ersten Species einer neuen Gattung
in der Überschrift den neuen Gattungsnamen hinzugefügt. ..... Die
Publication von 1809 würde voll und allein genügen, um die Recht-
mäßigkeit seiner Orchideengattungsnamen zu begründen. Die Abbildungen
mit der Übersehrift des richtigen Namens über jeder ersten Species würe
allein auch schon dazu genügend. In seinem Orchideenwerk ist beides
vereinigt, vorn die Gattungsnamen und Speciesdiagnosen und Namen von
1809 nebst Synonymen, in den Abbildungen die richtigen Gattungsnamen
in der Überschrift.«
Diese ganze Darstellung ist im Widerspruch mit den Thatsachen. Im
Gegenteil hat Tnovars seine alten — nämlich die auf orchis endenden
Gattungsnamen — beseitigt, weil sie für die unitarische Nomenclatur ge-
bildet waren, und sie durch neue, dem Linn®’schen Benennungssystem ent-
sprechende ersetzt. Dass Tmovanms das Recht zur Beseitigung seiner älteren
Namen hatte, die übrigens 1809 ohne jede Bezeichnung der zu jedem ge-
hórigen Arten publiciert waren, folgt für mich schon daraus, dass seine ganze
unitarische Nomenclatur den von Linné aufgestellten Normen widerspricht.
4) Histoire particuliere des plantes Orchidees recueillies sur les trois iles australes
d’Afrique, de France, de Bourbon et de Madagascar. Paris 1822. S. 32.
2) a. a. O. H. S. 646f.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 7
Außerdem genügen die Gattungsdiagnosen von 4809 nur zur Unterscheidung
der Tuovans'schen Genera auf orchis untereinander, nicht aber zur De-
finition gegenüber den damals bereits bestehenden Orchideengattungen.
Sehr bemerkenswert ist noch, dass die allermeisten binüren Namen, welche
Kuntze bei seiner »Rettung« als von Tnovans gegeben »wiederherstellt«,
von letzterem niemals gebraucht worden sind. Außer bei Cynorchis, Amph-
orchis und Corymborchis, drei auch von LixnpLey anerkannten Gattungs-
namen, hat nämlich Tmouams seine alten auf orchis endenden Gattungs-
namen niemals in Verbindung mit einem gesonderten Artnamen verwendet
und es ist rein willkürlich, wenn Kuntze schreibt Angorchis palmiformis
Thou. u. s. w., während bei Tnovars nur zu lesen ist » Palmangis« und
Angraecum palmifolium.
Es ist übrigens für mich unbegreiflich, wie Kuntze hinsichtlich der
Zeitfolge der verschiedenen Namen Tuovanms so gänzlich missverstehen
konnte, und muss ich es dahin gestellt lassen, ob Kuntze wirklich den
klaren französischen Text so wenig seinem Sinne nach erfasst oder ob er
ihn vielleicht gar nicht gelesen und sich nur mit den Diagnosen bekannt
gemacht hat.
Mit den obigen Erörterungen erledigt sich die ganze Rettung von
Tuovans in denjenigen Fällen, wo dieser selbst im Jahre 1822 an Stelle
seiner früheren Gattungsnamen auf orchis andere Genusnamen mit binären
Artnamen gesetzt hat.
Wo aber Tnovans 4822 bei Bildung binürer Namen seine ohne jede
Rücksicht auf die schon bestehenden Genera gebildeten Gattungsnamen
von 4809 nicht benutzt, sondern die Arten einfach in ältere Genera ein-
gereiht hat, da hatte er sich meiner Ansicht nach davon überzeugt, dass
seine Gattungen keine Berechtigung hatten.
Das ist das »schamlose Unrecht«, was LinpLry an Tuovans verübt haben
soll. KuwrzE!) fügt dabei noch hinzu »Wir überlassen es Geschichts-
forschern zu ermitteln, ob etwa Franzosenhass, Unkenntnis der franzüsi-
schen Sprache, Dünkel oder sonst was Ursache gewesen soir, Nun,
Kuntze wird doch wohl nicht behaupten, dass AcmirLE Rıcnarp an Fran-
zosenhass gelitten oder nicht französisch verstanden habe — trotzdem hat
aber der Genannte 1828 auch Angraecum Thou., Bulbophyllum Thou. ge-
schrieben und hinsichtlich der zweiten oben erwähnten Kategorie THOUARS-
scher Namen bemerkt?): Quoique nous soyons le premier à reconnaitre
l'avantage d'une pareille nomenclature, qui suffirait pour indiquer d'avance la
famille à laquelle un genre appartient, par la seule terminaison de ce genre,
cependant nous ne l'avons pas employée ici, pareeque les noms nou-
veaux, proposés par Mr. pu Perir-Tgovans, sont substitués à des
4) a. a. O. S. 646.
3) Monographie des Orchidées des Iles de France et de Bourbon, Mémoir. d. l.
Soc. d'Hist. natur. d. Paris IV. 1828. S. 13.
S E. Pfitzer.
noms plus anciens et généralement connus« Auch beweisen die
Etiquettes der Pariser Herbarien, dass Tnovars’ ältere Namen bei den fran-
züsischen Forschern keine Aufnahme fanden — es gehört somit kein »Fran-
zosenhass« dazu, um sie bei Seite zu lassen. Im Übrigen ist es doch
geradezu komisch, dass Kuntze, der Tnovars’ klare französische Darlegung
nicht verstand und eine heillose Confusion anrichtete, LinpLey, weil dieser
Tuovars richtig verstand und jene Confusion vermied, »Unkenntnis der
französischen Sprache« und »Dünkel« vorwirft.
In Bezug auf die einzelnen Gattungen ist Folgendes zu bemerken :
1. Angorchis Thou. (Angraecum Bory). Auch hier spricht Kuntze !)
natürlich von Tuovars’ »ursprünglichem« Namen Angraecum und dessen
» corrigiertem« Namen Angorchis, während es sich gerade umgekehrt ver-
hält. Er macht aber dann noch besondere Anstrengungen, um über die
ihm sehr unbequeme, seiner beabsichtigten großen Umtaufung entgegen-
stehende Thatsache hinweg zu kommen, dass Bory DE Saint VixcENT?) schon
1804 das wohlbekannte Angraecum eburneum unter diesem Namen be-
schrieben und gut abgebildet hat. Kuntze findet die Beschreibung un-
genügend — nebenher behauptet er ohne jeden ausreichenden Beweis,
Bory habe »nur ungeschickt von Tuovans entlehnt«. Gegen die Abbildung
sagt er nichts. Was schreibt aber Kuntze) selbst zur Begründung der
Aufnahme der nomina seminuda ? »Eine gute Abbildung ist wertvoller zur
Erkenntnis der Pflanze als eine mittelmäßige Diagnose und doch möchten
sich manche auf letztere Formalität versteifen.« Auch wenn Harpes, bei
welchem der Name Angraecum zuerst vorkommt, als vorlinnéisch be-
trachtet wird, genügt somit naeh Kuntze selbst die gute Abbildung Bonv's
sogar ohne alle Diagnose zur legalen Aufstellung von Angraecum. Dass
Bony in den späteren Bänden seiner Reise!) noch eine Eulophiopsis als »An-
graecum scriptum« Rumph. anführt, ändert daran nichts — wir werden
sehen, dass Orchideengattungen aus dem Anfang dieses Jahrhunderts fast
niemals gleich ganz rein aufgestellt wurden — » Angorchis « selbst enthält
manches Fremdartige.
2. Phyllorchis Thou. 1809 ist von Tuovans selbst 1892 durch Bulbo-
phyllum Thou. ersetzt worden; alle Autoren bis auf Kuntze haben sich dem
— meist in der richtigeren Schreibweise Bolbophyllum — angeschlossen
und es liegt kein Grund vor, jetzt wieder auf die 1809 veröffentlichte Be-
zeichnung Phyllorchis zurückzugehen.
3. Epidorchis Thou. soll nach Kuntze an Stelle von Mystacidium Lind!.
treten. Tmovars benennt die betreffenden Arten 1822 Epidendrum und es
1) a. a. O. II. S. 650,
2) Voyage dans les quatre principales Iles des mers d'Afrique. I. 1804. S. 359.
T. 19.
3) a. a. O. I. S. XLIII.
4) a. a. O. IT. S. 449; III. S. 162.
Beiträge zur Systematik der Orchideen, d
ist ganz klar, dass er gar keine Unterscheidung vornehmen, sondern nur
die alte Linnäische Gattung zu Gunsten seiner unitarischen Nomenelatur
umtaufen wollte. Denn er sagt 1809 von seinen Epidorchis-Arten: »ce sont
les seules, qui présentent les characteres des Epidendrum de Linn&«. Dass
dies thatsächlich gar nicht der Fall ist, ist höchstens bezeichnend für
Tnovars’ geringe Einsicht — keinenfalls aber hat derselbe ein neues Genus
ausreichend begründet. ,
4. Dendrorchis Thou. soll nach Kuntze an Stelle von Polystachya Hook.
treten. Hier hat Tuovars wohl Dendrobium Sw. vorgeschwebt, wie denn
auch in der Veröffentlichung von 4822 die Arten als Dendrobium bezeichnet
sind. Wie wenig klar er sich aber über das Ganze war, zeigt schon die
Vermengung des monopodialen Aeranthus Arachnites Ldl. mit den einer
ganz andern Gruppe angehörenden Polystachya-Arten und die Bemerkung
von 1809, dass die hierher gestellten Arten »doivent faire partie du genre
Aerides établi par Loureiro«. Es ist gar keine Rede davon, dass Tnovars
die später von Hookzn als Polystachya charakterisierten Pflanzen von Den-
drobium oder Aerides gesondert hätte.
9. Jridorchis Thou. (Oberonia Ldl.). Die einzige Art ist 1822 mit dem
binären Namen Cymbidium equitans bezeichnet, woraus folgt, dass TuovARs
nicht im Stande war, seine /ridorchis von Cymbidium zu trennen.
6. Erporchis Thou. umschließt zwei als Goodyera bracteata und Goodyera
nuda bezeichnete Arten. Die erstere ist Platylepis Rich.. die zweite eine
wirkliche Goodyera. Getrennt hat Tuovans diese Gattungen gar nicht; er
hat nur »ne consultant que la nature« den Namen Erporchis geschaffen
und sich dann in Europa überzeugt, dass die beiden Arten zu Goodyera
gehören. Deshalb zu behaupten, Tnovams hätte eigentlich in seiner Erp-
orchis die spätere Platylepis aufgestellt, ist absurd.
1. Graphorchis Thou. (Eulophia R. Br. u. a.). Hier hat Tnovans selbst
die Arten als zu Limodorum gehörig aufgeführt — da die ganze Diagnose
von Graphorchis ist »Labelle ventru, terminé par un eperon ou bosse trés
courte«, so ist auch nicht einzusehen, wie Trovans Eulophia von Limodorum
trennen sollte. Er sagt von seiner Graphorchis geradezu: »Le Limodorum
Tankervilliae et autres originaires de la Chine... se rapportent à ce genre«.
Die im Pollenapparat liegenden Differenzen waren Tnovars gänzlich un-
bekannt — trotzdem meint Kuxtze, Tnovans als den Begründer der späteren
Eulophia R. Br. ansehen zu dürfen.
8. Alismorchis Thou. (Calanthe R. Br.). Die Diagnose lautet » Labelle
plane, lobé, terminé par un épéron au moins aussi long que l'ovaire«.
Wie wenig dabei Tnovans die Dinge richtig auffasste, folgt daraus, dass er
auch die » Orchis Susannae« und andere Habenarien für näher mit Alism-
orchis verwandt erklärt, als mit Orchis. Die einzige von Tuovans abgebildete
Art (Calanthe silvatica R. Br.) ist von ihm 1822 als Centrosis silvatica be-
zeichnet. In den Tabellen führt er an: Sylvalismis = Centrosis Sw.?
10 E. Pfitzer.
plantaginea. Die Gattung Centrosis ist von Swanrz 1814 in der anonym er-
schienenen »Summa Vegetabilium Scandinaviae systematice coordinatorum«
(S. 32) aufgestellt worden, aber nicht für eine Calanthe, sondern für Limo-
dorum abortivum, was auch in den nach des Verfassers Tode 1829 von
Wixsrröm herausgegebenen a Adnotationes botanicae « (S. 52) bestätigt wird;
mit Limodorum L. benennt Swanrz hier auch Formen, die heute zu An-
graecum Bory gehören. Es kann also nicht die Rede davon sein, Centrosis
an Stelle von Calanthe zu setzen. Wenn Tuovars seine Sylvalismis zu
Centrosis stellte, so wollte er nur eine congenerische Verwandtschaft mit
Limodorum abortivum andeuten. lm Ganzen ist sich Tnovars in keiner
Weise über die Gattungsunterschiede der gespornten Orchideen mit weichen
Blättern klar geworden. Da überdies 1809 nur die oben angegebene, völlig
ungenügende Diagnose von Alismorchis publiciert wurde, die Abbildung
der »Sylvalismis« aber erst 1822, also ein Jahr nach der Aufstellung von Ca-
lanthe R. Br.!) erschienen ist, so wird man unbedingt letzteren Namen
beibehalten können, um so mehr, als Tnouanms selbst 1822 seine Gattung
Alismorchis nicht aufrecht erhalt, sondern deren damals einzige Art zu
Centrosis Sw. rechnet.
In der Einleitung zu seiner Revisio stellt Kuntze?) das Princip auf:
» Wer ältere Gattungsnamen als giltig nachweist, ohne sie praktisch und
vollendet einzuführen, was nur dureh nomenclatorische Überarbeitung der
Species erzielt werden kann, verursacht nur Verwirrung; denn darnach
beginnt die vereinzelte Umbenennung der Arten von Berufenen und Un-
berufenen in leicht zugänglichen oder obscuren Publicationen...,so dass ein
Chaos entstehen muss, dem möglichst vorzubeugen die Pflicht der Autoren
ist, die Prioritätsfragen für Genera erledigen«. Wie genügt nun KUNTZE
dieser »Pflicht« bei Calanthe? Er nimmt Hooxer’s Flora of British India und
tauft alle darin enthaltenen Arten um. Dass dabei Preptanthe vestita (Ldl.)
Rbch. f. von einem so tüchtigen Kenner der Orchideen, wie RxrcugNnacu, als
besondere Gattung betrachtet wird, geniert ihn dabei ebensowenig, als dass
C. labrosa (Rehb. f.) Hook. f. in einer von Hooxer noch gar nicht benutzten
Veröffentlichung?) als neue Gattung Calanthidium aufgestellt wurde. Von den
sonstigen Calanthe-Arten werden noch etwa 20 umbenannt — es fehlen sogar
Arten, welche Rrıcuengach in Warrers’ Annales VI. bequem zusammen-
gestellt hatte, und von den zahlreichen Species, die letzterer Autor nach
1874 im Gardeners Chronicle beschrieb, ist gar nicht die Rede. Mit welcher
Hast Kuntze arbeitete, folgt schon daraus, dass er aus der allbekannten
C. curculigoides Ldl. eine C. curantigoides macht), aus C. elytroglossa
Rbch.f. eine C. clytroglossa*). Und das nennt er »Reform der Nomenclatur«.
4) Bot. Regist. t. 573.
2) Revisio I. S. LXV.
3) ExcLERn-PnaANTL Il. 6. Abt. S. 153,
4) Revisio II. S. 650.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 11
9. Corymborchis Thou. (Corymbis Ldl.). Hier tritt Kuntze mit Recht
für ersteren Namen ein, der Tuovans' Gattung entspricht, während Corymbis
nur ein unitarischer Artnamen für dessen Corymborchis corymbosa ist.
10. Stellorchis Thou. (Nervilia Gaud.). In diesem Falle scheint mir
ein Prioritätsanspruch von Tnovars nicht vorhanden zu sein, da er 1822
seine Gattung von 1809 nicht aufrecht erhält, sondern die einzige Art als
Arethusa simplex, nur im unitarischen Namen als Aplostellis aufführt.
Letzterer Name ist 1828 von A. Rrcuanp als Gattungname irrtümlich ver-
wandt worden. — Gaupicnaup's Nervilia datiert von 18261); der Name ist
den Manuscripten Commerson’s ( 1773) entnommen.
A1. Leptorchis Thou., Stichorchis Thou. (Liparis L. C. Rich.). Tmovans
hat 1809 zwei Gattungen Leptorchis und Stichorchis aufgestellt ?). Sie
werden charakterisiert durch »Labelle plane, rabattu en dehors« und
»Labelle plane, replié en dehors«; außerdem soll Leptorchis mehrere,
Stichorchis nur ein Pollinium in jedem Antherenfach haben; letzteres ist
sachlich unrichtig. 1822 bezeichnet Tuouars 3) die vier zu diesen »Gattungen«
. gerechneten Arten sämtlich als Malaxis; es ist auch unerfindlich, wie er
bei seiner gänzlichen Vernachlässigung der sonstigen Blütenstructur sie
hätte von Malaxis unterscheiden sollen. Bei Stichorchis sagt Tuovams 4)
direct: we genre ne renferme que deux espèces remarquables par leur
petitesse et la singularité de leur port ..... Elles sembleront se réunir
avec les Leptorchis ou Malaxis de Swanrs«, erkennt also die Identität seiner
Gattungen mit Malaxis ausdrücklich an. Trotzdem will Kuntze’) behaup-
ten, Tnovans hätte in seiner Leptorchis die spätere Liparis L. C. Rich. 5)
aufgestellt, zu welcher allerdings die beiden Leptorchis, wie die beiden
Stichorchis bis in die neueste Zeit gehörten. Meiner Meinung nach thäte
man L. C. Rrcuanp, dem Begründer vernünftiger Definitionen bei den euro-
päischen Orchideen, sehr großes Unrecht, wenn man deshalb, weil Tuovars
»ne consultant que la nature« für Malaxis Sw. Leptorchis Thou. setzte und
diesen Namen irrtümlich auf Pflanzen anwandte, die gar nicht zu Malaxis
gehören, Rucnanp's wohl begründete Gattung Liparis fallen lassen wollte.
In meiner Übersicht der Orchideen in ExsL£r-Pranrtr's Pflanzenfamilien
(S. 128. 130) habe ich nun Liparis L. C. Rich. geteilt in Sturmia Rehb. mit
ungegliederten convolutiven Blättern und Knolle oberhalb der Laubblätter,
Liparis L. C. Rich. mit ungegliederten duplicativen Blüttern und Knolle
unterhalb der Laubblätter, endlich Cestichis (Section bei Lixprey). die sich
4) FnEvciNET, Voyage autour du monde. Botanique S. 424. t. 35.
2) Nouv. Bullet. ete. S. 349,
3) Histoire d. plantes Orchidées etc. t. 25—27.
4) Nouv. Bullet, etc. S. 349.
3) a. a. O. S. 669.
6) De Orchideis Europaeis Annotationes, Mém. d. Mus. d'Hist. Natur. IV. Paris
1818. S. 52
12 E. Pfitzer.
von Liparis durch die gegliederten Blätter unterscheidet. Auf die sach-
liche Berechtigung dieser Trennung komme ich später zurück. Hier habe
ich nur den Vorwurf Kuxrze's zu behandeln, ich hätte bei der Trennung
den Namen Liparis zu Unrecht nicht der ersten, sondern der zweiten Gruppe
gelassen. In den Regeln des Pariser Congresses heißt es: »Enthält die
Gattung eine Section oder andere Abteilung, welche nach ihrem Namen
oder ihren Arten den Typus oder den Ursprung der zerlegten Gruppe dar-
stellt, so wird der Name für diesen Teil beibehalten. Sind dagegen keine
Sectionen oder ähnliche Abteilungen vorhanden, und ist ein Teil bedeutend
artenreicher als der andere, so kommt diesem der Name zua Nun haben
weder ReıcuengacHh, noch Bextuam und Hooger, noch Rıprey die ersten
heiden von mir getrennten Gattungen als Sectionen unterschieden und ich
hielt mich deshalb für berechtigt, den Namen Liparis dem etwa 70 Arten
zühlenden zweiten Genus zu belassen, obwohl ich sehr wohl wusste,
dass die erste aufgestellte Art, Liparis Loeselii L. C. Rich., damit zu Sturmia
Rehb. f. mit 2, vielleicht 3 Arten kommt. Ich glaubte um so eher so handeln
zu sollen, als gerade für diese Formen schon Reiıcaenpacn !), weil Liparis
auch einen Schmetterling bezeichnet, den Namen Sturmia gebildet hatte, so
dass ich fast gar keine Umtaufung nötig hatte. Es geschieht L. C. Rıcuarp,
dessen Diagnose sowohl auf Liparis als auf Sturmia passt, doch nichts Böses,
wenn sein Name statt hinter der kleinen hinter der großen Gattung steht;
außerdem ist mir möglichste Stabilität der Nomenclatur wichtiger, als das
historische Detail, dass die erste Liparis unsere Liparis Loeselii war. Das
ist eben der wesentliche Unterschied zwischen dem Standpunkt von Kurze
und dem meinigen, dass er möglichst viele Namen ändert, ich dagegen
möglichst wenige. Ich hoffe die verständigen Botaniker dabei auf meiner
Seite zu haben.
Was die dritte Gruppe, Rınıey’s »Corüfoliae« betrifft, die von LixpLE
als Section, von mir als Gattung »Cestichis« abgetrennt wurden, so würden
sie besser, wenn man nicht sagt an name is a name«, als Stichorchis Thou.
bezeichnet werden. Wie nämlich LixprEv den Artnamen Corymbis an Stelle
des Gattungsnamens Corymborchis verwandt hat. so ist es ihm auch hier
gegangen. Ceslichis ist bei Tnovans [Stichorchis] Malaxis caespitosa, also
ein unitarischer Speciesname. Es würden damit nur sehr wenige neue
Synonyma geschaffen werden. Von Stichorchis wären dann freilich nur
der Name und zwei Arten von 4809 — die Definition der Gattung wäre
durchaus neu.
Soviel über nv Prrit-Tnovars. Ich schließe, wegen der ähnlichen
Sachlage, gleich an die Controverse Malaxis Sw.-Microstylis Nutt.-Hammar-
bya O. K. Im Jahre 1788 beschrieb Swartz?) zwei Orchideen, die heute
4) Conspectus regni vegetabilis etc. 1828. S. 69.
2) Nova genera et species plantarum etc, 1788, S. 8.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 13
Microstylis spicata (Sw.) Ldl. und Microst. umbelliflora (Sw.) Ldl. heißen,
unter dem Gattungsnamen Malaxis, 1789!) die allbekannte Malaxis palu-
dosa. Daraus folgert Kuntze, dass die von NurrALL als Section, von LINDLEY
als Gattung aufgestellte Microstylis den Namen Malaxis erhalten müsse,
während Malaxis paludosa zu llammarbya paludosa O. K. wird. Ich will
gern zugeben, dass Norrat besser seine Section so aufgestellt hätte, dass
der ursprüngliche Name den zahlreichen mit der ursprünglichen Art conge-
nerischen Formen blieb; nachdem aber ein fast 80 jähriger Gebrauch die
jetzt bestehende Nomenclatur fixiert hat, scheint es mir völlig überflüssig,
ein halbes hundert Microstylis in Malaxis zurückzurevidieren und aus der
monotypischen Malaxis paludosa eine Hammarbya zu machen. Ich finde es
außerdem wenig geschmackvoll, sogar das Landgut eines großen Botanikers
nomenclatorisch zu verewigen — nächstens kommen wir auf seinen Hund.
Zu bemerken ist noch, dass Microstylis ophioglossoides Nutt. 1808 von
RarixrsQuE?) als Achroanthes unifolia beschrieben worden ist. Die ursprüng-
liche Stelle in einer amerikanischen medicinisehen Zeitschrift haben weder
KuxrzE noch ich — trotz mannigfacher Bemühungen — sehen können,
auch der Abdruck in Desvraux’ Journal fehlt in der Bibliothek des Musée
d'histoire naturelle in Paris. Somit muss ich es dahin gestellt sein lassen,
ob RarixEsQuE seinen Achroanthes genügend von Malaxis unterschieden hat,
was nach den schlechten Gattungsdiagnosen dieses Autors nicht sehr wahr-
scheinlich ist. Für mich würden 60 Jahre Gebrauch — seit einer Recla-
mation RarixEsQuE's 1832 — auch gegenüber Rarınzsgur Microstylis gewohn-
heitsrechtlich genügend begründen. Nur für den Fall, dass die Microstylis-
Species mit Knolle oberhalb der Laubblätter generisch abgetrennt werden
sollten, hätte Achroanthus als Gattungsname für diese Arten einzutreten.
Wir wenden uns jetzt zu Lourzıro, der ebenfalls in zwei Fällen von
Kuntze »gerettet« worden ist.
In seiner Flora cochinchinensis hat Lourzıro 1793 zwei Gattungen
Ceraia (S. 632) und Callista (S. 633) aufgestellt, jede mit einer Art.
LixpLEY?) citiert Ceraia unter Dendrobium, Callista führt er auf unter den
»genera, about which nothing is known«. Reıcnenpach 4) hält beide Gat-
tungen für Dendrobium. Da nun Dendrobium Sw. 1799 begründet wurde?
so glaubt Kuntze Lounzrno's Priorität anerkennen zu müssen.
Nun fragt es sich, ob Ceraia oder Callista zu wählen sei. Nach Kurze 6)
kann aber Ceraia, welche eine Seite vor Callista steht, keine Geltung haben,
1) K. Vel. Ac. Nya Handlingar. Stockholm XXI. p. 127.
2) Medical Repository V. 1808. S. 350.
3) Vegetable Kingdom. 3. Ed. 4853, S. 484, 183.
4) Xenia Orchidacea II. S. 120.
3) Nov. Acta Upsaliensia VI. 1799. S. 68. Scurapers Journal f. Botanik II.
1799. S. 234.
6) a, a. O. S. 652.
/
14 E. Pfitzer.
»weil dieser Name wegen Cereus zu corrigieren würe«, da er nur in der
Endung davon differiert. Ich erkenne nun zunächst diesen nicht von einem
botanischen Congress, sondern von Kuwrzz aufgestellten Grundsatz durch-
aus nicht an, wie er auch von A. pe CanpoLLe verworfen worden ist. Letz-
terer sagt sehr hübsch): »Les botanistes ne sont pas des imbéciles; ils
savent distinguer Kuntze de Kuwzr«.. Wie die Griechen fpGuoc der Ge-
stank und Zomua die Speise völlig zu unterscheiden vermochten, so können
wir auch heute unnütze Neuerungen von nützlichen Reformen und Ceraia
von Cereus sondern. Es können diese beiden Namen um so eher neben
einander bestehen, als sie ganz verschiedenen Sinn haben, worauf KuxTzE's
oberflächliche Kritik aber keine Rücksicht nimmt. Wie jedes Schullexikon
ihm hätte zeigen können, bedeutet Cereus im Lateinischen eine Wachs-
fackel; es sollte mit dieser Bezeichnung auf den starren, säulenförmigen
Wuchs der betreffenden Cacteen Bezug genommen werden. Kepara da-
gegen heißt Horn, Füllhorn und giebt Lovreıro ausdrücklich diese Ab-
leitung an, welche sich auf die Gestalt der Lippe der so benannten Orchideen
gründet.
Es könnte nun ein neuer Reformator die sämtlichen Dendrobium-Arten
in Ceraia .... umtaufen wollen. Dabei würde im günstigsten Falle eine
Ceraia . ... Lour. übrig bleiben, wahrscheinlich aber gar keine, da Nie-
mand weiß, welcher Dendrobium-Art Ceraia simplicissima Lour. entspricht,
falls sie überhaupt ein Dendrobium ist. Hingegen würde der Name des
» Retters« sich hinter 300 Arten breit machen. Das ist doch eine sonder-
bare Art Lourkıro zu retten — sie erinnert an den Grafen Ugolino der Sage,
der seine Kinder auffraß, um ihnen den Vater zu erhalten.
Kuntze führt noch zu Gunsten seiner Umtaufung an, dass Loumzrmo's
Diagnose besser sei, als diejenige, welche Swanrz von Dendrobium gegeben
habe, welches ursprünglich verschiedene Arten enthalte, die jetzt anderen
Gattungen zugehüren. Das letztere ist ganz richtig — Dendrobium Sw.
umfasst höchstens 4 heutige Dendrobium neben 7 Pleurothallis, A Stelis,
A Oberonia, A Epidendrum, A Xylobium, 1 Lycaste und 2 Jonopsis, so dass ich
mich nicht wundern würde, wenn Kuntze jetzt die Behauptung aufstellte,
Pleurothallis R. Br. müsse eigentlich » wegen Speciesmajorität« Dendrobium
Sw. heißen oder Lycaste Ldl. sei eigentlich Dendrobium Sw., weil SwanTZ
erste, also älteste Art hierher gehört. Zu solcher Confusion kommt man,
wenn man die historische Entwicklung der Wissenschaft ignoriert und
lediglich mechanisch nach der Priorität des Namens geht. Der sachliche
Inhalt der tropischen Orchideengattungen ist eben viel später, nach ge-
nauerer Untersuchung des Pollenapparats und des allgemeinen Aufbaues,
gegeben worden, als der bloße Name und es ist eine weit getriebene
Rücksicht auf Prioritätsrechte, wenn wir Dendrobium Sw. schreiben und
4) Ber, d. deutsch, bot, Gesellsch. X. 14892. S. 336.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. | 15
nicht Dendrobium Ldl. Was übrigens die bessere Diagnose LounEino's be-
trifft, so kann sie doch nicht grade glänzend sein, wenn bis heute die von
ihm beschriebenen Formen noch nicht haben identificiert werden können.
LixpLEY!) sagt bei Ceraia: »Vitiose descripta, uti omnes ejusdem auctoris
genera.« Verschiedenes konnten Lourzıro’s beide Gattungen freilich nicht
enthalten, aus dem einfachen Grunde, dass sie nur je eine Art haben, im
Übrigen sind seine Angaben, da die Pollinien nicht berücksichtigt sind,
ebenso unbestimmt, wie diejenigen von Swartz, der auf der Abbildung?
welche die Gattung Dendrobium erläutern soll, friedlich neben einander
Blüten der Zycaste Barringtoniae (Sw.) Ldl., des Dendrobium moniliforme
(Sw.) Ldl. und einer Pleurothallis abbildet. Man sollte die Orchideen-
gattungen aus dem vorigen Jahrhundert getrost in dem Sinne nehmen, wie
der Fortschritt der Wissenschaft sie fixiert hat, das ist das einzig Vernünftige.
Die zweite »Rettung« Loureio’s ist Thricspermum für Sarcochilus R. Br.
KuxTZE?) ist es fraglich, ob bei der Verbindung von Ap und ozépua« ein
Vocal dazwischen gesetzt und das & in y verwandelt werden muss! Für
jeden Philologen ist das gar nicht fraglich. Der Name ist also in der That,
wie schon Bextuam 4) betont hat, ein »nomen vitiosissimum«. Er beruht
außerdem auf einem sachlichen Irrthum. Sarcochilus hat nicht, wie LOUREIRO
(S. 635) diagnosticiert, »semina multa, longa, tenuissima, piliformia«, son-
dern Lo ppo hat einfach die Schleuderhaare der Kapsel für die Samen
angesehen, während die staubfeinen Samen selbst ihm entgingen. Und
solehen Unsinn sollen wir, trotzdem es zum Überfluss noch ein Thricho-
spermum Bl. bei den Tiliaceen giebt, in dem barbarisch gebildeten Namen
Thrixspermum verewigen? Ich wenigstens werde nach wie vor Sarcochilus
schreiben und hoffe von Anderen das Gleiche.
Gehen wir über zu den »Rettungen«, welche Kuntze zu Gunsten von
D. Dox ausführt. Höchst charakteristisch ist die Behandlung der Gattungen
Pleione Don und Coelogyne Ldl. Im Februar 1825 beschreibt Don?) Pleione
humilis und P. praecox, die auch nach unserer heutigen Auffassung zu
Pleione zu stellen sind, im März 1825 LinoLey®) Coelogyne fimbriata Ldl.,
auch nach heutigen Begriffen nicht zu Pleione gehörig. Der ganze Prioritäts-
streit dreht sich also um einige Tage. Lixprey hat Pleione zeitweise als be-
sondere Gattung anerkannt, zeitweise als Subgenus; Reıcurngacn hat beide
unter Coelogyne vereinigt, ich habe sie wieder getrennt, weil einmal die
Pleionen infolge ihrer einjährigen Knollen und Blätter einen anderen Habitus
haben, so dass die Abtrennung bei der großen Anzahl der Arten bequem
4) Orchidearum Sceletos, 4826. S. 49.
2) a. a. O. T. II. f. 4.
3) a. a. O. T. II. S. 68.
4) Genera plantarum Ill. 2. S. 575.
5) Prodrom. flor. nepalensis 1825. 5. 36.
6) Botan. Regist. 1825. t. 868.
16 E. Pfitzer,
ist, und weil ich ferner fand, dass bei allen echten Coelogyne-Arten, die ich
untersuchte, die Caudiculae, d.h. die Anháüngsel der Pollenmassen, ganz kurz
sind, während sie sich bei allen von mir daraufhin geprüften Pleionen weit an
den Pollinien hinaufziehen. Kuxtze!) bemerkt in Bezug hierauf: »die angeb-
liche noch nebenbei bemerkte Differenz des Caudiculum (Clinandrium)
(sic! Pf.) ist nicht für alle Arten zutreffend«. Kuntze erlaubt sich also ein
Urteil über diese Dinge, obwohl er nicht einmal weiB, dass das Clinandrium
einer Orchideenblüte etwas ganz Anderes ist, als das »Caudiculum«, wie
er statt Caudicula zu sagen beliebt. Leute, die noch so wenig in das abc
der Orchideen eingedrungen sind, sollten sich doch nicht mit Gattungs-
reformen in dieser Familie befassen. Jedenfalls kónnen, bis gewichtigere
Gründe vorgebracht werden, Pleione Don und Coelogyne Lindl. ruhig neben
einander bestehen und die zahlreichen Pleione ..... O. K. wieder ver-
schwinden. Übrigens wäre ich Kuntze sehr dankbar, wenn er mir angeben
wollte, bei welchen Arten von Coelogyne oder Pleione er das von mir ange-
gebene Unterscheidungsmerkmal nicht zutreffend gefunden hat.
Eine weitere Rettung Dow's wird bei Saccolabium Bl. vollzogen, wel-
ches nach Kuxtze Gasírochilus Don heißen muss, weil Dos?) im Februar
1825 seinen Gastrochilus calceolaris beschrieben hat, welcher nach LinpLey
und Rrienengach identisch ist mit Saccolabium calceolare Ldl. Der Name
Saccolabium ist im Juli 1825?) aufgestellt. Nun existiert außerdem noch
eine Zingiberaceen-Gattung Gastrochilus Wall. aus dem Jahre 1829. Um
einer Priorität von einigen Monaten wegen, die außerdem nur dadurch er-
gründet wird, dass nach Lixprey der Prodromus florae Nepalensis schon im
Frühjahr 1825 erschienen ist, kassiert Kuntze Saccolabium, schafft eine
Unmenge neuer Synonyme mit O. K., während nur ein Gastrochilus die
Autorität Dosis trägt, und ersetzt endlich die Warricg'sche Gattung Gastro-
chilus, obwohl die Nomenclaturregeln verbieten (Art. 97.4), Gattungen ganz
unbekannten oder der Botanik absolut fremden Personen zu widmen, »zu
Ehren seiner lieben Schwester Crara und ihres Gemahls Warren BorsEN-
BERG« durch Boesenbergia O. K. Dabei ist so wenig Sorgfalt auf die Um-
taufung der Saccolabien verwandt worden, dass auch Arten ganz anderer
Gattungen. wie Rhynchostylis retusa Rchb. f., mehrere Sarcanthus-Arten
(S. filiformis [R. W.] Rchb. f., S. racemifer (Ldl.] Rchb. f. u. a.), Acampe-
Arten (A. congesta Ldl., A. papillosa Ldl., A. cephalotes Ldl. u. a.) ete. fróh-
lich mit umgetauft werden. Auch Ceratochilus Bl. verfällt diesem Schicksal,
weil »der Unterschied, ob = einblütige oder reichblütige Inflorescenzen,
ungenügend ist«. Letzteres ist schon richtig, wenn aber KuxrzE, statt nur
flüchtig den Schlüssel zur Gattungsbestimmung in meiner Bearbeitung
4) a. a. O. Il. S. 680.
2) Prodromus florae nepalensis. S. 32.
3) BrLuwgE, Bijdragen S. 292.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 17-
der Orchideen einzusehen, den Text verglichen hätte, so hätte er auch
andere Unterschiede gefunden. Das Schönste aber ist, dass Kuntze, nach-
dem er dieses Ragout verschiedener Gattungen alle durch die Bank in
Gastrochilus umgetauft hat, Bextuam und mir vorwirft, wir hätten nur 20
Saccolabium- Arten; er fügt die liebenswürdige Bemerkung hinzu: wohl
Druckfehler und Copie? Nein, weder Druckfehler, noch Copie, sondern
nur eine Unterscheidung der damals nach unserer Gattungsbegrenzung
sicher zu Saccolabium gehörenden Arten von allerlei Anderem — Heft 6
von Hooker’s Flora of British India war 1889 noch nicht erschienen.
Es fragt sich nun, soll man der geringen, mühsam erweisbaren
Priorität Don’s wegen diesen ganzen Wirrwarr acceptieren? Ich bin ent-
schieden dagegen. Die Rettung des einen Gastrochilus calceolaris Don
wiegt nicht den Ballast der Kuntze’schen Gastrochilus- und Boesenbergia-
Arten auf, die man bei Anerkennung des einen Dos schen Namens mit in
den Kauf nehmen müsste. Wo zwei Namen in demselben Jahre veröffent-
licht worden sind, können, nachdem Saccolabium fast 70 Jahre im allge-
meinen Gebrauch war, solche Zweckmäßigkeitserwägungen gewiss in Be-
tracht kommen.
Noch ungünstiger liegt die Sache bei Eria Ldl., welche Kuxrze !) durch
Pinalia Ham. ersetzen will. Im Frühjahr 4825 führt Don?) unter seiner
Octomeria spicata als Synonym den Herbarnamen Pinalia alba Ham. an. Es
hat also weder Dow die Pflanze als neue Gattung angesehen, noch HAMILTON
irgend eine Diagnose veröffentlicht. Um dieses bloßen Herbarnamens willen
soll. Linptey’s wohlbegründete Gattung Eria fallen, die im August 1825
veröffentlicht wurde). Kuntze meint, sie könne ja doch nicht bestehen
bleiben, weil die zahlreichen Gattungen Bıume’s, die zusammen Eria Ldl.
bilden und jetzt als Sectionen benutzt werden, die Priorität hätten — sie
sind nämlich in dem Juli- Heft der »Bijdrage« publiciert*) — also ein Vor-
sprung von ein paar Wochen oder Tagen! Ich kann die KuxrzE'sehen Um-
taufungen hier um so weniger annehmen, als es unter den Orchideen schon
eine zweifelhafte Gattung Pinelia Ldl., und außerdem noch eine Aroidee
Pinellia Ten. giebt. Die historische Thatsache, dass HanıLron in seinem
Herbar eine Pinalia alba gehabt hat, die wir heute Eria convallarioides Ldl.
nennen, sei Kuntze zugegeben und dieses »Verdienst« HanıLron’s hiermit ge-
bührend anerkannt — aber um einer solchen Bagatelle wegen 400 Eria-
Arten umzutaufen, dazu kann ich mich nicht entschließen. Um so weniger,
als die Nomenclaturgesetze als einen Hauptgrundsatz festgestellt haben,
dass »Ausdrucksformen und Namen, aus denen Irrtümer und Zweideutig-
keiten oder Verwirrung für die Wissenschaft erwachsen kónnten, grund-
sätzlich vermieden oder entfernt werden müssen«, was doch bei Pinalia,
1) a. a. O. II. S. 678. 2) Prodrom. flor. Nepalensis. 4825. S. 34. 3) Bot. Reg.
t. 904. 4) Bijdrage tot d. Flora v. Nederl. Indie. V. 344ff.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 2
18 E. Pfitzer.
Pinelia, Pinellia gewiss zutrifft. Köstlich ist, dass KuwrzE!) selbst bereits
bei seiner Umtaufung einmal Pinelia statt Pinalia schreibt.
Eine recht unerquickliche Angelegenheit ist der Prioritätsstreit zwischen
Corybas Sal. Hook. (1807) und Corysanthes R. Br. (1810). Schon Reıcukx-
bach?) hat ersterem Namen den Vorzug gegeben, trotzdem Bexruaw?) be-
bestimmt erklärt, dass Sarıssury auf unrechtmäßigem Wege zu dem Material
seiner Veröffentlichung gelangt sei. Bexruam schreibt: al cannot agree with
REICHENBACH f. in reviving Sarissunv's Name of Corybas on the ground of
priority of general publication. It has been universally respected as having
been surreptitiously described and figured and falsely charakterized from
the inspection of a drawing of Bauer’s with Brown’s name attached to it, as
was well known at the time and was published on authority which could
not be and was not denied.« RrromENsACH dagegen sagt: »die Sache ist
äußerst pikant und werde ich nach nochmaligen Studien im British Museum
mir das Vergnügen nicht versagen, dieselbe zu behandeln«. RkrcugxmACH
muss also, da er Corybas schrieb, von Bevrnaw's Gründen nicht überzeugt
gewesen sein, Kurze!) schließt sich ihm an. Ich halte es nicht für unsere
Aufgabe, hier eine eriminalistische Untersuchung anzustellen, sondern ich
möchte auch hier nach dem eben angeführten Grundsatz des Pariser Con-
gresses verfahren. Wir haben nämlich bei den Orchideen außer Corysanthes
R. Br. noch die einer ganz anderen Gruppe angehörende Gattung Coryanthes
Hook. Der erstere Name ist ganz ungrammatisch gebildet, da es Corythan-
thus oder, da einmal auch der Accusativ xopov vorkommt, allenfalls Cory-
anthus heißen müsste. Wenn aber der fehlerhafte Name Rogerr Brown’s
corrigiert wird, entsteht die Gefahr der Verwechslung mit Coryanthes Hook.,
und man müsste dann letztere Gattung wieder anders benennen. Alle
diese Verlegenheiten vermeiden wir, wenn Sırıssury's Name Corybas, der
drei Jahre früher gegeben wurde, ohne Rücksicht auf die Art und Weise,
wie sein Autor zu dem Material kam, vorgezogen wird, und liegt also hier
der seltene Fall vor, dass ich Kurze, der freilich an die Verwirrung mit
Coryanthes gar nicht gedächt hat, beistimme, wenn auch aus ganz anderen
Gründen.
Ich schließe hier gleich einen weiteren Prioritätsstreit an, bei dem
SALISBURY gleichfalls beteiligt ist. KuwrzE?) ersetzt Spiranthes L. C. Rich.
(1818)5) dureh Gyrostachys Pers. (1807)*), weil Persoon unter Neottia spiralis
geschrieben hat: »An ob spicam tortilem et labellum crenulatum cum 2 se-
quentibus (N. aestivalis und N. tortilis) genere distinguenda? (Gyrostachys).
Persoon hat also eine solche Gattungsbildung nur als discutable Möglichkeit
hingestellt, während L. C. Ricnanp die Gattung Spiranthes scharf begründet
4) a. a. O. II. S. 678, Z. 25 von oben. 2) Xenia Orchidacea II. S. 247. 3) Flora
Australiensis VI. 4873, S. 350. 4) a. a. O. II. S. 656. 5) a. a. O. II. S. 663.
6) a. a. O. S. 50. 7) Synopsis plantarum II. S. 544,
Beiträge zur Systematik der Orchideen, 19
hat. Sehr bemerkenswert ist dabei, dass der gerettete Persoon, weil er
bei dieser Sachlage natürlich die Species nicht benannt hat, nach seiner
Rettung gar nieht mehr als Autor der Arten vorkommt, insofern KuwrzE
G. spiralis O. K. ete. schreibt. Ich möchte auch hier die ganze hypothetische
Gattungsbenennung Gyrostachys als ungenügend begründet betrachten und
somit Spiranthes ruhig bestehen lassen.
Kuntze macht noch die Bemerkung, dass Spiranthes Rich. auch des-
halb fallen müsse, weil Ibidium Sal. (1812) !) älter sei. Dieser Name deckt
sich aber nicht mit den typischen Spiranthes-Arten, sondern höchstens mit
Stenorrhynchus Rich., den ich für generisch von Spiranthes verschieden
halte.?) Hierfür allein könnte Ibidium Sal. eintreten, wenn dessen Be-
gründung, die ich nicht vergleichen konnte, zweifellos genügend ist.
Auch Ruiz und Pavon sind von Kuntze auf seine Weise »gerettet« wor-
den, freilich in einer Art, welehe nur die Oberflächlichkeit des Retters be-
weist. Im Jahre 1794 begründeten die Genannten 3) eine Galtung Hum-
boldtia mit Diagnose und Abbildung einer typischen Blüte. Sie führen als
zu Humboldtia gehörig an folgende drei Arten — nicht zwei, wie KUNTZE
angiebt :
Helleborine ophioglosso similis Plum. | — Stelis ophioglossoides Ldl.
Epidendrum ophioglossoides Jaeq. '
Helleborine rusc majoris folio Plum. j— Pleurothallis ruscifolia R. Br.
Epidendrum ruscifolium Jacq.
Helleborine graminea repens biflora Plum. 1 ~ PU graminifolia
Nun hat KexrzE!) mit gewohnter Flüchtigkeit von Ruz’ und Pavox’s Dia-
gnose blos die erste Zeile: »Corolla duplex: exterior campanulata tri-
fida aut tripartita« berücksichtigt, während weiter noch zu lesen ist: »pe-
talis lunulatis, concavis, nectarium amplectentibus; nectarium minimum,
subrotundum, concavum.« Abbildung wie Diagnose entsprechen völlig Stelis
Sw.: auch Herr Professor Kräxzuin schreibt mir, »Humboldtia R. Pav. ist
Stelis Sw., das beweist der Text so gut, wie die Abbildung«. Zum Ueber-
fluss hat Swartz selbst, was Kuntze erwähnt, seine Stelis mit Humboldtia
R. Pav. identificiert und nur deshalb einen neuen Namen gebildet, weil er
Humboldtia Vahl für gültig hielt.
Obgleich aus alledem klar hervorgeht, dass es sich höchstens darum
handeln kann, ob man Humboldtia R. Pav. (1794) oder Stelis Sw. (1799)
schreiben will, macht Kuxrzz eine längere verworrene Auseinandersetzung,
aus welcher folgt, dass er glaubt, Stelis Sw. und Pleurothallis R. Br.5) unter-
schieden sich wesentlich nur durch die Sepalen. Roperr BnowN's weiteren
1) Transact. Horticult. Soc. I. 1842. S. 294, 3) Pflanzenfamilien II. 6. S. 443.
3) Prodromus florae peruvianae 4794. S. 124. t. 427. 4) a. a. Q. Il. S. 665. 5) R. BROWN
in Arron, Hort. Kewensis. Ed. II. 1843. v, 244.
2*
20 E. Pfitzer.
Unterschied des gegliedert eingefügten Labellums bezeichnet er als »we-
niger durehgreifend« — und macht sich dann daran, die etwa 300 ihm be-
kannten Pleurothallis- Arten in Humboldtia umzutaufen. Solche Leichtfertig-
keit grenzt doch an »groben Unfug«! Zur Erklürung kann vielleicht dienen,
dass Bentuam !) irrtümlich Humboldtia R. Pav. als Synonym zu Pleurothallis
R. Br. citiert, worin ich ihm gefolgt bin ?, da ich damals die Originalstelle
noch nicht gesehen hatte. Es ist aber doch ein Unterschied zwischen einem
unrichtigen Citat und der Schaffung einiger hundert falscher Synonyme!
Sehr charakteristisch für die Flüchtigkeit des Reformators der Nomenclatur,
für seine rein mechanische, geschäftsmäßige Arbeitsweise ist, dass er gar
nicht bemerkt hat, dass inzwischen zwei Gattungen, Cryptophoranthus
Barb. Rodr. ?) und Scaphosepalum Pfitz. *), von Pleurothallis abgetrennt wor-
den sind, obwohl beide erstens in meiner Bearbeitung der Orchideengat-
tungen enthalten sind und obwohl zweitens diese Gattungen selbst von
Vertretern der älteren Schule, wie J. D. HookrR*) und Rorr£5) anerkannt
sind. Auch die Arten dieser Genera werden, soweit Kuntze sie kannte,
fröhlich in Humboldtia zurückgetauft. Er fügt seiner leichtfertigen Syno-
nymenfabrication noch Folgendes hinzu: »Es freut mich, diese umfang-
reiche Gattung« — Humboldtia — Pleurothallis — »aus dem Gebiet, welches
HumsoLor bereiste und so intensiv erforschte, für diesen wieder herstellen
zu müssen. Trifft es sich doch selten, dass großen Männern auch große
Gattungen gewidmet sind. Sonst ärgert es mich stets, wenn ich eine große
Gattung anders benennen muss; hier that ich es gern.« Kuntze kann über
den Ruhm Huwsorpr's ganz ruhig sein — der letztere wird keinen Schaden
nehmen, auch wenn die in der leichtsinnigsten Weise geschaffenen 300
Humboldtia O. K. wieder in die verdiente Vergessenheit zurücksinken.
Nun fragt es sich weiter, soll Humboldtia R. Pav. für Stelis Sw. wieder
hergestellt werden oder nicht. Zunächst haben Rvız und Pavon ihre Gat-
tung weniger klar erfasst als Swanrz — wührend die ersteren noch in der
Flora peruviana”) unter Humboldtia 1798 neben 6 Stelis noch 4 Pleurothallis
und 4 Physosiphon haben, hat Swanrz schon richtig angegeben, dass das
eben genannte Epidendron ruscifolium L. von Ruiz und Pavon mit Unrecht
zu ihrer Humboldtia gestellt wurde. Ferner aber giebt es außerdem noch
folgende Gattungen gleichen Namens:
Humboldtia Necker 1790. Elem. bot. II p. 46 — Voyria Aubl. 1775.
Humboldtia Vahl 4794. Symb. III p. 106 — Batschia Vahl 5).
Kuntze spricht nur von letzterer, zu den Leguminosen gehörenden Gat-
tung, welche auch deren letzter Monograph, Tauserr®), als Batschia Vahl
1) Genera plantarum Ill. 2. S. 488. 2) Pflanzenfamilien I. 6. S. 139. 3) Genera
el species Orchidearum novarum 1877. S. 79. 4) Pflanzenfamilien I. 6, S, 439.
5) Botan. Magazine. t. 7454. 6) Gardener's Chronicle VII. 1890. S. 709. 7) System.
florae peruvianae 1798. S. 228, 8) Vergl. PrrirrER, Nomenclator I. 2. S. 1677.
9) Pflanzenfamilien Ill. 3. S. 443.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 21
bezeichnet, so dass insoweit gegen Humboldtia R. Pav. Nichts einzuwenden
wäre. Dagegen stellen die Regeln des Pariser Congresses den verständigen
Grundsatz auf, dass Ausdrucksformen und Namen, aus denen Irrtümer,
Zweideutigkeiten oder Verwirrungen für die Wissenschaft erwachsen
kónnten, grundsützlich vermieden oder entfernt werden sollen (Art. 3).
Da nun bis in die neueste Zeit Humboldtia Vahl in Geltung war, erscheint
es mir zweckmäßiger, von Humboldtia R. Pav. abzusehen und Swarrz’s
Namen Stelis, der jede Verwechslung ausschließt und uns die Bildung von
150 neuen Synonymen erspart, ruhig in Geltung zu lassen. Die Beständig-
keit der Nomenclatur scheint mir wichtiger als die Nebensache, dass auch
HumsoLpr unter den »verewigten« Botanikern vertreten ist.
Auch Brume ist von Kuntze berücksichtigt worden. Derselbe hat !)
zwei Orchideengattungen Cystopus und Odontochilus aufgestellt, welche
Bentuam?) und ich?) vereinigt haben. Cystopus steht dabei drei Seiten hinter
Odontochilus, so dass letzterer Name nach den strengen Grundsätzen der
Prioritätsfanatiker auch früher gebildet wurde. Bexrtuam hat nun vernünf-
tiger Weise Odontochilus vorgezogen, erstens der Zweideutigkeit wegen
gegenüber Cystopus Lev., der bekannten Peronosporee, welche Kuxtze !)
freilich Albugo Pers. nennen will, und ferner, weil Odontochilus arten-
reicher ist als Cystopus, also weniger zu ändern war. Da aber in der ersten
Veröffentlichung von Brume Cystopus 6 Arten hat und Odonlochilus nur 3,
so giebt Kuntze »Cystopus wegen Speciesmajorität den Vorzug«, und über-
trägt zu den 6 geretteten BruwE'schen Cystopus. wegen Speciesmajorität«
14 verschiedene Odontochilus. Nach dem Grundsatz, dass vor Allem zwei-
felhafte Bezeichnungen zu vermeiden sind, und nach der »Speciesmajorität«
nicht zur Zeit der Gründung, sondern zur Zeit der Vereinigung beider
Gattungen sollte man bei Odontochilus bleiben, um so mehr, als Saccanpo *)
die Ersetzung von Cystopus Lev. durch Albugo Pers. nicht anerkennt.
Eine sehr bemerkenswerte Rettung ist auch Diphryllum Raf. 1808 an
Stelle von Listera R. Br. 4843. Zunächst ist Diphryllum ein unübersetz-
barer Unsinn — wahrscheinlich hat der Autor Diphyllum gemeint, was
aber als Adjectivnamen unzulässig ist. Zweitens nennt Lixprey®) sachlich
die Gattung Diphryllum als »characteribus pessimis confusum«. Und solchen
sachlichen und grammatischen Schund sollen wir wieder ins Leben rufen?
Die gleiche Note erhält von Linney Isotria Raf. "), welche nach Kuntze 5)
an Stelle von Codonorchis Lindl. treten müsste.
Auf den schon oben bekämpften Grundsatz, dass Namen, die sich nur
durch die Endsilbe unterscheiden, nicht neben einander bestehen künnen,
1) Flora Javae I. Orchideae 4858. S. 79 u. 82. 2) Genera plantarum III. 2.
S. 650. 3) Pflanzenfamilien II. 6. S. 417. 4) Revisio generum II. S. 658.
5) Atti del Congresso Botanico di Genova 4892, S. 437. 6) Orchidearum Sceletos
1826. S. 49, 7) Ebenda. 8) a. a. O. II. S. 681.
/
22 E. Pfitzer.
gründet Kuntze!) ferner die Ersetzung von Chloraea Lindl. 1826 durch
Asarea Lindi. 4827, wobei wieder viele O. K. zu Stande kommen. Gram-
matisch ist Chloraea freilich nicht gut gebildet, correct sind nur Chloris und
Chlora, welche letztere aber Kuntze durch Seguiera Man. ersetzt wissen
will. Sieht man aber von grammatischen Bedenken ab, so erscheint es
nicht schwieriger, Chloris und Chloraea auseinander zu halten, als Pinelia,
Pinellia und Pinalia, welchen letzteren Namen Kuntze wiederherstellt (vgl.
S. 17), obgleich er ausdrücklich darauf hinweist, dass es bereits Pinelia
und Pinellia giebt.
Aus demselben Grunde bleibt Huttonaea Harv. bestehen, welche
Kuntze?) dureh Hallackia Harv. ersetzen will, weil es eine fossile Huttonia
Sternb. giebt. Ist denn das so sehr anders, als wenn KuxrzE?) neben der
bestehenden Orchideengattung Rodriguezia R. Pav. uns in derselben Pflanzen-
familie noch mit einer Rodriqueziella beschenkt? Das scheint mir weit
störender, zumal nach Kränxzuin*) die ganze Arbeit von Bargosa RODRIGUEZ,
in welcher sich dieses neue, dort Theodorea genannte Genus vorfindet, »nicht
ernsthaft zu nehmen ist«.
Weiter will KuxrzE?) Diadenium Pöpp. Endl, nicht gelten lassen, weil
eine Gattung Diadenus Desv. an Stelle von Bangia Lyngb. zu treten habe.
Ob letzteres nótig ist, will ich hier nicht untersuchen — jedenfalls vermag
ich Diadenium und Diadenus zu unterscheiden. Kuntze setzt an Stelle von
Diadenium Chaenanthe Ldl.; dass ich im Gegensatz zu Bentuam und HOOKER
in meiner Bearbeitung der Orchideen diese Gattungen getrennt behandelt
habe), geniert ihn dabei nicht, er erwähnt es auch gar nicht.
Sehr charakteristisch für Kuxrze's Vorliebe für O. K. ist seine Behand-
lung von Sophronitis Ldl. Die erste Art dieser Gattung hatte Lupp" 4827
unter dem Namen Sophronia veröffentlicht ` im Jahre darauf änderte er dies
in Sophronitis®), weil es eine ältere Sophronia Gaud. giebt. Da diese nach
Kuntze hinfällig ist, restituiert er LixpLEY's Sophronia ?), aber so, dass er nur
bei jener ersten Art Sophronia cernua Ldl. schreibt, bei allen übrigen, die
LixpLEY selbst begründet hat, aber Sophronia..... (Ldl.) O. K. So wird
LiwpLEY vor sich selbst gerettet! Da es aber außer Sophronia Gaud. noch
ein Synonym Sophronia Lichtenst. (Witsenia Thunb.)!9) giebt, so ist es wohl
zweckmäßiger, LixprEv's Selbstverbesserung nicht wieder zurückzucorri-
gieren und bei Sophronitis zu bleiben.
Bekanntlich hat R. vox Werrstein it) neuerdings die Gattungen Cepha-
1) a. a. O. I. S 654, 2) a. a. O. II. S. 664. 3) a. a. O. IL S. 649.
4) Beiträge zu einer Monographie der Gattung Habenaria Willd. II. EnsLer’s bot. Jahrb.
XVI. 1892, S. 54, 5) a. a. O. II. S. 556. 6) Pflanzenfamilien ll. 6, S. 192.
7) Bot. Register. 1827. T. 4429, 8) Ebenda 1828. T. 4447. 9) Revisio generum.
IL S. 684. 40) STEUDEL, Nomenclator II. S. 612, 14) Studien über die Gattungen
Cephalanthera, Epipactis und Limodorum. Österr. bot. Zeitschr. 1889. Nr. 44 u. 12,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 23
lanthera L. C. Rich., Epipactis Crantz und Limodorum Sw. vereinigt. Es
ist wenig dagegen einzuwenden, da Übergänge vorhanden sind; in meiner
Bearbeitung der Orchideen habe ich die Trennung aufrecht erhalten, weil
mir kleinere Gattungen übersichtlicher erscheinen. Immerhin ist die Ver-
einigung discutabel. Nun hat Werrtstein vernünftiger Weise für die ge-
samten Arten den Namen Epipactis gewählt, weil dabei die geringste
Menge neuer Synonymen entsteht. KuxTzE!) schlägt natürlich den umge-
kehrten Weg ein und restituiert »Limodorum Ludw. 1737«. Hätte er die
Frage eingehend studiert, so würde er gefunden haben, dass es nur ein
Vorteil wäre, wenn wir den Namen Limodorum, der im Laufe der Zeit ganz
Verschiedenes bedeutet hat, los werden, anstatt einige zwanzig neue Limo-
dorum ..... O. K. zu erhalten. Zur lllustration des geringen Wertes
alter Orchideennamen will ich die Sache hier darlegen.
Der Name »Limodorum« findet sich bereits bei Turornrast?) — es ist
ein Wurzelschmarotzer auf Trigonella, wahrscheinlich eine Orobanche. Die
Verfasser der Kräuterbücher haben dann den Namen für letztere Gattung
verwandt?), nur Crusivs vermengte damit das spätere Limodorum abortivum,
sein Limodorum austriacum 4). TourNEFoRT>) fixierte diesen Irrtum, indem
er seine gleichnamige Gattung nach der Abbildung unzweifelhaft allein auf
die Pflanze von Crusius begründete. 1739 beschreibt dann Gnowovivs 5) ein
neues Limodorum, dasselbe entspricht nach dem Vorkommen Calopogon
pulchellus R. Br. Derselbe Autor fügt hinzu: »Helleborine radice tuberosa,
foliis longis angustis caule nudo floribus ex rubro pallide purpurascentibus
Martyn. cent. I. t. 50 hujus videtur varietas.« Diese Abbildung ist aber
eine Bletia von den Bahama-Inseln , wahrscheinlich B. verecunda R. Br.
Auch die sonst von Gronovius citierten Synonyme gehören wohl zum Teil
zu Bletia. 1740 hat dann Rovex’) seine Gattung Limodorum »cum Limo-
dorum Tournefortii vera sit Orchidis species« auf die eben erwähnte Pflanze
von Manryx begründet.
LiNNÉ5) citiert dann 1745 zu seinem Limodorum sowohl Gronovius, als
Rovex, so dass dasselbe von vornherein zwei heutige Gattungen umfasst,
deren Unterscheidung auch die Diagnose in den Genera plantarum?) nicht
gestattet. In den Species Edit. III. 476410) ist nur eine Art, Limodorum
tuberosum beschrieben, welche Bletia verecunda R. Br. entspricht, wenn
wir nach dem Citat von Manryv's Abbildung urteilen — dagegen haben
Dryanper und J. E. San versichert!!), das wahre Limodorum tuberosum L.
1) Revisio generum II, S. 671. 2) De causis plantarum. Edit. Wimmer. S. 286.
3) Vergl. C. Baumin Ilwa&. S. 86, 87. 4) Hist. I. S. 270, Institut. t. 250. 5) Definitiones
generum 1737. S, 120. Nach Kuntze, Revisio II. 671. Das Original konnte ich nicht
vergleichen. 6) Flora virginiana 1. 4739. S. 440. 7) Florae Leydensis prodromus
4740, S. 16. 8) Acta societ, reg. scient. Upsal. ad annum 1740,1744. S.21. 9) Edit. IIl.
10) a.a 0.8.4345. 40) S. 4345. 14) Vergl. CunrIs, Botanic. Magazine IV. 4794. t. 146,
24 > E, Pfitzer,
sei Calopogon pulchellus, welches auch von ArroN!) unter ersterem Namen
abgebildet wurde. Unzweifelhaft zu Bletia gehören Lınn®'s spüteres Limo-
dorum altum?), ferner Jacgum’s?) Limodorum altum (Bletia havanensis
Ldl.), sowie das Limodorum altum von Aros 1 und Sims 9, während Limo-
dorum Tankervilliae Ait.) zu Phajus gehört. Die Confusion wird nun immer
größer. Hatte schon JacoQviN?) auch ein Epidendrum als »Limodorum diur-
num« abgebildet, so fügt Prrsoon®) in seiner Ausgabe des Systema Vegeta-
bilium von 1797 zu Arten von Bletia und Calopogon noch solehe von An-
graecum und Dendrobium und bei Swamrz?) 1799 enthält die Gattung
»Limodorum Tournef. Linné« bereits 14 Arten, nämlich zunächst zum ersten
Male wieder TounxEronr's Pflanze als L. abortivum, dann Species von Phajus,
Calanthe, Eulophia, Geodorum, Polyrrhiza, Disa und Epipogon — die Bletia-
Arten dagegen sind ausgeschieden und stehen mit Calopogon (Limodorum
tuberosum L., L. pulchellum Salisb.) unter Cymbidium 9), Swartz’s Limodorum
ist somit ganz verschieden von derselben Gattung bei Lixw& und viel aus-
gedehnter als bei Tourxerort. Noch viel größer ist »Limodorum Sw.« in
der Bearbeitung der Species plantarum von WrLLpgNow!!) 1805. Außer den
eben erwühnten Formen haben jetzt noch Arten von Calypso, Epidendrum,
Angraecum, Vanda, Ceratochilus, Cleisostoma , Saccolabium, Aerides Auf-
nahme gefunden.
Damit ist denn das Maximum der Verwirrung erreicht. Lamarck !?) be-
schränkt 1809 Limodorum auf Calopogon, Bletia und Phajus. Dann scheidet
Swartz !?) 4814 sein L. abortivum als neue Gattung Centrosis aus, während
sich Limodorum namentlich durch die Arbeiten von R. Bnowx und LINDLEY
allmählich in seine einzelnen Bestandteile auflóste. Leider haben dann
LixpLEy 14) und L. C. Ricuanp 15) Limodorum im Sinne von Tourxerort wieder
hergestellt, während naeh den Regeln des Pariser Congresses (Art. 15) jede
‚Pflanzengruppe den ältesten, für sie von Linné adoptierten oder den Namen,
welcher ihr von LixN£ aber später gegeben wurde, tragen soll. Limodorum
L. ist aber, wie oben gezeigt wurde, nicht gleich Limodorum Tourn., Sw.,
Lindl., L. C. Rich.
Es ist also wohl am richtigsten, wenn wir die einzige zu letzterer
Gattung gehörige Pflanze mit ihrem ältesten nachlinnéischen Namen als
Centrosis abortiva Sw. bezeichnen, beziehungsweise, bei Vereinigung von
1) Hortus Kewensis III. 1789. S. 304. 2) Vgl. WaLrEns! Annal. VI. S. 444.
3) Icones plantarum rariorum III, 4783—96. t. 602. 4) Hortus Kewensis Ill. 4789.
8.301, 5) Botanic. Magazine XXIV. 4806. t.930. 6) Hortus Kewensis III, 4789, S. 302,
7) Icones etc. t. 603. 8) C. A. Linné, Systema Vegetabilium ed. Persoon 1797. S. 860,
9) Dianome Epidendri generis. "Act, soc. reg. scient. Upsal. 4799. S. 64. ScHRADER'S
Journal f. Botanik II. S. 228. 10) Ebenda S. 220. 14) Linné, Species plantarum ed.
WinLpENOw IV. 4805. S. 122. 12, Encyclop. méthod. Botan. III. 4809. S. 545.
13) Summa vegetabil. Scandinaviae 1844. S. 32. Vgl. Adnotationes botanic. ed. Wik-
STRÖM S. 52. 14) Orchidearum Sceletos 1826. S, 10, 15) a. a. O. S. 50.
Beiträge zur Systematik der Orchideen, 25
Epipactis und Cephalanthera damit, die betreffende Section Centrosis Sw.
nennen. Keinenfalls aber dürfen wir, wie Kuntze will, hier lauter neue
Limodorum-Arten schaffen. Epipactis und Cephalanthera werden bei Linné
unter Serapias aufgeführt — aber schon Crantz hat 1767 den Namen
Epipactis auf die hierher gehörigen Pflanzen angewandt, zweiundzwanzig
Jahre bevor zum ersten Male Limodorum abortivum geschrieben wurde.
Es hat also Epipactis als der nach 1753 älteste Name zu gelten. Ich möchte
dabei gleich etwaigen Versuchen entgegentreten, nun Limodorum L. für Calo-
pogon oder Bletia herzustellen. Da Liww£ bei der ersten Veröffentlichung
dazu Pflanzen beider Gattungen citiert und seine Diagnose nicht zur Unter-
scheidung derselben hinreicht, da selbst nicht unzweifelhaft ist, was Limo-
dorum tuberosum eigentlich bedeutet, so sollten wir zufrieden sein, diesen
Confusionsnamen definitiv los zu werden.
Kuntze !) hat übrigens bei Calopogon R. Br. eine andere »Rettung« ver-
sucht — er restituiert dafür Helleborine Mart. 1736. Ich will den Leser
nicht damit ermüden, dass ich genauer ausführe, was Helleborine bei den
vorlinnéischen Schriftstellern Alles umfasst hat — die Reihe geht von
Goodyera, Epipactis durch Calopogon und Bletia bis zu Cypripedilum. LINNÉ
hat den vieldeutigen Namen gar nicht aufgenommen; nach 1793 hat ihn
Möncn 1794 für Epipactis palustris R. Br. gebraucht?), ohne damit Anklang
zu finden. Kuntze gräbt ihn jetzt wieder aus, nur ist ihm das seine geringe
Kenntnis der Orchideengattungen beweisende Missgeschick begegnet, dass
er die bei Martyn cent. t. 50 dargestellte Pflanze für Calopogon pulchellus
R. Br. gehalten hat, während sie Bletia verecunda R. Br. ist. Übrigens
citiert bereits WıLLDEnow?) 1805 Manryw's Bild richtig zu letzterer. Damit
erledigen sich wieder einige unnütze KuxrzE'sche Synonyme.
Ebenfalls als Antiquitäten betrachte ich die von Kuxrze!) wieder herge-
stellten Namen Neottia L. für Coralliorrhiza R. Br., Nidus Ludw. für Neottia
im neueren Sinn und Orchioides Trew. für Goodyera R. Br. Linné hat viel-
leicht mit Neottia ursprünglich die heutige Coralliorrhiza gemeint — die
ältesten Stellen, von 1735 und 4737, konnte ich nicht vergleichen. Dass
er in der Flora lapponica) nur diese eine »Neottia« anführt, hat seinen
guten Grund darin, dass N. nidus avis nach Rrıienengach®) überhaupt in
Scandinavien nur bis Gefle vorkommt, somit in Lappland fehlt. In der zu-
sammenfassenden Bearbeitung?) der Orchideen von 1744 hat Neottia L.
folgende Arten: Aceras anthropophora R. Br., Spiranthes autumnalis L. C.
1) Revisio generum ll. S. 665.
2) Methodus plant. hort. Marburg. descript. 41794. S. 715.
3) Species plantarum ed. WiLLpENow 1805. IV. S. 405.
4) Revisio generum II. S. 673 f.
5) a. a. 0. S. 345.
6) Die Orchideen der deutschen Flora 4851. S. 483.
7) Acta soc. reg. scient, Upsaliensis ad ann, 1740 (4744). S. 32.
96 E. Phitzer
Rich., Neottia nidus avis L., Coralliorrhiza innata R. Br. und noch eine
»Neottia radicibus palmatis« aus Groxow’s Flora Virginica. Später hat dann
Liv!) seine sämtlichen Arten von Neottia zu Ophrys gestellt. Dass Lupwie ?)
1737 Nidus avis, also zwei Worte, als Gattungsnamen für Neottia nidus avis
anwandte, beweist nur, dass er noch ganz »vorlinnäisch« schrieb und auch
der Umstand, dass in seiner Ausgabe von Rıyınus’3) posthumen »lcones«,
die keine Jahreszahl haben, da Pnirzrr *) schreibt »circa annum 1760«, ein-
mal Nidus ohne das zweite Wort vorkommt, ändert für mich an der Sache
nichts. Wie die obige Zusammenstellung der Linx#'schen Neottia- Arten
beweist, war die damalige Gattung noch ein wüstes Conglomerat, in wel-
chem Ophrydeen, Neottieen und Liparideen friedlich neben einander standen.
Erst durch L. C. Rıcnarn®) hat Neottia einen vernünftigen Sinn erhalten.
Letzterer bemerkt ausdrücklich: » Neotliae genus propter etymon ita resti-
tuendum censui, ut nidum avis complecteretur. Et eo propensior ad
hanc opinionem factus sum, quod illo sub nomine indiscriminatim congestae
sunt species in plura genera divergentes«. Ich empfehle bei dieser Ge-
legenheit Kuntze Rıcnanv’s lichtvolle Arbeit von 1818 sehr, um sich über die
Unterschiede, von Clinandrium und Caudieula zu orientieren. (Vgl. S. 16).
Orchioides Trew. 9) erledigt sich, wie Kuntze’s »Reformen« bei Neottia
und Coralliorrhiza von selbst, wenn wir 1753 als Ausgangspunkt der
Nomenclatur annehmen; außerdem ist es als Adjectivum unzulässig.
Zum Schluss komme ich noch auf drei Orchideennamen, welche Kuntze
Personen gewidmet hat, ohne aber dabei nach den Regeln des Pariser Gon-
gresses zu verfahren, nach welchen (Art. 27) der von jedem Titel und
jedem Partikel abgesonderte Name mit der Endung a oder ia versehen wird.
Aus diesem Grunde sind ungiltig:
1. Rodrigueziella O. K. (Theodorea Barb. Rodr.) — auf Rodriguezia
kann hier nicht zurückgegangen werden, weil es bei den Orchi-
deen bereits eine Rodriguezia R. Pav. giebt.
2. Sanderella O. K. (Parlatorea Barb. Rodr.). Mit der Änderung
möchte ich hier zuwarten, bis wir wissen, ob Parlatorea Barb.
Rodr. überhaupt sachlich haltbar ist.
3. Sirhookera O. K. (Josephia Wght.).
Gegen letztere monströse Namenbildung hat sich bereits Davpow Jack-
son?) erklärt und ich schließe mich dem an; wir erleben sonst noch eine
Freiherrrichthofenia und eine Amtsgerichtsralschulzia! Sehr charakteristisch
4) Spec. plant. Ed, III. 1764, II. S. 4389 ff.
2) Definitiones generum plantarum 1837.
3) Icones plantar. quae sunt flor. irreg. hexapetalo. t. 7.
^) Thesaurus literat. botan. 1872. S. 265.
5) a. a. O. S, 54, 56.
6) Act. Acad. Leop. Carol. III. 1736. S. 406.
7) Journ. of Botany X XX. 1892, S. 62.
Beiträge zur Systematik ‚ler Orchideen, 27
ist übrigens auch in diesem Specialfall das Verfahren von Kuntze. J. BRITTEN 1
hatte gezeigt, dass Josephia Sal. und Kn. (1809) einige Monate vor Dryandra
R. Br. (1810) veröffentlicht wurde, dass also letzterer Name die Priorität
habe; er hatte aber die neuen »Josephia«-Arten unter den Proteaceen nicht
einzeln benannt. Das holt Kuntze?) jetzt schleunigst nach ; aber er schreibt
nicht etwa Josephia .... ( ) J. Britt., sondern durchweg O. K., denn »eine
Namengebung ohne Namennennung ist ungenügend und illegal, eine con-
tradictio in adjecto«.
Da die Namenänderung von Dryandra R. Br. in Josephia Sal. in der
neuesten Monographie der Proteaceen?) nicht angenommen ist, so haben
die Orchidologen keine Veranlassung, von Josephia Wight abzugehen, einen
Namen wie Sirhookera würde ich außerdem trotz aller persönlichen Ver-
ehrung Sr J. D. Hooker’s niemals gebrauchen.
Auf KuxTzE'sche Reformen in anderen Pflanzenfamilien will ich hier
nicht eingehen, sondern nur noch die Bemerkung anschlieBen, dass ich
Davpow Jackson, Brirron, Greene in der Verurteilung von Namen wie
Ernstafra, Brittonamra, Itoasia, Kinginda, Aregelia, Urbanisol, Pauioma-
gnusia, Lippomüllera, Nebrownia u. s. w. völlig beistimme. Wenn KUNTZE
entgegnet, es seien schon vor ihm etwa 50 solche Monstra gebildet wor-
den, um so schlimmer — aber für den Bestand seiner ähnlichen Namen ist
das ebenso wenig maßgebend, als der Umstand, dass Viele, die ein An-
tragsdeliet begangen haben, frei herumlaufen, weil kein Antrag auf Be-
strafung gestellt wurde, beweist, dass Antragsdeliete überhaupt erlaubt
seien. Der Antrag wird, wie ich hoffe, in allen Füllen von den Mono-
graphen der einzelnen Gruppen gestellt werden. Ich muss übrigens
noch darauf aufmerksam machen, dass Kuntze, so weit ich gesehen habe,
in der ganzen Revisio nicht einen einzigen Namen gebildet hat, welcher
sich auf die Eigenschaften der betreffenden Pflanzen bezieht; alle Namen
KuwTZES sind der »Verewigung« von Personen gewidmet. Ich weiß nicht,
ob Kuntze das Glatteis der Grammatik gescheut hat, für welehe Deutung
seiner Behandlung von Thrixspermum, Cereus, Ceraia, sowie sein in Aus-
sicht gestellter Codex emendatatus (sie!)*) spricht, oder ob sein Ideal ist,
aus der botanischen Nomenelatur überhaupt eine Walhalla zu machen, in
der freilich auch seine Schwäger und Brüder Platz finden — jedenfalls sollte
sich jeder verstündige Botaniker dagegen wehren, dass die Namengebung
der Spielplatz kleinlichster Eitelkeit wird. Ich empfehle namentlich ganz
leichtfertig geschaffene Synonyme, wie die Kuntze’schen Humboldtien u. s. w.
gar nicht zu citieren — das ist der beste Weg, um sie so schnell als
möglich der verdienten Vergessenheit anheim fallen zu lassen.
4) Journ. of Botany XXIV. 4886. S. 296.
2) Revisio generum Il. S. 578.
3) Pflanzenfamilien IIl. 1. S. 454.
4) Bot. Centralbl. LIV. 4893. S. 356.
98 E. Pfitzer.
Ich habe in diesem Aufsatz vielfach einen schärferen Ton angeschlagen,
als man es sonst bei mir gewohnt ist. Wem man aber liest, in welche
Tonart Kuntze in seiner neuerlichen Entgegnung!) sich von Männern zu
sprechen erlaubt, an welche er wissenschaftlich nicht entfernt heranreicht,
so erscheint eine gründliche Abwehr geboten. Sehr ergötzlich finde ich
den Schlusssatz, in dem Kuntze sich bereit erklärt, wie eine Großmacht
mit der gesamten Wissenschaft zu verhandeln und auf einen »Teil seiner
Rechte« zu verzichten. Darauf kommt es gar nicht an, sondern nur darauf,
wieviel die Wissenschaft aus der Revisio dauernd aufnimmt, und das wird
sich historisch und nicht auf der Basis eines Friedensvertrags entwickeln,
IL. Sachliches.
Nachdem ich 1887 zunächst meine Darlegung der Grundsätze gegeben
habe, nach welchen meiner Meinung nach das natürliche System der Orchi-
deen aufzustellen ist, und nachdem dann 1888—89 dieses letztere in aus-
führlicherer Gestalt von mir veröffentlicht worden ist, möchte ich an dieser
Stelle zunächst einige principielle Einwendungen erwähnen, die dagegen
gemacht worden sind, ferner Abänderungen begründen, die sich in der
zweiten genannten Publication gegenüber der ersten finden, drittens einige
neue Beobachtungen mitteilen.
A. Allgemeines.
Kuntze?) hat Bedenken geäußert gegen die Benutzung der Blattknospen-
lage als Merkmal der Gattungen. Ich möchte hierauf zunächst entgegnen,
dass die Verwendung dieses Merkmals sogar zur Abgrenzung der Tribus
doch auch bei angesehenen Systematikern Beifall gefunden hat. So hat
ExcLER?) meine Anordnung der Orchideen in seinen Syllabus unverändert
übernommen; Könnxe®) hat ausdrücklich die Berechtigung meiner Unter-
scheidung ererbter und durch Anpassung erworbener vegetativer Merkmale
anerkannt, und in demselben Sinne äußert sich R. vox Werrsteind). Das
LixNE'sche Dogma, dass Tribus- und Gattungscharaktere lediglich von Blüte
und Frucht genommen werden dürfen, ist eben ein überwundener Stand-
punkt. Sir J. D. Hooxer 5) schreibt neuerdings bei Gelegenheit der Aner-
kennung des wesentlich durch verbreiterte Inflorescenzaxe charakterisierten
Genus Megaclinium Folgendes: »But in Botany, as in other biological sciences,
1) Die Bewegung in der botanischen Nomenclatur vom Ende 1894 bis Mai 4893.
Bot. Centralbl. LIV. 1893. S. 353,
2) Revisio generum II. S. 645.
3) Syllabus der Vorlesungen über systematische und medicinisch-pharmaceutische
Botanik 1892. Gr. A. S. 904 Kl. A. S. 74.
4) Botan. Zeitung XLV. S. 857.
5) Studien u. s. w. 8.7.
6) Botan. Magaz. 1893. T. 7344.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 29
if objective characters, through of little morphological value, which distin-
guish whole groups, are not taken into account in the formation of genera,
of Monocotyledons especially, the result would be a chaotie agglomeration
of forms under a common generic name, Es kann aber keinem Zweifel
unterliegen, dass die duplicative oder convolutive Knospenlage der Laub-
blätter, die sich schon in den ersten Keimungsstadien zeigt, von weit höhe-
rem morphologischem Wert ist, als die Verbreiterung der die Blüten tragen-
den Spindel bei Megaclinium, welche eine ganz späte, vielleicht sogar adap-
tive Bildung ist. Der Umstand, dass der Embryo der Orchideen erst nach der
Keimung den Entwicklungszustand erreicht, welcher bei anderen Pflanzen-
familien schon im reifen Samen vorgefunden wird, kann nicht hindern,
dem Bau des eben zur Differenzierung der Organe gelangten Embryos
nahezu denselben Wert beizulegen, den wir sonst embryologischen Merk-
malen geben. Weiteres über den Wert der Knospenlage werde ich bei
Besprechung der Cypripedilinae anzuführen haben.
Ein zweiter Punkt, auf den ich hier einzugehen habe, ist eine Bemer-
kung R. v. WrrrsrEIN'sS ), welche dahin geht, dass »in der Mehrzahl der
Fälle das Vorkommen bigenerischer Bastarde die Zusammengehörigkeit der
betreffenden Gattungen andeuten dürfte und dass überhaupt dem Vor-
kommen solcher bei systematischen Gruppierungen ein größeres Gewicht
beigelegt werden sollte«. v. Wertstein schränkt freilich diese Bemerkung
selbst ein durch den Hinweis auf eine frühere Veröffentlichung ?), in welcher
er sagt: »dass Ausnahmen von dieser Regel stattfinden, will ich nicht
leugnen, insbesondere scheinen bei den Orchideen »bigenerische Bastarde«
thatsächlich zu existieren, doch jedenfalls ist die Zahl derselben eine sehr
besehrünkte«. Bei Gelegenheit der von ihm vorgenommenen Vereinigung
von Gymnadenia L. C. Rich. und Nigritella L. C. Rich. führt WETTSTEIN ?)
aber doch die Leichtigkeit der Bastardierung mit als einen Grund für diese
Zusammenziehung an.
Ich stimme nun v. WrrrsrziN darin völlig bei, dass die Möglichkeit der
Bastardbillung stets eine nahe Verwandtschaft anzeigt und auch insofern
systematische Bedeutung hat, als durch Hybriden verbundene Gattungen
niemals weit auseinander stehenden Abteilungen des Systems angehören
werden. Dagegen kann ich nicht zugeben, dass eine solche Bastardbildung
als Argument für die Vereinigung von Gattungen angewandt wird — wir
würden sonst zu solchen »chaotischen« Genera gelangen, wie sie Sır J. D.
Hooker an der oben angeführten Stelle charakterisiert hat. Ich glaube,
dass die Gattung noch weniger als die Art ganz objectiven Bestand hat und
1) a. a. O. S. 8.
2) Die Gattungen Erysimum und Cheiranthus. Österr. bot. Zeitschr. 4889. S. 44.
3) Untersuchungen über Nigritella angustifolia Rich. Ber. der deutsch. bot. Ges.
VII. 1892, S. 307.
30 E. Pfitzer.
dass hier in der Abgrenzung auch der Zweekmäßigkeit Rechnung getragen
werden muss. Gattungen mit mehreren hundert Arten sind äußerst un-
bequem und sollten zerlegt werden, wenn sieh irgend Anhaltspunkte für
eine vernünftige Gliederung darbieten.
Nun kennen wir unter den Ophrydinae Bastarde nicht allein innerhalb
der Gruppen der Serapiadeae und Gymnadenieae, sondern auch zwischen
Gattungen beider Gruppen, z. B.
Orchis X Gymnadenia
Orchis X Platanthera
Aceras X< Coeloglossum
Herminium x Gymnadenia !).
Wollten wir den Grundsatz aufstellen, dass die Möglichkeit der Bastardbil-
dung die generische Zusammengehörigkeit beweist, so würden wir somit
unsere europäischen Ophrydinae getrost wieder als Gattung Orchis mit
200 Arten aufführen können — ich glaube nicht, dass das ein Fortschritt
wäre. Uebrigens ist die Thatsache, dass Ophrydinae mit Bursicula Bastarde
bilden mit solehen ohne Bursicula, ein gewichtiger Beweis für meine An-
sicht, dass solche Unterschiede im Bau des Gynostemiums nicht die hohe _
systematische Bedeutung haben, wie REICHENBACH annahm, dass sie vielmehr
wesentlich den Wert einer Anpassung für die Befruchtung haben und
daher hóchstens zur Abgrenzung der Gattungen, nicht aber zur Einteilung
im GroBen verwendbar sind.
Gehen wir zu den aerotonen Orchideen über, so sind Bastarde gezogen
worden bei den Neottiinae zwischen Anoeclochilus Bl., Dossinia Morr., Hae-
maria Lindl. und Macodes Bl. ?), welehe zwar sämtlich der Tribus der Phy-
sureae angehören, in der Bildung der Säule und Narbe aber weit gehende
Verschiedenheiten zeigen.
Bei den Laelünae haben wir Hybriden zwischen Cattleya Lindl. mit
& Pollinien und grubiger Narbe, Laelia Lindl. mit 8 Pollinien und eben-
solchem Stigma und Sophronitis Lindl. mit 8 Pollinien und ganz eigentüm-
lichen, fast freien Narbenlappen?). Daraus folgt wieder, dass die Zahl der
Pollinien und die Gestalt des Stigmas höchstens generischen Werth haben:
aber es würde doch die Uebersichtlichkeit sehr erschweren, wenn wir nun
alle drei Gattungen einfach zusammen werfen wollten.
Bei den Phajinae haben wir Bastarde zwischen Phajus Low., Calanthe
R. Br., Preptanthe Rehb. f., Limatodes Lindl. und Calanthidium Pfitz. ^. Die
Endglieder dieser Reihe sind im Blütenbau so verschieden, dass das hier
durch Vereinigung entstehende Genus ganz polymorph würde. Dabei wissen
4) Bull. de la Soc. bot. de France XXXVII. 4894. S. 157, 158, 352.
2) Roure, on Bigeneric Orchid Hybrids. Journ. Linn. Soc. Bot. XXIV, S. 468.
3) Ebenda S. 164.
4) Ebenda S. 465. Vergl. auch Gardeners Chronicle 1883. 1. S.44, 1884. 1. S. 76.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 31
wir noch gar nicht, ob nicht innerhalb der Gruppe noch in viel weiteren
Grenzen Hybridisation möglich ist.
Ebenso bedenklich wäre die Zusammenziehung von Zygopetalum Hook.
und Colax Lindl., zwischen denen auch ein Bastard gezogen worden ist!)
— die Blüten sind so verschieden, dass Benrnam die letztere Gattung so-
gar zu einer anderen Tribus, zu den Lycastinae stellte.
Immerhin ist noch kein Bastard bekannt zwischen zwei der von mir
aufgestellten Tribus. Wenn bei der Kreuzung von Zygopetalum und Odonto-
glossum, Zygopetalum und Chysis Kapseln erhalten wurden, die aber keinen
keimfähigen Samen enthielten oder deren Samen eine der Stammformen
ergaben ?), so kann dies nicht als eine gelungene Bastardbildung aufgefasst
werden.
Ich befinde mieh übrigens in meiner Auffassung der systematischen
Bedeutung der Hybridisation in Übereinstimmung mit Rorre 3), der sich
ebenfalls bestimmt dagegen ausgesprochen hat, dass die Müglichkeit der
fruchtbaren Kreuzung zwischen Arten zweier Gattungen die Vereinigung
dieser letzteren bedinge.
Vielleicht hat die Ersehwerung, der die Fruchtbildung bei den Or-
chideen in Folge der meist unmöglichen Selbsthefruehtung unterliegt, da-
hin gewirkt, dass in dieser Gruppe innerhalb weiter Grenzen der Pollen
verwandter Formen im Stande ist, das Ei zu weiterer Entwicklung zu be-
fähigen.
B. Bemerkungen über einzelne Gruppen.
1. Cy pripedilinae.
Zunächst einige Worte über die Schreibweise von Cypripedilum u.s. w.
Rorre 4) hat sich dahin ausgesprochen, dass kein genügender Grund für die
orthographische Aenderung vorliege. Nun hat aber Cypripedium entweder
gar keine oder eine sehr hässliche und nicht beabsichtigte Bedeutung.
Wenn die von Verrcn 5) gegebene Ableitung von zóotv (Füßchen, nicht
Schuh) richtig wäre, müsste das Wort Cypripodium heißen — es soll aber
gar nicht »Füßchen der Venus« heißen, sondern Schuh der Venus. Die
Correctur des Namens ist schon 1864 von Ascuersox6) vorgenommen wor-
den, welcher schreibt »Kyrgı<, Beiname der auf Cypern besonders verehrten
Venus, und zsó(Àoy Sandale, Schuh; Calceolus Mariae bei pr L'Onkr,
1j Gard. Chron, 1887. I. S. 765. RoLrkE a. a. O. S. 456, 165.
2) RoLFE a. a. O. S. 459. Vgl. auch Veırcn, On the Hybridisation of Orchids.
Journ, Roy. Hort. Soc. VII. S. 35.
3) a. a. O. S. 467.
4) A Morphological and Systematical Revision of the Apostasieae. Journ. Linn. Soc.
Bot. XXV. 4889. S. 215.
5) Manual of Orchidaceous Plants IV. S. 6.
6) Flora der Provinz Brandenburg 1864. S. 700,
39 E. Pitter,
franzósisch sabot de la vierge, deutsch Frauen- oder Venusschuh,
wegen der an einen Holzschuh (sabot), wie ihn das Landvolk im nord-
westlichen Deutschland ..... und in Frankreich trägt, erinnernden Ge-
stalt der Lippe«. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Linné sagen wollte
»Schuh der Venus« --- wenn er bei der Übersetzung ins Griechische einen
groben Fehler machte, der sich durch die Hinzufügung eines einzigen
Buchstabens verbessern lässt, so sehe ich nicht ein, warum wir diesen
grammatischen Schnitzer sorgfältig conservieren sollen. Übrigens schreibt
auch EnGLer !) neuerdings Cypripedilum.
Doch dies nur nebenher. Wichtiger ist für mich die Widerlegung der
Einwände, welche Rorre ?) gegen die Trennung der Gattungen Cypripedilum
L. und Paphiopedilum Pfitz. erhoben hat. Derselbe schreibt: This so called
genus is based on Reıcnensach’s Section »Acaulia coriifolia of Selenipedium
(Xen. Orchid. I. p. 3) and the section of Coriacea of Cypripedium (Benta. and
Hooker, Gen. Plant. Ill. p. 634), the character relied on being the conni-
vent leaves. Itis a strictly artificial group, as there is nothing in floral struc-
ture to separate it; moreover, it contains species with a three-celled and
with an one-celled ovary, beyond which there is nothing to keep these two
genera, Cypripedium and Selenipedium apart. The species of Paphiopedilum
are tropical, and the difference in the leaf-character is probably due to the
evergreen habit, most of the other species being temperate and deciduous«.
Zur Erläuterung ist es wohl nötig hinzuzufügen, dass Bentuan in den
Genera plantarum folgende Einteilung der Cypripedilinae giebt (S. 634f.):
331. Cypripedium L...... Capsula unilocularis.
1. Foliosae. Folia secus caulem 3—00 alterna, venis prominenti-
bus percursa. Species Americanae, Europaeae vel Asiae
lemperatae.
2. Diphyllae. Folia 2, venis prominentibus percursa vel mem-
branacea. Species temperatae.
3. Coriaceae. Folia ad basin caulis scapiformis 1—92 flori conferta,
coriacea, saepe angusta. Species omnes tropicae Asiaticae
usque ad Borneo extensae.
332. Selenipedium Rchb. f£... ... Capsula trilocularis.
A. Coriaceae. Folia ad basin caulis conferta, coriacea. Species
Americae australis montanae incolae.
2. Foliosae. Folia secus caulem alterna, venis prominentibus
percursa, angusta. Huc 2 species ex Guyana. Habitus ei
Apostasiae accedit.
Rorre nimmt nach dem oben Angeführten an, der einzige Charakter
1) Syllabus der Vorlesungen über specielle und medicinisch - pharmaceutische
Botanik, Gr. Ausg. 1892. S. 90.
3) a. a. O, S. 215,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 33
von Paphiopedilum seien »the connivent leaves«; dieser Unterschied in
den Laubblättern hinge wahrscheinlich davon ab, dass die Paphiopedilum-
Arten tropisch und immergrün, die anderen Formen dagegen aus ge-
mäßigten Zonen und laubabwerfend seien,
Dabei muss »connivent leaves« doch wohl dahin verstanden werden,
dass es bedeutet »in der Knospenlage duplicativ«, denn dieses Merkmal
habe ich angegeben im Gegensatz zu den in der Knospenlage convolutiven
echten Cypripedilum-Arten. Es wird sich also fragen: 1) ist dies Merkmal
überhaupt von systematischem Wert? und 2) hängt es von der Lebensweise
oder der Heimat der Pflanzen ab?
Zur ersten Frage kann ich mich auf Rorrr’s eigene Ausführungen
stützen. Derselbe unterscheidet ganz richtig zwischen »ancestral« und
»adaptive« characters; nur die ersteren hält auch er für systematisch wert-
voll. Rorre fährt fort: »Ancestral characters will sometimes be of one kind,
sometimes of another, but allways easily recognized as those extending
with the greatest uniformity throughout a group and subject to the smallest
amount of variability. Moreover, they are invariably most apparent in
embryonic structures, becoming most masked or obscured in those stages,
where the greatest amount of specialisation is developed«. Nun finde ich
in den größten Gattungen der Orchideen, bei Dendrobium, Epidendrum,
Oncidium, Mazxillaria, Lycaste u. s. w., nicht eine einzige Abweichung hin-
sichtlich der Knospenlage der Laubblätter und ebenso verhalten sich die
großen Tribus der Ophrydinae, Neottiinae, Laeliinae, Pleurothallidinae, Dendro-
binae, Lycastinae, Gongorinae, Bolbophyllinae, Maxillariinae, Cymbidiinae,
Oncidiinae, Sarcanthinae u. s. w., eine jede ist in sich durchaus überein-
stimmend. Ich kenne bei den Orchideen überhaupt bis jetzt nur eine un-
bequeme Ausnahme, insofern bei Coelogyne zwei — übrigens auch ana-
tomisch abweichende Arten — sich der Regel nicht fügen, wie das bei
jedem Merkmal gelegentlich vorkommt. Im großen Ganzen genügt der
Charakter der Laubblattknospenlage vollkommen der Anforderung, durch
große Gruppen constant zu sein, mindestens eben so constant, wie die
lingst als wichtiges systematisches Merkmal anerkannte Knospenlage der
Blütenblätter.
Rorre sagt ferner: ancestral characters are invariably most apparent
in embryonic structures. Ich habe ebenfalls mich dahin ausgesprochen !),
dass »ein Merkmal um so wichtiger ist, je früher es entwicklungsgeschichtlich
hervortritt«, Nun ist aber die Knospenlage der Laubblätter überhaupt das
erste Merkmal, mit welchem sich die Keimlinge der Orchideen von einander
zu unterscheiden anfangen, und es entspricht nach allen bisher vorliegenden
Beobachtungen stets die Knospenlage des ersten Laubblatts derjenigen aller
4) Entwurf einer natürlichen Anordnung der Orchideen. Heidelberg 1887.
S. 4 ff.
„Botanische Jahrbücher. XIX, Bd, 3
34 E. Phitzer,
folgenden Blätter. Speciell sind auch die Keimpflanzen der Paphiopedilum-
Arten sicher duplicativ !).
Dieses Merkmal genügt also den beiden von Rorre gestellten An-
forderungen — es ist äußerst constant und tritt schon in embryonalen
Stadien deutlich hervor.
Es bleibt der zweite Punkt übrig, RoLre’s Vermutung, dass die Differenz
der Knospenlage der Laubblütter von Paphiopedilum und Cypripedilum mit
deren tropischer oder gemäßigter Heimat, sowie mit dem Bleiben und Ab-
fallen der Blätter zusammenhänge. Nun ist wohl verständlich, dass diese
letztere Erscheinung vom Klima bedingt wird, es ist auch zuzugeben, dass
die verschiedene Dicke und Consistenz der Blätter »adaptiv« und damit
systematisch wertlos ist — ich vermag aber nicht einzusehen, wie die Lage,
welche das Blatt vor seiner Entfaltung in der geschlossenen Knospe hat,
damit zusammenhängen soll, ob es später abfällt oder nicht, oder ob die
Pflanze in den Tropen vorkommt oder nicht. Ich habe auch nie gehürt,
dass man die convolutive, imbricative oder valvate Knospenlage der Kron-
blütter davon abhängig gemacht hat, ob die Krone später abfällt oder bleibt,
oder dass Jemand behauptet hätte, tropische Pflanzen hätten in dieser Hin-
sicht ein anderes Verhalten, als solche gemäßigter Zonen. Außerdem lässt
sich die Unabhüngigkeit der Knospenlage der Laubblátter von immergrün oder
laubabwerfend, tropisch oder nicht tropisch gerade bei den Orchideen leicht
erweisen. Die immergrünen Arten von Dendrobium, Eria sind genau so
duplieativ wie die laubabwerfenden Species derselben Gattungen und die
zeitweise blattlosen Lycaste, Anguloa, Calanthe, Catasetum u. s. w. genau
so convolutiv wie die immergrünen nahe verwandten Bifrenaria, Paphinia,
Xylobium u. s. w. Tropische und temperate Neottinae zeigen dieselbe
Knospenlage — zum Überfluss kommen die convolutiven Arten Selenipedilum
Chica Rchb. f. und S. palmifolium (Lindl.) Rchb. f. und auch das convolutive
Cypripedilum Irapeanum Lindl. in Südamerika zusammen mit duplieativen
Paphiopedilen vor —, da dürfte doch das Klima wohl die Unterschiede der
Knospenlage der Laubblätter nicht bedingen.
Endlich ist es überhaupt ein Irrtum, dass die echten Cypripedilum-
Arten laubabwerfend seien — ihre Blätter erfrieren im Winter, aber sie
fallen nicht ab ?).
Rorre behauptet ferner, dass Cypripedilum und Paphiopedilum durch
keine Differenz im Blütenbau geschieden seien. Das ist unrichtig. Bereits
4887 habe ich darauf aufmerksam gemacht?), dass bei Paphiopedilum die
4) H. J. Veircu, The hybridisation of Orchids. Journ. Roy. Hort. Soc. VII. 1886.
PI. II.
2) Grundzüge einer vergleichenden Morphologie der Orchideen. Heidelberg 1882.
S. 138.
3) Untersuchungen über Bau und Entwickelung der Orchideenblüte. PRINGSHEIN’S
Jahrbücher XIX. 4887. S. 165.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 35
Blütenhülle samt der Säule vom Fruchtknoten abfällt, während bei Cypri-
pedilum beides welkend auf der Frucht sich erhält. In meiner Bearbeitung
der Orchideen in den natürlichen Pflanzenfamilien!) ist dies Merkmal mit
gesperrter Schrift hervorgehoben. Da nun der Charakter der bleibenden
und abfallenden Blütenhüllen allgemein als ausreichend anerkannt wird,
um Tribus zu trennen, z. B. um die Ericeae als Unterabteilung der Ericaceae
zu kennzeichnen, so dürfte dieser Unterschied doch wohl zur Gattungs-
trennung hinreichen. Von seinem Bestehen habe ich mich bei sehr zahl-
reichen Arten überzeugt; auch hat ganz neuerdings noch kr 21 darauf
hingewiesen, dass bei den »Cypripedien« der Warmhäuser, d. h. also bei
Paphiopedilum, die Blütenhtlle von der reifenden Frucht abfalle. Übrigens
zeigt schon genaue Betrachtung der Abbildungen reifer Früchte von P. pur-
puratum (Ldl.j, P. Schlimii (Rchb. f.) und P. caudatum (Ldl.) (Rehb. f.)
var. Lindeni Brongn., wie sie Berr?) 1863 gegeben hat, ganz deutlich, dass
Blütenhülle und Sáule abgefallen sind, wührend auf den mir vorliegenden
reifen Früchten von Cypripedilum Calceolus L., C. spectabile L. u. s. w. die
Säule nebst Resten des Perigons noch wohl erhalten vorhanden ist.
Rorre rügt ferner, dass meine Gattung Paphiopedilum zugleich Arten
mit einfächerigem und solche mit dreifücherigem Fruchtknoten enthalten
würde. Er hat wohl übersehen, dass Macnus®) schon 1879 nachwies, dass
der immer als einfächerig bezeichnete Fruchtknoten von P. venustum (Wall.),
P. barbatum (Ldl.) und P. insigne (Wall.) nur in der Mitte wirklich eine
einzige Hóhlung hat, oben und unten dagegen dreifücherig ist. Ich habe
dasselbe bei den indischen Arten P. Bozxallii (Rehb. f.), P. hirsutissimum
(Rehb. f.) und P. villosum (Lindl. beobachtet. Der Fruchtknoten ist am
Grunde und an der Spitze plötzlich verschmälert und in diesen Teilen drei-
fächerig, in der Mitte erweitert er sieh erheblich und dadurch erreichen
die Placenten einander nicht mehr, so dass eine Hóhlung entsteht.
Außerdem habe ich 1887 darauf hingewiesen), dass bei dem ameri-
kanischen P. longifolium (Rchb. f.) die Fächerung des Fruchtknotens eine
ganz späte Erscheinung ist, die noch nicht vollendet ist, wenn die im
Uebrigen vóllig fertigen Staubblütter dureh Umkrümmung ihre definitive
Stellung annehmen. Das sind also unwesentliche Differenzen, welche die
Einheit von Paphiopedilum nicht nennenswert stóren.
Weiter behauptet Rorre, dass Selenipedilum Rchb. f. und Cypripedilum
L. sich ausschließlich durch den drei- oder einfücherigen Fruchtknoten
4) ENGLER u. PnaNTL, Die natürlichen Pflanzenfamilien II. Abt. 6. S. 83.
2) Die Kreuzung der Orchideen. Gartenflora 1892. S. 461,
3) Beitráge zur Morphologie und Biologie der Familie der Orchideen. Wien 1863.
Taf. VII. Fig. 4, 2, 12, 22.
4) Über den eigentümlichen Bau des Fruchtknotens einiger Cypripedien. Sitzber.
d. botan. Vereins f. d. Prov. Brandenburg XXIII. 1879. S. 7.
5) Untersuchungen u. s. w. PniNcsH, Jahrb. VII. S. 464.
36 E. Pfitzer.
unterscheiden »beyond which there is nothing to keep these two genera
aparte. Auch dies ist ein Irrtum. Die ursprüngliche Diagnose, welche
Reicnexgach !) für Selenipedilum gegeben hat, lautet: Omnia Cypripedü, sed
ovarium triloculare trisulcatum trilobumve et semina Vanillae (saltem in
duabus speciebus, forsan in omnibus)« Diese letztere Vermutung hat sich
nicht bestätigt — schon 1863 bildete Berr?) Samen von S. Schlimü Rchb. f.
ab, welche eine eben so lange, dünne Samenschale haben, wie die von
P. barbatum nach der Figur desselben Autors und diejenigen von C. Cal-
ceolus L. nach meinen eigenen Beobachtungen. Die Abbildungen von
Verren 3 zeigen dasselbe. Auch die Dreilappigkeit oder auch nur Drei-
furchung des Fruchtknotens ist bei vielen Selenipedilum-Arten nach Reıcnen-
»acu's Begrenzung, z. B. bei S. longifolium, S. caudatum nicht vorhanden.
Wir erhalten aber auch eine viel natürlichere Gattung, wenn wir Seleni-
pedilum auf die zweite Section B. caulescentia graminifolia beschränken,
auf welche allein Reıcnengacu's Gattungsdiagnose völlig passt. Hier haben
wir einen nicht bloß dreifächerigen, sondern so stark gefurchten Frucht-
knoten, dass die Fücher nur durch eine schmale Mittelsiule zusammen-
hängen. Wir haben ferner rundliche, schwarze Samen mit krustiger Schale,
wie bei Vanilla, und einen ganz eigenartigen Habitus. S. Chica Rchb. f.
und S. palmifolium (Ldl.) Rchb. f., welche mit S. Isabelianum Rodr. allein
diese Gattung bilden, sind 2—5 Meter hohe, aus den oberen Laubblatt-
achseln stark verzweigte Büsche mit, soweit man das ohne Vergleichung
der lebenden Pflanzen beurteilen kann, convolutiver Knospenlage der
dünnen, vielrippigen Blütter. Die Blüten sind viel kleiner und zahlreicher
als bei Paphiopedilum; das Perigon scheint nach Reicnengacn’s Abbildung 4)
auf der reifenden Frucht sich welkend zu erhalten, wodurch diese Gattung
sich, wie im Habitus, näher an Cypripedilum als an Paphiopedilum an-
schließen würde; sie ist wohl diejenige, welche nach allen Richtungen den
Apostasinae am nächsten steht. Auch hier trägt die Kapsel die Reste des
Perigons®) und, wie aus Rorrr’s Abbildung) zu schließen ist, auch der
Säule. Die Samen sind' bei Apostasia?) rund und fast ganz vom Embryo
erfüllt, wie bei Selenipedilum, bei Neuwiedia®) schmal mit viel kleinerem
rundlichem Embryo, wie bei Cypripedilum und Paphiopedilum.
Ich komme nun zum letzten Teil dieser Betrachtungen, zu der Frage,
ob Paphiopedilum, welches die Section Acaulia coriifolia von Selenipedilum
und die Section Coriacea von Cypripedilum zu einer Gattung vereinigt, wie
Rorre meint, »a strictly artificial group« sei. Zunächst dürfte es auch einem
guten Kenner dieser Formen schwer fallen, ohne Untersuchung des Frucht-
knotens die Arten dieser beiden Sectionen von einander zu unterscheiden:
1) Xenia Orchidacea I. 4858, 5. 3. 2) a.a. O. T. II. f. 46; T. III. f. 35. 3)a. a.
O. Pl. II. 4) a. a. O. T. II. f. 2. 5) Rorrk a. a. O. S. 220, 6) Ebenda Taf. 48.
Fig. 8. 7) Ebeuda S, 224. Taf. 48. l'ig. 27. 8) Ebenda S. 220. Taf. 48. Fig. 9.
+
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 37
ich erinnere nur an die asiatischen Arten MA Parishii (Rchb. (LI, P. philip-
pinense (Rchb. f.)2), P. Chamberlainianum (O'Brien) 3), und P. Sande-
rianum (Rchb. f.), welche auf den ersten Blick gewiss für amerikanische,
dem P. longifolium nahe stehende Formen gehalten werden. Ich kann
mich aber auch auf die Ansicht hervorragender Orchideenkenner stützen.
Schon Linpıev*) hat das Bedürfnis empfunden, die duplicativen indischen
Paphiopedilum-Arten (amerikanische kannte man damals noch nicht) von
den echten Cypripedilum generisch abzutrennen; aber es gelang ihm nieht,
ein trennendes Merkmal zu finden. Er schreibt: »There is something in the
habit of the Indian Lady's Slippers so peculiar, that it was for a long time
expected that they would be found to possess characters to separate them
altogether from their associates.« Es kann doch wohl kein besseres Argu-
ment für die Natürlichkeit einer Abgrenzung beigebracht werden, als dass
dieselbe schon gewünscht und erwartet wurde, noch dazu von dem Alt-
meister der Orchideen, LixprEv, ehe man das trennende Merkmnl gefunden
hatte. Was dann die Vereinigung der asiatischen und amerikanischen
Formen mit duplicativer Knospenlage und abfälligem Perigon betrifft, so
hat Reicnexgacn’s Gattung Selenipedilum hauptsächlich deswegen bei be-
währten Orchidologen keinen Anklang gefunden, weil sie diese Gruppen
künstlich trennte. 1864 schreibt J. Bareman®) von P. caricinum (Rehb. f.) :
»It would be a Selenipedium, if Professor RzicugvBAcn's genus of that name
were accepted, but I quite agree with Dr. Lisprry, that no sufficient anse
has yet been made out for any such separation of the South American
species from the rest of the Cypripedia.« Derselbe 6) sagt 1866: »The strong
family ressemblance between such plants as C. laevigatum from the Old
World and C. caudatum from the New makes it exceedingly difficult to
believe they can be essentially different in structure« und Sir W. J. Hooker 7)
äußert 4869 hinsichtlich des asiatischen P. Stonei (Low.) : »Nothing like
this, as far as I know, has ever been received from the Old World ; but it
is evidently allied to a species gathered by Ruiz and Pavon in Peru, C. cau-
datum of Dr. LiNDLEY.«
Auch Brume’) spricht sich gegen die Trennung der amerikanischen und
asiatischen Arten nach den Differenzen im Fruchtknoten aus: »Mihi vero
levius videtur illud discrimen ; nam tantummodo nititur marginibus phyl-
lorum earpellarium involutis inter se connexis axem versus magis pro-
tensis erassioribus, quo fit ut in Orchideis nonnullis ovarium, medio vere
uniloculare, in extremitate sua connexione oophororum parietalium trilo-
culare appareat.« Brume hatte also schon bei anderen Orchideen beob-
achtet, was Maawvs später direct bei den Paphiopedilum-Arten fand.
1) Botan. Magazine. Taf. 5791. 3) Ebenda Taf. 5508. 3) Gardener's
Chronicle XI. 1892, S. 234. — 4) Botanical Register 1842, Taf. 17. Text. 5) Botanical
Magazine. T. 5466. 6) Ebenda T. 5644. 7) Ebenda T. 5349. 8) Flora Javae I.
1858. S. 440.
38 E. Pfitzer.
Noch besser als das Urteib der Kenner ist aber das Experiment und
auch dieses hat zu Gunsten der Vereinigung der asiatischen und ameri-
kanischen duplicativen Formen mit abfälligem Perigon entschieden, inso-
fern es gelungen ist, zwischen ihnen Bastarde zu erhalten. Allerdings ge-
lingt die Kreuzung leichter innerhaib der einen oder innerhalb der anderen
Gruppe, »but«, fährt J. Verrcn!) fort, »one thing ist certain, the threecelled
ovary of the Selenipeds (sect. coriaceae!) offers no impediment to fertilisation
by the pollinia of Cypripeds (sect. coriaceae!) with a one-celled ovary, for
we have plants raised from C. caudatum x C. barbatum and many other
like crosses between other species have yielded seed.« Dagegen hat auch
Rorrz?) bei dem Versuch, die indischen Paphiopedilum-Arten mit echten Cy-
pripedilen zu kreuzen, trotz mehrfacher Wiederholung niemals Erfolg gehabt,
was vollkommen mit meiner Auffassung stimmt, dass diese letzteren viel
weiter von den Paphiopedilum-Arten abstehen, als innerhalb dieser Gattung
die Formen der alten und neuen Welt von einander. Andererseits lassen
sich die Cypripedilum-Arten untereinander kreuzen, wie der neuerdings
beschriebene Bastard C. macranthum >X< Calceolus Barb.?) beweist.
Auch der weiteren Forderung, dass die Gattungen ein möglichst homo-
genes Verbreitungsgebiet haben, wird durch die von mir vertretene Ab-
grenzung der Genera genügt. Danach würden die echten Cypripedilen nur
die gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel bewohnen, mit den südlich-
sten Vertretern in Mexiko, Japan und Nepal. Selenipedilum wäre beschränkt
auf das äquatoriale Amerika, während die Arten von Paphiopedilum über
das tropische und subtropische Asien, die Philippinen, Neu-Guinea und das
westliche und nördliche Südamerika verbreitet wären. Sie teilen diese
letztere Verbreitung mit den Orchideengattungen Calanthe, Microstylis,
Liparis, Bolbophyllum, Corymborchis, Physurus u. A., welche sämtlich in
den wärmeren Gegenden Asiens und Amerikas Vertreter haben. Zu be-
rücksichtigen bleibt dabei noch, dass die unzweifelhaft nächsten Ver-
wandten von Selenipedilum, die Apostasiinae, ausschließlich gerontogäisch sind.
Uropedilum betrachte ich, wie ich schon 1887 erklärte, wie Rorre nur
als eine pelorische Bildung.
Was die Gruppierung der Arten betrifft, so scheinen mir BrNTBAM's
Sectionen von Cypripedilum nicht natürlich. C. guttatum Sw. schlieBt sich
viel näher an die Foliosa an, als an das ganz eigenartige C. japonicum Thunb.
— auch bei C. acaule Ait. sind die beiden Laubblätter in sehr verschie-
dener Hóhe inseriert. Die japanische Abbildung von C. debile Rchb. f.
habe ich nicht vergleichen kónnen: aus seiner Diagnose folgt nicht, dass
4) a. a. O. S. 30.
2) On bigeneric Orchid Hybrids. Journ, Linnean Soc. Botany. XXIV. 4887.
S. 159.
3) Rorre in Gan», Chron. XI. 4892. S. 394,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 39
es sich anders als C. guttatum verhält, dem es nach Reıcnensach am nächsten
steht. Ferner müssen die Arten mit freien paarigen Sepalen eine eigene
Section bilden und auch das viel- und kleinblütige C. californicum A. Gray,
welches an die echten Selenipedilen im Habitus etwas erinnert, ist wohl
besonders zu stellen.
So erhalten wir folgende Übersicht der mir bisher bekannt gewordenen
Arten, in deren Abgrenzung ich Rxrcuewsaca folge, da ich nicht überall
selbst genügendes Material zur Untersuchung hatte.
I.
Il.
Selenipedilum Rchb. Foliorum membranaceorum vernatio convolutiva.
Perigonium marcescens in capsula triloculari, trisulcata trilobave per-
sistens. Semina crustacea Vanillae. America centralis et meridionalis.
4. Selenipedilum Chica Rchb. f. Panama.
2. » palmifolium (Lindl.) Rehb. f. Guyana.
3. ` Isabelianum Rodr. Para.
Cypripedilum L. Foliorum membranaceorum vernatio convolutiva.
Perigonium in capsula uniloculari persistens. Semina non crustacea,
longiuseula, embryone parvo, subrotundo. Regiones temperatae hemi-
sphaerae borealis.
A. Eucypripedilum. Sepala lateralia connata. Labellum subtus non
carinatum.
a. Multiflora. Folia longiora quam lata, alterna. Spica multiflora.
1. Cypripedilum californicum A. Gray. California.
b. Pauciflora. Folia longiora quam lata, alterna. Spica uni- vel
pauciflora.
2. Cypripedilum acaule Sw. America borealis.
3. » Calceolus L. Europa et Asia borealis.
k. » candidum Mchx. America borealis.
5. » cordigerum Don. Nepal.
6. » debile Rchb. f. Japonia.
1 » elegans Rchb. f. Sikkim.
8. » fasciculatum Kell. California.
9. » guttatum Sw. Sibiria, Asia orientalis, Alaschka.
10. » Irapeanum Ll. Lex. Mexico.
nA. » macranthum Sw. Rossia, Sibiria.
12. » montanum Dougl. California.
13. » occidentale S. Wats. California.
14. ] parviflorum Salisb. America borealis.
15. » passerinum Richards. America borealis.
16. » pubescens Willd. America borealis.
17. » spectabile Sm. America borealis, Tibet.
18. » Thunbergii Bl. Japonia.
19. » ventricosum Sw. Rossia, Sibiria.
10
E. Phitzer,
c. Diphylla Benth. em. Sepala lateralia connata. Folia bina latiora
quam longa, subopposita. Spica uni- vel pauciflora.
20. Cypripedilum japonicum Thunb. Japonia, China.
B. Trigonopedilum Franch. Sepala lateralia connata, labellum subtus
carinatum, sectione transversa trigonum.
21. Oypripedilum margaritaceum Franch. China.
G. Arietinum Beck. Sepala lateralia non connata.
32. Cypripedilum arietinum Sw. America borealis, China, Tibet.
23.
»
. plectrochilum Franch. Japonia.
Ill. Paphiopedilum Pfitz.
Foliorum coriaceorum vernatio duplicativa.
Perigonium cum columna deeiduum. Capsula uni- vel trilocularis.
Semina Cypripedili non erustacea. Asia, Australia et America tropicae
vel subtropicae.
A. Goelopedilum. Capsula unilocularis. Gerontogaea.
a. Eremantha. Spica uniflora, rarissime biflora.
a. Tessellata Rchb. f. Folia marmorata.
Paphiopedilum Argus (Rchb. f.). Insulae Philippinae.
[eb
23.
l.
2.
3.
4
»
»
barbatum (Lindl.). Maläcca.
bellatulum (Rchb. f.). Patria?
Bullenianum (Rchb, f.). Borneo (Sec. D. Veitch
P. Hookerae var.).
Burbidgei (Rchb. f.]. Borneo. (Sec. D. Veitch
P. Dayani var.).
callosum (Rchb. f.). Siam vel Cochinchina.
Charlesworthii Rolfe. Patria?
ciliolare (Rehb. f.). Insulae Philippinae.
concolor (Par.). Moulmein.
Curtisii (Rchb. f.). Sumatra.
Dayanum (Rchb. f.). Borneo.
dilectum (Rchb. TL). Patria?
Godefroyae (G. Leb.). Champon.
Hookerae (Rchb. f.). Borneo.
javanicum (Reinw.). Java.
Lawrencianum (Rchb. f.). Borneo.
Mastersianum (Rchb. f.). Insulae Sundaicae.
nigritum (Rchb. f.). Borneo.
niveum (Rehb. f.). Moulmein.
pardinum (Rchb. f.). India orientalis. (Sec.
D. Veitch P. venusti var.).
Petri Rehb. f. Archipel. malay. (Sec. D. Veitch
P. Dayani var.).
purpuratum (Lindl.). Hongkong.
superbiens (Rchb. f.). Malacca.
tO Héi w
cO CU m
[i]
I
»
»
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 41
. Paphiopedilum tonsum (Rchb. f.) Sumatra.
venustum (Wall.). Sylhet.
virens (Rehb. f.) Java. (Sec. D. Veitch P.
'javanici var.).
Boxallii (Rehb. f.). Birma. (Sec. D. Veitch
P. villosi var.).
ß. Viridia. Folia viridia concoloria.
28. Paphiopedilum Drurü (Bedd.). Travancore.
29.
30.
31.
32.
33.
b. Polyantha.
Fairieanum (Lindl.). Bhootan.
hirsutissimum (Lindl.). Assam.
insigne (Wall.). Sylhet.
Spicerianum (Rchb. f.). Assam.
villosum (Lindl.). Moulmein.
Spica multiflora.
34. Paphiopedilum Chamberlainianum (O'Brien). Papua.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
A4.
LS.
46.
»
Elliottianum (O'Brien). Insulae Philippinae.
Gardineri (Guillem.]. Insulae Tobiae.
glanduliferum (Bl.). Java.
Haynaldianum (Rchb. f.). Insulae Philippinae.
Lowii (Lindl.). Borneo.
Parishii (Rehb. f.). Moulmein.
philippinense (Rchb. f.). Insulae Philippinae.
praestans (Rchb. f.). Papua. (Sec. D. Veitch.
\
P. glanduligeri var.).
Robbelenii (Rchb. f.). Insulae Philippinae. (Sec.
D. Veitch P. philippinensis var.).
Rothschildianum (Rchb. f.). Papua.
Sanderianum (Rchb. f.). Archipel. malay.
Stonei (Hook. f.). Borneo.
B. Phragmopedilum. Capsula trilocularis. Neogaea.
47. Paphiopedilum Boissierianum (Rchb. f.). Peruvia.
48.
49.
50.
91.
92.
53.
54.
55.
56.
»
»
caricinum (Lindl.). Bolivia.
caudatum (Lindl.). Peruvia.
Czerwiakowianum (Rchb. f.). Peruvia.
Hincksianum (Rchb. f.). Panama. Sec. D. Veitch
P. longifolii var.).
Klotzschianum (Rchb. f.). Guyana.
Lindleyanum (Schomb.). Roraima.
Harlwegii (Rchb. f.). Ecuador. (Sec. D. Veitch
P. longifolü var.).
longifolium (Rchb. f.). Chiriqui.
reticulatum (Rchb. f.). Ecuador.
42
E. Pfitzer, Beiträge zur Systematik der Orchideen.
57. Paphiopedilum RoezlüRchb. f. (Sec. D. Veitch P. longifolii var.).
98. » Schlimii (Batem.). Columbia.
59. » vitlatum (VellozoJ. Montes Organorum.
60. » Wallisii (Rchb. f.). Peruvia. (Sec. D. Veitch
P. caudati var.)
64. » Warszewiczii (Rchb. f.). Peruvia. (Sec. D.
Veiteh P. caudati var.).
Species mihi non satis notae.
Cypripedilum Atsmori Morr. Japonia.
» bifidum Rafin. America borealis.
» cardiophyllum Franch. Japonia.
» humile Sal. Ameria borealis.
Paphiopedilum? cothurnum (Vell. Brasilia.
» epidendricum (Vell.). Brasilia.
» paulistanum (Rodr.). Brasilia.
» Socco (Vell.). Brasilia.
Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae
additis quibusdam ab aliis eolleetoribus ex iisdem regionibus
allatis determinatae et descriptae. Compositae.
Auctore
G. Hieronymus.
4. Vernonia huairacajana Hieron. n. sp.
CGritoniopsis arbuscula vel frutex, ramulis dense brunneo-
tomentosis; foliis breviter petiolatis (petiolo e. 4—5 mm longo), alternis,
oblongo-lanceolatis, apice obtusis, erenulatis, chartaceis, serobiculato-
bullosis, supra parce pilosulis, denique glabrescentibus, subtus dense
brunneo-tomentosis, majoribus 41/,—5 em longis, 44—12 mm latis; capitulis
10—42-floris, copiosis, arcte glomeratis, in paniculam corymbosam magnam
dispositis; involucri 40—142 mm longi, turbinati squamis 7—8-seriatis
circiter 30, brunneis, apice ferrugineis, ciliatis, dorso parce tomentosis,
interioribus caducis, lanceolato-linearibus, 7 mm longis, 1!/; mm latis,
acutiusculis, exterioribus sensim abbreviatis, ovato-lanceolatis vel ovatis,
obtusiuseulis, extimis brevissimis, subtriangulari- ovatis, dorso densius
tomentosis; achaeniis parce glandulis minutis obsitis, 2!/,—3 mm longis,
turbinatis; pappi setis interioribus ex involucro breviter exsertis, albidis,
apice dilatatis, c. 6 mm longis, exterioribus interdum sublutescentibus, c.
11/2 mm longis; corollis pappi setas interiores subaequantibus vel paulo
superantibus.
Species affinis V. suaveolenti Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV.
p. 30 (38), a qua differt foliis angustioribus obtusis, capitulis majoribus,
involucri squamis dorso subtomentosis margineque abundanter et longius-
cule ciliatis, affinis quoque V. baccharoidi Kth. in H. B., Nov. gen. et
spec. IV. p. 32 (40) et V. discolori Less. in Linnaea 1829. p. 274, 18314.
p. 649.
Arbor vel frutex usque ad 5 m altus, foliis obscure lutescenti-viridibus, floribus
lilacinis ex schedula cl. LEHMANNI.
Ecuador: crescit in fruticetis regionis supremae montium prope
Páramo de Huaira-caja Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2600
—3000 m (n. 4692). — Floret mense Octobri.
44 G. Hieronymus,
2. V. Cotoneaster Less. in Linnaea 1829. p. 298; 1831. p. 663. —
var. angustifolia Hieron. nov, var.
A forma typica differt foliis lanceolatis minoribus (majoribus quae ex-
stant c. 4 em longis, 12—14 mm latis), obsolete denticulatis, basi attenuatis.
Fruticulus ramosus, usque ad 50 cm altus, foliis glaucis, floribus pallide violaceis.
Golumbia: crescit in fruticetis apertis prope Dolores, prov. Tolima,
alt. s. m. 800—1600 m (n. 7430). — Floret mense Aprili.
3. V. mierantha Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 29 (37); syn.
V. canescens D micrantha Less. in Linnaea 1834. p. 637.
Fruticulus usque ad 4 m altus, foliis asperulis, glaucis, floribus lilaceis.
Golumbia: erescit in fruticetis apertis prope urbem Popayan, alt.
s. m. 1600—1800 m (n. 6133). — Floret mense Junio.
4. V. Lehmanni Hieron. n. sp.
V. e sectione Lepidaploarum scorpioidearum verarum suffruti-
cosa, ramis tenuibus griseo-puberulis, striato-angulatis; foliis breviter
petiolatis (petiolo 3—4 mm longo), lanceolatis (majoribus 129—143 em longis,
21/—3 em latis) longiuscule acuminatis vel supremis subacutis, inte-
gerrimis, membranaceo-chartaceis, supra reticulato-nervosis, pilis brevibus
parce obsitis vel demum glabrescentibus, subtus parce pilosis, margine
revolutis, punctis minutissimis s. glandulis lucidis obsitis; capitulis parvulis,
e. 6 mm longis, 15—920-floris, copiose scorpioideo-paniculatis, subaccumulatis
vel lateralibus segregatis, ebracteatis, sessilibus vel brevissime pedicellatis,
involueri squamis 5—6-seriatis c. 25, interioribus subligulatis, lanceolatis
(&—5 mm longis, 4 mm latis), exterioribus ovato-lanceolatis vel ovatis,
sensim decrescentibus, omnibus subglaucis, saepe violascentibus, ciliatis,
dorso parce pubescentibus vel glabrescentibus, obtusiusculis, uninerviis
nervo producto cuspidato-mucronulatis; achaeniis dense pilosis, pappi albidi
setis interioribus c. A mm longis, exterioribus vix 4 mm longis quam in-
teriores latioribus, corollis pappi setas interiores subaequantibus.
Species affinis V. Polyanthidi Less. in Linnaea 1831. p. 634 et
V. frangulaefoliae Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 29 (37).
Frutex ramis tenuibus, dense ramosis, usque ad 8 m longis, foliis obscure glaucis,
foribus obscure violaceis.
Columbia: crescit ad margines silvarum densarum prope Pacho prov.
Cundinamarca, alt. s. m. 4600—2200 m (n. 7482). — Floret mense Januario.
5. Ageratum conyzoides L. spec. 1175. — var. inaequipalea-
ceum Hieron. nov. var.
Differt a forma typica paleis achaenii omnibus (5) brevibus, obtusis
apice laceratis vel plerumque una excepta brevibus, inaequalibus.
Herba ramosa usque ad 70 cm alta, floribus albis.
Columbia: crescit prope Popayan, alt. s. m. 4500—2000 m (n. 4666).
— Floret mensibus Octobri — Martio.
6. Stevia glutinosa Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 116 (148).
Frutex usque 4l/g m altus, floribus carneo-albidis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 45
Columbia: crescit in fruticetis supra Popayan sitis, alt. s. m. 1700
—2500 m (n. 4727). — Floret mensibus Januario — Martio.
7. Eupatorium conyzoides Vahl Symb. HII. p. 96. — var. à incanum
Baker in Flora Bras. VI. 2. p. 278.
Frutex usque ad 4 m altus, foliis dilute viridibus, floribus lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum »savanas« dietorum apertis
prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1700—2200 m (n. 7494). —
Floret mense Januario.
var. pauciflorum Baker in Flora Bras. VI. 2. p. 278.
Frutex ramis tenuibus, ramosis, usque ad 5m longis, foliis lutescenti-viridibus,
floribus pallide lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarea, alt.
s. m. 4500—2000 m (n. 7475). — Floret mense Januario.
8. E. tolimense Hieron. n. sp.
Imbricatum (Osmia) fruticosum ramis angulatis glabris; foliis mem-
branaceis, longiuscule petiolatis (petiolo 2—5 em longo), cordato-ovatis vel
ovatis, basi eordatis vel rotundatis, apice longiuscule acuminatis (laminis
foliorum majorum 8—10 em longis, 4—6 cm latis), excepto apice et ima basi
serrato-dentatis, subtriplinerviis (nervis lateralibus duobus paulo supra basin
laminae ortis, quam ceteri validioribus), supra subnitentibus, glabrescen-
tibus, subtus pallidioribus, parce puberulis deinde glabrescentibus ; capitulis
8—9-floris, copiose corymbosis, 6 mm longis, 2 mm latis, breviter pedicellatis
vel sessilibus, c. 6—10 in glomerulum conjunctis (glomerulis peduneulatis,
pedunculis pubescentibus); involucri squamis 6—7-seriatis, stramineis ;
distincte obscurius striatis, minute ciliatis, dorso glabris, c. 4 mm latis ;
achaeniis 2 mm longis, paree pilosis, pappi setis c. 25, c. 3 mm longis;
eorolla pappo aequilonga; styli ramis gracillimis, demum 2 mm exsertis.
Frutex usque ad 3 m altus ligno molli, floribus dilute violaceo- coeruleis, fra-
grantibus.
Columbia: erescit in fruticetis densis prope Dolores, prov. Tolima,
alt. s. m. 4400—1800 m (n. 7487). — Floret Martio.
9. E. Schiedeanum Schrad., Ind. sem. hort. Gótting. 1832 p. 3. —
var. B virgatum DC., Prodr. V. p. 159.
Herba ramis tenuibus, usque 6 m longis, ramosis, foliis lutescenti-viridibus, flori-
bus dilute lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarca,
alt. s. m. 4600—2200 m (n. 7496). — Floret mense Januario.
10. E. urticifolium L. fil. suppl. 354.
Columbia: crescit in fruticetis apertis camporum savanas dictorum
prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4200—1600 m (n. 7486). — Floret
mense Martio.
41. Mikania Ruiziana Poepp. et Endl., Nov. gen. et spec. pl. Chil. HI.
p. 93. — var. Lehmanniana llieron. nov. var.
46 G. Hieronymus.
Differt a forma typica ramis minus dense villosis, bracteis involucri
squamas paulo excedentibus.
Herba perennis volubilis, caulibus tenuibus, usque ad 10 m longis, foliis lutescenti-
viridibus supra parce, subtus densius hirsutis, floribus virescenti-albidis, fragrantibus.
Columbia: erescit in fruticetis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m.
1000—1800 m (n. 7483). — Floret mense Martio.
12. M. Lehmanni llieron. n. sp.!).
M. e sectione Il. Mikaniarum corymbosarum volubilium (Baker
in Flora Brasil. VI. 2. p. 228) scandens ramis teretibus (c. 4 mm diam.),
rufo-hirsutis vel subtomentosis, demum glabrescentibus, foliis petiolatis
(petiolis crassis, canaliculatis, dorso parce hirsuto-pilosis, 8— 10 mm longis),
ovatis, integris, apice breviter acuminatis, basi subrotundatis vel attenuatis
(laminis maximorum 6—7 em longis, 3!/—4 em latis), subcoriaceis, rigi-
dulis, utrinque subopacis vel supra subnitidulis, penninerviis [nervis
primariis ascendentibus, venulis crebris reticulatis, subtus leviter promi-
nentibus), supra glabrescentibus, subtus parce pilosis; capitulis copiose
corymboso-paniculatis (paniculis c. 40—20 cm longis, 7—8 em latis, ramis
erecto-patentibus, rufo-pubescentibus, infimis basi bracteis foliaceis suffultis),
ad apiees ramulorum glomeratis, sessilibus basi bracteis suffultis; bracteis
linearibus, subhirsutis vel glabrescentibus, c. 2 mm longis; involucri squa-
mis c. 5 mm longis, 41/4 mm latis, ligulato-linearibus, obtusiusculis, apice
ciliatis, ceterum glabris, in sicco fuscescentibus, margine pallidioribus ;
achaeniis subeylindricis, pubescentibus; pappi setis c. 35, gracilibus, sub-
rubellis, 5 mm longis; corolla pappi setas subaequante, limbo anguste in-
fundibulari, tubo limbum subaequante.
Species affinis Mikaniae Pohlianae Schultz-Bip. (ap. Baker in Flora
Bras. VI. 2. p. 232 n. 27).
Frutex volubilis ramis subtenuibus, usque ad 4 m longis, foliis lutescenti-viridibus,
floribus virescenti-albidis, fragrantibus. .
Columbia: crescit in silvis densis alti planiciei Santa Rosa, prov. An-
tioquia, alt. s. m. 2000—2600 m (n. 7478). — Floret mense Octobri.
13. M. vitifolia DC., Prodr. V. p. 202. n. 109.
Herba ramis furcato-ramosis, usque ad 40 m longis, tenuibus, foliis obscure viri-
dibus, floribus virescenti-albidis, fragrantibus.
Columbia: crescit frequenter in fruticetis apertis prope Frontino, prov.
Antioquia, alt. s. m. 4000—1700 m (n. 7243). — Floret menso Augusto.
14. M. scandens (L.) Willd., Sp. pl. Ill. 4743. — var. cy nanchi-
folia Baker in Flora Bras. VI. 9. p. 249.
Herba volubilis scandens, ramis usque ad 40 m longis, floribus lutescenti-albidis.
1) Sollte von einem zukünftigen botanischen Congresse auch für so bekannte und
große Gattungen wie Mikania Willd., die von O. Kuntze aus der alten Litteratur her-
vorgesuchten ülteren Gattungsnamen in Zukunft zu gebrauchen beschlossen werden, so
müsste die oben beschriebene Art Willoughbya Lehmanni Hieron, genannt werden.
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 47
Ecuador: creseit in fruticetis ` apertis marginum paludum aqua
marina invasis in ora maris prope Naranjal sitarum (n. 4886). — Floret
mense. Novembri.
var. hirsuta Hieron. nov. var.
Differt a forma typica foliis utrinque parce hirsutis.
Herba volubilis scandens, ramis usque ad 40 m longis, floribus virescenti-albidis.
Columbia: crescit in fruticetis apertis in valle Cauca prope Cali et
Quilichao, alt. s. m. 1000—4300 m (n. 4888). — Floret mense Julio.
45. M. corymbulosa Benth., Plant. Hartw. 1475. — var. lojana
Hieron. nov. var.
Differt a forma typica ramis fusco-velutinis, foliis chartaceis, subquin-
quenerviis, rotundato-cordatis vel ovato-cordatis, obtusis, subintegris vel
obsolete crenatis (laminis in specimine usque 21/3 em longis, 21: cm latis)
petiolis erassiuseulis, involucro breviore vix 4 em longo, achaeniis 4 mm
longis, pappi setis quam in forma typica brevioribus 5 mm longis, rubellis.
An melius species propria? Affinis M. cordifoliae (L.) Willd. (spec.
pl. III. 1746).
Herba volubilis scandens, ramis tenuibus usque ad 4 m longis, floribus flavescentibus.
Ecuador: crescit in fruticetis densis in declivibus occidentalibus
Andium orientalium, prov. Loja, alt. 2800—3000 m (n. 4883). — Floret
mensa Novembri.
16. M. chagalensis Hieron. n. sp. !)
M. e sectione III Mikaniarum spicato-racemosarum (Baker in
Flora Brasil. VI. 2. p. 263) volubilis, scandens, ramis teretibus (c. 2!/; mm
erassis in specimine), striatis, puberulis, demum glabrescentibus; foliis
oppositis, petiolatis (petiolis erassiuseulis, canaliculatis, 2—91!/, em longis),
ovato-oblongis apice acuminatis, basi rotundatis subinaequalibus, integris
vel obscure distanter calloso-dentieulatis, margine subrevoluto subtus parce
puberulis vel utrinque glabrescentibus, pinnatinerviis, subquinquenervatis
(nervis 4 lateralibus subalternantibus quam ceteri erassioribus, usque ad
apicem ascendentibus longe arcuatis, 2 paulo supra basin, 2 circiter 1 —
11/5 em altius egredientibus), venis subparallelis transversis, venulis inter
venas reticulatis, utrinque prominulis ; capitulis sessilibus, copiose spicatis,
spicis pluribus conglomeratis, glomerulis oppositis longiuscule peduncu-
latis, pedunculis patentibus pubescentibus basi saepius spica brevi simpli-
ciuscula pedunculata et reflexa ornatis, bractea lineari c. 7 mm longa suf-
fultis, panicula terminali (in specimine c. 2 dm longa); eapitulis sessilibus,
bracteola lineari c. 4—11/ mm longa fultis, involucri paleis lingulatis,
31/, mm longis, ?/, mm latis, apice ciliatis, dorso parce pubescentibus vel
glabrescentibus, fuscescentibus, margine pallidiore; achaeniis turbinato-
cylindraceis, 11/; mm longis, glabris; pappi setis c. 35, subrubellis, 15/, mm
4) Mikania chagalensis = Willoughbya chagalensis s. Anm. p. 46.
48 G. llieronymus,
longis; corolla pappi setas subaequante ; limbo anguste infundibulari ; tubo
duplo longiore; laciniis lineari-subulatis.
Species proxime affinis Mikaniae decorae Poepp. et Endl. (Nov.
gen. et spec. Ill. 53) a qua praecipue capitulis sessilibus spicisque densis
differt.
Suffrutex scandens, ramis usque ad 8 m longis, floribus virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Chagal in declivibus
mediis oceidentalibus Andium oceidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2000
—2500 m (n. 4887). — Floret mense Julio et Augusto.
17. M. psilostachya DC., Prodr. V. p. 190 n. 25.
Suffrutex volubilis scandens ramis tenuibus usque ad 10 m longis, floribus vire-
scenti-albidis, fragrantissimis.
Columbia: crescit in fruticetis montium Montaña de Mismis prope
Anserma vieja, prov. Cauca, alt. s. m. 1800 — 2300 m (n. 7495). -— Floret
mense Augusto.
18. Laestadia rupestris Benth., Plant. Hartweg. 203.
Fruticulus floribus rubello-albidis.
Columbia: crescit locis humidis prope La Laguna, Páramo de Gua-
näcas, Dep. Cauca, alt. s. m. 3000—3500 m (n. 4561). — Floret mense
Martio.
19. Aster marginatus Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 71 (94).
Herba perennis foliis glaucis, floribus albidis.
Columbia: crescit in Páramo de Guanácas, prov. Popayán, alt. s.
m. 3000—3300 m (n. 4705). — Semper floret. o
20. Diplostephium lavandulifolium Kth. in H. B., Nov. gen. et spec.
IV. p. 76 (97), t. 335.
Frutex ramosissimus, usque ad 2 m altus, floribus albidis, saepius lilacino-albidis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de
Quinua Andium oecidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3300 —3500 m
(n. 4608).
21. D. Schultzii Wedd., Chlor. and. I. 204. ex descriptione; var.
Lehmanniana Hieron. nov. var.
Fruticulus dense ramosus, usque ad 3 m altus, foliis usque ad (ie cm
longis, 5—6 mm latis, supra subnitentibus, subaveniis, glabris, subtus dense
canescenti-tomentellis, vel subrubello-tomentosis; capitulis c. 5 mm longis,
peduneulatis (pedunculo usque ad 5 mm longo), involucri squamis interiori-
bus lineari-lanceolatis, 41/, mm longis, vix 4 min latis, dorso praecipue infra
apicem plus minus canescenti-tomentellis, apice apiculatis, saepius purpu-
rascentibus, denticulatis, exterioribus sensim deerescentibus, achaeniis
(immaturis) vix 4 mm longis, minute glandulosis, pappi setis excepta basi
lutescenti-albida purpurascentibus, 4 mm longis. Differt a forma typica
praecipue foliis supra glabrescentibus.
Columbia: crescit in regione suprema fruticetorum in Páramo de
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 49
Guanácas, prov. Popayan, alt. s. m. 3000—3500 m (n. 4893). — Floret
mense Januario. '
22. Erigeron pellitum (Kth.) Wedd., Chl. and. I. 190 p. p. 1) syn.
Aster pellitus Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. 71 (91).
Forma typica e specimine originali et descriptione cl. Kunthii 1. c.,
foliis c. 6—9 em longis, 4—6 mm latis, supra glabris, obscure viridibus
nitentibusque, subtus dense incano-tomentosis, capitulis mediocribus diam.
c. 11/; em, corolla floseulorum femineorum e. 7 mm longa, (tubo vix 3 mm,
ligula 4—41/, mm longa), floseulorum hermaphroditorum 4 mm longa (tubo
superne in limbum ampliato c. 3 mm longo, laciniis vix 1 mm longis).
Flores e schedula cl. Lehmanni pallide seu albescenti-coerulei, quod verisimiliter
solummodo ad flores ligulatos femineos se refert, quia in descriptione citata flores ligu-
lati albi, flores tubulosi autem flavi dicuntur,
Columbia: crescit locis uliginosis in Páramo de Guanácas prov.
Popayan, alt. s. m. 2300—3500 m (n. 6399), — Semper floret.
23. E. Lehmanni Hieron. nov. spee.
E. rhizomate crassiusculo, obliquo, reliquiis vaginarum vestito, lanu-
ginoso, folioso; foliis radicalibus, lineari-lanceolatis, subacutis vel obtusi-
useulis, basi in petiolum angustatis, integerrimis, margine revolutis uni-
nerviis, (nervo subtus prominente), coriaceis, supra glabris, subnitentibus et
viridibus, subtus albido- vel lutescenti-albido-lanatis, petiolo incluso 3—8 em
longis, 3—4 mm latis; petiolis vaginatis, vagina 2—4 mm lata, dense lana
sericea subfuscescente obsita; caulibus erectis seapiformibus, simplicibus,
unifloris, parce sericeo-pilosis, bracteatis (bracteis parce albido-pilosis vel
glabrescentibus, linearibus, c. 10—12 mm longis, c. ! mm latis, muero-
nulatis); capitulis quam in Erigeronti pellito paulo minoribus; involucris
subsemiglobosis; involucri squamis c. 30 subaequalibus, linearibus, acutis,
c. 4 cm longis, 4 mm latis, exterioribus paucis brevioribus, omnibus glabris,
apice ` purpurascentibus (?), subdenticulatis; floseulis crebris; corolla
flosculorum femineorum e. 5—6 mm longa, ligula anguste lineari 21/9 —
3 mm longa, tubo subaequilongo; floseulis hermaphroditis /sterilibus ?) vix
3 mm longis, tubo superne dilatato c. 2 mm, laciniis vix 4 min longis;
pappi setis subrubellis c. 3 mm longis; achaeniis apice paulo contractis
c. 2!/ mm longis, parce sericeo-pilosis.
Species affinis Erigeronti pellito (Kth.) Wedd. p. p. nee non E.
repenti (Kth.) Wedd., inter ea quasi intermedia et fortasse hybrida.
Flores e schedula cl. Lehmanni albi, quod verisimiliter solummodo ad flores
ligulatos se refert.
Ecuador: crescit locis uliginosis Andium orientalium prov. Loja, alt.
s. m. 3000—3300 m (n. 4904). — Floret mense Novembri.
24. E. repens (Kth.) Wedd., Chlor. and I. p. 194.
Flores albi e schedula cl. Lehmanni.
1) A cl. WEDDELLIO altera species capitulis multo majoribus, aliisque notis differens,
cui nomen E. Weddelianum impositum sit, sub nomine citato mixta est.
Dotanische Jahrbücher. XiX. Bd. . 4
50 G. Hieronymus.
Ecuador: crescit locis uliginosis Andium orientalium pr. Loja, alt. s.
m. 3000—3300 m (n. 4902). — Floret mensibus Octobri-Novembri.
95. E. erocifolium (Kth.) Wedd., Chlor. and. I. p. IM.
Loco non indicato (n. 4599).
26. Baccharis Moritziana Hieron. n. sp.
B. e sectione I. Trinervatarum (DC., Prodr. V. p. 399) fruticosa,
ramis teretibus, sulcatis, hirsuto-tomentosis; foliis petiolatis (petiolo3—4 mm
longo, hirsuto-tomentoso) , laminis ovatis vel ovato-elliptieis, acutis vel sub-
acuminatis, mucrone calloso apiculatis, integerrimis, utrinque sparse hirsutis,
winervatis (nervis utrinque densius hirsutis, subtus prominulis, binis latera-
libus fere e basi egredientibus, longe arcuatis), membranaceis; maximis in
specimine Moritziano 6 cm longis, fere 4 cm latis, in specimine Lehmanniano
c. 4 em longis, 2 em latis; inflorescentia thyrsoideo-paniculata; pedunculis
hirsuto-tomentosis, secus ramulos axillaribus, in specimine femineo capitula
3—7, in specimine masculo 3—5 gerentibus; capitulis in specimine femi-
nino brevius quam in specimine masculo pedicellatis vel supremis subsessi-
libus, c. 35-floris; squamis interioribus c. 5 mm longis, vix 4 mm latis,
lineari-lanceolatis, exterioribus sensim decrescentibus, ovato-oblongis vel
ovatis, omnibus acuminatis, ciliatis, dorso parce puberulis, virescentibus,
margine substramineo-pallidis; florum femineorum corollis c. 1!/; mm
longis, stylis c. 4 mm longis; achaeniis admodum immaturis, pilosulis; pappi
setis c. 4 mm longis, pallide subviolaceo-rubellis; in specimine masculo capi-
tulis longius pedicellatis (pedicellis usque ad 4 mm longis, hirto-puberulis)
c. 95-floris; involucri squamis quam in capitulis femineis brevioribus
(majoribus vix 3 mm longis), ovato-oblongis vel ovatis, ceterum iis florum
femineorum similibus; corollis c. 3 mm longis; pappi pilis corollam aequan-
tibus vel paulo ea brevioribus, pallide subviolaceo-rubellis.
Species affinis B. trichocladae DC. (Prodr. V. p. 400 n. 8), differt
foliis manifeste petiolatis, supra subtusque hirsuto-pilosis et patria.
Frutex usque 5 m altus ramis tenuibus, foliis glaucis et »floribus lilacinis« e sche-
dula cl. Lenmansı, quod verisimiliter ad pappi colorem se refert.
Venezuela: prope urbem Merida (leg. Morırz n. 1362); ubi floret
mense Januario. — Columbia: crescit in fruticetis apertis prope Popayan
alt. 1500—2000 m s. m., unde floret mense Junio et Julio (n. 4882).
27. B. riparia Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 51 (65).
Frutex usque ad 4 m altus, ramosus, foliis glaucis saepius fuscescentibus, floribus
virescenti-albidis.
Ecuador: crescit frequentissime in altiplanitie prope urbem Quito,
alt. s. m. 2500—3200 m. — Nomen vernaculum Quitensium »Chilca«
(n. 4665 specimen masculum).
28. B. humifusa Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 37 (48)
tab. 322.
Frutex ramosus ramis decumbentibus, floribus lutescenti- vel virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in summis montibus Andium occidentalium prov.
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. öl
Cuenca, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi semper floret (n. 4569 specimen
femineum).
29. B. loxensis Bentb., Plant. Hartwegianae p. 135 n. 764.
Frutex viscosus usque ad 2 m altus, foliis usque ad 31!/; em longis,
2 cm latis, apice rotundatis vel subemarginatis, glaucis; capitulis maseulis
c. 18—20-floris ovoideis, 5 mm longis, ad apices peduneulorum 2—4 con-
gestis, breviter pedicellatis vel subsessilibus, corymbosis, involucri squamis
lato-ovatis vel interioribus oblongo-linearibus, obtusiusculis, margine sca-
riosis, albido-ciliato-fimbriatis, dorso apice viridi-maculatis, corolla c.31/mm
longa, pappi setis paucis tenuibus sordide albidis, parte inferiore crispis.
Species proxime affinis B. sinuatae Kth. (in H. B., Nov. gen. et sp.
IV. p. 42 [53], a qua differt foliis haud lobulatis capitulisque minoribus,
squamis involucri interioribus brevioribus, et B. halimimorphae DC.
(Prodr. V. p. 411), quae foliis subtrinerviis, parce dentatis nec non involucro
differt.
Ecuador: crescit in fruticetis prope Oña, prov. Cuenca, alt. s. m.
1800—2200 m, ubi floret mense Novembri (n. 4899).
30. B. quitensis Kth in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 44 (57).
Frutex usque ad 3 m altus.
Species affinis B. venulosae DC. (Prodr. V. p. 421), quae capitulis
minoribus et B. brachylaenoidi DC. (Prodr. V. p. 421), quae foliorum
textura et involucris differt.
Ecuador: frequentissime occurrit inter fruticeta prope Loja, alt. s. m.
2000—2400 m (n. 4891 specimen femineum).
31. Loricaria (Tafalla) microphylla (Wedd.) Hieron.; syn. Lori-
caria stenophylla y mierophylla Wedd., Chlor. and. I. p. 165.
Frutex ramosissimus, ramis tenuibus; foliis distichis imbricatis sub-
equitantibus, vel inferioribus liberis, a latere visis linearibus et vix ?/, mm
latis, 3 mm longis, acutiusculis subobtuse carinatis, extus praeter parlem
dimidiam inferiorem carinae glabris nitidisque, hic et intus cinereo- vel
subflavescenti-tomentosis; capitulis masculis in ramulis terminalibus, soli-
tariis, 3—5-floris; involucri squamis 6—8, subaequalibus, glabris, ligulatis,
3 mm longis, ?/, mm latis, parte inferiore fuscis, superiore scariosis, pallide
stramineis, apice fusco-maculatis, obtusis, brevissime mucronulatis, corollis
c. 25/, mm longis, tubulosis, tubo apice subampliato vix 2 mm longo, pappi
setis c. 3 mm longis, sordide albidis, apice inerassatis, fuscescentibus.
Frutex usque ad 70 cm altus, foliis glaucis e schedula cl. LEHMANNI.
Ecuador: crescit in summis montibus Andium orientalium prov. Loja,
alt. s. m. 3200—3600 m, ubi floret mense Novembri (n. 4890 specimen
masculum).
32. Lueilia Lehmanni Hieron. n. sp.
Lucilia perennis, caespitosa, rhizomate sublignoso ramosissimo, ramis
brevibus radicantibus, caulibus ipsis ascendentibus valde abbreviatis; foliis
A
52 (1. Hieronymus.
spathulatis, planis, obtusissimis, 1—11/; em longis, (spathula c. 2 mm lata),
utrinque dense albido-tomentosis, persistentibus vetustate glabrescentibus;
capitulis solitariis sessilibus, ovoideo-globosis, 8—9 mm longis et fere latis;
involucri squamis exterioribus obovato-rotundatis, c. 2 mm longis latisque,
mediis subspathulatis sensim aecrescentibus, interioribus maximis ligulato-
linearibus, 7 mm longis, 1?/, mm latis, omnibus obtusis, basi plus minus
scariosis, parte superiore punctis subviolaceo-fuscis eonspersis, fuscescenti-
bus; floribus hermaphroditis 5, corolla tubulosa c. Ais mm longa in sicco
fusca, pappi setis albidis capillaceis, suberispis; floribus femineis c. 70— 80,
corolla filiformi c. 5 mm longa, pappi setis capillaceis albidis, corollam paulo
superantibus, vix erispulis, achaeniis c. 4 mm longis, sericeo-pilosis.
Species Luciliae violaceae (Wedd., Chlor. and. I. 155) necnon
L. conoideae (Wedd. l. e. 454) proxime affinis, ab utraque differt in-
volueri squamis omnibus obtusis.
Species dense caespilosa, pulvinos extensos formans, foliis subargenteo - albidis,
floribus lutescenti- seu virescenti-albidis.
Ecuador: crescit locis lapidoso-arenosis in Páramo del Cajas Andium
oceidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3600—4200 m (n. 4649).
33. Gnaphalium columbianum Hieron. n. sp.
Gamochaeta herbacea annua, unicaulis, caule erecto, simplici ad-
presse sericeo-arachnoideo, usque ad apicem folioso, foliis subradicalibus
magis coaretatis subrosulatisque, caulinis c. 4—1 '/ em distantibus lineari-
spathulatis, subacuminatis, apice mucronatis, usque ad 2!/, em longis, medio
partis supremae 2!/,—3 mm latis, deorsum attenuatis, basi denique in
vaginam paulo dilatatis, utrinque, sed subtus densius, albido-sericeo-
arachnoideis, inferioribus vetustate supra subglabrescentibus; capitulis 2 in
glomerulos axillares, spicam terminalem continuam vel basi interruplam et
foliatam (foliolis sursum decrescentibus, bracteaeformibus, linearibus) fin-
gentes digestis; involucri squamis 15—48; exterioribus ovatis, longiuscule
acuminatis, fuscescentibus, basi interdum violascentibus; interioribuslineari-
lanceolatis vel linearibus, 4 mm longis, acutis, parte inferiore albido-vires-
centibus, margine pallidioribus scariosis, apice macula rhomboidea fusca
notatis; floribus femineis 25—30, corolla 2?/, mm longa, achaeniis glabris,
floribus masculis ?—3, corolla paulo breviore.
Species proxime affinis G. purpureo L. (sp. 1200), G. spicato Lam.
(dict. 2. p. 757), G. falcato (Lam. dict. 2. p. 758) etc., sed species
optime distinguenda involucri squamis acuminatis vel acutis et habitu.
Herba caule usque ad 30 cm alto, floribus lutescenti-albidis.
Columbia: crescit in Páramo de Guanácas, prov. Popayan, alt. s. m.
3000—3400 m, ubi floret mense Augusto (n. 5232).
34. Desmanthodium Trianae Hieron. n. sp.
Herba (perennis?) erecta elata, ramis subangulatis hirsutis, foliis
superioribus (inferiora desunt) petiolatis (petiolis in specimine 1—4!/; em
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 53
longis); laminis ovato-lanceolatis vel late ovatis, acuminatis(lamina folii maximi
in specimine 18 em longa, 12 em lata, summorum foliorum minore), excepta
basi subrotundata vel in petiolum attenuata inaequaliter serrato- dentatis,
supra viridibus, scabris (nervis hirtis), rugosis, subtus pallidioribus, dense
hirtis, subtrinerviis (nervis 2 lateralibus c. 4 cm supra basim egredientibus,
longe arcuatis, ceterum pinnatinerviis, inter nervos laterales reticulato-
venosis, nervis venisque supra plus minus impressis); capitulorum glomerulis
depresso - globosis, simplicibus vel e glomerulis 3 partialibus sessilibus
compositis, c. 1—411/5 cm diametro, in panicula lata trichotoma c. 10—15;
capitulis in glomerulo numerosis, sessilibus, c. 4 mm longis, involucri
squamis c. 7; exterioribus 3—4, ovatis, 3 mm longis, 1!/; mm latis, quinque-
nervatis; interioribus subligulatis angustioribus, subaequilongis; omnibus
glabris, ciliatis, scariosis, stramineis, apice obtusis, fuscescentibus; floribus
femineis 5, basi involucri squamis interioribus adnatis, 1?/; mm longis,
limbo 4-dentato, dentibus dorso pilosulis, achaenio apice dense piloso; flori-
bus hermaphroditis 7, subpedicellatis (pedicello seu achaenio rudimentario
dense piloso), tubo infundibuliformi striis quinque subfuscis ornato c. 2 mm
longo, limbi laeiniis !/ mm longis, elongato-triangularibus, dorso pilosulis.
Columbia: loco non accuratius indicato legit J. Trıana (n. 4317).
35. Espeletia corymbosa Humb. et Bonpl., Plant. aequin. II. p. 16.
t. 72; Nov. gen. et spec. IV. p. 221 (281).
Herba perennis caule usque ad 3 m alto, foliis lana lutescenti- albida vestitis et
succum viridi-album resinosum continentibus, floribus luteis.
Columbia: crescit locis uliginosis undique in altiplanitie prope Santa
Rosa, prov. Antioquia, alt. s. m. 2700—3400 m, unde floret mense Sep-
tembri— Novembri. Nomen vernaculum Frailejon (n. 7488).
36. Polymnia riparia Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 222 (282).
Caulis usque ad 3 m altus, ramosus; flores lutei.
Columbia: crescit in fruticetis prope Popayan, alt. s. m. 1600
— 2200 m, ubi floret mense Martio (n. 4549).
37. P. glabrata DC., Prodr. V. p. 515.
Suffrutex usque ad 8 m altus, floribus luteis,
Ecuador: crescit in fruticetis prope Chagál declivium oceidentalium
mediorum Andium occidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2000—2600 m,
ubi floret mense Julio et Augusto (n. 4895).
38. Melampodium camphoratum Baker in Flora brasil. VI. 3. p.164. n.3.
Herba annua floribus luteis.
Columbia: crescit frequentissime in campis montanis, lapidosis prope
Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4200—1700 m, ubi floret mense Februario
et Martio (n. 7473).
39. Enhydra Anagallis Gardn., Fl. bras. VI. 3. 169. n. 3.
Ecuador: in paludibus, aqua marina invasis prope Naranjal (u. 6679).
54 G, Hieronymus.
40. Gymnolomia tenella Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 174
(218). tab. 373.
Herba caulibus decumbentibus, foliis scabris, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum in
regione cursus superioris fluminis Rio Dagua, prov. Cauca, alt. s. m. 4500
—1800 m, ubi semper floret (n. 4940).
41. Eriocoma (Montanoa) Lehmanni Hieron. n. sp.
Suffrutex, ramis ad apices pubescentibus, angulatis; foliis oppositis
petiolatis (petiolis usque ad Bit: em longis), supremis subtriangularibus,
inferioribus subquinqueangularibus, angulis inferioribus rotundatis, vel late
subrotundato-triangularibus, basi truncatis vel subcordatis, sed saepius
in peliolum breviter et abrupte decurrentibus et hic interdum auriculatis,
subquinquenerviis (nervis 2 paulo supra basim egredientibus, mox bifur-
catis), inter angulos subsinuatis, apice acutis vel breviter acuminatis, supra
parce, subtus densius pubescentibus; corymbis laxis, ramis bractea lineari
vel foliacea subtriangulari fultis, capitulis longe pedicellatis (pedicellis
glanduloso- puberulis, in specimine fructifero usque ad 4 cm longis); in-
volucri squamis biseriatis, oblongis (c. 3 mm longis, 4 mm latis) dorso pube-
rulis apice obtusis vel acutiusculis breviterque mueronulatis; floribus
neutris radii 4—5, ligulis obtusiusculis, obscure denticulatis e. A em longis,
3—31/, mm latis, tubulo vix 4 mm longo; floribus disci c. 25—30, c. 3 mm
longis (tubo brevi vix ! mm longo, limbo campanulato c. 2 mm longo, bre-
viter quinquefido); achaeniis glabris; receptaculi paleis demum auctis
achaenia includentibus, scariosis, carinatis complicatisque, a latere visis
oblique obovatis et 5 mm latis, c. 1 cm longis, apice emarginato in spinulam
incurvam productis, margine ciliato- denticulatis.
Suffrutex arborescens usque ad 5 m altus, foliis glaucis, floribus albidis.
Columbia: crescit in fruticetis marginalibus silvarum densarum
prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1700—99200 m, ubi floret
mense Januario (n. 7480).
42. Eleutheranthera ruderalis Schultz-Bip.-in Bot. Zeitg. 1866.
p. 165. Flores lutei.
Columbia: crescit locis humidis prope Popayan, alt. s. m. 1700
— 2200 m, ubi semper floret (n. 4909).
43. Encelia fruticulosa (Spreng.); syn. Hopkirkia fruticulosa
Spreng., Syst. III. p. 444.
Suffrutex usque ad 2 m altus, foliis glaucis, floribus virescenti-luteis.
Columbia: crescit in lapidosis in Boqueron del Dagua, prov. Cauca,
alt. s. m. 500— 1200 m, ubi floret mense Julio — Augusto (n. 4740).
44. Verbesina helianthoides Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV.
p. 160 (204) ex descriptione.
Folium maximum in specimine incluso petiolo 24 cm longum, 9 em
latum.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 55
Herba maxima arborescens usque 5 m alta, trunco crasso diametro usque ad 30 cm,
foliis pallide glaucis, floribus albidis.
Columbia: erescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarca,
alt. s. m. 4500—2000 m, ubi floret mense Januario (n. 7481).
45. Dahlia Lehmanni Hieron. n. sp.
Herba altissima ramis cavis, teretibus, striatis, glaucis; foliis mem-
branaceis, glaueis, utrinque sparse pilosulis, petiolatis, superioribus
(inferiora desunt) semel profunde pinnatipartitis, 4—3 -jugis (maximo in
specimine c. 29 cm longo, incluso petiolo 6 cm longo), foliolis jugorum
sessilibus, lanceolato-ovatis, basi rotundatis, subinaequalibus, apice longius-
cule caudato-acuminatis, excepta basi et acumine grosse crenato-serratis,
dentibus utrinque 10—12 (foliolis maximis in specimine c. 9 cm longis,
3'/, cm latis); foliolis paris infimi interdum bifidis scilicet foliolo parvo basi
adnato ,quasi auriculatis; foliolo terminali magnitudine foliola parium in-
feriorum aequante, basi acuto, ovato-lanceolato, cum foliolis paris supremi
adnato; foliolis exceptis paris infimi decurrentibus, rachi angustissime
alata (ala infra par supremum foliorum 4—2 mm lata, deorsum vix 1 mm
lata); capitulis pedunculatis (pedunculis axillaribus vel in ramulis terminali-
bus, usque ad 8 cm longis, axillaribus basi bracteis simplicibus lanceolatis
sessilibus s. tripartitis fultis), squamis foliaceis involucri exterioris 5
(raro 6) reflexis vel subpatulis, glabris, erassiusculis spathulato-lanceolatis
apice acutiusculis, c. 40—12 mm longis, 3 mm parte superiore latis; squamis
involucri interioris 8, biserialibus, ovato-oblongis, c. 2 cm longis, 6—7 mm
latis, apice obtuso et margine membranaceo-scariosis basi incrassatis, multi-
nerviis, glabris; ligulis 8 neutris obovatis, apice rotundato brevissime
acuminatis scilicet unidentatis, 3—4 em longis, 1!/,—2'!/; em latis, multi-
nerviis (usque ad c. 30 nervis subparallelis), nervis tribus crassioribus;
florum ligulatorum tubo c. 5 mm longo, infundibuliformi, floribus herma-
phroditis numerosis, tubo e. 21/; mm longo, limbo campanulato-cylindraceo,
apice 5-dentato, c. 6 mm longo, achaeniis admodum immaturis, glabris.
Herba e schedula cl. Lehmanni usque ad 4 m alta, caule brachii crassitudine,
floribus ligulatis radii lilacino-albidis, disci luteis.
Columbia: crescit locis, qui urbi Popayan cireumjacent, alt. s. m.
1600—1800 m (n. 4894).
46. Cosmos caudatus Kth. in H. B., Nov. gen. IV. p. 188 (240).
Herba caulibus ramosis usque ad 41/o cm alta, foliis obscure-viridibus, ligulis roseis.
Columbia: crescit prope Cerrito in valle Cauca, alt. s. m. 1000 m,
ubi floret Junio— Julio (n. 7491).
47. Bidens Coreopsidis DC., Prodr. V. $999. n. 32.
Suffrutex usque ad 3 m altus, floribus aureis.
Columbia: crescit in declivis oceidentalibus prope Páramo de Gua-
näcas, prov. Popayan, alt. s. m. 2800—3000 m, ubi floret mense Martio
(n. 4703).
56 6. Hieronymus,
48. Calea trichotoma J. Donnell Smith in Coult., Botan.Gaz. XIII. 299.
Frutex usque ad 2 m altus, foliis glaucis, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum prope
Agancha, prov. Popayan, alt. s. m. 1000— 1500 m, ubi floret mense
Septembri— Octobri (n. 4885).
49. C. pachensis Hieron. n. sp.
C. scandens, ramis tenuibus, teretibus, hirtis (pilis articulatis), demum
pilis abruptis scabriusculis; foliis oppositis sessilibus, ovatis, basi rotun-
datis vel subcordatis, apice longiuscule caudato-acuminatis, obsolete vel
manifeste parte superiore excepto apice paucidentatis, inter dentes mucro-
natos subsinuatis, utrinque sparse hirtis, pilorum basi inerassata pilisque
abruptis demum supra scabriusculis, subtrinerviis (nervis ? paulo supra
basim egredientibus, longiuscule arcuatis); corymbis laxis; capitulis in
genere mediocribus, discoideis; supremis 2—3 subsessilibus vel solitariis
peduneulatis (pedunculis usque ad 41/, em longis, basi bracteola elongato-
triangulari vel sublanceolata, usque ad 8 mm longa suffultis); involucris
oblongo-ovoideis; involucri squamis e. 10, exterioribus ovatis, subacutis,
interioribus oblongis (c. 6 mm longis, 41/, mm latis), obtusiusculis, omnibus
scariosis, substramineis, fusco-striatis, multinerviis, apice subfuscis, glabris,
ciliatis; receptaculi subplani squamis linearibus, complicatis, scariosis, mar-
gine hyalinis, c. 7 mm longis; floribus omnibus hermaphroditis, tubulosis
c. 25—30 ; corolla c. 5 mm longa incluso tubo vix 11/ mm longo, limbo
cylindraceo-campanulato, apice breviter 5-fido; pappi paleis e. 20, anguste
linearibus, longe acuminatis, ciliatis, maximis 6 mm longis; achaeniis 2 mm
longis, elongato-turbinatis, sparse pilosis.
Species Caleae caracasanae (Kth.) (syn. Allocarpus caraca-
sanus Kth. in H. B., Nov. Gen. et sp. IV. p. 229 (294). t. 405 proxime
affinis, sed floribus ligulatis caret.
Caulibus usque ad 3 m longis, ramosis, foliis lutescenti-viridibus, floribus luteis
limbo supremo rubellis.
Columbia: crescit in fruticetis densis prope Pacho, prov. Cundina-
marca, alt. s. m. 4600—2000 m, ubi floret mense Januario (n. 7492).
50. C. angosturana Hieron n. sp.
C. scandens ramis tenuibus, teretibus, substriatis, glabris; foliis oppo-
sitis, petiolatis (petiolis !/—11!/, em longis, canaliculatis, subtortuosis)
laminis ovato-lanceolatis vel lanceolatis, apice longiuscule aeuminatis, basi
acutis, (foliorum maximorum 10—12 cm longis, 3—3!/, latis), integris vel
remote paucidentatis (dentibus mucronato-callosis), membranaceis, nitidis,
penninerviis (nervis & lateralibus e parte inferiore nervi medii egredien-
tibus, quam ceteri robustioribus, longiuscule arcuatis), inter nervos late-
rales reticulato-venosis; corymbis laxis; capitulis in genere mediocribus,
discoideis, 2—3 apice ramulorum sessilibus vel solitariis pedunculatisque
pedunculis usque ad 1!/, em longis, basi bracteola lineari vel sublanceo-
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 57
lata suffultis); involucris oblongo-ovoideis, involucri squamis c. 15—20,
ovatis vel oblongo-ovatis, subacutis, excepto margine ciliato glabris, sca-
riosis, luteo-fuscescentibus, tristriatis, striis obscure. fuscis; maximis in-
terioribus c. 6 mm longis, 2 mm latis; receptaculi subconici squamis com-
plicatis, scariosis, apice lacerato-trifidis, luteo-fuscescentibus, 6 mm longis ;
floribus c. 10—12 omnibus hermaphroditis, tubulosis, corolla c. 4!/ mm
longa incluso tubo c. 1!/; mm longo limbo, eylindraceo paulo ampliato,
apice quinquefido; pappi paleis deciduis, c. 15—20 anguste linearibus,
longe acuminatis, albidis, subhyalinis, minute dentieulatis; maximis 5 mm
longis; achaeniis (immaturis) I mm longis, elongato-turbinatis, glabris.
Species Caleae solidagineae Kth. (H. B., Nov. gen. et spee. IV.
p. [295]. t. 407) affinis, differt foliis et achaeniis glabris etc.
Suffrutex scandens ramis usque 5 m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus
aureis.
Columbia: crescit in fruticetis densis prope Angostura, prov. Antio-
quia, alt. s. m. 1500—1700 m, ubi floret mense Decembri (n. 7479).
51. C. tolimana Hieron. n. sp.
Leontophthalmum fruticosum, parce ramosum, ramis subteretibus,
(diametro 2—4 mm), infra nodos subcomplanatis, sulcato-striatis, hirsutis,
erectis vel areuatis basique subdecumbentibus; foliis oppositis petiolatis
(petiolis 3—5 mm longis, eanaliculatis), laminis ovatis vel subellipticis, basi
rotundatis, apice obtusis vel brevissime apiculato-acuminatis (maximis in
specimine 40 em longis, 6'/, cm latis), margine subrevoluto remote cre-
nato-serratis, chartaceis, utrinque scabris, penninerviis (nervis lateralibus
longiuscule arcuatis et inter nervos laterales reticulato-venosis, nervis
venisque parce hirsutis subtus prominentibus, supra prominulis); inflores-
centia cymosa, cymis axillaribus vel terminalibus, e paucis capitulis com-
positis; eapitulis in genere majoribus, heterogamis, radiatis, pedunculis
hirtellis basi bracteolis subfoliaceis, spathulatis et hirtellis fultis; involucri
squamis c. 20—25, extremis foliaceis, ovatis vel ovato-oblongis usque
6 mm longis; intermediis ovato-rotundatis, vix 5 mm longis, A mm latis:
interioribus oblongo-ligulatis, 8——9 mm longis, c. 2 mm latis; omnibus
obtusis, glabris, fuscescentibus, basi induratis, subcoriaceis, margine et apice
scariosis, ciliatis; receptaculi convexi squamis complicatis, scariosis apice
lacerato-trifidis, fuscescentibus, e. 5 mm longis; floribus radii femineis ligu-
latis c. 4—8, ligulis patentibus c. 9—10 mm longis, 41/ mm latis, quinque-
nerviis, tubulo c. 3 mm longo; floribus hermaphroditis tubulosis c. 25—50,
c. 51/,—6 mm longis, tubulo 1!/,—2 mm longo, limbo 31/5—4 mm longo,
cylindraceo, apice breviter quinquefido; pappi paleis c. 22— 93, basi con-
natis, persistentibus, anguste linearibus, longe acuminatis, parce et minute
denticulatis, subrubellis, subaequilongis, c. 4!/ mm longis; achaeniis
elongato-turbinatis, c. 2!/ mm longis, parce hirtellis.
Species foliis Caleae prunifoliae Kunth (in H. B., Nov. gen. et
53 G. Hieronymus.
spec. IV. p. 231 (294]. t. 406) similis, proxime affinis Caleae robustae
Britton. (Enum. of the Plants collected by Dr. H. H. Russy in South
America in Bullet. of the Torrey Bot. Club XIX. p. 154 [separat. 416] ex
specimine in Plant. Boliv. a MiavEL Bans lectis n. 1423), quae foliis subtus
nervo medio excepto glabris, foveolato-punctulatis gaudet.
Frutex usque ad 4 m altus, parce ramosus, foliis obscure viridibus, floribus
luteis.
Columbia: erescit in fruticetis apertis prope Dolores, prov. Tolima,
alt. s. m. 4000—1600 m, ubi floret Martio (n. 7497).
52. C. Trianae Hieron. n. sp.
Leontophthalmum fruticosum ramis furcato-divaricatis, infra nodos
subcomplanatis, obscure sulcato-striatis, hirtello- pubescentibus; foliis
oppositis breviter petiolatis (petiolis 3 mm longis, eanalieulatis, hirtello-
pubescentibus); laminis ovato-oblongis vel sublanceolatis, basi subrotun-
datis vel subaeutis, apice obtusiusculis vel acutis, mueronulatis, (maximis
in speeiminibus 5!/,—6 cm longis, 2—2!/, em latis), margine subrevoluto
subintegris vel excepta basi subremote crenato-serratis, chartaceis, supra
scabriuseulis, subtus subtomentoso-pubescentibus, subtrinervatis (nervis
lateralibus 2 paulo supra basim egredientibus robustioribus, longiuscule
areuatis), inter nervum medium et laterales duo robustiores subpinnato-
reticulatis, nervis venisque subtus prominentibus; capitulis in genere
majoribus, solitariis, terminalibus vel axillaribus, longe peduneulatis (pe-
duneulis teretibus, pubescentibus, 4—6 cm longis), heterogamis, radiatis;
involucri bracteis extremis foliaceis 4, ovato-lanceolatis, subaequalibus,
411/,—1!/; cm longis, 5—7 mm latis, interioribus c. 25—30, basi sub-
induratis, apice et margine scariosis, parce ciliatis, glabris, subhyalinis, rufes-
centibus, ovato-oblongis vel oblongis, obtusiuseulis, 8—9 mm longis,
3—4 mm latis, intimis linearibus, subacutis, usque ad 4 em longis, vix 4 mm
latis; receptaculi convexi subglobosi squamis complicatis, linearibus, 4—6
mm longis, apice trifidis, scariosis, subfuscescentibus; floribus radii femi-
neis ligulatisque c. 46—20, ligulis patentibus, oblongis, apice subintegris
vel denticulatis 5—7, striato-nervatis, c. 8 mm longis, 2 mm latis, tubulo
vix 2 mm longo; floribus hermaphroditis tubulosis 4—5 mm longis, tubulo
vix 11/; mm longo, limbo eylindraceo apice paulo ampliato, breviter 5-fido,
c. 3 mm longo; pappi paleis c. 15, anguste linearibus, 4—8 mm longis, sub-
stramineo-albidis, margine minute ciliato-denticulatis; achaeniis (imma-
turis) elongato-turbinatis, 2!/; mm longis, glabris.
Frutex usque 11/ m altus, ramis furcato-divaricatis, foliis lutescenti-viridibus,
floribus aureis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum prope
Pacho, Prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1400—1800 m, ubi floret mense
Januario (n. 7344); loco accuratius non indicato leg. Triana (n. 1414).
53. Tridax procumbens L., Spec. ed. I. p. 900.
Herba foliis glaucis, floribus flavis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae, 99
Columbia: crescit in lapidosis in Boqueron del Dagua, prov. Cauca,
alt. s. m. 500—1000 m, ubi floret mense Julio (n. 4713).
54, Tagetes pusilla Kth. in H.B., nov. gen. et spec. IV. p. 152 (194).
Differt a T. foeniculacea Poepp., Pl. peruv. n. 26 (DC., Prodr. V.
p. 646) pappi paleis 5 basi connatis, omnibus aristatis, achaeniis brevioribus
c. 9 mm longis et habitu, a T. congesta Hook. et Arn. (Bot. Beech. voy.
299), specie proxime affini mexicana differt capitulis c. 15—16-floris, flori-
bus 4—2 radii ligulatis brevioribus, 14 tubulosis disci brevioribus, limbo
subampliato, et pappo.
Herba caule parce vel dense ramoso, ramis divaricatis, floribus pallide flavis.
Columbia: crescit frequentissime in pratis altiplaniciei prope Santa
Rosa, prov. Antioquia, alt. s. m. 2000—2600 m, ubi floret mense Novembri
(n. 7474); loco accuratius non indicato leg. Triana (n. 1403).
55. T. caracasana Willd., Sp. pl. IIl. p. 2128; Kunta in H. B.,
Nov. gen. et spec. IV. p. 155 e specimine in Herb. Willdenow n. 16117.
Herba usque ad 4!/; m alta, caulibus ramosis, ramis striato-angulatis,
glabris; foliis glabris, sessilibus, profunde pinnatifidis, subpinnatis, 8—10-
jugis, ambitu late lanceolatis, foliolis oppositis alternisve, decurrentibus,
rhachi angustissime alata, lanceolatis vel lineari-Janceolatis (maximis 2 cm
longis, 4 mm latis), basi et apice acutis, excepta basi subremote et argute
serratis (dentibus mucronatis), glandulis immersis ornatis; foliolis infimis
brevibus reductis, stipuliformibus (serraturis angustissimis, filiformibus,
paucis) foliis supremis pedunculos fulerantibus foliolis infimis foliorum
celerorum simillimis; pedunculis apice ramorum paucis subcorymbosis,
nudis, e. 4À—6 em longis; involucris campanulato-cylindrieis, c. 44—13 mm
longis, apice 5 dentatis (dentibus triangularibus), glandulis striiformibus
ornatis, glabris; floribus 27—30; floribus femineis nullis vel 4, ligula
brevis c. 2 mm longa; floribus ceteris hermaphroditis tubulosis, corollis
e. 5 mm longis, limbo paulo ampliato apice 5-fido; pappi paleis 5, sub-
coriaceis, stramineis, 4 concretis obtusis, quinta sublibera longiore, acumi-
nata, c. 21/ mm longa: achaeniis glabris, eylindraceis, 5—6 mm longis.
Species adhuc male cognita proxime affinis T. tenuifoliae Cav.
(icon. Il. p. 54. t. 169), differt foliolis argutius serratis et floribus bre-
vioribus, nullisque ligulatis rarisve, ligulis et achaeniis brevioribus.
Herba fragrans, usque 41/3 m alta, foliis obscure lutescenti-viridibus, floribus
flavis,
Columbia: crescit in fruticetis prope Popayan, alt. s. m. 1500
—2200 m, ubi floret mense Martio—Aprili (n. 7597). — Venezuela:
prope Caracas ubi floret mense Januario leg. cl. Moritz (n. 53).
96. Porophyllum jorullense Cass., Dict. 43. p. 57.
Suffrutex usque ad ! m altus, foliis nigrescenti-viridibus, floribus flavo-viridibus.
Columbia: crescit in lapidosis aridis in Boqueron del Dagua, prov.
Cauca, alt. s. m. 500—141000 m, ubi floret mense Julio.
60 G. Hieronymus.
57. Peetis elongata Kunth in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 206
(262). t. 392.
Herba caule subsimplice vel basi ramoso usque ad 50 cm alta, floribus flavis,
Columbia: crescit in campis sabanas dictis prope Honda et Rio
Guarino, ubi floret mense Aprili (n. 7348).
Var. divaricata Hieron. nov. var.
Differt a forma typica ramulis inflorescentiae cymosae divaricatis
elongatis, pedunculis capitulorum longioribus usque 3 em longis 2—3
bracteolatis, involucri squamis paulo brevioribus, e 4 mm longis, ob-
tusiusculis.
Herba caulibus usque ad 11/5 m altis, floribus flavis.
Columbia: erescit in campis sabanas dictis prope Patico ad flumen
Rio Paez, prov. Cauca et Tolima, alt. s. m. 1000—1500 m, ubi floret Martio
(n. 4769).
Forma inter var. divaricatam et formam typieam intermedia
ramulis divaricatis sed involucri squamis acutiusculis 4—5 mm longis iis
formae typicae similibus exstat e Venezuela et Guiana.
Venezuela: leg. LawsmsERG; locis lapidosis prope Upata ubi floret
Novembri leg. Orro (n. 981), prope Chacao, Carácas, alt. s. m. 1650 m, ubi
floret Martio leg. Orro (n. 585) et in graminetis planiciei Mesa prope Merida
ubi floret mense Novembri leg. Monirz (n. 1426). — Guiana anglica:
in campis sabanas dictis locis aridis, ubi floret mense Octobri leg. cl.
R. Scnowsuneu (n. 837), prope Pirara leg. idem (n. 722), locis accuratius
non indicatis leg. idem (n. 184 et 1003).
58. Liabum ecuadoriense Hieron. n. sp.
Andromachia fruticosa, ramis parce arachnoideo-puberulis, angulatis;
foliis oppositis, petiolatis; petiolis 1!/,—9!/; cm longis canaliculatis basi
vaginatis, supra arachnoideis, subtus puberulis; laminis ovato - oblongis,
(maximis 10 em longis, 4 em latis), basi rotundatis, subinaequalibus, apice
acutis vel subacuminatis, remote mucronato-denticulatis, pinnato-nervatis,
inter nervos laterales reticulato-venosis, supra glabris, subrugoso-bullatis,
subtus cinereo-arachnoideo-tomentosis, nervo medio lateralibusque sub-
glabrescentibus; corymbis terminalibus, ramosissimis, ramulis peduneulis-
que arachnoideis; capitulis parvis magnitudine capitulorum Liabi soli-
daginei (Kth.) Less., subhemisphaericis; squamis c. 40—50, 4—5-seriatis,
exterioribus triangulari-ovatis dorso arachnoideis, fuscis, interioribus,
elongato-ovatis, glabrescentibus, basi pallidioribus apice fuscis, quam ex-
teriores angustioribus, maximis 2!/; mm longis, vix 4 mm latis; floribus c.
25—35; radii ligulatis femineis paucis (5— 6), uniseriatis, corolla 5 mm longa,
tubulo vix 4 mm longo, ligula ovato-oblonga 4 mm longa, 1!/; mm lata, apice
subintegra vel bidentata, striato-nervata; disci hermaphroditis regularibus
tubulosis c. 4 mm longis, limbo vix ampliato apice profunde 5-fido; achaeniis
vix 4 mm longis, turbinatis, parce pilosis; pappi setis c. 25 lutescentibus,
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 61
apice subincrassatis, maximis 3 mm longis, exterioribus paucis bre-
vioribus.
Species Liabo verbascifolio (Kunth) Less. proxime affinis, differt
praecipue capitulis minoribus et indumento.
Frutex usque ad 5 m altus, foliis supra obscure viridibus, subtus cinereo-albidis,
floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis densis prope Chagal et Molleturo,
Andium occidentalium, prov. Cuenca, alt. s. m. 2200—2800 m, ubi floret
mense Augusto (n. 4897).
59. L. solidagineum (Kunth) Less. in Linnaea 1834. p. 700.
Suffrutex usque ad 2 m altus, foliis supra glaucis, subtus argenteo-albidis, flori-
bus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis humilibus prope Paniquitá haud procul
ab urbe Popayan, alt. s. m. 1800—2500 m, ubi floret mense Mayo — Junio
(n. 5261).
60. L. igniarium (Kunth) Less. in Linnaea 1831. p. 704.
Suffrutex usque ad 4 m altus, ramis inter frutices subscandentibus, foliis supra
obscure lutescenti-viridibus, subtus argenteo-albidis, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis in monte Alto de Chillanquer, prov.
Tuquerres, alt. s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Augusto (n. 4699). —
Ecuador: in planitie Quitensi, alt. 3000—3300 m leg. cl. Francis Hatt.
61. L. Lehmanni Hieron. n. sp.
Andromachia fruticosa, ramis subteretibus, adpresse tomentosis ;
foliis oppositis petiolatis; petiolis 1—3 em longis crassis, canalieulatis, ad-
presse arachnoideo-tomentosis, ad basim vaginatam auricula reniformi c. 8 mm
lata, 4 mm longa unitis; laminis ovatis, basi subrotundatis vel brevissime
'euneatis, subinaequalibus, apice breviter acuminatis, denticulis mucroni-
formibus margine excepta basi remote ornatis, supra scabriusculis exceptis
nervis pubescentibus, demum subglabrescentibus, subtus dense subeinereo-
rufo-tomentosis, subtrinervatis nervis 2 lateralibus e basi vel paulo supra
basim egredientibus longiuseule arcuatis, ceterum pinnatinerviis, inter
nervos laterales reticulato-venosis, venis subtus vix prominulis; laminis
foliorum maximorum in specimine c. 9!/,—10 em longis, 6—61/, em latis ;
inflorescentia cymosa terminalis, in specimine trifida, eymis partialibus
longiuscule pedunculatis, pedunculis c. 3 em longis, tomentosis crassis; capi-
tulo terminali subsessili, lateralibus pedicellatis (pedicellis usque ad 2 em
longis, crassis, tomentosis); involucro hemisphaerico, involucri squamis sub-
5-seriatis, numerosis, viridibus, uninerviis, exterioribus triangulari-ovatis vel
elongato- triangularibus, acutis, dorso arachnoideo-tomentosis, interioribus
linearibus acutis glabrescentibus, 4 mm longis vix ?/, mm latis; floribus c.
40—60; ligulatis radii femineis c. 40—12, ligula e. 4 mm longa, vix 4 mm
lata, quadrinervato-striata, apice tridenticulata, tubulo c. 3!/; mm longo;
floribus hermaphroditis disci tubulosis c. 5 mm longis limbo paulo ampliato,
apice profunde quinquefido; pappi paleis crebris lutescenti-albidis, exteriori-
62 6, Hieronymus,
bus subdilatato-squamiformibus, vix 4mm longis, interioribus c. 3 mm longis;
achaeniis elongato-turbinatis, puberulis, c. !À mm longis (admodum immaturis).
Species proxime affinis Liabo igniario (Kunth) Less., differt in-
volucris paulo minoribus, squamis brevioribus angustioribusque, foliis
supra scabriusculis et auriculis stipularibus minoribus.
Frutex usque ad 4 m altus, foliis supra obscure lutescenti-viridibus, subtus rufes-
centi-cinereis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis densis prope Chagal et Molleturo in
declivibus mediis Andium oceidentalium, prov. Cuenca, alt. s. m. 2000
— 2600 m, ubi floret mense Julio —Augusto (n. 4896).
. 62. L. hastifolium Pópp. et Endl., Nov. gen. et spec. III. p. 43.
Herba caule ramoso usque 2 m alto, foliis supra pallide glaucis, subtus cinereis,
floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis prope La Palma et Pensilvania, prov.
Antioquia, alt. s. m. 1300—1700 m, ubi floret mense Decembri (n. 7493)
et in fruticetis camporum sabanas dictorum prope Sàn Francisco, haud
proeul ab Inza, prov. Cauca, alt. s. m. 1300—1600 m, ubi floret Februario
et Martio (n. 4898).
63. L. niveum Hieron. n. sp.
Alibum herbaceum annuum (?) ramis basi procumbentibus ad nodos
radicatis, repentibus, angulatis; superioribus novellis arachnoideo-tomen-
tosis (pilis articulatis), inferioribus parce subhirto-arachnoideis; foliis
oppositis; laminis membranaceis, triangularibus, basi abrupte in petiolum
decurrentibus (petiolo c. 6—8 mm longo), margine excepta basi abrupta
grosse crenato-dentatis (dentibus utrinque 3—4 mucronatis), supra sparse
hirto-pilosis, subtus adpresse niveo-tomentosis, subtrinerviis (nervis 2 late-'
ralibus a basi egredientibus quam ceteri robustioribus); capitulis parvis,
terminalibus vel axillaribus, longiuscule pedunculatis (pedunculis 3—4!/, em
longis, subniveo-tomentosis, teretibus, filiformibus); involueri hemisphaerici
squamis 14—15, triseriatis, trinerviis, rarius quinquenerviis, glabris,
viridibus, subaequilongis, 5—6 mm longis, acuminatis mucronulatis; ex-
terioribus oblongo-ovatis c. 2 mm latis, interioribus angustioribus oblongo-
linearibus; floribus radii femineis c. 15, corollis c. 7 mm longis, ligula
D mm longa, 1!/, mm lata, quadrinervia, elongato-oblonga apice sub-
integra, tubulo basi incrassato-annulato, vix 4 mm longo, subglanduloso-
piloso; floribus hermaphroditis disci e 16 —18, corollis 4—5 mm longis,
tubulo 11/,—2 mm longo, basi incrassato-annulato, subglanduloso- piloso,
limbo- cylindrico, apice profunde quinquefido, subglanduloso- piloso (pilis
elongato-clavatis obtusis); pappo lutescente, setis 4—6 interioribus aristi-
formibus, denticulato-pilosis, usque ad 2!/; mm longis, exterioribus brevibus
vix 1 mm longis, paleaceis, apice lacerato-denticulatis; achaeniis (admodum
immaturis) turbinatis, striato-angulatis (angulis parce hirtis) 13/,—2 mm
longis, fuscis.
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 63
Species L. liaboidi (syn. Alibum liaboides Less. syn. 152 et forsan
L. lyratum As. Gr. ex Bzevrnu.-Hoox., Gen. II. p. 436) proxime affinis,
differt caulibus repentibus, foliis subtrinervatis, basi nunquam pinnatifidis,
capitulis minoribus.
Caulibus tenuibus, usque ad 50 cm longis, repentibus, foliis supra clare-viridibus,
subtus virescenti-argenteis vel niveis.
Columbia: erescit locis umbrosis, humidis in declivibus superioribus
orientalibus prope Páramo de Guanácas, alt. s. m. 2600 —3000 m, ubi
floret mense Martio (n. 4775).
64. Neurolaena lobata (L.j R. Br., Obs. comp. p. 120.
Suffrutex usque ad 4 m altus, floribus virescenti-luteis.
Golumbia: crescit in valle arida fluminis Rio Verde prope Frontino,
prov. Antioquia, alt. s. m. 1000 m, ubi floret mense Aprili (n. 4647); loco
non indicato leg. J. Triana (n. 1440).
65. Erechtites valerianaefolia (Wolf) DC., Prodr. VI. p. 295.
Pappus in specimine niveus.
Herba usque ad 11/3 m alta, parce ramosa, foliis glaucis, floribus lilaceo-purpuras-
centibus.
Columbia: crescit in fruticetis prope urbem Popayan, alt. s. m. 1500
—2000 m, ubi floret mense Martio— Aprili (n. 7598).
66. Culcitium adscendens Benth., Plant. Hartweg. p. 205. n. 4134.
Capitula quam in specimine originali paulo majora.
Suffrutex usque ad 50 cm altus, foliis cinereo-tomentosis, floribus lutescenti-albidis,
Ecuador: crescit in Páramo del Cajas, Andium occidentalium prov.
Cuenca, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret mense Septembri et Octobri
(n. 4598).
67. C. uniflorum (Lam.) Hieron.; syn. Gnaphalium uniflorum
Lam. diet. 752, Wun, Spec. III. p. 4874: syn. Culcitium reflexum ku,
in H. B., Nov. gen. et spec. 134 (171) et — e specimine originali in Herbario
Regio Berolinensi — syn. C. ledifolium Kth. I. c. p. 133 (170).
Frutex usque ad 70 cm altus, floribus virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in lapidosis lateris occidentalis montis Chimborazo,
alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret mense Julio— Januario (n. 4695).
68. Gynoxys buxifolia (Kunth) Cassini, Dict. 48, 455. var. brevi-
folia Hieron. nov. var.
Differt a forma typica laminis foliorum late ovatis, quam in typo
brevioribus, admodum usque ad 2!/, em longis, usque ad 16 mm latis, basi
rotundatis vel subcordatis, apice rotundatis, nervo medio lateralibusque
supra subtusque prominulis inter nervos laterales reticulatis. Capitula c.
15—20-flora, floribus femineis radii 5—6, ligula ovato-oblonga vel oblonga,
usque ad 7 mm longa, 2!/; mm lata, tubulo &!/ mm longo, basi subcoriaceo,
inerassato, floribus hermaphroditis disci c. 40—145, corolla c. 8 mm longa,
tubulo 2 mm longo, basi incrassato, limbo 6 mm longo, apice profunde
64 G. Hieronymus.
quinquefido. — Mensurae florum a Kunthio in descriptione in H. B. Nov.
gen. et spec. IV. p. 147 (188) male relatae sunt.
Frutex usque ad 4 mm altus, foliis supra obscure viridibus, nitidis, subtus fer-
rugineo-cinereis, tomentosis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis supremis in Páramo defZoghunes inter
(Una et Zaraguro, alt. s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Octobri (n. 4899).
69. 6. Hallii Hieron. n. sp.
Arbor ramis crassiusculis, angulatis, adpresse tomentellis; foliis petio-
latis; petiolis erassis, tomentellis, 1 —2 em longis; laminis ovato-oblongis, basi
rotundatis vel subeordatis, apice acutiuseulis vel obtusiusculis (maximis in
speciminibus 9—10 em longis, 3!/;—4 cm latis), integerrimis, coriaceis,
penninerviis, inter nervos laterales arcuatos reticulato-venosis (nervis venis-
que utrinque manifeste prominulis vel foliorum vetustiorum supra obscure
prominulis), supra glaberrimis nitidis, subtus cinereo-tomentosis, corymbis
terminalibus vel axillaribus, pedunculatis (pedunculis crassis, 3—4 cm
longis, tomentosis, bracteolatis (bracteolis linearibus, tomentosis); capitulis
e. 15-floris, pedicellatis (pedicellis tomentosis, bracteolatis); involucri cam-
panulati squamis 7—8 oblongis, acutiuseulis vel obtusiusculis, dorso plus
minusve tomentellis, 5—6 mm longis, c. 2 mm latis, caliculi squamis c. 4—6
brevibus triangulari-lanceolatis, tomentosis; floribus ligularibus femineis
radii c. 9, tubulo e. 4 mm longo, ligula 6 mm longa, 2 mm lata; floribus
hermaphroditis disci tubulosis c. 10, corolla c. 6—7 mm longa, tubulo'lim-
bum profunde quinquefidum subaequante; pappi setis c. 6—7 mm longis,
lutescenti-albidis vel albidis; achaeniis (admodum immaturis) vix 2 mm
longis, turbinato-cylindraceis, glabris.
Species proxime affinis G. laurifoliae (Kth.) Cass. (dict. 48. p. 455)
differt foliis ovato-oblongis, venulis supra manifestius prominulis,* invo-
lueris, corollis et achaeniis paulo brevioribus.
Arbuscula vel frutex usque 4—5 m altus, foliis supra obscure lutescenti-viridibus,
subtus argenteo- vel cinereo-albidis, floribus luteis.
Ecuador: erescit in regione suprema silvae Andium occidentalium
prov. Quito, alt. s. m. 2800—3400 m (n. 4664) et prope Zurucucho et Tambo
de Quinua haud procul ab urbe Cuenca, alt. s. m. 3000—3500 m, ubi floret
mense Augusto—Septembri (n. 4605). — In monte ignivomo Pichincha,
alt. s. m. 3400 m legit Francis HALL.
70. Senecio sagittatus (Vahl); syn. Cacalia sagittata Vahl,
symb. Ill. p. 91, Emilia DC., Prodr. VI. p. 302. n. 3.
Herba foliis pallide glaucis, floribus cinnabarinis.
Columbia: crescit in lapidosis et muris prope Envigado prov. Antio-
quia, alt. s. m. 4500—1600 m, ubi floret mense Decembri (n. 7489).
71. S8. Chionogeton Wedd., Chl. and. I. p. 94 ex descriptione.
Forma macrocephala Hieron, (syn. S.Chionogeton Wedd. Lei
Capitulis majoribus, involucri squamis maximis 8—10 mm longis, floribus
c. 100.
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 65
In Columbia sive Ecuador: loco non indicato (n. 4604). — In
Columbia, loco accuratius non indicato leg. J. TRiANA (n. 1474).
Forma microcephala Hieron.: Capitulis minoribus, involucri
squamis c. 7 mm longis, floribus c. 50—60.
Ecuador: crescit in Páramo de Mojondra, prov. Quito, alt. s. m.
3300—3800 m, ubi floret mense Julio et Augusto (n. 4903).
> 72. S. cuencanus Hieron. n. sp.
Herba subscandens, caulibus usque ad 3 cm longis, ramosis, cavis,
subteretibus, sulcato-striatis, glabris, foliis petiolatis (petiolis A4—1!/, em
longis, canaliculatis, basi vaginatis), supremis subsessilibus, laminis
lineari-laneeolatis (maximis 9 cm longis, 9 cm latis), utrinque attenuatis,
acutis, crebre denticulatis (denticulis mucronatis, reflexis), membranaceis,
pinnatinerviis, inter nervos laterales tenuiter reticulato-venosis, glabris;
cymis corymbosis, terminalibus vel axillaribus capitula pauca gerentibus;
capitulis pedunculatis (pedunculis capitulorum inferiorum usque ad 4 em
longis, superiorum brevioribus, bracteis foliaceis suffultis), discoideis; in-
volueris campanulatis, calyculatis; squamis involucri e. 19— 92, late lan-
ceolatis, acuminatis, margine scariosis, apice penicillatis, 6—7 mm longis,
vix 1!/ mm latis, basi subcoriaceis, squamis calieuli 8—412, iis involucri
subconformibus et subaequalibus, angustius lanceolatis, foliaceis, margine
haud scariosis; floribus c. 55—70, omnibus hermaphroditis tubulosis,
corollis c. 6 mm longis, glabris, tubulo limbum campanulato-eylindraceum
apice profunde quinquefidum subaequante, styli ramis penicillatis; pappi
setis corollam aequantibus, sordide albidis; achaeniis admodum immaturis
glabris, eylindraceo-turbinatis, c. 11/ mm longis.
Species affinis S. assuay ensi DC. (Prodr. VI. p. 429) et S. patenti
(Kunth) DC. (Prodr. VI. 423), differt ab utroque foliis basi attenuatis,
acutis, glabris.
Herba subvolubilis, foliis lutescenti-viridibus, floribus virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum ad Páramo de
Chaning Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—3400 m, ubi
floret mense Septembri—Novembri (n. 4945).
7 73. S. pindilicensis Hieron. n. sp.
Herba scandens, caulibus cavis, sulcato-angulatis, striatis, hirsutis
(pilis artieulatis); foliis (superioribus) oblongis, amplexicaulibus vel basi sub-
Iyrato-partitis, auriculatis, apice acuminatis (maximis in specimine 7—7!/; em
longis, 31/,—4 em latis), crebre mucronato-dentatis, supra parce hirsuto-
puberulis, subtus sublutescenti-albido-tomentosis, pinnatinerviis; eorymbis
compositis terminalibus, corymbis partialibus longe pedunculatis, pedunculis
hirsuto-puberulis ; capitulis peduneulatis (pedunculis usque ad I em longis,
hirsuto-puberulis), discoideis; involucris campanulatis, calyculatis; invo-
lucri squamis 13, lanceolatis, acuminatis, c. 8 mm longis, 11/,—1?/, mm latis,
margine subseariosis, dorso hirsutis, apice subpenicillatis, squamis ealyeuli
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 5
66 G. Hieronymus.
6—7, anguste linearibus, acutis, usque ad 5 mm longis, !/; mm latis, margine
ciliatis; floribus omnibus hermaphroditis tubulosisque c. 30-—40, corollis
c. 6—7 mm longis, tubulo puberulo, eylindraceo, filiformi, 31/—1 mm longo,
limbo glabro campanulato, c. 3 mm longo, profunde quinquefido, styli ramis
penicillatis; pappi setis corollam subaequantibus, sordide albidis; achae-
niis admodum immaturis glabris, cylindraceo-turbinatis, e. 2 mm longis.
Species proxime affinis S. assuayensi DC., differt foliis latioribus,
capitulis majoribus, corollis longioribus.
Herba scandens, caulibus usque ad 5 m longis, floribus pallide virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in frutieetis prope Pindilique Andium orientalium
prov. Cuenca, alt. s. m. 2500—3000 m, ubi floret mense Octobri (n. 4944).
74. S. otophorus Wedd., Chlor. Andin. I. p. 98.
var. microcephala Hieron. nov. var.
Differt a forma typica capitulis minoribus 60—70-floris, involucri
squamis 14—20, brevioribus, c. 8 mm longis.
Species proxime affinis S. Assuayensi DC., differt foliis juxta in-
sertionem utrinque aurieula rotundata et denticulata auctis.
Caules tenues usque ad 4 m longi, scandentes, foliis supra obscuro-viridibus,
subtus cinereis.
Ecuador: crescit in regione fruticetorum supremorum ad Páramo
de Huairacaja, Chaning et Pilzhum Andium orientalium prov. Cuenca alt.
s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Octobri (n. 4942).
75. S. Lehmanni Hieron. n. sp.
Mierochaete fruticosa, ramosissima, ramis apice subhirto - tomen-
tellis, demum glabratis, foliosis, foliis breviter petiolatis (petiolo c. 4 mm
longo, hirsuto-tomentoso), laminis oblongo-linearibus, acuminato-mucro-
natis, 1—1!/; em longis, 1!/ mm latis, integerrimis, margine revolutis,
uninerviis, supra sparse pilosis, demum glabrescentibus, subnitentibus,
subtus subsericeo-tomentellis; corymbis crebris, in ramulis terminalibus,
e 6—10 eapitulis eompositis; capitulis discoideis, 20—22-floris, longius-
cule peduneulatis (pedunculis usque ad (is em longis, 2—4 bracteolatis,
dense hirto-tomentellis, bracteolis subulatis 2—2!/; mm longis, tomentellis);
involucris calyculatis campanulatis, involucri squamis 8—10 (14), lanceo-
lato-ovatis, c. 4 mm longis, 1!/; mm latis, acutis vel subacuminatis, margine
scariosis, glabris, dorso subviolaceo dense hirto-tomentellis; calyculi squa-
mis bracteis peduneuli similibus; floribus omnibus hermaphroditis tubulosis,
corollis 5 mm longis, tubulo basi ampliato limbum campanulato-cylindra-
ceum apice quinquefidum subaequante vel paulo breviore; pappi setis
corollam subaequantibus, sordide albidis; achaeniis admodum immaturis
cylindraceo-turbinatis, glabris, 41/, mm longis.
Species affinis S. ledifolio (Kth.) DC. (Prodr. VI. p. 421) et S. lanato
(Kth.) DC. (Prodr. VI. p. 422). differt foliis angustioribus.
e
"un
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 67
Frutex usque ad 3 m altus, dense ramosus, foliis obscuro-viridibus, floribus lutes-
centibus.
Columbia: crescit in frutieetis apertis altiplaniciei Santa Rosa,
prov. Antioquia, alt. s. m. 2500—3000 m, ubi floret mense Decembri
(n. 7434).
76. S. lanatus (Kth.) DC., Prodr. VI. p. 422; syn. S. sericeus
Willd., Herb. n. 15 744 mscr.
Involueri squamis 9—43, calyculi 3.
Frutex usque ad 4 m altus, dense ramosus, foliis glaucis, floribus ochraceis.
Columbia: crescit in fruticetis densis in montibus occidentalibus
altiplaniciei Bogotensis, alt. s. m. 2600—3200 m, ubi floret mense Martio.
77. S. nitidus (Kth.) DC., Prodr. VI. p. 421. n. 477.
Capitula 45—50-flora, involucri squamis 7—9, c. 5 mm longis, 11
—43/, mm latis, calyeuli 8, floribus omnibus tubulosis, hermaphroditis,
corollis 4 mm longis, tubulo brevi, vix 1!/; mm longo, in limbum paulo
ampliatum eylindraceum apice breviter quinquefidum transeunte.
Frutex usque ad 3 m altus, ramosus, foliis glaucis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum in Páramo de
Tuza, prov. Imbabura, alt. s. m. 3300—4000 m, ubi floret mensibus
Augusto—Octobri (n. 4680).
> 78 S. pulchellus DC., Prodr. VI. p. 424; syn. S. baccharoides
Willd. mser. in Herb. n. 15 745.
Frutex dense ramosus, usque ad 4 m altus, foliis obscure luteo-viridibus, nitenti-
bus, erassiusculis, floribus virescenti-luteis.
Golumbia: crescit in fruticetis densis in Páramo de Guerrero mon-
tium oecidentalium altiplaniciei Zipaquirensi alt. s. m. 2700—3200 m, ubi
floret mense Martio (n. 7485).
79. S8. modestus Wedd., Chlor. and. I. p. 405. t. 48 B ex descriptione.
Herba foliis supra arachnoideo-tomentosis, demum glabrescentibus, subtus dense
tomentosis, floribus virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in Páramo de Mojandra, prov. Quito alt. s. m.
3300—4000 m, ubi floret mensibus Julio—- Octobri (n. 4677).
80. S. laciniatus Kunth in Hume. et Boner., Nov. gen. et spec. IV.
p. 137 (475).
Flores cinnabarini.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Las Juntas, prov. Loja
alt. s. m. 4800—2300 m, ubi floret mense Octobri— Novembri (n. 4904).
81. S, cervilingua Schultz-Bip. msc. ap. WeDo., Chlor. and. I.
p. 125 syn. S. formosus (Kth. in Hums.-Bowrr., Nov. gen. et spec. IV.
p. 138 [177]) var. 8 latifolius Wedd., Chlor. and. I. p. 125.
Herba usque ad 2 m alta, parce ramosa, foliis lutescenti-viridibus, tomento cinereo
vestitis, floribus kermesinis.
Columbia: nomine vernaculo »Arnica«, crescit locis uliginosis in
Páramo de Guerrero montium occidentalium altiplaniciei Zipaquirensis,
alt. s. m. 2900—3500 m, ubi floret mense Januario— Martio (n. 7484).
5*
68 G. Hieronymus,
89. S. ecuadorensis Hieron. n. sp.
Frutex ramosus, ramis basibus petiolorum delapsorum inferne tectis,
apice foliosis, hirtulis; foliis parvis breve petiolatis, petiolis vaginato-dila-
tatis, 2 mm longis, 4 mm latis, laminis late ovatis, 5—8 mm longis, 3—6 mm
latis, margine subrevoluto utrinque grosse 2—3-mucronato-dentatis, basi
rotundatis, apice acutiusculis vel obtusiuseulis, mucronatis, glabris, coria-
ceis, crassiusculis, siccitate nigricantibus, nervo medio subtus prominente,
nervis lateralibus vix manifestis; capitulis apice ramulorum pluribus con-
gestis vel raro solitariis, subnutantibus vel erectiusculis, calyculatis, breviter
peduneulatis, e. 23—95-floris; involucri squamis 8, lineari-lanceolatis,
c. 7 mm longis, 1!/,—2 mm latis, apice acutiusculis vel obtusiusculis peni-
eillatis, ceterum glabris, margine subscariosis; calyculi squamis c. 4—5,
illis dimidio brevioribus, similibus; floribus radii femineis 8, ligula c. 51/,
—6 mm longa, lineari angusta, convoluta, tubulo c. 4 mm longo; floribus
disci hermaphroditis, corollis 7—8 mm longis, tubulo limbum paulo am-
pliatum eylindraceum apice quinquefidum subaequante ; pappi pilis c. 7 mm
longis; achaeniis (admodum immaturis) turbinato-cylindraceis, glabris,
c. A mm longis.
Species proxime affinis S. arbutifolio (Kth. in Hums.-BoneL., Nov.
gen. et spec. IV. p. 143 [482]), differt capitulis minoribus, involucri squa-
mis semper 8 (nee 8—12), foliis utrinque 2—3- (nec 3—35-)dentatis, bre-
vioribus. An forsan S. myrsinites Turcz., Bullet. Soc. natur. Mosc.
XXIV. part I. p. 211, cui ex descriptione folia elliptica obtusa denticulata
attribuuntur?
Frutex usque ad (ia m altus, ramosissimus statura pyramidali, floribus vires-
centi-luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de
Quinua, Andium occidentalium prov. Quenca, alt. s. m. 3000—3600 m, ubi
floret mense Junio—Octobri (n. 4576).
83. S. ericaefolius Benth., Plant. Hartweg. 208.
Frutex usque ad 2 m altus, ramosissimus statura pyramidali, floribus luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de
Quinua et Contrayerba Andium oceidentalium prov. Cuenca alt. s. m.
3000—3700 m, ubi floret mense Majo—Octobri (n. 4575). — Columbia:
loco non indicato leg. cl. J. Trıana (n. 1473).
84. S. Sinclairii (Benth.) Hieron.; syn. Gynoxys Sinclairi Benth.,
Bot. of Beech. voy. of the Sulphur. p. 120 ex descriptione.
Frutex scandens, caulibus usque ad 2 m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus
cinnabarinis.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Pucála ad fluvium Rio
Zamora haud procul ab urbe Loja alt. s. m. 4800 m, ubi floret mense Oc-
tobri (n. 4913).
Plantae Lehmannianae etc, Compositae, 69
85. S. Jussieui Klatt msc. in herb. reg. Berol. syn. Gynoxys
cordifolia Cass. dict. 48. p. 456 et Senecio scandens Juss. herb.
Frutex scandens, caulibus usque ad 3 m longis, floribus cinnabarinis.
Ecuador: crescit in silvis raris prope Playas haud proeul a Baba-
hoyo, ubi floret mense Junio—Octobri (n. £914).
86. Werneria nubigena Kunth in Hums.-Boxrr., Nov. gen. et
spec. IV. p. 151 (193), syn. W. nubigena « vulgaris Wedd., Chlor.
and. I. p. 80.
Folia crassa glauca, flores ligulati, ligula albida margine purpurascens.
Ecuador: crescit locis uliginosis in Páramo de Mojanda, prov. Quito
et Imbabura, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret per totum annum
(n. 4662).
87. W. pumila Kunth in Hums.-Bonxrt., Nov. gen. et spec. IV. p. 150
(192). tab. 368.
Columbia vel Ecuador loco non indicato (n. 4600).
88. W. pygmaea llook. et Arn., Journ. of bot. IIl. 348.
var. B. praemorsa Wedd., Chlor. and. I. p. 84.
Caespites densi extensi, folia obscure viridia, flores albi.
Ecuador: crescit locis humidis in Páramo de Chaning et in monte
Cerro Pilzhum Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3300—4000 m
(n. 4650).
89. Chuquiragua insignis Humb. et Bonpl., Plant. aequin. I. 153.
var. à. armata Wedd., Chlor. and. I. p. 3.
Frutex usque ad 4 m altus, floribus ochraceis.
Ecuador: erescit in regione fruticetorum suprema inter Taday et
Chaning alt. s. m. 3500—3800 m, ubi floret per totum annuum (n. 4656).
90. Lyeoseris mexicana (L. f.) Cass., Opusc. Il. p. 95 et 113. Less.
in Linnaea 1830. p. 255.
Frutex ramis teneribus dependentibus, usque ad 4 m altus, foliis supra obscure
viridibus, subtus albo-tomentosis, floribus obscure roseo-aurantiacis,
Columbia: crescit in fruticetis vallis Dagua et vallis Cauca, alt.
s. m. 500—4200 m, ubi floret mense Julio (n. 7490). — Loco non indicato
in Columbia legit cl. J. Trıana (n. 1493).
91. Onoseris purpurata Willd., Sp. II. p. 1702.
Herba radice crassa fusiforme, caule usque ad 30 cm alto, foliis clare-viridibus,
subtus argenteo-albidis, floribus lilacino-purpureis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum ad rupes
et locis lapidosis prope fluvium Rio Paez, prov. Tolima, alt. s. m. 1000
—1300 m, ubi floret mensibus Decembri — Martio (n. 4755). — In Columbia
loco non indicato leg. cl. J. Triana (n. 1500).
99. 0. Trianae Hieron. n. sp.
Isotypus suffruticosus, ramis arachnoideo-tomentosis teretibus, flexuo-
sis; foliis apice ramulorum subrosulatis, petiolatis (petiolo 2—8 cm longo,
anguste alato, canaliculat, subtus tomentoso) ; laminis subtriangulari-o vatis,
10 G. Hieronymus.
basi cordatis, angulis subacuminatis vel rotundatis, apice acuminatis, integris
vel margine revoluto subundulatis, (maximis in speciminibus 81/, cm longis,
D em latis), supra arachnoideis, demum glabrescentibus, subtus albido-
tomentosis, papyraceis; pedunculis seapiformibus axillaribus capitulum
solitarium vel apice ramosis capitula pauca gerentibus, 10—40 cm longis,
subarachnoideis vel glabrescentibus, parte inferiore sparse, parte superiore
vel ramulis infra involucrum densius bracteolatis, bracteolis elongato-tri-
angularibus, acutis, 3—4 mm longis, subarachnoideis vel glabrescentibus ;
capitulis magnitudine eapitulorum O. purpuratae Willd., vel paulo mi-
noribus, involucris campanulatis polyphyllis, squamis crebris multiseriatis,
subarachnoideis vel glabrescentibus, interioribus linearibus acutis, 15—17
mm longis, apice et linea dorsali violaceo-purpurascentibus, margine pallide
viridibus, ventre albescentibus, exterioribus sensim decrescentibus, extimis
elongato-triangularibus, dorso ubique violaceo-purpuraseentibus, ad brac-
teolas pedunculi transeuntibus, receptaculo plano hirto; floribus radii 10—45,
corollis 20—23 mm longis, tubulo c. 10 mm longo, ligula exteriore 12—15 mm
longa, 1?/,—2 mm lata, subtus tomentosa, apice breviter tridentata, ligula
interiore anguste lineari, apice filiformi; floribus disci numerosis, corolla
cylindracea, 12—15 mm longa, apice vix ampliato quinquefida, pappi setis
subscabris, 44—12 mm longis; achaeniis eylindraceis, hirtis, apice sub-
incrassato-annulatis, 5—7 mm longis.
Species affinis O. purpuratae Willd. differt foliis minoribus sub-
integris, inflorescentia capitula pauca vel capitulum solitarium gerente,
involueri squamis brevius acuminatis etc.
Flores e schedula cl. Lenmarnı violaceo-coerulei, folia supra obscure lutescenti-
viridia.
Columbia: crescit in aridis formationis Cangahua ad Rio Juanambu,
prov. Pasto, alt. s. m. 1500—2000 m, ubi floret mense Julio—Augusto
(n. 4908). — In Columbia loco non indicato legit cl. J. Triana (n. 1504).
93. 0. Warszewiczii Hieron. n. sp.
Hipposeris suffruticosa, divaricato-ramosa, ramis arachnoideo-tomen-
tosis, teretibus, obscure striatis; foliis sessilibus, margine subrevoluto in-
tegris, lineari-lanceolatis, acutis, (maximis 31/5— 41/, em longis, 4—6 mm latis),
papyraceis, supra arachnoideis, demum glabrescentibus, subtus adpresse
albido-tomentosis; capitulis pedunculatis (pedunculis usque ad 14 em longis
substriatis, arachnoideis, crassiusculis), magnitudine capitulis O. h yssopi-
foliae Kunth paulo majoribus, involucris campanulatis, polyphyllis, squa-
mis crebris, dorso violaceis, ventre subfusco-albidis, arachnoideis, demum
glabrescentibus, interioribus linearibus, acutis, c. 4 em longis, 4 mm latis,
exterioribus sensim decrescentibus, extimis elongato-triangularibus ; recep-
taculo plano piloso; floribus radii 412—418, corollis 22—23 mm longis, ligula
exteriore 16—17 mm longa, 21/ mm lata, apice profunde tridentata, ligulae
interioris segmentis 2 filiformibus, tenuibus, c. 3 mm longis, tubulo c. 5 mm
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 71
longo; floribus disci numerosis tubulosis, corolla c. 12 mm longa, cylindrica,
apiee vix ampliato profunde quinquefida; pappi setis interioribus paulo
crassioribus, c. 14—12 mm longis, exterioribus tenuioribus brevioribusque;
achaeniis admodum jmmaturis turbinato - cylindraceis quinque - angulatis,
angulis et apice hirto-pilosis, 21/; mm longis.
Species affinis O. hyssopifoliae (Kth. in Huwns.-Bowrr., Nov. gen. et
spec. IV. p. 7 [9]. t. 306) et O. salicifoliae (Kunth. l. c. p. 7 [9]), et quasi
intermedia, differt a priori foliis latioribus, capitulis erassioribus et invo-
lucro, a specie altera differt foliis angustioribus, integris et involucri
squamis exterioribus minus acuminatis, nec aristato-subulatis, nec squar-
rosis.
Ecuador: crescit in lapidosis aridis, vuleanicis prope Cochapata,
prov. Cuenca alt. s. m. 2000—2500 m, ubi floret mense Octobri (n. 4907).
— [n Ecuador loco non indicato alt. s. m. 2600 m leg. cl. WaRSCEWICZ
(n. 34).
94. Barnadesia Trianae Hieron. n. sp.
Frutex ramulis striatis, dense pubescentibus, demum glabratis, fusco-
violaceis, aculeis axillaribus geminis, c. 2 em longis, rectis, c. 3/, mm
crassis, vel nullis; foliis petiolatis (petiolo 1/j—11/? em longo, canaliculato,
puberulo); laminis coriaceis, integerrimis, oblongis vel subobovato-oblongis,
utrinque breviter acuminatis, apice mucronatis, margine subrevolutis vel
planis, utrinque sparse hirsuto-pilosis, demum glabrescentibus, pinnati-
nerviis (nervo medio lateralibusque subtus prominentibus, pallide flavo-
viridibus), inter nervos laterales reticulato-venosis; laminis foliorum maxi-
morum in specimine c. 10—12 cm longis, 5—6 em latis; inflorescentia
composita, corymboso-cymosa, ramis axillaribus pedunculatis, peduneulis
foliaceo-bracteatis, pubescentibus; capitulis crebris pedicellatis (pedicellis
2—8 mm longis, pubescentibus); involucris cylindraceo- campanulatis ;
squamis crebris multiseriatis, coriaceis, subolivaceo-stramineis, ciliatis, dorso
parce puberulis vel glabrescentibus, interioribus linearibus, breviter acu-
minatis, e. 44 mm longis, 4 mm latis, exterioribus sensim decrescentibus,
elongato-triangularibus, acutis mueronatis, dorso subcarinatis, extremis
basalibus densius puberulis, brevibus, triangulari-ovatis; receptaculo plano,
setoso; floribus exterioribus 8, corollis c. 18 mm longis, ligula exteriore
9 mm longa, 2!/; mm lata, apice 4- dentata (dentibus dorso hirsutis], ligula
interiore e. 6 mm longa, filiformi; flore centrali solitario, corolla tubulosa
subregulari, e. 40 mm longa, tubulo limbum basi extus hirsutum paulo
ampliatum apice profunde 4-fidum longitudine subaequante, laciniis parce
hirsutis; pappi setis florum bilabiatorum 412—416, a basi plumosis, c. I em
longis, setis floris centralis c. 20, basi subglabrescentibus, vix 7 mm longis,
demum elastice revolutis; achaeniis turbinatis, 4 mm longis, dense sericeo-
villosis.
Species propter florem centralem solitarium juxta B. corymbosam
72 G. Hieronymus.
Don inserenda, differt foliis majoribus, capitulis floribusque minori-
bus etc.
Frutex spinosus usque ad 5 m altus, foliis luteo-viridibus, floribus lilacinis.
Golumbia: crescit in fruticetis apertis ad flumen Rio de la Honda
prope Aranzasu, prov. Antioquia, alt. s. m. 4800—1800 m, ubi floret mense
Martio (n. 4622); loco non indicato legit cl. Tnıana (n. 1499).
95. Mutisia intermedia Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnatisectarum DC., fruticosa, caulibus seandentibus,
leviter striatis, arachnoideo-tomentosis, demum glabrescentibus ; foliis pinnati-
sectis, segmentis 3-jugis (paribus oppositis vel subalternis), supra arachnoi-
deis, demum glabrescentibus, subtus dense tomentosis (tomento in specimine
subferrugineo-rubello), superioribus majoribus (maximis c. 6 em longis, 3 cm
latis), oblongis, utrinque rotundatis, apice mucronato- apiculatis, breviter
petiolulatis (petiolo vix 2 mm longo), infimis basalibus subreflexis, sessilibus,
minoribus, stipuliformibus, oblique ovatis, inaequalilateralibus, (maximis c.
11/5 cm longis, 6—7 mm latis), acutis; eirrho trifido vel bifido, ramo altero
simplici, altero bifido; capitulis terminalibus magnitudine intermediis inter
capitula M. grandiflorae, H.B. et M. Clematis L. f., breviter pedunculatis
(pedunculis in specimine c. 4 em longis); involucris eylindraceis, squamis
c. 9 seriatis, apice et margine arachnoideo-tomentosis vel glabrescentibus,
acutis vel breviter acuminatis, apice submueronatis, foliaceis, interioribus
lanceolato-linearibus, 4—41/, em longis, 6—7 mm latis, exterioribus lanceo-
latis sensim decrescentibus, infimis late ovato-triangularibus; floribus radii 8,
corollis 40—142 cm longis, ligula inferiore tubo cylindraceo subaequilonga,
6 mm—11/, em lata, lanceolata, apice obtusiuscula, subintegra vel breviter
bidentata, laciniis ligulae superioris filiformibus, tenuibus, c. 4 cm longis;
floribus disei c. 20—30, corolla 5—6 cm longa, ligulis aequilongis, tubo vix
longioribus, altera apice breviter trifida, altera profunde bifida, laciniis dorso
tomentosis, pappi setis plumosis, c. 30, 2 em longis rubellis, achaeniis ad-
modum valde immaturis glabris, turbinatis.
Species proxime affinis M. grandiflorae H. B. et M. Glematidi L. f.
et quasi intermedia inter eas.
Caules usque ad 5 m longi, scandentes; folia supra obscure viridia, subtus fer-
rugineo-tomentosa, flores clare kermesini.
Ecuador: erescit in fruticetis densis prope Chuchi in montibus a
Guaranda et Chimbo ad occidentem vergentibus, alt. s. m. 9800 m, ubi
floret mensibus Augusto —Septembri (n. 4916).
96. M. Clematis L. f., Suppl 373.
Caulis scandens, usque ad 12 m longus, folia supra arachnoidea demum glabres-
centia, obscure viridia, subtus cinereo-tomentosa, flores coccinei.
Columbia: crescit in fruticetis declivium amborum montium occiden-
talium altiplanicei Bogotensis, alt. s. m. 2500—2800 m, ubi floret mense
Martio (n. 7476). — Loco non indicato legit cl. Trıana (n. 4499).
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 73
97. M. Lehmanni Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnatisectarum DC., fruticosa scandens, ramis sub-
angulatis, apice subarachnoideis, demum glabrescentibus, foliis pinnatisectis,
segmentis 44—16 alternis (rarius suboppositis), brevissime petiolulatis
(petiolulo vix 4 mm longo), superioribus ovato-lanceolatis, apice obtusiusculis,
brevissime mucronato-apieulatis, (maximis 3 em longis, 12 mm latis), supra
subarachnoideis, mox glabrescentibus, subtus tomento albido appresso
persistente vestitis, cirrho bifido, ramis simplicibus vel altero bifido (ramis
lateralibus eirrhi alternis), capitulis magnitudine M. Clematidis L. f.
peduneulatis (pedunculis in speciminibus 5—10 cm longis, medio et infra
capitulum bracteatis, bracteis triangulari-ovatis, involucri squamis inferiori-
bus consimilibus); involucris cylindraeeis, squamis circiter 5—6-seriatis,
foliaceis, dorso arachnoideis vel glabrescentibus, interioribus lanceolatis vel
subovato-lanceolatis, apice acutis, c. 4 em longis, 6 mm latis, exterioribus
sensim decrescentibus, extimis triangulari-ovatis, acutis, patentibus ; floribus
radii 8, corollis glabris c. 5—5'/, em longis, tubo fere 3!/; em longo, ligula
exteriore ovato-lanceolata, 18 mm—? cm longa, 6—7 mm lata, laciniis
ligulae interioris tenuibus, filiformibus, vix 2 mm longis, vel nullis; floribus
disci 16, corollis glabris c. 4!/; cm longis, ligulis tubum subaequantibus,
exteriore apice trifida, interiore subintegra; pappi setis parte superiore plu-
mosis c. 30—35, c. 41/2 cm longis; achaeniis admodum immaturis cylindra-
ceis, glabris, c. 6 mm longis.
Species M. Clematidi L. f. affinis, sed tomento M. dealbatae DC.
similis, a priori differt segmentis foliorum 14—16 et involucro, ab altera
differt segmentis brevissime petiolulatis nee sessilibus, involucro etc.
Caules scandentes usque ad 40 m longi, ramosissimi, foliis supra obscure viridibus,
nitidis, subtus argenteo-cinereis, floribus lucenti-puniceis.
Ecuador: crescit in regione suprema silvarum prope Zurucucho
Andium occidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—3500 m, ubi floret
mense Aprili — Octobri (n. 1568).
98. M. alata Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnativenosarum, fruticosa, caulibus scandenti-
bus, glabris, trialatis, alis ad foliorum insertionem interruptis, integerrimis,
reticulato-venosis, usque ad 6 mm latis; foliis sessilibus, lanceolato-linearibus,
acuminatis, basi cordatis, integerrimis vel basi obscure crenatis, nervo medio
in cirrbum simplicem 1—2 em longum producto subpinnatinerviis, (nervis
lateralibus tenuibus, flexuosis, venis consimilibus, reticulato-anastomosanti-
bus), in statu evoluto utrinque glabris, sed in gemmulis vernatione et inter-
dum juventute basi arachnoideis; foliis maximis in speciminibus cirrho
excluso BI) em longis, 2 cm latis; capitulis pedunculatis, pedunculis axillari-
bus, 4 —2 bracteatis, bracteis ovatis, basi decurrentibus, bialatis (in specimine
usque ad 40 cm longis); involucris eylindraceo-campanulatis, c. 4—41/5 cm
longis; squamis interioribus purpureo-fuscis, oblongis apice rotundatis vel
74 G. Hieronymus.
obtusis, interdum emarginatis, apiculato-mucronatis, mucrone et margine
apicis tomentosis, ceterum glabris, multinerviis, maximis 31/,—4 cm longis,
A em latis, exterioribus omnino glabris, sensim decrescentibus, basi fuscis,
apice plus minus appendiculatis, appendice squamarum mediarum mucroni-
formi, inferiorum foliacea, viridi, ovata, patente vel subreflexa, squamis
infimis patentibus, foliaceis, triangulari-ovatis; floribus radii 8, corollis c.
5—51/, cm longis, glabris, tubulo vix 2 cm longo, lamina exteriore 3—3!/, cm
longa, apice trifida, c. 5 mm lata, laciniis laminae interioris filiformibus
breviter vel nullis; floribus disci numerosis (c. 30—35), corollis 3—3!/; cm
longis, tubulo e. 4 em longo, lamina exteriore apice trifida, laciniis laminae
inferioris profunde bifidae angustissime linearibus; pappi setis a basi plu-
mosis, e. 25, 28—29 mm longis; achaeniis valde immaturis.
Species proxime affinis M. hastatae Cav., differt foliis basi cordatis
nec hastatis, ala caulis integra nec sinuato-dentata 1).
Caules scandentes, usque ad 5 m longi, foliis subflavescenti-glaucis, floribus lucenti-
aurantiacis.
Ecuador: erescit in regione suprema fruticetorum inter Huasi-huaico
et Contrayerba in declivibus oceidentalibus Andium ad occidentem spec-
tantium prov. Cuenea, alt. s. m. 2900—3400 m, ubi floret mensibus Majo
— Decembri.
99. Chaptalia ovalis Don, Trans. Linn. soc. 46. p. 244 e descriptione.
Herba foliis radicalibus petiolatis (petiolis canaliculatis, 4—2 cm longis),
laminis 3—3!/; em longis, 2—2!/, em latis, scapis c. 20—25 em longis
ferrugineo-tomentosis, infra capitulum solitarium subincrassatis, braeteo-
latis (bracteolis lineari-lanceolatis, usque ad 7 mm longis, c. 4 mm latis,
acutis, subtus ferrugineo-tomentosis, supra glabris); involucris campanulatis,
squamis dorso dense ferrugineo-tomentosis, lanceolato-linearibus, acutis,
interioribus c. 1 em longis, 1—14!/, mm latis, exterioribus sensim decres-
centibus; floribus radii c. 44—16, corollis c. A cm longis, ligula 6 mm longa,
4 mm lata, tubulo c. A mm longo; floribus disci numerosis, corollis tubulosis
subregularibus, e. 8 mm longis, limbo ampliato, profunde quinquefido laciniis
subaequalibus, tubulo paulo breviore quam limbus; pappi setis numerosis,
rubellis, c. 8 mm lorgis; achaeniis admodum immaturis glabris.
Flores e schedula lutei.
Ecuador: crescit in Andibus orientalibus provinciae Loja, alt. s. m.
3000—3400 m, ubi floret mensibus Octobri et Novembri (n. 4906).
1) Proxime affinis quoque est species tertia nova a cl. M, Bang prope Cochabamba
in republica Bolivia lecta et sub n. 884 a cl. N. L. Bnmrrrow et H. H. Russey nomine
M. hastatae distributa, cui nomen M. cochabambensis Hieron. n. sp. impositum
sit, differt enim a M. hastata Cav. notis pluribus, v. gr. alis caulis nullis vel evanidis
vel angustissimis integrisque, foliis utrinque excepta vernatione glabris, involucri squamis
haud appendice foliacea ornatis, ut in illa, inferioribus modo solum mucronato-apiculatis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 75
100. Hieracium chilense Less. in Linnaea 18341. p. 100.
Herba foliis lutescenti- viridibus, lana cinerea (in specimine sicco fuscescente)
vestitis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in Andibus orientalibus provinciae Loja, alt. s. m.
3000—3400 m, ubi floret mensibus Octobri et Novembri (n. 4905 partim:
sub eodem numero exstat specimen speciei alterius nimis mancum quod
forsan ad Hieracium frigidum Wedd., Chl. And. I. p. 295. tab. 42 B
ducendum est).
104. Achyrophorus Meyenianus Walp., Rep. Vl. p. 336.
Flores aurei.
Ecuador: crescit in Páramo de Ghaning et in monte Cerro Pilzhum
Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—4000 m, ubi floret
mense Octobri — Decembri (n. 4900).
Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Unter Mitwirkung der Beamten des Kön. bot. Museums und des Kön. bot.
Gartens zu Berlin, sowie anderer Botaniker
herausgegeben
von
A. Engler.
V
Euphorbiaceae africanae. II).
Von
F. Pax.
Mit Tafel I u. II und einem Holzschnitt.
Flueggea Willd., Spec. pl. IV. 757.
Fl. nitida Pax n. sp.; frutex glaberrimus foliis breviter petio-
latis, coriaceis, supra nitidis, subtus opacis, ellipticis, obtuse
aeutis vel obtusiusculis; floribus —; capsula in foliorum axillis pe-
dicellata, indehiscente, glabra, triloba, calyce persistente suffulta ;
pericarpio tenui, endocarpio membranaceo, exocarpio subsuceoso ` se-
minibus in loculis 2, hemisphaericis, testa crustacea praeditis.
Strauch ohne alle Behaarung. Blätter 6—8 cm lang, 3 cm breit, oberseits stark
glänzend, mit einem 1/5—93/, cm langem Blattstiel. Kapsel 4—1!/5 cm lang gestielt, 4 cm
breit, 6 mm hoch, oft auch von 4 Fruchtblättern gebildet.
Mossambik, Quilimane (Sruntmann n. 559 — Januar 1889, fruchtend).
Fl. nitida ist verwandt mit der im trop. Afrika in der Küstenregion verbreiteten
Fl. Bailloniana (Müll.-Arg.) Pax (= Securinega Bailloniana Müll.-Arg. in DC., Prodr. XV.
2. 454) und wie diese auch nur in Früchten bekannt; aber die Fruchtblätter sind mehr
verwachsen und die Kapsel daher nur dreilappig, während FI. Bailloniana ein fast apo-
carpes Gynäceum besitzt; außerdem bieten Form, Glanz und Consistenz des Blattes,
die vóllige Kahlheit und die deutlich gestielten Früchte gute Unterschiede gegenüber
Fl. Bailloniana dar.
4) cfr. ENGLEWS Jahrbücher XV. p. 522—535.
F, Pax, Euphorbiaceae africanae, Il. 77
Phyllanthus L., Gen. n. 1050.
Ph. Dinklagei Pax n. sp.; frutex glaberrimus, ramis flaccidis, dense
distichophyllis, spinosulis; foliis parvis, tenuibus, lineari-oblongis,
basi et apice obtusis, brevissime petiolatis; stipulis petiolum supe-
rantibus, subulatis, deinde spinoso-induratis; floribus in ra-
mulis annuis sitis, fasciculatis, graciliter pedicellatis, pedi-
cello quam folium breviore ; sepalis floris jj! ovatis, acutis; filamentis 5,
liberis, antheris longitrorsum aperientibus; disci glandulis
liberis; flores Q sepalis ovatis, subacutis; ovario globoso ; stylis bifidis;
seminibus (an maturis?) laevibus.
Langtriebe blattlos, schwach dornig von den erhärteten Stipeln. Kurztriebe 7 cm
lang, dicht beblättert. Blätter 41/3 cm lang, 4 mm breit; Blattstiel 1—2 mm Länge
erreichend. Die Dornen an den älleren Zweigen bis 2 mm lang, braun. Blütenstiel
5—7 mm lang, haardünn, Frucht höchstens 2 mm breit.
Gabun, Mundagebiet, Sibangefarm (M. DinkLace n. 583 — 26. Febr.
1890).
Verwandt mit Ph. loandensis Müll.- Arg., aber schon durch die verdornenden
Stipulae sehr verschieden.
Ph. macranthusPax n.sp.; fruticulusglaberrimus, ramis juvenilibus
amoene purpurascentibus, ramulis brevibus, compresso-ancipiti-
bus; foliis parvis, ovatis vel rotundato-ovatis, lutescenti-viridibus,
subtus pallidis, subsessilibus; stipulis subulatis; floribus g" —; floribus Q
solitariis vel binis, pro genere magnis; sepalis 6, albis, ovatis,
acutis, post anthesin valde aecrescentibus, sub fruetu refractis;
disco hypogyno lobato; stylis 3, indivisis, revolutis; capsula de-
pressa; seminibus pallidis, laevibus.
Langtriebe blattlos, an der Spitze purpurrot; Kurztriebe zusammengedrückt,
zweischneidig, 1—92 cm lang. Blätter 4 mm breit und 5 mm lang. Kelchblätter unter
der Frucht 8 mm lang und 5 mm breit, der Kelch ausgebreitet 46 mm im Durchmesser.
Samen 2 mm lang.
Mossambik, Festland (SruurwaxN n. 850 — 2. Jan. 1889, fruchtend).
Eine ausgezeichnete, leicht wiederzuerkennende Art, durch die relativ bedeutende
Größe des Q Kelches unter der Frucht charakterisiert. Da ($ Blüten fehlen, lässt sich
über die Zugehörigkeit der Art nichts Sicheres sagen, doch dürfte sie aller Wahrschein-
lichkeit nach in die Nähe von Ph. Boehmii Pax, odontadenius Müll.-Arg. u.s. w. gehören.
Ph. Fischeri Pax n. sp.; fruticulus glaberrimus, ramulis angu-
losis; foliis parvis, oblongis, utrinque obtusis, brevissime petiolatis;
stipulis triangularibus, acuminatis, refractis; floribus g‘ fasciculatis,
breviter pedicellatis; sepalis 6 ovatis, acutis; disci glandulis 5
liberis, papillosis; filamentis 3 connatis; antheris trans-
verse dehiscentibus; floribus Q pedicellatis, in axillis sub-
solitariis; sepalis 6, 3 interioribus basin versus unguiculato-
angustatis; disco hypogyno lobato; stylis bifidis.
Strauch (oder Halbstrauch?) mit kantigen Zweigen. Blattstiel 4 mm lang; Blatt-
spreite bis (Lis cm lang und 8 mm breit, unterseits blasser. (j Blüte A mm im Durch-
78 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII,
messer, 1—2 mm lang gestielt. Q Blüte auf robusterem Stiel von 5—6 mm Länge, nur
wenig größer als die ĝ.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangaben (Fiscngn n. 24).
Verwandt mit Ph. sepialis Müll.-Arg. und Ph. meruensis Pax.
Thecacoris Juss., Euph. Tent. 12. t. 4.
Th. membranacea Pax, Bol. de Soc. Broter. X; arbor dioica, macro-
phylla, folis membranaceis, ellipticis, acuminatis, basi acutis,
glaberrimis, nitidis; petiolo brevissimo, glabro, rugoso; stipulis
triangularibus, acutis, fulvo-tomentosis; floribus ci —; flori-
bus Q in racemos breves, pubescentes, densifloros dispositis,
bracteis triangularibus, ciliatis, exiguis; calyce breviter 5-lobo, his-
pidulo-pubescente; petalis minimis, ciliatis; diseo hispido-pubes-
cente; ovario glaberrimo, stylis 3, bilobis coronato.
Großblättriger Baum, nur in den Knospen gelblich behaart, sehr früh verkahlend.
Blattstiel 3—7 mm lang. Blattspreite mit deutlichem Adernetz, 20—25 cm lang,
8—10 cm breit, von dünner Textur. Q Blüten klein, 2 mm im Durchmesser. Coccen
ein stehenbleibendes Mittelsäulchen zurücklassend,
Insel St. Thomas (Quixras n. 424).
Die gleichfalls auf St. Thomas vorkommende Th. Manniana Müll.-Arg. weicht von
der hier beschriebenen Art durch kleinere, fast lederartige Blätter, durch lockerere
9 Trauben, den behaarten Fruchtknoten und die wohl entwickelten Blumenblätter ab.
Cyclostemon Bl., Bijdr. 597.
C. Henriquesii Pax, Bol. de Soc. Broter X; arbor ramulis juniori-
bus adpresse pubescentibus; foliis breviter petiolatis, glaberrimis, lamina
lanceolata vel oblonga, basi acuta, paullo tantum acuta,
apice subcaudato-acuminata, integerrima, coriacea, penni-
nervi, reticulato-venosa, nitida; floribus Q faseieulatis, crasse pedi-
cellatis; stylis 2, apice dilatatis, bilobis; fructu adpresse cinereo-
pubescente.
Baum oder Strauch mit stark glänzenden Blättern. Blattstiel bis 40 mm lang ;
Spreite 10—12 cm lang, 3—4 cm breit. Fruchtstiele 4—2 cm lang.
Insel St. Thomas, Roca S. Nicolau, 950 m Doten n. 133).
Verwandt mit C. stipularis Müll.-Arg., durch die anliegend behaarte Frucht ver-
schieden.
Hymenocardia Wall., Cat. Herb. Ind. n. 3549.
H. acida Tul. var. major Pax; foliis majoribus, magis rugosis,
subtus lepidibus aureis paucis adspersis, glabris; fructibus
majoribus.
Blätter bis 8 cm lang und bis 31/; cm breit. Frucht bis 31/ cm lang und 4 cm breit.
Mossambik, Quilimane (Srunmann n. 430 — 2. Febr. 1889,
fruchtend).
In Blatt und Frucht nur wenig von H. acida Tul. aus West- und Centralafrika ver-
schieden; die ganze Pflanze robuster und die Früchte erheblich grüfer. Drüsen auf
der Blattunterseite nur sehr spärlich.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. I. 79
H. lasiophylla Pax n.sp.; frutex ramulis pubescentibus; foliis breviter
petiolatis, oblongis vel obovatis, obtusis vel subacutis, coria-
ceis, supra glabrescentibus, subtus pubescentibus et aureo-
lepidotis, nervis tertiariis inconspicuis; floribus —; fructu
late obeordato, alis angulo obtuso divergentibus, loculis
glabrescentibus, nervosis.
Blätter 4 cm lang, 2 cm breit. Frucht 2—92!/; cm lang und 3 cm breit.
Deutsch-Ostafrika, Pori am Ugallaflusse Bonn n. 147a — 4. Jun.
1882, fruchtend).
Nahe verwandt mit H. mollis Pax (Exar. Jahrb. XV. 528), verschieden davon durch
die nicht vortretende Nervatur zwischen den Fiedernerven 4. Ordnung und die unter
sehr stumpfen Winkel divergierenden Fruchtflügel.
Uapaca Baill., Etud. Euph. 595.
U. Teusczii Pax n. sp.; arbor dioica, ramulis crassis, cinereo-velu-
tinis; foliis breviter petiolatis, obovatis, obtusissimis, basi acutis,
subtus nitidis, glabrescentibus, venis reticulatis; floribus gt —;
floribus € in ramulis lignosis orientibus, solitariis vel aggregatis, breviter
pedicellatis, pedicello glabrescente; involucri foliis glabris, ob-
longis vel obovatis, obtusis; disco hypogyno urceolari, lobato, ciliato;
ovario glabro; stylis 3, pluries dichotomis.
Baum mit dicken, grauen, in der Jugend kurz weichhaarigen Zweigen. Blätter
trocken oberseits graugrün, unterseits braun, nur längs des Mittelnervs noch spärlich
bekleidet, 42—15 cm lang, 8—9 cm breit; das Adernetz deutlich hervortretend. Blatt-
stiel kräftig, 2—3 cm lang, schwach grauhaarig, verkahlend, Blütenstiel kaum 4 cm
lang. Involucralblätter schuppenförmig, gelblich, 8 mm lang, von etwas lederartiger
Consistenz. Fruchtknoten 4 mm lang; die wiederholt gegabelten Griffel zurückgekrümmt,
dem Fruchtknoten anliegend.
Angola, Malansche (Teuscz in Mgcnow, Iter angol. n. 423 — Jan.
1880, blühend).
Verwandt mit U, benguelensis Müll.-Arg., ihr habituell auch ähnlich, aber leicht zu
unterscheiden durch die Kahlheit der vegetativen Organe und Involucren, auch schon
durch das deutliche Adernetz der Nerven dritter Ordnung.
U. Mole Pax n. sp.; arbor dioica glabra, ramulis crassis; foliis
breviter petiolatis, obovatis, obtusissimis, basin versus atte-
nuatis, opacis, glabris, nervis tertiariis transversis, paral-
lelis; floribus —; fructu breviter pedicellato, glabro, ovoideo, parce
verruculoso, 3-loculari, loculis abortu monospermis; semine —.
Baum mit dicken, graubraun berindeten Zweigen, (wenigstens zuletzt) völlig kahl.
Blätter trocken braungrün, kahl, 45—18 cm lang, 7—9 cm breit; die Nerven 3. Ordnung
quer verlaufend, parallel. Blattstiel 4—41/ cm lang. Frucht mit 42—44 mm langem
Stiel, 12 mm breit und fast 2 cm lang, rotbraun, mit weißlichen, wenig vorspringenden
Punkten.
Oberes Kongogebiet, Mukenge, Bachwald (Poser n. 1635 —
12. Sept. 1882, fruchtend).
Einheimischer Name: Mole.
80 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Nutzen: Die Frucht ist, wie die anderer U.-Arten, essbar. Das
Holz wird benutzt zur Bereitung von Holzkohle. Zu diesem Zwecke
wird das Holz auf einen Haufen geschichtet und angebrannt. Die untersten
Kohlen werden vermittelst Holzstücken aus dem Feuer herausgenommen
und mit Erde bedeckt. »Es sind aber nur bestimmte Hölzer, welche zur
Kohlenbereitung benutzt werden.«
U. Mole ist nächst verwandt mit U. guineensis (Don) Müll.-Arg., unterscheidet sich
aber sofort durch größere Blätter und den regelmäßigen Verlauf der Tertiärnerven.
Croton L., Gen. n. 1083.
Cr. Stuhlmanni Pax n. sp.; frutex (?) pilis stellatis sparsis
haud arcte appressis vestitus; foliis ovatis, basi leviter cordatis,
apice acuminatis, crenulatis, petiolatis; petiolo lamina subbreviore, apice
stipitato-biglanduloso; stipulis obsoletis; racemis densifloris, elongatis,
multifloris rhachi ferrugineo tomentosa; bracteis inferioribus flores
g' simulque © stipitantibus; calyce floris G' 5-partito, extus pilis
stellatis vestito, segmentis late ovatis, subacutis; petalis lanceolatis, sub-
tus glabris, supra villosis, calycem superantibus; staminibus ad
20, toro piloso insertis; disci glandulis acutis; sepalis floris Q linea-
ribus, petalis aut nullis aut hine inde evolutis filiformibus, recur-
vis; disci glandulis triangularibus, aeutis; ovario dense ferrugineo vestito;
stylis semel bifidis, ramis elongatis.
Blütter 5—6 cm lang, 3—4 cm breit, mehr oder weniger verkahlend. Blattstiel
31/,—3'/; cm lang. Trauben sehr reichblütig, bis 12 cm lang. Kelchblätter 4—2 mm lang.
Seengebiet, Insel Sesse, im Victoria- Njansa; háufig am Strand
(Srunımann n. 4210 — 12. Dec. 1891, blühend).
Nahe verwandt mit Cr. oxypetalus Müll.-Arg., aber verschieden durch größere
Kahlheit, dichtere Trauben und dicht und klein gekerbte Blätter; ferner durch oberseits
wollige Blumenblätter, zahlreichere Staubblätter u. s. w.
Gilgia nov. gen.
Flores dioiei (vel monoici?) Flores gt: Calyx ad basin 5-partitus,
laciniis angustis, lanceolatis, extus villosis, in alabastro valvatis.
Petala 5, basi inter se cohaerentia, obovata vel oblonga, glabra.
Stamina 5, filamentis linearibus, hyalinis, antheris extrorsis.
Disci glandulae (staminodia?) inter stamina sitae 5, crassae,
medio supra et subtus sulcatae, apice appendice hyalino,
introrsum refracto coronatae; discus centralis (ovarii rudi-
mentum?) hyalinus, urceolaris. Flores Q et fructus ignoti. Suf-
frutex (vel frutex ?) foliis breviter petiolatis, juvenilibus pilis simplici-
bus candidis, adultis canescentibus, oblongis, stipulis subulatis; floribus 7
in axillis foliorum superiorum glomeratis, sessilibus.
Obwohl 9 Blüten zur Zeit noch unbekannt sind, erweist sich Gilgia schon im Bau
der & Blüten als durchaus verschieden von den Euphorbiaceen-Gattungen, in deren
Nähe sie gehört. Schon der Habitus, die mit Blumenblättern versehenen Blüten, sowie
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, I. 81
die knäuelförmige Inflorescenz weisen der neuen Gattung die Stellung neben Chrozophora
Juss. im System an; die Art der Discuseffigurationen und die am Grunde zusammen-
hüngenden Petalen kommen aber keiner andern Gattung der Chrozophorinae zu.
Bisher nur eine Art bekannt:
6. candida Pax n. sp.; ramis albo-tomentosis, adultioribus glabres-
centibus; foliis oblongis vel rotundato-oblongis, integerrimis,
obtusissimis, candidis, adultis canescentibus; petiolo albo to-
mentoso, quam lamina triplo breviore; stipulis subulatis, deciduis ; floribus
CT glomeratis, sessilibus, calyce extus villoso; calycis segmentis linearibus,
acutis; petalis glabris, obovatis vel oblongis; filamentis hyalinis, antheris
brunneis; disci glandulis brunneis, appendice hyalino praeditis; disco
centrali hyalino; floribus Q —.
Blätter 2—21/, cm lang, 1!/;cm breit, am Grunde abgerundet oder etwas ver-
schmälert. Blattstiel 5—7 mm lang. Blüten klein, zu mehreren in den Blattachseln
sitzend. Habitus der Pflanze ähnlich wie Chrozophora, aber Haare einfach, Schuppen
fehlend und Blätter ganzrandig. Ob die Pflanze monöcisch oder diöcisch ist, lässt sich
nicht entscheiden, da die meisten Blüten noch jung sind, und die obersten noch völlig
unentwickelt erscheinen.
Somaliland, Ahlgebirge, 1500 m, zwischen Steinen wachsend
(HıLpesranpr n. 889c — März 1873, blühend).
Caperonia St. Hil., Pl. Rem. Brasil. 244.
C. Stuhlmanni Pax n. sp.; annua, basi sublignosa, inermis; foliis
sessilibus, linearibus, aeutis, argute serratis, nervis subtus prominen-
tibus percursis, hispide pilosis; spicis bisexualibus, pilosis, axillaribus,
breviter pedunculatis, foliis brevioribus, bracteis parvis linearibus, acu-
minatis; sepalis floris gt ovatis, acutis, hispidis; petalis dimorphis,
2 quam reliqua multo majoribus, 4 intermedio, omnibus spathulatis,
unguiculatis, suberosis; staminibus 10; ovarii rudimento androphorum
breve coronante columnari; sepalis floris O linearibus acuminatis hispidis;
petalis linearibus; ovario hispido, stylis multifidis coronato; capsula
triloba, hispida, seminibus griseo-coerulescentibus, subglobosis,
acutis.
30 cm bis 4 m hoch, oberseits dicht beblüttert, Blätter 5—12 cm lang, !/—2!/,cm
breit mit der typischen Nervatur, Behaarung und Serratur der Caperonia-Arten. Blüten-
stände etwa 2—3 cm lang. Kapsel 8 mm breit. Samen bläulich grau, 4 mm lang und
31/2 mm breit, ohne Caruncula.
Sansibar, Pangani (Stunımanx n. 768 — Jan. 1890, blühend und
fruchtendj. — Mossambik, Quilimane (Srunımann n. 604 — 412, Jan.
1889, blühend und fruchtend).
Verwandt mit C. senegalensis Müll.-Arg. vom Senegal und C. Rutenbergii Müll.-Arg.
von Madagaskar.
C. latifolia Pax, Bol. da Soc. Broter. X.; annua, inermis, superne
hispida; foliis breviter petiolatis, ovatis, acutis, basi obtusis
vel leviter cordatis, crenato-serratis, nervissubtus prominen-
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 6
82 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
tibus paucis percursis, subbispidis; stipulis linearibus; spicis
bisexualibus, axillaribus, pedunculatis, folio brevioribus, gracili-
bus; bracteis parvis, subulato-linearibus, acuminatis; calycis g‘ segmentis
triangularibus, acutis, subglabris; petalis aequalibus, calyce paullo
longioribus; ovarii rudimento androphorum breve coronante; sepalis
floris Q inaequalibus, 3 majoribus triangularibus, acuminatis,
3 multo minoribus; petalis quam sepala brevioribus, linearibus; ovario
hispido, stylis multifidis coronato; capsula (immatura) breviter scabro-
hispida, calyce accrescente suffulta.
Breitblüttriges Kraut, namentlich oberwürts von gelblichen, steifen Haaren rauh,
unterwürts mehr weniger verkahlend. Blattstiel 4—41/; cm lang, rauhhaarig, Spreite
44—42 cm lang und bis 6 cm breit; Nerven zweiter Ordnung beiderseits 6—7. Neben-
blätter linealisch, 4 mm lang. Ahren 4—5 em lang, davon 3—31/3 cm auf den Stiel ent-
fallend, sehr zart, dünn. Blüten sitzend. Kelchblätter unter der unreifen Kapsel bis
5 mm lang und 3 mm breit,
Insel St. Thomas, Cachào Grande am Rio Agua Grande, um 20—
570 m (Morrer n. 183 — Aug. 1885, blühend).
Durch die großen, breiten, deutlich gestielten Blätter sehr ausgezeichnete Art; der `
Blattumriss erinnert an C. cordata St. Hil. aus Brasilien, aber die Blütter sind hier sitzend
und die Pflanze stachelig. Unter den afrikanischen Arten keiner habituell ähnlich, aber
im System neben C. serrata Presl einzuschalten.
Orotonogyne Müll.-Arg., in Flora 1864. 535.
Von dieser interessanten Gattung war bisher nur eine Art bekannt,
Cr. Manniana Müll.-Arg. Unter dem afrikanischen Material des Berliner
botanischen Museums fanden sich drei weitere Species, welche mit jener
nicht identisch sind, so dass demnach die Gattung zur Zeit 4 Arten enthält,
welche sich leicht trennen lassen, zum Teil schon durch die vegetativen
Organe. Die Gattung ist auf Westafrika beschränkt.
A. Folia adulta supra et praesertim subtus lepi-
dota.
a. Folia obovata, abrupte acuminata, basin
versus cuneato-angustata. Sepala in flore
QA .. le e e Re Ur, gabunensis Pax.
b. Folia lineari-lanceolata, apice et basi aeuta.
Sepala in flireQ 5 . . . . . . . . . . Cr. angustifolia Pax.
B. Folia adulta glabra.
a. Inflorescentia folium aequans. Capsula lepi-
dota . . . 2. e e e e ss e oe s sS Or, MannianaMüll.-Arg.
b. Inflorescentia folio brevior. Capsula lepi-
dota et pilosa . . . . . . . . . . . . Cr. Poggei Pax.
Cr. gabunensis Pax n. sp.; arborescens, dioica, ramulis junioribus
lepidotis; foliis breviter petiolatis, obovatis, abrupte acuminatis,
basin versus cuneato-attenuatis, basi patellari-biglandulosis, supra
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, I. 83
et subtus etiam adultis lepidotis; stipulis ex ovato acuminatis, lepi-
dotis; floribus gt —; floribus Q in racemum folio saepe breviorem,
6—8-florum, simplicem, rarius ramosum, lepidotum dispositis, pedi-
cellatis, pedicellis crassis, florem multoties superantibus; sepalis 4, ob-
longis, obtusissimis, extus lepidotis, eglandulosis; petalis 4,
cordato-oblongis, glabris, sepala superantibus; disco suburceolari ;
ovario triloculari, dense lepidoto; stylis bipartitis, ramis bifidis.
Strauch von 3!/; m Höhe. Blattstiel 11/; cm lang, Blattspreite oberseits dunkel,
trocken braungrün, unterseits heller. Nervatur beiderseits deutlich hervortretend. Spreite
22—32 cm lang, 9 cm breit. Nebenblütter 6—7 mm lang, 3 mm breit. Blütenstand locker,
Blütenstiele 2 cm lang. Kelchblütter 4—5 mm lang. Blumenblütter 6 mm lang, 5 mm
breit. Unreife Samen gelblich, braun gefleckt.
Mundagebiet, Gabun, Sibange Farm (Sovaux n. 257 — 13. März
4881, mit © Bl. und unreifen Früchten).
Sehr charakteristische Art, durch die Blattform und die Vierzahl der Blütenhülle
ausgezeichnet.
Cr. angustifolia Pax n. sp.; arborescens, dioica, ramulis junioribus
lepidotis; foliis brevissime petiolatis, lineari-lanceolatis, basi et
apice acutis, basi patellari-biglandulosis, supra glabrescentibus,
subtus etiam adultis lepidotis; stipulis ex ovato acuminatus, lepi-
dotis; floribus g! glomeratis, glomerulis in spicam dissitifloram, folium
aequantem, lepidotam dispositis; sepalis extus lepidotis; staminibus
receptaculo convexo glabro insertis, ad 45; floribus C in racemum folio
longiorem, pauciflorum lepidotum dispositis, pedicellatis, pedicellis
crassis, florem superantibus; sepalis 5, lanceolatis, aeutis, extus
lepidotis, basi eglandulosis; petalis 5, late ellipticis, glabris,
sepala paullo superantibus; disco urceolari, leviter lobato; ovario
triloeulari, dense lepidoto; stylis bipartitis, ramis bifidis; capsula triloba,
lepidota; seminibus albieantibus, dorso brunneis, ceterum brunneo
marmoratis.
Strauch von 3!/; m Höhe. Blattstiel !/o—1!/; em lang, dick. Blattspreite oberseits
kahl, trocken braungrün, unterseils hellgrün, mit deutlich vortretender Nervatur, mit
Schuppen besetzt, 25—32 cm lang und 3—3!/; cm breit. Nebenblütter 6—7 mm lang.
Die 5 Knäuelähren bis 30 cm lang. Die Partialinflorescenzen von einander entfernt.
Blüten noch sehr unentwickelt, Trauben kürzer, wenigblütig; die Blütenstiele dick,
11/—2 cm lang. Kelchblätter 6 mm lang, 2—2!/; mm breit; Blumenblätter wenig länger.
Kapsel 12 mm lang. Samen 8 mm lang, 6—7 mm breit, marmoriert, ähnlich wie bei
Rieinus.
Mundagebiet, Gabun, Sibangefarm (Sovaux n. 256 — 13. März A884,
mit sehr jungen cj! und € Blüten und Früchten).
Von der vorigen Art sehr verschieden durch die Blattform, die Gestalt der © Kelch-
blätter und die Fünfzahl der 9 Blütenhülle. & Blüten noch sehr jung.
Cr. Manniana Müll.-Arg. in »Flora« 4864. 535; in DC., Prodr. XV.
2. 794.
Fernando-Po (Mann n. 219, 220).
6*
84 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Scheint auf die genannte Insel beschränkt zu sein. Blätter ähnlich wie bei Cr. gabu-
nensis, aber im entwickelten Zustande kahl; sie weicht von Cr. gabunensis ab durch die
Fünfzahl der Blütenhülle und die mit Drüsen versehenen Sepalen; von Cr. angustifolia
unterscheidet sie sich durch die lanzettlich-verkehrteiförmigen, kahlen Blätter und die
mit Drüsen versehenen, stumpfen Kelchblätter.
Cr. Poggei Pax n. sp.; arborescens, dioica, ramulis junioribus
parce lepidotis; foliis breviter petiolatis, obovatis, acuminatis,
basin versus cuneato-attenuatis, basi patellari-biglandulosis, supra
et subtus glabris; floribus —; inflorescentia Q pauciflora, glabres-
cente, quam folium breviore; capsula triloeulari, dense lepidota et
pilis rigidis vestita, sepalis 5, lanceolatis, acutis, extus lepidotis,
eglandulosis stipitata; seminibus flavis, parce bruneo-maculatis.
Blattstiel (isem lang, dick. Blattspreite kahl, oberseits braungrün, unterseits hell-
grün, mit deutlich vortretender Nervatur, 18—20 em lang, 6 cm breit. Nebenblätter
6—7 mm lang. Blüten nicht bekannt. Fruchtstand etwa 10 cm lang, mit nur wenigen
Früchten besetzt. Früchte auf starken, (ia cm langen Stielen. Kapsel 1 cm lang und
etwas breiter, bräunlich. Samen 8 mm lang, nur schwach marmoriert.
Oberes Kongogebiet, Mukenge, Bachwald (Poser n. 1326).
Durch die relativ große Kahlbeit der vegetativen Teile, die schwach marmorierten
Samen und die mit steifen Haaren zwischen den Schuppen besetzte Kapsel ausgezeichnet,
Von Cr. gabunensis ferner unterschieden durch die fünfteilige Blütenhülle und spitze
Kelchblätter, von Cr. angustifolia durch die Blattform und von Cr. Manniana durch die
drüsenlosen Kelchblätter u. s. w.
Claoxylon Juss., Euph. Tent. 43. t. 44.
Cl. Molleri Pax, Bol. da Soc. Broter. X; dioicum, glaberrimum,
tantum foliis novellis adpresse hirtis; ramis basi squamis persistenti-
bus, albidis involucratis; foliis flaecidis, glaberrimis, breviter
petiolatis, oblongis vel ovatis, acuminatis, basi subobtusis, inte-
gerrimis, margine glandulis praeditis; floribus g" —; inflores-
centia Q longe pedunculata, glaberrima, floribus Q sub bracteis parvis
fasciculatis, graciliter pedicellatis; calyce cupulari, sub-
truncato-bilobo; disco hypogyno integro; ovario glabro stig-
mate discoideo coronato, capsula dicocca.
Baum oder Strauch, mit grauweiß berindeten Ästen, fast völlig kahl. Blattstiel 4 cm
lang, Blattspreite 40—14 cm lang, 5 cm breit, randständige Drüsen gelblich. Q In-
florescenz mit 21/; cm langem Stiel, die Blütenstiele etwa 6 mm lang. Unreife Kapsel tief
zweilappig, die Fächer kugelrund, 3 mm im Durchmesser fassend.
Insel St. Thomas, S. Nicolau, Nova Moka, bei 920 m (Morrer n. 136
— Mai 1885, mit © Blüten). `
Einheimischer Name: Bugi-bugi.
Gehört in die Nähe von Cl. Welwitschianum Müll.-Arg. und Cl. columnare Müll.-Arg.,
welche gleichfalls verwachsene Griffel tragen, doch unterscheidet sich Cl. Molleri u. a.
durch die scheibenfórmige Narbe. Cl. occidentale Müll.-Arg., gleichfalls auf St. Thomas
wachsend, ist nur in 5 Exemplaren bekannt, doch fehlen bei dieser die am Grunde der
Zweige befindlichen Knospenschuppen , die Blätter erreichen eine bedeutendere Größe
und entbehren der Drüsen am Blaltrande.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. Il. 85
Cl. hispidum Pax n. sp.; frutex arborescens, dioicus, ramis juniori-
bus flavo-hispidis; ramis basi squamis persistentibus in-
volucratis; foliis firme membranaceis, breviter petiolatis, flavo-
hispidis, lanceolatis vel oblongis, acuminatis, basi acutis vel
subobtusis, glanduloso-denticulatis; petiolo brevi, hispido; inflores-
centiis hispidis; floribus cj! in ramulis novellis fere umbellato-fasciculatis,
graciliter pedicellatis, pedicellis glabris; calyce depresso-sphaerico,
glabro, segmentis obtusis; staminibus numerosis, brevibus, juxta basin
glandulis parvis praeditis; floribus C secus inflorescentiae rhachin sub
bracteis parvis fasciculatis, saepe apicem versus umbellato-
congestis, pedicellis glabris; calyce bilobo, glabro; disco hypogyno
subbilobo; ovario glabro; stylis basi tantum connatis, stigmati-
bus crassis, laevibus; capsula dicocca; seminibus scrobiculato-asperis.
Strauch von 2,5 bis 4 m Höhe, die jungen Triebe, Blätter und die Blütenstünde
gelblich, rauhhaarig; die Bekleidung — nach dem vorliegenden Material — an der
Q Pflanze viel stärker als an der (5. Blattstiel dick, 4 cm lang. Blattspreite 12—20 cm
lang, 4—5 cm breit; die Blätter unterseits schimmernd. 5 Blüten bis 4 mm im Durch-
messer, glänzend; Q Blüte zusammengedrückt, 2—3 mm breit, die kräftigen Narben die
Breite der Blüte erreichend oder noch wenig breiter, Kapsel 12—43 mm breit. € Blüten-
stände bis 7 cm lang, davon die Hälfte oder mehr auf den Stiel entfallend.
Kamerun, Urwald, W.-Buea, 1600 m (Preuss n. 888 — 16. Mai 1891,
Gf), in Ober-Buea (Preuss n. 908 — 1891, mit Q Blüten und Früchten).
In Kamerun wächst in derselben Höhe wie die vorliegende Pflanze Cl. membrana-
ceum Müll.-Arg., mit welcher sie auch habituell, namentlich im Indument, überein-
stimmt, aber die Blätter sind nicht tief eingeschnitten gezühnt, die Nebenblätter nicht
verlängert und die Narbe nicht papillös, wie bei Cl. membranaceum Müll.-Arg.; Cl. hispi-
dum gehört dem Narbenbau zufolge in die Nähe von CI. rivulare Müll.-Arg., von der sie
schon durch das Indument ganz wesentlich abweicht,
Cl. atrovirens Pax n. sp.; frutex (?) dioicus, ramis junioribus
adpresse hirtis; ramis basi squamis persistentibus involucratis;
foliis firme membranaceis, supra atroviridibus, breviter petiolatis, ob-
longis, acuminatis, basi acutis vel subobtusis, glanduloso-denticu-
latis, basi eglandulosis, adpresse hirtis, deinde glabrescenti-
bus; petiolo brevi, hirto; floribus gt —; floribus € in spicas hirtas,
breves, longe pedunculatas, axillares dispositis, sub bractea parva
solitariis vel binis, breviter pedicellatis, pedicello glabro; calycem
aequante; calyce subtruncato 2- vel 3-lobo, glabro; disci glandulis
hypogynis parvis 2—3; ovario glabro; stylis semiliberis, laevi-
bus; stigmatibus laevibus; capsula dicocca.
Ältere Zweige hellbraun berindet, jüngere Triebe anliegend behaart. Blatistiel
ı cm lang. Blattspreite 9—40 cm lang, 31/ cm breit, später verkahlend, oberseits
dunkelgrün, unterseits hellgrün. Q Inflorescenz 21/g—3 cm lang, etwa 3/4 davon auf den
Stiel entfallend.
Ghasalquellengebiet, Monbuttuland, am Kussumbo (ScHWEINFURTH
n. 3486 u. 3109 — 10. März 1870, mit Q Blüten).
86 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII,
Neben CI. angolensis Müll.-Arg. einzuschalten, verschieden hiervon durch die am
Grunde drüsenlosen Blütter und den tief gelappten hypogynen Discus.
Cl. flaccidum Pax n. sp.; frutex dioicus, ramulis novellis pube-
rulis; ramis basi squamis persistentibus involucratis; foliis
tenuiter flaccidis, breviter petiolatis, oblongis vel rhombeis,
acuminatis, basi acutis, integris simulque margine glandulis
praeditis vel glanduloso-denticulatis, glabreseentibus; petiolo
brevi, puberulo; floribus jj! —; floribus € —; capsula (juvenili) dicocca,
glabra, stylis ? a basi liberis coronata; stigmatibus laevibus;
seminibus pallidis, scrobiculatis.
Ältere Zweige hellbraun berindet. Bekleidung weichhaarig, bald mehr oder weniger
verschwindend. Blattstiel 4 cm lang, Blattspreite von sehr dünner Textur, 7 cm lang,
31/,—3 cm breit. Q Blütenstände zur Fruchtzeit 6 cm lang, davon etwa 3—3!/5 cm auf
den schwach weichhaarigen Stiel entfallend. Kapsel kurz gestielt, 6—7 mm breit. Samen
9—3 mm im Durchmesser.
Ghasalquellengebiet, Monbuttuland, Munsa (ScuwEinrurtu n. 3355
— 4. April 1870, mit unreifen und reifen Früchten).
Verwandt mit Cl. rivulare Müll. Arg. und CL hispidum Pax, aber durch die dünnen
Blätter und die Kahlheit derselben sofort zu unterscheiden.
Cl. Schweinfurthii Pax n. sp.; frutex dioicus (vel monoicus?) ramulis
junioribus adpresse hirtis, ramis basi squamis persistentibus in-
volueratis; folis tenuiter membranaceis, breviter petiolatis,
glabrescentibus vel sparse pilosis, ovatis, abrupte acuminatis,
basi obtusis, eglanduloso-denticulatis; petiolo brevi, adpresse hirto;
inflorescentia (5' axillari, pedunculata, pedunculo adpresse hirto; floribus g'
umbellato-faseieulatis, longe capillaceo-pedicellatis, pedicellis
glabris; calyce depresso-sphaerico, glabro, segmentis obtusis; staminibus
numerosis, brevibus, juxta basin glandulis parvis praeditis; inflorescentia Q
axillari, pedunculata, pedunculo adpresse hirto; floribus € sub bracteis
minutis 1—?nis, breviter pedicellatis, pedicello florem aequante, glabro;
calyce glabro, 2-lobo, lobis acutis; disco hypogyno subbilobo; ovario
glabro; stylis liberis; stigmatibus laevibus.
Ob die Pflanze diócisch oder monöcisch ist, bleibt dahingestellt, doch finden sich
bei ein und derselben Nummer auf einem Bogen $ und 9 Exemplare. Rinde der Zweige
hellgelb. Bekleidung auliegend, später mehr weniger verschwindend; die jüngsten
Triebe von anliegenden Haaren weißgelb. Blattstiel 4 cm lang. Blattspreite von sehr
dünner Textur, 6 cm lang, 3!/a cm breit, bisweilen am Grunde etwas schief. (5 In-
florescenz locker, 4 cm lang gestielt, die Stiele der einzelnen, doldig gedrängten Blüten
bis 4!/; cm lang. & Blüten 4 mm im Durchmesser. € Inflorescenz (sehr jung) etwa
3 cm lang, davon 2 cm auf den Stiel entfallend..
Ghasalquellengebiet, Niamniamland, am Nabambisso (ScuwkriN-
FURTH n. 3056 — 19. Febr. 1870, blühend).
Wie Cl, flaccidum Pax wegen der glatten Narben in die Nähe von CL rivulare
Müll.-Arg. und Cl. hispidum Pax gehörig, mit Cl. flaccidum am nächsten verwandt, aber
durch die drüsenlosen Blätter und die Blattform unterschieden. Vermutlich werden sich
auch, sobald Cl. flaccidum genauer bekannt ist, noch weitere Unterschiede in den Blüten
oder den Inflorescenzen finden.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 87
Cl. lasiocoecum Pax n. sp.; frutex dioicus, ramis virgatis, glabris,
aphyllis, ramulos abbreviatos, pubescentes, folia floresque
proferentes, basi squamis persistentibus involucratos pro-
ducentibus; foliis (juvenilibus) pubescentibus, ovatis, acuminatis,
glanduloso-denticulatis, breviter petiolatis, membranaceis; flori-
bus g! —; floribus Q in inflorescentiam 2—3-floram, pubes-
centem, subsessilem dispositis; brevissime pedicellatis, bracteis
minutis; calyce bilobo, hirto, disco hypogyno lobato; ovario pubes-
cente, stylis 9, liberis patulis, dilacerato-papillosis coronato;
capsula 2-cocca, coccis pubescentibus; seminibus nigris,
scrobiculatis.
Strauch mit rutenfórmigen, gelbbraun berindeten Langtrieben und stark verkürzten
Kurztrieben, welche Blätter und Blüten tragen. Blätter noch sehr jung, 2 cm lang und
4 cm breit. C Inflorescenz auf 2—3 mm langen Stielen, 2—3-hblülig. Q Blüten 41/2 mm
breit, auf kurzen, 41—2 mm langen Stielen. Kapsel grün, 6 mm breit, schwach ver-
kahlend, sehr kurz gestielt. Samen 3 mm im Durchmesser.
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Uganda (Srunımann n. 1484
— Januar 1891, mit Q Blüten).
Die beiden Arten der Sect. Athroandra Hook. mit behaartem Fruchtknoten, Cl. tricho-
gyne Müll.-Arg. und Cl. triste Müll.-Arg. gehören dem tropischen Westafrika an; der
ersteren von beiden steht Cl. lasiococcum Pax näher, unterscheidet sich aber durch die
Differenzierung der Sprosse in Lang- und Kurztriebe und die fast sitzenden 9 Blüten-
stände mit den sehr kurz gestielten € Blüten.
Erythrococca Benth. in Hook., Niger Fl. 506.
Von dieser Gattung war bisher nur eine Art, E. aculeata Benth., be-
schrieben worden; zur Zeit kenne ich vier Arten, welche in folgender
Weise sich von einander specifisch unterscheiden.
A. Inflorescentia cj! faseiculato-spicata.
a. Folia integerrima. . . 2 . . . E. aculeata Benth.
b. Folia dentata vel repando- „dentata. ,
a. Fasciculi florum gj! distantes . . . . . E, abyssinica Pax.
B. Fascieuli florum (5! ad apicem rhachidis
congesti. . . . . nennen. E Fischeri Pax.
B. Inflorescentia 3 fasciculata sss. s n E bongensis Pax.
E. aeuleata Benth. in Hook., Niger Flora 506; Müll.-Arg. in DC.,
Prodr. XV. 2. 794.
Sierra-Leone und Senegambien.
E. abyssinica Pax n. sp.; frutex dioicus, ramis novellis pilosis,
glabrescentibus; foliis glaberrimis, breviter petiolatis, ellipticis vel
oblongis, basi acutis, apice acuminatis, denticulatis vel repando-
dentatis; petiolo puberulo; stipulis demum in spinas breves,
luteas, uncinatas mutatis; floribus gt secus rhachin tenuem,
glabram fasciculatis, graciliter pedicellatis; calyce 3-fido,
glabro; staminibus 6—8; glandulis intrastaminalibus brunneis, setaceo-
88 Beitráge zur Flora von Afrika, VIII.
angustatis; floribus Q more gj! dispositis; calyce 3-fido; disci glan-
dulis 2, linearibus; ovario glabro, tricocco; stigmate plumoso.
Bis 3 m hohe Gebüsche bildend. Äste mit graugrüner Rinde. Blattstiel 5—8 mm
lang, Blattspreite 5—7 cm lang, 2—3 cm breit, von derber, brüchiger Consistenz,
glanzlos, unterseits gelblichgrün, an den jüngeren Trieben oft rótlich überlaufen. Die
verdornten Nebenblätter kurz, hellgelb, + aufrecht. Inflorescenzen 3—31/, cm lang,
axillür.
Abessinien, Rora, 2000 m (it nenn: sr n. 509 — 1872, mit g' Bl.);
Colonia Erytrea, Ghinda, Strauch in der Buschwaldzone, 950 m (SCH wEIn-
FURTH n. 327 — 19. Febr. 1891, 5), Gheleb, 1700 m (Schweinrurtu n. 1139
— 2. April 1894, 3t), Acrur (Scnweisrurtn n. 1037 — 21. März 1892, ©).
Von E. aculeata Benth. aus dem tropischen Westafrika unterscheidet sich die
abessinische Art durch die kurzen Stipulardornen, die gezähnten Blätter, den Q Blüten-
stand und die 3 Fruchtblätter.
E. Fischeri Pax n. sp.; frutex dioicus, ramis novellis glabrescenti-
bus; foliis glaberrimis, petiolatis, lanceolatis, acuminatis, re-
pando-dentatis; petiolo puberulo; stipulis in spinas breves,
luteas, uncinatas mutatis; floribus cj ad apicem rhachidis
basi longiuscule nudae fasciculato-spicatis, densis, breviter
et graciliter pedicellatis; calyce 3-fido; staminibus ad 12; glandulis
intrastaminalibus brunneis; floribus Q —.
Strauch mit weißgrau berindeten Ästen. Blattstiel 4 cm lang, Blattspreite 7—9 cm
lang, 2—2!/, cm breit, von derber, brüchiger Consistenz, glanzlos, in der Jugend pur-
purrot überlaufen. Die verdorrten Nebenblätter kurz, 2 mm lang. Inflorescenz bis
21/2 cm lang, in der unteren Hälfte nackt.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangabe (Fischer n. 21).
Mit der vorigen Art nüher verwandt als mit E. aculeata Benth,, von beiden durch
die in der unteren Hälfte nackte Inflorescenzspindel verschieden, so dass die ($ Blüten
an der Spitze der Spindel ein walziges Köpfchen zu bilden scheinen.
E. bongensis Pax; frutex dioicus ramis novellis mox glabrescentibus ;
foliis breviter petiolatis, ovatis, basi acutis, acuminatis, suberenu-
latis, glabris; stipulis in spinas breves, lutescentes mutatis;
floribus oO e pulvinis axillaribus, puberulis fasciculato-
glomeratis; calyce 3-fido; staminibus ad 10-42; glandulis intrastami-
nalibus apice capitato-incrassatis, brunneis; floribus Q —.
Bis meterhoher Strauch mit hellgrau berindeten Zweigen. Blätter von derber Con-
sistenz, etwas gelbgrün, 3!/; cm lang, 2 cm breit. Stipulardornen 2 mm lang. & Blüten
kurz gestielt, mit 41—2 mm langem Stiel.
Bongoland, Gurfala (Scuweinrurtu n. 2226 — 2. Aug. 1869, mit
g' Blüten).
Durch den Bau der & Inflorescenz von allen Arten der Gattung E. verschieden.
Poggeophyton Pax nov. gen.
Flores dioici, apetali. Flores gt —. Flores OQ: Calyx tripartitus,
segmentis latis, obtusis. Disci hypogyni glandulae numerosae,
hinc inde pilis elongatis ciliatae. Staminodia 3, parte inferiore
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, II, 89
(filamento mutato) brevi, cylindrica, parte superiore (anthera
mutata) biloba, lobis divaricato-erectis. Ovarium 3-loculare;
styli breves, ovario appressi, a basi plumoso-multifidi; ovula in
loculis solitaria. Capsula 3-loba, rarius abortu biloba, 3-locularis,
3-sperma, coccis dorso carinatis, in coccos bivalves dissiliens.
Semina globosa, estrophiolata, testa crustacea; albumen carnosum ; cotyle-
dones latae, planae. — Frutex v. arbor ramis juvenilibus pubescentibus,
mox glabratis. Folia breviter petiolata, penninervia, membranacea, crenata.
Stipulae in aculeos mutatae. Inflorescentia gt —. Inflorescentia
Ọ spicata, spicis axillaribus, pendulis, elongatis, folia aequantibus vel
superantibus.
Eine scharf getrennte, sehr interessante Galtung aus der Verwandtschaft der Mer-
curialinae ; sie ist nächst verwandt mit Erythrococca Benth., mit welcher sie die dornigen
Nebenblätter und die federartig zerschlitzte Narbe gemein hat. Die Form der Stami-
nodien lüsst vermuten, dass die Antheren der ($ Blüten, welche zur Zeit noch unbe-
kannt sind, eine ähnliche Form besitzen wie bei Erythrococca. Durch die genannten
Merkmale unterscheidet sich P. von Claoxylon Juss. und Micrococca Benth. sehr scharf,
wie überhaupt diese beiden Genera schon etwas entfernter stehen. Die generischen
Unterschiede gegenüber Erythrococca aber liegen in den zahlreichen Discusdrüsen, dem
Auftreten von Staminodien, der aufspringenden Kapsel und den ährigen Inflorescenzen.
Erythrococca besitzt nur zwei Discusdrüsen, keine Staminodien und eine nicht auf-
springende Steinfrucht mit dünnem Sarcocarp. Die @ Blüten bilden armblütige Büschel
in den Blattachseln.
Nur eine Art:
P. aculeatum Pax n. sp.; frutex (? ramis mox glabrescentibus;
foliis breviter petiolatis; petiolo pubescente, lamina multo breviore; lamina
membranacea, opaca, anguste oblonga, basi obtusa, apice acuta, leviter
crenata; aculeis stipularibus brevibus, recurvis; floribus cj! —; floribus Q
in spicas pendulas, densas dispositis; sepalis late triangularibus, obtusis;
disci hypogyni glandulis quam sepala brevioribus, numerosis, triangulari-
bus vel ovatis, nonnullis longe ciliatis; staminodiis glandulas aequantibus;
ovario globoso, leviter trilobo; capsula viridi, triloba, tricarinata; seminibus
brunneis, rugosis.
Blattstiel 1—4!/; cm lang; Spreite bis 8 cm lang und 2!/? cm breit. Stipulardornen
gelblich, 2—3 mm lang, am Grunde stark verbreitert. © Ahren bis 40 cm lang. Kapsel
8—9 mm breit, 5 mm hoch. Pericarp dünn, grün,
Oberes Kongogebiet, am Lulua (Pocse n. 1370 — 19. Febr. 1882,
mit Früchten und wenigen © Blüten).
Mallotus Lour., Fl. Cochinch. 635.
M. Buettneri Pax n. sp.; frutex (vel arbor?) ramis foliisque juniori-
bus pilis simplicibus et stellatis vestitis; foliis alternis, firme
membranaceis, ovatis, basi obtusis, apice acuminatis, repando-
denticulatis vel integerrimis, utrinque nitidis, adultis plus
minus glabrescentibus, subtus non glanduloso-punctatis; petiolo
90 Beitráge zur Flora von Afrika, VIII.
laminae dimidiam attingente; stipulis subulatis; floribus gf secus
rhachin dense vestitam axillarem glomerulatis, subsessilibus;
bracteis subulatis, 3—-7-floris; calyce extus dense stellato-piloso,
segmentis intus glabris, oblongis, obtusis; staminibus numerosis; antheris
introrsis; filamentis breviter hirtis simulque glanduloso-
punctatis; floribus Q —.
Die jungen Triebe von Sternhaaren und einfachen Haaren mehr oder weniger
dicht bekleidet, später verkahlend. Blätter 48—22 cm lang, 71—144 cm breit, mit deut-
lich vortretender, typischer Nervatur der Galtung. Blattstiel 6—7 cm lang. Neben-
blütter 8—410 mm lang. Blätter (trocken) oberseits etwas graugrün, unterseits schwach
braungrün, von häutiger Consistenz. ($ Blütenstünde 4—5 cm lang; Q Blüten 4 mm
im Durchmesser.
Gabun, Mundagebiet, Wald nach Sibange (Bürrxer n. 272 — Sept.
1884, mit cj! Blüten).
Gehórt in die Verwandtschaft des M. oppositifolius (Geisel.) Müll.-Arg., demselben
auch habituell etwas ähnlich, aber wesentlich verschieden durch die alternierenden,
unterseits nicht drüsig punktierten Blätter und die behaarlen Filamente.
Argomuellera Pax nov. gen.
Flores monoici, Flores g": Calyx valvatus, 3-partitus, laciniis
reflexis, extus pubescentibus. Petala nulla. Stamina numerosa,
toro hemisphaerico, glanduloso-scrobiculato, piloso inserta;
filamentis liberis, antheris parvis, introrsis, longitudinaliter affixis.
Ovarii rudimentum nullum. Flores ©: Calyx 5—6-partitus,
laciniis angustis. Petala nulla. Discus nullus. Ovarium tomen-
tosum, 3-loculare, trilobum, loculis 4-ovulatis; styli liberi,
indivisi, lineares, subreflexi, ovario subadpressi. Fructus —. —
Arbores vel frutices macrophylli, partibus juvenilibus pilis sim-
plicibus tomentosis. Folia alterna, lanceolato-obovata, basin versus
cuneato-attenuata, dentata, penninervia, brevissime petio-
lata, stipulata. Flores glomerato-spicati, subsessiles; bracteae
parvae, multiflorae; glomeruli bisexuales. Inflorescentia
elongata, axillaris.
Die neue Gattung gehört in die Verwandtschaft von Mallotus Lour., unterscheidet
sich von dieser aber durch den kräftig entwickelten, drüsigen und behaarten
Torus der ($ Blüten, die linealischen Narben und sehr wesentlich durch den Habi-
tus; die Haare sind einfach, unverzweigt, die Blätter keilfórmig nach der
Basis verschmälert, kurz gestielt und nicht fingernervig; die Inflorescenz ist
zweigeschlechtlich. In der Form der Blätter erinnert Argomuellera an die Arten
von Pycnocoma Benth., doch steht diese Gattung jener sehr viel ferner durch die ver-
wachsenen Griffel und die einfache, unverzweigte Inflorescenz.
A.macrophylla Pax n. sp.; frutex (vel arbor) ramis crassis, cica-
tricosis, plus minus pilis simplicibus vestitis; foliis firme membra-
naceis, lanceolato-obovatis, acuminatis, basin versus cuneato-
attenuatis, argute dentatis, opacis, supra subglabris, subtus
imprimis secus nervos molliter pilosis; petiolo brevissimo; stipulis
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 91
triangularibus, acuminatis, pilosis, superioribus multo angustioribus; in-
florescentia dense fulvo-tomentosa, elongata, quam folium
multo breviore; floris 2 sepalis oblongis, obtusis, extus pubescen-
tibus; floris C sepalis lineari-lanceolatis, extus pubescentibus, acutis;
ovario dense tomentoso ; stylis subtus pilosis.
Blätter mit dem kurzen, kaum 4 cm langen, nicht abgesetzten, dicken, oben rinnigen
Blattstiel, 28—42 cm lang bei einer Breite von 9—14 em, oberseits verkahlend. Inflores-
cenz 45 cm lang, reichblütig, die einzelnen Partialblütenstände von einander mehr oder
weniger entfernt, & Kelchblütler 3—4 mm lang, 2—2!/; mm breit. Filamente bis
4—5 mm Länge erreichend. Antheren gelb. € Kelchblätter 3 mm lang, 4 mm breit.
Griffel etwa 3 mm lang.
Mossambik, Wald im Westen vom Issongo Semliki, 870 m (SrunL-
mann n. 2962 — 94. Dec. 1891). — Seengebiet, Uganda (STUHLMANN
n. 1343 — 29. Dec. 1890, beide blühend). — Oberes Kongogebiet,
am Lulua (Poser n. 1376 — 1. Juni 1883, blühend, n. 1393).
Ich vermag die PoccE' sche Pflanze von der ostafrikanischen nicht einmal als Varietät
zu unterscheiden; die Blütter sind etwas derber, die Bekleidung dichter und reich-
licher, und die Zähnung des Blattrandes etwas schwächer als an den SruuLsANN'schen
Exemplaren.
Neoboutonia Müll.-Arg., in Journ. Bot. il. 336.
N. canescens Pax n. sp.; arbor vel frutex (?) ramis junioribus pilis
stellatis rufis plus minus dense vestitis; foliis amplis, firme membranaceis,
petiolatis, petiolo lamina breviore, pilis stellatis rufescentibus vestito, orbi-
culari-cordatis, vel cordatis, breviter acutis, basi plus minus cor-
datis, integerrimis, pagina superiore junioribus pilis stellatis rufis
vestitis, glabrescentibus, subtus pilis stellatis albis plus minus
dense obtectis, in planta g' pilis numerosissimis albis canes-
centibus; foliis basi 5—7-nervibus, nervis secundariis inter se parallelis,
transversis, prominentibus; floribus 2 glomerato-fasciculatis, fasciculis
secus ramos paniculae effusae, magnae dissitis; inforescentia stellato-pilosa;
floribus cj! parvis, breviter pedicellatis, pedicello florem aequante; calyce
glabro, globoso, bipartito, lobis latissimis, obtusissimis; staminibus cen-
talibus, ad 20; antheris obtusis; ovarii rudimento nullo; floribus Q
in panieulam gt multo minorem dispositis; calyce cupuliformi, 5-fido,
segmentis lanceolatis, uninervibus, extus densissime pilis stel-
latis obtectis; disco hypogyno parvo; ovario piloso; stylis pilosis, bi-
partitis, erectis.
Blätter der $ Pflanze etwa 10—18 cm lang, 7—18 cm breit, oberseits trüb grün,
unterseits von Sternbaaren weißgrau, auf 3—10 cm langen Stielen; Blätter der Q Pflanze
spitz, 18—20 cm im Durchmesser auf 10—13 cm langen Stielen, unterseits graugrün in
Folge schwächerer Sternhaarbekleidung. & Kelchblütter 1—11!/; mm lang. Q Kelch-
blütter 21/; mm lang.
Niamniamland, am Nabambisso (ScmwrmrunrH Ser. lll. n. 145 —
Febr. 4870 mit cj und Q Blüten). — Seengebiet, Bukoba (Srunt.-
mann n. 1097, 4582, 3321 — 48. Nov. 1890, 6. Febr. 1890, 49. Febr.
92 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
1892, mit (5! Blüten; n. 1450 — 26. Nov. 1890, mit cj! Blüten); Kabotschi
(Fischer n. 527).
BentHAm (in Hook., Icon. pl. tab. 1298, 4299) hat das Verdienst, nachgewiesen zu
haben, dass Conceveiba africana Müll.-Arg. (Flora 1864. 530; DC., Prodr. 897) nicht dieser
Gattung angehört, sondern eine Art von Neoboutonia vorstellt, welcher er den Namen
N. Mannii Benth. gab. Er zog zu dieser Art von Princes Island auch die Schwein-
runTH'sche Pflanze des Niamniamlandes, aber mit Unrecht; sie unterscheidet sich von
N. Mannii durch die Bekleidung, das Fehlen langer, borstiger Haare und das Fehlen der
Discusdrüsen in den 5 Blüten. Viel näher steht N. canescens der N. africana Müll.
(Journ. Bot. I. 336; DC., Prodr. XV. 2. 892) aus dem tropischen Westafrika, unter-
scheidet sich von dieser aber durch die ganzrandigen Blätter, die einnervigen © Sepalen
und die stumpfen Antheren.
Macaranga Thouars, Gen. nov. Madag. 26.
M. Schweinfurthii Pax n. sp.; arbor vel frutex (?) trunco ramisque
spinosis, ramis mox glabrescentibus; foliis permagnis, junioribus
sparse pilosis, mox glabrescentibus, subtus glandulis atro-fuscis
adspersis, subcoriaceis, basi cordatis, trilobis, lobis triangulari-
bus, acutis, dentatis vel rarius subintegris; 5— 9-nervibus, nervis
secundariis transversis, parallelis; petiolo glabro, laminam subaequante,
crasso; stipulis magnis, glaberrimis, ovato-oblongis, acutis; floribus
g' —; floribus Q in paniculam brevem, spiciformem, ferru-
gineo-puberulam, e ramis vetustioribus ortam dispositis, sub-
sessilibus; calyce Q leviter lobato, ferrugineo-puberulo, lohis obtusis-
simis; ovario biloculari, rarius triloculari, stigmatibus valide papillosis
coronato.
Baum oder Strauch (?) mit sehr großen, tief gelappten Blättern, dornigem Stamm
und Asten und kurzen © Inflorescenzen am alten Holz. Nebenblätter 4—4!/5 cm lang,
3 em breit, kahl, rotbraun. Blattstiel sehr kräftig, bis 8 mm im Durchmesser, 295—850 cm
lang. Blätter oberseits zuletzt bleigrau oder graugrün, unterseits grün bis braun; die
jüngeren 15—25 cm lang und breit, die älteren 30—50 cm lang, und ebenso breit; die
jüngeren im Umriss an Ahornblätter erinnernd, von derber Consistenz. © Blütenstände
bis 40 cm lang, wenig verzweigt, mit leicht abfallenden Bracteen. Fruchtknoten 5 mm
breit und 4 mm lang.
Ghasalquellengebiet, Monbuttuland, Munsa (Scnweisrurtn n. 3500
— 8. April 1870, mit Q Blüten) — Niamniamland, am Dingbe (Scuwris-
FURTH n. 3315 — 4. März 1870, steril), am Juru (ScuwkmvrURTH n. 3336 —
14. März 1870, steril).
Die im Niamniamland gesammelten Exemplare sind steril, und es ist daher noch
nicht völlig sicher, ob sie zu der Pflanze des Monbuttulandes gehören, doch spricht die
Größe, Form und Kahlheit der Blätter dafür, sowie die der Stipulae.
M. Schweinfurthii ist eine ausgezeichnete neue Art, welche die nüchste verwandte
in M. heterophylla Müll.-Arg. (DC., Prodr. XV, 2. 993) von Sierra Leone besitzt, von ihr
aber durch die relative Größe der Blätter und Stipulae, durch die Kahlheit der vegeta-
tiven Organe und die Blattform abweicht. Q Blüten sind von M. heterophylla nicht
bekannt.
M, Preussii Pax n. sp.; arbor resiniflua, ramis glabrescentibus ; foliis
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 93
magnis, adultis glaberrimis, subtus glandulis luteis adspersis,
subcoriaceis, supra opacis, subtus inter nervos brunneos albican-
tibus, basi profunde cordatis, sinu clauso, trilobis, lobis bre-
vibus, late triangularibus, longe acuminatis, integerrimis vel
vix crenulato-denticulatis, basi 5-nervibus, nervis secundariis trans-
versis, parallelis; petiolo glabro, lamina breviore, crasso; stipulis tomen-
tosis, breviter triangularibus, acutis, mox deciduis; floribus J' in
paniculas ramosas, subpendulas, tomentosas, e ramis vetustioribus
ortas dispositis, sessilibus; bracteis tomentosis, rhombeis, acutis,
in petiolum alatum, brevem contractis, ineiso-dentatis;
calyce g! tomentoso; staminibus numerosis, antheris 4-, rarius 3-locu-
laribus.
Baum von 3 m Höhe, viel Harz absondernd. Nebenblätter leicht und früh abfallend,
4 cm lang oder länger, am Grunde ebenso breit, gelblich filzig. Blattstiel etwa 20 cm
lang, rötlich. Blattspreite bei einer Länge von 25—30 cm, eine Breite von 48—20 cm
erreichend, oberseits dunkelgrün, unterseits grünweißlich mit hervortretender, brauner
Nervatur, am Grunde tief herzförmig mit sich deckenden Basallappen, nach vorn zu sehr
kurz dreilappig mit sehr kurzen, aber lang zugespitzten Abschnitten. & Blütenstände
am alten Holz, bis 45 cm lang.
Kamerun, Buschwald nordwestlich Buea (Preuss n. 601 — 47. Jan.
1891, mit c! Blüten).
Verwandt mit M. heterophylla Müll.-Arg. und M. Schweinfurthii Pax, von beiden
aber schon durch die Blütter und Nebenblátter sehr verschieden.
M. mollis Pax n. sp.; arbor ramis junioribus dense rufo-pubes-
centibus pilisque elongatis, flavidis vestitis; foliis adultis supra
glabris, subtus pubescentibus glandulisque luteis adspersis, sub-
coriaceis, supra sublucidis, late cordatis, leviter trilobis, lobis
brevissimis, acutis, integris vel remote denticulatis, basi 5-ner-
vibus, nervis secundariis transversis parallelis; petiolo limbum subaequante,
pubescente; stipulis e basi ovata acuminatis concavis, pubescen-
tibus; inflorescentia —; calyce © trilobo, lobis obtusissimis extus pubes-
centibus; ovario biloculari, bilobo, fulvo-tomentoso; seminibus parvis,
badiis, hilo linea alba notatis, estrophiolatis.
Nebenblätter 11/; cm lang, bleibend, concav, gleichsam nach unten ausgesackt
fuchsig filzig. Blattstiel 10—142 cm lang. Blattspreite 44—45 cm lang und ebenso breit,
selten etwas breiter als lang, herzfórmig, am Grunde nur wenig ausgeschnitten, unge-
lappt oder kurz dreilappig, mit kaum hervortretenden Lappen. Nerven bisweilen in
wenig hervorspringenden Zähnen endigend. Samen etwa 2mm im Durchmesser fassend.
Oberes Congogebiet, Mukenge (Pocsz n. 1352 — 26. Aug. 1882,
die abgeblühte © Pflanze).
Gehört gleichfalls in die Section Mappa Juss. und dürfte sich auch um M. hetero-
phylla Müll.-Arg. gruppieren, unterscheidet sich aber von dieser, sowie von M. Schwein-
furthii Pax und Preussii Pax durch die bleibende Bekleidung und die Blattform schon
auf den ersten Blick. Eine nahe Verwandtschaft liegt jedenfalls nicht vor.
M. saecifera Pax n. sp.; arbor (vel frutex?) ramis dense fulvo-his-
pidis; foliis magnis, junioribus sparse pilosis, mox glabrescentibus,
94 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
subtus glandulis nigris adspersis, subcoriaceis, basi cordatis,
profunde trilobis, lobis lateralibus obliquis, lobo medio oblongo-
obovato, omnibus acuminatis, repandis vel inciso repandulo-
dentatis, basi 7-nervibus, nervis secundariis transversis, parallelis;
petiolo glabro, laminam subaequante, apice apendices 2, laminae
paginae inferiori arcte adpressas, reniformes, se invicem
obtegentes, glandulis 2 nigris instructas ferente; stipulis
oblique lageniformi-vesiculosis, i. e. basi saccatis, vesiculoso-
concavis, apice acuminatis, coccineis, pilis fulvis hinc inde
obsitis, intus subvillosis, glabrescentibus; inflorescentia Qj
axillari, ramosa, glabrescente; bracteis ovatis, acutis, concavis, glandulis
adspersis, villosulo-ciliatis; floribus g' in bractearum axillis numerosis;
staminibus 4-, rarius 3-loeularibus; floribus Q —.
Blütter 20—25 cm lang, oberseits schwach graugrün, unterseits mit einem Stich
ins Gelbliche, auf 20—25 cm langen Blattstielen. Die Anhüngsel an der Spitze des Blatt-
stieles, welche morphologisch die stark zurückgeschlagenen, basalen Óbrchen der Spreite
vorstellen (Taf. I C, D), sind bis 41/2 cm lang und 8 mm breit und tragen zwei ansehn-
liche, schwarze Drüsen. Die corallenroten Nebenblätter sind zu eigentümlichen, blasigen
oder schief flaschenfórmigen Gebilden von 3 cm Länge und 4!/; cm Dicke umgewandelt
(Taf. 1A, B); sie bilden sich durch eine basale Aussackung des Nebenblattes. Der
Zugang zum so gebildeten Hohlraum ist auf eine Spalte beschrünkt, welche natürlich
der Mediane des Nebenblattes gegenüberliegt. Die Blasen sind außen mit fuchsroten
Haaren bekleidet, welche allmählich verschwinden, innen kahl und nur am Eingang
filzig. 5 Blütenstand verzweigt, die Zweige unterwärts nackt, oberwürts dicht mit fertilen
Bracteen versehen, Bracteen 4 mm lang und breit.
Oberes Kongogebiet, Mukenge, Urwald (Poser n. 1335 und 1363
— 6. Aug. und 9. Oct. 1881, mit cj! Blüten und steril).
Die Pflanze ist von allen afrikanischen Arten der Gattung Macaranga durchaus ver-
schieden und schließt sich nur an M. mollis Pax an, insofern bei dieser Art die eigen-
tümliche Ausbildung der Stipeln beginnt, welche bei M. saccifera eine höhere Vollkom-
menheit erreicht.
M. saccifera dürfte wahrscheinlich als neuer Typus von Ameisenpflanzen
betrachtet werden, einmal ausgezeichnet durch die kräftigen Drüsen auf besonders
gebildeten und orientierten basalen Öhrchen der Blattspreite und zweitens dadurch, dass
die Schläuche von Nebenblättern gebildet werden. Ameisen konnte ich in den Schläuchen
nicht nachweisen, und die Annahme der Art als Ameisenpflanze beruht auf einem Ana-
logieschluss. M. saccifera besitzt die fuchsrote Bekleidung anderer Ameisenpflanzen und
die Stipeln treten in Parallele mit den Schläuchen und Behältern der Melastomaceae u. s. w.
Übrigens ist M. saccifera nicht die erste Ameisenpflanze der Gattung Macaranga : M. ca-
ladiifolia Becc. besitzt hohle Blütenstandsachsen.
Erklürung der Figuren auf Taf. I.
A Blühender Zweig, etwa !/, nat. Größe; B die beiden Stipeln, davon die eine längs
aufgeschnitten; C Blattbasis von vorn und D von hinten.
M. Poggei Pax n. sp.; arbor vel frutex (? ramis junioribus fulvo-
pubescentibus; foliis graciliter petiolatis, mox glabris, subtus glandulis
fuscis numerosis adspersis, subcoriaceis, ovatis, acu minatis, basi in
petiolum contractis, rotundato-subtruncatis, 3-nervibus,
F, Pax, Euphorbiaceae africanae. Il. 95
nervis secundariis transversis, parallelis; petiolo fulvo-pubescente vel
glabrescente, quam lamina paullo breviore; stipulis mox de-
ciduis; floribus cj! in paniculas ramosas, puberulas, in axillis foliorum
orientes dispositis; bracteis ovato-oblongis, acuminatis, in-
ciso-dentatis, pubescentibus; floribus g! valde juvenilibus globosis;
floribus Q —.
Zweige dünn. Blätter oberseits bleigrau, unterseits gelblich grün, 10—14 cm lang,
6—8 cm breit, in eine vorgezogene Spitze verschmälert, auf 5—7 cm langen Stielen;
Nebenblätter an der vorliegenden Pflanze allenthalben abgefallen. 5 Blütenstände
kürzer als das Tragblatt, verzweigt, die Bracteen 2—21% mm lang. A Blüten noch
sehr jung.
Oberes Kongogebiet, Mukenge, Bachwald (Poser n. 1387 —
5. Aug. 1882, die DI.
In die Nähe von M. angolensis Müll.-Arg. gehörig, aber durch die Blattform sofort
zu unterscheiden.
Acalypha L., Gen. n. 1082.
A. juliflora Pax n. sp.; arbuscula monoica, foliis novellis pilosis
exceptis glaberrima; foliis longe petiolatis, membranaceis, cor-
datis, acuminatis, serratis, glabris; stipulis triangulari - lanceo-
latis, deciduis; petiolo glabro, laminam aequante vel superante;
inflorescentia unisexuali, basi squamis brunneis involu-
erata; inflorescentia g! amentiformi, subsessili, bracteis
late ovatis, dense imbricatis, margine denticulatis; an-
theris brevibus, loculis non elongatis; inflorescentia Q sessili,
pluriflora, bracteis rotundato-ovatis, denticulatis, glan-
duloso-ciliatis, unifloris; sepalis 3, ovatis; ovario glaberrimo,
stvlis laciniatis.
l Zweige stielrund. Blattstiel 10—15 cm lang, Blattspreite 44—15 cm lang, 6—9 cm
breit, nicht glänzend. Stipeln bis 7 mm lang. & Blütenstand kätzchenförmig, rotbraun,
bis 2 cm lang, die einzelnen Bracteen sich deckend. € Blütenstand 5—7 Bracteen von
4 cm Breite tragend.
Nordwest-Madagascar, Nossibé, Urwald von Loko-bé (nr:
BRANDT n. 3979 — Dec. 1879, blühend).
A. juliftora stellt in der Gattung Acalypha einen abnormen Typus dar, welcher
weniger habituell, als auch durch die Kürze der Antheren von den echten Acalyphen
wesentlich abweicht. Auch die Form der (3 Blütenstünde ist sehr bemerkenswert, doch
hat neuerdings N. E. Rose bei einer amerikanischen Art (A. coryloides N. E. Rose) eine
ähnliche kätzchenförmige Ausbildung gefunden. Trotz der großen Verschiedenheit
wird man A. juliflora noch am besten neben A. fruticosa Forsk. im System einordnen
können.
A. comorensis Pax n. sp.; frutex densus monoicus, ramis foliis
novellis parce pilosis exceptis glaberrimus; foliis oblongis vel
ovato-oblongis, basi obtusis vel breviter cordatis, apice
acuminatis, crenato-dentatis, glaberrimis, penninervibus,
membranaceis; petiolo folium aequante vel eo breviore; stipulis parvis,
96 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
subulato-linearibus, mox deciduis; spicis unisexualibus, utriusque
sexus axillaribus; spicis cj! tenvibus, multifloris, fascieulatis;
floribus 3 parvis, glabris, secus spicae rhachin glomerulatis, sessilibus;
spicis Q 4—5-floris; floribus distantibus, sub bractea gla-
berrima, reniformi, repandulo-dentata solitariis; ovario
glandulis aureis dense punctulato, stylis erectis, erebre laci-
nigeris.
Dichter Strauch von 2 m Höhe, mit Ausnahme der allerjüngsten Triebe völlig kahl.
Blattstiel 5—13 cm lang; Blätter hellgrün, 45—20 cm lang und 6—9 cm breit. Die
d Knäuelähren bis 10 cm lang, zu 2—3 in den Blattachseln, kahl. Die Q Ähren einzeln,
4—8 cm lang, 4—5-blütig, seltener noch armblütiger. Q Bractee 4 mm breit.
Gomoren- Inseln (Scuuipr n. 192 — 1886, blühend); Insel Jo-
hanna, im Tieflande an Waldründern "rungen. n. 1662 — Juni/Aug.
1875, mit Ju. © Bl.).
Gehört in die Gruppe der Pleurostachyae-Acrandeae und die Untergruppe der Panto-
gynae-Pleurogynae; sie schließt sich an keine bisher beschriebene Art näher an und
wäre vielleicht noch am besten neben A. repanda Müll.-Arg. im System einzuschalten.
A. urophylla Pax; frutex monoicus, ramulis novellis hispidis;
foliis ovatis, basi obtusis, longe caudato-acuminatis, serru-
latis, subhispidis, basi trinervibus, membranaceis; petiolo brevi;
stipulis linearibus; spicis aut O, subunifloris, axillaribus, aut andro-
gynis, infra bracteas 4—3 Q gerentibus, deinde gf, axillari-
bus simulque terminalibus; spicis Q ad bracteam unicam,
unifloram, cordato-reniformem, serrulatam, in axilla folii
sessilem reductis, saepissime florem alterum Q abortivum,
graciliter pedicellatum ferente; ovario hispido; stylis a basi
profunde laciniatis; spicis androgynis saepe elongatis,
multifloris, flores Q 1—3, g' numerosos gerentibus; bracteis g
lanceolatis, hispidis.
Strauch. Blätter mit 1—21/; cm langen Blattstielen, 7 cm lang, 2—2!/5 cm breit.
Androgyne Inflorescenzen 3—10 cm lang, die terminalen kräftiger entwickelt, als die
axilláren. Stiel der abortierenden zweiten Blüte der Q Inflorescenz 11/5—8 cm lang,
haardünn.
Insel Sacatia bei Nossibé, nordwestl. von Madagaskar (HıLpr-
BRANDT n. 3356 — Februar 1880).
Wie die vorige Art zu den Pantogynae-Pleurogynae gehürig, von allen in Betracht
kommenden Arten (4. Radula Bak., comorensis Pax, Baroni Bak. und Lyalli Bak.) aber
schon habituell sehr verschieden.
A. ambigua Pax; frutescens(?), monoica, ramis dense cinereo-
pubescentibus; folis lanceolatis, breviter acutis, apicem
versus crenulatis, basin versus integerrimis, pilosis, penni-
nervibus, subcoriaceis, nervis subtus (more Salviae officinalis)
reticulato-prominentibus; petiolo brevissimo; stipulis parvis,
angustis, acuminatis; spicis axillaribus, sessilibus, aut abbre-
viatis 2—3-floris, Q, aut saepius hermaphroditis, apice
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 97
masculis, basi bracteis 1—2 Q praeditis; floribus cj! dense secus
spicae rhachin elongatam glomerulatis, sessilibus, calyce piloso prae-
ditis; bractea Q pilosa, usque ad medium in lacinias lanceo-
latas dissecta, 1-flora; ovario dense strigosulo-hirto; stylis
erebre laciniatis, laciniis brevibus, erectis, atropurpureis.
Blütter fast sitzend, 21/,—3 cm lang, 7—40 mm breit, in der Farbe, Form und
Nervatur sehr lebhaft an die von Salvia officinalis erinnernd. Die zweigeschlechtlichen
Blütenstände etwa 2 cm lang, die $ von den Q Blüten durch ein kurzes, nacktes
Zwischenstück der Achse getrennt. Q Bractee zuletzt 3—31/; mm lang.
Angola, Malandsche (Truscz in Mecuow, Pf. v. Ang. n. 405 — Oct.
1880).
Man könnte im Zweifel sein, ob die neue Art den Pantogynae- Pleurogynae oder
den Oligogynae zuzuzühlen ist; für letzteres würde der Umstand sprechen, dass die
meisten Inflorescenzen hermaphrodit sind mit zahlreichen $ und nur wenigen Q Blüten.
Da indes auch rein 9 Blütenstünde axillär auftreten, zähle ich die neue Art umsomehr
zu den Pantogynae-Pleurogynae, als sie hier durch den Bau der € Bractee in A. fuscescens
Müll. und A. dumetorum Müll. ihr Analogon findet, während sie unter den Oligogynae
keinen näheren Anschluss aufzuweisen hätte.
A. squarrosa Pax n. sp.; frutex squarrosus, ramis elongatis
aphyllis, glaberrimis, ramulos abbreviatos paucifoliatos
gerentibus; foliis rotundato-obovatis vel rotundatis, apice sub-
obtusis, dentato-crenatis, glabrescentibus, basi trinervibus,
membranaceis; petiolo brevi, quam lamina multoties breviore; stipulis
lanceolato-subulatis; spicis subsessilibus, ramulos oligo-
phyllos terminantibus, aut Q paucifloris, aut cj, multi-
floris et tum saepius bracteis O paucis basi praeditis,
androgynis; floribus (j! dense secus spicae rhachin brevem glomeru-
latis, calyce piloso praeditis; bractea Q sub anthesi pilosa, par va,
demum glabrescente et accrescente, reniformi, circiter
acute 9-dentata, uniflora; ovario dense strigosulo-hirto; stylis
crebre laciniatis, atropurpureis.
Stark verästelter Strauch mit blattlosen Langtrieben und wenigblätterigen Kurz-
trieben, welche von den Inflorescenzen begrenzt werden. Blätter 2—3 cm lang und
11/0—2 cm breit, kerbig-gezähnt, nur spärlich behaart, namentlich gewimpert. Die
androgynen Inflorescenzen 11/—2 cm lang, die weiblichen noch kürzer. Q Bracteen
2!/ mm lang.
GCentralmadagaskar, Nord-Betsiléo, Sirabé, zwischen vulkanischen
Steinen an sonnigen Stellen (HirpEBsRANDpT n. 3560 — Aug. 1880, mit spär-
lichen Blütenstünden).
Die Verzweigungsverhältnisse und die Inflorescenz weisen dieser Art ihre Stellung
neben A. Spachiana Baill. im System an, doch ist sie von dieser außer manchen Blüten-
verhültnissen schon auf den ersten Blick durch den Habitus eines echten Wüsten-
strauches und die Blattform sofort zu unterscheiden.
A. crotonoides Pax n. sp.; monoica, caulibus humilibus,
herbaceis, e rhizomate crasso orientibus, dense fulvo-pubes-
centibus; foliis obovatis, breviter acutis, basi obtusis,
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. i
98 Beiträge zur Flora von Afrika. VII,
argute serratis, dense fulvo-pubescentibus, penninervi-
bus, membranaceis, nervis secundariis prominentibus, nume-
rosis; petiolo brevissimo, pubescente; stipulis lineari-subulatis,
petiolum superantibus; spicis unisexualibus; spicis (j' axillaribus,
pubescentibus, pedunculatis, pedunculo spieam ipsam aequante,
bracteis linearibus, longe pilosis; calyce g! parce piloso, sepalis triangu-
laribus acutis; spicis Q terminalibus, densifloris, ovoideis,
multifloris; bractea © infra medium laciniata, sericeo-
pubescente, uniflora; sepalis Q 3, pilosis, parvis; ovario dense
piloso; stylis elongatis, laciniatis; capsula pubescente; seminibus
laevibus, pallidis.
Niedriger Halbstrauch mit kurzen, 6—8 cm langen, krautigen Zweigen. Behaarung
sehr dicht, gelblich, mit seidenartigem Schimmer. Blätter (noch unentwickelt) 21/2 cm
lang, gelbgrün. Nebenblätter 8 mm lang. & Ahren bis 3 cm lang, dünn. Q Ahren
3—31 cm lang und 42 mm im Durchmesser, sehr dicht. Griffel 8 mm lang. Kapsel
5 mm im Durchmesser.
Lunda, Kimbundo (Pocee n. 144 — August 1876, blühend).
Gehört in die Verwandtschaft von A. polymorpha Müll.-Arg. und steht namentlich
der var. sericea Müll.-Arg. nahe,
A. Teusczii Pax n. sp.; suffrutex monoicus, ramis herbaceis,
pilis retrorsis albidis subvillosis; foliis ovatis vel ovato-
oblongis, basi obtusis, apice acutis, crenatis, villosis, basi
3-nervibus, membranaceis; petiolo brevissimo; stipulis lineari-subu-
latis; spicis unisexualibus; spicis gt longe pedunculatis, axillaribus,
pedunculo folium superante, pubescenti-villoso; floribus g' dense dispositis;
spicis Q terminalibus, capituliformibus; bractea Q (sub anthesi)
piloso, lanceolata, acuta, uniflora; ovario glabro; stylis tenuiter
laeinuligeris, atropurpureis.
Stengel krautig. Blätter 3—4 cm lang, (is cm breit, fast sitzend. Nebenblätter
5 mm lang. (4$ Blütenstünde 8 cm lang, davon die Hälfte auf den Stiel entfallend.
Q Blütenstände köpfchenförmig. Griffel fast 2 cm lang. € Bracteen zur Blütezeit
2 mm lang.
Angola, Malandsche (Tzvscz in Mecnow, Pl. ang. 463 u. 259 — August
1879, blühend).
Verwandt mit A. benguelensis Müll.-Arg., aber verschieden davon durch die fast
sitzenden Blätter und die ganzrandigen, lanzettlichen Q Bracteen. Durch dies Merkmal
sehr ausgezeichnet unter den nahestehenden Species.
A. haplostyla Pax n. sp.; monoica, caulibus herbaceis, pilis
recurvis villosis; foliis anguste cordatis, acuminatis, crenatis,
plus minus glabrescentibus, basi breviter 5-nervibus, membranaceis;
petiolo quam lamina dimidio vel triplo breviore, subvilloso;
stipulis lineari-subulatis, subrecurvis; spicis unisexualibus; spicis (j'
pubescentibus, axillaribus, peduneulatis, pedunculo spicam
densam aequante; calyce cj glabrescente; spicis Q paucifloris,
terminalibus, capituliformibus; bractea O reniformi-ovata,
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. 1I. 99
dentata, pilis longis glanduliferis praedita, uniflora; sepalis
O 3, denticulatis, pilosis; ovario glabrescente; stylis elongatis, atro-
purpureis, simplicibus vel minutissime denticulatis.
Stengel krautig, bis 35 cm hoch, beblättert. Blattstiel +—41/ cm lang. Blattspreite
4—5 cm lang, 2?—21!/; em breit. & Ahren 3!/; cm lang, davon die Hälfte auf den Stiel
entfallend. Q Ahre kopfförmig, Bracteen klein.
Oberes Kongogebiet, am Luluafluss, 018 s. Br. (Posee n. 120
— Mai 1876, blühend).
In die Gruppe der Capitatae Müll.-Arg. gehórig, von allen Arten des tropischen
Afrikas durch die einfachen Griffel sofort zu unterscheiden. Von A. peduncularis Meißn.
des Caplandes durch die gestielten Blütter, die Blattform u. a. verschieden.
A. angustissima Pax n. sp.; monoica, subglaucescens, glaber-
rima, caulibus humilibus, herbaceis, e rhizomate crasso,
lignoso orientibus; foliis anguste linearibus, integerrimis,
rigidis, margine revolutis, sessilibus; stipulis lineari-subulatis;
spicis unisexualibus; spicis (j' pedunculatis, axillaribus, rhachi
glabra, bracteis angustis, pilosis praeditis, quam folia duplo vel triplo
brevioribus, gracilibus; floribus gt —; spicis © sessilibus, terminali-
bus, glaberrimis, paucifloris, capituliformibus; bractea Q
fere usque ad medium multifida, dentibus angustis, acutis, apice
pilis paucis praeditis, uniflora, secus nervos distincte costata;
ovario glaberrimo; stvlis lacinuligeris.
Aus einem kräftigen, braunen Rhizom entspringen zahlreiche 40—20 cm hohe
krautige Stengel von etwas blaugrüner Farbe und völliger Kahlheit. Blätter sitzend, von
derber Consistenz, 4—5 cm lang und 3—4 mm breit, durch den zurückgeschlagenen
Blattrand noch schmäler erscheinend. & Blütenstände zahlreich, axillär, allermeist
einzeln in der Blattachsel, 3—31/, cm lang, davon die Hälfte auf den Stiel entfallend.
dá Blüten abgefallen. € Blütenstand terminal, sitzend, von den obersten Blättern fast
umbüllt und von ihnen überrragt, 4—10-blütig, 42—15 mm lang und 10 mm breit.
Q Bractee 7 mm lang.
Oberes Kongogebiet, zwischen Kimbundo und dem Coango (Poceer
n. 143 — Mitte September 1876, mit C Blüten).
Bildet durch die Blattform und den Habitus einen neuen, sehr ausgezeichneten
Typus der Gruppe der Capitatae.
A. Stuhlmanni Pax n. sp.; monoica, caulibus e rhizomate crasso,
lignoso orientibus, herbaceis, glabrescentibus, apice setulosis;
foliis anguste obovatis, basi et apice obtusis vel subacutis,
subcrenatis, pilosis, basi subtrinervibus, membranaceis; petiolo
brevissimo; stipulis lineari-subulatis; spicis pubescentibus, bi-
sexualibus, axillaribus, sessilibus, ima basi bracteam ©
unam gerentibus, deinde o, floribus o a flore O spatio
longo nudo separatis; calyce 21 pubescente; bractea Q extus
pilosa, in lacinias acuminatas 5 partita, uniflora; ovario
pubescente; stylis pectinatim Jaciniatis.
Halbstrauchig. Stengel 20—30 cm. hoch, am Grunde verkahlend, die jüngeren
Triebe mit gelblichen, steifen Haaren beselzt. Blätter fast sitzend, mit 4 mm langem
Ph
100 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
Blattstiel, 2 cm lang, ! em breit. Ähren äis cm lang, der 5 Teil 11/,—1!/; cm lang.
© Bractee 6 mm lang. Griffel etwa 5 mm lang.
Deutsch-Ostafrika, Ukome, Niansa, S.W. Creek (SrunruaNw n. 885
— 31. October 4890, blühend).
Den Blütenverhältnissen gemäß in die Nähe von A. psilostachya A. Rich. gehörig,
aber durch Habitus, Blattform und Inflorescenz ganz wesentlich verschieden.
A. somalensis Pax n. sp.; monoica, annua, caulibus villosulo-
pubescentibus; foliis oblongis vel ovatis, acuminatis, ser-
ratis, pubescentibus, glabrescentibus, basi trinervibus,
nervis subtus prominentibus, subcoriaceis vel firme mem-
branaceis; petiolo villosulo-pubescente, laminam aequante;
stipulis mox deciduis; spicis pubescentibus, bisexualibus, axillaribus,
sessilibus, basi bracteas Q 4—6 distantes, deinde flores J
secus spicae rhachin brevem glomerulatos, apice sae-
pissime bracteam © pedicellatam, abortivam, rarius fer-
tilem, gerentibus; floribus cj! minutis, glabris; bractea Q dentata,
extus inprimis seeus nervos prominentes villoso-pubescente,
uniflora; ovario pubescente; stylis paucilaciniatis; capsula glabres-
cente, triloba; seminibus brunneis, laevibus.
Einjähriges Kraut vom Habitus einer Mercurialis annua, vom Grunde au verästelt.
Blätter graugrün, 2—2!/ cm lang, (a cm breit, auf 2—2!/; cm langen, dünnen Stielen.
Ahren 3—3!/» cm lang, die € Blüten locker, die ($ nur !/5—3/, cm der Ahrenachse ein-
nehmend. Die endstündige Q Blüte auf 3—4 mm langem, haardünnem Stiel. Q Bractee
D mm lang. Samen 1!/; mm lang.
Somaliland, Gebirgsregion Ahl bei Meid, 1000 m (HirprpnaNDT
n. 1455 — April 1875).
A. somalensis ist nächst verwandt mit A. crenata A. Rich., aber trotz weitgehender
habitueller Übereinstimmung doch wesentlich verschieden. Die wollig filzige Bekleidung,
die stark hervortretende Nervatur und namentlich der Bau der Ähre bieten vorzügliche
Unterschiede dar.
Mit A. Somalium Müll.-Arg., Reliq. Rutenberg p. 27 hat die hier beschriebene
Pflanze nichts zu thun; A. Somalium ist specifisch nicht verschieden von A. segetalis
Müll.-Arg.
Pycnocoma Benth. in Hoox., Nigerfl. 508.
P. littoralis Pax; frutex ramulis erassiusculis, glaberrimis cortice
einereo praeditis; foliis coriaceis, glaberrimis, dense reticulato-
venosis, lutescenti-viridibus, oblongis, acutis vel sub-
obtusis, basin versus attenuatis, integerrimis vel margine
leviter repandulis, brevissime petiolatis; stipulis nullis; in-
florescentia ad apicem ramulorum axillari, tomentosa, brevi, inferne
bracteis tomentosis, concavis (masculis?) onusta, apice florem ©
solitarium gerente; floribus gt —; floribus © sepalis 5 tomen-
tosis, ovatis praeditis, disco nullo; ovario pubescente; stylis
in columnam crassam, pubescentem connatis, superne liberis,
erecto-patentibus, apice discoideo-dilatatis; capsula (im-
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. Il. 101
matura) apice truncata, dense tomentosa, 6-alata, alis ab apice
ad basin cuneato-obliteratis.
Blätter 44—145 cm lang, 4—6 cm breit, etwas gelblich grün. Blatistiel 5—6 mm
Länge erreichend, dick. Àhren etwa 4 cm lang, unterwürts mit becherfórmigen Bracteen
versehen, in deren Achsel Narben abgefallener (männlicher) Blüten sich befinden. Kelch-
blütter bis 5 mm lang, 3 mm breit; Fruchtknoten wenig länger, Griffelsäule 2 mm lang.
Unreife Frucht ohne Flügel 2 cm im Durchmesser, die Flügel stumpf, von der Spitze der
gestutzten Kapsel stetig an Breite abnehmend.
Deutsch-Ostafrika, Bagamoyo, in der Littoralregion (HILDEBRANDT
n. 1300 — Mai 1874, mit O Blüten; Sruntmann n. 48 — Februar 1890, mit
unreifen Früchten).
Über die Zugehörigkeit der beschriebenen Pflanze zur Gattung Pycnocoma dürften,
obwohl $3 Blüten nicht vorliegen, Zweifel kaum bestehen. Die Blätter zeigen die
charakteristische, stark netzaderige Nervatur der bekannten Pycnocoma-Arten, die In-
florescenz, die Bracteen und der ganze Bau der € Blüten stimmen vóllig überein. Ebenso
war ja zu vermuten, dass die Gattung, welche bisher‘ nur aus Westafrika und Madagascar
bekannt war, auch im tropischen Ostafrika vorkommt. P. littoralis schließt sich an die
westafrikanischen Arten an, ist aber von allen durch die Kleinheit der Blütter schon
habituell verschieden; ein näherer Anschluss an sie findet nicht statt.
Tragia L., Gen. n. 4048.
Sämtliche hier neu beschriebene Arten gehören der Section Tagira an.
Tr. subsessilis Pax n. sp.; suffruticosa, erecta, caulibus
pubescentibus, hinc inde pilis elongatis (urentibus?) vestitis,
folis lineari-lanceolatis, basi subhastato-dilatatis, ser-
ratis, pilis (urentibus?) obsitis, subsessilibus vel brevissime
petiolatis, stipulis lanceolatis, recurvis, acutis, ciliatis; spicis pubes-
centibus pilisque elongatis obsitis, bisexualibus, floribus Q 4—2, sessili-
bus, floribus g numerosis, brevissime pedicellatis, minutis; bracteis g
lanceolatis, ciliatis; sepalis g‘ 3, ovatis, acutis, glabris, staminibus 3, in-
trorsis; floris Q calyce glabrescente, 3- partito, laciniis ambitu late
ovatis, palmato 5-fido, parte rhachiali late triangulari la-
cinulis laciniarum angustis; ovario hispido, demum plus minus
glabrescente; capsula tricocca, glabrescente, calyce paullo ampliato, non
indurato suffulta; seminibus globosis, laevibus, pallidis.
Stengel aufrecht, nicht windend, wie die vegetativen Organe etwas graugrün.
Blätter 3—4 cm lang, am Grunde bis 41/2 cm breit, schwach herzfórmig oder abgerundet.
Blattstiel fehlend oder hóchstens 4 mm lang. Stipulae 3 mm lang, ! mm breit.
Blütenstand bis 3 mm lang, am Grunde bis 4 cm nackt, ohne Blüte; zwischen den ($
und © Blüten nur ein kurzes Internodium. Q Kelchblätter 4 mm lang und breit.
Kapsel 8 mm im Durchmesser. Samen 3 mm im Durchmesser.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangabe (Fısener n. 6).
Gehört in die nähere Verwandtschaft von Tr. Meyeriana Müll.-Arg. des Caplandes
und Tr. senegalensis Müll.-Arg. aus Senegambien, unterscheidet sich von beiden durch
die sitzenden oder fast sitzenden Blätter und die nur in 5 Segmente geteilten Q Kelch-
blätter. Von den übrigen Arten mit nur 3 9 Kelchblättern trennt sich die neue Art sofort
gleichfalls durch den fehlenden Blattstiel und den nicht windenden Habitus.
102 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Tr. Preussii Pax n. sp.; volubilis, urens, ramis foliisque
adultis glabrescentibus; foliis oblongis vel obovatis, basi
cordatis, acuminatis, integerrimis vel minute crenulatis, lobis
basalibus obtusatis, supra obscure viridibus, subtus pallidis; stipulis lan-
ceolatis, acutis, glabris, recurvis; petiolo lamina breviore, minute pube-
rulo; racemis bisexualibus, floribus pedicellatis; floribus g' nume-
rosis, minutis, bracteis lineari-subulatis suffultis, sepalis 4 subglabris
praeditis, triandris; floribus Q in racemo solitariis, bractea lanceolata
suffultis; calyce Q 6-partito, laciniis pinnatipartitis, parte
rhachiali lanceolato-obovatis, extus subhispidis; lacinulis
laeiniarum utrinque 3—4; ovario subhispido.
»Schlingend; die Blütter brennen bei Berührung ühnlich wie Brennessel. Blüten
grünlich« (Preuss). Bald verkahlend, nur die jüngsten Triebe bekleidet. Blätter bis
8 cm lang und 4 cm breit, auf 3—4 cm langen Stielen. Die Blütenstünde locker und
zierlich, Stiel der $ Blüten bis 3 mm lang, die 9 Blüten etwas kürzer gestielt. Brac-
teen von beiderlei Blüten klein. Q Kelchblätter (an der Blüte) etwa 21/; mm lang.
Kamerun, Buschwald westlich von Barombi-ba (Preuss n. 467 —
9. Sept. 1890, blühend).
Nach der Form der 9 Kelchblätter (an der Blüfe) in die Nähe von Tr. angolensis
Müll.-Arg. gehórig, aber durch den Habitus, die Blattform, die Kahlheit, die gestielten
Q Blüten sehr verschieden. Die Blattform erinnert einigermaßen an die von Tr. tenui-
folia Benih., welche durch längere Blattstiele, bedeutend größere Blüten und anders
geformte Q Kelchblätter abweicht.
Tr. parvifolia Pax n. sp.; frutex erectus, urens, ramis
cinereo-tomentosis; foliis parvis, cordatis, acutis, crenulatis,
lutescenti-viridibus, utrinque dense tomentosis simulque
pilis urentibus stramineis copiose obtectis; stipulis triangu-
laribus, brevibus; petiolo tomentoso laminam semiaequante;
spicis terminalibus, bisexualibus, floribus subsessilibus, floribus 2 —,
in spica numerosis, bracteis angustis, parvis suffultis; floribus Q in spica
solitariis; calyce Q 6-partito, laciniis pinnatipartitis, parte
rhachiali lanceolatis, lacinulis laciniarum utrinque ad 4;
calyce sub fructu ampliato, indurato, pilis longis dense
hispido; capsula hispida; seminibus globosis, griseo-viridibus, san-
guineo-marmoratis.
Nach dem vorhandenen Material ein Strauch mit nicht windenden Asten, schwach
gelblich-grüner Belaubung, dichter, grauer Behaarung der Blütter und jüngeren Zweige,
zahlreichen Brennhaaren und erhärtendem Kelch unter der Frucht. Blätter 1—11/, cm
lang und 8—10 mm breit auf etwa halb so langen Stielen. © Kelch unter der Frucht
2 cm im Durchmesser. Samen schmutzig graugrün, blutrot gefleckt, 31/5 mm im Durch-
messer.
Somaliland, Ahlgebirge, 2000 m (HıLperranpr n. 8912 — März 1873,
mit Früchten).
Von allen afrikanischen Arten sehr verschieden. Durch den aufrechten, nicht
windenden Wuchs sich an Tr. moammarensis Baill. anschließend, aber durch Blattform
und © Kelch sehr abweichend.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, Il. 103
Tr. mitis Hochst. var. cinerea Pax nov. var.; urens, foliis basi
late cordatis, acuminatis, crenato-dentatis, cum ramis (junioribus) ci-
nereo-tomentosis.
Unterscheidet sich von den typischen Formen der Art durch die anliegende graue
Behaarung, wodurch die Pflanze ein graugrünes Aussehen erhält. Brennhaare sind
vorhanden.
Somaliland, Ahlgebirge, Yafir, 2000 m, im Gesträuch windend
(HıLpesranpt n. 872a — März 1873).
Einheimischer (Somali-) Name: Oubdeheiju.
Tr. Büttneri Pax n. sp.; volubilis, caulibus glabris; foliis
magnis, cordatis, acuminatis, leviter repando-erenulatis,
basi 5-nervibus, adultis glabris, tenuibus; stipulis lineari-acuminatis;
petiolo laminam semiaequante; inflorescentia longissime
pedunculata, axillari (an tantum foeminea?); floribus Ọ in spica 2—3;
calyce Q 6-partito, laciniis pinnatipartitis, parte rha-
chiali lanceolatis, lacinulis laciniarum utrinque ad 8; calyee
sub fructu ampliato indurato, pilis albis densissime vestito,
mox glabrescente; capsula glabra; seminibus globosis, casta-
neis, albido-marmoratis.
Schlingende Pflanze mit Dioscorea-ähnlichen Blättern, jedenfalls sehr früh ver-
kahlend. Blätter 9—41 cm lang, 51/,—6!/; cm breit, von ziemlich dünner Textur, bis-
weilen fast ganzrandig. Blattstiel 3—6 cm lang, kahl. Nebenblätter 7—8 mm lang,
1 mm breit, Die Pflanze ist nur in fruchtendem Stadium bekannt, daher bleibt es un-
gewiss, ob die Art etwa diöcisch ist. Blütenstände auf 10—12 cm langem Stiel, 2—3
Früchte tragend. © Kelch unter der Frucht 2 cm im Durchmesser, anfangs von dichten,
weißen Haaren verhüllt, sehr bald verkahlend. Kapsel rotbraun, kahl (ob schon
anfangs?). Samen 4 mm im Durchmesser. Es fehlen Angaben, ob die Pflanze Brenn-
haare besitzt.
Gabun, Mundagebiet, Weg nach Sibange (BürrwEn n. 286 — Sept.
1884, fruchtend).
Die Pflanze ist zwar nur unvollkommen, in Früchten, bekannt, erweist sich aber
durch die Kahlheit, die Blattform, die Inflorescenz als ein sehr guter neuer Typus der
Gattung, der neben Tr, mitis Hochst. eingeschaltet werden muss. Habituell etwas an
Tr. tenuifolia Benth. erinnernd, aber der Bau des © Kelches ist ganz verschieden.
Tr. Hildebrandtii Müll.-Arg., Plant. Rutenberg. 26. subsp. glau-
cescens Pax nov. var.; ramis strietis; foliis subsessilibus, subtus
glaucescentibus, quam in typo angustioribus, ca. 8 cm longis,
7 mm latis, integerrimis, inflorescentiis foliis oppositis simulque
saepe axillaribus.
Englisch-Ostafrika, Festland bei Mombassa (HıLnesranpr n. 1981
— Mürz 1876).
Vielleicht von Tr. Hildebrandti specifisch zu trennen.
Tr. brevipes Pax n. sp.; frutex (?) urens, ramis einereo-pilosis,
strietis nec volubilibus; foliis cordatis, acuminatis, serrulatis,
utrinque pilosis et pilis urentibus validis obtectis; stipulis lanceolatis,
acutis; petiolo brevi, laminam vix semiaequante, pilisex parte
104 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
urentibus dense vestito; spicis —; floribus cj! —; floribus Ọ in
spica 1—2; calyce Q 6-partito, hispido, laciniis pinnatipar-
titis, parte rhachiali lanceolatis, lacinulis utrinque ad 3;
ovario hispido, stylis brevibus, a basi liberis; calyce sub fructu
acerescente, indurato.
Dem vorhandenen Material zufolge ist die Art ein Strauch mit nicht windenden
Zweigen, Bekleidung dicht und reichlich, infolge dessen Stengel und Blätter von grau-
grüner Farbe; auch Brennhaare reichlich vorhanden, Blätter kurz gestielt, Stiel
11/o—2 cm lang. Blätter verhältnismäßig klein, 31/5——4 cm lang, 2!/—3 cm breit. An
den Blütenständen fehlen die 5 Blüten. Kelch unter der Frucht 11/5 cm im Durchmesser,
Deutseh-Ostafrika, Seengebiet, Kafuro (Karagwe), 1350 m
(Stunımann n. 1718 — 5. März 1891, mit weit entwickelten © Blüten);
Albert Edwards See (STUnLmanN n. 3044 — 21. Jan. 1892).
Verwandt mit Tr. cordifolia Benth., welche nicht nur im tropischen Westafrika,
sondern auch in Niamniamland (ScuwkiNrURTH n. 2984) vorkommt; Tr. brevipes unter-
scheidet sich von jener durch die dichte, reichlichere Bekleidung, die kleineren Blätter,
den kurzen Blattstiel und die freien Griffe],
Tr. velutina Pax n. sp.; frutex (?) pilis urentibus destitutus,
ramis non volubilibus, molliter cinereo-villosis; foliis cordatis,
aeuminatis, serratis, supra adpresse pubescentibus, atro-viri-
dibus, subtus dense velutino-tomentosis, incanis; stipulis
lanceolato-acuminatis, reflexis, ciliatis; petiolo lamina dimidio bre-
viore, molliter villoso; spicis bisexualibus, villoso- pubescentibus,
flores Q 2, flores J! numerosos gerentibus; bracteis gt linearibus,
ciliatis; floribus q subsessilibus, minutis; sepalis 3, ovatis, subobtusis,
extus pilosis; staminibus 3, introrsis; floris Q calyce 6-partito, vil-
loso, laciniis pinnati partitis, parte rhachiali lanceolatis,
lacinulis utrinque 4; ovario pubescente; stylis ajbasi liberis,
erectis, brevibus; fructu —.
Nicht windend und ohne Brennhaare. In Folge der dichten, weichen, sammt-
artigen Bekleidung graugrün. Blätter 5 cm lang, 31/2 cm breit, mit 2!/5—23/, cm langem
Blattstiel. Nebenblätter 3—4 mm lang. Blattspreite oberseits (trocken) dunkelgrün,
unterseits grau, mit deutlich vortretendem, dunklerem Adernetz. Blüten-
stand 4—5 cm lang, im 5 Teil ziemlich locker, Q Kelchblätter 5—6 mm lang, 5 mm breit,
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Bukoba (Srunımanx n. 4085 —
16. April 1892, blühend).
Nächst verwandt mit Tr. brevipes Pax, aber durch das Indument und das Fehlen
der Brennhaare völlig verschieden.
Tr. glabrescens Pax n. sp.; herba volubilis, subglaucescens,
ramis tenuibus, glaberrimis; foliis subhastato-cordatis, acumi-
natis, serratis, pilis hispidis sparsis vestitis, glabrescen-
tibus; stipulis lanceolatis, acutis, glabris; petiolo hispido, laminam
semiaequante; spicis foliis oppositis, brevibus; floribus cj! —, bracteis
lanceolatis suffultis; floribus Ọ in spica 4—2, sessilibus, bracteis brac-
teolisque brevibus lanceolatis suffultis; calyce © glabrescente 6-par-
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, II, 105
tito, laciniis ambitu late ovatis, acutis, pinnatipartitis, parte rha-
ehiali late lanceolatis, lacinulis laciniarum utrinque 3—4;
ovario hispido; stylis basi connatis; capsula subhispida, calyce vix
indurato, paullo ampliato suffulta; seminibus globosis, virentibus,
sanguineo-marmoratis.
Windendes Kraut mit graugrüner oder schwach blaugrüner Belaubung, bald ver-
kahlend. Blätter von dünner Textur, bis 3 cm lang und 2 cm breit, auf 4!/g cm langen
Stielen. Nebenblätter klein, 3 mm lang, bräunlich, aufrecht. Ahren bis 3 cm lang; die
& Blüten abgefallen, © Kelchblätter sich wenig vergrößernd und kaum erhártend,
unter der Frucht 42 mm im Durchmesser. Kapsel rotbraun, 3lappig. Samen 3 mm
im Durchmesser.
Englisch-Ostafrika, Tehamtei in Duruma (HıLpesranpr n. 2345 —
Jan. 4877 mit weit entwickelten © Blüten und Früchten).
Der Umriss der 9 Kelchblütter nähert sich sehr demjenigen von Tr. angolensis Müll.-
Arg., doch gehört die neue Art gleichfalls in die Nähe von Tr. cordifolia Benth. und
tenuifolia Benth., ist jedoch nicht, wie diese, ein Strauch, sondern ein windendes Kraut.
Unter andern Merkmalen von beiden noch verschieden durch die nur am Grunde ver-
wachsenen Griffel.
Tr. ukambensis Pax n. sp.; urens, caulibus glabrescentibus ; foliis
triangularibus, acuminatis, basi truncatis vel leviter subcor-
datis, inaequaliter serratis vel subserratis, hispidis; stipulis tri-
angularibus, acuminatis, glaberrimis; petiolo hispido, quam lamina
triplo breviore; spicis bisexualibus terminalibus et axillaribus, elongatis;
floribus g‘ in spica numerosis, pedicellatis, bracteis lanceolatis suffultis,
calyce pubescente 4-fido praeditis; floribus Q in spica 4—2, subsessilibus;
calyce Q magno, 6-partito, laciniis 2 exterioribus quam reliqua
manifeste minoribus, omnibus dense hispidis, pinnatipartitis,
parte rhachiali anguste lanceolatis, lacinulis laciniarum
utrinque 3—4; ovario hispido; stylis alte in columnam con-
natis; calyce sub fructu accrescente et indurato, hispidissimo;
capsula hispida; seminibus globosis, albidis, dilute rubro-maeulatis, ver-
rucis albis subpatellariformibus praeditis.
Ob die Pflanze windet, lüsst sich leider nicht entscheiden; jüngere Triebe steif-
haarig. Blätter etwas graugrün. Blattstiel 41/ cm lang; Nebenblütter 3 mm lang.
Blattspreite 3—4 cm lang, 4—1!/; cm breit, die größte Breite am Grunde liegend,
7 Blüte 3 mm im Durchmesser. Q9 Blüte auffallend groß. Kelchblätter fast 4 mm lang,
zur Fruchtzeit erhürtend und 1!/; cm und noch länger werdend. Kapsel rotbraun,
19 mm im Durchmesser. Samen 41/ mm im Durchmesser.
Englisch-Ostafrika, Ukamba, Kitui (HıLnesranpr n. 2685 — Mai
1877, blühend).
Eine sehr auffallende, leicht kenntliche neue Art, welche mit der oben beschrie-
benen Tr. glabrescens noch am nächsten verwandt ist, aber durch das Indument, die
Blattform, die großen Q Blüten, den erhürtenden und vergrößerten Fruchtkelch, die
größeren Früchte und Samen und die Farbe der letzteren weit abweicht,
Tr. Klingii Pax n. sp.; frutex ramis volubilibus, ramulis
minutissime pubescentibus: foliis ambitu obovatis vel ovatis,
106 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
acuminatis, basi profunde cordatis, integerrimis vel repando-
denticulatis, breviter hispidis; stipulis lanceolatis, pilosis; petiolo
laminae tertiam partem aequante, pubescente; spicis tomentosis,
bisexualibus, terminalibus et foliis oppositis, pedunculatis, floribus c
numerosis, flore Q solitario compositis; floribus gt —, bracteis lanceo-
latis, acutis, subsericeis suffultis; floribus Q bracteis trilobis
suffultis, sessilibus; calyce Q magno 6-partito, laciniis hispi-
dis, pinnatipartitis, parte rhachiali lanceolatis, lacinulis
laciniarum utrinque 4 —5; ovario sericeo, stylis in columnam
crassam apice trifidam connatis; capsula subsericea; seminibus glo-
bosis, albido- et castaneo-marmoratis.
Grofblütteriger Strauch, wie es scheint, ohne Brennhaare, Blätter oberseits
dunkelgrün, unterseits blasser. Blätter rauh, 40—415 cm lang, 6—7 cm breit, die größte
Breite in der Mitte oder etwas höher liegend. Blatistiel 4—5 cm lang. Nebenblätter
5—6 mm lang. Q Kelchblätter fast 4 cm lang, unter der Frucht auswachsend und er-
hürtend und dann 42—15mm lang, stets dicht steifhaarig. Samen 3 mm im Durchmesser,
Togoland, Bismarekburg (Krine n. 140 — 1889, mit © Blüten und
Frucht; Bürrser n. 81 — 1. Aug. 1890, in demselben Stadium); Sierra
Leone (Scorr Error n. 4374).
Einheimiseher Name: N'passa (Togoland).
Tr. Klingii gehört in die Verwandtschaft der Tr. tenuifolia Benth., mit welcher sie
in der Blattform und der Gestalt der € Bracteen übereinstimmt. Sie unterscheidet sich
aber von der Bextuam’schen Art durch die größere Zahl von Fiederabschnitten an den
Q Kelchblüttern, die Größe der € Blüten und den fast doppelt so großen, stark erhärteten
Fruchtkelch ; auch sind die Griffel hóher verwachsen.
Niedenzua Pax nov. gen.
Flores monoici, apetali. Flores g": Calyx ad basin 4-partitus,
laciniis valvatis, triangularibus, acutis. Discus nullus. Stamina 4, alter-
nisepala, antheris introrsis. Ovarii rudimentum columnare, apice
breviter trilobum. Flores Q: Calyx ad basin 6-(vel 7-)partitus,
laciniis bipinnatipartitis, sub fructu acerescentibus, laci-
nulis apice glandulosis. Discus nullus. Ovarium 3-loculare, loculis
uniovulatis. Styliin columnam integram, crassam connati.
Fructus (ut videtur) eapsularis. — Frutex vel arbor pilis urentibus
destitutus, partibus juvenilibus pilis stellatis vestitis. Folia
alterna, petiolata, cordata, stipulis subulatis, deciduis. Flores in spicas
breves, inferne Q, superne (j' dispositi.
Die neue Gattung ist nächst verwandt mit Tragia, mit welcher sie auch habituell
übereinstimmt, doch fehlen die Brennhaare und die Bekleidung des € Kelches. Im Bau
des letzteren stimmt Niedenzua mit Tragia überein. Die Unterschiede zwischen beiden
Gattungen liegen in den $ und 9 Blüten: erstere entbehren bei Tragia des Pistillodiums,
welches bei Nidenzua gut entwickelt ist, letztere besitzen zu einer fleischigen Säule ver-
wachsene Griffel, während bei Tragia die Griffel in der oberen Hälfte frei sind. Endlich
fehlen bei Tragia die Sternhaare.
Nur eine Art:
E Pax, Euphorbiaceae africanae, T, 107
N. cordata Pax n. sp.; frutex (vel arbor) ramulis novellis pilis
stellatis adspersis; foliis cordatis, caudato-acuminatis, membra-
naceis, repandulis, opacis, juvenilibus eum petiolo pilis stellatis
glandulisque luteis, sessilibus, minimis adspersis; petiolo lami-
nam subaequante; stipulis subulatis, deeiduis; inflorescentia brevi,
flore Q 4 (rarius 2), floribus 2 pluribus composita, cinereo-vestita; flore
gf glaberrimo; staminibus subexsertis; pistillodio staminibus breviore;
calycis © laciniis bipinnatipartitis, lacinulis apicem versus glanduloso-
incrassatis, minute puberulis glandulisque luteis minimis ad-
spersis; ovario et stylo tomentosis.
(Wahrscheinlich windender) Strauch. Sternhaare vielstrahlig ; Drüsen einzellig,
gelb, ähnlich denen der Blattunterseite von Acalypha fruticosa Forsk. Blätter 6 cm lang,
3 em breit. Blattstiel 5 cm lang. Stipulae 7—8 mm lang, bald abfallend. 5 Blüten
3—4 mm, die Q9 5—6 mm im Durchmesser. .Q Kelch ausgebreitet nach der Blütezeit,
aber noch vor der Fruchtreife, ? cm im Durchmesser fassend.
Comoren (HumsLor n. 23).
Dalechampia L., Gen. n. 1081.
p. Hildebrandtii Pax n. sp.; suffrutex volubilis, mox glabres-
cens; folis basi profunde cordatis, ultra medium trilobis, lobis
obtusis vel acutis, secus nervos subtus parce pubescentibus, firme mem-
branaceis vel subcoriaceis; petiolo pubescente lamina breviore
vel eam aequante vel superante; stipulis parvis, lanceolatis, refractis,
indivisis; inflorescentia longe pedicellata, axillari; foliis 2 involucralibus
glabrescentibus, e basi cordata late ovatis, basi serrulatis, ad tertiam
partem trifidis, segmentis acutis; inflorescentia partiali g
involuero late campanulato, margine leviter repando-lobato
stipitata, postice ex parte abortiva; floribus g' glabris, subsessilibus; ala-
bastris globosis; sepalis 5, lanceolatis acutis; filamentis fere usque ad
apicem in columnam subpilosam connatis; antheris glabris; inflores-
centia partiali Q 3-flora, bracteis 3 ciliatis involucrata; flori-
bus © sessilibus; sepalis pinnatifidis; ovario glabro; columna stylari
cylindrica, apice paullo dilatata; capsula calyce accrescente
stipitata, triloba; seminibus (vix maturis) ellipsoideis.
Windender Halbstrauch, bis auf die Blattstiele und die Nerven der Blattunterseite
sehr bald verkahlend. Blätter 7—8 cm lang, bis 9 cm breit, von derber Consistenz, matt,
die Blattlappen spitz oder stumpf. Blattstiel 21/,—6 cm lang. Stipeln 3 mm lang. In-
volucralblätter der Inflorescenz 2 cm lang und breit. Q Kelch bleibend und erhärtend.
Englisch-Ostafrika, Zanzibar Grp n. 439 — 10. Novbr.
1888, blühend), Festland bei Mombassa (Hırperranpr n. 1980 — März 1876,
blühend); auf der Coralleninsel Báui im Zanzibarcanal (HirpgsnaNpr n. 1354
— Juli 4874, blühend und mit unreifen Früchten).
Die neue Art ist verwandt mit D. tamifolia Lam. von Mauritius und Madagascar,
unterscheidet sich von ihr durch die Form, Kahlheit und Derbheit der Blütter, die
108 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
bewimperten Bracteen des Q Partialblütenstandes, die kugeligen 5 Blütenknospen und
die kahlen Antheren.
Jatropha L., Gen. n. 1084.
J. aspleniifolia Pax n. sp.; frutex glaberrimus ramis sub-
carnosis aphyllis, foliis floribusque in ramulis abbrevia tis,
pulviniformibus orientibus, ramulis secus ramos elongatos
dissitis; foliis ad apicem ramulorum subfasciculatis, gla-
berrimis, trifidis, lobis inciso-dentatis, subspathulatis,
basin versus in petiolum brevem cuneato-attenuatis, subcar-
nosis; floribus in cymos paucifloros, glaberrimos dispositis, pedunculo
folia aequante vel superante; floribus J' (valde juvenilibus) sepalis glan-
duloso-denticulatis praeditis; floribus © sepalis 5 oblongis, glandu-
loso-denticulatis praeditis; petalis calycem fere duplo superantibus,
glabris, anguste obovatis vel lanceolatis, basi cohaerentibus; disci
hypogyni glandulis liberis; ovario ovoideo, 3-suleato, in stylum
brevem contracto, apice stigmatibus bifidis, crassis coronata; seminibus
pallidis, caruncula badia eoronatis.
Zwei Meter hoher Strauch mit etwas fleischigen, braunberindeten Langtrieben, an
denen kurze, dicht von Narben bedeckte Kurztriebe stehen; nur diese tragen Blütter
und Blüten. Btätter mit Stiel 41/ cm lang, tief 3leilig, mit gezähnten Abschnitten.
Blätter an der Spitze der Kurztriebe fest gebüschelt, Blütenstände dicht, die Blütter
wenig überragend. Die 9 Blüten viel früher entwickelt als die g; letztere noch in sehr
jugendlichen Stadien. € Blüten etwa 4 mm lang. Samen 7 mm lang und 4 mm breit,
auf der Bauchseite schwach marmoriert.
Somaliland, Vorberge des Ahlgebirges, 1000 m (Hizpennaxpr n. 874
— Mürz 1873).
Einheimischer Name: Ferucho.
Auch nicht entfernt einer andern Jatropha-Art aus Afrika oder der alten Welt
überhaupt habituell gleichend; der Tracht nach, namentlich der Differenzierung der
Sprosse in Lang- und Kurztriebe, an J. spathulata (Ort.) Müll.-Arg. aus Mexiko erinnernd.
J. Hildebrandtii Pax n. sp.; suffrutex squarrosus, glaberri-
mus; foliis longe petiolatis, supra albo-punctatis, basi corda-
tis, profunde 3-vel rarius 9-lobis, lobis acuminatis, diva-
ricatis, integris vel minute denticulatis; stipulis purpureis,
setaceo-disseetis, eglandulosis; cymis paniculiformibus, glabris
vel leviter pubescentibus; bracteis glanduloso-denticulatis; flori-
bus gj sepalis glaberrimis, integerrimis, oblongis, obtusis
praeditis; petalis calycem superantibus, glabris, ima basi cohaerentibus,
spathulatis, obtusis; disci glandulis liberis; filamentis in columnam
connatis, parte libera brevibus; ovarii rudimento brevi, trifido; floribus Q
majoribus, apetalis; sepalis oblongis, acuminatis, glanduloso-
denticulatis; disco hypogyno urceolari, lobato; ovario ovoideo ;
stylis liberis, stigmata bifida crassa gerentibus; capsula glabra;
seminibus griseo-brunneis, parce maculatis.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 109
Buschiger Halbstrauch, mit Ausnahme der bisweilen schwach weichharigen In-
florescenz völlig kahl. Nebenblätter in fadenförmige, purpurrote Teile geschlitzt, bis
4 cm lang. Blattstiel 6—14 cm lang. Blätter meist 3-spaltig, die seitlichen Lappen fast
wagrecht, seltener 5-lappig, die basalen Glieder dann kurz. Blätter meist viel breiter
als lang, bis 45 cm breit und 40 cm lang, unterseits blasser grün. © Blüte 4 mm lang.
Kapsel 4 cm Länge erreichend. Samen 8 mm lang, § mm breit.
Zanzibargebiet, bei Lamu, auf Gräbern (ob angepflanzt?) (HıLpe-
BRANDT n. 1910 — Dec. 4875, mit Blüten und Frucht). —— Comoren,
in Dörfern und an Wegrändern meist gemein (Scmuipr n. 195 — Juli 1886,
blühend).
J. Hildebrandlii ist nächst verwandt mit J. glandulifera Roxb., unterscheidet sich
von ihr durch nicht drüsige Nebenblätter, weiß punktierte Blätter und apetale © Blüten.
J. spicata Pax n. sp.; suffrutex glaberrimus; foliis longe petio-
latis basi subtruncatis, fere usque ad basin 5-partitis, lobis
angustis, lanceolatis, acuminatis, dense glanduloso-serru-
latis; stipulis setaceo-dissectis, setulis glanduligeris; cymis
paniculiformibus, glabris; bracteis integerrimis eciliatis; floribus
g'in inflorescentias partiales spiciformes dispositis; sepalis
ovatis, acutis, glaberrimis, integerrimis; petalis obovatis, calycem
superantibus, basi cohaerentibus; disci glandulis subliberis; floribus
CQ majoribus; sepalis ovatis, acutis, integerrimis glaberrimis; petalis
apice truncatis, denticulatis; disco hypogyno lobato; ovario
ovoideo; capsula glaberrima; seminibus griseo-brunneis, parce maculatis.
Meterhoher Halbstrauch, völlig kahl. Nebenblätter in fadenförmige, an der Spitze
drüsentragende Abschnitte zerschlitzt, fast 4 cm lang. Blattstiel bis 5!/ cm lang.
Spreite sehr tief zerschlitzt, breiter als lang, 8 cm lang, 12 cm breit; die einzelnen
Segmente kaum 2 cm breit. Q Blüten 3 mm lang. Kapsel 42 mm lang. Samen 8 mm
lang und 5 mm breit.
Massaihochland, Taitagebiet, N'dara, an sterilen Stellen der Ebene
(HirpgpRANDT n. 2428 — Febr. 1877).
Verwandt mit J. glandulifera Roxb., verschieden durch die tiefer zerschlitzten
Blätter und die eigentümlichen 5 Partialblütenstände, die ganzrandigen Q Kelchblätter
und die Form der © Petalen.
J. acerifolia Pax n. sp.; suffrutex velutino-pubescens, ramis
erassis; foliis longe petiolatis, dense pubescentibus, basi aperte
cordatis, 5-lobis, lobis 2 basalibus ceteris minoribus, lobo
medio breviter ovato, omnibus subacutis, glanduloso-denti-
eulatis; stipulis purpureis, setaceo-dissectis, setulis apice glan-
duliferis; inflorescentiis cinereo-pubescentibus; bracteis
glanduloso-denticulatis; sepalis c! lanceolatis, pubescenti-
bus, glanduloso-ciliatis; petalis spathulatis, fere usque ad
medium cohaerentibus; disci glandulis liberis; filamentis in
columnam connatis, apice breviter liberis; ovarii rudimento nullo;
floribus Q —.
Halbstrauch mit dichter, weicher, filziger Bekleidung. Blattstiel 4 cm lang, dicht
filzig. Nebenblütter weniger zerschlitzt als bei der vorigen Art. Blattspreite 4 cm lang
und 41/, cm breit, init sammtartiger Bekleidung. 5 Blüten 3 mm lang.
110 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
Massaihochland, Taitagebiet, Buityuma (HıLnesranpr n. 2377 —
Jan. 1877, mit cj! Blüten).
Habituell der J. villosa (Forsk.) Müll.-Arg. sehr nahe stehend, namentlich durch
Blattform und Bekleidung, aber sehr wesentlich verschieden durch die Form der Neben-
blätter, Durch die zerschlitzten Nebenblätter tritt J. acerifolia in Analogie mit J. lobata
(Forsk.) Müll.-Arg., welche jedoch durch die Kahlheit und die Blattform schon habituell
sehr abweicht. Ob das Fehlen des Fruchtknotenrudimentes für die neue Art constant
ist, lässt sich bei dem geringen Material nicht entscheiden.
J. melanosperma Pax n. sp.;; caulibus herbaceis glaber-
rimis, subsimplieibus; foliis breviter petiolatis, glaberrimis,
basi cuneatis,trilobatis vel inferioribus bilobis vel inte-
gris, lobis erectis, anguste oblongis vel lanceolatis, obtusis
vel aeutis; dense setuloso-serratis; stipulis mox deciduis, dis-
sectis; floribus —; capsula glabra; seminibus oblongis, laevibus,
nitidis, nigris vel atro-badiis, angulato carinatis, carina obsolete
A-sulca, caruncula dorso sulcata, basi corona pallida, lacera,
deflexa circumdata.
Stengel krautig, wahrscheinlich aus einem starken, verholzten, unterirdischen
Rhizom entspringend, bisweilen nur 20 cm hoch, wie die übrigen Teile der Pflauze
völlig kahl. Nebenblätter früh abfallend. Blattstiel dick, ! cm lang. Blattspreite
trocken braungrün, 44—45 cm lang, 12 cm breit, vorwiegend tief 3-spaltig, doch auch
2-spaltig und ungeteilt, namentlich am Grunde des Stengels. Die Blattzühne sind drüsen-
los. Kapsel ! cm lang, braun. Samen 6 mm lang und fast 5 mm breit.
Dschurland, große Seriba Ghattas (Scnwersrurtu n. 1952 — 18. Juni
1869, fruchtend).
Die Pflanze gleicht im Habitus völlig der J. gallabatensis Schweinf. (Verh. k. k. zool.
bot. Gesellsch. Wien 1868 p. 661) und könnte für eine kahle Varietät derselben gehalten
werden, wenn nicht auch die Drüsen der Blattzähne fehlten. J. gallabatensis hat außer-
dem 9 mm lange und blasse Samen. — Beide Arten sind im System neben J. aethiopica
Müll.-Arg. einzuschalten.
J. Schweinfurthii Pax n. sp.; caulibus herbaceis, dense
pubescenti-tomentosis, subsimplicibus; foliis subsessilibus,
dense pubescenti-tomentosis, basi cuneatis, trilobatis vel
inferioribus integris, lobis erectis, oblongis, acutis, argute
serrulatis, stipulis mox deciduis, lineari-subulatis, in-
divisis; inflorescentia folia superante, dense pubescenti-tomentosa,
corymbiformi, bracteis linearibus, inciso-serratis; flori-
bus g' calyce 5-fido, tomentoso praeditis, lobis calyeinis acutis;
petalis liberis, ealycem duplo superantibus, oblongo-spathulatis, obtusis;
disci glandulis 5, liberis, subbilobis; filamentis 5 liberis, 3 in
eolumnam connatis, apice breviterliberis; ovarii rudimento
nullo; floribus © paullo majoribus, calyce et corolla ut in flore 23: disco
hypogyno profunde lobato; ovario tomentoso, stigmatibus crassis;
capsula tomentosa; seminibus laevibus.
Habitus und Wuchs wie bei J. gallabatensis Schweinf. und melanosperma Pax. Die
ganze Pflanze dicht weichhaarig-filzig, die Blätter nicht verkahlend, die jungen Triebe
er
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, II. 111
gelblich schimmernd. Blattstiel sehr kurz, !/; em lang oder noch kürzer; die Neben-
blätter früh abfallend, pfriemlich, 6 mm lang, keine Narbe zurücklassend. Spreite von
etwas derber Consistenz, 144—415 cm lang, 12—14 em breit, tief dreispaltig. Die Zahnelung
des Blattrandes an jungen Blättern sehr dicht und ungleich. Blütenstand die Blätter
wenig überragend, fast ebensträußig. 5 Blüten 4 mm lang. Kapsel grau-filzig, 4 cm
Lünge nicht erreichend.
Ghasalquellengebiet, Dschurland, große Seriba Ghattas (Scuwris-
FURTH n. 4930 — 28. Mai 1869, blühend und mit fast reifen Früchten). —
Bongoland, Gir (Scuwernrurta n. 1887 — 5. April 1869, mit unreifen
Früchten).
Durch den Bau des Andröceums tritt J. Schweinfurthii am nächsten an J. gallaba-
tensis Schweinf. heran, der sie auch habituell nicht unühnlich sieht, allein die Blätter sind
nicht borstig gezühnt, die Nebenblätter nicht zerschlitzt, die Kelchblätter nicht drüsig
bewimpert und die viel kleinere Kapsel ist immer filzig, niemals kahl. Die Bekleidung
ist überdies viel dichter und weicher. Von den beiden verwandten Arten J. aethiopica
Müll.-Arg. und melanosperma Pax unterscheidet sich die neue Art sehr wesentlich, von
ersterer durch die nicht verkahlende Kapsel und den Bau des Andróceums, von der
durchaus kahlen J. melanosperma Pax durch das Indument.
J. tuberosa Pax n. sp.; caulibus herbaceis, glaberrimis, e
rhizomate napiformi lignoso, crasso orientibus, subsimplici-
bus, inferne denudatis, tantum apice folia gerente; foliis
brevissime petiolatis, glaberrimis aut indivisis, lanceo-
latis, basi rotundatis vel acutis vel subhastato-dilatatis, apice
aeutis, aut rarius trilobis, margine setuloso-serratis; stipulis
mox deciduis, in setulas paucas dissectis; inflorescentia foliis
breviore, glabra, congesta; bracteis glanduloso-eiliatis, lineari-
bus; floribus glaberrimis; floribus 2 calyce 5-fido praeditis, laciniis
calycinis glanduloso-denticulatis, ovatis, acutis; petalis rotun-
dato-spathulatis, basi cohaerentibus; disci glandulis liberis; fila-
mentis 5 subliberis, brevissime basi connatis, 3 in columnam
connatis, apice breviter liberis, ovarii rudimento nullo; floribus G
paullo majoribus; calyce et corolla ut in flore gt, sed petalis paullulo latiori-
bus; diseo hypogyno in glandulas subliberas diviso; ovario
glaberrimo; stigmatibus crassis.
Habitus von J. aethiopica Müll.-Arg. Krautige Stengel 40—75 cm hoch, aus einem
rübenförmigen, dicken, holzigen, 3—4 cm im Durchmesser fassenden Grundstock ent-
springend, unten blattlos oder mit leicht abfallenden Niederblättern von schuppen-
förmiger Gestalt besetzt und nur an der Spitze dicht beblüttert. Die ganze Pflanze völlig
kahl. Blattstiel !/ cm lang oder kürzer, Blattspreite (trocken) von braungrüner Farbe,
8—15 cm lang, 2—3!/5 cm breit, die größte Breite oberhalb der Basis. Stipeln etwa
5 mm lang. Blütenstand zwischen den obersten Blättern stehend, viel kürzer als diese,
kahl. Bracteen bis 5 mm lang, dicht bewimpert. 5 Blüten 4 mm lang.
Ghasalquellengebiet, Dschurland, Mangob (ScuwrivrunTH n. 1850
— A4. Mai 1869, blühend).
Die Gruppe der J. aethiopica Müll.-Arg. umfasst im tropischen Afrika gegenwärtig
5 Arten, von denen J. aethiopica Müll.-Arg., gallabatensis Schweinf. und Schweinfurthii Pax
durch das sehr dichte Indument ausgezeichnet sind, wührend J. melanosperma Pax und
112 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
tuberosa Pax völlig kahl sind. Die so sehr verschiedene Form der Blätter der beiden
letzten Arten lässt eine Verschmelzung beider zu einer Art nicht zu.
Cluytia L., Gen. n. 1440.
Cl. mollis Pax n. sp.; frutex (?) dioicus, ramis pilis simplicibus
dense pubescentibus; foliis tenuiter membranaceis, utrinque
pilis simplicibus plus minus pubescentibus, breviter petio-
latis, rhombeo-oblongis, obtusis, albo-punctatis; petiolo diametro
ramulorum aliquoties longiore; floribus 23 fasciculatis, graciliter pedi-
cellatis, pedicellis glabris; sepalis oblongis, obtusis, pubescentibus;
petalis ealycem superantibus, ovatis, obtusis, in unguem laminae
aequilongum contractis, glabris; disci glandulis numerosis, glandulis
episepalis 2—3-lobis; androphoro elongato, stamina 5 patentia gerente,
ovarii rudimento brevi, apice disciformi coronato; floribus Q —.
Strauch (?), durch die dünne Textur der Blätter und die starke, weiche Bekleidung
der Zweige ausgezeichnet, habituell den beiden folgenden Arten am ühnlichsten. Zweige
mit graubrauner Rinde versehen, Blattstiel !/0—3/, cm lang, dicht weichhaarig; Spreite
etwa 4 cm lang und 2 cm breit, matt grün. Nebenblätter fehlend. & Blüten 3 mm im
Durchmesser. @ Blüten zur Zeit unbekannt,
Deutsch-Ostafrika, Usambara; Hauptbestandteil der Strauch-
vegetation der niedrigen Hügel (Horst n. 444 — Nov. 1894, mit g' Blüten).
Nur verwandt mit den beiden folgenden Arten.
Cl. StuhImanni Pax n. sp.; suffrutex dioicus, glaberrimus;
folis tenuiter membranaceis, glaberrimis, breviter petiolatis,
rhombeo-elliptieis vel late spathulatis, obtusis vel sub-
acutis, epunctatis; petiolo diametro ramulorum aliquoties longiore; flori-
bus cj! fascieulatis, graciliter pedicellatis, pedicellis glabris; sepalis
oblongis, obtusis, glaberrimis; petalis calycem aequantibus, ovatis,
obtusis, in unguem brevem contractis, glabris; disci glan-
dulis 5 exterioribus episepalis, bilobis, 5 interioribus
epipetalis, oblongis; androphoro elongato, stamina 5 patentia gerente,
ovarii rudimento brevi, apice disciformi coronato; floribus Q —.
Aus einem verholzten Rhizom entspringen lange, dünne, 50—60 cm lange Äste, die
wie die ganze Pflanze völlig kahl sind. Zweige grünlich, kraulig. Blattstiel 1/o cm lang.
Blätter etwas graugrün, bis 31/; cm lang und 2 cm breit, Nebenblätter fehlen. ($ Blüten
3 mm im Durchmesser, auf 6—8 mm langen, haardünnen Stielen.
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Niansa; Ukome, S.W. Creek
(StuntLmann n. 884 — 31. Oct. 1890, mit g' Blüten).
Verwandt mit Cl. mollis Pax, aber durch die krautigen Aste, die vóllige Kahlheit,
die Blattform, die Drüsen in den (j Blüten sehr verschieden. Auch springen die Blüten-
polster, auf denen die (3 Blütenbüschel sitzen, in den Achseln der Blätter nicht stark vor.
Cl. leuconeura Pax n. sp.; frutex arborescens, dioicus, ramulis
novellis pubescentibus, deinde glabrescentibus; foliis tenuiter membrana-
ceis, glabrescentibus, breviter petiolatis, ovatis vel ellipticis,
obtusis, subtus albo-punctatis, purpurascentibus, nervis albidis; petiolo
F. Fax, Euphorbiaceae africanae, II. 113
diametro ramulorum aliquoties longiore, subpubescente; floribus gf
fascieulatis, breviter pedicellatis, pedicellis glabris; sepalis oblongis,
obtusis, glabrescentibus; petalis calyce brevioribus, lanceolatis,
basin versus attenuatis, glabris; disci glandulis 5 exterioribus
episepalis, 2—3-lobis, 5 interioribus minutis; androphoro elongato,
stamina 5, patentia gerente, ovarii rudimento brevi disciformi coronato;
floribus Q —.
Strauch; die jüngsten Triebe gelblich weichhaarig, später verkahlend. Blattstiel
bis 8 mm lang. Blätter, unterseits purpurrot ükerlaufen, mit deutlich vortretenden,
weißen Nerven, 3—3!/; cm Jang, 4—1!/; cm breit. Nebenblätter fehlen. ($ Blüten
21/2 mm im Durchmesser, auf 2 mm langen Stielen.
Englisch-Ostafrika, Massaihochland, N'di Berg, Taitagebiet
(HıLdegranpr n. 2524 — Febr. 1877, mit (5! Blüten).
Verwandt mit Cl. mollis Pax und Cl. Stuhlmanni Pax, von beiden durch die deutlich
vortretenden weißen Nerven und die Form der kurzen Blumenblätter verschieden, von
ersterer außerdem durch die große Kahlheit und die Drüsen in den 2 Blüten, von
letzterer durch die holzigen Äste und den baumartigen Wuchs.
Chaetocarpus Thwait. in Hoox., Kew Journ. VI. 300. t. 40.
Ch. africanus Pax n. sp.; frutex dioicus, ramulis novellis fulvo-
pubescentibus; foliis coriaceis, nitidis, breviter petiolatis, oblongis,
acuminatis, integerrimis, mox glabrescentibus, nervis subtus prominentibus;
stipulis lanceolatis, acuminatis; floribus ZT — ; floribus © in foliorum axillis
faseiculatis, breviter pedicellatis; sepalis valde imbricatis, 7—8,
3 exterioribus minoribus, pubescentibus, ceteris corollam
simulantibus, majoribus, glabris, ovatis, acutis; disco hypo-
gyno lobato; ovario hispido; stylis 3 (hinc inde 2) bifidis, ramis papilloso-
fimbriatis; capsula globosa, echinato-tuberculosa, in coccas 2-valves
dissiliente; seminibus nigris, nitidis, carunculatis, caruncula sub-
globosa.
Bald verkahlender Strauch. Blätter 8—45 cm lang, 3—6 cm breit, von braun-
grüner Farbe und starkem Glanz; die Nerven oberseits eingesenkt erscheinend. Blattstiel
1/aj—1 cm lang. © Blüten 5—6 mm im Durchmesser, mit kurzem Stiel, der sich zur
Fruchtzeit bis zu 5—8 mm Lünge streckt. Frucht braun, etwa 8 mm im Durchmesser.
Lunda, Mussamba (Poser n. 442 — Januar 1876, fruchtend). —
Baschilangegebiet, Mukenge, im Urwald und Dschungel in der Campine
(Pose n. 1384 u. 1388 — 7. Nov. 1881 u. 2. Sept. 1882, fruchtend).
Die oben beschriebene Art ist die einzige afrikanische Species der Gattung; dieselbe
ist sowohl im tropischen Asien als in Amerika entwickelt. Ch. africanus Pax nimmt in
der Gattung durch die größere Zahl von Kelchblättern eine isolierle Stellung ein.
Excoecaria L., Gen. n. 1402.
E. venenifera Pax n. sp.; arbor dioica, glaberrima, succu
valde venenoso praedita; foliis petiolatis, alternis, anguste oblongis
vel ovato-oblongis, basi subobtusis, apicem versus acuminatis,
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 8
114 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
erenulatis, coriaceis, subnitidis; stipulis deciduis; inflorescentia
g‘ sessili, axillari, amentiformi; bracteis dense imbricatis,
latis, incrassatis, eglandulosis, unifloris; flore gt sessili,
bibracteolato; sepalis 3, subintegris; staminibus 3 exsertis; flore Q —,
Fünf Meter hoher Baum mit lichter Krone uud »giftigem Holz«. Blattstiel 2 cm
lang, Blattspreite 8 cm lang, 3—3 !/ cm breit, oberseits (trocken) dunkel graugrün, unter-
seits blasser. (j Kätzchen zur Blütezeit 21/—3 cm lang, in jüngeren Stadien dunkel
kastanienbraun.
Engliseh-Ostafrika, Kitui in Ukamba (Hırperrannr n. 2687 —
Mai 1877, blühend).
Der Baum ist stark giftig. HıLpeeranpr bemerkt: »einem meiner Leute
schwollen das Gesicht und die Hände an, als er Äste von diesem Baume
hieb und abschilte«.
E. venenifera gehört in die nächste Verwandtschaft der ebenfalls stark giftigen
E. Agallocha L. des indisch-malayischen Gebietes, welche auch bis in das tropische
Australien reicht. Von dieser unterscheidet sich die afrikanische Art, welche überdies
nur in ($ Blüten bekannt ist, durch die schmäleren, glänzenden Blätter und die kurzen
Kützchen, welche stets einzeln in den Blattachseln sitzen.
Sapium P. B., Hist. Jamaic. 338.
S. cornutum Pax n. sp.; frutex glaberrimus; foliis breviter petio-
latis, retieulato-venosis, rigide membranaceis, ovatis vel ob-
longis, basi obtusis vel subcordatis, apice acuminatis,
crenulatis, nitidis, subtus opacis et maculis glandulosis in
series 2 dispositis, nigris praeditis; stipulis lanceolatis, acuminatis,
mox deciduis; inflorescentia terminali, flores g! numerosas et florem ©
unicam gerente; bractea cf brevi, lata, truncata, grosse bi-
glandulosa, multiflora; floribus ci sessilibus vel subsessili-
bus, calyce breviter lobato praeditis, lobis calycinis obtu-
sissimis; staminibus 3; floribus Q ad basin inflorescentiae pedicellatis;
sepalis rhombeis, acutis, basi biglandulosis; ovario longe
6-alato; stylis 3, basi breviter connatis, longe liberis, revolutis.
Schöner Baum mit dicht beblätterten Zweigen. Blätter (trocken) etwas gelbgrün,
10—12 cm lang, —5 cm breit, auf kaum 1 cm langen Stielen. Drüsenflecke auf der
Unterseite etwa 4 mm im Durchmesser, in zwei dem Blattrande parallel verlaufende, von
diesem etwa 5 mm entfernte Reihen angeordnet, anfangs grüngelb, später braun bis
schwarz; auch am Grunde der Spreite liegen zwei Drüsen. Inflorescenz 2!/5—5 cm lang,
dünn cylindrisch. Q Blüte fast 4 cm lang gestielt. & Blüten zu 3—5 in der Achsel der
Bractee.
Lunda, Tschimbang (Bucnser n. 519 — 48. August 4880, blühend).
Die Pflanze gehört nach dem Bau des 5 Kelches unstreitig zu Sapium, zu welcher
Gattung außer den schon von BkwrHaw (Gen. III. 335) dazu gezogenen S. abyssinicum
(Müll.) Benth. und S. Mannianum (Müll.) Benth. auch Excoecaria oblongifolia Müll. [jetzt
also Sapium oblongifolium (Müll. Pax] zu rechnen ist,
S. cornutum ist nächst verwandt mit S. oblongifolium (Müll.) Pax, aber sehr wesentlich
hiervon verschieden: S. oblongifolium besitzt kleinere, drüsenlose, dornig-gezähnte
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. 115
Blätter; die ($ Bracteen sind drüsenlos, die ($ Blüten deutlich gestielt; auch ist der
Habitus halbstrauchig. Dagegen stimmen beide in den 6flügeligen Fruchtknoten überein.
var. coriaceum Pax a typo differt foliis majoribus, coriaceis,
basi obtusis vel subaeutis, brevius acuminatis, subtus maculis glandu-
losis rarioribus onustis, inflorescentiis longioribus, bracteis o ab-
rupte acutis, floribus cc longius pedicellatis.
Blätter 12 cm lang, 5—5!/, cm breit. Inflorescenz 40 cm lang.
Baschilangegebiet, Mukenge, Bachwald "Duer n. 1407 u. 1414
— 24. April u. Novbr. 1882).
S. Poggei Pax n. sp.; frutex (vel arbor?) glaberrimus; foliis
subeoriaceis, reticulato- venosis, supra olivaceo-viridibus,
subtus pallidioribus, maculis glandulosis paucis onustis,
oblongis, acuminatis, basi subobtusis, integerrimis, bre-
viter petiolatis; stipulis mox deciduis; inflorescentia terminali,
glaberrima; bracteis Q subulato-linearibus, biglandulosis;
floribus —; capsula glaberrima, depressa, nigra, triloba, stylis
basi in columnam crassam connatis, apice liberis, revolutis
coronata, coccis dorso bialatis, alis basin versus cuneato-
obliteratis, in apices aculeiformes, pungentes exeuntibus.
Völlig kahl. Blätter 40 cm lang, 4 cm breit. Blattstiel 5—6 mm lang. Kapsel
Aija cm im Durchmesser, 4 em hoch; auf dem Rücken jedes Carpells zwei spitze,
stechende Flügel, welche nur die Hälfte des Carpells herablaufen. Griffelsäule dick,
3 mm lang, der freie Teil der Griffel doppelt so lang.
Baschilangegebiet, Urwald bei Mukenge (PoacE n. 1385 —
14. Nov. 1881, mit fast reifen Früchten).
Gehört gleichfalls in die Nähe von S. oblongifolium (Müll.) Pax, unterscheidet sich
von dieser aber durch die großen Anhängsel der Kapsel. Mit S. cornutum Pax stimmt
H
die neue Art in der Blattform nicht überein.
S. xylocarpum Pax n. sp.; frutex (vel arbor?) glaberrimus; foliis
membranaceis, oblongis, acutis, subtus maculis glandu-
losis paucis praeditis, integris vel denticulatis, breviter petiolatis;
spicis terminalibus, tenuibus; bracteis cj latis, subtruncatis,
abrupte acutis, biglandulosis, plurifloris; capsula dura, valde
lienosa, nigrescente, coceis a columna 3-alata secedenti-
bus, dorso biaculeatis, aculeis latis; seminibus subglobosis,
marmoratis, ecarunculatis, laevibus.
Blätter noch in jugendlichem Stadium, daher wohl nach der Blütezeit erscheinend.
Inflorescenz dünn und ziemlich locker. »Kapsel knackend aufspringend und den Samen
weit wegschleudernd«, sehr hart. Stehenbleibendes Mittelsäulchen 7 mm lang. Teil-
früchtchen 46--18 mm lang, oben spitz, fachspaltig, am Rücken mit 2 breiten, 5 mm
langen dornigen Anhängseln. Samen 7 mm lang, 5 mm breit, weißgrau oder graubraun,
dunkelbraun marmoriert.
Baschilangegebiet, Mukenge, Dschungel bei der Campine (PocGk
n. 1446 — 2. Sept. 1882, fruchtend).
Die Art ist noch unvollkommen bekannt. Die Blätter erscheinen noch nicht völlig
ausgebildet, zeigen aber die eigentümlichen Drüsenflächen auf der Blattunterseite
H
116 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Inflorescenz noch sehr jung und nur 23 Blüten enthaltend, die Q Blüte abgefallen. S, xylo-
carpum gehört wie die beiden vorigen Arten in die Gruppe mit dornigen oder geflügelten
Früchten, ist von ihnen aber sehr verschieden durch die große, sehr harte, mit nur
kleinen Anhängseln versehene Kspsel. Die Früchte von S. cornutum Pax sind zwar un-
bekannt, doch gewährt schon die Form der 5 Bracteen ein gutes Unterscheidungs-
merkmal.
S.? Hildebrandtii Pax n. sp.; arbor glaberrima; foliis nitidis, coria-
ceis, oblongis, obtusis vel acutis, subtus maculis glandulosis
paucis praeditis, dentatis, breviter petiolatis; floribus —; capsula
dura, valde lignosa, pallida, coccis dorso biaculeatis; seminibus
laevibus, marmoratis, carunculatis.
Baum, völlig kahl, Blätter 6—8 cm lang, bis A cm breit. Frucht sehr hart, 41/2 cm
lang, mit relativ kurzen Stacheln, Samen 7 mm lang, 5 mm breit, grau und braun
marmoriert, Caruncula braun.
Westmadagaskar, bei Marovoay (HıLpesranpr n. 3427 — Mai 1880,
fruchtend).
Ob die Pflanze wirklich zur Gattung Sapium gehört, ist noch etwas unsicher ; dafür
spricht der Bau der Kapsel und die auf der Unterseite der Blattspreite auflretenden
Drüsenflecken. Darin gleicht die Art dem oben beschriebenen S. zylocarpum Pax. Da-
gegen ist das Auftreten einer Caruncula am Samen sehr bemerkenswert; eine Caruncula
wurde bisher bei Sapium nicht constatiert. Da aber auch bei anderen Euphorbiaceen-
Gattungen das Auftreten einer Caruncula nicht ganz constant ist, mäg die Pflanze vor-
läufig zur Gattung Sapium gestellt werden. ,
Maprounea Aubl., Pl. Guyan. 895. t. 349.
M. obtusa Pax n. sp.; frutex glaberrimus; foliis breviter petiolatis,
glaberrimis, supra olivaceo-viridibus, subtus lutescenti-viridibus, reticulatis,
late ovatis vel rotundatis, basi et apice obtusis; stipulis coccineis,
triangularibus, acutis; inflorescentia in ramulis brevibus terminali;
floribus oO dense capitato congestis, bracteis late triangulari-
bus, acutis, cocceineis; calyce 3-fido; filamentis 3 connatis; floribus Q
in inflorescentia 1—2, pedicellatis; sepalis coceineis, longe acuminatis;
stylis 3, revolutis.
Strauch. Blätter 21!/,L—3 cm lang, 2—23/, cm breit, auf höchstens 8 mm langem
Blattstiel. Der ($ Teil der Inflorescenz 7—8 mm lang, eifórmig. Q Blüte nach der Blüte-
zeit auf 2 cm langen Stielen.
Ostafrika, Massaisteppe, Salanda (Fıscuer n. 588 — 3. Oct.,
blühend).
Ist verwandt mit M. africana Müll.-Arg., weicht aber durch die Blattform, die
terminalen Inflorescenzen und die Form der 3 Bracteen ab.
M. vaccinioides Pax n. sp.; frutex humilis, glaberrimus; foliis
breviter petiolatis, glaberrimis, supra olivaceo-viridibus, subtus lutescenti-
viridibus, reticulatis, rotundato-ovatis, subacutis ; stipulis triangulari-
bus; inflorescentia terminali; floribus jf ad apicem rhachidis
congestis, breviter pedicellatis, bracteis rhombeis, acutis,
coccineis; calyce 3-fido, filamentis connatis; floribus € in inflorescentia
1—2, pedicellatis; sepalis ovatis, acutis; stylis 3, subrevolutis.
F, Pax, Euphorbiaceae africanae, II. 117
Niedriger, nur 40—45 cm hoher Strauch, Blätter 41/3—2 cm lang, (iisem breit,
auf 3—5 mm langen Stielen. Der (j Teil der Inflorescenz etwa 5 mm im Durchmesser,
oben doldig gestutzt. Q Blüte mit 4 cm langem Stiel.
Lunda, Kimbundo, 10? s. Br. (Pocce n. 123 — Aug. 1876, blühend).
Näher mit der vorigen Art verwandt, als mit M. africana Müll.-Arg., unterscheidet
sich M. vaccinioides von jener durch niedrigen Wuchs, spitzliche Blätter, gestielte
d Blüten u. s. w.
Euphorbia L., Gen. n. 609.
Eu. indica Lam. var. pubescens Pax nov. var.; caulibus, foliis
capsulisque dense et breviter pubescentibus.
Deutsch-Ostafrika, Pangani (SrunLmann n. 308 u. 841 — 5. Dec.
1889 u. Jan. 1890, blühend).
Eu. angolensis Pax n. sp.; e rhizomate lignoso multicaulis;
caulibus brevibus, vix ramosis, pubescentibus, foliis purpuras-
centibus, glabris, integerrimis, e basi valde inaequali ovatis,
acutis; stipulis minimis, lanceolatis; cyathiis axillaribus, longe pe-
duneulatis, turbinatis, subglabris, fauce hirtis, pedunculo
pubescente; cyathii lobis triangularibus, acutis, intus villosis,
glandulis oblique ovatis, exappendiculatis vel angustissime margi-
natis; ovario villoso; capsula subvillosa; seminibus scrobi-
culatis, pallidis.
Stengel 7—8 cm hoch, namentlich oberwärts weichhaarig; mit verlängerten
Internodien. Jüngere Blätter purpurrot, später vergrünend; Blattstiel 4 mm lang,
Spreite 4 cm lang und 4 mm breit. Samen fast 2 mm lang.
Angola, Malandsche, nicht häufig (TEuscz in Mrcnow, Plant. angol.
n. 907 — Juli 1879, blühend).
Eine sehr charakteristische Art aus der Sect. Anisophyllum, welche sich noch am
besten an Eu. granulata Forsk. anschließt, aber durch Habitus, Indument, den Bau des
gestielten Cyathiums und der Samen wesentlich abweicht.
Eu. Fischeri Pax n. sp.; caulibus prostratis, elongatis, valde
ramosis, hirtis; foliis glabris, integerrimis, margine in-
crassatis, basi inaequalibus, obovatis vel lineari-obovatis,
obtusis, glaucescentibus, subcarnosis; stipulis minutis, lanceolatis;
eyathiis axillaribus, hinc inde internodiis abbreviatis
congestis, subsessilibus, turbinatis, pilosis; cyathii lobis brevibus,
ovatis, glandulis oblique ovatis, appendice quam glandula latiore,
alba, 3—5-lobata, lobis acutis; ovario villoso, erecto; capsula
erecta, carinata, secus angulos villosa; seminibus transverse
sulcatis.
Niederliegendes Kraut vom Habitus einer Corrigiola, Stengel stark verlängert,
reich verzweigt, mit blaugrüner Belaubung und zahlreichen Cyathien, welche durch das
breite, weiße Anhängsel der Drüsen stark hervortreten. Blätter an.den älteren Stengeln
5—7 mm lang und 2—3 mm breit, an den jüngeren Trieben erheblich kleiner. Cyathie
21/o mm im Durchmesser. Kapsel 41/5; mm lang.
118 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Deutsch-Ostafrika, Ugogo, Nganguina (SrunpwawN n. 386 —
7. Aug. 4890, blühend); Salanda (Fısener n. 32 — 3. Oct., blühend).
Verwandt mit Eu. sanguinea Hochst, et Steud., aber doch specifisch abweichend
durch die Bekleidung, die Blattform, die ganzrandigen Blätter und die weißen Anhüngsel
der Drüsen.
Eu. Poggei Pax n. sp.; erhizomate lignoso multicaulis: cauli-
bus brevibus, vix ramosis, glabris; foliis purpurascentibus, glabris,
integerrimis, e basi inaequali lineari-oblongis, acumi-
natis; stipulis parvis, triangularibus; cyathiis axillaribus, graciliter
pedunculatis, turbinatis, glabris, purpurascentibus; cyathii lobis
triangularibus, acutis, glandulis oblique ovatis, appendice lata,
alba vel rosea, integra, rotundato-ovata praeditis; ovario glabro.
Stengel 5—6 cm hoch. Blätter 10—12 mm lang, 2—2!/; mm breit. Stiel des
Cyathiums 5—6 mm lang.
Lunda, am Luluafluss, 9!/5? s. Br. (Posce n. 121 — Anfang Mai 1876,
blühend).
Verwandt mit Eu, polycnemoides Hochst., aber durch den Habitus und die Drüsen-
anhüngsel wesentlich verschieden; habituell sehr ühnlich der Eu. angolensis Pax, von
welcher sie die Kahlheit und der Bau des Cyathiums trennt.
Eu. villosula Pax n. sp.; e rhizomate crasso, lignoso multi-
caulis; caulibus brevibus, humilibus, subsimplicibus, vil-
losis; folis glabrescentibus vel parce villosis, minutissime
denticulatis, e basi inaequali oblongis vel ovatis, subobtusis;
cyathiis turbinatis, graciliter pedunculatis pedunculisque pu-
bescenti-villosis; cyathii lobis triangularibus, acutis, glandulis
oblique ovatis, appendice lata, alba, integra, rotundato-ovata
praeditis; ovario pubescente; stylis bifidis.
Kaum 3 cm hohe Staude, offenbar mit perennierendem Rhizom. Blütter 3—6 mm
lang, 2—2!/; mm breit. Stiel des Cyathiums 6—7 mm lang. Cyathium 5 mm im Durch-
messer.
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Karagwe, Kinuni, 1500—1600 m
(Stuntmann n. 1654 u. 1656 — 20. Febr. 1891, blühend).
Eu. villosula ist mit Eu. Poggei Pax verwandt, unterscheidet sich u. a. aber sofort
durch das Indument.
Eu. Teke Schweinf. Mscr.; arbor gla berrima, ramis crassis,
tetragonis, ramulis trigonis, podariis non in costas confluentibus ;
foliis magnis, obovato-spathulatis, in petiolum sensim longe
attenuatis, rigidis; stipulis in spinas rigidas mutatis; umbellae
terminalis radiis bifidis vel parce dichotome ramosis; cyathiis
bracteis 2 involucratis, latis, lobis truncatis, fimbriatis, glan-
dulis late ovatis; ovario glaberrimo, 3-angulato, stylis 3 indivisis,
apice incrassatis coronato. |
Blätter abwechselnd, mit 4—5 cm langem, dickem Stiel, 25—27 cm lang, 40 cm
breit, an der Spitze stumpf oder ausgerandet. Stipulardornen aus breiter Basis bis
3 mm lang. Doldenstrahlen 7—8 cm lang. Cyathium 8 mm im Durchmesser.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, Il. 119
Niam-niamland, am Juru (ScnmweixrunTE ser. I. n. 143 — 44. März
1870, blühend).
Offenbar in die Gruppe Diacanthium gehörig und nächst verwandt mit Eu. obovali-
folia Rich. aus Abessinien und Eu. drupifera Schum. et Thonn. von Guinea , namentlich
mit letzterer in der Größe der Blätter übereinstimmend, aber durch die terminale Dolde
verschieden.
Eu. quadrangularis Pax n.sp.; frutex ramis crassis, aphyllis,
tetragonis, pruinosis, facie planiuseulis, angulis podariis
eorneis, griseis, biaculeatis praeditis; aculeis rectis, griseis, paten-
tibus; eyatheis per paria in sinubus inter podaria insertis, late campa-
nulatis, brevissime pedunculatis, pedunculo crasso, apice
squamis paucis instructo; cyathii lobis reniformibus, obtusis-
simis, subhyalinis, glandulis exappendiculatis, latis, lobatis;
ovario glaberrimo, stylis 3, simplicibus, apice incrassatis co-
ronato.
Von cactusübnlichem Habitus, blattlos und weißbläulich bereift, 4-kantig, längs
der Kanten reichblütig. Blühende Aste 8—10 mm im Durchmesser. Dornen 8 mm lang.
Stiel des Cyathiums 5 mm lang. Cyathium 5 mm im Durchmesser.
Ostafrika, Itarige (Fıscner n. 519, blühend); wahrscheinlich gehört
hierzu auch die unter n. 182 ohne Standortsangaben gesammelte Pflanze
Fischer’s.
Die neue Art ist verwandt mit Eu. polyacantha Boiss. und Eu. Thi Schweinf., unter-
scheidet sich von beiden durch die kurzen Dornen und namentlich durch die ungeteilten
Griffel, welche nur am Grunde kurz verwachsen sind.
Eu. djurensis Schwf. Mser.; caule brevi carnoso, ramis pluri-
bus, carnosis, humilibus, apicem versus tomentosis; foliis
brevissime petiolatis, glaucescentibus, linearibus, glabris, mar-
gine subrevolutis; stipulis parvis; eyathiis ad apicem ramorum et
ramulorum terminalibus, solitariis, ovoideo-campanulatis,
glabrescentibus; cyathii lobis rotundato-ovatis, emarginatis,
glandulis 5 stipitatis, infundibuliformibus; ovario tomen-
toso, stylis 3 indivisis, basi connatis coronato; capsula tomen-
tosa; semine laevi, pallido.
Aus einem fleischigen Grundstock, welcher kaum hervortretende Narben trägt,
entspringen höchstens 8cm hohe, wenig verzweigte Stengel, welche alljährlich absterben.
Blütter 3 cm lang, 3 mm breit, spitz oder stumpflich, von etwas derber Consistenz.
Cyathium 5 mm im Durchmesser. Drüsen auf 1—11/; mm langem Stiel.
Dschurland, Seriba Kutschuk Ali (ScuwrivrunTR n. 1591 — 29. April
1869, blühend und fruchtend).
Verwandt mit Eu. longetuberculata Hochst. (= Eu. Braunii Schweinf.), aber durch
die Blattform, die Stellung und Form der Cyathien, das Indument und die Samen völlig
verschieden.
Eu. gossvpina Pax n. sp.; frutex (? ramis ultimis carnosis,
glaberrimis, apice cymam 3—5-cephalam, bracteis carnosis,
glaucescentibus, cordatis, acutis suffultam gerentibus; foliis
sparsis, oblongis, acutis, carnosis; cyathiis pedicellatis, medio ebrac-
120 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
teato, 5—8-glanduloso, lateralibus bibracteatis, 5-glandu-
losis, omnibus extus glabris, intus lana gossypina inter flores
dense repletis, late cupuliformi-campanulatis; cyathii lobis truncatis,
glandulis orbieularibus, hinc inde margine leviter lobatis,
demum reflexis; ovario glaberrimo, stylis apice breviter bifidis.
Über den Habitus der Pflanze liegen Angaben nicht vor; die letzten Zweige sind
8—10 cm lang und etwa 3 mm dick, etwas blaugrün, mit Narben abgefallener Blätter
besetzt, nur selten solche noch tragend. Blätter 12 mm lang, 40 mm breit, Bracteen
kürzer und breiter. Cyathienstiele bis 2 cm lang. Cyathium 4 cm im Durchmesser,
dicht mit weißen Wollhaaren angefüllt und im Kleinen einer sich óffnenden Baumwollen-
frucht etwas gleichend.
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Kagehi (Fıscner n. 514, blühend).
var. coccinea Pax; ramulis brevioribus, crassioribus, bracteis
coccineis, eyathiis brevius pedicellatis a typo differt.
Zweige 3—5 cm lang. Cyathienstiele 1—11/; cm lang.
Deutsch-Ostafrika, Massaini (Fiscurg n. 545, blühend).
Eu. gossypina gehört in die Gruppe Tirucalli, ist von allen Arten aber durch die
dichte Wollbekleidung im Innern der Cyathien, welche zu Wollballen sich vereinen,
wesentlich verschieden.
Eu. spinescens Pax n. sp.; frutex ramosus glaberrimus, ra-
mulis lignosis, spinescentibus; folis in ramulis annotinis
brevissimis fasciculatis, sessilibus, parvis, cuneatis, apice
truncatis vel leviter emarginatis; cyathiis inter folia sessilibus,
in ramulis annotinis, gemmiformibus solitariis, aperte campa-
nulatis, magnis; cyathii lobis fimbriatis, glandulis exappen-
dieulatis, transverse ovatis, peltatis; ovario velutino, stylis 3, apice
bilobis coronato.
Strauch vom Habitus der Eu. cuneata Vahl, aber völlig kahl. Die seitlichen Zweige
bald verdornend. Blätter und Blüten an knospenförmigen Kurztrieben sitzend, welche
nur wenig hervortreten und zu dichten, knäuelartigen Aggregaten vereinigt sind. Blätter
$—6 mm lang, 3 mm breit. Cyathium an jedem Kurztriebe einzeln, terminal, ansehnlich,
6 mm im Durchmesser.
Deutsch-Ostafrika, Massaini (Fıscaer n. 524, blühend).
Verwandt mit der habituell ähnlichen Eu. cuneata Vahl, aber specifisch durchaus
verschieden durch die kleinen Blütter und die Cyathien, welche niemals zu mehreren,
sondern immer einzeln am Kurztriebe stehen und zwischen den Blättern sitzen, ohne
einen Stiel auszugliedern,
Eu. espinosa Pax n. sp.; frutex ramosus, ramis lignosis, non
spinescentibus, glaberrimis; cyathiis in ramulis annotinis,
gemmiformibus solitariis, brevissime pedunculatis, basi
squamis paucis, parvis, margine ciliatis vel glabris praeditis,
aperte campanulatis, parvis; cyathii lobis parvis, euneatis, subfim-
briatis, glandulis peltatis, transverve ovatis; ovario glaberrimo,
stylis 3, inferne coalitis, superne liberis, apice bifidis coronato.
Strauch mit Ausnahme der am Rande bewimperten Schuppen unter den Cyathien
völlig kahl. Aste nicht verdornend, mit etwas fleischiger, saftiger Rinde. Blätter an
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, II. 121
dem vorhandenen Material fehlend, wahrscheinlich überhaupt nicht entwickelt und
durch die unter den Cyathien stehenden Schuppen vertreten; diese von rundlich-eifór-
miger Gestalt, wenig über 4 mm im Durchmesser. Cyathium klein, 2!/,—3 mm im
Durchmesser.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangabe (Fıscner n. 285, blühend).
Wie die vorige Art in die Gruppe Lyciopsis gehörig, von den beiden andern Arten
(Eu. cuneata Vahl und spinescens Pax) derselben durch die nicht verdornenden Zweige
ausgezeichnet; sie unterscheidet sich von Eu. cuneata Vahl ferner durch die einzeln
stehenden, fast sitzenden Cyathien, von Eu. spinescens Pax ferner durch die nur halb so
großen Cyathien, von beiden endlich wahrscheinlich durch die zu kleinen Hochblättern
reducierten Blattorgane.
Eu. systyloides Pax n. sp.; annua, glaberrima, caule erecto,
ramoso; foliis petiolatis, lanceolatis, acutis, denticulatis;
cyathiissessilibus in dichotomiis et secusramos racemos lon-
gos laxos formantibus, foliis linearibus eis longioribus suf-
fultis, campanulatis, pubescentibus; capsula adpresse pubes-
cente, coccis leviter carinatis; seminibus griseis, transverse
sulcatis.
Einjähriges, bis meterhohes Kraut mit gabliger Verzweigung, mit Ausnahme der
Cyathien und Kapsel kahl. Blätter 5—8 cm lang, auf 4 cm langem Stiel, 3—4 mm breit.
Kaspsel 5 mm hoch, 6—7 mm breit.
Insel Sansibar, Kokotoni (Hırnesranpr n. A044 — Oct. 1873,
fruchtend).
Gehört zur Gruppe Pseudacalypha und schließt sich an Eu. crotonoides Boiss. an;
letztere entfernt sich von unserer Art durch das Indument, die Blattform, die größere
Kapsel und die Sculptur des Samens.
Eu. sarmentosa Welw. Mser.; ramis junioribus pubescentibus;
foliis brevissime petiolatis, linearibus vel lanceolatis,
tenuiter denticulatis, pubescentibus; cyathiis in dichoto-
miis sessilibus et secusramos spicas laxas formantibus, foliis
linearibus eis longioribus suffultis, campanulatis, extus subhispidis,
eyathii glandulis rotundato-ovatis; capsula pubescente; semine
griseo, carunculato, corrugato, caruncula parva.
Untere Blätter unbekannt, obere Blätter 2 cm lang, 3—4 mm breit. Cyathium
5 mm breit. Kapsel länglich, 6 mm lang.
Angola (Wrrwirscu n. 297).
Gehört in die Verwandtschaft von E. crotonoides Boiss. u. a., aber durch die mit
einer Caruncula versehenen Samen von allen Arten dieser Verwandlschaft verschieden.
Eu. Holstii Pax n. sp.; glabra, caule ramoso; foliis petiolatis,
lanceolatis, basi et apice acutis, subspinuloso-dentatis; ramulis
sub cyathiis inferioribus 3, sub cyathiis superioribus 2, elon-
gatis, foliis floralibus anguste lineari-lanceolatis, serratis;
cyathio late campanulato, velutino; glandulis ovatis, brunneis;
ovario juvenili tomentoso, stylis 3 indivisis, apice paullo dilatatis
coronato; capsula glabrescente; seminibus piriformibus, griseis, eca-
runculatis, verrucosis, verrucis ad lineas transversas dispositis.
122 Beitrüge zur Flora von Afrika. VIII.
Krautig, stark verästelt. Blattstiel 1—2 cm lang, Spreite 6—7 cm lang und (ls cm
breit, allmählich in die schmalen Hochblätter übergehend. Kapsel etwa 4 mm im Durch-
messer, graubraun. Samen birnfórmig.
Deutsch-Ostafrika, Usambara, auf trockenen Hügeln (Horsr n. 530
— März 1892, blühend und fruchtend).
Steht der E. sarmentosa Welw. aus Angola nahe, ist aber durch die Blattform, den
langen Blattstiel, die kleineren Früchte und Samen leicht zu unterscheiden ; auch fehlt
die Garuncula.
Eu. platycephala Pax n. sp.; perennis, glaberrima; foliis alternis,
sessilibus, lineari-lanceolatis, acutis, integerrimis; foliis
floralibus triangularibus, acutis; eyathio late eupulato, glabro;
cyathii lobis late ovatis, subtruncatis, glandulis rotundato-
ovatis, integris; ovario glaberrimo, stylis 3 indivisis, apice in-
crassatis coronato.
Stengel etwas fleischig. Blätter 5—6 cm lang, bis 4 cm breit. Cyathium 7—8 mm
im Durchmesser,
Deutsch-Ostafrika, Seengebiet, Kagehi (Fiscugn n. 516).
In die Nähe von Eu. depauperata Hochst. gehörig, aber durch den Bau der Cyathien
sehr ausgezeichnet,
Eu. usambarica Pax n.sp.; perennis, glaberrima, caulibus inferne
denudatis; foliis alternis, sessilibus, integerrimis, lanceolatis,
acutis, basi attenuatis, floralibus squamiformibus, late ovatis,
obtusis; umbellae radiis 4—5, simplicibus; eyathio campanulato,
glaberrimo; glandulis ovatis, integris; ovario glaberrimo, stylis 3,
apice bilobis coronato; capsula et seminibus —.
Blätter 5—7 cm lang, 11/,—1!/» cm breit, dunkelgrün, unterseits mit blassem, vor-
tretendem Mittelnerv. Doldenstrahlen aus der Achsel von Laubblättern entspringend,
die wenig kleiner sind. Jeder Doldenstrahl etwa 2 cm lang, trägt ein Cyathium und
unterhalb desselben 2 schuppenartige, etwa 5 mm lange Hochblätter. Cyathium
3 mm lang.
Deutsch-Ostafrika, Usambara; auf feuchten Plätzen (Horst n. 660
— Juni 1892, blühend).
Verwandt mit Eu. depauperata Hochst., aber schon habituell etwas verschieden ;
specifisch abweichend durch die Form der Hochblätter und die einfachen Doldenstrahlen;
von Eu. platycephala Pax durch die Form der Drüsen leicht zu unterscheiden.
Eu. macrophylla Pax n. sp.; perennis, glaberrima; foliis alternis,
obovatis vel oblongis, obtusis, mucronatis, basi attenuatis, sessi-
libus, floralibus rotundato-ovatis, obtusis, mucronatis; umbellae
radiis 3, simplicibus vel semel dichotomis; eyathio late cupu-
lato, subtruncato, extus adpresse pilosulo; cyathii lobis late
ovatis, truncatis, subdenticulatis, glandulis late ovatis, inte-
gris; ovario glaberrimo; stylis simplicibus, apice incrassatis; capsula
glabra, laevi; seminibus laevibus, tricarinatis.
Stengel 50-—60 cm hoch, nur oben verzweigt. Blätter 12—14 cm lang, 4—5 cm
breit, mit über 4 mm langer Stachelspitze; die oberen Bracteen rundlich-eiförmig mit
schwach herzförmiger Basis, in ihrer Form jedoch variierend. Doldenstrahlen einfach
oder wenig verzweigt. Samen 5 mm lang, grüngrau, längs der Kanten rötlich.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, Il. 123
Dschurland, große Seriba Ghattas (Scuweinrurtn n. 2006 und Ser.
III. n. 150 — 18. Juli 1869 und 4. Juni 1874, blühend und fruchtend).
Wie die beiden vorhergehenden Arten in die Verwandtschaft der: Eu. depauperata
Hochst. gehörig, aber schon habituell auf den ersten Blick durchaus verschieden durch
Größe und Gestalt der Blätter,
Eu. Hochstetteriana Pax. Da der Name Eu. Schimperi schon von
Prest einer Art aus der Gruppe Tirucalli gegeben wurde (Boiss. in DC.,
Prodr. XV. 2. 96), muss die von HocnsrkrTER so benannte Pflanze (Borss.
in DC., Prodr. XV. 2. 455) einen neuen Namen erhalten; ich benenne sie
hiermit Eu. Hochstetteriana.
Eu. Preussii Pax n. sp.; caulibus e rhizomate perenni, repente
erectis, glabris, simplicibus, inferne denudatis, superne foliatis; foliis
lanceolatis, acutis, integris, in petiolum brevem attenuatis, flora-
libus liberis, e basi cordata triangulari-ovatis, acutis; umbellae radiis
3—4, semel vel bis bifidis; eyathii glabri, campanulati lobis ovatis,
denticulatis, glandulis semilunatis, cornubus glandulae latitudine
brevioribus; filamentis glabris; capsula ovoidea, glabra, seminibus
laevibus, carunculatis.
Habituell unserer Eu. dulcis nicht unühnlich. Rhizom horizontal, kriechend , bis
50 cm hohe, aufrechte Stengel treibend, welche nur etwa im oberen Drittel beblättert
sind. Blätter bis 5 cm lang und 4 em breit. Blattstiel 6—9 mm Länge erreichend.
Doldenstrahlen bis 6 cm lang, Hochblätter bei einer Breite von 4 cm bis 15 mm lang.
Cyathien klein, etwa 21/3 mm lang. Kapsel 3 mm lang.
Kamerun, Urwaldgrenze zwischen Buea und Mann's Quelle, 41960 —
2580 m (Preuss n. 636 — 23. Jan. 1891).
Gehört in die Gruppe Esula und ist verwandt mit Eu. monticola Hochst., von
welcher sie namentlich durch das kriechende, ausdauernde Rhizom und die nicht ver-
größerten Hochblütter abweicht.
Eu. cyparissioides Pax n. sp.; caulibus e rhizomate crasso
perenni pluribus, simplicibus, erectis, glabris, dense foliatis; foliis
subrigidis, sessilibus, recurvis, linearibus, marzine revolutis,
floralibus latioribus, ellipticis vel ovatis, obtusis, liberis; um-
bellae capitato-congestae radiis paucis, 3—5, subsimplicibus;
eyathii glabri, campanulati lobis ovatis denticulatis, glandulis
semilunatis, cornubus brevibus; ovario glabro, stylis bifidis
coronato; seminibus laevibus, griseis, caruncula parva praeditis.
Wuchsund Tracht ganz wie bei Eu. Cyparissias L. Stengel bis 30 cm hoch.
Blätter 41/,—2 cm lang, 2—2!/; mm breit, von etwas graugrüner Farbe. Kapsel 7 mm lang.
Centralafrika, Dar-Fertit, Dem Gudju (ScnwrimvrunTI Ser. II. n. 449
— 29. Jan. 1871). — Wahrscheinlich gehört hierher auch eine steril
gesammelte Pflanze aus Niam-niamland (Scuweinrurtu n. 3979 —
25. Juli 4870).
Unter den tropisch-afrikanischen Arten ohne näheren Anschluss; wie die vorige
Art noch am besten an die Verwandtschaft der Eu. monticola Hochst. anzureihen,
124 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Eu. noxia Pax n. ap: frutex pauci-ramosus, glaberrimus,
ramis crassis, subcarnosis; foliis ad apicem ramulorum subrosulato-dispo-
sitis, anguste obovatis vel oblongis, sessilibus, obtusis, mu-
eronulatis, floralibus late cordatis, longe mueronulatis;
umbellae radiis paucis (4), semel bifidis; cyathii magni, eupulati
lobis ovatis, eoccineis, ineiso-dentatis, glandulis extus pi-
losis, transverse ovatis, longe pectinatis, lacinulis pilosulis,
apice inerassatis; filamentis glabris.
3 m hoher, wenig verästelter Strauch mit dicken, offenbar etwas fleischigen
Zweigen. Blätter gedrängt an der Spitze jüngerer Zweige, bis 15 cm lang und 4 cm
breit. Doldenstrahlen etwa 3 cm lang. Drüsen des Cyathiums bis 45 mm breit.
Somaliland, Ahlgebirge, 4500—2000 m (HıLpzsranpt n. 870 —
März 1873, blühend).
Einheimischer Name: Falanfélcho.
Verwendung: Dient zur Bereitung von Pfeilgift. HILDEBRANDT
(Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde. Berlin X. 280) schreibt darüber: »Bei
der Bereitung dieses scheußlichen Giftes darf keine zweite Person zugegen
sein. Man kocht die Rinde und Splintschicht viele Stunden lang, bis sie
eine zühe, braune Masse bildet, welche auf die eiserne Pfeilspitze dick auf-
getragen wird. Die Wirksamkeit des Pfeilgiftes prüft der Somali, indem
er an der Wade eine Ader öffnet, aus der das Blut dem Beine entlang läuft.
An das Ende des Blutrinnsels hált er dann den Pfeil und schaut zu, ob das
Blut von dem Gifte afficiert wird und nach oben fortschreitend gerinnt. Ist
die Erstarrung bei der Wunde angelangt, so wischt er das vergiftete Blut
ab. Schon Ja Küt (vor ca. 800 Jahren) erwähnt derselben Probe.«
Die Erhaltung der Cyathien ist an dem vorliegenden Material etwas mangelhaft,
doch lásst sich der Bau der Drüsen und der Cyathienabschnitte leicht erkennen. Danach
gehört die neue Art in die Verwandtschaft der Eu. Grantii Oliv., von welcher sie sich
durch die Blattform, die nicht schwanzförmig begrannten Hochblätter und die beklei-
deten Drüsen sofort unterscheidet.
Erklärung der Figuren auf Tafel Il.
Habitusbild eines blühenden Zweiges (?/4 nat. Größe), mit einem Cyathium, etwa
5 mal vergrößert,
Eu. Quintasii Pax, Bol. da Soc. Broter. X.; frutex glaber, foliis
breviter petiolatis, obovatis vel oblongis, acuminatis, basin
versus attenuatis, floralibus late ovatis, acuminatis, mul-
toties minoribus; umbellae pauciradiatae radiis semel vel
pluries diehotomis; cyathii eupulati, glabri lobis ovatis, trun-
catis, inciso-dentatis, glandulis transverseovatis, truncatis,
subgranulatis, margine pectinatis, lacinulis glabris; braeteis
intra flores angustis, hine inde laciniatis; filamentis glabris; ovario
glabro.
Blattstiel 2 cm lang, Blattspreite 20 cm lang, 7—8 cm breit. Drüsen des Cyathiums
5 mm breit.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, II. 125
Insel St. Thomas, am Strande (Quintas n. 4149 — März 1888, blühend).
Gehört in die Verwandtschaft der Eu. Grantii Oliv., unterscheidet sich von dieser,
wie von Eu. noxia Pax durch die Größe und Form der Blätter.
Eu. trichadenia Pax n. sp.; caulibus e rhizomate perenni
orientibus, herbaceis, carnosis, humilibus; foliis carnosis,
glaucescentibus, sessilibus, lanceolatis, acuminatis; flora-
libus illis similibus; umbellae subcongestae radiis simplicibus
vel dichotome ramosis; cyathii breviter pilosi, magni lobis trun-
catis, pilosis, fimbriato-dentatis, glandulis transverse ovatis, trun-
catis, margine longe pectinatis, lacinulis semel vel pluries dicho-
tomis, pilosis; filamentis breviter pilosis; ovario breviter piloso,
stylisconnatis, apice liberis breviter bilobis coronato; brac-
teis intra flores angustis.
Aus dem Rhizom entspringen 7—10 cm hohe, fleischige Triebe. Blätter 41—1411/; cm
lang, 4 mm breit, abwechselnd. Cyathium 41/; cm im Durchmesser. Anhängsel der
Drüsen bis 5 mm lang.
Lunda, zwischen Kimbundo und dem Quango (Posce n. 116 — Mitte
Sept. 1876, blühend).
Verwandt mit den beiden vorigen Arten und Eu. Grantii Oliv., aber sehr verschie-
den durch Wuchs, Beblütterung und Cyathiumbau.
Synadenium Boiss. in DC., Prodr. XV. 2. 187.
S. piscatorium Pax n. sp.; ramis crassis, carnosis, glabris; foliis
obovatis, breviter et obtuse acuminatis, basin versus attenuatis,
subsessilibus, carnosis, nervis secundariis fere inconspicuis;
eymis dichotomis, multifloris, axillaribus; cyathiis bracteis 2 ovatis,
pilosis suffultis, bisexualibus; cyathii lobis truncatis, inciso-den-
tatis, glandulis inter se connatis; ovario piloso, breviter stipitato; cap-
sula profunde trisuleata, breviter pilosa.
Aste dick und fleischig, selbst die beblätterten noch über 4 cm dick. Blätter
44 cm lang und 5 cm breit, ohne deutliche Nervatur. Blütenstände in den oberen Blatt-
achseln, reichblütig, locker gebaut. Cyathien 4—5 mm breit. Kapsel (noch nicht
vóllig reif) bis7 mm Länge erreichend.
Sansibar (Srunzmann n. 468 — 41. October 1889, blühend).
Einheimischer Name und Benutzung: »Ganga«. »Als Fischgift
benutzt«, vermutlich die Samen und Blätter, ähnlich wie Euphorbia pisca-
toria Ait.
Ist verwandt mit S. Grantii Hook. (Bot. Mag. t.5633), unterscheidet sich aber sofort
durch die zweigeschlechtlichen Cyathien. Charakteristisch sind auch die relativ großen
Kapseln.
S. umbellatum Pax n. sp.; ramis crassis, carnosis, glabris; foliis
spathulato-obovatis, abrupte acuminatis, basin versus attenuatis,
subsessilibus, membranaceis, nervis secundariis conspicuis;
cyathiis in umbellas compositas dispositis, umbellis axillaribus;
cyathiis bracteis 2, parce pilosis, ovatis suffultis, bisexualibus; cyathii
126 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
lobis truncatis, dentatis, glandulis inter se connatis; ovario leviter
pubescente, capsula profunde trisulcata, glabrescente, carinata.
Aste fleischig, die beblütterten 5—6 mm dick. Blätter 41 cm lang, 3—4 cm breit,
weniger fleischig als krautig. Nervatur deutlich hervortretend; die Seitennerven mit
dem Mittelnerven einen Winkel von etwa 45° bildend. Inflorescenzstiel 2—3 cm lang;
Inflorescenz relativ dicht. Kapsel 5—6 mm lang.
Seengebiet, Wasserscheide zum Simiu (Fıscner n. 517).
Gehört gleichfalls in die Verwandtschaft von S. Grantii Oliv. und piscatorium Pax,
unterscheidet sich von beiden specifisch durch den Bau der Inflorescenz, von ersterem
ferner durch die zweigeschlechtlichen Cyathien, von letzterem durch die nicht fleischigen
Blätter,
Monadenium Pax nov. gen.
Cyathium lageniforme, valde irregulare; lobis 4—5, inter
se aequalibus, glabris, ovatis, margine inciso-dentatis, mem-
branaceis; glandula unica, semicylindrica, apicem versus angu-
G ,
Monadenium coccineum. A Inflorescenzzweig von der Rückseite, B von vorn; Cu. D
Cyathium von vorn und hinten; E Diagramm des Cyathiums; F Cyathiumlappen;
G Bractee aus dem Cyathium.,
stata, cyathium ipsum multo superante et cyathium amplee-
tente, quasi cylindrica, longitudinaliter fissa. Flores g' in
cieinnos ante cyathii lobos sitos dispositi, calyce destituti; anthera
erecta, loculis distinctis, subglobosis, divaricatis. Flos Q in cyathii centro
longe pedicellatus, cal yce destitutus; ovario tricarinato, stylis 3 liberis,
bifidis, ramis apice dilatatis, coronato; ovula in ovarii loculis soli-
taria. Capsula glabra, argute tricarinata. Semina prismatica, carun-
culata. — Frutex (7) sueeulentus. Flores in diehasias terminales,
densas dispositi; ^racteolae fertiles, coccineae, unilateraliter
usque ad medium connatae, quasi bracteam alato-bicarinatam,
emarginatam glandulae eyathii oppositam formantes.
F. Pax, Enphorbiaceae africanae. II. 127
Von dieser interessanten Gattung liegen nur Blüten und Früchte vor, wührend
Angaben über die Wuchsverhältnisse und Blätter fehlen, doch dürfte die Annahme sich
als richtig erweisen, dass die Pflanze einen succulenten Strauch bildet. Der Blüten-
stand gleicht auf den ersten Blick den Wickeln einer Sempervivum-Art, ist
jedoch ein Dichasium, nur dass die Vorblütter eines jeden Cyathiums mit einander zu
einem zweispitzigen, zweikieligen Gebilde verwachsen (Fig. 4j. Aus der Achsel dieser
Vorblätter erfolgt die weitere Verzweigung. Sämtliche Verwach sungsproducte
der Vorblätter (Fig. A, B) stellen sich mehr oder weniger in eine Ebene,
wodurch natürlich die Wirkung der tief rot gefärbten Hochblätter als Schauapparat ganz
wesentlich erhóht wird. Die Cyathiumdrüse ist stets den verwachsenen
Vorblüttern zugewendet (Fig. A, B; sie umfasst das Cyathium, welches
sieanLänge bedeutend überragt, mehr alszur Hälfte, und verleihtdem
ganzen Cyathium eine flaschenfórmige Gestalt; auf der den verwachsenen
Vorblüttern abgewendeten Seite ist sie tief ausgeschnitten, und hier kommen die
beiden Abschnitte des Cyathiums zum Vorschein, wührend die drei
andern Segmente von der müchtig entwickelten Drüse verdeckt werden
(Fig. C—E). Die neue Gattung ist verwandt mit Euphorbia und Synadenium, unter-
scheidet sich aber durch den Bau des Cyathiums ganz wesentlich ; auch begegnen solche
Inflorescenzen bei jenen Gattungen nicht.
Nur eine Art:
M. coccineum Pax n. sp.; ramis subglabris, cicatricibus foliorum
delapsorum onustis; dichasiis densis; bracteolis coccineis, alato-bicarinatis
capsulis manifeste carinatis; seminibus griseis, rugulosis, caruncula lutea
praeditis.
Verwachsene Vorblütter 7 mm lang, 40 mm breit. Cyathium 5 mm lang. Kapsel
4—5 mm lang, gelblich. Samen 3 mm lang.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangabe (Fıscner n. 524, blühend
und fruchtend).
Plantae Gürichianae.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Flora von Deutschsüdwestafrika.
Von
A. Engler.
In den Jahren 4888 und 1889 hatte Dr. Gürıcn sich acht Monate lang
im westlichen Damaraland aufgehalten, um über die dort vorhanden sein
sollenden Goldminen etwas Sicheres zu ermitteln. Da in diesem Gebiet
sicher noch neue und namentlich auch biologisch interessante Pflanzen zu
erwarten waren, so ersuchte ich Herrn Dr. Günicu, auch der Pflanzenwelt
einige Beachtung zu schenken und, soweit es ihm seine sonstigen Aufgaben
gestatteten, auch zu sammeln. Herr Dr. Gürıcn hatte nun auch die Freund-
lichkeit, eine allerdings meist aus dürftigen Proben bestehende Sammlung
von etwa 130 Arten zusammenzubringen, die außer vielen bereits durch
die Sammlungen von Dr. Scuınz und Dr. Mantorn bekannt gewordenen
Arten auch 24 neue Arten enthielt, deren interessanteste eine neue
strauchige Gattung der Pedaliaceae, Sigmatosiphon ist. Wichtig war ferner
die Entdeckung von sechs neuen Arten der Gattung Commiphora, woraus
sich ergiebt, dass die Gattung im trockenen Südwestafrika ebenso reich
entwickelt ist, wie in den Steppen- und Wüstengebieten Ostafrikas. Nächst-
dem ergab sich ein erheblicher Zuwachs für die Capparidaceae, von denen
Herr Prof. Pax vier neue Arten erkannte. Von demselben wurden auch
9 neue Euphorbia und 2 neue Mesembrianthemum, A neues Limeum auf den
folgenden Seiten beschrieben. Herr Prof. Scuumann ermittelte unter dem
Material eine neue Sterculia, ich selbst noch von neuen Arten 4 Ficus, A Lo-
ranthus, A Viscum, A Phaeoptilon, 4 Polygala, 4 Pachypodium, 4 Azima.
Besonders wichtig war auch, dass Herr Dr. Gürıcn von der merkwürdigen
Passifloracee Echinothamnus Blütenzweige mitbrachte, so dass es mir nun
möglich war, dieser bereits früher von Herrn Prof. PecnuEL-Loescae ent-
deckten Pflanze ihre systematische Stellung zuzuweisen. Einzelne der ge-
sammelten Exemplare waren zu dürftig, als dass ich es hätte wagen
können, darauf hin Arten zu begründen. Herr Dr. Gürıcu hat auf Grund
der ihm mitgeteilten Bestimmungen und seiner Notizen in seiner Ab-
handlung: Deutsch-Südwestafrika (Hamburg [Frederichsen] 1891), S. A6A MT.
A. Engler, Plantae Gürichianae. 129
eine ansprechende Schilderung der Vegetationsverhältnisse gegeben, deren
allgemeiner Charakter bereits ausführlich von Prof. Dr. Scunz besprochen
worden ist. In die folgende Aufzählung habe ich auch drei neue Scrophu-
lariaceen aufgenommen, welche von Herrn SrgiNGRoEvER gesammelt wurden.
Polypodiaceae.
Cheilanthes multifida Sw., Syn. Fil. 129 et 334.
Rehoboth , Quarzitfelsen am Kurub (Gürcan n. 102 — 18. Oct. 1888).
Pteridella hastata (Thunb.) Mett.
Am oberen Komab, Quellfluss des !Kuisib (Gürıen n. 94 — 3. Oct.
1888).
Actiniopteris dichotoma (Forsk.) Mett.
! Ameib, im Schatten der Granitfelsen am Fuß des Bockberges (Günicu
n. 28 — 22. Nov. 1888).
Notholaena Rawsoni Pappe in Parre and Rawsow's Synops. Fil. Afr.
austr. 42.
Ubib (Gürıcn n. 90 — 15. Juni 1888); in Felsritzen am oberen Komab,
Quellfluss des !Kuisib (Gürıcn — 3. Oct. 1888); Rehoboth (Gürıcn —
19. Oct. 1888).
Gramineae.
Panicum glomeratum Hack. in Verh. d. bot. Ver. Brandenb. XXX.
p. 444.
An der Granitbank von Kamkoichar nördlich von Salem (Günicu n. 130
— blühend 29. Mai 1888).
Pennisetum cenchroides Rich.
Ussis, am Ubfluss, südlich von Salem (Gürıcn n. 113 — blühend
4. Aug. 1888).
Aristida lutescens Trin. et Rupr.
Grasplütze bei Schwarzbach am ! Kuisib (Günrcu n. 447 — fruchtend
22. Juli 1888).
Diplachne paucinervis (Nees) Hack.
Walfischbay, zwischen den Dünen (Günrcu n. 152 — blühend Januar
1889).
Eragrostis spinosa Nees, Fl. Afr. austr. 382.
Unter der Plüm im Bett des !Kuisib oberhalb Sandfontein bei der
Walfischbay (Gürıen n. 424 — 14. Juli 1888).
Cyperaceae.
Cyperus laevigatus L. y major Beklr.
Walfischbay, zwischen den Dünen (Günicu n. 154 — Jan. 1889).
Verbreitet an den Küsten der alten und neuen Welt, in den tropischen und sub-
tropischen Gebieten.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bà. l 9
130 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
C. longus L. à tenuiflorus (Rottb.) Bcklr., Cyper. I. 227.
-EEisib bei Okomlahe, in Gärten an flieendem Wasser (Gürıch n. 48
— 98. Nov. 1888).
Seirpus squarrosulus Steud., Synops. 88.
Swakop, bei der Pot Mine (Ginicu n. 142 — 17. Aug. 1888).
Moraceae.
Ficus (Urostigma) Gürichiana Engl.; prorepens ramulis dense
foliatis; foliis petiolo brevi lato, superne canaliculato suffultis
coriaceis, pallide viridibus, glaucescentibus, glaberrimis,
oblongo-ovatis, basi leviter cordatis, apice obtusis, costa
erassiuscula, nervis lateralibus utrinque 6 patentibus proeul a margine
conjunctis, cum venis primariis et secundariis remote, tertiariis densissime
reticulatis supra insculptis, subtus valde prominentibus; receptaculis
binis vel singulis supra foliorum axillam breviter pedicellatis, depresso-
globosis, cum pedicellis et bracteis semiovatis obtusis breviter pilosis;
floribus breviter pedicellatis, perigonii tepalis 3 lanceolatis obtusis; ovario
subgloboso leviter compresso, stylo laterali in floribus fertilibus quam
ovarium duplo longiore.
Die letzten Zweige sind etwa 3 mm dick. Die Blattstiele sind 5—6 mm lang, 4 mm
breit, die Spreiten 6—7 cm lang, 3—4 cm breit; die Seitennerven gehen unter einem
Winkel von 60—80° von der Mittelrippe ab und werden durch einen 2—3 mm vom
Rande entfernten Collectivnerven vereinigt. Die Stiele der Receptacula sind etwa 3 mm
lang, 4,5 mm dick, die Bracteen 2,5 mm lang und breit; die Receptacula selbst haben
elwa 4 cm Durchmesser. Die Blütter der Blütenhülle sind 2 mm lang. Der Fruchtknoten
ist A mm lang, mit seitlichem, 3 mm langem Griffel.
Kamelneck, am Bockberg (Gümrcu n. 59 — 25. Nov. 1888). — Ver-
breitet, doch nur stellenweise, an steilen Felsen wurzelnd und darüber
hinkriechend, den Felsen dicht mit Laub überziehend. Auch bei Ogitambi
und in der Gegend von Rehoboth.
Loranthaceae.
Loranthus (Dendrophtho&) Gürichii Engl.; ramulis novellis fer-
rugineo-puberulis, adultis glabris fuscescentibus, foliis alternis vel sub-
oppositis coriaceis, pilis stellatim ramosis longicruribus dense
obsitis breviter petiolatis ovato-spathulatis obtusis; ramulis flori-
feris abbreviatis ad axillas foliorum vetustorum dejectorum, floribus
plerumque binis sessilibus, quam folia fulerantia 4-plo longioribus, densis-
sime cinereo-pilosis, calyculi oblongi margine angustissimo prominente,
perigonii tubo longo cylindrico uno latere scisso quam laciniae lineares
acutae 9—3-plo longiore; staminibus perigonium fere aequantibus; antheris
quam laciniae perigonii duplo brevioribus.
Die Zweige sind 6—7 mm dick, mit 4—2 cm langen Internodien und tragen an der
Spitze junge Blätter, gleichzeitig in den Achseln der abgeworfenen älteren Blätter die
verkürzten Inflorescenzen. Der Blattstiel ist etwa A mm lang, die Spreite 1—1,5 cm lang
A. Engler, Plantae Gürichianae. 131
und 7—8 mm breit. Der Calyculus ist etwa 4—5 mm lang. Die Blütenhülle hat eine
Länge von 5—6 cm, die Röhre 3 mm Durchmesser; die Abschnitte der Blütenhülle sind
4,5 cm lang und 4,5 mm breit. Die Staubfäden sind 4,5—5 cm, die Antheren 8 mm lang,
Das eifórmige Narbenende des Griffels hat eine Länge von 1 mm.
! Karibib (Gürıcn n. 35 — 418. Nov. 1888).
Nach der Angabe des Sammlers ist die Pflanze ein 2 m hoher Strauch. Habituell
hat sie Ahnlichkeit mit L. ovalis E. Mey., ist aber von derselben durch die mehr spatel-
förmige Gestalt der Blätter, durch sitzende Blüten und viel längere Strahlen der Stern-
haare verschieden.
L. (Tapinanthus) namaquensis Harv. in Flora cap. II. 577.
Bei Onanis und auch sonst verbreitet, in fuBgroBen Büschen auf ver-
schiedenen Bäumen, namentlich auch auf Milehbusch (Euphorbia), dessen
Stengel dann oben übermäßig verdickt sind.
Viseum Mac O wani Engl.; fruticulus globosus, omnibus partibus
scabriusculus, ramulis teretibus (siccis longitudinaliter sulcatis), internodiis
brevibus; foliis crassissimis cartilagineo-marginatis sessilibus
oblongis acutis; inflorescentiis axillaribus 4 vel 3 bifloris, media
breviter pedicellata, lateralibus sessilibus; bracteis semiovatis acutis; flori-
bus femineis oblongis basin versus attenuatis; perigonii segmentis semi-
oblongis acutis; fructibus ovoideis, rufescentibus, basi in pedicellum brevem
contractis.
Die Internodien der Zweige sind 0,8—1,5 cm lang. Die Blätter sind etwa 4 cm lang,
5—6 mm breit. Die Bracteen haben eine Länge von 4,5—2 mm. Die weiblichen Blüten
sind 4—5 mm lang, 4 mm dick, die Perigonabschnitte 4 mm lang. Die Halbfrüchte sind
5 mm lang.
Ubib, stellenweise auf Anabäumen (Acacia albida Delile) (Gürıen n. 43
— 10. Dec. 1888).
Unter den bisher bekannten Arten des Caplandes giebt es keine, mit welcher diese
Pflanze vollkommen übereinstimmt. Durch die gleichmäßige Verschmälerung der Blätter
nach oben und unten weicht diese Art von V. obscurum Thunb. und V. obovatum Harvey
ab, durch die am Grunde verschmälerten Blätter von V. rotundifolium Thunb. und
V. Crassulae Eckl. et Zeyh., durch die vollständig eingeschlossenen, nicht hervortretenden
Leitbündel von V. pauciflorum Thunb. und V. Crassulae Eckl. et Zeyh.
V. capense Thunb., Prodr. 31.
Okombahe (Günicu n. 5 — 2. Dec. 1888); in der Gegend von Rehoboth,
Otjitambi, !Usa,! Kos und an anderen Orten auf Acacia albida Delile, sowie
auch auf anderen Mimosoideen, seltener auf anderen Bäumen.
Amarantaceae.
Aerua desertorum Engl. in Bot. Jahrb. X. 7.
Ebene Namib an der Walfischbay (Günicu n. 140, 453. — 13. Dec. 1888),
in sehr vereinzelten Büschen an Stellen, wo sonst jede Vegetation fehlt.
Hermbstaedtia argenteiformis Schinz in Verh. d. bot. Ver. d.
Prov. Brand. XXXI. 209.
Nugeb, zwischen Ubib und Pot Mine (Günicn n. 126 — hblühend 5. Juni
1888).
9*
132 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Die Exemplare sind nur 4 dm hoch, fünfmal kleiner als die groBen, reich ver-
zweigten Pflanzen, welche Berck bei !Ameib sammelte.
Chenopodiaceae.
Atriplex capensis Moq., Chenop. enum. p. 63. n. 30 et Dr Gap,
Prodr. XIII. 2. 400. — A. Halimus L. var. latifolia Fenzl in Exs. Eckl. et
Zeyh. n. 40.
Otjimbingue, an den Schanzenfelsen (Gürıcn n. 55 — 9. Oct. 1888);
am Tsoayoub bei Kanikontes (Günrcu n. 145 — 24. Mai 4888); Sanddtinen
an der Walfischbay (Günicu n. 154 — Januar 1889).
Diese Art scheint in Südafrika nicht selten zu sein; sie ist im Berliner Herbarium
von Uitenhage (Eckr, u. Zeva. n. 40), von Hantam (Meyer) vertreten, auch von DnEGE
gesammelt und teils als A. Halimus L., teils als A. portulacoides L. bestimmt.
Arthroenemum glaucum (Del.) Ungern-Sternberg.
An der Walfischbay, Rasen bildend (Gürıcn n. 22 — Januar 1889).
Verbreitet im nördlichen Afrika.
Suaeda maritima (L.) Dumort., Fl. belg. 22.
Sanddünen an der Walfischbay (Gürıcn n. 150 — Januar 1889).
Findet sich auch an den Küsten des Caplandes.
Salsola aphylla L.f. — S. Caroxylon Moq., Chenop. Enum. 143. n. 20;
Caroxylon Salsola Thunb., Diss. 1. p. 38; Mog. in Dr Canp., Prodr. XIII.
9. 176.
Pot Mine, mannshohe Büsche am Unterlauf der Flüsse, ziemlich weit
hinauf, auch sonst an brakischen Stellen (Günrcu n. 140 — 17. Aug. 1888).
Phytolaccaceae.
Bearbeitet von F. Pax.
Limeum glaberrimum Pax; glaberrimum, subglaucescens,
erectum, ramosum; foliis alternis, angustissime linearibus, fere
filiformibus, breviter apiculatis, floralibus oppositis squamiformibus ;
floribus in inflorescentias spiciformes, laxifloras (cicinnos?) dis-
positis, brevissime pedunculatis; sepalis 5, oblongo-lanceolatis, apiculatis,
viridibus, albo-marginatis; petalis 5, oblongis, obtusissimis, unguiculatis,
sepalis aequilongis, hyalinis, albis; staminibus 6—8, petalis brevioribus,
filamentis basin versus dilatatis, basi connatis; ovario 2-locu-
lari, stylis brevibus.
Blätter 4—4,5 cm lang, 4 mm breit. Kelchblätter 3 mm lang.
` Thal des ! Kuisib (»unter der Plüm«), 45 km oberhalb Walfischbay (Günrcu
n. 124 — blühend 11. Juli 1888).
Die neue Art nimmt unter den mit Blumenblättern versehenen Species der Gattung
durch ihre schmalen, fast nadelförmigen Blätter und die lockerblütige, im Habitus
ührige Inflorescenz eine isolierte Stellung im System ein.
Gisekia Miltus Fenzl; Moguin in DC., Prodr. XIII. 2. 28; SONDER,
Fl. Capensis I. 156; Orzivzn, Fl. of trop. Africa. II. 594.
In der Ebene zwischen Pot Mine und Ubib (Günicn n. 128 — blühend
5. Juni 1888).
A. Engler, Plantae Güriehianae. 133
Die Bestimmung der Günicu'schen Pflanze als G. Miltus ist nicht ganz sicher, da
nur Blüten ohne Vegetationsorgane vorliegen; da aber die Fenzr’sche Art in Südafrika
weit verbreitet ist, erscheint die Zugehörigkeit der von Dr. Günrcu gesammelten Pflanze
zu G. Miltus nicht unwahrscheinlich.
Nyctaginaceae.
Phaeoptilon spinosum Radlk., in Abh. d. naturw. Ver. zu Bremen
VI. 4883, p. 435. — Nachtigalia protectoratus Schinz.
Auf dem südlichen Kaokofeld bei Chorichar, auch sonst südwürts
häufig (Günicg n. 20 — 29. Nov. 1888).
Bekannt von Namaland.
Ph. Heimerli Engl.; arbuscula, ramulis pallide griseis, laevibus
spiniferis; spinis tenuibus, basi vel apice folia pauca gerentibus, foliis
linearibus obtusis, in petiolum brevem cuneatim angustatis, cinereo-viri-
dibus, erassis glabris pulvinulis ad basin spinarum solitariis vel binis
4--3-floris; floribus majusculis sessilibus dimidium foliorum fere aequanti-
bus, extus cinereo-pilosis; perianthio infundibuliformi, brevissime
lobato, lobis patentibus; antheris vix ultra perianthium exsertis.
Niedriges, reich verzweigtes Biumchen, mit 8—10 mm langen Zweiginternodien
und etwa 4 cm langen Dornen. Die Blätter sind 4,5—2,5 cm lang, 3—4 mm breit, in
den 4 mm langen Blattstiel zusammengezogen. Die Blütenhülle ist etwa 12 mm lang,
mit 5 mm breiten Abschnitten. Die Staubfäden sind 4 mm lang, die Antheren ebenso,
Kamelneck (Günicu n. 42 — 26. October 1888).
Die Art steht der zuerst von RApLKorER beschriebenen ziemlich nahe, unterscheidet
sich aber durch 2—3 mal größere und kahle Blätter, sowie durch 2 mal größere Blüten
mit weniger tief gelappter Blütenhülle.
Aizoaceae.
Bearbeitet von F. Pax.
Mesembrianthemum (Sect. Geniculiflora) salicornioides Pax; ra-
mosum, ramis subarticulatis, papillosis, strictis; foliis marces-
centi-deciduis, squamiformibus, brevibus, ovato-triangularibus, ob-
tusis; floribus parvis, in ramulis brevibus terminalibus, cymas divaricatas
formantibus ; perigonio (»calyce«) &-partito, lobis aequalibus, triangu-
laribus, acutis; staminodiis petaloideis (»petalis«) albis (ut videtur), nume-
rosis; staminibus inclusis, numerosis; ovario turbinato, semisupero,
A-loculari, stigmatibus brevibus.
Blätter fast 3 mm lang und breit, Blüten ungefähr 5 mm im Durchmesser.
In den Sanddünen an der Mündung des ! Kuisib, bei der Walfischbay
(Günicu n. 149).
Nüchst verwandt mit M. geniculiflorum L., aber durch die schuppenförmigen, nicht
linealischen (8—44 Linien langen«) Blätter auf den ersten Blick zu unterscheiden,
M. (Sect. Planifolia) Gürichianum Pax; valde papillosum; foliis
alternis, ovato-lanceolatis, acutis; floribus inter majores, peduneulatis,
in ramulis terminalibus; perigonio (»calyce«) 5-partito, lobis valde
134 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
inaequalibus, 3 majoribus, omnibus acuminatis; staminodiis petaloideis
(»petalis) roseis; staminibus numerosis, inclusis; ovario ovoideo, semi-
supero, 5-loculari, stigmatibus brevibus.
Blätter 2—3 cm lang, 4—2 cm breit. Blüten 4,5 cm und mehr im Durchmesser.
Bei Anıyab am Flusse Uyab (Gürıcn n. 75 — blühend 2. Nov. 1888).
Verwandt mit M. crystallinum L., aber durch die Blattform und die gestielten
Blüten specifisch verschieden.
Capparidaceae.
Bearbeitet von F. Pax.
Polanisia suffruticosa (Schinz) Pax. — Cleome suffruticosa Schinz,
Verhandl. des bot. Vereins f. d. Prov. Brandenburg XXIX. p. 50.
Komazaráh am Uyab, am Fuße des Brandberg (Günicu n. 77. — Blühend
und fruchtend 9. Nov. 1888).
»Niedriger, etwa 4 m hoher« Halbstrauch. — Von Dr. Scuisz im Groß Namaland
entdeckt.
P. Petersiana (Klotzsch) Pax. — Dianthera Petersiana Klotzsch, in
PrTERS, Reise nach Mossamb. Bot. p. 160. t. 27; Harvey und Sonper, Fl.
capens. I. 57; Pax in Ener. Jahrb. X. 45. — Cleome diandra Oliver, Fl. of
trop. Africa I. 79 (ex parte).
Zwartkoppe, zwischen Karribib und Erango (Günicn n.33 — fruchtend
19. Oct. 1888).
»Bis 4 m hohe, zarte Pflanze.« — In Süd- und Centralafrika häufig.
P. Dianthera DC. — Dianthera Burchelliana Klotzsch in Prrers Reise
nach Mossamb. Bot. 161; Harvey und Soxp., Flor. cap. I. 58; Pax in ENGL.
Jahrb. X. 15. — Cleome diandra Oliver, Flora of trop. Africa 1. 79 (ex
parte).
Ussis (Génrcu n. 447 — blühend und fruchtend 3. Aug. 1888).
ni m hohe, schlanke Staude.« — In Süd- und Centralafrika verbreitet.
Boscia puberula Pax; arbuscula (?) cortice ramulorum glaberrimo;
foliis breviter petiolatis, linearibus, basi acutis, apice rotundatis vel sub-
retusis, apiculatis, coriaceis, glaucis, minutissime scabro-puberulis;
floribus in racemos densos, breves, hinc indesubumbelliformes
e ramulis abbreviatis vel e ramis vetustioribus nascentes
dispositis, minoribus, viridibus, pedicellatis, pedicello florem subduplo
superante; inflorescentia cum calyce puberulo; sepalis 4, valvatis,
oblongis, obtusis; petalis nullis; disco annulari, extrastaminali, sta-
minibus 12—4 4, filamentis filiformibus, in alabastro flexuosis, deinde erectis,
calyce multo longioribus, antheris obtusis, oblongis; gynophoro ovarium
duplo superante; ovario ovoideo, fere pyriformi, glaberrimo, in
stylum brevem crassum attenuato, uniloculari; placentis 2 parietalibus,
pauciovulatis ; stigmate sessili, capitato; fructu globoso, flavo.
Blätter 2—3 cm lang, fast 6 mm breit; Blattstiel 5 mm lang. Trauben verkürzt,
fast 2,5 cm lang; Blütenstiele 4 mm lang. Kelchblätter 2—3 mm lang, 2 mm breit,
Staubfäden 5—6 mm lang. Gynophor fast 4 mm lang; Fruchtknoten 2 mm lang; Samen-
anlagen an der Placenta 3—4. Frucht kugelig, 40—42 mm im Durchmesser, einsamig.
A. Engler, Plantae Gürichianae, 135
Häufiger Baum bei Onanis und anderwo 6 Witehattoboom«) (Gónrcn
n. 444 — blühend 6. Aug. 1888). — Otjitambi (Gürrcu n. 72 — fruchtend
19. Nov. 1888), sehr verbreitet von Otjitambi bis zum !Kuisib.
B. puberula ist nüchst verwandt mit B. foetida Schinz (Abh. d. Botan. Vereins f. d.
Prov. Brandenburg XXIX. 49) und B. Pechueli Kuntze (Jahrb. d. Berl. bot. Gartens IV,
261); sie unterscheidet sich von beiden durch die mit kurzen, einzelligen Trichomen
bedeckten Blätter, eine Bekleidung, die allerdings nur bei sorgfältiger Beobachtung con-
statiert werden kann; sie besitzt nicht den durchdringenden Geruch nach menschlichen
Excrementen, wie ihn die Schinz’sche Art zeigt, und entfernt sich auBerdem von dieser
durch die Form der auch viel größeren Blätter, sowie durch den relativ lang gestielten
und kahlen Fruchtknoten. B. Pechueli hat spatelfórmig-linealische Blätter, spitze
Kelchblütter und nur 1—2 Samenanlagen im Fruchtknoten, Diese diagnostischen Merk-
male berechtigen zur Aufstellung einer neuen Art.
Die schónen gelben Früchte werden gegessen; die Wurzel ist bei den
Hottentotten und Bastards beliebtes Kaffeesurrogat.
Cadaba juncea (L.) Benth.-Hook., Gen. pl. I. 108; Ewcr., Jahrb. X.
282. — Schepperia juncea DC., Prodr. I. 245.
Rehoboth (Génicu n. 85 — blühend 12. Oct. 1888).
»Niedriger Busch in den Dornbüschen.« — Verbreitet im Karroogebiet des Kap-
landes und im Namaland.
Maerua (Streblocarpus) parvifolia Pax; frutex 11/,—2 m fere
altus, cortice ramorum subcinereo; foliis in ramulis valde abbre-
viatis dense confertis, parvis, coriaceis, glaucis, sessilibus,
cuneatis, apice truncatis vel subretusis, apiculatis, breviter
hispidis; stipulis minimis, setaceis, deciduis, brunneis ; floribus (axilla-
ribus?) in ramulis abbreviatis solitariis (vel paucis ?), pedunculatis;
pedunculo foliis longiore, hirto; cupula (»calycis tubo«) anguste
campanulata, extus parce pilosa, disco destituta; sepalis 4, val-
vatis, ovato-oblongis, acutis, flavo-viridibus, extus et intus pilosis; petalis
quam sepala multo minoribus, parvis, flavescentibus, oblongis, obtusis,
parce glandulosis; staminibus numerosis, androphoro cupulam aequanti
insertis, filamentis flexuosis, flavescentibus, antheris oblongis; ovario gyno-
phoro androphorum aequante stipitato, elavato, glaberrimo; stigmate sessili.
Blätter 5—6 mm lang, 2 mm breit. Blütenzweige 42 mm lang. Cupula 6 mm lang,
39. 3 mm breit. Kelchblütter 6 mm lang, 3—4 mm breit. Staubfäden 8 mm lang.
Gynophor etwa 8 mm lang. Junger Fruchtknoten 2 mm lang.
Salem am Swakop (Gürıen n. 86 — blühend 22. Aug. 1888).
Eine ausgezeichnete, durch die Kleinheit der Blätter und Blüten, sowie die geringe
Zahl der letzteren charakterisierte Art, welche mit keiner andern Species eine nühere
Verwandtschaft zeigt.
M. (Streblocarpus) Gürichii Pax; frutex 11/,—2 m altus, cor-
tice ramorum viridi, glaberrimo; foliis parvis, coriaceis, viridibus,
petiolatis, lineari-lanceolatis, aeutis, glaberrimis; stipulis setaceis,
deciduis, brunneis; floribus majusculis, ad apicem ramorum breviter pe-
dunculatis; pedunculo glaberrimo; cupula (»calyeis tubo«) tubuloso-cam-
panulata, glaberrima, margine disco fimbriato praedita; sepalis
136 . Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
4 valvatis, elliplico-lanceolatis, acutis, trinervibus, margine densissime
sed breviter albo-tomentosis; petalis quam sepala dimidio brevio-
ribus, obovato-oblongis acutis, viridi-luteis; staminibus numerosis, calyce
longioribus, androphoro cupulam aequanti insertis, filamentis sepalis lon-
gioribus, flexuosis, antheris oblongis ` gynophoro filamentis paullo breviore ;
ovario ovoideo, glaberrimo, A-loculari; placentis 2 parietalibus, multi-
ovulatis; stigmate sessili; fructu brunneo, elavato-oblongo.
Blätter fast 42 mm lang, 2—3 mm breit Blattstiel 3—4 mm lang. Cupula 8 mm
lang; Kelchblütter 42 mm lang, 7 mm breit; Blumenblátter 5—6 mm lang, 3—4 mm
breit; Staubfäden fast 18—20 mm lang; Fruchtknoten 4 mm lang; Frucht 15 mm lang,
8 mm im Durchmesser.
Erongo, am Fuß des Bock berg (Ginicu n. 30 — blühend und fruchtend
21. Oct. 1888). — Auch sonst häufig, von Otjimbingue bis Aniyab und
! Usa!kos.
Eine durch die Blattform, sowie durch die geringe Größe der Blätter selbst, durch
den am Rande des Achsenbechers entwickelten kranzfürmigen Discus und die keulen-
förmig-längliche Frucht sehr ausgezeichnete, neue Art.
M. (Streblocarpus) Schinzii Pax; frutex arborescens ad 5 m altus;
foliis mediocribus, coriaceis, glauco-viridibus, petiolatis, obovato-oblongis,
obtusis, apieulatis vel subretusis, seabro-puberulis, nervis prominen-
tibus; stipulis lanceolato-setaceis, deciduis, brunneis; floribus majus-
culis, in racemos foliatos, umbelliformes, ramulos terminantes dispositis,
pedunculatis; pedunculo seaberulo; cupula (»calycis tubo«) breviter
campanulata, minute puberula, margine disco fimbriato prae-
dita; sepalis 4 cupula multo longioribus, valvatis, oblongo-obo-
vatis, obtusissimis, trinervibus, viridibus, utrinque pubescentibus,
reflexis; petalis quam sepala multo minoribus, longe unguiculatis, fere
orbieularibus, obtusissimis, flavescentibus; staminibus nume-
rosis, calyce longioribus, androphoro cupulam aequanti insertis; fila-
mentis flavescentibus, flexuosis demum strictis, radiantibus; antheris
oblongis; gynophoro filamentis subaequilongo; ovario clavato-cylindrico,
minute puberulo, uniloculari; placentis 2 parietalibus, multiovulatis; stig-
mate sessili capitato.
Blätter 2—3 cm lang, fast 42 mm breit; Blattstiel fast 4 cm lang. Blütenzweig
12 mm lang. Cupula 5 mm lang, fast 4 mm im Durchmesser. Kelchblätter 4 cm lang,
7 mm breit. Blumenblütter 8 mm lang, 5 mm breit, mit 2—2,5 mm langem Nagel.
Staubfäden 18 mm lang, Antheren 2 mm lang. Gynophor 46 mm lang, Junger Frucht-
knoten 5—6 mm lang, 4 mm dick.
Häufig auf der Hochebene am Swakop bei Otjimbingue (Gürıcn n. 44 —
blühend 40. Oct. 1888).
Eine prüchtige, durch die gelblichen Blumenblütter und Staubfüden, welche wie
die Filamente der Callistemon-Arten als Schauapparate für heranfliegende Insecten
fungieren mögen, auffallende, um Otjimbingue sehr verbreitete Art; sie ist nächst ver-
wandt mit M. oblongifolia Rich., die im nördlich tropischen Afrika verbreitet auftritt,
erscheint aber doch von dieser verschieden : durch die bekleideten (übrigens auch klei-
A, Engler, Plantae Güriehianae. 137
neren) Blätter, die bekleideten und stumpfen Kelchblätter, die rundlichen, nicht schmal-
ovalen Blumenblätter und den deutlich wahrzunehmenden, zierlich gefransten Discus.
M. (Eumaerua) angolensis DC., Prodr. I. 254: Druessert, Icon.
Sel. IH. 43; Orıver, Flor. of trop. Afr. I. 86.
Zwischen !Usa!kos und Aniyab (Gürıcn n. 7 — fruchtend 8. Dec. 1888).
»Koradäb« Namaq.
»Bäumchen mit runder Krone und zahlreichen Hülsen.« — Da Blüten unbekannt
sind, bleibt die Bestimmung etwas unsicher; jedenfalls gehórt die Pflanze nicht zu
Maerua oblongifolia Rich., welche ebenfalls gegliederte Früchte trügt; auch M. Schinzii,
welche ähnliche Blätter und eine gleiche Bekleidung der vegetativen Organe besitzt, er-
weist sich im anatomischen Bau der Blütter von der vorliegenden Pflanze wesentlich
verschieden. Sofern sich herausstellen sollte, dass die genannte Pflanze specifisch ver-
schieden ist von M. angolensis, so würde sie eine neue Species darstellen. — M. ango-
lensis DC. ist im Gebiet des tropischen und extratropischen Afrika verbreitet.
Crassulaceae.
Cotyledon orbiculata L. sp. ed. I. 429.
Am oberen Komab, Quellfluss des !Kuisib (Gürıcn n. 92 — fruchtend
3. Sept. 1888); sonst auch stellenweise bei Nubitsans bei Rehoboth, am
Tsoayoub, bei !Usa!kos und noch weiter nördlich.
Leguminosae.
Elephantorrhiza Burchelli Benth. in Hoox., Journ. Bot. IV. 344;
Harv. et Soxp., Fl. cap. Il. 277. — Nunib der Namas.
Ubib (Gürıcn n. 9 — blühend’ und mit jungen Früchten 40. Dec. 1888),
auch auf der Fläche nördlich von Salem bei [Kamkoiyas; bei !Karibib
(blühend 18. Oct. 1888).
Bisher aus dem südóstlichen Afrika bekannt; in Deutschsüd westafrika werden die
Wurzeln auch zum Gerben und Färben benutzt,
Acacia caffra Willd., Spec. IV. 4078 var. Pechuelii O. Ktze. l. c.
Bockberg, SW-Ecke, am Wege nach ! Ameib (Gürıcu n. 24 — blühend
22. Oct. 1888).
Verbreitet in Südafrika.
A. hereroensis Engl. |. c. 20. — Ko& der Hereros.
Otjitambi (Gürıcn n. 62 — blühend 20. Nov. 1888).
A. albida Delile, Fl. aegypt. 142. t. 59, 3.
Port Mine, am Swakop (Gürıca n. 98 — blühend im Aug. 1888).
Großer mächtiger, weit ausgebreiteter Baum.
A. hebeclada DC., Prodr. II. 461.
Rehoboth (Gürıcn n. 96 — blühend und fruchtend 12. Sept. 1888);
auch sonst verbreitet, von Otjimbingue bis Brandberg, auf dem Kaokofeld.
A. erioloba E. Mey., Comm. 474; Harv. et Sono., Fl. cap. Il. 280.
Schwarzbank im !Kuisib.
Albizzia anthelmintica A. Brongn. in Bull. soc. bot. de France
VII. 902.
138 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Otjimbingue (Génrcu n. 144 — blühend 10. Aug. 1888).
Großer, mitunter baumartiger Busch, mit starren, spreizenden Asten und großen,
flachen Hülsen,
Verbreitet in Ostafrika.
Parkinsonia africana Sond. in Linnaea XXIII. 38, Fl. cap. II. 269
Aniyab am Uyab (Gürıca n. 4 — blühend und fruchtend 8. Dec. 1888),
auch sonst häufig bei Otjimbingue, !Usalkos, auf dem Kaokofeld bei Otji-
tambi, sogar einzelne Büsche am Rande der Plüm. Die 3—4 m hohen
Büsche stehen vereinzelt zwischen Dornenbüschen.
Bauhinia (A denolobus) Pechuelii O. Ktze. l. c. 263.
Ussab-Ausspann, am Rande der Namib, gegen den Swakop hin (Gürıch
n. 23 — blühend und fruchtend 13. Dec. 1888).
Copaifera M opane (Kick) Benth. in Transact. of Linn. Soc. XXV. 317.
t. 434.
In den südlichen Kaokofeldern vom Uyabfluss nordwürts bei Otjitambi,
bei Paus ete. an günstigen Stellen den Vegetationscharakter bestimmend ;
Franzfontein (Ginicu n. 67 — fruchtend 16. Nov. 1888).
Crotalaria Pechueliana Schinz l. e. XXX. 157.
Rehoboth (Gürıen n. 100 — blühend 13. Oct. 1888).
Psoralea obtusifolia DG., Prodr. II. 224.
Rehoboth (Gürıcn n. 74 — blühend 12. Oct. 1888).
Sesbania Mac Owaniana Schinz l. c. XXX. 165.
Okombahe, in Gärten am +Eisihfluss (Gürıcn n. 44 — blühend
28. Oct. 1888).
Thymelaeaceae.
Gnidia polycephala (C. A. Mey.) Gilg msc.
Ussis, zwischen Swakop und !Kuisib (Gürten n. 145 — mit Knospen
3. Aug. 1888), am oberen Komab, Quellfluss des !Kuisib (Ginicu n. 89 —
blühend 3. Sept. 1888), in dichten, fußhohen Büschen.
Geraniaceae.
Sareocaulon Marlothii Engl. in Bot. Jahrb. X. 34. tab. IVA.
In den Marmorfelsen der Pot's Mine óstlich von !Usa!kos, auch sonst
oft an Marmorfelsen bei Ussab, Wit Port u. a. O. (Gürıen n. 12 — 27. Dec.
1888).
» Wenn die Pflanze abgestorben ist, bleibt das Stämmchen zurück, das wie eine
Räucherkerze gebrannt, ein sehr angenehmes Aroma hinterlässt.«
Zygophyllaceae.
Tribulus Zen bert Sonder in Harv. et Soxp., Fl. cap. l. 353 var.
Pechuelii (O. Ktze.) Schinz l. c. XXIX. 54.
Kaiyamkab, im Gebüsch am Ufer des Swakop (Gürıca n. 129 —
20. Juni 1886).
^. Engler, Plantae Gürichianae, 139
T. erectus Engl. l. c. 32.
Mit voriger Art (Gürıen n. 147 — 20. Juni 1888).
Zygophyllum Stapfii Schinz l. c. 57. — Syn. Z. Marlothii Engl.
l. c. 32.
Kanikontes (Gnrcu n. 143 — fruchtend 21. Mai 1888); auch sonst ver-
breitet auf der Namib.
Burseraceae.
Commiphora virgata Engl.; ramulis tenuibus virgatis remote foliosis
glabris fuscescentibus; foliis glabris breviter petiolatis semiteretibus tri-
foliolatis, foliolis sessilibus obovatis obtusis basi acutis, lateralibus quam
intermedium paullo brevioribus; nervis et venis tenuibus immersis; floribus
sessilibus; bracteolis ovatis obtusis; calyeis cupuliformis dentibus brevibus
obtusiusculis; petalis linearibus obtusiusculis quam calyx triplo longioribus;
staminibus in floribus masculis petala aequantibus, antheris linearibus quam
filamenta triplo brevioribus.
Baum mit niedrigem, dickem Stamm und dünnen, schlanken Zweigen, mit dünner,
papierartiger Rinde. Internodien etwa 2 cm lang. Blätter mit 3—4 mm langem Blatt-
. Stiel, 6 mm langem und 5 mm breitem Mittelblättchen und kleineren Seitenblättchen.
Röhre des kurzen Kelches etwa 4 mm lang, Kelchzähne 0,5 mm. Blumenblätter 3 mm
lang, 0,5 mm breit. Staubfáden etwa 2 mm lang, mit 4 mm langen Antheren,
Soris-soris (Günicu n. 68 — 12. Nov. 1888).
Diese Art steht der C. Opobalsamum (L.) Engl. am nächsten, ist aber von derselben
durch die gegen die Basis nur wenig verschmälerten Blättchen, die kürzeren Blattstiele
und die sitzenden Blüten unterschieden.
C. cinerea Engl; ramulis novellis cinereo-pilosis, adultis glabres-
centibus, fuscis; foliis subcoriaceis dense cinereo-pilosis 4—35-jugis,
foliolis sessilibus lineari-oblongis, basi obtusis, apice subacutis,
nervis lateralibus tenuibus utrinque paullum prominulis; pedun-
culis folia superantibus, laxifloris; bracteis et bracteolis lineari-lan-
ceolatis aeutis brunneis tenuibus, deciduis; pedicellis tenuibus rufes-
centibus quam flores duplo longioribus cum calycibus cinereo-pilosis;
calycis segmentis linearibus tubo circ. 4!/5-plo longioribus; petalis calyce
duplo segmentis triplo longioribus linearibus purpurascentibus extus dorso
cinereo-pilosis; staminibus longioribus petala fere aequantibus, antheris
oblongis.
Bis 6 m hoher Baum, der oben reich verzweigt ist. Die Zweige tragen an ihrer
Spitze in den Achseln von Niederblüttern 3—4 cm lange Inflorescenzen und 2—3 cm
lange Blätter. Die Blättchen sind etwa 6—8 mm lang, 3—4 mm breit. Die Blütenzweige
sind 2 cm lang, mit 4—1,5 cm langen Blütenstielen. Kelch mit 4 mm langer Röhre und
1,5 mm langen Abschnitten. Blumenblätter 4—5 mm lang, kaum ! mm breit. Staub-
fäden 3 mm lang, mit lineal-länglichen, an beiden Enden stumpfen Antheren von 4 mm
Lànge.
Einzelne Exemplare auf den östlichen Bergkuppen (Marmor) am Wege
südwärts von Otjitambi (Günicn n. 24 — blühend 27. Nov. 4888).
140 Beiträge zur Flora von Afrika, VII.
Diese Art ist nahe verwandt mit C. Welwitschii Engl. von Angola und C. mollis
Engl. vom Sambese, besonders mit der ersteren; ihre Blüten sind kleiner, dicker und
stärker behaart als bei C. Welwitschit.
C. spathulifoliolata Engl.; ramulis tenuibus rufescentibus glabris,
foliis parvis glabris vel novellis minute puberulis impari-pinnatis 5—6-
jugis, petiolo supra sulcato foliolis tenuibus spathulatis margine undulatis,
in petiolulum longiorem contractis; pedunculis folia superantibus divari-
cato-ramosis; bracteolis minutis lanceolatis brunneis mox deeiduis; pedi-
cellis tenuibus, quam alabastra ovoidea obtusa triplo quadruplove lon-
gioribus; calycis tubo cupuliformi dentibus late triangularibus pallide
marginatis; petalis lineari-oblongis albidis quam calyx triplo longioribus;
staminibus alternipetalis petala aequantibus, epipetalis fere duplo bre-
vioribus; antheris epipetalorum cordatis acutis, alternipetalorum oblongis
obtusis.
Kleiner Baum von der Tracht der Commiphora dulcis Engl., mit 2—3 mm dicken
Astchen. Die seitlichen blühenden Astchen sind nur 4—3 cm lang. Die Blätter sind
kaum 2 cm lang, die untersten Seitenblüttchen 2—2,5 mm lang, etwas über 4 mm breit
und in 2—3 mm langes Blattstielchen zusammengezogen. Die Blütenzweige sind 3 cm
lang, die Blütenstiele 5—8 mm. Der Kelch hat eine etwa 4 mm lange Röhre und 0,5 mm
lange Zähne. Die Blumenblätter sind 2,5 mm lang, etwas über 0,5 mm breit. Die An-*
theren sind 4 mm lang. Weibliche Blüten unbekannt.
Sudliches Kaokofeld, Felsen von Ghorichas (Gürıcn n. 70 — 13. Nov.
1888).
Ausgezeichnete Art, mit keiner der bisher beschriebenen näher verwandt.
C. crenato-serrata Engl.; arbuscula ramulis crassis apice cum
foliis novellis dense ferrugineo-pilosis; foliis adultis nervis breviter pilosis
exceptis glabrescentibus, petiolo inferne semiterete, longe petiolatis, 3-jugis;
foliolis longiuscule petiolulatis lanceolatis basi subacutis longe acuminatis,
margine minute crenato-serratis; inflorescentiis quam folia duplo longiori-
bus remote spicatis; calycis cupuliformis laciniis semiovatis tubum aequan-
tibus; disco cupuliformi calyeis tubum vestiente; petalis lanceolatis quam
dentes calycini 2*/5-plo longioribus; staminibus (in floribus femineis) peta-
lorum dimidium aequantibus; pistillo conoideo petala aequante; fructu
majusculo ovoideo apicem versus longe attenuato, stigmate parvo capitato ;
endocarpio tenui quam exocarpium bivalve duplo breviore.
4—5 m hohes, sehr harzreiches Bäumchen, wenig verzweigt, mit ziemlich dickem,
von papierartiger Rinde bedecktem Stamme und 4 cm dicken, von zahlreichen Blatt-
narben bedeckten Asten. Blütter etwa 5 cm lang, mit 2,5 cm langem Blattstiel, an dem
die Blüttchen etwa 4 cm von einander abstehen. Blattstielchen 2 mm lang, die Blüttchen
4,5—1,8 cm lang und unten 4—5 mm breit. Die Blütenzweige sind 5—7 cm lang und
tragen in ihrer oberen Hälfte die sitzenden Blüten. Kelch mit etwa 1,5 mm langer
Röhre und ebenso langen Abschnitten. Blumenblätter 3 mm lang, 4 mm breit. Staub-
blätter in den (allein vorliegenden) weiblichen Blüten 4 mm lang. Frucht fast ^ cm
lang, mit dünn krustigem Endocarp, dessen fruchtbares Fach dreimal länger als das
sterile.
Franzfontein, auf Marmorfelsen (Gürıcn n. 74 — 416. Nov. 1888).
A. Engler, Plantae Gürichianae. 141
Diese ausgezeichnete Art findet im System der Gattung ihren Platz am Ende hinter
C. Pervilleana Engl. (vergl. Monogr. der Burseraceae in DE Can., Suites au Prodr. IV.
29), mit welcher sie jedoch nicht in nüherer verwandtschaftlicher Beziehung steht.
€. Gürichiana Engl; arbuscula trunco humili carnoso; ramulis
apicem versus valde attenuatis, glabris sparse foliatis; foliis glabris glauco-
viridibus, petiolo teretiusculo suffultis, trifoliolatis; foliolis lateralibus
ovatis quam intermedium obovatum paullo brevioribus, omnibus crenato-
serratis, nervis et venis tenuibus remote reticulatis supra immersis.
Niedriges Bäumchen, mit dickem fleischigem, von dünner papierartiger Rinde be-
decktem Stamm. Zweiginternodien kaum 4 cm lang. Blätter mit 4—5 mm langem Blatt-
stiel, das mittlere Blättchen 8 mm lang, 6 mm breit, die seitlichen 5—6 mm breit.
Soris-soris (Gürıcn n. 64 — steril 12. Nov. 1888). — Omboó der
Hereros, Hus der Namas.
Trotzdem die vorliegenden Exemplare dieser Art steril sind, so gehören sie doch
zweifellos zu einer neuen Commiphora, welche mit C. glaucescens und C. saxicola in die
neue Section Arillopsidium (vergl. Bot. Jahrb. X. S. 283) gehóren dürften, da sie der
letzteren Art trotz der gedrehten, nicht gefiederten Blätter ziemlich nahe steht.
€. dulcis Engl; arbuscula trunco brevi tuberoso horizontaliter ra-
moso, ramis cicatrieibus numerosis densis instructis; inflorescentiis bre-
vissimis, pedunculis ferrugineo-pilosis, bracteis lanceolatis erispulo-ciliatis,
floribus sessilibus vel brevissime pedicellatis; calycis elongato-cupuliformis
viridis minute puberuli dentibus triangularibus quam tubus 4-plo bre-
vioribus; petalis lineari-oblongis; staminum antheris oblongis.
Sehr harzreiches, unangenehm aromatisch riechendes Bäumchen, dessen Endzweige
etwa 5—8 mm dick sind. Die Blütenzweige sind 0,5 mm lang und mit 4—1,5 mm langen
Vorblüttern versehen. Kelch mit etwa 4,5 mm langen Röhren und 0,5 mm langen Zähnen.
Am Rande der Namib gegen den Tsoayoub, bei der Wit Port zwischen
Husab und Gaurieb beim Husab Ausspann, auch sonst in Rinnsalen der
Namib, auf Felsen der Euphorbienregion und noch weiter hinein (Günıch
n. 6 — knospend 44. Dec. 1888). — Zuckerkandbusch der holländisch
redenden Namaqua.
Die Stämmchen selbst der kleinsten Exemplare sind nach Angabe des Sammlers
dickknollig, meist dreiteilig, mit horizontal ausgebreiteten, sehr schnell sich verjüngenden
Àsten. Dadurch sehen die kleinen verkümmerten Exemplare an der Aufenseite der
Verbreitungszone fast knollig aus. Die üppigen Exemplare am Brandberg und im süd-
lichen Kaokofeld sind schlanker, die Aste bis 4,5 m lang und feiner verzweigt.
Von dieser Art liegen mir nur Zweigstückchen mit Blütenständen vor; da sie
durch ihre Wuchsverhältnisse gut charakterisiert und auch bei den Eingeborenen be-
kannt ist, habe ich sie benannt und, soweit es möglich war, beschrieben.
Polygalaceae.
Polygala Gürichiana Engl.; frutex ramulis tenuibus erectis juven-
eulis eum foliis et bracteolis albo-pilosis, demum glabrescentibus; foliis
lineari-lanceolatis obtusis vel lineari-spathulatis subtruncatis, in petiolum
brevem euneatim angustatis remotis; floribus remotis, bracteis lineari-lan-
ceolatis aeutis dimidium petioli subaequantibus deciduis, prophyllis minimis
142 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
oblongis acutis, margine scariosis ad basin petioli brevis sessilibus; sepalis
exterioribus sparse pilosis exterioribus ovatis acutis viridibus margine
scariosis, anticis quam posticum fere duplo brevioribus, interioribus ob-
lique obovatis breviter apieulatis nervis viridibus numerosis exceptis
pallidis; corollae petalis lateralibus oblique spathulatis obtusis, carina
sepala majora subaequante ambitu oblique semiovata antice appendieula
multifimbriata instructa, androeceo in carina incluso.
Bis 4 m hoher Strauch, mit aufsteigenden Zweigen, an denen durch 1—2 cm lange
Internodien getrennt 1,5—2 cm lange und 2—3 mm breite Blätter sitzen, Tragblätter
1,5—2 mm lang, Vorblätter nur ! mm lang. Das äußere hintere Kelchblatt ist 2,5 mm
lang, wührend die inneren 7 mm lang und 4 mm breit sind. Die seitlichen Blumen-
blätter sind etwa 4 mm lang, oben 2,5 mm breit, das vordere etwa 7 mm lang, mit ge-
franstem Anhängsel, dessen Fransen wiederum gefranst sind,
Zwischen den Felsenhóhen bei Aniyab am Uyab (Gürıch n. 56 —
blühend 2. Nov. 1888).
Unterscheidet sich von der nahestehenden P. virgata Thunb. durch die nicht
gewimperten und von zahlreichen Adern durchzogenen Sepalen, sowie durch kleineres
und weniger zerteiltes Anhängsel.
Euphorbiaceae.
Bearbeitet von F. Pax.
Croton gratissimus Burch., Trav. Afr. ll. 268; Mütter in DC.,
Prodr. XV. 2. 516; Pax in Ener. Jahrb. X. 35.
!Ameib, am Fuße des Bockberg (Gimicu n. 26 — blühend 6. Aug.
1888); Klein Onanis, zwischen dem Swakop und !Kuisib (Génrcu n. 107
— blühend 22. Oct. 1888).
Verbreitet im Gebiet des südl. extratrop. Afrika. Dr. Güntcu giebt an: »Auch sonst
sehr häufig, an Felsen, ziemlich überalle »4—2 m hoher Busch, sehr stark duftend.«
Von der ManLorm'schen Pflanze nicht verschieden, dagegen mit Cr. microbotryus Pax
(a. a. O.) nicht übereinstimmend.
Euphorbia (Sect. Anisophyllum § Chamaesyceae) glanduligera Pax;
herba glaberrima, pusilla, decumbens, habitu Polygoni avicularis; caule
inferne foliis delapsis cicatricoso-aphyllo, apicem versus tantum
folioso; foliis omnibus oppositis, decussatis, glaucis, asym-
metricis, breviter petiolatis; petiolo lamina breviore, alato; lamina fere
orbiculari, apiculata, cartilagineo-marginata, minutissime den-
ticulata; stipulis minutissimis, mox deciduis, linearibus; axillis
foliorum omnibus vel una utriusque paris et dichotomiis
ramorum glandulas clavatas, obtusas, excavatas, brunneas
(cyathia rudimentaria) gerentibus; cyathiis in apiee ramorum axillaribus
prophyllis binis praeditis, pro genere parvis, turbinatis, viridi-lutescentibus,
parcissime pilosis vel subglabris; involucri segmentis fimbriatis, glandulis 4
stipitatis, eyathiformibus, exappendiculatis; floribus masculis
(»staminibus«) inclusis, flore foemineo (»ovario«) stipitato; ovario globoso,
trisulcato, subglabro, vel parcissime piloso; stylis 3, indivisis.
Deichap der Namas.
A. Engler, Plantae Gürichianae. 143
Blätter 2,5—3 mm lang und breit, mit 1—2 mm langem Blattstiel. Cyathium kaum
2 mm lang. Fruchtknoten 2 mm im Durchmesser; Griffel 4 mm lang.
In der Schlucht bei Nawas am Swakop, auf Granit, bei Salem (Gürıch
n. 3 — blühend 12. Dec. 1888).
Eine im Habitus mit den der Gruppe der Chamaesyceae angehörigen Arten der alt-
weltlichen Tropen übereinstimmde Species aus der Verwandtschaft von E. sanguinea
Hochst. et Steud., aber von allen verschieden durch die sehr kleinen Nebenblätter,
welche frühzeitig abfallen, durch die nicht mit einem Anhängsel versehenen Drüsen des
Cyathiums, sowie durch die in den Blattachseln und in den Winkeln der Gabeläste
stehenden drüsigen Gebilde. Die im oberen Teil tellerförmige Gestalt und die Stellung
zwischen zwei Gabelästen, an der Spitze der relativen Hauptachse, sowie in den Blatt-
achseln lassen jene Gebilde unschwer als Aquivalente von Cyathien erkennen. Somit
würden die Cyathien hier axilläre Stellung besitzen, und in der That stehen selbst die
ausgebildeten Cyathien an der Spitze der jüngsten Zweige axillär und entwickeln unter
sich nur je 2 Vorblätter, während die relative Hauptachse mit. einem rudimentären
Cyathium abschließt. — Trotz des Mangels eines Anhängsels an den Drüsen des Cyathiums
muss diese Art zu der Section Anisophyllum gezogen werden. Selbst in der Gruppe der
Chamaesyceae giebt es 2 Arten (E. polygonifolia L. und E. ocellata Durand et Hilgard),
denen ein derartiges Anhängsel abgeht, oder bei denen es in nur rudimentärer Form
ausgebildet ist; beide Arten gehören der Flora des südlichen Nordamerika an.
E. (Sect. Tirucalli) Gürichiana Pax; frutex altus, gracilis, ramis
cortice brunneo, erectis, virgatis, angulosis, glaberrimis, foliis
delapsis cicatricosis, aphyllis; foliis paucis, 2—3, in ramulis valde
abbreviatis secus ramos virgatos elongatos eyathio terminali limitatos dissitis,
sessilibus, orbieulari-oblongis, parvis, pagina inferiore pilosis, basi
utrinque glandula minuta, brunnea munitis; cyathiis in ramulis
abbreviatis terminalibus, binis vel ternis vel tantum uno supra
cicatrices foliorum rami virgati, hemisphaericis, glabris; involucri
lobis incisis, erectis, glandulis 5, stipitatis, orbicularibus exappendicu-
latis; bracteolis plumosis vel laceris; cyathiis dioicis vel monoieis;
masculis flores masculos (stamina) numerosos et pistillodium centrale
eylindraceum, apice incrassatum indivisum vel 3-fidum gerenti-
bus, foemineis staminodia numerosa, filiformia et florem centralem
foemineum, breviter stipitatum, breviter exsertum; stylis 3 indivisis,
apice incrassatis, basi breviter connatis; ovario glaberrimo.
Sunib.
Bis 2 m hoher Strauch, mit 2,5 mm dicken Zweigen und 5—6 mm langen Asten.
Blätter 2—3 mm lang, fast 2 mm breit. Cyathium 3 mm lang, 4 mm im Durchmesser.
Griffel 2—3 mm lang.
Auf Felsen südlich von Chorichas (Gürıcn n. 73 — blühend 44. Nov.
1888).
Eine sehr bemerkenswerte, durch die eingeschlechtlichen Cyathien, die ungeteilten
Griffel, die kleinen Stipular(?)-Drüsen ausgezeichnete Art, welche innerhalb der Section
Tirucalli isoliert dasteht, aber doch wohl hierher gerechnet werden muss. Es liegen
zwei Zweige vor: einer mit münnlichen, einer mit weiblichen Cyathien; ob sie beide von
einem Strauche stammen oder von zwei verschiedenen, ist nicht mehr zu ermitteln.
Daher muss es dahingestellt bleiben, ob E. Gürickiana monócisch, oder, was wahr-
Scheinlicher ist, diócisch ist.
144 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
Tiliaceae.
Bearbeitet von K. SCHUMANN.
Grewia flava DC. in Cat. hort. Monsp. 113, Prodr. I. 509. — Aung
(Nam.) !Karibib (Gürıcn n. 32 — blühend 18. Oct. 1888); Otjitambi
(Gürıcn n. 32 — blühend 19. Nov.).
Sterculiaceae.
Bearbeitet von K. SCHUMANN.
Sterculia Güriehii K. Sch.; ramulis abbreviatis teretibus tubereulatis;
foliis pro rata modice petiolatis ovatis breviter acuminatis basi alte cordatis
lobis invicem se tegentibus obsolete subsinuatis utrinque tomentosis; in-
florescentia e ramulis brevibus aphyllis paueiflora; calyce campanulato
ultra medium in lobos lanceolatos dorso et ad medium superius interius
subtomentosos diviso; androgynophoro floris qt elongato subsemiorbiculari
gracili glaberrimo; tubo stamineo brevissimo cupulari glabro antheris c.
15 obsesso; rudimento pistilli 5-lobo superne pilis stellatis instructo; flore (j'
priorem magnitudine aequante; androgynophoro erecto; pistillo magno
tomentoso stilo arcte deflexo; staminodiis parvis ut videtur fertilibus.
Zai.
Ein Baum nach Dr. Günicu mit fleischigem Stamme und blätteriger Rinde. Die
Blütter sind 3—4,5 em lang und 3—4 cm breit, auf beiden Seiten mit gleichem hell-
grünlich-grauem Filze bekleidet, die Lappen des Grundes sind sehr eigentümlich ver-
größert, sie schieben sich übereinander, scheinen sich aber zuweilen gegeneinander zu
stemmen und senkrecht zu der Blattfläche nach oben zu stehen; die Blattstiele sind
1,5—2 cm lang, die Nebenblätter sind 6 mm lang, wie es scheint, oft sichelförmig ge-
krümmt; sie bräunen sich bald und fallen schnell ab. Die rispigen, wenigblütigen In-
florescenzen sind hóchstens 2,5 cm lang, die rótlichen Bracteen fallen leicht ab. Der
Kelch ist 42—13 mm lang und bis über ?/4 tiefgeteilt, in trockenem Zustande außen
gelblichgrau, innen lebhafter gelb gefärbt, am Grunde rötlich, mit dunkleren Adern.
Das Androgynophor ist 8 mm lang, das Andröceum hält 2 mm im Durchmesser; in der
d Blüte ist es mit dem 2—2,5 mm hohen Fruchtknoten nur 5 mm lang; der Griffel meist
3 mm.
Soris soris, auf Felsen (Günicu n. 46 — blühend 42. Nov. 1888).
Anmerkung. Dr. Gürıcn hat an 3 verschiedenen Orten Exemplare der Gattung
Sterculia gesammelt, die mindestens zu 2 verschiedenen Arten gehören; außer der neu
beschriebenen, durch die eigentümlichen übergreifenden Basalzipfel der nicht gelappten
Blütter sehr gut charakterisierten Art liegt noch ein kleines Blatt mit offener, weiter
Herzbucht vor, das von einer Pflanze stammt, die specifisch vielleicht von jener ver-
schieden ist. Das Material ist aber zu unzureichend, als dass ein bestimmtes Urteil ab-
gegeben werden könnte. Ein in unreifen Früchten gesammeltes Exemplar vom +#Eisib-
flusse bei Zomzaub gehört vielleicht zu St. Gürichii m.; es kann aber auch wegen der,
wie mir scheint, etwas gelappten Blätter von ihr verschieden sein. Die letzteren sind
noch sehr klein, kaum 4 cm groß, und deshalb ist auch über dieses Stück nichts
bestimmtes zu sagen.
Dombeya rotundifolia Harv. in Fl. capens. I. 994.
Buschiger Baum; nordwestliche Ecke des Bockberges, südlich von
'Ameib (Gürıcn n. 40 — fruchtend 22. Oct. 4888).
A. Engler, Plantae Gürichianae. 145
Hermannia (Mahernia) stellulata K. Sch. in Bot. Jahrb. X. 42.
Rehoboth (Günicu n. 79 — blühend 12. Sept. 1888).
H. (Mahernia) amabilis Marloth msc. in Bot. Jahrb. X. 42.
Soris soris (Gürıcn n. 54 — blühend und fruchtend 3. Nov. 1888).
Niedriger Busch mit aufstrebenden Asten.
H. (Acicarpus) filipes Harv. in Fl. cap. I. 205.
Flächen zwischen Ubib und Port Mine bei Nugeh (Gürıcn n. 127 —
blühend und fruchtend 5. Juni 1888).
H. (Aciearpus) Helianthemum K. Sch. I. c. 44.
Port Mine am Swakop (Gürıcn n. 108 — blühend und fruchtend 17. Aug.
1888).
Malvaceae.
Bestimmt von K. SCHUMANN.
Abutilon Sonneratianum Harv. in Fl. cap. I. 168.
+ Aubinkonis am Eisibfluss (Gürıcn n. 45 — blühend und fruchtend
30. Oct. 1888).
Mannshoher Busch mit aufstrebenden einfachen Ästen, als Unterholz zwischen Ana-
büumen.
Hibiseus Elliottiae Harv. in Fl. cap. II. 587. Add.
Am Fuß des Bockberges bei Kubus (Günicg n. 39 — blühend 25. Oct.
1888); Soris soris am Uabfluss (Gürıcn n. 39 — blühend 3. Nov. 1888).
H. Engleri K. Schum. l. c. 47.
Kamkoichas nördlich von Salem (Gürıcn n. 148 — blühend 25. Mai
1888).
Mannshoher Busch.
Cienfuegosia triphylla Harv. in Fl. cap. Il. add. 588.
Am Kapfluss bei Guabib (Génicu n. 47 — blühend 1. Dec. 1888).
Sapindaceae.
Cardiospermum Pechuelii O. Ktze. 1. c. 262.
Erongo, am SüdostfuB des Bockberges, in einer Schlucht des Abhanges
(Gürıen n. 34 — blühend 24. Oct. 1888).
Rhamnaceae.
Zizyphus mucronata Willd., En. berol. 251; Harv. et Soxp., Fl.
eap. L 475. — Ero der Namas.
Otjitambi (Gürıcu n. 61 — blühend 49. Nov. 1888).
Vitaceae.
Cissus Cramerianus Schinz l. e. XXX. 244. — Gobäs, Gubis.
Erongo, Bocksberg, Schlucht am SOhang (Günici n. 18 u.36 — blühend
24. Oct. 1888); sonst überall auf den Bergen vereinzelt, von Franzfontein
bis Otjitambi, bei Ussis am !Kuisib, Usib etc.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 10
146 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Hüufig besitzt die Pflanze nur einen dicken, fleischigen Stamm, mit sehr wenig
kurzen, knorrig werdenden Ästen; der Stamm erreicht 2 m Höhe, 1/; m Dicke und ist
von unten mehrfach geteilt. An den aufstrebenden Enden der kulpigen Äste stehen die
Blattrosetten mit den aufrechten Blütenstünden. Die Rinde ist papierartig dünn und gelb.
Tamaricaceae.
Tamarix articulata Vahl, Symb. II. 48. t. 32, Harv. et Soxp., Fl.
cap. 1. 149. — Daurib der Namas.
An der Walfischbai, »unter der Plüm« (Gürıen n. 1354, — 49. Mai
1888 fruchtend als 2—3 m hoher Busch), Kanakontes (Gürıcn n. 135p —
22. Mai 1888), am unteren Lauf der Flüsse !Kuisib, Swakop, +Eisib, Uyab
baumförmig, aufwärts kümmerlicher und nur stellenweise, aber auch in
llochthülern an salzigen Stellen.
Passifloraceae.
Echinothamnus Pechuelii Engl. in Bot. Jahrb. XV. 383. Tab. IX
und Holzschnitt. — Gubis, Nam der Bergdamara.
Aubisshoniz am +Eisib (Gren n. 48 — Dec. 1888, cj! blühend).
Diese höchst merkwürdige, zuerst von Prof, Dr. PEcuvEL-Lokscug entdeckte Pflanze
ist bereits an der oben citierten Stelle ausführlich beschrieben worden.
Combretaceae.
Combretum apiculatum Sond. in Linnaea XXII. 45; Hary. et Sonn.,
Fl. cap. 510.
Am Fuß des Bockberges, zwischen Felsen bei !Ameib, auch sonst in
der Nähe von !Usalkos (Gürien n. 29 — blühend 22. Oct. 1888).
Umbelliferae.
Peucedanum araliaceum (Hochst.) Benth. et Hook. f. var. petio-
lulatum Engl.; segmentis altimis distinete petiolulatis.
Erongo, an der Südostecke des Bockberges, am Fuß der Felsen (Güren
n. 27 — blühend 21. Oct. 1888).
3—5 m hoch, wenn niedrig, einfach, wenn höher, sehr wenig verzweigt mit auf-
strebenden Zweigen. Unten bis 4—6 cm stark.
Die Pflanze ist von den in Abyssinien und bei Muansa im ostafrikanischen Seen-
gebiet vorkommenden nicht verschieden; die andere Varietät fraxinifolium (Hiern)
Engl. ist in Ostafrika von Abyssinien bis nach dem Nyassaland verbreitet und auch in
Angola anzutreffen.
Plumbaginaceae.
Vogelia africana Lam., Ilustr. t. 449.
Am Swakop bei Kanakontes, in niedrigen Polstern, auch sonst bis
Otjimbingue anon n. 134 — blühend 21. Mai 1888).
Ebenaceae.
Euclea pseudebenus .E. Mey., Cat. Pl. exsice. Afr. austr.; DC.,
Prodr. VIII; Hiers, Ebenaceae 95. — Tzaurinis der Namas.
A, Engler, Plantae Gürichianae. 147
Am Swakop bei Kanakontes (Günrcu n. 444 — blühend 22. Mai 4888).
Schöner Baum im Unterlauf der Flüsse, auch stellenweise höher hinauf; in den
höchsten Thälern an Wasserplätzen; fehlt im oberen Komabthal.
Salvadoraceae.
Azima spinosissima Engl.; glaucescens ramulis et foliis novellis
breviter puberulis, demum glabris; foliis coriaceis elliptico-lanceolatis
apice longe mucronatis, nervis lateralibus utrinque 2 e basi adscendentibus
paullum prominentibus, stipulis quam folia 4!/,—9-plo longioribus sub-
teretibus longe spinescentibus; ramulis floriferis axillaribus dense puberulis
spiciformibus e cymis sessilibus trifloris compositis, bracteis bracteolisque
lanceolatis spinescentibus; calycis cupuliformis dentibus triangularibus
obtusis dimidium tubi aequantibus; petalis lanceolatis calyce (La plo
longioribus; staminibus quam petala paullo brevioribus ; antheris oblongis
apieulatis; ovario rudimentario conoideo.
Hoher Strauch mit etwa 2—3 mm dicken Endzweigen. Blütter 3—4 cm lang, 8mm
breit, mit 1,5—2 mm langem Stachel versehen. Dornen 4,5—8 cm lang, am Grunde
ungefähr 2 mm dick, dann plötzlich stark verdünnt. Blütenstände verkürzt knäuel-
förmig oder verlängert 4,5—3 cm lang; Tragblütter und Vorblätter pfriemenförmig,
2—3 mm lang. Kelch mit etwa 4,5 mm langer Röhre und 0,75 mm langen Zähnen.
Blumenblätter 2,5 mm lang, etwas über 0,5 mm breit. Staubblätter über 2 mm lang.
Otjimbingue (Gürıcn n. 60 — blühend 40. Nov. 1888).
Apocynaceae.
Strophanthus amboensis (Schinz) Engl. et Pax in Exar., Bot. Jahrb.
XV. 376.
Bockberg, SW-Ecke, 8 km südlich von !Ameib (Güren n. 95 —
blühend 22. Nov. 1888).
Pachypodium (Adeniopsis) giganteum Engl.; trunco suceulento,
elongato-conico, erebre aculeato, apice 2—3-chotome ramoso, ramis foliis
aculeisque novellis ubique brevissime puberulis, demum glabris; foliis
sessilibus vel breviter petiolatis oblongis vel obovato-oblongis breviter
mucronatis, margine ciliolatis, nervis lateralibus utrinque circ. 6—8 angulo
acuto adscendentibus, venis tenuibus reticulatis, aculeis axillaribus ple-
rumque 2 longioribus interdum folii dimidium aequantibus tertium multo
breviorem ineludentibus; pedunculis terminalibus brevissimis, bracteis
ovato-lanceolatis acutis ciliolatis; pedicellis brevibus calycem subaequanti-
bus; calycis sepalis ovatis acutis; corolla..., staminibus..., disco breviter
cupuliformi, obtuse 5-lobo; ovario ovoideo.
Cactusähnliches, bis 5 m hohes Gewächs; überall mit starren zu dreien bei ein-
ander stehenden und abstehenden Stacheln besetzt, welche an den oberen Zweigen meist
5 mm lang sind; in den Blattachseln der ganzen Sprosse mit 2 cm langen Stacheln,
Blätter etwa 4,5 cm lang, 2—2,5 cm breit; die Seitennerven unter einander etwa 4 mm
von einander abstehend. Stiel des Blütenstandes etwa 4 cm lang, mit 4 mm langen
Blütenstielen. Kelchblütter 4 mm lang, 3 mın breit. Blumenkrone bei dem gesammelten
Exemplare nicht vorhanden. Der Discusbecher etwa 4 mm lang, tief gelappt.
10*
148 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Otjitambi, am Pfortenberg auf Marmor (Gümicu n. 15 — abgeblüht
27. Nov. 1888).
Diese Art steht dem Pachypodium Lealii Welw. nahe, ist aber von diesem und
anderen Arten durch die Entwickelung großer Laubblätter verschieden, welche wie die
jungen Zweige und Stacheln von kurzen Haaren bedeckt sind.
Asclepiadaceae.
Curroria decidua Planch. in herb. Hook. et Hoox., Nig. Fl. 457.
Niedrige Büsche an Felswänden bei Soris soris (Günrcn n. 50 — blühend
3. Nov. 1888).
Gomphocarpus fruticosus (L.) R. Br., Wern. soc. I. 38; DC.
Prodr. VIII. 557.
Otjimbingue (Günicg n. 47 — blühend und fruchtend 28. Oct. 1888);
auch bei Okombahe am d-Eisib sowie am Swakop; überhaupt an allen
Flüssen nicht selten.
Aselepias Buchenaviana Schinz l. c. XXX. 261.
Am Rande der Namib gegen den Swakop zu, in Wasserrinnen; Wit
Port zwischen Garieb und Ussab Ausspann (Günien n. 14 — 13. Dec. 1888).
4 m hoher Busch, mit einzelnen aufrechten Asten, verbreitet im Küstengebiet des
Hererolandes.
Daemia gariepensis E. Mey., Comment. pl. Afr. austr. 220; DC.,
Prodr. VIIT. 544.
Kamkoichas (Günicu n. 434 — 29, Mai 1888).
Orthanthera albida Schinz l. c. XXX. 265.
Modderfontein, nördlich von Salem (Gürıcn n. 44 — 42. Dec. 1888).
Hoodia Gordoni (Mass. Sweet, Hort. britann. 463; DC., Prodr.
VII. 665.
Soris soris (Günicu n. 58 — 3. Nov. 1888).
Auf den trockenen Flüchen der Hochplateaus verbreitet; die Pflanze dient vielfach
den Hottentotten und Bergdamaras als Erfrischungsmittel, ist jedoch von überaus starkem,
moschusartigem Geschmack.
Stapelia sp.
9 Fuß hohe Büsche an den Felsen bei Chaibis am oberen !Kuisib
(Gügicn n. 404 — 1. Oct. 1888).
Wegen Mangels von Blüten nicht zu bestimmen.
Convolvulaceae.
Ipomaea tenuis E. Mey. in Flora 1846. Beig. p. 195.
Okombahe, im Gebüsch an Gartenzäunen (Gürıcn n. 54 — blühend
98, Oct. 1888).
Rivea adenioides (Schinz) Hallier in Exer., Bot. Jahrb. XVII. 156.
Daurib Kurub, auf dem südlichen Kaokofeld zwischen Anikab und
Choriehas (Günrcn n. 40 — blühend 30. Nov. 4888); auch häufig zwischen
Karib und Otjitambi.
A, Engler, Plantae Gürichianae. 149
Scrophulariaceae.
Aptosimum Steingroeveri Engl.; pilis glanduliferis minutissimis
puberula, caudiculo lignoso, pauciramoso, ramis adscendentibus albidis,
internodiis brevibus subaequalibus; foliis patentibus lineari- lanceolatis,
acutis, demum parte apicali destructa excepta persistentibus, spines-
centibus, in axillis folia pauca breviora cinereo-viridia ramulorum abbrevia-
torum foventibus; floribus sessilibus; calycis dentibus subaequalibus
wiangularibus acutis dimidium tubi aequantibus; corollae quam calyx
21/,-plo longioris tubo leviter curvato, lobis breviter obovatis quam tubus
pluries brevioribus; capsula obeordato-obovoidea, apice paullum com-
pressa, dense glanduloso-pilosa, quam calyx breviore.
Die Pflanze ist etwa 4,5—2 dm hoch mit 5—7 mm dicken Stengeln, deren Inter-
nodien nur 2—3 mm lang sind. Die leicht gekrümmten und abstehenden Blütter der
Hauptsprosse sind 2—2,5 cm lang und am oberen Ende 3—4 mm breit. Nach dem
Ende der Vegetationsperiode vertrocknen die Blätter und werden starr, am oberen Ende
des Blattes wird ein Teil der Spreite zerstört; aber der steife und unten über 4 mm
dicke Mittelnerv bleibt erhalten. Die grünen Blätter der Kurztriebe sind nur 4—1,5 cm
lang und oben 2—2,5 mm breit, concav und am Rücken schwach gekielt. Die Blüten
sind sitzend. Der Kelch hat eine etwa 5 mm lange und 3 mm weite Róhre mit 2 mm
langen Zühuen. Die blaue Blumenkrone ist 4,5 cm länger als der Kelch; oberhalb des-
selben ist die Róhre 4 mm weit; die Abschnitte des Saumes sind 2—2,5 mm lang und
breit. Die Kapseln werden 5 mm lang und 4 mm breit; sie sind unten fast kugelig, im
Umriss verkehrt-herzförmig und mit zusammengedrücktem oberen Rand. Die von dem
harten Pericarp eingeschlossenen Samen sind länglich, 4,5 mm lang, 4 mm dick, schwarz
und fein gekórnelt.
Groß Nama-Land, häufig an felsigen Bergabhängen im Tsau! !Kaib-
gebirge (Hermann n. 22 — blühend im Mai 1889); bei Aus (STEINGROEVER
n. 17 — fruchtend im August 1886).
Die Art ist mit keiner der bisher bekannten sehr nahe verwandt.
Peliostomum oppositifolium Engl.; suffruticosum, ramulis cinereis
defoliatis persistentibus, novellis eum foliis dense glanduloso-pilosis; foliis
oppositis oblongis parvis; floribus breviter pedicellatis, ubique dense
glanduloso-pilosis; calycis fere ad basin 5-partiti laciniis linearibus;
corollae tubo quam calyx 4-plo longiore, limbi lobis obovatis; staminibus
longioribus faucem attingentibus; capsula oblonga calycem paullo supe-
rante, pericarpio tenui, bivalvi valvis apice bifidis; seminibus ovoideis,
brunneis.
Der Halbstrauch ist etwa 2 dm hoch und mit zahlreichen, aufsteigenden Asten
versehen; die jüngeren beblätterten Zweige sind etwa 5—7 cm lang, 4,5 mm dick, mit
5—7 mm langen Internodien. Die abstehenden Blütter sind etwa 7 mm lang und
3—4 mm breit, stark klebrig. Die 5 mm langen Kelchabschnitte sind 4 mm breit. Die
Röhre der Blumenkrone ist 2 cm lang und 1,5 mm weit, die Abschnitte des Saumes sind
etwa 2 mm lang und breit. Die Kapsel ist 6 mm lang und etwa 3 mm breit, mit etwa
0,5 mm langen Samen.
GroB-Namaqualand, auf Strandfelsen bei Angra Pequena (HERMANN
n. 48 — im November nach Regen blühend).
Durch die gegenständigen Blätter ist diese Art von allen anderen unterschieden.
150 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII,
Chaenostoma hereroense Engl; herba annua sparse pilosa caule
tenui, simplici vel pauciramoso; foliis petiolo laminae aequilongo longe
piloso suffultis, tenuibus ovatis, basi obtusis vel acutis margine grosse den-
tatis, margine et utraque facie sparse pilosis; inflorescentia pauciflora
pilis glanduliferis tenuibus obsita, bracteis foliis subconformibus, sed
2—3-plo minoribus; pedicellis tenuibus bracteas superantibus; calycis
sepalis linearibus acutis; eorollae sparse minutae pilosae tubo infundibuli-
formi quam sepala duplo longiore limbo patente lobis breviter obovatis ;
staminibus in corollae tubo inclusis; capsula elongato-oblonga sepala paullo
superante.
Ein einjáhriges Kraut von 4—4,5 dm Höhe, mit 5—40 cm langen Asten und un-
gleichen Internodien. Die Blätter sind mit 4—4,5 cm langen Blattstielen versehen,
4,5—2 cm lang und 1—41,2 cm breit. Die Blütenstiele sind 2 cm lang. Die Kelchblätter
sind 2,5 mm lang und 0,5 mm breit. Die Róhre der Blumenkrone ist 6 mm lang, die
Saumlappen haben 2 mm Länge und Breite, Die kürzeren Staubblätter sind 3, die
längeren 4 mm lang. Die Kapsel ist 4 mm lang und 2,5 mm breit.
Hereroland, an schattigen felsigen Plätzen bei Hykamkab um 300 m
(ManLoru n. 1207 — blühend und fruchtend im Mai 1886).
Lyperia amplexicaulis Benth., Comp. Bot. Mag. I. 377 et in DC.,
Prodr. X. 358.
Am Rande der Namib gegen Kanikontes, am Abfall zum Swakop hin
(Gümicn n. 141 — 21. Mai 1888).
Pedaliaceae.
Sigmatosiphon Engl. nov. gen.; calycis dense cinereo-tomentosi tubus
brevis, laciniae triangulares. Corollae carnosae tubus valde elongatus
sigmoideus partibus basali et apicali ampliatis, intus ad medium usque
longe piloso, limbus planiusculus, inaequaliter subbilabiatim 5-fidus, la-
ciniis ovatis obtusis, faux nuda. Stamina 4 subdidynamia, infra faucem
corollae inserta, antherae profunde bilobae (sagittatae) thecis supra tantum
connectivo latiusculo cohaerentibus, rimulis longitudinalibus introrsum de-
hiscentibus. Pollinis granula disciformia lateraliter multistriata quaterna
cohaerentia. Ovarium cylindrieum, oblique sessile, ima basi aequaliter
inerassatum, biloculare, loculis septis spuriis fere ad apicem usque bi-
locellatis; ovula in quoque lócello numerosa, uniseriata. Stylus elongatus
tenuis, apice in lamellas 2 breves aequales introrsum stigmatosas divisus.
Fructus adhuc ignotus. — Frutex trunco brevi, cortice papyraceo facile
dissoluto; ramis glabris spinosis; ramulis abbreviatis in axillis spinarum
folia pauca obovato-cuneata gerentibus. Flores majusculi apice ramulorum
racemosi, bracteis et prophyllis minutis ad basin pedicellorum sessilibus,
deciduis.
Diese Gattung ist offenbar sehr nahe verwandt mit Sesamothamnus; die dicken
fleischigen Blüten sind aufgeweicht sehr reich an Schleim, wie es nach BENTHAM's An-
gabe bei Sesamothamnus der Fall sein soll, Von dieser Gattung unterscheidet sich die
A. Engler, Plantae Gürichianae. 151
unserige durch das Fehlen des Spornes an der Blumenkronenróhre, auch ist derselbe
nicht einmal durch eine Grube angedeutet. Ferner ist der Fruchtknoten am Grunde
allseitig gleichmäßig verdickt, nicht einseitig angeschwollen. Ob der Pollen bei Sesamo-
thamnus dieselbe eigentümliche Beschaffenheit zeigt wie hier, muss noch entschieden
werden.
S. Gürichii Engl. — Naba ts.
Ein 3—4 m hoher Strauch, mit etwa 1 cm langen Dornen und nur 5 mm dicken
blütentragenden Endzweigen. Blätter etwa ! cm lang, 3—4 mm breit, zur Blütezeit
abfallend. Blütenstiele etwa 6 mm lang, sowie die Kelche grau-filzig. Blumenkrone
anfangs grau-filzig, dann kahl werdend, gelb, mit cylindrischer, 6 cm langer Röhre,
welche in der Mitte etwa A mm, am Grunde und oben 5—6 mm weit ist, und mit 4,5 cm
langen, 4 cm breiten Abschnitten. Fruchtknoten 4 cm lang, 3 mm dick, etwas zu-
sammengedrückt. Griffel 7 cm lang, mit 2 mm langem Narbenende. Staubfäden so
lang wie die Röhre der Blumenkrone; die heraustretenden Antheren 4 mm lang und
3 mm breit.
Südliches Kaokofeld, Dawib Kurub, sowie zwischen Franzfontein und
Chorichas (Günicu n. 46 — blühend 30. Nov. 1888).
Sesamum Sehinzianum Ascherson in Scniuz |. c. XXX. 182.
Otjimbingue (Günicu n. 57 — 9. Oct. 1888).
Acanthaceae.
Ruellia Marlothii Engl. in Bot. Jahrb. X. 66.
Port Mine am Swakop (Gürten n. 404 — 114. Aug. 1888).!
Justieia arenicola Engl. in Bot. Jahrb. X. 73.
Port Mine am Swakop (Günien n. 105 — 114. Aug. 1888).
Rubiaceae.
Bestimmt von K. SCHUMANN.
Vangueria infausta Burch., Trav. II. 258 et 259 c. icone, Sow». in
Fl. Cap. Il. 43; Hiern in Fl. trop. Afr. HE. 147.
Baum, bis 5 m hoch.
SO-Ecke des Bockberges, 8 km von !Ameib (Günrcu n. 52 — blühend
22. Oct. 1888).
Cucurbitaceae.
Acanthosicyos horrida Welw. in Trans. Linn. Soc. XXVII. 31. t. 11
et MAA.
Bett des !Kuisib oberhalb Sandfontein (Günicn n. 139 — 19. Mai 1888).
Compositae.
Bestimmt von Dr. O. HOFFMANN.
Nolletia arenosa O. Hoffm. msc.
Rehoboth (Gürıcn n. 80 — blühend 12. Sept. 1888).
Epaltes gariepana (DC.) Steetz in Prrens, Moss. Bot. 451.
Erongo, an der Südostecke des Bockberges (Güntcu n. 31 — blühend
21. Oct. 1888).
152 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII,
Helichrysum argyrosphaerum DC.
Rehoboth (Günrcu n. 82 — blühend 12. Sept. 1888).
H. roseo-niveum Marloth et Hoffm. in Bot. Jahrb. X. 975.
Seitenthal des Swakop bei Kanikontes, niedrige Büsche bildend (Güiucu
n. 142 — blühend 20. Mai 1888).
H. damarense O. Hoffm. 1. c. 275.
Kamkoichas (Gürıcn n. 137 — blühend 28. Mai 1888), niedrige Büsche
bildend, auch sonst häufig auf der Ebene bei Onanis, Tsaobis etc.
Seneeio zlutinosus Thunb., Cap. 684; DC., Prodr. VI. 384.
Rehoboth (Gürıen n. 78 — 12. Sept. 1888), Flussbett des Ub bei Ussis
(Gürcan n. 448 — blühend 5. Aug. 1888).
S. longiflorus (DC.) Benth. et Hook.
Sehr verbreitet auf den Flusslehnen, zwischen den lichter werdenden
Dornbüschen; Rehoboth (Gümrcm n. 97 — 12. Sept. 1888).
Osteospermum muricatum E. Meyer in DC., Prodr. VI. 464.
Pot Mine am Swakop (Gürıcn n. 406 — blühend 41. Aug. 1888).
Gesneriaceae africanae. II.
Von
A. Engler.
(Gedruckt im Februar 1894.)
Streptocarpus Lindl., Bot. Reg. t. 1173.
Diese Gattung ist in den Waldgebieten des óstlichen Afrika sehr reich
entwickelt; es haben daher die letzten Sendungen aus Ostafrika wiederum
einige neue Arten ergeben.
Str. Volkensii Engl. n. sp.; caule procumbente deinde adscendente
elongato, sparse albo-piloso, interdum multiramoso; foliis ubique
pilis articulatis dense obtectis, petiolo 3—4-plo breviore suf-
fultis oblongo-ovatis, apicem versus longius angustatis, nervis
lateralibus utrinque 8—10 adscendentibus; pedunculis quam folia 2—3-
plo longioribus, e basi ad apicem usque pilis tenuibus longis
glanduliferis obsitis, 7—13-floris; pedicellis tenuibus flore
paullo brevioribus; sepalis lanceolatis quam tubus corollae
triplo brevioribus pilis albis glanduliferis dense obsitis;
corollae purpureo-coeruleae tubo sparse piloso, labio superiore quam in-
ferius multo breviore, fauce intense coerulea; antheris majusculis
glabris; ovario dense appresse-piloso, stylo glabro.
Internodien des anfangs niederliegenden, dann aufsteigenden bis 4 m erreichenden
Stengels bis 4,5 dm lang. Die Blätter sind mit 4,5—2 cm langem Stiel versehen, bis
5 cm lang und 2—2,5 cm breit. Die Blütenzweige sind etwa 4,5 dm lang und tragen
7—43 Blüten mit 4—4,2 cm langen Stielen. Die Kelchblätter sind nur 3 mm lang und
kaum 4 mm breit, Die Röhre der Blumenkrone ist kaum 4 cm lang, 2 mm weit und geht
in eine 40 mm lange Unterlippe über, welche in der Umgebung des Schlundes tiefer blau
ist, als in den übrigen Teilen. Reife Kapseln sind nicht vorhanden.
Kilimandscharo, in der Nähe der Station Marangu, um 1560 m an
einem Wasserlauf (Vorkens n. 589 — Juli 4893).
Diese Art steht dem Str. glandulosissimus Engl. (Bot. Jahrb. XVIIL 78) ziemlich
pahe, ist aber doch genügend verschieden durch die mehr in die Länge gezogenen
Blütter, die von Grund aus mit Drüsenhaaren besetzten Inflorescenzstiele, namentlich
aber durch die viel kleineren Blüten, denn bei Str. glandulosissimus ist die Unterlippe
154 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
18 mm (nicht 8mm, wie in Folge eines Versehens in der Beschreibung
gedruckt ist) lang, bei dieser Art dagegen 40 mm.
Str. caulescens Vatke var. pallescens Engl.; floribus minoribus,
corolla cire. 12 mm longa, pallide purpurascente.
Kilimandscharo, Marangu, in einer als Schambeneinfassung dienen-
den Hecke oberhalb des Mondjobaches um 1700 m (G. Vorkens n. 1006 —
blühend und fruchtend Sept. 1893).
Str. saxorum Engl. n. sp.; caespitosa; caudieulo lignoso e basi
ramoso, ramulis accumbentibus et radicantibus, deinde adscendentibus,
cum foliis ubique dense pilosis; foliis breviter petiolatis,
crassis, oblongis, obtusis, subtus inter nervos densissime
cinereo-pilosis, nervis lateralibus utrinque circ. 5—6 adscendentibus
subtus prominentibus; pedunculis axillaribus adscendentibus quam
folia 6-plo longioribus glabris unifloris; sepalis oblongis obtusiuseulis
albo-pilosis; corollae magnae coerulescentis tubo pilis tenuibus
glanduliferis obsesso labio inferiori late trilobo aequilongo; antheris
ovatis glabris majusculis; capsula majuscula dimidium petioli superante,
breviter et dense pilosa.
Die niederliegenden, etwas holzigen Aste der Pflanze haben 2—4 cm lange Inter-
nodien und tragen Seitenüste mit stürker verkürzten Internodien und zusammen-
gedrüngten dicken, sammetartig behaarten Blüttern, die oberseits graugrün, unterseits
aschgrau erscheinen; sie sind mit 2—3 mm langen Stielen versehen, 1—4,5 cm lang
und 6—7 mm breit. Die Blütenstiele sind 0,8—4 dm lang und purpurrötlich. Die Kelch-
blütter sind fast 3 mm lang und 4 mm breit. Die Röhre der mattblauen Blüte ist 1,5 cm
lang und 3 mm weit, die Unterlippe der Blumenkrone ist etwa 1,8 cm lang und hat
einen Mittellappen von 4 cm Länge und Breite. Die Antheren sind fast 2 mm lang. Die
kapsel hat eine Lünge von 6 cm.
Usambara, auf Steinen im gelichteten Hochwald bei Lutindi um
1900 m (Horst n. 3388 — blühend und fruchtend im Juli 1893).
Diese schöne Art ist keiner der bisher beschriebenen ähnlich, durch den rasigen
Wuchs, die fast holzigen Aste, die dicht gedrüngten Blätter und die einblütigen Blüten-
zweige auffallend verschieden. Nichlsdestoweniger ist sie den an Wasserläufen des
waldigen Usambara vorkommenden Arten verwandt; der grófte Teil der auffülligen
Merkmale ist auf Anpassung an felsigen und trockeneren, hochgelegenen Standort
zurückzuführen.
Pedaliaceae africanae.
Von
A. Engler.
(Gedruckt im Februar 4894.)
Pterodiscus Hook. in Bot. Mag. t. 4147 et 5784.
Pt. angustifolius Engl. n. sp.; herba succulenta, caudiculo crasso,
caules nonnullos emittente; caulibus purpureis simplicibus vel supra basin
ramosis; foliis approximatis erecto-patentibus crassis, viridibus, utrinque
albo-glandulosis, lanceolatis, in petiolum longiusculum basin versus angu-
statis, margine integris vel undulatis vel hinc inde obtuse dentatis; glan-
dulis 2 globosis (alabastris abortis) ad basin pedicellorum ; pedicellis bre-
vissimis calycem vix aequantibus et sepalis lanceolatis albo-glandulosis;
corollae aurantiacae tubo elongato cylindrieo quam sepala decies longiore,
labio superiore quam antieum duplo breviore, lobis posticis subquadratis,
leviter emarginatis, antico obovato, omnibus crispulis et ciliatis; staminibus
longioribus tertiam partem tubi aequantibus, antheris profunde bilobis;
ovario ovoideo sepala aequante, stylo tenui filiformi ultra stamina exserta,
lobis stigmatieis ellipticis.
Die aus dem angeschwollenen Rhizom entspringenden Stengel sind etwa 4 dm lang,
dunkelpurpurn, bisweilen 2 cm über der Basis mit 2 aufrechten Seitenüsten versehen ;
die unteren Internodien sind 4—2 cm lang, die oberen aber oft nur 5—3 mm. Die
gegenständigen Blätter sind 4—6 mm lang und 6—40 mm breit, ohne deutlich abgesetzten
Blattstiel. Die Blütenstiele sind 4,5—2 mm lang, nach dem Abfallen der Blumenkrone
etwas verlängert. Die Kelchblätter sind 4,5 mm lang. Die Röhre der Blumenkrone er-
reicht eine Länge von 2—2,5 cm und ist 2 mm weit; die oberen Saumlappen sind
3 mm breit, aber nur 4,5—2 mm lang, der vorderste 4—5 mm lang. Die längeren
Staubfäden sind 4 cm lang. Der Fruchtknoten hat eine Länge von 1,5 mm, der Griffel
7 mm; die Narbenlappen 4,5 mm.
Seengebiet, zwischen Magu und Kagehi (Fıscuer n. 462 — blühend
im Nov. 1885).
156. Beitráge zur Flora von Afrika VIII,
Diese Pflanze ist namentlich deshalb von Interesse, weil sie die Zahl der Gattungen,
welche sich in den afrikanischen Xerophytengebieten von Südafrika bis zum Seengebiet
erstrecken, vermehrt.
Ceratotheca Endl. in Linnaea VII. 5. t. 4, 9.
C. lamiifolia Engl. = Sesamum lamüfolium Engl. in Bot. Jahrb. X.
65. t. VIII.
C. integribracteata Engl. n. sp.; caule alto, ramoso, eum petiolis
braeteolis pedicellis et calycibus longe molliter piloso; foliis petiolo tenui,
duplo breviore dimidium aequante suffultis, tenuibus, ovatis, basi late
sinuatis vel truncatis, grosse crenato-serratis, utrinque sparse pilosis,
nervis lateralibus tenuibus utrinque 3—4 adscendentibus; bracteis folia-
ceis, inferioribus breviter petiolatis, lanceolatis, inferne crenato-serratis,
superioribus valde numerosis anguste oblongis, utrinque acutis, bracteolis
angustissime linearibus, quam pedicelli breves duplo longioribus; pedi-
cellis quam sepala anguste triangulari-lanceolata duplo brevioribus; corolla
late oblique campaniformi quam sepala 3—4-plo longiore supra purpureo-
punctata, inferne imprimis in lobo antico porrecto secus nervos lineis pur-
pureis notata: staminum filamentis latiusculis, longioribus dimidium corollae
aequantibus, antheris omnibus profunde cordato-ovatis, apice glandula
nigra instructis; ovario ovoideo dense albo-piloso, in stylum filiformem
stamina paullo superantem contracto, lobis stigmaticis anguste lanceolatis;
capsula leviter compressa, oblonga, apice bicornuta, cornubus triangularibus
divaricatis; seminibus obovatis, anguste marginalis; facie utraque leviter
foveolatis, pallide brunneis, nitidis.
Untere Internodien des Stengels 6—8 cm, obere 3—1,5 cm lang. Untere Blätter
mit 2—2,5 cm langem Blattstiel, bis 7 cm lang und 5 cm breit, obere gezühnte mit 4 cm
langem Blattsliel, 4 cm lang, 2,5 cm breit, oberste sehr zahlreiche (bis zu 20 Paar) ganz-
randig, mit 2 mm langem Stiel, 3 cm lang, 4 cm breit. Bracteolen 6—7 mm lang.
Blütenstiele 2—3 mm, Kelchblütter 5 mm, Krone fast 2 cm lang. Längere Staubfäden
etwa 4 cm lang mit 2 mm langen und breiten Antheren, Fruchtknoten nur 4 mm mit
4 cm langem Griffel. Kapsel 4 cm lang, 5 mm breit, mit 3 mm langen Hórnern, Samen
2,5 mm lang und fast 2 mm breit.
Angola, Malansche, in Gebüsch- und Grascampinen (Buchner n. 80 —
blühend und fruchtend April 1829); Pungo Andongo (Truscz in v. Mecnow’s
Exped. n. 95). Außerdem Werwirscu n. 1649—1654 (nach J. G. BAKER).
Sesamum Linn., Gen. n. 782.
S. foetidum Afzelius (mse.; nomen impressum mihi nondum cog-
nitum Engl.; radice crassa; caule et petiolis sparse patentim pilosis;
foliis inferioribus petiolo 3—4-plo breviore suffultis, superioribus bre-
vius petiolatis, subtus ubique inter nervos albo-glandulosis, supra ubi-
que et subtus ad nervos sparse pilosis, margine hinc inde denticulato
et crispulo ciliatis, nullis tripartitis, inferioribus latioribus
oblongis rarius ovatis basi triangulis et supra partem cunei-
A, Engler, Pedaliaceae africanae. 157
formem utrinque 1—9-dentatis, superioribus gradatim an-
gustioribus basin et apicem versus subaequaliter angustatis, acutis,
interdum fere linearibus; bracteolis ad basin pedicellorum filiformibus;
pedicellis albo-glandulosis et sparse pilosis quam sepala lanceolata sparse
pilosa brevioribus; corollae inferne glanduloso- punctatae ubique sparse
pilosae tubo inferiore breviter ovoideo superiore oblique campaniformi,
lobo antico late obovato protenso; capsulis late linearibus apice biden-
tatis, compressis, ubique longe albo-pilosis; seminibus obovatis mar-
gine fere rectangule truncato foveolato et transverse septato
instructis, faciebus latioribus radiatim sulcatis, brunneis.
Syn. S. occidentale Heer et Regel in Ind. sem. h. Turic. 1842; DC.,
Prodr. IX. 250.
Der Stengel ist ungefähr 6 dm hoch, unterwürts mit 3—5 cm langen Internodien.
Die unteren Blätter sind mit einem 4—4,5 cm langen Stiel versehen, 5—7 cm lang und
1,5—3 cm breit, die oberen kürzer gestielt, die obersten sitzend, 1—1,5 cm breit. Die
fadenfórmigen Bracteen, in deren Achseln die zu schwarzen Drüsenkörpern umgebildeten
Blütenrudimente sitzen, sind etwa 3 mm lang. Blütenstiele etwa 3 mm lang. Kelch-
blütter 6 mm lang, 4 mm breit. Blumenkrone bis 3,5 cm lang und oberwärts bis 2 cm
breit, übrigens in der Größe variierend. Kapsel bis 2,5 cm lang, 7 mm breit, grau be-
haart, Samen 2,5 mm lang, 2 mm breit, hellbraun oder dunkelbraun. »Die Pflanze
hat einen betäubend narkotischen bilsenkrautühnlichen Geruch«
(BucaHotz). »Samen zu Suppe und Ol« (ZENKER).
Liberia, Monrovia [Naumann n. 54 — blühend und fruchtend Aug.
1874).
Sierra Leone (ArzeLıus, Scorr Eıuiort n. #134).
Togo, Bismarckburg (Krise n. 16, 44).
Niger-Benue- Gebiet (Barter n. 3279).
Kamerun; Mungo, auf trockenem Lehmboden zwischen Feldern
(Bucunorz — blühend im April 1874); Jaunde (Zenker n. 259); Rio del Rey
(JouNsTow).
Ghasal-Quellengebiet, Djur bei Seriba Ghattas (Scuwr. n. 2085).
Seengebiet, Muansa (SrunrmaxN n. 4157, 4560).
Sansibar, Kokotoni (Srunımann, Coll. I. n. 4078), daselbst Ufuta
muita, d. i. »wilder Sesam« genannt.
Cultivierte Exemplare sah ich aus folgenden Ländern:
Trop. Amerika; Britt. Guiana (R. Scuowsunak n. 1322, Aug.
4843): Holl. Guiana (Weıcer anno 1827).
Trop. Asien; Ceylon (Ropserrus, Tuwarres n. 3852); Singapore
(tte n. 368); Philippinen (Cumina n. 1564).
Diese Pflanze findet sich in den Herbarien teils als S. occidentale Heer et Regel,
teils als S. indicum L., teils als S. indicum var:, teils gar nicht bezeichnet. Das Berliner
Herbar besitzt aber auch 2 Exemplare von Sierra Leone, als S. foetidum Afzel. bezeichnet.
Es war mir bis jetzt nicht móglich, den Namen in der Litteratur aufzufinden; es kann
daher vielleicht nur ein Manuscriptname sein; es kann aber auch der Name in einer
der kleinen mir nicht zugänglichen Schriften von ArzrLiUs gedruckt sein und würde
dann vor dem Namen llgkn's und Reckr’s den Vorzug haben. Jedenfalls verdient die
158 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
Pflanze eine gróBere Beachtung als bisher; ich habe sie daher noch einmal ausführlich
beschrieben, um zu zeigen, dass sie nun und nimmermehr als Varietät der S. indicum L.
angesehen werden kann, welches von dieser Art sowie auch von der folgenden durch
glatte, nicht gerunzelte und am Rande grubige Samenschale verschieden ist.
S. calycinum Welw. in Transact. Linn. Soc. XXVII. 59; caule
tenui, purpurascente, sparse et longe piloso; foliis breviter petiolatis,
superioribus sessilibus, subtus ubique inter nervos albo-glandulosis,
supra ubique et subtus ad nervos sparse pilosis, inferioribus interdum
tripartitis, plerumque oblongis et toto margine grosse dentatis,
superioribus gradatim angustioribus, lineari-oblongis, summis
linearibus acutis; bracteolis ad basin pedicellorum linearibus acutis;
sepalis elongato-lineari-lanceolatis acutissimis, longe pilosis; corolla extus,
imprimis subtus dense pilosa; capsulä subquadrangulà, 4-sulcatà, rostro
triangulari reliquae capsulae quartam partem aequante in-
Struetà; seminibus parvis margine rectangule truncato
foveolato et transverse septato instructis, faciebus latio-
ribus radiatim sulcatis, pallide brunneis vel brunneis vel nigres-
centibus.
Syn. S. indicum L. var.? angustifolium Oliv. in Transact. Linn. Soc.
XXIX. 134. Ufuta muita, d. i. wilder Sesam auf Sansibar.
Stengel bis 4 m lang, unterwärts mit 4—5 cm langen Internodien, oberwärts mit
mehr genäherten Blättern. Untere Blätter 5—6 cm lang und etwa 4,5 cm breit, jederseits
mit mehreren 2—3 mm langen Zähnen, mittlere und obere Blätter ganzrandig, in Länge
und Breite sehr veränderlich, jedoch höchstens 4 cm breit. Blütenstiele nur 2—3 mm
lang. Kelchblütter 8 mm lang und 4 mm breit, Blumenkrone bis 2,5 em lang, der
Mittellappen der Unterlippe 8—40 mm lang und breit, Der samentragende Teil der
Frucht ist etwa 4,5—14,8 cm lang und 4 mm breit, mit einem 5 mm langen Schnabel
versehen. Die Samen sind nur 1,5 mm lang und etwas über 4 mm breit.
Insel Sansibar, auf Krautwiesen (HitpEBRANDT n. 11929 — Nov.
4873; SrunrwaNN, Coll. I. 1079 — Sept. 1889).
Usagara, Mpwapwa (SrunrsaxN n. 270 — Juni 1890).
Sansibarküste, Bagamoyo, auf trockenen Grasflichen zerstreut
(Hındesrannt n. 14925 — fruchtend Mai 1874).
Seengebiet, Ugalla, in sandiger Halbpori bei Gonda über manns-
hoch (R. Boun n. 30 — Febr. 1882); Uniamwesi, Tabora (STUHLMANN
n. 604 — fruchtend Aug. 1890); Karagwe, Bukoba (Srunrwaxw n. 3341,
3604, 3967 — blühend Febr.—April 1892).
Diese ist eine ganz ausgezeichnete, mit der vorigen verwandte und in Ostafrika
sicher wildwachsende Art, welche ebenso wenig wie die vorige zu S. indicum L. gezogen
werden kann. .
Wenn auch die Samen kleiner sind als bei S. indicum und S. foetidum, so dürften
sie sich doch zur Ölgewinnung empfehlen.
S. angolense Welw. in Transact. Linn. Soc. XXVII. 54.
Syn. S. macranthum Oliv. in Transact. Linn. Soc. XXIX. 134.
A. Engler, Pedaliaceae africanae. 159
Diese prächtige Pflanze, in verschiedenen Teilen Afrikas gesammelt,
liegt jetzt in sehr guten Exemplaren vor, welche keinen Zweifel darüber
lassen, dass S. macranthum Oliv. nur eine breitblättrige Varietät des dem
Namen nach älteren S. angolense Welw. ist. Die Blätter sind bald stumpf,
bald mucronat, im oberen Teil des Stengels fast immer opponiert.
Bisher sah ich die Pflanzen von folgenden Orten:
Angola, Malansche (Tevscz in v. Mecnow’s Exped. n. 411 — Febr.
1880, Pocax n. 297 — Mai 1876).
Oberes Congogebiet, am Lulua unter 9!/? s. Br. (PocaE n. 299
— Mai 1876); in der Campine am Lualaba bei Goia Kapopa (Poaak n. 998
— März 1876).
Seengebiet, Itolio im S. des Victoria Njansa (StunLmann n. 994 —
Nov. 1890); zwischen Kagehi und Utundua (SrunLmanx n. 3480 — März
1892).
Alle Exemplare sind nur im blühenden Zustande gesammelt.
Die Art ist also vom Victoria Njansa bis Angola durch die Steppen-
gebiete verbreitet.
Abgeschlossen am 49. Februar 1894.
Labiatae africanae, I.
Von
John Briquet.
Mit Tafel UL
Gedruckt im März 1894,
Ocimum Linn., Gen. p. 732.
0. Schweinfurthii Briq. sp. nov.; herba (vel frutex) ramosa,
ramis pilosis; foliis oblongo-lanceolatis, elongatis, apice obtusiusculis, basi
in petiolulum brevissimum extenuatis, utrinque viridibus et pilis scabri-
dulis praesertim basin versus hispidulis, remote et prominenter serratis,
nervis reticulescentibus subtus aliq. prominulis; spieastra elongata, ver-
tieillastris inferioribus maturis deciduis inflorescentiam tandem depaupe-
rantibus; calice late campanulato undique pilis brevibus obtecto, labro lato
ovato-acuto, breviter decurrente, labioli dentibus lateralibus acutis bre-
vibus, inferioribus setaceis elongatis, apice & recurvis; corolla alba, tubo
breviter exserto, labiolo valde elongato, calicis faucem hiantem longe
superante, lobis fimbriato-undulatis; staminum filamentis longissime ex-
sertis; stylo filamentis longiore, ramis filiformibus elongatis divergentibus.
Folia 7—9 cm longa, 2—2,5 cm lata. Spicastrum 4—42 cm longum, bracteis de-
ciduis. Pedicelli 2—3 mm longi. Calices ad 4 mm longi, labiolo lateraliter truncato.
Corolla calice circa 3plo longiore.
Ghasalquellengebiet, am Gumango im Lande der Niamniam
(ScuwkiNFURTI n. 2890 — 6. Febr. 1870).
Valde affinis O.filamentoso Forsk., ex Abyssinia et Arabia, a quo differt corollis mi-
noribus, foliis magis elongatis, nervatione evidentiore et praesertim indumento hispidulo
nec pubescente foliorum.
0. hians Benth. — Huc confermus formas duas, quas separare haud
possumus quamvis affinitates cum 0O. obovato E. Mey., Burchelliano Benth.,
helianthemifolio Hochst. et serpyllifolio Forsk. quam maximae sint. Gregis
illius studium enim cum omnibus herbariorum speciminibus iterum re-
sumendum est et reductiones specierum in scala lata effieiendae erunt.
Engler Bot Jahrb XA. Jut. f.
Macaranga saccifera Pax.
Yerlag 7 Wilh Engelmann 5753
Angler Bot Jahrb HU Bd. Taf f.
Euphorbia noxia Pax.
Sahisch del, Pax direx
Verlag v Will Engelmann, Leipzig.
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reiche Arbeiten den Preis der Jahrbücher sehr erhöhen, nur 3 Bogen
honoriert werden. Referate für den Litteraturbericht werden mit M 40
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schluss eines Bandes. — Alle Sendungen für die »Botanischen Jahr-
bücher« werden an den Herausgeber, Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in
Berlin W. Motzstrasse 89 erbeten. Im Interesse einer raschen und
sicheren Veröffentlichung liegt es, dass die Manuseripte völlig druekfertig
eingeliefert werden, da mit nachträglichem Einschieben und ausge-
dehnten Abänderungen während der Correctur Zeitverlust und sonstige
Unzuträglichkeiten verbunden sind.
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Lehrbuch der Botanik
nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft
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Dr. A. B. Frank
Professor an der königlichen landwirthschaftlichen Hochschule zu Berlin.
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Zweiter Band: Allgemeine und specielle Morphologie. Mit 417 Abbildungen
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D. Joseph Gottlieb Kólreuter's
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das Geschlecht der Pflanzen
betreffenden Versuchen und Beobachtungen
nebst Fortsetzungen 1, 2 und 3.
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W. Pfeffer.
8. 1893. In Leinen gebunden à Bändchen .4 4.—.
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chemische Vegetationserscheinungen. Mit 46 Textbildern. gr. 8.
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bildung und Reizbarkeit. Mit 10 lithographischen Tafeln und
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Neue Untersuchungen
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Dr. Karl Schumann
Zweiter Kustos am Kgl: botanischen Museum in Berlin.
Mit 10 lithographischen Tafeln. gr. 8. 1890. M 20.—.
Morphologische Studien
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Prof. Dr. K. Schumann
Custos am Königlichen botänischen Museum in Berlin.
A Heft I.
Mit sechs lithographischen Tafeln. Gr. 8. 1892. Æ 10.—.
Diesem Hefte liegt bei: Verlagsberieht über das Jahr 1893 von Wilhelm
Engelmann in Leipzig.
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
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Pflanzengeographie
| herausgegeben
Neunzehnter Band.
II. und III. Heft.
Mit 1 Tafel. `
Botanische J ahrbücher
Systematik, "Pflanzengeschichte
Leipzig
Verlag von Wilhelm Engelmann
a
i 1894.
Ausgegeben den 21. August 1894.
Inhalt.
Seite
A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. VIII. (Schluss) ...... 161—278
J. Briquet, Labiatae africanae. I. (Schluss. (Mit Tafel II). 161—194
M. Gürke, Labiatae africanae. IL. .. ... ..... 195—223
C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses . 224—230
Th. Loesener, Celastraceae africanae. Ir, 231—233
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae `... 234—243
F. Kränzlin, Orchidaceae afrieanae . . oo oo vr 2 244—255
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae `... . 256—277
E. Gilg, Oliniaceae africanae. `... a 278
M. Willkomm, Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen
Halbinsel "Av HN RB ne NE BTL. 279— 320
Beiblatt Nr. 47.
R. Keller, Beiträge zur Rosenflora des oberen Innthales. . . . . . . . 1—22
O. Kuntze, Nomenelatur-Studien. Vorläufige Notiz. . . . . a LI 289—355
H. Christ, Trichomanes orbieulare nen, 26
A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. VI. Diagnosen neuer Arten
verschiedener Familien ... 2:2 220 0 0 vo nn 27—53
E. Gilg, Carl Holst’s Lebensgang und sein Wirken in der Erforschung der
Flora von Deutsch-Ostafrika e L 54—56
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Flora
der
nordwestdeutschen Tiefebene.
Bearbeitet
von
Prof. Dr. Franz Buchenau
Direktor der Realschule beim Doventhor zu Bremen.
8. 1894. geh. .// 7.— ; geb. M 7.15.
Monographia Juncacearum
von
Franz Buchenau.
Mit 3 Tafeln und 9 Holzschnitten. gr. 8. 1890. .4 12.—.
(Sep.-Abdr. a. Engler's Botan. Jahrb. Bd. XIL)
Untersuchungen
über
mikroskopische Schäume und das Protoplasma.
Versuche und Beobachtungen
zur Lósung der Frage nach den physikalischen Bedingungen
der Lebenserscheinungen
von
0. Bütschli.
Mit 6 lithogr. Tafeln und 23 Figuren im Text. gr. 4. 1892. .4 24.—.
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 161
var. macrocaulon Briq. var. nov.; planta elata (ad 25 em), foliis
anguste oblongis, elongatis, apice subacutis, basi extenuatis, subintegris,
subsessilibus, 3—4,5 cm longis et 0,6—1 cm latis.
Angola (Wrrwirscn n. 5493).
‚ar. microphyllum Brig. var. nov.; planta nana (ad 95 em),
foliis parvis oblongis, apice subacutis, basi extenuatis, subsessilibus, sub-
integris, 4—1,3 cm longis, 0,3—0,5 mm latis.
Angola (Wzrwirscn n. 5514).
Forma ob statum mancum praecipue foliorum deficientium quoad varietatem haud
determinanda leg. PoGccE: Oberes Kongogebiet, am Quango (n. 851, Sept. 1876).
0. comigerum Hochst. in Scume., Pl. Abyss. ann. 1853. n. 221 —
O. calycosum Hochst. in Scuiar. Pl. abyss. (ed. Honrvackeg) ann. 1854,
n. 2203. — Frutex ramosus, ramis pilis adpressis cinerascentibus; foliis
anguste oblongis, apice + acutis, basi in petiolum extenuatis, pallide
virescentibus, parce et breviter pubescentibus, marginibus minute et re-
pande dentatis; spicastro vertieillastris remotis, apice bracteis angustissi-
mis coloratis comoso; calice sub anthesi campanulato, tubulascente, pilis
adpressis crebris breviter albo-pubente, labro ovato obtuso, breviter de-
eurrente, labiolo marginibus lateralibus convexis pulehre minuteque fim-
briato-dentatis et dentibus infimis setaceis, elongatis; corollae tubo exserto
vix incarvo, lobis minute fimbriato-undulatis; genitalibus longe exsertis.
Amboland: Unkuambi (Senixz, 8. Jan. 1886).
Folia 2—3 cm longa, 0,8—4 cm lala, petiolis 0,5—1 cm longis. Spicastrum ad
10 cm longum. Pedicelli adpresse pilosi circa 2 mm longi. Calix sub anthesi 3 mm
longus, dein valde accrescens. Corolla calicis os 8 mm excedens. Coma braclearia
violacea spicastri apicem 0,5—0,7 cm excedens.
Affine O. affini Hochst. a quo differt spicastro comigero, corollae tubo elongato
et tenui, calicis tubo sub anthesi angusto.
0. fimbriatum Briq. sp. nov.; planta elata, basi fruticosa, ramis
elatis herbaceis, apice minute puberulis; foliis anguste lanceolatis, apice
acuminatis, basi longe et cuneiformiter in petiolum decurrentibus, viri-
dibus, subtus ad nervos adpresse pubescentibus, marginibus dentibus
angustis argutis distantibus praeditis; spicastro elongato, verticillastris
distantibus, bracteis deciduis; calice sub anthesi tubuloso, labro ovato-
apiculato breviter decurrente, labioli dentibus lateralibus convexis mar-
ginibus profunde et eleganter fimbriatis, dentibus infimis setaceis fim-
briationum lateralium longissimarum altitudinem excedentibus; corolla
magna, speciosa, tubo breviter exserto defracto, lobis magnis, rotundatis,
integris; genitalibus longe exsertis.
Angola: Malandsehe, auf trockenem Boden (Mecnow n. 165 — Juli
1879).
Folia circa 4 em longa et 0,5 cm lata. Pedicelli adpresse pubescentes circa 3 mm
longi. Calix sub anthesi 7—8 mm longus, maturitate valde accrescens, dorso tubi et
labro atro-violaceis, ventre tubi labioloque viridibus; fimbriatio ultima loborum late-
ralium labioli caeteris longior; dentes infimi maturitate 3 mm longi. Corolla calicis
Botanische Jahrbücher. XIX. Dd. 11
162 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
os 4,4 cm excedens; labrum horizontale, labiolum omnino defractum labro aliq.
brevius (ad 7 mm longum). Stamina valde didynamica, Styli rami longe pulchreque
distincti.
Affine O. filamentoso Forsk. et O. affini Hochst. a quibus egregie differt corolla
magna, tubo breviter exserto defracto, labioli ealicini lobis lateralibus profunde fim-
briatis et foliis lineari-lanceolatis arguto-repande dentatis.
0. glossophyllum Briq., sp. nov.; frutex ramis elatis, breviter ramis
apicem versus pubescentibus; foliis sub spicastro confertis, coriaceis, an-
guste lanceolatis, apice longe acuminatis, basi in petiolum longe euneifor-
miter extenuatis, integris, utrinque viridibus subglabrisque; spicastro
elongato verticillastris evolutis distantibus, bracteis deciduis; calice sub
anthesi campanulato, aliq. tubulascente, labro late ovato, labioli lobis late-
ralibus truneatis, dentibus infimis setaceis brevibus; corolla tubo incluso,
sat magna, lobis rotundatis, marginibus saepe minute denticulatis; geni-
talibus longe exsertis, styli ramis tenuibus cadueissimis.
Oberes Kongogebiet: am Quango (Posce n. 354 — Sept. 1876).
Folia internodiis brevissimis subverticillatim conferta circa 8 cm longa et 4 cm
lata. Pedicelli valde pubescentes 4—2 mm longi, crassi. Calix sub anthesi 4—5 mm
longus, tubi dorso et basi + violaceis, labro atro-violaceo, labioli lobis lateralibus margine
albo-tomentosis, dentibus infimis 0,7—-1 mm longis, lotus pubescens + velutinus, ma-
turitate accrescens. Corolla calicis os 5—7 mm excedens.
Ab omnibus speciebus e sectione Ocimodonte Benth. corollae tubo incluso differt
foliis integris coriaceis anguste lanceolatis longissimis, in caulis parte media confertis,
et styli ramorum caducitate qua pislillum primo visu omnino Orthosiphonis forma ef-
ficitur.
0. linearifolium Briq., sp. nov.; planta nana, caule basi fruticoso-
tuberoso; ramis gracilibus, tenuibus, minute adpresse pubescentibus ; foliis
linearibus vel sublinearibus, apice peracutis, basi extenualis, sessilibus,
utrinque viridibus pubescentibusque, integris; inflorescentia ad capitulum
congestum reducta, vertieillastris 1—92 confertissimis; calice anguste cam-
panulato, subtubulaseente, labro ovato aliq. deeurrente, labioli lateribus
truncatis albo- tomentosis et dentibus infimis setaceis brevibus; corolla
magna tubo breviter exserto, labro obovato rotundato marginibus subin-
tegris, labiolo labro longiore, loborum marginibus = denticulatis; genitali-
bus longe exsertis.
Oberes Kongogebiet: am Quango (Posce n. 357 — Sept. 1876).
Folia 45 mm longa et 4,5 mm lata, Pedicelli brevissimi vix evoluti. Bracteae de-
ciduae. Calix sub anthesi ad 4 mm longus, fauce sat angusta parum hiante, undique
adpresse pubescens, labro atro-violaceo ad 4 mm longo, dentibus infimis 0,5 mm longis.
Corolla calicis os ad 8 mm excedens, tubi parte exserta 4,5—2 mm longa, labro 3 mm
longo, labiolo ad 6 mm longo. Genitalia lobos caliciaos ad 8 mm excedentia.
Affine O. Burchelliano Benth. a quo differt calicis indole et foliorum forma, et O.
helianthemifolio Hochst., cui insuper folia incana sunt.
0. modestum Briq., sp. nov.; planta redueta, eaule basi fruticoso-
tenuibus, gracilibus, basin versus subglabris,
[»
tuberoso, ramis herbaceis,
apice minule pilosiusculis; foliis lineari-lanceolatis, apice acutis vel sub-
J. Briquet, Labiatae africanae, T. 163
acutis, basi extenuatis, sessilibus, integris, utrinque viridibus subglabris ;
inflorescentia ad capitulum == congestum reducta, verticillastris infimo
exceplo confertis; caliee late campanulato, fauce hiante, labro late ovato
deeurrente, labioli lateribus truncatis albo-tomentosis et dentibus infimis
minutis truncatis; corolla tubo lato vix exserto, labro ovato-rotundato mar-
ginibus integris, labiolo quam labrum multo longiore, loborum marginibus
denticulatis ; genitalibus longe exsertis.
Angola (Wzrwirscn n. 5548).
Folia 20—30 mm longa et 2—4 mm lata. Pedicelli brevissimi pubescentes vix evo-
luti, Bracteae deciduae. Calix sub anthesi 2—3 mm longus, fauce late hiante, undique
pubescens, labro atro- violaceo 4,5 mm longo, dentibus infimis 0,5—0,8 mm longis.
Corolla calicis os 8 mm excedens, labro 4 mm longo, labiolo 7 mm longo. Genitalia
corollae lobos ad 4 cm excedens,
Affine praecedenti a quo praecipue differt calice late campanulato fauce valde
hiante; O. helianthemifolium Hochst. ct O. Burchellianum Benth. distinguuntur praeci-
pue foliis.
0. Poggeanum Briq., sp. nov.; planta caulis ima basi suffrutescente,
ramis tenuibus subglabris, merithallo brevissimo rami medio inter inter-
nodia longissima collocato; foliis linearibus elongatis subintegris, vel mar-
gine minute denticulatis, utrinque viridibus glabris; spicastro mediocri,
bracteis deciduis, verticillastris inferioribus remotis; calice sub anthesi tu-
buloso-campanulato, labro ovato, deeurrente, sinu profundo a labiolo sepa-
rato, labioli dentibus lateralibus e basi ovata et supra gibba fimbriata
margine albo-villosa linearibus, infimis setaceis; corolla juvenili vel manca
speciosa exserta, labri lobis rotundatis integris, labiolo labro longiore; ge-
nitalibus subexsertis (?), stylo apice bifido.
Oberes Kongogebiet, am Quango (Poser n. 355 — Sept. 1876).
Internodia evoluta 8—12 cm longa, reducta ad 4A—9 mm longa. Folia 2,5—4,5 cm
longa et 4—2 mm lata. Spicastrum ultra 6 cm longum. Pedicelli brevissimi dense pu-
bescentes. Calix sub anthesi 6—7 mm longus, labro violaceo ad 3 mm longo, labioli
dentibus lateralibus infimisque 2 mm longis. Corolla calicis os 8 mm excedens, labri
lobis 4—1,6 mm longis, labiolo 5—6 mm longo.
Ad sectionis Ocimodontis gregem Hiantia pertinet, sed foliorum forma et disposi-
tione ab omnibus speciebus diversus.
Geniosporum War. in Bremm. Lab. p. 19.
6. rotundifolium Briq., sp. nov.; herba robusta, erecta, ramis
rigidis, undique pilis patentibus obtecta; foliis elliptico - rotundis, apice
obtusis vel rotundatis, basi subcordatis, rotundatis vel brevissime extenu-
atis, supra viridibus, adpresse breviter pilosis, subtus cinerascentibus,
velutinis vel tomentosis, petiolo brevi insidentibus, margine regulariter sed
haud profunde crenatis, nervatione reticulascente paginam superiorem aliq.
fodiente et in inferiore + prominula; spicastris valde elongatis, verticil-
lastris numerosis confertis, bracteis ovatis albis ornatis, quarum inferiores
valde evolutae latissimae basin spicastri indicant; calice sub anthesi globoso-
11*
"SA
164 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
campanulato, undique breviter adpresse pubescente, dentibus triangulari-
acutis, supremo latiore, inferioribus basi breviter in labiolum connatis;
corolla parva, loborum marginibus rotundatis integris; genitalibus exsertis,
staminum posticorum filamentis basi latis valde villosis.
Angola: Malandsche (Mecnow n. 451 — Febr. 1880); in paludosis ad
Cula Muchito (Bucuxeg n. 43 — 410. April 1879).
Planta 4 m alta. Caulis internodia vulgo elongata. Folia 3—3,5 cm longa et circa
4,5 cm lata, petiolo 5—7 mm longo praedita. Bracteae inferiores magnae, pulchre
roseo-albidae, marginibus tantum virides apiculatis, basi subcordatae, superiores basi
magis extenuatae minores. Pedicelli pubescentes circa 4,5 mm longi. Calicis violacei
tubus 4 mm longus, dentes 0,5 mm longi. Corolla rosea calicis os ultra 3 mm exce-
dens, tubo primo ascendente dein horizontaliter defracto, labro 1,5 mm longo, labiolo
2 mm longo. Staminum filamenta apice recurva antheris pulchre proterandricis, nam
stylus sub pollinatione apice clavatus et serius tantum post pollinationem in lobos viola-
ceos duos evolutus evadit.
Ab omnibus Geniospori speciebus prostratis differt caule robusto, erecto, undique
piloso; a speciebus erectis asialicis distinguitur spicastro basi eleganter albido-bracteato
foliis subcordatis elliptico-rotundatis.
H. angolense Briq., sp. nov.; herba erecta, parum ramosa, caule
undique adpresse pubescente ; foliis ternatim vertieillatis, oblongis, apice
obtusiuseulis, basi in petiolum extenuatis, utrinque viridibus, subcarnosis,
subtus ad nervos tantum tenuiter adpresse pubescentibus, marginibus re-
eulariter sed haud profunde crenatis, nervatione subtus reticulescente aliq.
prominula; spicastro elongato, vertieillastris confertis, bracteis basi albidis
ornatis; calice globoso campanulato undique adpresse pubescente, dentibus
triangularibus, posteriore caeteris longiore, antieis quatuor basi brevissime
in labiolum coalitis; corolla parva extus undique pubescens, lobis rotun-
datis marginibus integris; genitalibus exsertis, staminum postieorum fila-
mentis basi latis valde villosis.
Angola (Werwirsen n. 5491).
Caulis perennis basi -+ radicans, internodiis mediis 2—5 mm longis. Folia 3 cm
E
longa et 4,5 cm lata, petiolo 7 mm longo praedita. Spicastrum bracteis inferioribus
elongatis apice acutis. Pedicelli valde pubescentes ad 4,5 mm longi. Calicis tubus 4 mm
D
longus, dentes 0,5 mm longi. Corolla calicis os 2,5 mm excedens, tubo primo ascen-
dente dein horizontali, labro 4 mm longo, labiolo 4,5 mm longo. Genitalia pulchra
prolerandrica ut in specie praecedente.
Foliis ternatim verticillatis ab omnibus speciebus diversa.
6G. lasiostachyum Briq., sp. nov.; herba erecta, ut videtur parum
'amosa, ramis canescentibus; foliis (male servatis) obovatis, apice rotun-
diusculis vel obtusis, basi longius extenuatis, sordido-virentibus, pilis ad-
pressis obditis, subintegris; spicastro gracili, elongato, verticillastris nume-
rosis confertis tomentoso-lanatis bracteis ovatis ornatis; calice minute cam-
panulato, pilis longis lanato, minute quinquedentato; corolla tenuis, parva,
tubo incluso, labro labiolo multo breviore undique extus pubescente; geni-
talibus breviter exsertis, staminum posticorum filamentis basi villosis.
Angola (Wrrwirscu n. 5489).
J. Briquet, Labiatae africanae, 1. 165
Folia manca 2,5 mm longa et 4—4,5 cm lata. Pedicelli tenues 4 mm longi. Brac-
teae ovatae apice breviter acuminatae 0,4—0,5 cm longae. Calix 4,2 mm longus, den-
tibus 0,5 mm longis. Corolla calicis os 4,5—2 mm excedens, labro 0,5 mm longo,
labiolo 4 mm longo, loborum marginibus integris rotundatis.
Foliorum forma et spicastro lanato-tomentoso a G. rotundifolio abunde diversum,
H. scabridum Briq., sp. nov.; herba erecta, ramis erectis dense ceris-
pulo-pilosis, pilis violaceis vel aliq. ferrugineis; foliis rotundo - ovatis,
apice obtusis vel rotundatis, basi cordatis, petiolo brevi praeditis, cre-
natis, crenaturis haud profundis, nervatione reticulata subtus prominenter
paginam inferiorem bullatam efficiente, viridibus, utrinque pilis parvis
rigidulis scabrida; spicastro verticillastris confertis, bracteis latis = rotun-
datis basi albidis marginibus viridibus vel purpurascentibus ornatis; calice
campanulato-globoso, labro ovato vix decurrente, dentibus quatuor infimis
basi breviter in labiolum coalitis, triangularibus; corollae tubo aliq. in-
curvo vix exserto, labro labiolo breviore, labioli lobo medio margine denti-
culato caeteris rotundato- integris; genitalibus exsertis, staminum posti-
corum filamentis basi villosis.
Oberes Kongogebiet: am Luluafluss (Poack n. 347 — Mai 1876).
Folia (manca, 4,5 cm longa et 4,5 cm lata, petiolis ad 3 mm longis. Pedicelli pu-
bescentes circa 4 mm longi. Bracteae versus apicem spicastri angustiores apice acumi-
natae. Calix violaceus, adpresse pubescens, tubo 4 mm longo, labro 0,8 mm longo, labi-
olo 0,7 mm longo. Corolla calicis os 4,5—2 mm excedens, labro 4 mm longo, labi-
olo 4,5 mm longo, lobis subintegris extus et intus pilosiusculis.
A G. rotundifolio facile distinguitur bracteis foliisque prominule reticulato-venosis,
bullatis, scabrido-hispidulis.
Platystoma Pal. de Beauv., Fl. d'Ow. et Ben. il. p. 61.
P. flaccidum Briq., sp. nov.; herba debilis, prostrata, radicans,
annua (?), ramis ascendentibus; foliis oblongis vel oblongo-ovatis, apice
acutis vel obtusis, basi in petiolum longum extenuatis, utrinque glabres-
centibus viridibus tenuibusque; marginibus aperte dentatis vel dentato-
subcrenatis, nervatione simplici haud evidente; spicastro elongato, verti-
cillastris + confertis, bracteis verticillastris brevioribus lanceolatis; calice
sub anthesi globoso minuto, glabrescente, labro ovato decurrente, lobis late-
ralibus oblongo-aeutis labro brevioribus, labiolo ovato-rotundatis apice
truncatulo, post anthesin omnibus partibus valde auctis; corolla minuta,
labro labiolo breviore, lobis rotundo-integris; genitalibus vix exsertis vel
inclusis.
Angola (Werwırsen n. 5534, 5535, 5536).
Oberes Kongogebiet: am Lulua-Fluss (Duer n. 363 — Mai 1876);
Ulsuate (Bürrner — 1. Nov. 1883).
Folia 1,5—5 cm longa, 1—2,5 cm lata, petiolo 0,5—3 cm longo. Pedicelli puberuli
erecti ad 2 mm longi. Bracteae ad 3 mm longae. Calice sub anthesi 0,8 mm longo, labro
et labiolo 0,3 mm lonzo, lobis lateralibus 0,2 mm longis, post anthesin 2—3 mm longis,
labro membranaceo labiolo membranaceo faucem claudente. Corolla alba calicis os
0,8 mm excedens.
166 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
A P. africano Pal. de Beauv. differt caule tenui, flaccido, + prostrato, radice
(ut videtur?) annua, foliis dentato-crenatis. Species caeterum ulterius investiganda;
specimen Büttnerianum rigidius est et Poggeanum formam elatiorem sistere videtur.
P. Büttnerianum Briq. sp. nov.; herba erecta, robusta, ramis
ascendentibus parce pilosis; foliis rhombeo-ovatis, apice acutis, basi cele-
riter in petiolum longum extenuatis, utrinque viridibus subglabrisque,
nervatione simplici haud evidente, marginibus ad mediam partem profunde
serratis, serraturis apertis; spicastro elongato vertieillastris + confertis,
bracteis lanceolatis, inferioribus rhombeis irregulariter et distanter incisis;
calice sub anthesi minute globoso, labro labioloque ovato, lobis lateralibus
brevioribus ovatis, post anthesin adpresse pubescente omnibus partibus
valde auctis; corolla minuta, labro labiolo breviore, lobis rotundo-integris ;
genitalibus subinclusis.
Oberes Kongogebiet: Leopoldville am Stanley-Pool (BürrNEn n. 449
— 5. Jan. 1886).
Pianta valde robusta foliis 2—3 mm longis et 2—2,5 mm latis, petiolis 4—1,5 cm
longis. Bracteae inferiores foliorum formam aemulantes, superiores 2—4 mm longae.
Pedicelli adpresse pubescentes 1—2 mm longi. Calix sub anthesi 0,8 mm longus, labro
vix decurrente 0,3 mm longo, labiolo 0,3 mm longo, lobis lateralibus 0,2 mm longis, post
anthesin ad 3 mm longo, labro membranaceo, lobis lateralibus ovato- rotundis, labiolo
ovato, apice truncatulo membranaceo. Corolla calicis os 0,5—0,8 mm excedens.
Affine P. africano P. de B. a quo distinguitur foliis ovato-rhombeis, latis profunde
serratis et calicibus post anthesin majoribus,
Acrocephalus Benth., Lab. p. 23.
A. caeruleus Oliver.
var. genuinus Briq. var. nov.; folia angustiora, basi longe ex-
tenuata, Œ villosa.
Oberes Kongogebiet, in der Campine bei Nyangwe (Posse n. 1075
— 94. April 1822).
var. trichosoma Briq. var. nov.; folia latiora, basi subsessilia,
brevius extenuata, villosiora ut et ealix et inflorescentia.
Oberes Kongogebiet, am Lulua-Fluss, 9!/? südl. Br. (Poer
n. 358 — Mai 1876).
A. gracilis Briq. sp. nov.; herba == ramosa, ramis viridibus vel
violaceis; foliis anguste lanceolatis, apice peracutis, basi longe extenuatis,
subsessilibus, utrinque viridibus glabris, nervatione simpliei haud evidente,
marginibus minutissime denticulatis vel subintegris; capitulis eloboso-
depressis terminalibus, vertieillastris dense imbricatis, bracteis involu-
erantibus ovatis apice X acuminatis viridibus violaceisve, basi albis
= tomentellis; calice sessili sub anthesi minuto, labro latiore, labiolo
minute quadridentato, apicem versus piloso; corolla exserta labro quadri-
dentato, labiolo rotundato eoncaviuseulo aliq. longiore ; staminibus inclusis,
stylo longe exserto.
Angola (Werwirsen n. 5515 und 5548).
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 167
Planta 20—40 cm alla. Folia 2—3 cm longa et 0,8—0,5 cm lata. Capitula florentia
3—4 mm alta et 0,8 cm lata, bracteis involucrantibus 0,5—4 cm longis et 4—8 mm latis.
Calix sub anthesi 1,5 mm longus, labro 0,3 mm longo, labioli dentibus 0,4 mm longis.
Corolla 2,5 mm longa, tubo 2 mm longo, labri dentibus 0,4 mm longis, labiolo 0,5 mm
longo.
Huc etiam pertinere videtur specimen mancum juvenius, robustum a cl. Poeer sub
n. 4040 missum: Oberes Kongogebiet, Campine w. von Lomami, 3. März 1882.
A. campicola Briq. sp. nov.; planta robusta, elata, ramosissima,
caule ramisque undique pubescentibus; foliis anguste lanceolatis, apice
acutis, basi in petiolum extenuatis, utrinque viridibus glabrescentibus vel
pubescentibus, nervatione simplici haud evidente, marginibus minutissime
distanter denticulatis; capitulis magnis cylindraceis, terminalibus, pedun-
eulatis, verticillastris confertis, floribus subsessilibus, bracteis involucranti-
bus ovatis basi et apice albescentibus, latissimis; calice jam sub anthesi
tubuloso, labro subintegro vel minutissime tridentato, labiolo bidentato,
toto hue et illuc pilis raris praedito, fructifero elongato; corolla tubo longe
exserto, labro quadridentato, labiolo longiore integro apice rotundato angusto;
genitalibus exsertis.
Oberes Kongogebiet, in der Campine bei Nyangwe (Poaax n. 1075
— 94. April 1882).
Foliorum lamina 2—6 cm longa et 3—5 mm lata, petiolo 0,3—40 mm longo insidens.
Capitula 4—2 cm alta et 4,5 cin lata. Bracteae involucrantes 4—1,5 cm longae et 4—4,5 cm
latae, Bracteae interiores angustiores extus pilosae. Calix maturus 7 mm longus, labro
2 mm longo, labiolo 4,8 mm longo, dentibus sinu 0,5 ınm profundo separatis. Corolla
calicis os 0,5—0,6 mm excedens, labro 2,5 mm longo, labiolo 3 mm longo.
A. iododermis Briq. sp. nov.; planta elata, ramosissima, caulibus
ramisque undique pubescentibus; foliis anguste lanceolatis, apice peracutis,
basi in petiolum brevem extenuatis, utrinque viridibus parce pubescentibus,
nervatione simplici haud evidente, marginibus minutissime distanter denti-
eulatis; capitulis eylindraceis, terminalibus, peduneulatis, verticillastris
confertissimis, floribus sessilibus, bracteis involuerantibus anguste ovato-
lanceolatis, longe acuminatis, apice viridibus, barin versus caeruleis, dia-
metrum capituli longe superantibus deflexis; calice jam sub anthesi tubu-
loso-elongato, labro membranaceo, minute tridentato, labro bidentato ;
corolla exserta, tubo Æ elongato, labro minute quadridentato, labiolo
longiore, integro, apice rotundato; genitalibus exsertis.
Oberes Kongogebiet, in der Campine bei Mukenge (Pocaz n. 1086
— 2. April 1882).
Foliorum lamina 2—3 cm longa et 2—4 mm lata, petiolo ad 3 mm longo insidens.
Capitula 0,8—1,2 cm longa et circa 0,8—1 cm lata, Bracteae involucrantes 1—2 cm longa
et 0,3—0,5 cm lata, interiores multo angustiores. Calix maturus-4--5 mm longus, labro
1,5 mm longo, labiolo breviore tantum 4 mm longo. Corolla calicis os 4 mm excedens,
labro 1,5 mm longo, labiolo 2 mm longo.
Praecedenti valde affinis, differt capitulis minoribus, bracteis involucrantibus an-
gustioribus basi caeruleo-violaccis et floribus minoribus. A vicino A, coeruleo Oliv.
distinguitur capitulis cylindraceis multo minus villosis et calicis forma.
168 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
A. reticulatus Briq. sp. nov.; planta perrobusta, internodiis sat
elongatis, ramosa, caule ramisque undique rufo-tomentosis; foliis lanceo-
latis, apice acutis, basi extenuatis, subsessilibus, crassis, supra viridibus
glabris, subtus pubescentibus viridibus, nervatione reticulata, reti denso,
subtus prominula, paginam superiorem leniter fodiente, marginibus adpressis
erebre sed debiliter serratis; capitulis globosis, undique rufo-tomentosis,
peduneulis robustis gestis, floribus sessilibus, bracteis involuerantibus
nervosis, tomentosis, sordide virentibus, ovatis, apice acutis; calice sub
anthesi tubuloso, dein elongato, labro ovato integro, labioli dentibus minutis
triangularibus; corolla exserta tubo haud valde elongato, rectiusculo, labro
trilobo, lobis apice rotundatis, medio longiore, extus crispule pilosis, labiolo
integro rotundato; genitalibus exsertis.
Angola, Malandsche (Mrcuow n. 434 — Febr. 1880).
Foliorum lamina 4—7 cm longa et 1—2 cm lata, petiolo 3—8 mm longo insidens
vel subsessilis. Capitula circa 4,5—1,8 cm lata. Bracteae involucrantes circa 4 em longae
el 0,5 cm latae. Calix sub anthesi 3—4 mm longus, labro 4 mm longo, labioli dentibus
infra 0,5 mm longis. Corolla calicis os 4 mm excedens, labro labioloque 4,8 mm longis.
Species foliorum structura insignis.
A. Mechowianus Briq. sp. nov.; caule robusto, ramoso, ramis
erectis, undique canescenti- pubescentibus, internodiis valde elongatis;
foliis lanceolatis, apice longiuscule peracutis, basi in petiolum brevem ex-
tenuatis, supra brevissime scabridulis, subtus adpresse pubescentibus,
pallidioribus, nervatione retieulata, reti sat denso, subtus prominula,
paginam superiorem haud vel vix fodiente, marginibus crebre sed sat
superficialiter erenatis; capitulis valde numerosis, pedunculatis, pedun-
culis incanis, corymbum vastum constituentibus, parvis, depresso-globosis,
verticillastris dense imbricatis, bracteis involucrantibus lanceolatis, basi
ovatis, viridibus, rugosis, basi + albo-tomentosis ; calice sub anthesi tubuloso
campanulato, labro ovato, labioli dentibus triangularibus brevibus; corolla
exserta, tubo brevi, labro trilobo, lobis rotundiusculis, labiolo integro; geni-
talibus Æ exsertis.
Angola, Malandsche (Mrcuow n. 444 — Februar 1880).
Foliorum lamina 7—9 cm longa et 1—2,5 cm lata, petiolo ad 5 mm longo insidens
vel subsessilis. Capitula fere omnia infra 4 cm lata, bracteis involucrantibus circa 4 cm
longis et 0,3 mm latis. Calix 3mm longus, aliq. urceolatus, labro 0,8 mm longo, labioli
denlibus 0,5 mm longis, Corolla calicis os 2 mm excedens, labio labioloque 4mm longis.
Praecedenti affinis sed valde distinctus foliis crenatis, capitulis multo minoribus et
caule non rufo-tomentoso.
A. praealtus Briq. sp. nov.; caule elato, ramoso, glabrescente,
superne pubescente, viridi, ramis ascendentibus; foliis oblongis, apice
obtusis vel acutiuseulis, basi in petiolum extenuatis, supra viridibus,
glabrescentibus, subtus pubescentibus, pallidioribus, nervatione reticulata,
reti sat denso, subtus prominula, paginam superiorem aliq. fodiente, mar-
ginibus erebre sed debiliter crenatis; capitulis depressis, dense imbricatis,
longe pedunculatis, peduneulis puberulis, bracteis involucrantibus oblongis
J, Briquet, Labiatae africanae. I 169
tenuibus membranaceis, basin versus albo-papyraceis; calice sub anthesi
fere campanulato, pilis adpressis obdito, labro ovato, labioli dentibus trian-
gularibus; corolla exserta, tubo abbreviato, labro quadridentato, labiolo
integro apice rotundato; genitalibus exsertis.
Angola (Wzrwirscu n. 5600).
Foliorum lamina 3—9 cm longa et 4—3 cm lata, petiolo 3—10 mm longo insidens.
Capitula ad 4,5 cm lata, bracteis involucrantibus ad 4 cm longis et 0,4 mm latis. Calix
sub anthesi 4 mm longus, labro 4,5 mm longo, labioli dentibus 4mm longis, Corolla
calicis os 3—4 mm excedens, labri dentibus 4 mm longis, labiolo 1,5 mm longo.
Praecedenti affinis, differt capitulorum forma et bractearum involucrantium textura.
A. eallianthus Briq. sp. nov. ` herba ramosa, ramis undique pilis
erispulis ramosis villosis; foliis lanceolatis, apice peracutis, basi in petiolum
longe extenuatis, tenuibus, utrinque adpresse dense pubescentibus viridi-
busque, nervatione simplici haud prominula, marginibus adpresse et crebre
dentatis; capitulis pedunculatis, pedunculis villosissimis, globoso-depressis,
verticillastris dense imbricatis, floribus sessilibus, bracteis involuerantibus
longissime lanceolatis apicem versus cyaneo-viridibus, basin versus papyra-
ceis, albo-violaceis; calice sub anthesi campanulato, labro ovato, labioli
dentibus triangularibus, fauce villosa; corolla exserta, tubo abbreviato,
labro trilobo, lobis rotundatis, vel subrotundatis vel aeutiuseulis, labiolo
integro rotundato; genitalibus exsertis.
Nyassaland: Blantyre, Schire Highlands (J. T. Last 1887).
Foliorum lamina 4—6 cm longa et 4—1,5 cm lata, petiolo villoso ad 4 cm longo
insidens. Capitula proprie dicla infra 4 cm lata, sed bracteis 4,5—3,5 cm longis et
0,5—0,8 cm latis ampliata. Calix sub anthesi 1,5 mm longus, labro 0,5 mm longo, labioli
lobis 0,3 mm longis. Corolla calicis os 2 mm excedens, labro labioloque 1 mm longis.
A. Welwitsehii Briq. sp. nov.; caule ramisque erectis pilis crispulis
ramosis undique obtectis, internodiis elongatis; foliis (in spec. nostro mancis)
lanceolatis, apice acutis vel acuminatis, basi extenuatis breviter petiolatis,
utrinque viridibus hirsutis nervatione simplici haud evidente, marginibus
distanter et adpresse dentieulatis; capitulis parvis cylindraceis, pedun-
culatis, pedunculis hirsutis, verticillastris confertissimis, bracteis involu-
crantibus angustis, lanceolatis, deflexis, foliis conformibus; calice tubuloso,
labro ovato, labiolo rotundato integro vel vix minutissime bidentato longiore;
corolla parva, exsertula, labro minute quadridentato, labiolo rotundato
integro, vix longiore; genitalibus brevius exsertis.
Angola (Werwırsca n. 5549).
Foliorum lamina 2—3 cm longa et 0,3—0,5 cm lata, petiolo 2—4 mm longo insidens.
Capitula 0,5—4 cm alta et 0,8 cm lata. Calix maturus 4 mm longus, labro 4 mm longo,
labiolo 2 mm longo. Corolla calicis os 2 mm excedens, labri 4 mm longi dentibus
0,5 mm longis, labiolo 4,2 mm longo.
Affinis A. cylindraceo Oliv. a quo differt capitulis omnibus pedunculatis, indumento
et foliorum forma. A. campicolus et A. iododermis ab eo jam indumento facile distin-
guuntur. Capitula cylindracea A. gracili desunt.
A. minor Briq. sp. nov.; caule humili, ramoso, undique pilis simplici-
bus, adpressis obtecto; foliis oblongo-lanceolatis, apice acutiusculis, basi
170 Beiträge zur Flora von Afrika, VII,
extenuatis, sessilibus, utrinque viridibus adpresse pilosis, nervatione sim-
pliei, marginibus distanter subdentatis; capitulis pedunculatis crebris
corymbum laxum constituentibus, depresso-globosis, verticillastris con-
fertissimis, bracteis involucrantibus ovatis caeterum a foliis haud distinctis;
calice sub anthesi-campanulato minimo, inferne pilosissimo, labro triangulari-
lanceolato a caeteris quatuor dentibus breviter triangularibus dissito; corolla
exserta, tubo ceylindraceo elongato, labro trilobo, lobo medio rotundato
longiore latioreque, lobis lateralibus triangulari-ovatis, labiolo rotundato
integro labri lobis subaequilongo; genitalibus exsertis.
Angola (Wzrwirscu n. 5905).
Folia 3 cm longa et 0,8—41 cm lata. Capitula circa 0,7—0,9 cm lata. Calix sub
anthesi 4 mm longus, labro 0,3 mm longo, labioli dentibus 0,2 mm longis, fructifer certe
valde auctus sed in sp. nostro carens. Corolla calicis os 3—4 mm excedens, labri lobo
medio 4,2 mm longo et 0,7 mm lato, lobis lateralibus 0,5 mm longis, labiolo 0,8 mm
longo.
Habitu humili, indumento florisque structura facile cognoscendus.
A. Poggeanus Briq. sp. nov.; herba elata, ramosa, ramis haud
robustis, pilis = erispulis coerulescentibus hispidulis, ad angulos saepe
cyaneis, caeterum virentibus ; foliis lanceolatis, elongatis, apice acuminatis,
basi in petiolum = eyaneum extenuatis, utrinque viridibus parce pilosis,
nervatione simplici haud evidente, marginibus regulariter et erebre denticu-
latis vel erenato-dentieulatis; capitulis depresso-globosis, pedunculatis,
pedunculis = eyaneis hispidulis corymbum haud formantibus sed in axilla
foliorum caulinarium sitis inflorescentiamque foliosam elongatam con-
stituentibus, bracteis involucrantibus haud evolutis oblongo-lanceolatis basi
subtus Æ albis; calice tubuloso, labro ovato-rotundato integro extus gibbo,
labiolo rotundato breviore integro labro incumbente; corolla evoluta, tubo
longe exserto, labro brevi quadridentato, labiolo elongato aliq. deflexo, apice
rotundato integro; genitalibus longius exsertis.
Oberes Kongogebiet, in der Campine bei Mukenge (Poser n. 1087
— 7. April 1882).
Foliorum lamina 4—6 cm longa et 4—4,7 cm lata, petiolo ad 4 cm longo insidens.
Capitula globosa circa 0,7 em lata. Calices maturi 3 mm longi, labro 0,8 mm longo, labiolo
0,5—0,6 mm longo. Corolla calicis os 4 mm excedens, labro 0,7 mm longo, labiolo
1,5 mm longo.
Capitulorum dispositione et forma a caeteris Acrocephalis, quibus calicis labia in-
tegra, valde distinctus.
A. sericeus Briq. sp. nov.; caule erecto, stricto, parum ramoso,
undique pilis simplicibus adpressis cano-sericeo; foliis lineari-lanceolatis,
valde angustis, apice longe peracutis, basi breviter rotundato- attenuatis
sessilibus, utrinque incano-sericeis, cinereis vel + albescentibus, nerva-
tione simplici, nervis lateralibus valde approximatis infra prominulis
paginam inferiorem lineis subparallelis prorsus versis fodiente, marginibus
integris; capitulis sub anthesi depresso-globosis (sed spec. nostrum juvenile
et forsan serius forma magis cylindracea efficitur), verticillastris dense imbri-
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 171
catis, bracteis inferioribus basi ovatis, apice longius lanceolatis, interiori-
bus sericeis brevius acuminatis, pedunculatis, sed pedunculis apice tantum
corymbum et inferne axillaribus inflorescentiam foliosam constituentibus ;
calice sub anthesi minute campanulato, arcte superiore dense sericeo,
dentibus minimis triangulari-lanceolatis, superiore latiore aliq. dissito ;
corolla exserta, tubo sat brevi, labro trilobo, lobo medio latiore emargi-
nato, lateralibus ovatis, labiolo elongato, apice rotundo, integro; genitalibus
exsertis.
Angola (Wrrwirscu n. 5603).
Folia 2—3 em longa et 2—3 mm lata. Capitula ad 7 mm lata. Calix pedicello
0,5 mm longo gestus sub anthesi 4,4 mm longus, dentibus 0,2—0,3 mm longis, fructifer
certe valde auctus sed in spec. nostro carens. Corolla calicis os 3 mm excedens, labro
lobo medio 1,3 mm longo et 0,7 mm lato, lobis lateralibus 0,5 mm longis, labiolo 4,4 mm
longo.
Florum structura A. minori certe affinis sed indumento, foliorum forma el nerva-
tione ab omnibus notis Acrocephalis distinctus.
A. Schweinfurthii Briq. sp. nov.; caule elato, ramoso, internodiis
brevibus, foliosissimo, superne pilis simplicibus adpressis cinereo; foliis
linearibus, apiee peracutis, basi sensim in petiolum filiformem extenuatis
elongatis, plicatis, pilis adpressis einerascentibus nervatione simplici haud
evidente, marginibus minute regulariter et + distanter arguto-serrulatis
vel subintegris; capitulis depresso-globosis, albo-tomentosis, pedunculis
incanis gestis, corymbum valde floribundum vastum convexiuseulum vel
subplanum valde insignem constituentibus, braeteis involuerantibus ovato-
lanceolatis haud evolutis apice coerulescentibus, verticillastris densissime
imbricatis; calice sub anthesi minute campanulato undique longe sericeo,
dentibus quinque triangulari-lanceolatis parvis, in labia duo breviter coa-
litis, serius tubulascente et (tanquam ex flore juveniore adspici potest)
pulchre bilabiato, labro breviore tridentato, labiolo longiore bidentato,
dentibus altius coalitis; corolla exserta, tubo tenui longiore, subaequaliter
quinqueloba, lobis ovatis, extus pilosiuseulis, inferiore angustiore; genitali-
bus exsertis.
Ghasalquellengebiet, Djur-Ewet und Agada im Lande der Djur
(ScuwrixrUnTH n. 4273 — 26. Oct. 1870 und n. 2541 — 20. Oct. 1869).
Folia 3—5 cm longa et 1—3 mm lata. Capitula ad 0,8 cm lata. Calix sub anthesi
4,8 mm longus, dentibus 0,5 mm longis, post occasum corollae (sed nondum fructifer)
ultra 2 mm longus, labro 0,5 mm longo, labiolo 0,8 mm longo, dentibus longitudine 0,4 mm
connexis. Corolla calicis os 3—4 mm excedens, lobis 0,8 mm altis.
Species mirabilis cum nulla hucusque nota comparanda, habitum omnino Com-
positarum Corymbiferarum praebens et Achilleae vel Pharmicae species quasdam pulchre
aemulans.
A. elongatus Briq. sp. nov.; herba robusta, caule elato, ramoso,
ramis erecto-ascendentibus, internodiis elongatis, viridibus, parce pilosis ;
foliis ovato- vel oblongo-lanceolatis, apice acuminatis, basi in petiolum
extenuatis, utrinque viridibus et parce pilosis, nervatione simplici haud
172 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
evidente, marginibus regulariter crenato-dentatis dentatisve; capitulis
globosis sessilibus vel subsessilibus, inflorescentiam foliosam inconeinnam
constituentibus, verticillastris densis, floribus sessilibus, bracteis in-
volucrantibus exterioribus haud evolutis praeter reductionem foliis cau-
linaribus similibus; calice jam sub anthesi tubuloso, labro integro rotundato
extus gibbo longiore, labiolo integro rotundato breviore; corolla exserta,
tubo elongato, sed in calice pro maxima parte incluso, lobis quinque ovatis
subaequalibus; genitalibus exsertis.
Oberes Kongogebiet, in der Gampine zwischen Nyangwe und
Kimbundo (Pose n. 1014 — 3. Juli 1882).
Foliorum lamina 4—6 cm longa et 41—2,5 cm lata, petiolo ultra 4 em longo insidens.
Capitula inflorescentias ad 8 cm altas constituentia. Calix maturus 4—5 mm longus, labro
0,8 mm longo, labiolo 0,5 mm longo. Corolla calicis os 2 mm excedens, lobis 0,5 mm
longis.
Species A. villoso Benth. e Madagascaria affinis sed indumento diversa.
A. paniculatus Brig. sp. nov.; caule robusto, ramoso, ramis ascen-
dentibus, breviter et adpresse hispidulo; foliis anguste oblongis, elongatis,
apice subacutis vel obtusiuseulis, basi breviter in petiolum extenuatis,
utrinque viridibus, parce setuloso-hispidulis, nervatione reticulata, reti sat
denso, subtus prominula, paginam superiorem aliq. fodiente, marginibus
regulariter et erebre sed debiliter erenatis; capitulis in cephala ipsa
paniculam gravem inconcinnam constituentia congestis, bracteis in-
volucrantibus exterioribus praeter reductionem foliis caulinaribus subsimi-
bus, interioribus ovatis integris magis membranaceis apice pilosis; calice
maturo longe incurvo tubuloso, labiis ovatis integris; corollis genitalibusque
in spec. nostro jam occasis.
Oberes Kongogebiet, Mussumba des Muata Jamwo, 8!/5? s. Br.
(Poser n. 370 — Januar 1876, in Frucht).
Foliorum lamina 4—6 cm longa et 0,8—4,2 cm lata, petiolo brevi 2—3 mm longo
insidens. Capitulorum cephala ad A cm alta et 3 cm lata, panicula tota ultra 45 cm alta.
Calix maturus 6 mm longus labiis 0,5—0,8 mm longis.
Species inflorescentia peculiari valde insignis, quoad foliorum formam, nervationem
serraturamque A. praealtum, Mechowianum et reticulatum revocans,
Orthosiphon Benth. Lab. p. 25.
0. tuberosus Briq. sp. nov.; planta parva, basi fruticosa, tubercula
plura emittens, ramis tenuibus, virentibus, undique patenter et tenuiter
pilosis; foliis oblongis, apice subacutis, basi rotundato-acutis, sessilibus,
integris, utrinque viridibus et patenter pilosis, nervationis vix prominulae
nervis subparallelis; spicastris elongatis, verticillastris paucifloris + distanti-
bus, valde violaceo-glandulosis; calice campanulato -tubulascente, dente
supremo ovato, infimis setaceis; corolla tubo breviter exserto, labro labiolo
subaequilongo, loborum marginibus lobulatis; genitalibus inclusis.
Angola (Wrrwirscu n. 5474),
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 173
Tubercula 4—2 cm longa et 0,3—0,8 cm lata. Ramis ad 48 cm altis. Folia 4—1,5 cm
longa et 0,4—0,7 cm lata. Pedicelli nutantes dense glandulosi violacei 3 mm longi. Calix
violaceus, dense glandulosus 2,5 mm longus, post anthesin ad 3,5 mm longus, dente
supremo vix decurrente 0,7 mm longo, dentibus infimis 4,5 mm longis. Corolla calicem
3 mm excedens, labro labioloque 2 mm longis.
0. Schinzianus Briq. sp. nov.; herba parum ramosa, ramis virenti-
bus, undique patenter pilosis; foliis lanceolatis, apice acutis, basi extenuatis,
subsessilibus, supra viridibus, parce et breviter pubescentibus, subtus
cinerascentibus dense pubescentibus, nervatione simplici parum promi-
nula, marginibus dentatis, dentibus regularibus mediocriter robustis; spi-
castro elongato, apice coma braetearum ornato, verticillastris distantibus
bracteis deciduis; calice sub anthesi campanulato, dente supremo ovato,
inferioribus lanceolatis, post anthesin valde aucto, deelinato, dente postico
apice mueronulato decurrente, infimis e basi triangulari subulato-spines-
centibus; corolla tubo exserto, labro brevi denticulato, labiolo concavo labro
longiore marginibus = crenulatis; genitalibus exsertis.
Amboland, Oshihete (Scuivz — 15. Jan. 1886).
Radix primaria lignosa. Caulis collenchyma angulare valde robustum. Folia 6—8 cm
longa et 4—2 cm lata. Bracteae comosae spicastri violacei oblongi vel obovati ad 8 mm
longi et 3 mm lati. Pedicelli nutantes adpresse pubescentes. Calix dense pubescens sub
anthesi 2—3 mm longus, labro tubique patte superiore violaceo, post anthesin ad 4 cm
longus, labro 4 mm longo et 4 mm lato, labioli dentibus lateralibus 2 mm longis, infimis
ad 4 mm longis demum apice minute recurvis. Corolla calicis os 3—4 mm excedens,
tubo leviter incurvo, labro 0,8 mm longo, labiolo 1,3 mm longo. Genitalia faucem corollae
3—4 mm excedentia, stylo apice clavato-incrassato integro. Nuculae obovatae sub-
costatae magnae.
Affinis O. virgato Benth. ex India a quo calice fructifero longiore et dentibus longiori-
bus differt.
0. heterochrous Briq. sp. nov.; herba ramosa, ramis rubescenti-
virentibus glabrescentibus; foliis ovatis vel ovato-oblongis, apice acutis vel
subaeutis, basi extenuatis, subsessilibus vel breviter petiolatis, supra viri-
dibus, subtus pallide glaucinis, utrinque glabris, nervatione simplici parum
evidente, marginibus regulariter et sat profunde crenato-dentatis; spicastro
elongato, bracteis deeiduis, verticillastris inferne remotis, toto erispule
ferrugineo-pubescente; calice violaceo sub anthesi tubulascente, praecipue
basi ferrugineo-pubente, fructifero aucto declinato globosiore, dente postico
ovato, lateralibus et infimis setaceo-subspinescentibus; corolla tubo sub-
exserto, labro quadrilobo, labiolo eoncaviusculo aliq. longiore, lobis integris ;
genitalibus inclusis vel subinclusis.
Oberes Kongogebiet, am Quango (Poser n. 366 — Sept. 1876).
Folia 2—3 cm longa et 0,8—1,5 cm lata, petiolo cum adsit ad 2 mm longo. Spi-
castrum ad 8 em longum. Pedicelli maturi dense pubescentes ad 3 mm longi. Calix sub
anthesi 4 mm longus, fructiferi ultra 5 mm longi dente postico ovato vix decurrente 2,5 mm
longo et 2 mm lato, labioli dentibus lateralibus 2 mm longis, infimis 3 mm longis.
Corolla calicis os 3—4 mm excedens, labro 4,5 longo, labiolo 4,5—2 mm longo.
Praecedenli et O. virgato indico affinis, a quibus statim distinguitur foliis hetero-
chrois et indumento crispulo-ferrugineo spicastrorum.
174 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
0. iodocalyx Briq. sp. nov.; planta basi suffruticosa, ramis rubescen-
tibus, subglabris, internodiis inferioribus elongatis; foliis oblongis, apice
acutis vel subacutis, basi in petiolum longum extenuatis, supra viridibus,
subtus pallide glaucinis, utrinque glabris, nervatione simplici parum pro-
minula, marginibus regulariter et grosse crenato-dentatis; spicastro elon-
gato, verticillastris sat confertis, bracteis deciduis; calice sub anthesi tubu-
lascente violaceo, dente postico ovato vix decurrente, inferioribus selaceis,
fructiferi pulchre tubulosi aucti dentibus infimis elongatis e basi triangulari
setaceo-subspinescentibus; corolla tubo vix exserto, labri lobis rotundatis,
labioli aliq. longioris marginibus Æ crenulatis; genitalibus exsertis.
Oberes Kongogebiet, am Quango (Posee n. 353 — Sept. 1876).
Folia 3,5—6 cm longa et 4,3—2 cm lata, in petiolum 1—1,5 cm longum decur-
rentia. Spicastrum ad 10 em longum, axi patulo breviter pubescente. Pedicelli nutantes,
breviter sed dense patule pilosi maturitate ad 4 mm longi. Calix sub anthesi 3—4 mm
longus, fructifer 0,8—4 cm longus, dente postico ovato 3,5 mm longo et 3 mm lato,
dentibus lateralibus ad 3 mm longis, infimis ultra 4 mm longis. Corolla calicis os
circa 3 mm excedens, labro 2—2,5 mm longo, labiolo 3 mm longo. Stylus apice pulchre
lanato-inerassatus. Nuculae obovatae laeves.
Praecedenti affinis a quo differt praecipue foliis longe petiolatis, grossius crenato-
dentatis, calice maturo tubuloso majore, et indumento spicastri.
0. tubulascens Brig. sp. nov.; herba erecta ramosa, ramis undique
molliter pubescentibus; foliis caulinaribus ovato-rotundatis, apice obtusis
vel rotundatis, basi rotundatis vel breviter extenuatis, superioribus oblon-
gis, apice acutis, basi extenuatis, omnibus petiolo brevi insidentibus, supra
viridibus breviter pubescentibus, subtus magis vestitis cinerascentibus,
nervatione simplici vix evidente, marginibus superficialiter et minute den-
tatis; spicastro elongato, bracteis parvis ovatis diutius quam in caeteris
speciebus persistentibus, vertieillastris remotis; calice campanulato atro-
violaceo, dente ovato, lateralibus infimisque setaceis, fructifero aliq. aucto;
corolla tubo recto exserto labiis subaequilongis lobis integriusculis; genita-
libus subinclusis.
Angola (Wrrwirscu n. 5492).
Folia 41—1,5 cm longa et 0,7—4,5 cm lata, Spicastrum ad 14 cm longum, axi pubes-
cente. Bracteae violaceae. Pedicelli pubescentes circa 0,5 cm longi. Calix sub anthesi
3 mm longus, post anthesin ut videtur parum auctus 4 mm longus, labro dentibus seta-
ceis haud spinescentibus 4,5 mm longis aequilongo. Corolla calicis os 5—6 mm ex-
cedens, tubo haud dilatato, labiis circa 4,8 mm longis.
Affinis O., Ehrenbergii Vatke, qui cognoscitur corollis vix exsertis, calieibus viridi-
bus ocimoideis dentibus lateralibus non filiformiter prolongatis, habitu humili.
0. roseus Briq. sp. nov.; planta basi frutescens, inferne ramosissima,
ramis viridibus, undique tenuiter pubescentibus; foliis ovato - oblongis,
apice acutis velobtusiusculis, basi in petiolum extenuatis, utrinque viridibus
glabrescentibus, nervatione simpliei parum evidente, marginibus regula-
riter erenato-dentatis; spicastro elongato, vertieillastris remotiuseulis, brac-
teis mox deciduis; calice tubuloso Æ colorato, labro ovato, dentibus latera-
J, Briquet, Labiatae africanae, T. 175
libus infimisque setaceis, fructifero valde aucto deflexo, labro decurrente,
dentibus infimis rigidis subspinescentibus; corolla tubo angusto longe
exserto, labri lobis rotundatis subintegris, labiolo labro aliq. longiore; ge-
nitalibus in labiolo corollino declinatis, vix subexsertis.
Ghasalquellengebiet, am Mabafluss im Lande der Niamniam
(Scuweisrurtn n. 3818 — 94. Mai 4870).
Folia 2—2,5 cm longa et 1—1,5 cm lata. Spicastrum ad 18 em longum. Pedicelli
nutantes breviter et dense pubescentes 2—3 mm longi. Calix sub anthesi 2,5—2,8 mm
longus, fructifer 5—6 mm longus, labro 1,5—2 mm longo, labioli dentibus lateralibus
e basi triangulari acuminatis 4 mm longis, infimis elongatis 2,5 mm longis. Corolla
rosea (teste ScnwkiNrFURTH) calicis os 6—7 mm excedens, labro 4 mm longo, labiolo
1,8 mm longo. — Praecedenti affinis, sed calice statim dignoscendus.
0. retinervis Brig. sp. nov.; planta elata, ramosa, ramis crispule
ferrugineo-pilosis; foliis ovato-oblongis, apice obtusis vel subacutis, basi
extenuatis, subsessilibus, supra viridibus, pilis minimis scabridulis, sub-
tus pilis ramosis minutis scabridulis, coriaceis, nervatione reticulata subtus
prominula, rete valde intricatum constituente, paginam superiorem autem
non fodiente, marginibus haud profunde et sat regulariter crenalis vel cre-
nato-dentatis; spicastrum elongatum, verticillastris remotis multilloris,
bracteis deciduis; calice sub anthesi tubuloso, labro ovato, dentibus latera-
libus infimisque setaceis, fructifero valde aucto labro vix decurrente papy-
raceo; corolla tubo exserto, fauce aliq. dilatata, lobis subaequalibus rotun-
datis, inferiore concaviusculo ` genitalibus inclusis.
Oberes Kongogebiet: Cissacala im Quangolande (Mecnow n. 553
— Jan. 1881).
Folia 4,5—2,5 em longa et 4,2—1,5 em lata, petiolulo ad 3 mm longo. Spicastrum
ad 12 cm longum. Pedicelli + incurvi dense patule pubescentes ad 4 mm longi. Calix
sub anthesi ad 4 mm longus, labro 4,5 mm longo, dentibus infimis 1,5 mm longis, fruc-
lifer circa 5 mm longus tubo viridi prominule nervato, labro albo papyraceo 2—3 mm
longo, dentibus e basi triangulari albo-papyraceis, lateralibus 4,5 mm longis, infimis ad
3 mm longis. Corolla calicis os ad 4 mm excedens, labro labioloque circa 2 mm longis.
Foliorum florumque structura ab omnibus Orthosiphonis speciebus notis aliena.
0. scabridus Brig. sp. nov.; herba (ut videtur) elata, ramis viridibus
undique pilis patulis aliq. erispulis obtectis foliis late-ovatis, apice obtusis,
basi rotundatis vel subcordatis, subsessilibus utrinque viridibus, seabrido-
hispidulis, nervatione simpliei parum evidente, marginibus exceptis, qui
aliq. bullati, crenaturis regularibus et sat profundis praeditis; spicastro
elongato, verticillastris distantibus, braeteis lanceolatis diutius persisten-
tibus; calice sub anthesi tubuloso dente postico ovato decurrente, dentibus
lateralibus infimisque lanceolato-subulatis, fructifero aucto labro labiolique
dentibus papyraceis; corolla tubo parum exserto intus piloso, labro trilobo,
lobis rotundatis, labiolo labro longiore concaviuseulo, marginibus subinte-
eris; genitalibus inclusis, stylo apice pulchre clavato-incrassato.
Angola, Malandsche (Mecnow n. 442, Jan. 1880).
176 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Internodia media 4—7 cm longa. Folia 3,5—5 cm longa et 2,5—3,5 cm lata, petio-
lulo ad 4 mm longo. Spicastrum ad 12 cm longum. Bracteae 5—10 mm longae. Pedicelli
maturi ad 5 mm longi undique pilosi. Calix sub anthesi 5 mm longus, tubo striato
viridi piloso 3 mm longo, labro 2,5 mm longo, labioli dentibus lateralibus 1,5 mm
longis, infimis 2 mm longis, maturitate auctus ad 8 mm longus. Corolla (ut videtur
alba) calicis os 5 mm excedens, labri lobo postico 4,5 mm longo, lateralibus 4 mm
longis, labiolo 4,8—2 mm longo.
Calicis corollaeque indole praecedenti affinis sed foliorum forma ab omnibus
Orthosiphonis speciebus distinctus.
0. menthaefolius Briq. sp. nov.; planta caulis ima basi suffruti-
cosa, ramis pilis crispulo-patulis = ferrugineo-brunneis; foliis oblongis
apice obtusiusculis vel subacutis, basi integre in petiolum brevem exte-
nuatis, utrinque viridibus, parce hispidulo-pilosis, nervatione simplici haud
prominula sed nervorum anastomosibus in parenchymate pulchre deline-
alis, marginibus grosse erenato-seratis; spicastro elongato, verticillastris
remotiusculis, bracteis + deciduis; calice sub anthesi campanulato-tubo-
loso, labro ovato decurrente, labioli dentibus lanceolato-subulatis, fructi-
fero aucto labro labioloque albo-membranaceis; corolla tubo parum exserto,
intus pilosiusculo, labri lobis subaequalibus rotundatis, labiolo concavius-
culo, marginibus subintegris; genitalibus inclusis, stylo apice pulchre clavato.
Angola (Wrrwirscu n. 5475).
Internodia media 4—2,5 mm longa. Folia 2—3,5 cm longa el 1—2 cin lata. Spi-
castrum circa 8 em longum. Pedicelli fructiferi nutantes ad 4 mm longi undique bre-
viter pilosi. Calix sub anthesi 5 mm longus, tubo viridi parum prominule nervato
undique pilosiusculo, labro 2,5 mm longo, labioli dentibus lateralibus 4,5 mm longis,
infimis 2 mm longis, fructifer 7 mm longus labro labioloque pulchre albo-papyraceis ;
corolla calicis os 4 mm excedens, labri lobis 0,8 mm longis, labiolo 4,5 mm longo.
O. scabrido affinis, sed foliis distinctissimus.
0. adornatus Briq. sp. nov.; planta caulis ima basi suffruticosa
lignosaque, ramis viridibus vel rubescentibus, pubescentia tenui saepius
einerascentibus; foliis rotundatis, oblongis vel oblongo-lanceolatis, superi-
oribus subsessilibus, inferioribus =Æ petiolatis, supra viridibus, pubescen-
tibus, subtus pallide virentibus vel cinerascentibus magis pubescentibus,
nervatione simplici parum evidente, marginibus denticulatis vel crenulatis ;
spieastro mediocri verticillastris inferioribus longius remotis, bracteis de-
eiduis, apiealibus exceptis, quae comam pulcherrimam roseam vel viola-
ceam constituunt; calice sub. anthesi tubuloso, fructifero tubuloso-campa-
nulato, ampliato, saepe colorato, fauce intus villosa, labro late ovato
decurrente, labioli dentibus subulato-linearibus; corolla speciosa tubo
exserto, labri lobis ovatis, labiolo concavo labro longiore; genitalibus
pulchre exsertis.
Species polymorpha cujus hic formae sequentes enumerari possunt.
var. angolensis Briq. var. nov.; foliis anguste oblongis vel ob-
longo-lanceolatis; apice acutis, basi attenuatis, inferioribus distincte petio-
latis, marginibus distincte denticulatis, 2—3,5 em longis et 0,8—1,5 em
latis. Pedicelli pubescentes ad 2 mm longi. Calix sub anthesi campanulatus
J. Briquet, Labiatae africanae, I. 177
8 mm longus, undique atro-violaceus, labro 2 mm longo, labioli dentibus
lateralibus 2 mm longis, infimis 2,5 mm longis, fructifero aucto valde
ampliato-campanulato; corolla calicis os ad 4 cm excedens labro 0,4—
0,5 mm longo, lobis 4 mm altis, labiolo elongato ad 5 mm longo. — Variat
caeterum comae bracteis apice acuminatis vel rotundatis.
Angola (Wrrwirscn n. 5519 et 5520).
var. oblongifolius Briq. var. nov.; minor, internodiis breviori-
bus, foliis oblongis, distinctius crenatis, apice obtusioribus, 2,5—4 cm
longis et 1,5—2 cm latis; spicastro magis eongesto; calice subtus minus
colorato; corolla calicis os 8 mm excedente, tubo abbreviato. Caetera
praecedentis.
Oberes Kongogebiet: Lutete Savane (Buchner n. 570 — 6. Juli
1881). |
var. chlorochrous Briq. var. nov.; foliis oblongis, repande sed
abunde crenato-dentieulatis, apice subobtusis 3—4 cm longis et 4,8—1,8
em latis, spieastri verticillastris inferioribus remotis; calice sub anthesi
labro dorsoque tantum violaceo, quam in caeteris formis angustius tubu-
loso; corolla tubo exserto calicis os A cm excedens, labri lobis lon-
gioribus.
Angola: zwischen Sanza und Malandsche (Posee n. 349 — Oct. 1876).
var. rotundifolius Briq. var. nov. — Foliis rotundato-ovatis, apice
obtusis vel rotundatis, minute mucronulatis, basi rotundato-extenuatis vel
subeordiformibus, marginibus crenato-denticulatis, 2,5—3 cm longis et
2—9,5 cm latis; spieastri verticillastris inferioribus remotis; calice var.
oblongifoliae; corollae longitudine aliq. variabili tubo nunc pulchre exserto
nunc magis abbreviato.
Angola: Malandsche (Mecnow n. 166 — Juli—Aug. 1879).
0. villosus Brig. sp. nov.; caulis ima basi suffruticosus, ramis erectis
e basi pluribus, undique pilis crebris erispulis ramosis villoso-rufescentibus ;
foliis sessilibus vel subsessilibus, apice obtusis obtuso-rotundatis, basi
rotundatis, supra atro-viridibus hispidulis, subtus pallidioribus adpresse
rufescenti-villosis, nervatione simpliei haud evidente, marginibus apicem
versus minute crenato-dentieulatis; spicastro elongato, verticillastris sat
approximatis, bracteis lanceolatis + deciduis; calice longe pedicellato
sub anthesi tubuloso vel tubuloso-campanulato, colorato, labro ovato, labioli
dentibus infimis subulato-setaceis; corolla tubo exserto, labri lobis rotun-
datis, labiolo labro sublongiore, concaviuseulo, marginibus integriusculis ;
genitalibus inclusis.
Angola (Wrrwirscu n. 5472).
Folia 2,5—3 cm longa et 4,5—2 cm lata. Spicastrum ad 8 cm longum. Bracteae
0,4—0,8 mm longae. Pedicelli ad 5 mm longi, rectiusculi undique patenter pilosi.
Calix pubescens sub anthesi 5 mm longus, labro 4,5 mm longo, labioli dentibus late-
ralibus 4 mm longis, infimis 2 mm longis, fructifero aucto. Corolla calicis os 0,5—
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd, 12
178 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
0,6 mm excedens, labri lobo postico emarginato 4,5 mm longo, lateralibus 4 mm longis,
labiolo 2 mm longo et ultra.
Species indumento et foliorum forma insignis, a formis rotundifoliis speciei prae-
cedentis caeterum absentia bractearum apicalium longe distans.
0. violaceus Briq. sp. nov.; planta reducta, caulis ima basi subfruti-
cosus lignosus, ramis violaceo- rubentibus pilositate crispula parce ornatis;
foliis subsessilibus vel breviter petiolatis, ovato-oblongis, apice obtusis,
basi rotundato-extenuatis, utrinque viridibus, glabrescentibus, nervatione
simpliei, rubescente, nervis secundariis tamen sub marginibus prominule
anastomosantibus, marginibus regulariter et abunde crenato - dentatis;
spicastro brevi, verticillastris congestis; calice defracto, late campanulato,
omnino purpureo-violaceo, subsessili, basi rufo-villosiuseulo, labro late
ovato, labioli dentibus setaceis; corolla late turbinato-campanulata, tubo
vix exserto, labri lobis labioloque rotundatis brevibus; genitalibus sub-
inclusis vel inclusis.
Angola (Weıwirsca n. 5473).
Folia 2,5—3,5 cm longa et 4,2—2 cm lata, petiolulo evoluto ad 5 mm longo. Spi-
castrum 2,5 cm longum. Calix sub anthesi 6 mm longus, labro 2,5 mm longo et 3,5 mm
lato, labioli dentibus lateralibus 4 mm longis, infimis ad 2 mm longis, Corolla calicis
os 2—3 mm excedens, fauce 3—4 mm lata, labiis brevibus.
Species calicibus defractis in spicastro condensato insignis, etiam cum genere
Ocimo ulterius comparanda, cum flores juvenales solos viderimus, stylique juvenales
florum proterandricorum Ocimi difficillime tantum a stylis apice integris Orthosiphonis
distingui possint.
Englerastrum Briq. gen. nov.
Calix sub anthesi globoso-campanulatus, quinquedentatus, dentibus
subaequalibus, fructifer vix auctus leviter declinatus. Corolla tubo exserto
basi haud gibbo recto, fauce sensim ampliata, limbo bilabiato, labro ab-
breviato quadrilobo, labiolo elongato concavo genitalia involvente. Stamina
quatuor declinata. Filamenta edentula basi in vaginam postice apertam
connexa. Antherae omnes fertiles loculis in unum confluentibus, polline
emisso + orbiculatae. Stylus liber in vaginam staminalem declinatus,
apice sat profunde aequaliter bifidus. Nuculae oblongo-globosae, laeves.
— Herba tenuis ramosissima. Verticillastri 1—2flori distantes in spicastra
axillaria dorsiventraliter disposita longe pedunculata dispositi, foliis flora-
libus parvis. — Species unica adhuc nota in Africa centrali lecta.
E. Schweinfurthii Briq. sp. nov.; herba flaccida, decumbens, de-
bilis, saepe flexuosa, ramis gracilibus elongatis, undique patenter et tenuiter
pilosis; foliis ovato-oblongis, apice obtusis, basi breviter in petiolum
brevem extenuatis, utrinque sparse pilosis, membranaceis, marginibus
regulariter sed superficialiter crenatis vel suberenatis, nervatione simplici
haud evidente; spicastra axillaria, lateralia, dorsiventraliter disposita,
verticillastris Æ distantibus 4—2floris, longe pedunculata; calice sub
anthesi globoso-campanulato patenter pilosiusculo, dentibus triangularibus
J, Briquet, Labiatae africanae. I. 179
subaequalibus; corollae tubo exserto recto elongato, fauce sensim ampliata,
labro breviter quadrilobo, lobis rotundiusculis, labiolo sinu profundo a
labro separato, elongato, concavo; genitalibus in corollae labiolo inclusis
vel brevissime exsertis.
Ghasalquellengebiet, Addai im Lande der Bongo (ScuwrivrunTH
n. 2539 — 19. Oct. 1869).
Folia 2,5—3 cm longa, 4,5—2,5 cm lata, petiolo brevi ad 3 mm longo praedita.
Spicastra 4—3 cm longa, pedunculo nudo 4,5—3 cm longo. Bracteae minutae. Pedicelli
glabrescentes ad 2,5 mm longi. Calix sub anthesi 4,5 mm longus, dentibus aequalibus
0,5 mm longis, post anthesin 2—2,5 mm longus, dentibus subaequalibus 0,7—0,8 mm,
longis; nervi calicini 40, quorum quinque primarii dentes usque ad apicem per-
currunt, dum quinque secundarii sinus interdentales petunt; anastomoses transversales
nervatioque peculiaris in dente superiore nullae. Corolla calicis os 4 mm excedens,
tubo 4,5 mm longo, labri lobis 0,4 mm longis, labiolo 2,5 mm longo. Vagina staminalis
0,5 mm longa. Styli rami 0,4 mm longi. Nuculae superficie 0,6>< 0,5 mm.
Englerastrum differt a Plectrantho staminum filamentis basi in vaginam apertam
connatis, a Solenostemone calice subaequaliter quinquedentato, a Coleo vagina staminali
postice aperta et calice aequaliter vel subaequaliter quinquedentato; ab omnibus differt
primo adspectu habitu peculiari, qui Basilicum in mentem revocat, sed in nullo genere
vicino inflorescentia valde elegans hujus plantae efficitur. — Genus novum pulcherri-
mum in honorem clarissimi et doctissimi magistri ENGLER, horti museique berolinensis
benevoli directoris, dicavimus.
Erklärung der Figuren auf Tafel III.
A. Englerastrum Schweinfurthü Brig. 4. ganze Pflanze, 2. Laubblatt mit einem
Blütenzweig, 3. Knospe, 4. Kelch, 5. derselbe aufgerollt, 6. Oberlippe und Andröceum,
7. Klause.
Plectranthus L’Herit., Stirp. I. p. 85.
P. herbaceus Briq. sp. nov.; herba annua(?), caule erecto, minu-
tissime pubescente, viridi; foliis ovato-oblongis, apice acutis, basi ex-
tenuatis, caulinaribus petiolatis, superioribus =Æ sessilibus, tenuibus,
membranaceis, ad nervos tantum parce pilosis, caeterum glabris, utrinque
viridibus, nervatione simplici haud evidente, marginibus crenatis; ver-
tieillastris laxis in racemos ramosos dispositis, pedunculis elongatis glan-
duloso-pubescentibus, pedicellis laeviusculis Æ+ abbreviatis; calice globoso-
campanulato, labro ovato nervoso parum decurrente, labioli dentibus
acuminatis, fruetifero valde aucto atre glanduloso-punctato; corolla calice
triplo majore, atre glanduloso-punctata, tubo ineurvo, labri lobis brevibus
rotundatis, labiolo eymbiformi defracto quam labrum multo magis evoluto;
genitalibus in labiolo declinatis; nuculis laevibus caesio-atris.
Angola (Wrrwirscn n. 5506).
Planta 30—40 cm alta. Folia 4,5—6 cm longa et 2—3,5 cm lata, petiolo ad 4 cm
longo praedita. Racemus 7—8 cm longus, pedunculis inferioribus = patentibus
2—3 cm longis, pedicellis curvatis 1—3 mm longis. Bracteae deciduae., Calix sub
anthesi minutus 4,8 mm longus, tubo pubescente 4,3 mm longo, labro labiolique dentibus
0,5 mm longis, fructifer auctus 3,5 mm longus, labro 1,5 mm longo, labioli dentibus
12*
180 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
lateralibus 4 mm longis, infimis 2 mm longis, Corolla calicis os 0,4 mm excedens, labri
lobis 0,6 mm longis, labiolo 2,5—3 mm longo.
Sectioni Coleoidi Benth. pertinet, ad gregem specierum racemorum verticillastris
evolutis in quo positionem propriam caule herbaceo ut et foliorum forma et indumento
nuncupat.
P. laxiflorus Benth. var. stenodontus Briq. var. nov.; a typo
differt dentibus calicis inferioribus setaceis valde elongatis.
Angola, Pungo Andongo (Mecnow n. 140 — Jan.—April 1879).
var. genuinus Briq. var. nov.; calicibus maturis multo minus ro-
bustis, dentibus infimis minus elongatis haud subspinescentibus.
Angola (Wzrwirscn n. 5545).
P. miserabilis Briq. sp. nov.; herba basi repens, tuberculifera, ramis
erectis, virentibus, glabrescentibus; foliis oblongo-ovatis, apice acutis vel
subacutis, basi cuneiformiter in petiolum extenuatis, utrinque virentibus
et glabrescentibus; marginibus Æ regulariter sed parum profunde cre-
nato-dentatis, nervatione simplici parum prominula; spicastris elongatis,
verticillastris inferioribus distantibus, bracteis caducis; calice sub anthesi
1,5 mm longo, dente supremo ovato, inferioribus quatuor acutis, post
anthesin valde auctus labro ovato longe decurrente, labioli dentibus late-
ralibus ovato-acuminatis, infimis setaceis; corollae tubo exserto tenui incurvo,
labro breviter quadrilobo, labiolo declinato concavo; genitalibus in corollae
labiolo inelusis, valde proterandricis.
Oberes Kongogebiet, Mukenge (Poser n. 1022).
E schedulis Poggeanis patet caules primo 4—4,5' supra terram repere, dein as-
cendere et altitudinem 2’ attingere. Radix primaria ex PoacE prodit 45—90 tuberculos
atro-rubentes 2—3” longos et pollicem crassos edules gustum Solani tuberosi revo-
cantes. Folia 3 cm longa, 2—2,5 cm lata, petiolo ad 1,5 cm longo praedita, Pedicelli
pubescentes sub anthesi 4,5 mm longi. Calix sub anthesi saepe violaceus, 4,5 mm
longus, dente supremo anticos triangulares longe superante; post anthesin 5 mm longus
labro 2 mm longo, dentibus inferioribus longe superato, dentibus lateralibus et infimis
basi in labiolum 4 mm longum connatis. Corolla calicis os 2—3 mm excedens, labri
lobis infra 4 mm longis, labiolo 1,5—2 mm longo.
Ad sect. Coleoidem Benth. pertinet, quamvis calix omnino Orthosiphonis sit, Cave
ne stylum florum proterandricorum primo clausum et serius tantum apertum pro stylo
semper clavato Orthosiphonis sumas!
Solenostemon Schum. et Thonn.
S. bullatus Briq. sp. nov.; caule parce erispule pilosulo; foliis ovatis,
apice acuminatis, basi rotundatis vel brevissime in petiolum extenuatis,
supra viridibus pilosulis, subtus pallidioribus magis pubescentibus, nerva-
tione reticulata, rete laxum efficiente subtus prominula paginasque prae-
cipue inferiorem bullante, marginibus crenato-serratis; spicastro elon-
gato, verticillastris remotiusculis laxis, pedicellis elongatis, pedunculo sub-
nullo, bracteis deciduis; calice sub anthesi parvo campanulato, labro lobis
caeteris multo longiore colorato, tubo piloso, fructifero aucto, labro late
J, Briquet, Labiatae africanae, I. 181
ovato aliq. decurrente, lobis lateralibus minoribus truncatulis apice ob-
tusiusculis, labiolo lato membranaceo, apice bidentato; corolla longe ex-
serta, tubo ineurvo defraetoque, labro minute trilobo, labiolo sinu profundo
tubique contractione a labro separato elongato; genitalibus in labiolo
corollino declinatis, vagina staminali quam in sp. praecedente longiore
postice aperta, styli lobis minutis.
Oberes Kongogebiet, am Lulua-Fluss 9'/,° südl. Br. (Poser n. 356
— Mai 1876).
Folia 3—5 cm longa et 2—3 cm lata, petiolo 1,5—3,5 cm longo praedita. Spicastrum
ad 14 em longum. Pedicelli maturitate ultra 4 cm longi. Calix sub anthesi 3 mm longus,
labro 4,5 mm longo, lobis caeteris 0,8 mm longis, fructifer ad 6 mm longus, labro 3 mm
longo, lobis lateralibus 4,5—2 mm longis, labiolo 2,5 mm longo, dentibus triangulari-
acuminatis duobus finito sinu 0,5 mm profundo separatis. Corolla calicis os 4,3 cm ex-
cedens, labro 1—1,5 mm alto, labiolo 5—6 mm longo.
Species insignis praeter foliorum formam a S. africano differt labiolo calicino biden-
tato. In S. africano caeterum labiolum calicinum non constanter integrum dici potest ut
exstat in descriptionibus TuowwiNen et BENTHAMII, sed saepius minutissime denticulata.
Species nostra ita calice magis ad Coleos dentibus calicis infimis alte connatis accedit, sed
in flore imperfecto unico disseclo, vagina staminalis quamvis elongata ut in Coleis, nobis
postice aperta visa est.
Coleus Lour., Fl. Cochinch. p.
C. Schweinfurthii Briq. sp. nov.; herba elata, ramosa, ramis
viridibus glabrescentibus; foliis oblongo-lanceolatis, apice longe acutis,
basi in petiolum elongatum extenuatis, membranaceis, utrinque viridibus
et glabrescentibus, nervatione simpliei haud evidente, marginibus aperte
+ regulariter dentatis; spicastro elongato, verticillastris multifloris florum
pedicellis non loco unico insertis, crebris, axis apice et basi remotis, parte
media magis confertis; calice campanulato, sub anthesi parvo, fructifero
aucto deflexo, labro ovato decurrente, labioli lobis lateralibus rotundo-
truncatis, dentibus infimis acuminato - setaceis basi ad medium connatis;
corolla tubo defracto tenui, labri lobis parvis rotundatis pilosis, labiolo
cymbiformi marginibus integris; genitalibus in labiolo declinatis; nuculis
parvis, oblongis, atris, nitidis.
Ghasalquellengebiet, im Lande der Bongo (ScuwxivrunrE n. 2490
— 12. October 1869).
Planta ad 50 cm alta. Folia 6—8 cm longa et 2,5—4 cm lata. Spicastrum ad 25 cm
longum. Bracteae deciduae. Pedunculi in spicastri parte media ultra 5 mm longi, pedi-
cellis 3 mm longis. Calix sub anthesi 4,5 mm longus, labro 0,8—1!mm longo, labioli dentibus
0,3 mm longis, fructiferus 4 mm longus, labro 2 mm longo, labioli lobis lateralibus 4,2 mm
longis et 0,8 mm latis, dentibus infimis 2,5 mm longis. Corolla calicis os 8 mm excedens,
tubo supra gibbo, labri lobis 0,5 mm longis, labiolo sinu lato rotundato et contractione
tubi a labro separato 4—5 mm longo.
Affinis C. latifolio Hochst. qui evidenter differt foliis late ovatis basi rotundatis vel
cordatis, crenaturis rotundatis praeditis, internodiis infraspicastralibus confertis.
C. viridis Brig. sp. nov.; herba elata, ramis viridibus glabres-
centibus; foliis late ovatis, apice acutis vel breviter acuminatis, basi truncatis
182 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
vel subeordiformibus, utrinque viridibus glabris, nervatione subsimpliei
parum prominula, marginibus irregulariter erenato-dentatis, petiolo elongato
insidentibus; racemo elongato, verticillastrorum cymis evolutis multifloris;
calice sub anthesi minuto, fructifero aucto punctato, labro ovato, labioli
lobis lateralibus truncatulis apice minute mueronulatis, dentibus infimis
acuminatis ultra medium coalitis; corolla tubo defracto supra gibbo, labri
lobis minutis, labiolo elongato cymbiformi; genitalibus in labiolo corollino
deelinatis, inclusis vel subexsertis; nuculis parvis, laevibus, luteolis.
Oberes Kongogebiet: Mussumba des Muata Jamwo, 8/5? südl. Br.
(Posse n. 365 — Jan. 1876).
Folia 3,5—5 mm longa et 2,5—3,5 cm lata, petiolo 3—5 cm longo insidentibus,
Racemus ad 20 cm longus. Bracteae deciduae. Cymarum pedunculi inferiores ad 3 cm
longi, pedicellis tenuibus ad 5 mm longis. Calices sub anthesi 0,8 mm longi, tubo 0,5 mm
longo, dentibus divergentibus 0,3 mm longis, fructifer 3—4 mm longus, labro 4,5 mm
longo, labioli lobis lateralibus 4 mm longis, dentibus infimis 2 mm longis. Corolla calicis
os 6 mm excedens, labro vix 4 mm longo, labiolo sinu rotundato et contractione tubi a
labro separato 2—3,5 mm longo.
Ad sectionem Solenostemonoidem Vatke pertinens et C. latifolio et affini vicinus
a quibus racemorum dispositione et lobis labioli calicini lateralibus facile distinguitur.
C. Poggeanus Briq. sp. nov.; herba (ut videtur) elata, ramis viridibus
parce pilosis ; foliis late ovatis, apice acutis, basi rotundato-truncatis, petiolo
valde elongato praeditis, utrinque viridibus, subglabris, nervatione sub-
simpliei ad laminae basin aliq. retieulescente prominulaque, marginibus
regulariter crenatis; spicastro vel potius racemo elongato, verticillastrorum
cymis congestis, pedunculo communi brevi, bracteis lanceolatis + per-
sistentibus; calice sub anthesi minuto, post anthesin aucto punctato, labro
ovato, breviter decurrente, labioli lobis lateralibus truncatulis, dentibus
infimis ultra medium connatis acuminatis ; corolla tubo defracto brevi, labri
lobis minutis rotundatis, labiolo sinu profundo tubique contractione a labro
separato cymbiformi; genitalibus in labiolo corollino defractis; nuculis minutis
laevibus luteolis.
Oberes Kongogebiet, Mussumba des Muata Jamwo, 81/,° südl. Br.
(Posge n. 364 — Jan. 1876).
Folia circa 3 cm longa et 2,5 cm lata, petiolo 3—4 cm longo. Racemus ad 45 cm
longus, verticillastris inferioribus remotis. Cymarum inferiorum pedunculi ad 5 mm
longi, pedicellis 2—4 mm longi. Calices sub anthesi 4,5 mm longi, fructiferi defracti
3 mm longi, labro 4,5 mm longo, labioli lobis lateralibus 4 mm longis, dentibus infimis
1,5 mm longis. Corolla calicis os 4 mm excedens, labro 0,8 mm longo, labiolo
3 mm longo.
Praecedenti arcte affinis a quo praecipue differt verticillastrorum cymis contractis,
floribus minoribus et foliorum crenaturis rotundatis.
C. membranaceus Brig. sp. nov.; herba tenera, gracilis, ramis
pube brevissime cinereis; foliis magnis ovato-oblongis, apice acuminatis,
basi sensim in petiolum longum decurrentibus, ad nervos puberulis, caete-
rum glabris, utrinque viridibus, valde membranaceis, tenuissimis, nerva-
tione simplici haud prominula, marginibus regulariter erenatis; racemis
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 183
elongatis, vertieillastrorum cymis evolutis, bracteis deciduis; calice sub
anthesi minuto, + punctato, labro ovato, labioli dentibus omnibus acumina-
tis vel setaceis, infimis lateralibus longioribus; fructifero certe aucto sed in
spec. nostris deficiente; corolla elegantissima, tubo incurvo -defracto, basi
infra saccatulo, labro trilobo, lobis lateralibus rotundatis, medio latiore
emarginato, labiolo sinu profundo et contractione tubi a labro separato,
profundissime eymbiformi subrostrato; genitalibus in labiolo corollino de-
clinatis, vagina staminali alta.
Oberes Kongogebiet, Cissacala im Quango-Lande (Mecnow n. 554 —
florens Jan. 1881).
Planta 60 cm alta (ex cl. MecHow). Folia 42 cm longa et 6 cm lata, petiolo alato
4—6 cm longo. Racemus ad 45 cm longus, verticillastrorum remotorum pedunculis in-
ferioribus ultra 4 cm longis, pedicellis 2—3 mm longis. Calix sub anthesi campanulatus,
4,8 mm longus, labro anguste ovato 0,5 mm longo, labioli dentibus lateralibus 0,6 mm
longis, infimis 0,8 mm longis. Corolla calicis os ad 1! cm excedens, labro 3 mm longo,
lobis lateralibus 0,3 mm longis, medio 0,4 mm longo, labiolo 5—7 mm longo et 4—5 mm
profundo. Vagina staminalis 4 mm longa, filamenta 4 mm longa; antherae minutae in
sicco caerulescentes.
Pertinet ad sect. Solenostemonoidem Vatke $ Paniculati ; ab omnibus speciebus hujus
gregis structura tota abunde diversus.
C. Mechowianus Briq. sp. nov.; planta elata, ramis viridibus vel
rubescentibus, pilis tenuibus ramosis deciduis praeditis, ad nodos quidem
fere lanatellis; foliis late ovatis, apice obtusis, basi truncatulis, supra et
subtus atro-punctatis viridibus glabrisque, petiolo longo nervisque exceptis,
qui adpresse pubescentes, nervatione simplici vix evidente, marginibus
dentatis; racemo mediocri, verticillastrorum cymis evolutis, pedunculis
tenuibus sat contractis, bracteis mox deciduis; calice sub anthesi minuto
punetato, labro ovato-lanceolato, labioli dentibus brevibus triangularibus,
post anthesin aucto; corolla coerulea elegante, tubo incurvo defracto basi
infra gibbosulo, labro minute trilobo, labiolo sinu profundo tubique con-
tractione a labro separato, eymbiformi, profundo, apice subrostrato; geni-
talibus in labiolo declinatis saepius inclusis, vagina staminali elongata.
Angola, Pungo Andongo (Mecuow n. 423 — Jan.—April 4879).
Internodia caulinaria elongata, Folia 4 cm longa et 3 cm lata, petiolo 2—4,5 cm
longo. Racemus ad 6 cm longus, verticillastris + remotis, pedunculis inferioribus ad
8 mm longis, pedicellis ad 3 mm longis. Calix sub anthesi 4,5 mm longus, labro 0,5 mm
longo, labioli dentibus 0,3 mm longis, fructifer imperfecte notus. Corolla calicis os
circa 4 em excedens, labri lobis 0,5—0,8 mm longis, labiolo 5 mm longo et 3 mm
profundo.
Praecedenti affinis a quo caulium indumento, structura et textura foliorum statim
dignoscitur.
C. mirabilis Briq. sp. nov.; frutex ut videtur elatus, ramis cinereo-
tomentellis robustis, erectis; foliis lanceolatis, apice acutis, basi in petiolum
extenuatis, supra viridibus, brevissime pubescentibus, subtus albo-tomen-
tosis, nervatione simplici, sed anastomosibus rete minutum densissi-
mum parum evidens constituentibus, marginibus = regulariter erenato-
184 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
dentatis dentatisve, in superioribus subintegris; racemis elongatis magnis,
verticillastris approximatis, cymis evolutis sed praeter pedunculum axibus
contractis, bracteis chartaceis ovatis, apice acuminatis ante anthesin stro-
bilum Anisochilorum more constitutum efficientibus; calice violaceo, dente
postremo elongato lanceolato, lateralibus ovato-lanceolatis brevibus, fructi-
fero valde aucto; corolla atro-coerulea maxima, longe exserta, tubo defracto,
fauce inflata, labro minute quadridentato, labiolo magno cymbiformi sinu
lato profundoque et tubi eontractione a labro separato; genitalibus breviter
exsertis vel = inclusis.
Species pulcherrima, sectioni Solenostemonoidi Valke pertinens et florum magnitu-
dine ab omnibus adhuc notis primo adspectu notanda nobis sub formis sequentibus patet,
var. Mechowianus Briq. var. nov.; folia desunt. Calix sub
anthesi 7 mm longus, tubo 2—2,5 mm longo, labro elongato acuto angusto
5,9 mm longo, dentibus lateralibus infimisque e basi ovato-acuminatis in
labiolum 3 mm longum basi connatis, fructifer ad 1,3 em longus, dentibus
omnibus lanceolato-subulatis. Corolla calicis os ad 1,5 em excedens,
labro piloso 2—3 mm longo, labiolo 8 mm longo.
Angola, am Lumsunejabach, zwischen Malandsche und dem Quango-
flusse (MEcuow, sine numero — Juni 4880).
var. Poggeanus Briq. var. nov.; folia quam in formis caeteris breviora
4—5 em longa et 2,5 cm lata, marginibus minute erenato-dentatis. Calix
sub anthesi ultra 5 mm longus, labro elongato acuto, apice breviter acumi-
nato, caeteris vix longior, 2—3 mm altus, dentibus infimis in labiolum basi
parum connatis, apice breviter acuminatis 4,5—2 mm altis, fructifer 6 mm
longus dentibus ovato-lanceolatis; caetera praecedentis.
Oberes Kongogebiet, am Luluafluss, 9*/5? s. Br. (Poser n. 350
— Mai 1876).
var. hypisodontus Briq. var. nov.; folia elongata, 6—7 cm longa
et 2—3 cm lata, marginibus integriusculis vel parce et irregulariter dentatis.
Calix sub anthesi 5—6 mm longus, labro lanceolato apice vix acuminato
3 mm longo, dentibus lateralibus infimisque forma labri, eo tantum sub-
breviore et basi in labiolum vix connatis, infimis inter se magis quam cum
lateralibus connexis, fructifer 7—8 mm longus. Caetera praecedentium.
Angola, Malandsche in Sümpfen (Mecnow n. 489 — März 1880).
var. Buchnerianus Briq. var. nov.; folia 5—7 em longa et
2—3 cm lata, petiolo 0,5—4 cm longo insidentia. Calix sub anthesi 3—4 mm
longus, labro a caeteris dentibus dissito ereetiusculo 2,5 mm longo apice
peraeuto, labioli dentibus basi inter aliq. connatis (peracutis apice sub-
acuminatis) 4,5 mm longis, fructifero 0,7—0,8 cm longo. Caetera praece-
dentium.
Angola, moorige Wiese unterhalb Moma, (71: Stunden nördlich von
Malandsche (Bucuxer n. 81, 82, 83, 84, 85 — April 1879).
J. Briquet, Labiatae africanae, T, l 185
C. nervosus Briq. sp. nov.; herba elata, ramis crebris ascendentibus
pilis adpressis + cinerascentibus vel pallide virentibus; foliis oblongis,
apice obtusiuseulis, basi in petiolum longum cinereum extenuatis, supremis
sub spicastro sitis sessilibus et basi cordatis vel rotundatis, utrinque viridi-
bus, supra brevissime sparse pilosulis, subtus praecipue ad nervos Æ pubes-
centibus, nervatione simplici, nervis lateralibus in foliis superioribus
reticulescentibus paginas, praecipue inferiorem, aliq. bullantibus, margine
regulariter crenato-dentatis; spicastro elongato, verticillastris inferne
remotiuseulis plurifloris, pedunculo subnullo, pedicellis brevibus, bracteis
deciduis; calice sub anthesi minuto, labro ovato, lobis lateralibus brevibus
rotundo-truncatulis, labioli dentibus infimis lanceolatis alte connatis, frueti-
fero aucto; corolla calicis os longe excedente, tubo incurvo defracto, labro
minuto trilobo, lobis rotundatis, labiolo elongato eymbiformi haud profundo;
genitalibus inclusis.
Oberes Kongogebiet, am Lomami (PocsE n. 1034 — 142. März
1882).
Folia 4—6 cm longa et 4,5—3 cm lata, petiolo 4—2,5 cm longo praedita. Spi-
castrum 5—10 cm longum. Pedicelli 0,5—2 mm longi. Calix sub anthesi 4,5 mm longus,
labro 0,8 mm longo, lobis lateralibus 0,5 mm longis, labioli lobis infimis 0,8 mm longis,
fructifer 3—4 mm longus, labro haud decurrente ad 2 mm longo, lobis lateralibus 4 mm
longis et 0,7 mm latis, dentibus infimis 2 mm longis. Corolla calicis os 5—6 mm
excedens, labri lobis 1 mm longis, labiolo 3 mm longo et 1,5 mm profundo.
Pertinet ad sect. Solenostemonoidem Vatke 8 Vulgares (Benth.), a cujus speciebus
foliorum forma florumque structura facile dignoscitur.
C. Welwitschii Briq. sp. nov.; ramis rubescentibus, minute et parce
pubescentibus; foliis subsessilibus, ovato-rotundatis, apice rotundis vel
apiculatis, basi rotundatis vel breviter extenuatis, supra adpresse pubes-
centibus viridibus, subtus tomentellis, nervatione reticulata, subtus non
valde prominula, tamen paginam superiorem fodiente, marginibus irregu-
lariter erenatis; racemo valde elongato, verticillastris = remotis, cymis
evolutis pedunculis sat contractis, bracteis deciduis, calice sub anthesi parvo,
labro ovato haud decurrente apice acuminato, lobis lateralibus brevioribus,
truncatis, labioli dentibus infimis setaceis alte connatis, Æ violaceo, fructi-
fero aucto; corolla tubo longe exserto incurvo, defraeto, labro erectiuseulo
wilobo, labiolo elongato sinu profundo sed sat angusto a labro separato;
genitalibus in labiolo eorollino Æ inclusis.
Angola (Wrrwirscu n. 5589); Pungo Andongo (Mrcnpow n. 75 — Jan.
bis April 1879).
Folia 2—4 em longa et 2—3 cm lata. Racemus ad 20 cm longus. Cymae ad 4,3 cm
longae, pedicellis 2—3 mm longis, Calix sub anthesi 4,5 mm longus, labro 0,6 mm longo,
lobis lateralibus dentibusque infimis 0,5 mm longis, fructifer deflexus 5 mm longus, tubo
2 mm longo, labro 2 mm longo, lobis lateralibus 4 mm longis et 0,8 mm latis, dentibus
infimis 3 mm longis, 2 mm connatis. Corolla calicis os 0,9 cm excedens, labro 4,5 mm
longo, labiolo 0,7 mm longo et tantum 4,5 mm profundo.
Species inter $ Vulgares sect. Solenostemonoidis Vatke foliorum forma insignis.
186 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Neomüllera Briq. gen. nov.
Calix per anthesin campanulatus, dentatus, dente supremo longiore
angusto, inferioribus acutis brevibus, fructifer auctus, dentibus inferioribus
supremo incumbentibus, ore clauso contracto, capsuliformis, basi irregu-
lariter cireumscissus, ita nuculis exitum praebens. Corolla tubo exserto
extra calicem incurvo defracto. Limbo bilabiato, labro minute quadri-
dentato, labiolo integro elongato concavo pulchre cymbiformi. Stamina
quatuor, filamentis exitu e tubo corollino in vaginam longam stylum am-
plectentem connexa, apicem versus liberis, antherarum loculis confluentibus,
orbieulatim expansis. Stylus apice bifidus, lobis subulatis. Discus hypo-
gynus antice in glandulam parvam tumens. Nuculae ovoideae laeves. —
Herba elegans, ramosa. Verticillastri evolutissimi axibus omnibus elongatis
racemum floribundum constituentes, foliis floralibus caducis. — Species
unica angolensis.
N. Welwitschii Briq. sp. nov.; herba elata caule glabrescente; foliis
ovato- cordatis, apice acuminatis, basi cordiformibus petiolo praeditis,
utrinque viridibus glabrescentibus, ad nervos tantum pilosulis, nervatione
simplici haud evidente, marginibus robuste et irregulariter crenato-serratis;
verticillastris remotiusculis, pedunculis pedicellisque longis in racemum
elongatum dispositis; calice sub anthesi minuto, labro elongato lanceolato,
labioli dentibus lateralibus infimisque triangulari-lanceolatis brevioribus,
fructifero aucto clauso nitido minute punctato basi gibbo; corolla longe
exserta, caeruleo-violacea, tubo defraeto, basi infra gibbosulo, labri denti-
bus = triangularibus minutis, labiolo sinu profundo tubique contractione
a labro separato profunde eymbiformi; genitalibus leviter exsertis; nuculis
luteolis.
Angola (Wzrwirscu n. 5544).
Folia 6 cm longa et 4,5 cm longa, petiolo 1,5 cm longo praedita. Racemus laxus
ad 30 em longus, cymis ad 4 cm longis. Calix sub anthesi 2,5 mm longus, tubo 0,9 mm
longo, labro 4,4 mm longo, dentibus lateralibus infimisque 0,5 mm longis. Corolla calicis
os ad 4 cm excedens, labri lobis 0,8 mm altis, labiolo 7 mm longo et 3 mm profundo.
Vagina staminalis 4—5 mm longa. Filamenta libera 5 mm longa.
Neomüllera corollae et staminum indole maxime affinis est Coleo, a quo pulchre
differt calice fructifero capsulaeformi, ore clauso, basi irregulariter circumscisso.
Aeolanthus, cujus calix, etsi forma diversus, etiam basi circumscisse deciduus est, ab-
unde differt filamentis liberis et corollae forma. — Genus novum in honorem magistri
eruditissimi nostri MüLLERI-AnG., lichenologorum principis, diximus.
Erklürung der Figuren auf Taf. III.
B. Neomüllera Welwitschii Brig. 4. Blatt, 2. Teil des Blütenstandes, 3. Knospe,
^. Kelch, 5. Unterlippe, 6. Klause.
Aeolanthus Mart., Amoen. bot. monac. p. 4.
A. Candelabrum Briq. sp. nov.; frutex cortice anguloso, ramis
novellis tenuissime puberulis; foliis ovato-oblongis, apice obtusis, basi late
J. Briquet, Labiatae africanae, I. 187
cuneiformibus in petiolum brevem extenuatis, carnosis, utrinque viridibus
subglabris, nervatione simplice parum evidente, marginibus minutissime
denticulatis vel integris, + irregulariter sinuatis ; inflorescentia candelabri
modo brachiato-ramosa, cymis longe pedunculatis, plerisque apicem versus
trifidis, floribus sessilibus dorsiventraliter dispositis confertis, bracteis
oblongo lanceolatis persistentibus pro parte tectis; calice minute campanu-
lato jam sub anthesi basi circumscisso, dentibus obsoletis minutis; corolla
magna, tubo exserto tenui rectiusculo, labro trilobo, lobo medio emarginato
latiore, labiolo concavo, parum incurvo, elongato, post anthesin apice
laceroso; genitalibus exsertis, styli lobis apice subulatis.
Angola, Pungo Andongo (Mrcnow n. 446, Januar— April 1879).
Folia 4 cm longa et 2,5—3 cm lata, petiolo ad 0,6 mm longo praedita. Inflores-
centia 42 cm alta. Cymae inferiores 2—3 cm longae. Bracteae 3—6 mm longae. Calix sub
anthesi 2— 2,5 mm longus, denticulis superioribus 0,5 mm longis, inferioribus 0,4—0,2 mm
longis. Corolla calicis os 4 cm excedens, tubo ad 5 mm longo, labro 3 mm longo lobis
4,5—2 mm longis, labiolo 3 mm longo.
A. elsholtzioides Briq. sp. nov.; herba ramosa, ramis ascendenti-
bus, viridibus, crassis, medulla mox evanescente, undique sed parce pilis
crispulis ramosis tenuibus obditis; foliis ovatis, apice breviter acuminatis,
basi in petiolum extenuatis, membranaceis, utrinque viridibus, glabres-
centibus, ad nervos tantum pilosulis, nervatione simplici haud evidente,
marginibus duplicato-serratis; spicastro verticillastris dense imbricato-con-
fertis dorsiventraliter dispositis, bracteis ovato-lanceolatis membranaceis
obtectis; calice sessili tubulascente viridi jam sub anthesi basi circum-
scisso, pulchre dentato, dentibus triangulari-lanceolatis, supremo latiore,
lateralibus nuculis incumbentibus, infimis aliq. angustioribus; corolla roseo-
violacea vel caerulea, tubo rectiusculo longe exserto, labro trilobo, lobo
medio emarginato, labiolo elongato haud profundo vix incurvo; genitalibus
in labiolo corollino declinatis vel demum exsertis.
Angola (Wrrwirscn n. 5479).
Folia 4-—4,5 cm longa et 2,5—3 mm lata. Spicastra + longe pedunculata 2—3 cm
longa, bracteis 5—6 mm longis pilosis. Calix sub anthesi 4 mm longus, tubo 2,5 mm
longo, dentibus 1,5 mm longis. Corolla calicis os 8 mm excedens, tubo 4 mm longo,
labro 3—3,5 mm longo, labiolo 3 mm longo et 4,5 mm profundo.
A. Buchnerianus Briq. sp. nov.; frutex ramosus, ramis rotundatis
cortice haud angulato, novellis adpresse minuteque puberulis; foliis ovato-
oblongis, apice breviter aeuminatis, basi rotundatis vel in petiolum exte-
nuatis, carnosulis, supra viridibus adpresse pubescentibus, subtus cine-
rascentibus velutinis, nervatione simplici haud evidente, marginibus irre-
gulariter erenato-dentieulatis ; inflorescentia pulchre brachiato-ramosissima,
saepius pedunculatis superioribus trifidis, inferioribus magis ramosis, verti-
cillastris bracteis ovatis coloratis dense imbricato-confertis, floribussessilibus;
calice sub anthesi basi circumscisso membranaceo pallido, pilosulo, cam-
panulato, lahro ovato longiore aliq. colorato, dentibus inferioribus trian-
188 Beitráge zur Flora von Afrika, VIII.
gularibus brevibus; corolla longe exserta, tubo recto, basi tenui, dein
sensim ampliato, labro trilobo, lobo medio emarginato, labiolo vix incurvo
sed parum profundo integro; genitalibus longe exsertis.
Oberes Kongogebiet, Felsen der Bango, Savane (BucnNrn n. 571
— Ende April 1881).
Folia 2—3,5 cm longo et 4,5—2 cm lata. Inflorescentia floribunda ad 20 cm alta,
spicastris vel cymis lateralibus (exclusis pedunculis ad 3 cm longis), bracteis pilosis
2—3 mm longis. Calix sub anthesi 3 mm longus, labro haud decurrente 4 mm longo,
dentibus inferioribus infra 0,5 mm longis. Corolla calicis os 8 mm excedens, tubo
ad 5 mm longo, labro 2 mm longo, labiolo 3—4 mm longo et vix 0,8 mm profundo.
A. Welwitschii Briq. sp. nov.; frutieulus cortice anguloso, ramis
novellis subglabris; foliis carnosulis óblongo-lanceolatis, apice acutis, basi
longe in petiolum extenuatis, utrinque viridibus glabris, nervatione sim-
plici haud evidente, marginibus subintegris vel minute denticulatis; in-
florescentia juvenili constans e eymis brevius peduneulatis, floribus im-
bricatim bracteatis dorsiventraliter dispositis sessilibus; calice minuto,
jam sub anthesi basi cireumscisso, dentibus minutis obsoletis, superioribus
in labrum inferioribus aliq. longius coalitis; corolla longe exserta, tubo
tenui rectiusculo, labro trilobo, lobis rotundatis, medio emarginato, labiolo
rectiusculo parum concavo ; genitalibus — exserlis.
Angola (Werwirscu n. 5482).
Foliorum lamina 2—2,5 cm longa et 4 cm lata, petiolo 4—1,5 cm longo insidens.
Calix 4,5 mm longus, labro 0,5 mm longo, dentibus inferioribus 0,4 mm longis. Corolla
calicis os 6—7 mm excedens, tubo 3—4 mm longo, labro 2 mm longo, labiolo 3 mm
longo, infra 4 mm profundo.
Species certe A. abyssinico Hochst. affinis, sed ille nobis valde confusus videtur.
Specimina genevensia enim folia oblongo -lanceolata, brevius petiolata, sinuato-den-
tata habent, cum A. abyssinico suo cl. Bentuam folia lineari-lanceolata integerrima tri-
buit. Forsan omnes formae unius speciei polymorphae sistunt, quod ulterius investi-
gandum. Etenim A, Candelabrum supra descriptus formis hic memoratis affinis est, sed
inflorescentia nobis adhuc diversa videtur.
A. elongatus Briq. sp. nov.; herba elongata, annua (?), tenuis, gra-
cilis, caule haud ramoso (in spec. nostro) pubescente; foliis oblongis, apice
obtusis, basi in petiolum extenuatis, membranaceis; utrinque viridibus,
glabrescentibus, nervatione simplici haud evidente, marginibus minute
crenato-dentatis; inflorescentia depauperata, cymis vel spicastris floribus
bracteatis dorsiventraliter dispositis sessilibus haud numerosis, bracteis
anguste lanceolatis; calice globoso-campanulato, pilosulo, dentibus bene
delineatis nec obsoletis, supremo longiore latioreque, inferioribus late tri-
angularibus, jam sub anthesi basi cireumscissis; corolla tubo eurvulo ex-
serto, labro trilobo, lobo medio latiore, labiolo concavo incurvo integro
longiore; genitalibus in labiolo corollino declinatis.
Angola (Wzrwirscu n. 5592).
Foliorum lamina 2 cm longa et ! cm lata, petiolo ad 4 cm longo insidens. Cymae
1—23 cm longae, bracteis ut axes pilosis margine ciliatis 3—5 mm longis. Calix 4mm
longus, labro 4 mm longo, dentibus inferioribus 0,3 mm longis. Corolla calicis os
J. Briquet, Labiatae africanae. I. 189
7 mm excedens, tubo 3,5 mm longo, labro 2 mm longo, labiolo 3,5 mm longo et 1,5 mm
profundo.
Species ex descriptione A. pubescenti Benth. affinissed bracteae calicesque non villosa,
et calix valde diversus ab eo A. suavis Mart. quacum cl. auctor speciem suam comparat.
A. Engleri Brig. sp. nov.; frutex ramis novellis glabris; foliis lanceo-
latis, apice subacutis, basi extenuatis, subsessilibus, carnosulis, utrinque
viridibus glabris, nervatione simplici haud evidente, marginibus integris;
cymis sessilibus ad ramorum apicem in capitulum congestis, bracteis
oblongis coloratis crebris; floribus sessilibus; calice tubuloso, pilosulo, jam
sub anthesi basi eircumseisso, ore truncato, dentibus undulationibus quin-
que marginis tantum indicatis; corolla tubo brevi leniter ineurvo, labro
trilobo reducto, labiolo incurvo cymbiformi elongato; genitalibus in labiolo
corollino declinatis.
Angola (Weıwitsca n. 5615).
Folia 2—3 cm longa et 0,5—0,7 cm lata internodiis brevioribus separata. Cepha-
lus terminalis 4 cm longus. Calix 4 mm longus, Corolla calicis os 6 mm excedens,
labro 4 mm longo, labiolo 5 mm longo.
Inflorescentia calicisque indole A. Engleri valde insignis est typumque sectionis
novae cum duobus sequentibus speciebus sistit, quae sic diagnoscatur.
Cephalaeolanthus Briq. sect. nov.; cymae in racemos cephaloideos terminales con-
gestae, sessiles vel subsessiles. Calix fructifer tubulosus, ore truncatus: 4. Engleri, A.
obtusifolius et A. floribundus.
Species caeterae sectionem typicam formant:
Euaeolanthus Briq. sect. nov. ; cymae brachiatim in axi dispositae, pedunculatae,
floribus dorsiventraliter dispositis. Calix campanulatus, ore dentato vel obsolete varie
denticulato.
A. obtusifolius Briq. sp. nov.; frutex ramis strietis, rigidis, undi-
que breviter et adpresse pubescentibus; foliis obovatis, apice rotundatis
vel obtusis, basi in petiolum extenuatis, supra viridibus pubescentibus,
subtus dense adpresse pubescentibus cinereis, nervatione simplici haud
evidente, marginibus integris; spicastro vel racemo floribundo, verticillastro-
rum confertorum eymis brevissime pedunculatis, bracteis bracteolisque evo-
lutis oblongis coloratis calices sub anthesi longe superantibus; calice sub
anthesi campanulato, sessili, minute quinquedentato, dentibus obsoletis
triangulari-ovatis, fructifero ima basi eircumseisso caduco elongato, corolla
magna, tubo longo exserto incurvo sed non defracto, fauce ampliata, labro
ereetiuseulo minute quadrilobo, labiolo elongato, cymbiformi, eurvulo, con-
cavo, sed haud profundo; genitalibus in labiolo corollino deelinatis, stylo
apice minute bilobo.
Angola, Malandsche (Werwırsen n. 473 — Febr. 4880, blühend).
Foliorum lamina 4—1,5 cm longa et 5—8 mm lata, petiolo 4—7 mm longo insidens.
Racemus ad 12 cm longus, bracteis coloratis 5—7 mm longis. Calix sub anthesi 4,8—
2 mm longus, dentibus 0,2—0,3 mm longis. Corolla 1,3 cm excedens, tubo usque ad
curvationem recto aequali 5 mm longo, fauce incurva 3—4 mm longa, labro 3 mm alto,
labiolo 6—7 mm longo et 2—3 mm profundo.
Cl. Varke in schedulis hane plantam nomine Plectranthi Welwitschii salutavit, sed
calicis structura et inflorescenlia pessime cum Plectrantho quadrat. Vero species haec
190 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
cum sequente sub Aeolantho sect. Cephalaeolantho inflorescentia, calice obsolete denti-
culato, basi mox circumscisso, fauce aperta et corollae indole optime militat.
A. floribundus Briq. sp. nov.; frutex ramis erectis, crebris, undi-
que adpresse pubescentibus, cinereis, foliis oblanceolatis, apice obtusis vel
rotundatis, basi longe et euneiformiter in petiolum extenuatis, utrinque
viridibus, glabris, nervatione simplici haud evidente, marginibus integris,
vel apicem versus obscure et distanter denticulatis; racemo cephaloideo
elongato, valde floribundo, bracteis coloratis oblongis, cymis subsessilibus ;
caliee sub anthesi campanulato parvo, minute subaequaliter quinquedentato,
fructifero elongato tubuloso basi pulchre eircumseisso ; corollis magnis tubo
primo recto aequali, ad faucem ampliato, incurvo, labro erectiusculo mi-
nute quadrilobo, labiolo elongato cymbiformi concavo sed haud profundo
parum curvulo; genitalibus in labiolo corollino declinatis, stylo apice bifido.
Angola, moorige Wiese bei Moma (Bucher n. 82 — April 1879).
Foliorum lamina 2—3 cm longa et 0,5—0,8 mm lata, petiolo 0,3—1 cm longo insi-
dens. Racemus ad 12 cm longus. Calix sub anthesi 4,8 mm longus dentibus vix eviden-
tibus 0,4 mm longis, fructifer —5 mm longus. Corolla pallide violacea (ex cl. Buchner),
calicis os 4,8 cm excedens, tubi parte recta 5 mm longa, fauce 5 mm longa, labro
2 mm longo, labiolo 8 mm longo et tantum 2 mm profundo.
Praecedenti valde affinis, differt foliis oblanceolatis, floribus majoribus; ambo
forsan cum eo ut varietates typi singuli (A. /Toribundi) conjungendi.
Anisochilus Wall. in Benth., Lab. p. 59.
A. Engleri Briq. sp. nov.; ramis erectis undique pilis adpressis
brevibus rufo-tomentellis, demum calvescentibus; foliis elongato- oblongis
subangustis, apice obtusis vel acutiusculis, basi breviter in petiolum ex-
tenuatis, supra viridibus breviter et adpresse pubescentibus, subtus tenuiter
rufo-vestitis, coriaceis, nervatione dense reticulata in pagina inferiore pro-
minula paginam superiorem parum fodiente, marginibus regulariter et
crebre sed haud profunde erenato-dentatis; spicastro juvenili, elongato,
verticillastris bracteis latis ovatis apice mucronulatis sed mox deciduis dense
imbricatis, sub anthesi bracteis omnino destituto; calice tubuloso, dentibus
inferioribus quatuor parvis triangularibus, labro supremo elongato obovato,
apice rotundato, monstrose elongato, labioli dentes longe superante; corolla
exserta, tubo tenui decurvo, labro erectiusculo, trilobo, lobo medio latiore
emarginato, labiolo elongato, leniter curvulo, concavo sed haud profundo;
genitalibus in labiolo corollino declinatis.
Oberes Kongogebiet, am Lulua-Fluss, 9!/5? südl. Br. (Poser n. 372
— Mai 1876); zwischen Nyangwe und am Kimbundo-Walde (Poser n. 10419
— 45. Juni 1882).
Foliorum lamina 4—9 cm longa et 4—2,5 cm lata, petiolo 4—1,5 cm insidens.
Spicastrum 5—14 cm longum, bracteis ad 7 mm longis. Calix 5 mm longus, tubo 2 mm
longo, labioli dentibus 0,7 mm longis, labro 3 mm longo. Corolla calicis os 6—7 mm
excedens, labro infra 4 mm longo, labiolo 4 mm longo.
J. Briquet, Labiatae africanae, I. 191
Inventio hujus pulchrae speciei in Africa occidentali quam maxime curiosa est et
phytogeographis magni ponderis; nam genus hucusque tantum ex India orientali et Cey-
lonia notum erat!
Pycnostachys Hook., Exot. flor. II. tab. 202.
P. Sch weinfurthii Briq. sp. nov.; herba robustissima, caule ramoso,
glabrescente vel parce pilosulo; foliis longissime anguste lanceolatis, apice
longe acuminatis, basi longe in petiolum extenuatis, utrinque viridibus
glabris, nervatione simpliei haud evidente, marginibus regulariter et
distanter arguto- serratis vel subintegris; capitulis terminalibus pedun-
culatis, bracteis infimis lanceolatis deflexis floribus multo longioribus; calice
campanulato dentibus setaceis subulato-spinosis tubo pluries longioribus,
fruetifero aucto dentibus basibus ampliatis; corolla longe exserta, tubo
primo recto aequali, dein deflexo et in faucem ampliato, labro quadrilobo,
lobis oblongis, labiolo sinu profundo a labro separato concavo cymbiformi
valde eurvulo integro; genitalibus in labiolo corollino declinatis.
Ghasalquellengebiet, Dukuttu im Lande der Bongo (ScuwrivrunTu
n. 2770 — 12. Dec. 1869).
Planta ultra 60 cm alta. Foliorum lamina 4—12 cm longa et 0,5—4 cm lata, petiolo
0,5—1,5 cm longo insidens. Capitula ad 3,5 cm longa. Calix sub anthesi tubo 4,5 mm
longo, dentibus 4 mm longis, fructifer tubo alto 5 mm longo, dentibus ad 8 mm longis.
Corolla calicis os 4,5 cm excedens, tubi parte recta 5 mm longa, fauce A mm longa,
labro 2 mm longo, labiolo 5 mm longo.
Ab omnibus notis speciebus foliorum forma et floris indole facile distincta.
Salvia Lin., Gen. pl. ed. 4. n. 46.
S. Steingróveri Briq. sp. nov.; frutex, ramis vetustioribus denu-
datis, albis, novellis erispule pubescentibus, internodiis brevibus; foliis
late cordato-ovatis, parvis, crassis, apice obtusis, basi cordiformibus, supra
pubescentibus cinereo-viridibus, subtus tomentosis, nervatione reticulata,
reti denso, subtus prominula, paginam superiorem fodiente, marginibus
irregulariter inciso-crenatis, petiolatis; floribus spicastra dorsiventraliter
disposita brevia constituentibus, in quoque verticillastro binis, bracteis
oblongis ovatisve membranaceis integris, calice late campanulato, tubo brevi
os versus ampliato, lobis membranaceis nervosis parce pilosulis viridi-
bus ovatis, labro subintegro, lobis labioli duobus integris; corolla tubo in-
cluso, intus piloso -annulato, lato, labro falcato, labioli lobis lateralibus
rotundatis patentibus, medio elongatis magnis, oblongis, apice rotundatis,
integris; stylo longe exserto apice aequaliter bifido, staminum loculo
antico casso.
Süd westafrika (SrriNanÓvrR n. 55 — 141. Aug. 1886).
Foliorum lamina 0,5—1 cm longa et 0,5—4 cm lata. Bracteae 4—5 mm longae ei
2—3 mm latae. Calix sessilis ad anthesis finem et jam sub anthesi auctus 4,5 cm longus,
tubo 0,8 cm longo, lobis 0,5 cm longis. Corolla calicis os 4,5 cm excedens, labro 4 em
longo, labioli lobis lateralibus 2—3 mm longis, lobo medio 8 mm longo.
192 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Pertinet ad sect. Hymenosphacen et affinis est S, gariepensi E. Mey. et T.Ecklonianae
Benth. A priore differt labro calicino haud recurvo truncato et tridentalo sed ovato sub-
integro, a posteriore calice non villoso et foliorum structura.
Stachys Lin., Gen. ed. 4. p. 174, emend.
S. crenulata Briq. spec. nov.; basi fruticosa, ramis dense tomento
albo vestitis; foliis sessilibus oblongo-lanceolatis, apice acutis, basi ex-
tenuatis, utrinque albo-tomentosis, nervatione reticulata, reti sat denso,
subtus prominulo, paginam superiorem + fodiente, marginibus apicem
versus regulariter erenulatis; floribus axillaribus; calice campanulato tubu-
loso, undique tomentoso, sessili, dentibus triangulari-lanceolatis aequali-
bus; corolla extus densa albo-pubescente, tubo vix exserto, labro recto,
erectiusculo, apice emarginato, labiolo patente vel aliq. deflexo, trilobo,
lobis lateralibus ovato- rotundatis, medio obovato longiore integriusculo;
genitalibus sub labro corollino ascendentibus.
Südwestafrika (SrgmNGnóvrR n. 8 — 7. Aug. 1886).
Folia 4,5—2 cm longa et 0,5—0,8 cm lata, conferta, Calix 8 cm longus, nervis
primariis evidentibus, dentibus 2 mm longis et 1,5 mm basi latis. Corolla calicis os
0,8 cm excedens, tubo 9 mm longo, labro 5 mm longo, labiolo 8 mm longo, lobis laterali-
bus 2,5 mm longis et 1,8 mm latis, lobo medio 3—4 mm longo.
Pertinet ad BENTuawri sect. Ambleiam. S. affinis Fres, differt foliis integris superiori-
bus reductis; S. Schimperi Hochst. foliis discoloribus, habitu et indumento. Etiam spe-
ciebus austro-africanis hujus gregis valde affinis et praecipue cum S. rugosa Ait. arcte
conjuncta est. Caeterum hae formae proximae sunt et serius verisimiliter reducendae
erunt.
S. nemorivaga Briq. sp. nov.; herba elata, caule ramoso, ramis
ascendentibus, viridibus, patenter pilosis vel hispidis, internodiis valde
elongatis; foliis oblongis, apice obtusis vel rotundatis, basi rotundatis vel
truncatis, breviter petiolatis, utrinque viridibus pilosis, nervatione simplici
haud evidente, marginibus crebre sed haud profunde crenato- dentatis;
spicastro inferne laxo, bracteis oblongo-lanceolatis, integris vel subintegris,
verticillastris sexfloris; calice breviter pedicellatos, tubulosos, undique
breviter patule pilosos, viridi, dentibus triangulari-lanceolatis tubo triplo
brevioribus; corolla tubo pulchre exserto cylindraceo in faucem parum vel
vix ampliato, labro ovato integro, erectiusculo, labiolo elongato leviter
trilobo, lobo latiore omnibus integris; genitalibus sub labro corollino
ascendentibus.
Angola, Malandsche, im Schatten der Waldbäume (MEcnow n. 287 —
Nov. 1879).
Foliorum lamina 4—8 em longa et 1,5—3,5 cm lata, petiolo 0,2—2 cm longo in-
sidens. Spicastrum ad 44 cm longum. Bracteae mediae ad 4 cm longae. Pedicelli pilosi
ad 2 mm longi. Calix sub anthesi 6 mm longus, dentibus 4,5 mm longis, post anthesin
spissior 0,7 mm longus, Corolla calicis os 4 cm excedens, tubo 9 mm longo, labro
3—4 mm longo, labiolo patulo 5 mm longo, lobis lateralibus rotundatis 4 mm longis,
medio obovato 3 mm longo et 3 mm lato.
Pertinet ad cl. BENTHAWI sect. Stachyotypum $ Ruderales; affinis est S. aethiopicae L.,
S. grandifoliae E. Mey. etc. a quibus differt habilu, foliis et dentium calicinorum indole.
J. Briquet, Labiatae africanae, I. 193
S. Steingröveri Briq. sp. nov.; caule a basi diffuso, ramosissimo,
ramis subglabris; foliis parvis, oblongis, crebris, apice acutis, basi in
petiolum extenuatis, utrinque viridibus, glabris, nervatione simplici haud
evidente, marginibus obscure crenulatis vel integris; verticillastris in
foliorum superiorum reductis axillis distanter dispositis; calice breviter
pedicellato, tubuloso, sensim ampliato, nervatione evidente, dentibus
quinque e basi ovata lanceolato- acuminatis, subacerosis, superioribus
tribus in labrum labiolo longius coalitis; corolla exserta, tubo rectiusculo
vel aliq. incurvo, labro leniter convexo, apice emarginato, extus brevissime
pubescente, labiolo multo longiore, trilobo, lobis lateralibus rotundatis,
medio longiore subintegro; genitalibus sub labro corollino ascendentibus.
Südostafrika (Steineröver n. 14 — 7. Oct. 1886).
Planta ad 40 cm alta, Folia 0,8—1,5 cm longa et 0,4—0,8 cm lata. Pedicelli
4—1,5 mm longi. Calix evolutus 6 mm longus, labro ad 3 mm longo, dentium sinubus
4,5 mm profundis, labioli dentibus tantum 4,5 mm longis. Corolla calicis os 0,8 cm
excedens, tubo 7 mm longo, labro 2 mm longo, labioli 5 mm longi lobis lateralibus
1—41,5 mm longis, medio 4 mm longo.
Ab omnibus Stachydis speciebus differt calicis ore more Leucadum typicarum obli-
que in labia duo discreto.
Leucas Benth., Lab. p. 602.
L. Poggeana Briq. sp. nov.; caule ramoso, ramis faciebus + glabres-
centibus, ad angulos canescentibus; foliis lanceolatis, apice acutis, basi in
petiolum extenuatis, utrinque viridibus glabrescentibus, nervatione simplici
parum evidente, marginibus adpresse parum robuste et = crebre serratis;
verticillastris breviter peduneulatis, pedunculis axillaribus, e duabus cy-
mis globosis constantibus; calice subsessili, fructifero tubuloso, elongato,
inferne nervoso glabriuseulo, aliq. supra medium inflato dense villoso, su-
perne denuo subito angustiore glabrescente, dentibus quinque aequalibus
brevibus e basi lanceolata subulatis; corolla genitalibusque carentibus.
Oberes Kongogebiet, Wiese am Lulua (Posce n. 1422 — 6. Mai
4882, mit Früchten).
Foliorum lamina 4—5 cm longa et 4—4,5 cm lata, petiolo 0,3—0,8 cm longo in-
sidens. Calix maturus 4,4 mm longus, tubi parte nervosa 4 mm longa, inflato-villosa
4 mm longa, superiore glabrescente 4,5 mm longo, dentibus 4 mm longis.
Species calicis structura valde insignis, ex Bentuanı diagnosi ad genus Lasio-
corydem pertinere deberet, sed genus Lasiocorys nunc ob formas intermedias crebras
delendum. Jam cl. ExcLEn (Bot. Jahrb. X. p. 268, ann. 1889) indicavit apud L. abys-
sinicam Benth. et capensem Benth., saepe adesse dentes accessorios inter calicis dentes
primarios, quem characterem Leucadi proprium esse dicebant. Nunc insuper notae sunt
species calice quinquedentato ore + obliquo et polyodonte Æ aequali, itaque notae
differentiales inter ambo genera omnino evadunt et conjungenda sunt. Seclionum classi-
ficationem renovatam ulterius explicabimus, et hic tantum generi Leucadi species sequentes
adjungamus, nempe: Leucas capensis Engl. (Benth.), L. abyssinica Briq. (Benth.), L. stachydi-
formis Briq. (Hochst.) et L. argyrophylla Briq. (Vatke).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 13
194 Beitrige zur Flora von Afrika, VII.
Leonotis R. Br., Prodr. p. 504.
L.Leonurus Benth. — var. vestita Briq. var. nov.; caule densissime
piloso, foliis subtus dense pubescentibus, cinereis, + tomentellis.
Oberes Kongogebiet, am Luluafluss, 9'/,° südl. Br. (Poser n. 360
— Mai 1876).
Scutellaria Linn., Gen. ed. 4 n. 493.
8. Schweinfurthii Briq. sp. nov.; eaule basi ramoso, ramis strietis,
erectis, breviter patenter pubescentibus; foliis subtriangulari-lanceolatis,
apice acutis, basi rotundatis vel breviter extenuatis, utrinque viridibus
glabrescentibus, nervatione simplici haud evidente, marginibus obscure
sinuatis subintegris, brevissimi petiolatis; spicastris terminalibus elon-
gatis, laxis, floribus in vertieillastro binis dorsiventraliter dispositis, brac-
teis oblongis calicibus brevioribus vel aequilongis; calice pedicellato, cam-
panulato, viridi, pubescente, labiis integris, squama pulchre evoluta, post
anthesin membranaceo valde aucto; corolla basi gibbula, tubo inferne cur-
vulo recto elongato, glabro galeiformi, apice rotundato, integro, labiolo +
patente, lobis lateralibus ovatis parvis, medio obovato majore; genitalibus
sub labro corollino ascendentibus.
Ghasalquellengebiet, gr. Seriba Kutschuk Ali im Lande der Djur
(ScuwxivrUnrR n. 1594 — 29. April 1869, blühend).
Planta ad 50 cm alta. Foliorum lamina 3—4 cm longa et 0,5—4 cm lata, petiolo
ad 3 mm longo vel subnullo. Spicastrum ad 25 em longum. Bracteae mediae 0,5—1 cm
longae. Pedicelli pubescentes 2—3 inm longi. Calix sub anthesi 2—3 mm longus, labiis
0,7 mm altis, squama 4,2 mm longa, post anthesin 0,5 mm longus, squama ad 6 mm longa.
Corolla calicis os 4,3 mm excedens, tubo infra curvationem 3 mm longo, supra
curvationem 4 cm longo, labro 0,5 cm longo, labioli lobis lateralibus 2—3 mm longis
medio 5—6 mm longo.
Pertinet ad sect. Stachymacridem A. Ham. Affinis S. peregrinae L., S. africanae Hochst.
et S, arabicae Jaub. et Spach, a quibus differt foliis angustis subintegris, ea sect. Galericu-
lariae in mentem revocantes, sed verticillastri haud axillares.
Tinnaea Kotschy et Peyr., Pl. Tinn. 25. tab. 44.
T. platyphylla Briq. sp. nov.; frutex ramis robustis undique in-
canis ; foliis latissime rotundato-ovatis, apice mucronatis, basi cordatis, ses-
silibus vel subsessilibus, erassiusculis, supra viridibus, tenuiter pubescen-
tibus, subtus pubescentibus vel tomentellis cinereis, nervatione simplici
parum evidente, marginibus integris; spicastro elongato, vertieillastris
bracteis latissime ovato-rotundatis, apice mucronatis densissime imbri-
catis; calice subsessili, late campanulato in labia duo profunde diviso, ex-
tus tomentello; corolla calicis os excedente.
Oberes Kongogebiet, Mussumba des Muata Jamwo, 81/5? südl. Br.
(Posse n. 346 — Januar 1876).
Folia 6 cm longa et fere 6 cm lata. Spicastrum saepe ultra 45 cm longum. Bracteae
1—2 cm longae et 4—2 cm latae, Pedicelli circa 2 mm longi. Calix evolutus 4,2 cm
longus, labiis 0,8 cm longis. Corolla calicis labia 3—4 mm excedens.
Labiatae africanae. II.
Von
M. Gürke.
Gedruckt im März 4894.
Ocimum Linn., Gen. n. 732.
0. Fischeri Gürke n. sp.; caule fruticoso cano-tomentoso; foliis
breviter petiolatis vel subsessilibus, lanceolatis, in petiolum
angustatis, apice acutis vel obtusiusculis, margine inte-
gerrimis, supra pubescentibus, subtus cano-tomentosis, racemis longis
simplicibus; bracteis calyce duplo longioribus, calycibus pedi-
cello longioribus, tomentosis, fructiferis reflexis, cauli adpressis, dente
supremo orbiculari acuto, alis basin non attingentibus, dentibus
lateralibus ovatis mucronatis, infimis longe acuminatis;
corolla quam calyx 3-plo longiore; genitalibus labio in-
feriore vix duplo longioribus; filamentis superioribus basi
appendiculatis.
Die an dem vorhandenen Exemplar einfachen Stengel sind 45—20 cm lang und
von grauweißen, meist büschelig stehenden und rückwärts gekrümmten Haaren mehr
oder weniger dicht filzig. Die Blätter sind 45—30 mm lang, 3—6 mm breit und außer
der grauweifen, an der Unterseite dichteren Behaarung durch die auf beiden Seiten
zahlreich vorhandenen glünzend schwarzen, in die Blattoberflüche etwas eingesenkten
Drüsen ausgezeichnet. Die Trauben sind 9—42 cm lang; die Blüten sitzen in Schein-
wirteln zu je 6 in den Achseln von zur Fruchtzeit abfallenden Deckblüttern; diese
sind breit eifórmig, fast sitzend, zugespitzt, 6—9 mm lang, 4—6 mm breit, am Rande
langgewimpert und auch die Blattflüche mit langen, vereinzelten, grauweiBen Haaren
besetzt. Die behaarten Blumenstiele sind 2—2,5 mm lang. Der Kelch ist zur Frucht-
zeit ungefähr 5 mm lang, lang zottig behaart, der obere Zahn kreisfórmig mit ganz
kurzer Spitze, die seitlichen eiförmig mit längerer Spitze und die unteren schmäler
und allmählich in eine ziemlich lange Spitze verlaufend. Die Blumenkrone ist von der
Basis bis zur Spitze der Unterlippe 4 cm, die längeren Staubgefäße 45—18 mm lang.
Massaihochland: zwischen Taita und Wanga (Fıscnuer n. 509 —
blühend und fruchtend).
Die zur Section Ocymodon gehörende Art ist mit O. canum Sims und O. basilicum L.
verwandt; von beiden unterscheidet sie sich hauptsächlich durch die kleineren,
13*
196 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII.
schmäleren und ganz kurz gestielten oder sitzenden Blätter und durch die breit ei-
förmigen, sitzenden, viel größeren und an der Spitze der Traube schopfig hervor-
tretenden Bracteen; auch sind die Blüten größer als bei beiden Arten, während die
Fruchtkelche ungefähr die Größe wie bei O. canum erreichen, also kleiner als bei O.
basilicum sind.
0. Stuhlmanni Gürke n. sp.; caulibus e basi lignosa herbaceis
ramosis puberulis vel glabris; foliis sessilibus vel breviter
petiolatis, linearibus vel lineari-lanceolatis, apice acutis, basi
in petiolum angustatis, margine integris vel remote serratis,
utrinque glabris, 4-nerviis, nervo venisque subtus prominentibus; ra-
cemis simplicibus brevibus; bracteis lanceolato-linearibus; calycibus
pedicello longioribus, pilosis, fructiferis reflexis, cauli adpressis, dente
supremo orbiculari mueronato, alis basin non attingentibus,
dentibus lateralibus latis truncatis ciliato-denticulatis,
infimis longis setaceis; corolla rubra quam calyx 3-plo longiore;
genitalibus labio inferiore vix duplo longioribus; filamentorum supe-
riorum appendicula majuscula dilatata ciliata.
Stengel 3— 4 dm hoch. Blätter 3—6 cm lang, 2—7 mm breit, 5—45 mal so lang
als breit. Die gedrungenen Trauben sind 2—3 cm lang. Die Blüten sitzen in Schein-
wirteln zu 4—6 in den Achseln von zur Fruchtzeit abfallenden, linealisch-lanzettlichen
4—6 mm langen Bracteen. Die flaumig behaarten Blütenstiele sind 2—3 mm lang. Der
Kelch ist zur Fruchtzeit von der Basis bis zur Spitze des obersten Zahnes 5—6 mm lang
und mit vereinzelten ziemlich langen Haaren besetzt, der oberste Zahn rundlich mit
kurzer Spitze, die seitlichen kaum angedeutet, ihr Rand durch die hervortretenden
Endigungen der Nerven gezühnt und außerdem gewimpert, die unteren in eine 4,5—2 mm
lange Borste auslaufend. Die Blumenkrone ist von der Basis bis zur Spitze der Unter-
lippe 4 cm, die längeren Staubgefäße 16—18 mm lang. Die Schale der hellgelben,
glatten, 4,5 mm langen, fast kugeligen Nüsschen quillt im feuchten Zustande schlei-
mig auf.
Seengebiet: auf sandigem Boden bei Gonda "Bonn. 19 u. 32 —
16. Febr. 1882, blühend und fruchtend); bei Bugando in Usindja (SruuL-
MANN n. 3549 — 7. März 1892, fruchtend); Usiha (SrunLmann n. 4206 —
9. Juni 4892, fruchtend).
Die zur dritten Gruppe (Hiantia) der Sect. Ocymodon gehörende Art ist von O. fila-
mentosum Forsk. und O. obovatum E. Mey. vor allem durch die schmäleren Blätter ver-
schieden; näher scheint sie dem südafrikanischen O. angustifolium Benth. zu stehen ;
jedoch hat diese nach der Diagnose viel kleinere Blütter und Blüten.
Geniosporum Wall. in Benta., Lab. p. 19.
6. glabrum Gürke n. sp; caule simplici glabro; foliis petio-
latis lanceolato-oblongis, apice acutis, basi in petiolum an-
gustatis, margine serrato-crenatis, utrinque glaberrimis; racemis
laxis; bracteis sessilibus late deltoideis, basi cordatis, apice
acuminatis, margine integris vel obsolete crenulatis, ciliatis, caeterum glabris;
verticillastris 8—10-floris; floribus breviter pedicellatis; calycibus
fructiferis suberectis tubulosis, ore ciliatis, caeterum glabris, distincte
M. Gürke, Labiatae africanae, Il. 197
40-nerviis, transversim rugulosis, 5-dentatis, dente superiore majore
lato obtusiusculo, dentibus ceteris deltoideis acutis; corolla
tubo quam calyx paullo longiore, lobis patentibus ovatis; genitalibus ex-
sertis; nuculis glabris rugulosis.
Die ganze Pflanze ist bis auf eine schwache Behaarung der Blattnerven, sowie der
Blütenstiele völlig kahl. Die untersten Blattstiele sind 1—3 cm lang. Die Blattlamina ist
6—8 cm lang, 2—3 cm breit. Die Blütenstände sind 7—8 cm, die Blütenstiele 1—2 mm
lang. Die deutlich längs- und quergerippten Kelche sind zur Fruchtzeit 3,5—4 mm lang;
der obere Zahn ist nicht erheblich größer als die übrigen, jedoch abgerundet, während
diese breit dreieckig und spitz sind.
Madagascar: auf Lichtungen im Walde von Ankafina in Süd-Betsileo
'HitpesnaxpT n. 3932 — 1. Febr. 1884, blühend und fruchtend).
Von G, madagascariense Benth., G. thymifolium Benth. und G. affine Gürke unter-
scheidet sich diese Art durch die Kahlheit, sowie durch die allmählich in den Blattstiel
verschmälerten Blätter, während bei jenen Arten der Blattgrund abgerundet oder herz-
förmig ist. G. thymifolium hat außerdem viel kleinere Blätter.
G. affine Gürke n. sp.; caule suffruticoso ramoso, tetragono, rufo-
pubescente; foliis breviter petiolatis, late-ovatis, acutis
vel obtusiusculis, basi cordatis vel obtusis, margine cre-
natis, subtus subvillosis, supra pubescentibus; racemis
simplicibus, densis; bracteis utrinque pubescentibus sessilibus, in-
ferioribus orbieularibus acutis, superioribus ovatis; ver-
tieillastris multifloris; floribus longiuscule peduneulatis; calycibus pedun-
culis aequilongis, floriferis campanulatis, fructiferis suberectis, tubulosis,
rufo-pubescentibus, ad basin versus striatis, obsolete transverse rugosis,
ore subbilabiato, labio superiore tridentato, dentibus acutis
deltoideis, labio inferiore obtuso lato binervio; corolla extus
puberula, tubo quam ealyx paullo longiore, basi curvato, lobis patentibus
ovatis; genitalibus exsertis; nuculis glabris rugulosis.
Die ganze Pflanze ist mit brüunlichen, kurzen Haaren flaumig bekleidet; der
deutlich vierkantige Stengel ist aufrecht und wenig verzweigt. Die Blätter sind kaum
5 mm lang gestielt, bis 4 cm lang und 2,5 cm breit; nach oben zu werden sie kürzer
und gehen allmählich in die Bracteen über, von denen die unteren ungefähr ! em lang,
meist aber breiter sind, während die oberen erheblich kleiner und besonders schmäler
erscheinen. Die Blüten sind 2—2,5 mm lang gestielt, die Kelche zur Fruchtzeit 2—3 mm
lang. Der oberste Zahn des Kelches, sowie die beiden benachbarten sind ziemlich
gleichseitig dreieckig und an Größe ungefähr gleich; die beiden unteren Zähne sind in
eine eiförmige, nervige Unterlippe verwachsen, welche zur Fruchtzeit die Mündung des
Kelches verschließt.
Seengebiet: Uganda (Srunımann n. 1354 — 28. Dec. 1890, blühend
und fruchtend); bei Ssonga auf dem Lendu-Plateau, 1500 m (STUHLMANN
n. 2753 — Oct. 1891, blühend und fruchtend).
Die Art steht dem Geniosporum madagascariense Benth. im Habitus, besonders in der
Form und Bekleidung der Blätter nahe, unterscheidet sich aber von ihm durch den Kelch.
Derselbe ist bei G. madagascariense größer, deutlicher längs- und quergestreift, und
zeigt 5 einzelne Zähne, von denen der oberste breit eiförmig und größer als die 4 übrigen
198 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
ist, Bei unserer Art sind dagegen die 3 oberen Zähne gleichförmig dreieckig, und die
beiden unteren sind zu einer breit eiförmigen Unterlippe verwachsen.
Acrocephalus Benth., Lab. p. 23.
A. Büttneri Gürke n. sp.; caule ramoso erecto pilis longis adpressis
sericeo; foliis lanceolatis acutis, basi in petiolum brevissi-
mum angustatis, margine integris vel subtiliter remote obsoleteque
serratis, utrinque pilis longis flavescentibus adpressis dense sericeis,
nervis venisque subtus prominentibus; capitulis subglobosis; braeteis
capitula involuerantibus 3—4 deltoideis vel deltoideo-lanceolatis acuminatis
sericeis; bracteis floriferis rhomboideis, apice apiculatis, quam calyces
longioribus submembranaceis pilosis: floribus longiuscule peduneulatis ;
calyce fruetifero quam pedunculo fere duplo longiore, 2-labiato,
extus pilis longissimis villoso, lobo postico 3-denticulato, antico
integro apice rotundato; corollae tubo calycem duplo superante.
Die ganze Pflanze ist durch die helle, seidenglänzende Behaarung ausgezeichnet.
Die Blätter sind 4—5 cm lang und gegen 4 em breit. Die äußeren Bracteen erreichen
eine Länge von 4 cm, die inneren von 5 mm. Der Kelch ist zur Fruchtzeit fast 4 mm
lang gestielt und 2 mm lang; die Oberlippe ist mit deutlichen Nerven versehen und
endigt mit 3 kurzen Zähnen ; die Unterlippe besitzt keine hervortretenden Nerven und
ist an der Spitze stumpf und abgerundet. Blüten weiß.
Oberguinea: Station Bismarckburg in Togoland, in der Steppe am
Wege zur Farm (Bürrxer n. 304 — 3. Oct. 1890, blühend und fruchtend).
Besonders kenntlich ist diese Art durch die seidenglänzende Behaarung. Ferner
ist sie ausgezeichnet durch die Form des Kelches. Die Oberlippe desselben ist 3zähnig,
die Unterlippe abgerundet, während bei A. lilacinus Oliv, die Oberlippe 3zühnig, die
Unterlippe 2zähnig, bei A. cylindraceus Oliv., A. villosus Benth, und A. angolensis Gürke
beide Lippen abgerundet, und bei A. coeruleus Oliv. die Oberlippe abgerundet, die Unter-
lippe ausgerandet ist. Auch die (nach Angabe des Sammlers) weiße Blütenfarbe würde
sie vor den übrigen Arten auszeichnen.
A. angolensis Gürke n. sp.; caule simplici erecto, pilis longius-
culis patentibus dense villoso, internodiis longissimis; foliis
breviter petiolatis, oblongo-lanceolatis, apice acutis, basi
in petiolum attenuatis, margine crenatis, utrinque sparse villosis;
capitulis paucis subglobosis; bracteis capitula involucrantibus 3—4 rhom-
boideis vel lanceolato-deltoideis, margine crenatis, apice acutiuseulis, multi-
nervibus, utrinque pilosis; bracteis floriferis rhomboideis, basi cuneatis,
apice apiculatis, quam ealyces duplo longioribus, submembranaceis pilosis;
floribus breviter pedunculatis; calyce 2-labiato, lobis apice rotun-
dato-ciliatis, caeterum glabrescentibus; corollae tubo calycem
3—4-plo superante, lobis extus villosis.
Der einfache bis 4 m hohe Stengel ist besonders im oberen Teil von langen, ab-
stehenden Haaren dichtzottig. Die Blattpaare sind durch außerordentlich (bis 30 cm)
lange Internodien getrennt; die unteren vorhandenen Blätter sind 7—9 cm lang, 2,5—3,5 cm
breit und bis 1,5 cm lang gestielt; die oberen Blätter sind kleiner und auch kürzer ge-
M. Gürke, Labiatae africanae, Il, 199
stielt. Die äußeren, die Köpfchen einhüllenden Bracteen sind 4—4,5 cm lang, die inneren,
je 3 Blüten tragenden Bracteen 5—8 mm lang. Der Kelch ist zur Blütezeit nur 4,5 mm
lang und 4 mm breit, also verhältnismäßig sehr kurz und breit, nur an der Mündung
mit kurzen Haaren gewimpert, im Übrigen fast ganz kahl. Beide Lippen des Kelches
sind abgerundet. Die Blumenkrone ist ca. 6 mm lang.
Angola: Malandsche (Mrcnow n. 358 — Dec. 1879, blühend).
Von den ebenfalls durch ungeteilte Lippen des Kelches ausgezeichneten A. cylindra-
ceus Oliv. und A. villosus Benth. ist diese Art habituell durch die großen gekerbten Blätter,
sowie die außerordentlich langen Stengelinternodien sehr verschieden. Auch ist der
Kelch sehr viel kürzer als bei jenen Arten, jedoch ist es wahrscheinlich, dass derselbe
sich, wie sonst in der Gattung, zur Fruchtzeit etwas verlüngert, so dass die oben an-
gegebenen Maße nur auf den Kelch zur Blütezeit zutreffen.
A. eylindraceus Oliv. in Sp. and Gr. Bot. p. 135. t. 132.
Diese Art ist von STUHLMANN in verschiedenen Gegenden des Seengebietes gesammelt
worden; die Exemplare besitzen jedoch meist kugelige, seltener cylindrische Köpfchen,
wie sie OLivER für seine Art angiebt; im Übrigen stimmen sie völlig mit der vom Autor
gegebenen Beschreibung und Abbildung überein. Auch die von Perers in Mossambik
gesammelte, von VaTKE als A. verbenaceus in Linnaea XL. p. 178 beschriebene Art gehört
hierher; die Exemplare unterscheiden sich ebenfalls nur durch kugelige Kópfchen, wie
ja auch der Autor selbst angiebt, von der OrivEw'schen Art.
Unter den von Brcuawsax im Nyassaland gesammelten Acrophalus-Arten befindet
sich eine von Baker auf der Etiquette als A. zambesiacus benannte Pflanze. Dieselbe
stimmt im Kelch mit A. eylindraceus überein, jedoch ist sie habituell so verschieden,
dass sie wohl als getrennte Art aufrecht erhalten werden kann.
Nahe verwandt mit A. cylindraceus ist A. villosus Benth., Lab. 23 (wohin auch
Lippia oligophylla Bak. in Journ. Linn. Soc. XX. 225 als Synonym gehürt); sie unter-
scheidet sich von ihr besonders durch den nach oben zu mehr verschmälerten Kelch mit
zur Fruchtzeit fast hornigen Lippen.
Plectranthus L'Hérit., Stirp. I. p. 85.
P. Zenkeri Gürke n. sp.; caule erecto ramoso puberulo; foliis
ovatis vel ovato-oblongis, longiuscule petiolatis, basi ob-
tusis, apice acuminatis vel acutis, margine crenatis, supra
glabris, subtus pubescentibus, membranaceis; racemo laxo; verti-
cillastris remotis; bracteis ovatis vel lanceolato-ovatis; cy mis 3-floris,
longissime pedunculatis; floribus longissime pedicellatis;
inflorescentiae axi, peduneulis, pedicellis calyeibusque pilis brevibus crassis
glanduliferis sparsis pubescentibus; calyce tubuloso, dentibus sub-
aequalibus deltoideo-lanceolatis acuminatis, infimis breviori-
bus; corolla lilacina.
Die Pflanze scheint reich verzweigt zu sein und eine ansehnliche Höhe zu erreichen;
das vorhandene Exemplar besteht nur aus einem schlanken, in einen Blütenstand endigen-
den Zweige mit wenigen jungen Blättern, welche eine Länge von 3 cm und eine Breite
von 4,5 cm nicht überschreiten. Die unteren Scheinwirtel des sehr lockeren Blütenstandes
sind 3—4 cm von einander entfernt. Die bleibenden Bracteen gehen nach unten zu
allmählich in Größe und Form in die Laubblätter über. Die 3blütigen Cymen sind
10—45 mm lang gestielt; die Einzelblüten sitzen auf sehr schlanken, dünnen, gleichfalls
10—15 mm langen Stielen. Die Inflorescenzachsen, Cymen- und Blütenstiele sowie die
200 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Kelche besonders an der Basis sind mit ziemlich zerstreuten sehr kurzen, dicken Drüsen-
haaren besetzt. Der zur Blütezeit kaum 2 mm lange Kelch vergrößert sich zur Fruchtzeit
bis auf 4 cm Länge; er ist dann ziemlich lang röhrenförmig; die Zähne sämtlich in Form
gleich, der obere nur ganz unbedeutend breiter als die übrigen, die unteren etwas lünger
als die übrigen.
Kamerun: Yaünde-Station (Zenker — Juli 1894, blühend und
fruchtend).
Wird vom Eingeborenen »Ebucobon« genannt, in den Dörfern angepflanzt und
bei Brustschmerzen als Thee verwendet.
Die Pflanze ist besonders durch die außerordentlich lang gestielten Cymen und
Blüten ausgezeichnet. Sie gehört zur Section /sodon Benth. und würde, da die Blumen-
kronenróhre oberhalb der Basis nur schwach gekrümmt ist, in der ersten Gruppe dieser
Section unterzubringen sein.
P. Fischeri Gürke n. sp.; caule erecto vel adscendente, superne
puberulo, inferne glabrescente; foliis obovatis vel suborbieularibus, basi in
petiolum brevem cuneatis, apice obtusis vel acutiusculis, margine sub-
tiliter erenatulis vel integris, crassis, utrinque pubescentibus; racemis
spieiformibus in axillis foliorum superiorum breviter pedunculatis vel ad
apices caulis ramorumque terminalibus ` verticillastris approximatis et dense
congestis; floribus pedicellatis, pedicellis quam calyx 11/5—2-plo longiori-
bus; bracteis suborbieularibus vel ovatis acutis pilosis; calyce pilis longissi-
mis villoso, 5-dentato, dente supremo majore ovato, inferioribus minoribus
subaequalibus deltoideis; corollae tubo ereeto pubescente, labiis extus
villosis.
Blätter 45—35 mm lang, 40—15 mm breit. Die vielblütigen ungestielten Cymen
sind zu dichten ährenförmigen, teils endständigen, teils in den Achseln der oberen Laub-
blütter axillären Blütenstünden zusammengedrängt. Die Bracteen sind 3—4 mm lang und
2—3 mm breit, Die Blütenstiele sind 4!/5—2 mm lang. Die ungefähr 1 mm langen Kelche
sind mit sehr langen, abstehenden, weichen Haaren dicht bedeckt. Blüten hellblau.
Kilimandseharo: An einem Waldbach am Abfall des Ugueno-
gebirges zur Steppe am Papyrussumpf, am Boden über Felsen herab-
hängend, große Flächen überziehend, 1200 m (Vorkens n. 518 — 4. Juli
1893, blühend).
Ohne näheren Standort, wahrscheinlich im Massaihochland: Fiscurn,
Ser. I. n. 77; Ser. lI. n. 501,
Die vorliegende Art gehórt in die nüchste Verwandtschaft von P. cylindraceus Hochst.,
mit der sie habituell auBerordentlich viel Ahnlichkeit hat; sie stimmt mit ihr überein in
der Form der succulenten Blätter und den dichtgedrüngten ührenfórmigen Blütenständen,
unterscheidet sich aber durch die Form und Behaarung des Kelches: der oberste Zahn
des Kelches ist bei unserer Art viel größer als bei jener, und die Haare sind hier außer-
ordentlich lang, fast so lang als der Kelch selbst, wührend die Haare bei P. cylindraceus
zwar ebenfalls sehr dicht stehen, aber doch nur einen kurzen filzig-sammetartigen
Überzug bilden. Beide Arten können übrigens schwerlich zur Section Isodon Benth. ge-
rechnet werden, wohin BENTHAM P. cylindraceus stellt, sondern müssen vielmehr in der
Section Coleoides Benth. untergebracht werden. Der oberste Kelchzahn ist erheblich
größer und von anderer Form als die 4 übrigen, welche unter sich gleichgestaltet und
nahezu gleichgroß sind; der ganze Kelch ist an der Vorderseite etwas kürzer, so dass
der Saum des Kelches schief erscheint.
"ORO LETT HL. Men
M. Gürke, Labiatae africanae. II. 201
P. pratensis Gürke n. sp.; caule erecto ramoso pubescente vel sub-
tomentoso; foliis longe petiolatis ovatis, basi rotundatis vel
subcordatis, apice acutis vel subacuminatis, margine serratis,
membranaceis, utrinque pilis longis adpressis pubescentibus; racemo
brevissimo terminali; verticillastris confertis, 6-floris;
bracteis lanceolatis acutis sessilibus; cymis breviter peduneulatis,
floribus longiuscule pedicellatis; calyce brevi tubuloso, dente
superiore ovato acuto, dentibus ceteris deltoideo-lanceo-
latis, acuminatis, infimis paullo longioribus; corolla basi in-
certa violacea labio inferiore albescente.
Stengel 50 cm hoch. Blätter 6—7 cm lang, 4—5 cm breit, Stiele der unteren
4—5 em lang, der oberen kürzer. Der Blütenstand besteht aus einer einfachen, nur 4 cin
langen gedrüngten Traube; die 3 blütizen Cymen sind hóchstens 2 mm lang gestielt, die
Blüten sitzen an 3—4 mm langen Stielen; dieselbe Länge ungefähr besitzt der Kelch zur
Fruchtzeit. Der letztere ist, besonders an der Basis, von längeren Haaren fast zottig,
während die Blüten- und Cymenstiele von sehr kurzen Haaren flaumig sind.
Kilimandscharo: Im Grase bei der wissenschaftlichen Station
Marangu, bei 1560 m Höhe (Vorkens n. 634 — 12. Juli 1893, blühend und
fruchtend).
Usambara: An feuchten Plätzen bei Mlalo (Horst n. 459 — März
4892, blühend).
Die Art gehört zur Section Germanea Benth.; die Blumenkronenröhre ist an der
Basis sackartig erweitert.
P. violaeeus Gürke n. sp.; caule ramoso, ramis pilis glanduliferis
brevibus pubescentibus; foliis longe pedunculatis, ovatis,
basi rotundatis, acutis vel acuminatis, margine grosse dentato-
cerenatis, membranaceis, utrinque glabris; racemis ramosis laxis;
verticillastris remotis, 6-floris; eymis longiuseule peduncu-
latis; floribus longe pedicellatis; bracteis parvis, oblongo-
lanceolatis, acutis sessilibus; calyce fruetifero declinato, extus
pilis tenuibus longis glanduliferis pubescente; dente superiore
deltoideo-ovato acuto; dentibus ceteris paullo breviori-
bus, subaequalibus, deltoideis, acutis; corolla violacea, basi
aequali declinata.
Die Pflanze wird bis 2 m hoch; die unteren Blätter sind 42—14 cm lang und
8—10 cm breit; die oberen nur gegen 6 cm lang, ihre Blattstiele von gleicher Länge; sie
sind entweder ganz kahl oder nur sehr spürlich mit vereinzelten anliegenden Haaren
besetzt. Der Blütenstand ist reich verzweigt, die durch 4—2 cm lange Internodien ge-
trennten Scheinwirtel bestehen aus 2 dreiblütigen 3—5 mm lang gestielten Cymen,
welche in den Achseln von 2—3 mm langen lünglich-lanzettlichen, sitzenden Bracteen
entspringen. Die Stiele der Einzelblüten sind 4—5 mm lang. Der Kelch ist außen,
ebenso wie die Blüten- und Cymenstiele, die Inflorescenzachsen und die oberen Stengel-
teile mit langen, sehr dünnen, abstehenden Drüsenhaaren mehr oder weniger dicht be-
deckt. Die blassviolette oder mehr rosarote Blumenkrone ist nur ganz fein behaart und
an der Basis ohne scharfen Winkel umgebogen.
202 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Usambara: In Lichtungen des Hochwaldes bei Lutindi, 1500 m (Horst
n. 3347 — 47. Juli 1893, blühend und mit Früchten).
Die Art gehört zur ersten Gruppe der Sect. Coleoides Benth. und zwar in die nächste
Verwandtschaft des südafrikanischen P. laxiflorus Benth., mit dem sie auch habituell
viel Ahnlichkeit hat. P. laxiflorus ist jedoch im Ganzen stärker behaart, die Haare sind
länger und sind nicht drüsentragende Gliederhaare; die Blätter sind am Grunde deutlich
herzförmig, die Bracteen sind mehr zugespitzt; die Stiele der Cymen und Einzelblüten
sind länger und viel schlanker und dünner; auch die Kelchzühne sind länger zugespitzt.
P. albus Gürke n. sp.; caule ramoso, ramis pubescentibus vel sub-
tomentosis; foliis longe petiolatis, basi cordatis vel subcordatis
vel rotundatis, apice acutis, margine crenatis, membranaceis, utrinque
pubescentibus; racemis ramosis; verticillastris remotis, 6-floris;
bracteis ovatis vel lanceolato-ovatis, acutis, sessilibus; cy mis longe
peduneulatis; floribus longiuscule pedicellatis; ealyce
fructifero declinato, extus pubescente; dente superiore deltoideo-
ovato, acuto; dentibus ceteris brevioribus subaequalibus,
deltoideis, acutis vel acuminatis; corolla alba, basi aequali
declinata.
Die Pflanze wird bis 3 m hoch; die Blätter sind 5—6 cm lang und 4—5 cm breit;
die Blatistiele erreichen eine Länge von A cm. Die 6 blütigen Scheinwirtel sind durch
Internodien von 4—2 cm Länge getrennt. Die Bracteen sind 3—5 mm lang; die Stiele
der Cymen sind zuweilen länger als 4 cm, die Blütenstiele dagegen meist nur 3—5 mm
lang. Inflorescenzachse, Cymen- und Blütenstiele, sowie die Kelche sind mit drüsenlosen
und darunter gemischten drüsentragenden Haaaren mehr oder weniger dicht bedeckt.
Der Kelch ist zur Fruchtzeit 4—5 mm lang. Die weiße Blumenkrone ist sehr schwach
und fein behaart und ohne scharfen Winkel umgebozgen.
Kilimandscharo: In der Landschaft Marangu, in feuchtem Gebüsch
bei der wissenschaftlichen Station, und auch sonst im Urwald sehr gemein,
von 1550—2500 m, am häufigsten zwischen 1900—2200 m (VoLkens n. 744
— 17. August 1893, mit Blüten und Früchten).
Die Art gehört zur Section Coleoides Benth., in die Verwandtschaft von P. laxi-
florus Benth. aus dem Kaplande und von P. violaceus Gürke aus Usambara. Erstere ist
von ihr besonders durch die schlankeren Cymen- und Blütensliele verschieden; letztere
hat größere, mehr zugespitzte Blätter und ist schwächer behaart; die Behaarung ist
außerdem eine verschiedene: bei P. violaceus tragen die längeren, dünnen Haare meist
Drüsen; hier sind die längeren Haare meist Gliederhaare ohne Köpfchen, während zahl-
reiche kürzere Drüsenhaare dazwischen gemischt sind. Von beiden genannten Arten ist
P. albus außerdem durch die weiße Blütenfarbe verschieden.
P. kamerunensis n. sp.; caule ramoso, ramis pubescentibus; foliis
longissime petiolatis, rotundato-ovatis, basi cordatis, apice
acuminatis, margine irregulariter grosseque crenatis, membranaceis,
utrinque pilis adpressis sparsis puberulis vel subglabrescentibus ;
racemis ramosis; verticillastris remotis 6-floris; cymis sessili-
bus vel brevissime pedunculatis; floribus longe pedicel-
latis; bracteis ovatis, sessilibus, acutis; calyce extus pilis longissimis
elanduliferis subtomentoso, post anthesin valde accrescente, fructifero
declinato; dente superiore deltoideo-ovato, acuto; dentibus
M. Gürke, Labiatae africanae, Il. 203
ceteris brevioribus subaequalibus, deltoideis, acuminatis;
corolla violacea, basi aequali declinata.
Stengel bis über 4 m hoch; die unteren Blätter bis 40 cm groß und fast ebenso
breit, ihre Stiele bis 12 cm lang; die Blätter sind beiderseits mit ziemlich langen, an-
liegenden, zerstreuten Haaren besetzt, zuweilen aber auch fast kahl. Die Blüten-
stánde sind außerordentlich schlank, die unteren Scheinwirtel durch 3—4 cm lange
Internodien getrennt; die unteren Cymen sind kaum 1—2 mm lang gestielt, die oberen
ungestielt; die Blütenstiele dagegen erreichen fast 4 cm Länge. Der zur Blütezeit kaum
3 mm lange Kelch vergrößert sich nach derselben bis auf 4 cm Länge. Die Inflorescenz-
achse, die Cymen- und Blütenstiele, sowie der Kelch sind mit ziemlich langen, sehr
dünnen, meist drüsentragenden Haaren dicht bedeckt. Blumenkrone violettblau.
Kamerun: Im Buschwald bei West-Buea, 1000 m (Preuss n. 1039
— 6. Oct. 1891, mit Blüten und Früchten).
Die vorliegende Art gehört zur Verwandtschaft von P. laxiflorus Benth., also zur
Section Coleoides Benth. ; sie ist vor allen anderen durch die außerordentlich langen und
schlanken Blatistiele ausgezeichnet.
P. hylophilus Gürke n. sp.; caule ramoso, ramis pilis glanduliferis
pubescentibus; foliis longe petiolatis, ovatis, basi sub-
cordatis vel cordatis, apice acuminatis, margine duplicato
serratis, membranaceis, utrinque pilis adpressis sparsim adpressis
vel glabrescentibus; racemo divaricatim ramoso, laxe panieulato; braeteis
lanceolatis sessilibus acuminatis, cy mis 3-floris, longiuseule pe-
dunculatis; floribus longe pedicellatis; calyce extus, ut in-
florescentiae axi, pedunculis pedicellisque pilis glanduliferis erassis pubes-
cente, post anthesin valde accrescente, dente superiore deltoideo-
ovato acuminato, dentibus lateralibus lanceolatis brevioribus
acuminatis; dentibus infimis dente superiore longioribus
fere subulatis acuminatis subrigidis; corolla violacea, basi
aequali declinata.
Die Pflanze wird bis 2 m hoch, die größten Blätter bis 40 cm lang und bis 7 cm
breit; die Blattstiele bis 6 cm lang. Die Bracteen sind 3—6 mm lang und 4—3 mm breit,
Die Stiele der Cymen erreichen meist nur eine Lünge von 5 mm, die der Einzelblüten
aber zuweilen von 4 cm. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 8 mm lang.
Kamerun: Im Walde bei Mann's Quelle, 2400 m (Preuss n. 815 —
12. Febr. 1891, mit Blüten und Früchten).
P. hylophilus gehört zur Section Coleoides Benth., in die Verwandtschaft von P. laxi-
florus Benth.
P. orbicularis Gürke n. sp.; caule subramoso, pubescente;
foliis longissime petiolatis, orbicularibus, basi profunde cor-
datis, apice obtusis vel acutiusculis, margine grosse dentatis,
membranaceis, glabris, subtus glandulis nigris adspersis; racemis laxis;
verticillastris remotis, 6-floris; bracteis late ovatis vel rotundatis sessili-
bus acutiusculis; eymis 3-floris breviter pedunculatis; flori-
bus longiuscule pedicellatis; inflorescentiae axi, pedunculis, pedi-
cellis calyceque pilis brevibus pubescentibus; calycis dente superiore `
late ovato, fere rotundato, apice acuto; dentibus laterali-
204 Beiträge zur Flora von Afrika. VII,
€
bus deltoideis acuminatis, infimis deltoideo-lanceolatis
acuminatis, dente superiore longioribus, corolla basi aequali,
declinata.
Stengel in den vorliegenden oberen Teilen dünn und über 40 cm hoch. Blattstiele
4—6 cm lang, sehr dünn und schlank; die Blätter sind 3-—5 cm lang und ebenso breit,
am Grunde tief herzfórmig, am Rande gezähnt, jederseits mit höchstens 4—5 verhältnis-
mäßig sehr großen Zähnen, entweder ganz kahl oder mit wenigen zerstreuten an-
gedrückten Haaren besetzt. Die unteren Scheinwirle] sind bis 3,5 em von einander
entfernt, ihre Bracteen sind bis 6 mm lang und 3 mm breit. Der Stiel der 3blütigen
Cymen ist selten mehr als 2—3 mm lang, zuweilen sind dieselben ganz sitzend; die
Einzelblüten sind 8 mm lang gestielt. Der Kelch wird zur Fruchtzeit bis 5 mm lang. Der
obere Zahn ist verhältnismäßig sehr breit, fast von rundlichem Umriss; die übrigen
Zühne sind mehr oder weniger einander genühert und von dem oberen Zahne getrennt.
Der ganze Kelch, sowie die Achsenorgane im Blütenstande sind mit kurzen Glieder-
haaren ziemlich dicht besetzt, zwischen denen sich mehr oder weniger háufig Drüsen-
haare finden.
Usambara: Im Upanga-Sumpf (Horst n. 4159 — Nov. 1892, blühend
und fruchtend).
Sansibar (Gruss I. n. 826 — 16. Nov. 1888, blühend und
Iruchtend).
Die Art gehórt zur Section Coleoides Benth., und zwar zur ersten Gruppe derselben;
sie ist besonders ausgezeichnet durch die kleinen fast kreisrunden, sehr groß gezähnten
Blätter.
P. Holstii Gürke n. sp.; caule simplici tenui, pilis glanduliferis
pubescente; foliis longiuscule petiolatis, late ovatis vel
rhomboideo-ovatis, basi rotundatis vel obtusis vel cuneatis,
apice acutis, margine dentatis, membranaceis, utrinque puberulis;
racemis brevibus; verticillastris remotis, 4—6-floris; bracteis late
ovatis, acutis, sessilibus; eymis sessilibus; floribus longiuscule
pedieellatis; inflorescentiae axi, pedicellis calycibusque pilis glandu-
liferis tenuibus longis patentibus pubescentibus; calycis dente supe-
riore late ovato acuto; dentibus lateralibus deltoideis acu-
minatis, infimis lanceolatis vel fere subulatis acuminatis
rigidis, dente superiore brevioribus; corolla basi aequali,
declinata.
Die Blaltstiele sind 4—1,5 cm lang, die Blätter 2 cm lang und 1,5 cm breit. Die
unteren Scheinwirlel sind bis 1,5 cm von einander entfernt; die Bracteen sind kaum
5 mm lang und 2 mm breit; die 2—3blütigen Cymen sind fast ganz sitzend, die Einzel-
blüten kaum 5 mm lang gestielt. Die Inflorescenzachsen, Blütenstiele und Kelche sind
mit ziemlich langen, sehr dünnen Drüsenhaaren besetzt. Die Kelche sind zur Frucht-
zeit ungefähr 4 mm lang; der obere Zahn ist länger als die übrigen.
Usambara: an feuchten Stellen niederer Hügel bei Mlalo (Horsr
n. 248 — Jan. 1892).
Die zur Section Coleoides Benth. gehörende Art ist mit P. orbieularis Gürke ver-
wandt, Die Blätter sind jedoch viel kleiner, von eifórmigem oder rhombischem Umriss,
nicht kreisrund wie bei jener, und die Behaarung besteht fast ausschließlich aus langer
Drüsenhaaren, während bei jener Art die Drüsenhaare nur kürzer und zwischen ge-
wöhnlichen Gliederhaaren gemischt auftreten.
Ma M xcd
M. Gürke, Labiatae africanae, Il. 205
P. minimus Gürke n. sp.; caule erecto tenuissimo, pubes-
cente; foliis minimis, breviter petiolatis, ovatis, basi obtusis
vel in petiolum angustatis, apice obtusis, margine erenatis,
crassiusculis, utrinque puberulis et glandulis nigris adspersis; ra-
cemo brevissimo; bracteis ovatis vel lanceolato-ovatis, minimis sub-
sessilibus; cy mis 1—3-floris sessilibus, floribus pedicellatis;
pedicellis calycibusque pilis brevibus puberulis; calycis dente supe-
riore late-ovato vel rotundato, apice obtusiuseulo; dentibus
ceteris longioribus, lateralibus deltoideis acutis, infimis
lanceolatis acuminatis.
Die einjährige Pflanze wird nur 3—40 cm hoch. Die Behaarung am Stengel, an
den Blättern und Blütenteilen besteht aus sehr kurzen, brüunlichen, dicken, fast kegel-
fórmigen Gliederhaaren. Der Stengel besitzt meist nur 4 oder 2 Blattpaare; die Blätter
sind 4—6 mm lang und 2—3 mm breit, entweder ganz sitzend oder höchstens 1—2 mm
lang gestielt. Der ganze Blütenstand ist gewóhnlich auf 4 oder 2 Scheinwirtel redu-
ciert; die Cymen sind 1—3-blütig und ohne entwickelten Stiel; die Blütenstiele sind
sehr zart und dünn und 2—4 mm lang. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 2—3 mm lang.
Kamerun: in der Grasregion bei NW-Buea auf Felsen, bei 2200 m
(Preuss n. 1049 — A. Oct. 1894, mit Früchten).
Die zur Section Coleoides Benth. gehörende Art ist durch ihre Kleinheit und
Zierlichkeit vor allen anderen bisher bekannten Species kenntlich,
P. sylvestris Gürke n. ap: caule ramoso, inferne glabrescente,
superne pubescente; foliis petiolatis, late ovatis, basi in
petiolum angustatis, apice acuminatis, margine grosse dentatis
vel dentato-crenatis, membranaceis, utrinque glabris, vel subtus
secundum nervos pilis adpressis sparsim obsitis; racemo ramoso, laxo;
vertieillastris inferioribus remotis; bracteis lanceolatis vel ovato-lanceo-
latis, sessilibus, acutis; eymis 4—6-floris sessilibus; floribus lon-
gissime pedicellatis; inflorescentiae axi, pedicellis calycibus-
que pilis brevibus crassis pubescentibus; calycis dente superiore
late ovato acuto; dentibus lateralibus minoribus lanceolatis
acuminatis; inferioribus lanceolatis aeuminatis, denti supe-
riori fere aequilongis; corolla coerulea, extus pubescente, tubo bre-
vissimo.
Ein 2 m hoher Strauch mit kahlen, oberwärts flaumig behaarten Zweigen. Die
Behaarung besteht, ebenso wie am Blütenstande, den Blütenstielen und Kelchen aus
kurzen, sehr dicken, etwas gekrümmten, fast kegelfórmigen, brüunlichen oder fast
violetten Gliederhaaren, die besonders an der Basis des Kelches kräftig entwickelt sind.
Die Blätter sind 3—5 cm lang und 2—4 cm breit, entweder ganz kahl oder an der Unter-
seite in den Nerven mit spürlichen, meist anliegenden Haaren besetzt; die in die Blatt-
lamina allmählich übergehenden Blattstiele sind 4 —1,5 cm lang. Der Blütenstand ist
am Grunde verzweigt; die unteren Scheinwirtel sind durch 2—3 cm lange Internodien
getrennt. Die sehr leicht abfallenden Bracteen sind 1—3 mm lang. Die Cymen besitzen
keine Stiele, dagegen sind die Einzelblüten bis 4 cm lang gestielt. Die Kelche sind zur
Fruchtzeit bis 5 mm lang.
206 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Kilimandscharo: am Rifinika-Hügel am Mawenzi, häufig im oberen
Urwalde und den noch hóher gelegenen baumreichen Schluchten und ver-
einzelten feuchten Waldparcellen (Vorkews n. 965 — 14. Sept. 1893,
blühend).
Die Staubfüden siud an der Basis ein wenig untereinander verwachsen, doch bei
weitem nicht so hoch, wie dies bei der Gattung Coleus gewóhnlich der Fall ist. Im
allgemeinen ist der Habitus der vorliegenden Pflanze mehr der einer Plectranthus-Art.
Die charakteristischen kurzen, kegelfórmigen Haare finden sich jedoch auch in der
Gattung Coleus, In der Gattung Plectranthus muss die Art zu der Section Coleoides Benth.
gerechnet werden.
P. prostratus Gürke n. sp.; caule humifuso repente, ad nodos
radicante, puberulo; foliis breviter petiolatis, late obovatis, basi
cuneatis vel in petiolum angustatis, apice obtusis, margine obso-
lete erenatis vel undulatis, carnosis, succulentis, utrinque pilis
adpressis sparsis puberulis; racemis simplicibus laxis; verticillastris
6—10-floris; eymis sessilibus, floribus longe pedicellatis;
bracteis ovatis sessilibus obtusis; inflorescentiae axibus, pedicellis, brac-
teis ealycibusque pilis albescentibus brevibus pubescentibus; calycis
dente superiore rotundato-ovato acutiusculo, dentibus
ceteris subaequalibus, dente superiore sublongis lanceo-
latis acuminatis; corolla violacea.
Der sehr fein und schwach behaarte Stengel kriecht am Boden entlang und ent-
sendet aus den 3—4 cm von einander entfernten Blattachseln 3—5 cm lange, aufrechte
Seitenzweige, und treibt zugleich aus den Knoten nach unten zu Wurzeln. Die fleischigen
Blätter erreichen, den in die Lamina allmählich übergehenden Stiel eingeschlossen, eine
Lünge vou 4,5 em und eine Breiie von hóchstens 4 cm; die an den aufrechten Seiten-
zweigen stehenden Blätter sind noch von bedeutend kleineren Dimensionen; dieselben
gehen allmählich in sehr winzige Bracteen von kaum 4 mm Länge über. Die Cymen
entspringen ohne Stiel in den Achseln der oberen Laubblätter und Bracteen und bilden
eine einfache, kurze, ziemlich breite, aber lockerblütige Traube. Die einzelnen Blüten
stehen auf schlanken, 5—8 mm langen Stielen. Die Inflorescenzachsen, Bracteen, Blüten-
stiele und Kelche sind von sehr kurzen, etwas gekrümmten Gliederhaaren flaumig. Die
Kelche sind zur Fruchtzeit 2,5—3 mm lang.
Kilimandscharogebiet: am Fuß der Nashornhügel am Pangani-
übergang, in dem mit grasigen Stellen abwechselnden Steppengebüsch,
bei 860 m Höhe (Vorkens n. 484 — 2. Juli 1893, fruchtend).
Seengebiet: Ukira (Fıscner n. 497).
Diese habituell sehr auffallende Art gehört zur Section Coleoides Benth. Von
Blumenkronen waren nur Spuren noch vorhanden, welche nicht gestatten, etwas Näheres
über die Gestalt derselben zu sagen. Der kriechende, niederliegende, an den Knoten
wurzelnde Stengel mit den kurzen, aufrechten Seitenzweigen lässt sie von allen bisher
bekannten Arten der Gattung leicht unterscheiden. Nach der Ausbildung der Blüten-
stände würde sie in die Nähe von P. lawiflorus Benth. zu stellen sein, mit der sie aber
habituell gar keine Ahnlichkeit hat,
P. flaccidus (Vatke) Gürke.
Die von Varke unter dem Namen Coleus flaccidus in Linn. XVIII. p.90 beschriebene
HıLpesrAannr'sche Pflanze (n. 4264) ist auch von Horst bei Doda an der Sansibarküste
M. Gürke, Labiatae africanae. II. 207
gesammelt worden (n. 2980). Bei nüherer Untersuchung der Pflanze zeigte es sich, dass
die Staubfäden bis zur Basis frei sind, dass also die Art bei der Gattung Plectranthus
einzureihen ist,
P. usambarensis Gürke n. sp.; caule ramoso, pilis glanduliferis
patentibus pubescente; foliis longe petiolatis, late vel rhom-
boideo-ovatis, basi obtusis, interdum in petiolum angustatis, apice
acutis, margine serratis, membranaceis, utrinque pilis longissimis ad-
pressis sparsim pubescentibus; racemis laxis; verticillastris remotis ;
bracteis persistentibus, lanceolato-ovatis, acutis, sessilibus; cy mis
2-floris, breviter pedunculatis; floribus longiuscule pedicel-
latis; inflorescentiae axi, pedunculis, pedicellis calycibusque pilis bre-
vissimis glanduliferis, pilis longioribus haud glanduliferis intermixtis,
pubescentibus; calyce breviter tubuloso, dente supremo late del-
toideo acuto, marginibus paullum decurrentibus; dentibus
lateralibus denti superiori aequilongis, deltoideis acumi-
natis; infimis longioribus, lanceolatis acuminatis.
Die Blätter sind 3—3,5 cm lang und 2—2,5 cm breit, die Stiele der unteren sind
bis 2 cm lang. Die Trauben stehen gewöhnlich zu dreien am Ende des Stengels; die
unteren Scheinwirtel sind 4 cm von einander entfernt; die Bracteen sind 2—3 mm lang.
Die meist 2blütigen Cymen sind kaum 4 mm lang gestielt, die Blütenstiele dagegen er-
reichen eine Länge von 5 mm. Die zur Blütezeit 1—1,5 mm langen Kelche vergrößern
sich bis auf 5 mm Länge.
Usambara: auf trockenen Plätzen bei Mlalo (Horst n. 487 — März
1892, blühend und fruchtend).
Die Art gehört zur ersten Gruppe der Sect. Coleoides Benth., sie ist ausgezeichnet
durch die nicht, wie sonst in der Gattung so häufig, abfallenden Bracteen und die
2blütigen Cymen. Sie steht dem P. flaccidus (Vatke) Gürke nahe, welcher sich ebenfalls
durch wenigblütige Cymen auszeichnet. Letztere Art hat aber viel größere und länger
gestielte Blätter, reichlicher verzweigte Blütenstände, und an dem Kelche verlaufen die
obersten Quernerven der mittleren Zähne ziemlich horizontal und entfernt von den
Rändern der Zähne, während sie bei unserer Art ganz nahe und parallel dem Rande der
Zähne verlaufen.
P. Emini Gürke n. sp.; caule ramoso pubescente; foliis longius-
cule petiolatis, rotundato-ovatis, basi obtusis vel subcordatis,
apice acutis, margine irregulariter grosseque dentato-crenatis,
erassiuseulis, utrinque pubescentibus; racemis ramosis laxis; ver-
ticillastris remotis 4À—6-floris; bracteis minimis ovatis acutis sessili-
bus; eymis sessilibus vel breviter pedunculatis; floribus
longiuscule pedicellatis; inflorescentiae axi, pedunculis, pedicellis
calyeibusque pilis brevibus pubescentibus; calyce post anthesin valde
accrescente, dente superiore ovato acuto, marginibus non de-
currentibus; dentibus lateralibus deltoideo-lanceolatis
acutis, denti superiori subaequilongis; infimis lanceolatis
acutis longioribus; corolla basi defracta.
Der verzweigte Stengel ist, wie die ganze Pflanze, von abstehenden weichen
Gliederhaaren mehr oder weniger dicht flaumig behaart. Die Blätter sind 3—4 cm lang
208 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
und 2—3 cm breit; die unteren sind bis 3 em lang gestielt, die oberen kürzer gestielt.
Der ziemlich verzweigte Blütenstand trägt an den einzelnen Achsen in 4—2 cm Ent-
fernung die wenigblütigen Scheinwirtel. Die Bracteen sind 1—2 mm lang, die in ihren
Achseln entspringenden Cymen sind meist 2blütig und 2—3 mm lang gestielt, zuweilen
aber auch fast sitzend. Die Blütenstiele sind ca. 5 mm und die Kelche zur Fruchtzeit
ungeführ ebenso lang.
Seengebiet: bei Bukoba (Srunmann n. 3882 — 7. April 1892,
blühend und fruchtend).
Die Art gehórt zur Sect, Coleoides Benth.
P. cyaneus Gürke n. sp.; caule erecto subramoso, inferne glabres-
cente, superne subtomentoso; foliis breviter petiolatis, late ovatis,
basi rotundatis vel subcordatis, apice obtusis, margine grosse
crenatis, erassis, utrinque subtomentosis; verticillastris in-
ferioribus remotis, 8—A0-floris; bracteis ovatis, sessilibus; cymis
sessilibus, floribus longe pedicellatis; inflorescentiae axi, pedi-
celis calycibusque pilis longis patentibus tomentosis; calyce extus
glandulis aurantiaceis adsperso, dente superiore late ovato
acuto, marginibus vix decurrentibus; dentibus lateralibus deltoideo-
lanceolatis acuminatis, infimis paullo longioribus, subu-
lato-lanceolatis, acuminatis; corolla cyanea, basi curvata,
haud saccata, extus glandulis aurantiaceis adspersa.
Blätter 3—5 cm lang, 2--3 cm breit, 4—2 cm lang gestielt. Der Blütenstand zeigt
meist an der Basis zwei Seitenüste, die unteren Scheinwirtel sind 4 cm von einander
entfernt; die Blütenstiele sind 4—6 mm lang, der Kelch ist zur Fruchtzeit 2—2,5 mm lang.
Usambara: Siloi bei Mascheua, im trockenen Steppenbusch, in dem-
selben emporrankend, 550 m (Horsr n. 8850 — 4. August 1893, blühend
und fruchtend); Handei bei Kwa Mshusa, am Rande des gelichteten Hoch-
waldes, im Gesträuch in die Höhe rankend, 4570 m (Horsr n. 8984 —
10. August 1893, blühend und fruchtend).
Die Pflanze wurde unter den Horsr'schen Pflanzen als Coleus cyaneus ausgegeben,
stellte sich aber bei nüherer Untersuchung als Plectranthus heraus, Sie gehürt zur Seclion
Coleoides Benth., in die Verwandtschaft von P. madagascariensis Benth.
P. crenatus Gürke n. sp.; caule pilis glanduliferis pubes-
cente vel subtomentoso; foliis longe petiolatis, rotundato-
ovatis, basi rotundatis, apice acutis, margine erenatis, utrinque pilis
glanduliferis pubescentibus vel subtomentosis; verticillastris pauci-
floris; floribus longiuscule pedunculatis; calyce extus pilis tenuibus
longissimis glanduliferis subtomentoso; dente superiore ovato
acuto; dentibus lateralibus deltoideo-lanceolatis, dente
superiore brevioribus; dentibus infimis lanceolatis, acuminatis,
inter sese liberis; corolla cyanea.
Die Blätter werden bis 5 cm lang und fast ebenso breit, ihre Stiele sind 2
lang. Die Kelche sind zur Blütezeit 4—4,5 mm lang.
Usambara: Im Gestráuch in Lichtungen bei Mascheua, 1200 m (Horst
n. 8730 — 28. Juli 4893, blühend).
2,5 cm
M. Gürke, Labiatae africanae. Il. ' 909
Gehört zur Section Coleoides Benth. und ist in der dritten Gruppe derselben unter-
zubringen.
P. tetragonus Gürke n. sp.; caule erecto ramoso tetragono, in-
ferne glabrescente, superne pilis longis erassissimis patenti-
bus hirsuto; foliis oblongis, in petiolum longum decurrentibus,
apice acutis, utrinque glabris, interdum subtus secundum nervos pilosis;
racemo ramosissimo; floribus singulis, in axillis bractearum
longe pedicellatis; bracteis rotundato-ovalibus sessilibus acuminatis;
inflorescentiae axibus, pedicellis calyeibusque pilis glanduli-
feris brevibus pubescentibus; calyce fructifero tubuloso curvato;
dente superiore rotundato-ovato, acuminato, marginibus
paullo decurrentibus; dentibus lateralibus deltoideo-
lanceolatis, longe acuminatis, denti superiori aequilongis; infimis
lanceolato-subulatis, dente superiore longioribus; corolla extus
puberula, flava, tubo brevi; nuculis nigris.
Der 4 m hohe aufrechte Stengel ist sehr scharf-4kantig und trägt, besonders an
den Blattknoten, sehr lange dicke, abstehende, fast stechende, dornartige Haare. Die
Blätter sind 8—40 cm lang und 5—6 cm breit; die Blattlamina läuft an dem 5—7 cm
langen Blattstiel herab, so dass dieser geflügelt erscheint. Der Blütenstand ist außer-
ordentlich reich verzweigt. Die Blüten sitzen nicht in Cymen, sondern einzeln in den
Achseln von 2—3 mm langen Bracteen und sind selbst 5—8 mm lang gestielt. Die Kelche
sind besonders an der Basis, ebenso wie die Inflorescenzachsen und die Blütenstiele,
von abstehenden Drüsenhaaren flaumig. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 5—6 mm lang,
ziemlich lang röhrenförmig und gekrümmt.
Usambara: Im Steppenbusch bei Mascheua, 500 m (Horsr n. 3573
— 26. Juli 1893, blühend und fruchtend).
Diese Art ist durch mehrere auffallende Merkmale von anderen Plectranthus-Species
ausgezeichnet: Der sehr deutlich A kantige Stengel mit den fast dornartigen Haaren, die
großen Blätter mit am Blattstiel herablaufender Lamina, die einzeln in den Achseln von
Bracteen stehenden, langgestielten Blüten von gelber Farbe und die glänzend schwarzen
Nüsschen, welche letztere bei der Mehrzahl der Plectranthus- und auch der Coleus-Arten
von bräunlicher Färbung sind. Die Anordnung der Blüten lässt sie in keine der bisher
angenommenen Sectionen unterbringen, so dass sie als Repräsentant einer gesonderten,
neuen Section: Singuliflorae zu betrachten ist.
P. melanocarpus Gürke n. sp.; caule erecto ramoso tetragono,
pilis longis erassissimis patentibus hirsuto; racemo ramo-
sissimo; floribus singulis in axillis bractearum longe pedi-
cellatis, braeteis lanceolato-subulatis sessilibus; inflorescentiae axibus,
pedicellis calycibusque pilis glanduliferis brevibus pubescentibus; calyce
fructifero longe tubuloso curvato, basi rubro; dente superiore
orbiculari obtuso; dentibus lateralibus lanceolatis acumi-
natis dente superiore longioribus; infimis lanceolato-
subulatis aeuminatis, quam dentes ceteri longioribus; nuculis
nigris.
Der aufrechte Stengel ist auffallend scharf-4kantig und ist mit sehr langen, starren,
fast stechenden und dornartigen Haaren besetzt. Die Blätter fehlen an den vorhandenen
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd, 14
210 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Exemplaren gänzlich. Die Blütenstände entspringen sehr zahlreich aus dem oberen Ende
des Stengels und sind selbst wieder reich verzweigt. Die Blüten sitzen einzeln auf
schlanken, 5—8 mm langen Stielen in den Achseln von 1—2 mm langen Bracteen. Die
Inflorescenzachsen, Blütenstiele und die Kelche, besonders an der Basis, sind mit kurzen,
drüsentragenden Haaren bedeckt. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 6—8 mm lang und in der
Mitte 4,5 mm breit, sehr lang röhrenförmig, gekrümmt, sehr starr, mit kräftigen Längs-
adern, an der Basis orangerot, nach oben zu blassrot; der obere Zahn abgerundet, die
seitlichen und unteren in lange dünne, fast stechende Spilzen ausgehend. Die Nüsschen
sind glänzend schwarz.
Massaisteppe: Fischer n. 511.
Die Art ist mit P. tetragonus Gürke ganz nahe verwandt und gehört mit ihr, da die
Anordnung der Blüten durchaus dieselbe ist wie bei dieser, zu derselben Section Singuli-
florae. Sie hat außerdem mit ihr gemein den kantigen Stengel, die eigentümliche Be-
haarung und die glänzend schwarzen Nüsschen. Der Kelch ist jedoch bei P. melano-
carpus länger, schmäler und noch deutlicher róhrenfórmig, rot (bei P. tetragonus zur
Fruchtzeit grünlichgelb); der obere Zahn ist stumpf (bei P. tetragonus spitz) und die
übrigen Zühne sind noch spitzer und starrer als bei jener Art. Ob noch Unterschiede in
den Blüttern und Blumenkronen vorhanden sind, lüsst sich bei dem Fehlen derselben
nicht feststellen.
Coleus Lour., Fl. Coch. 379.
C. amboinicus Lour., Fl. Goch. 372 var, violaceus Gürke n. var.,
floribus violaceis vel coeruleo-violaceis.
Kilimandscharo: Am felsigen Rande des ehemaligen Kraters am
Dschalla-See, 4000 m (Vorkens n. 324 — 15. Juni 1893, blühend und
fruchtend); am Fuße der Nashornhügel am Pangani-Übergang, 800 m
(Vorkens n. 487 — 2. Juli 4893, fruchtend).
Die vorliegenden Pflanzen unterscheiden sich von C. amboinicus Lour. (C. aro-
maticus Benth.) im Wesentlichen nur durch die violelte oder blau-violette Blütenfarbe,
wührend die genannte Art stets mit purpurroter Blumenkrone angegeben wird; nur
WoxsunGu beschreibt (nach Hooker in Fl. Brit, Ind. IV. p. 625) die Blüten ebenfalls als
blau. Die Blütter sind nach Angabe des Sammlers rot gesäumt; jedoch ist dies an den
gelrockneten Exemplaren nicht mehr zu sehen, und es ist wahrscheinlich, dass dies auch
bei den übrigen mir von C. amboinicus vorliegenden Exemplaren der Fall ist; in der
Litteratur finde ich darüber keine Angabe, Ferner ist der obere Zahn des Kelches im
Fruchtzustande häufig auffallend stark nach vorn und die übrigen Zühne nach innen ge-
krümmt, ein Merkmal, welches ich sonst bei C, amboinicus nicht beobachtete; doch
scheinen mir alle diese Merkmale zur Aufstellung einer besonderen Art nicht ausreichend.
Die von VoLkEns gesammelten Exemplare sind unzweifelhaft wild, wührend die Art in
Indien wohl stets nur in cultiviertem Zustande vorkommt. Bisher war die Pflanze auf
dem afrikanischen Continent noch nicht bekannt; von Mauritius ist sie schon von SIEBER
(Fl. maur. II. n. 337) ausgegeben worden, und auch auf Comoro kommt sie vor, wie ein
von SCHMIDT (n. 267; Juni 1886, in Feldern und auf grasigen Flächen) aufgenommenes
Exemplar beweist.
C. maculatus Gürke n. sp.; frutex ramis hirsutis; foliis late ovatis
vel subrhomboideis, basi in petiolum brevem angustatis,
apice obtusis, margine irregulariter grosseque crenatis, utrinque
subtomentosis; racemis terminalibus longissimis; verticillastris re-
motis, 6—1 0-floris; bracteis ovatis, obtusiuseulis, utrinque subtomentosis:
M. Gürke, Labiatae africanae. II. 211
floribus longe peduneulatis; pedunculis, ut inflorescentiae axis
et calyx, pilis longissimis patentibus glanduliferis hirsutis;
calycis fructiferi tubo brevi lato, fauce intus dense villoso,
dente supremo ovato acuto, marginibus planis, breviter decurrenti-
bus, dentibus lateralibus infimisque lanceolatis acutis;
corollae tubo defracto, labio inferiore elongato-cymbiformi.
Ein kleiner, niedriger Strauch mit nach oben deutlich vierkantigen Ästen. Die
größeren Blätter sind 8—10 cm lang, 6—8 cm breit, mit 2—3 cm langem Blattstiel. Die
unteren Bracteen sind bis 2 cm lang und 4 cm breit, die oberen werden allmählich kleiner.
Die Blütenstiele sind 4—6 mm, die Kelche ungefähr 5 mm lang. Die Kelche sind an der
Basis, ebenso wie die Blütenstiele, und die Achse des Blütenstandes mit langen Drüsen-
haaren besetzt, zwischen denen kürzere drüsenlose Haare einen ziemlich dichten Filz
bilden, während die Kelchzähne der längeren Haare entbehren, aber mit kurzen Drüsen-
haaren gewimpert sind. Die Blumenkrone ist hellblau, die Oberlippe trägt auf der Platte
einen helleren Fleck mit dunkleren Punkten; die Unterlippe ist auf der Wólbung mit
vereinzelten langen Haaren besetzt.
Kilimandscharo: Marangustation, zwischen der wissenschaft-
lichen und der Militärstation, im Gebüsch, 1530 m (Vorkens n. 429 —
22. Juni 4893, blühend).
Die vorliegende, zur Section Calceolus Benth. gehórende Art ist nahe verwandt mit
C. Kilimandschari Gürke; sie unterscheidet sich von dieser durch die gróber gekerbten,
etwas dünnhüutigeren Blütter, durch die stumpferen Bracteen, die hellere Blütenfarbe
und besonders durch die Behaarung der Blütenstiele und Kelche, Die längeren Haare
tragen hier sämtlich Drüsen, während die kürzeren drüsenlos sind; bei C. Kilima-
ndschari ist es umgekehrt, dort sind die langen Haare an der Kelchbasis und an den
Blütenstielen drüsenlos, dazwischen finden sich aber kürzere Drüsenhaare. Auch an den
Kelchzühnen zeigt sich in der Behaarung ein Unterschied: hier tragen die Wimperhaare
Drüsen, bei C. Kilimandschari nicht.
C. decumbens Gürke n. sp.; perennis, caule basi decumbente stolo-
nifero pubescente; foliis parvis, inferioribus rhomboideo-ovatis, superioribus
lanceolato-ovatis, omnibus basi in petiolum attenuatis, apice obtusis, mar-
gine grosse crenato-dentatis, carnosis, crassis, utrinque pubescentibus;
racemis terminalibus et in axillis foliorum superiorum axillaribus, densi-
floris; verticillastris paucifloris; bracteis late ovatis, obtusis, carnosis,
pubescentibus demum deciduis; floribus longiuscule pedunculatis, pe-
dunculis pubescentibus vel subhispidis; calyce extus subhispido, intus
fauce villoso tubo brevi lato, dente supremo rotundato apiculato, marginibus
vix decurrentibus, dentibus ceteris subaequalibus, lanceolato-deltoideis
acutis, margine ciliatis; corollae tubo defracto, labio inferiore stipitato
cymbiformi.
Die am Grunde niederliegenden Stengel und Zweige senden lange, an den Felsen
herablaufende Ausläufer aus. Die Blätter sind, den in die Lamina allmählich über-
gehenden Blattstiel eingerechnet, 4—3 cm lang und bis 45 mm breit, Die dicht-
gedrüngten Blütenstände sind meist 6—10 cm lang. Die untersten Bracteen sind
5—6 mm lang und 3—4 mm breit, die der oberen Blüten kleiner. Die Blütenstiele sind
3—4 mm lang, der Kelch ungefähr von gleicher Länge, der oberste Zahn 4 mm lang.
14*
212 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Die Unterlippe der Blumenkrone ist violett, die Oberlippe außen blau, innen weiß mit
blauen Längsstreifen.
Kilimandscharo: am felsigen Rand des Kraters am Dschallasee,
1000 m hoch (Vorkexs n. 327 — 15. Juni 1893, blühend); bei Txamtei in
Duruma, auf dürren Hügeln (HıLvesraxpr n. 2320 — Jan. 1877, fruchtend).
Die Art ist sehr nahe mit dem ostindischen C, caninus (Roth) Vatke verwandt, mit
dem sie habituell ganz übereinstimmt. Die hauptsächlichsten Unterschiede liegen im
Kelch; derselbe ist hier offener, von Consistenz weicher und zarter und von schwächeren
Nerven durchzogen als bei jener Art. Der obere Zahn ist bei C. caninus gestutzt,
stumpf, zuweilen am oberen Rande schwach gekerbt; hier geht er in eine kurze, aber
deutliche Spitze aus. Ferner sind bei unserer Art die Bracteen fleischig, bei C. caninus
dünnhàáutig.
C. lasianthus Gürke n. sp.; perennis caule villoso; racemis termi-
nalibus, densifloris; bracteis ovalis vel ovato-lanceolatis, obtusis, sessilibus
utrinque villosis, crassis, inferioribus interdum subdentatis; floribus lon-
giuscule peduneulatis; pedunculis erectis, axi inflorescentiae appressis,
villosis, calyce brevioribus; calyce extus villoso, intus fauce villoso, tubo
brevi lato, dente supremo rotundato apiculato, marginibus vix decurren-
tibus; ceteris subaequalibus deltoideis acutis; corollae tubo curvato, labio
inferiore stipitato eymbilormi.
Von der Pflanze sind nur die Blütenstände mit vollständig blattlosen Stengelteilen
vorhanden. Die Bracteen sind bis 10 mm lang und 6 mm breit; die Blütenstiele sind
3—4 mm, der oberste Kelchzipfel 6—7 mm lang.
Ostafrika: lrangi (Fıscner n. 507).
Trotz der Unvollständigkeit des vorhandenen Materials genügt dasselbe, um die
Pflanze als eigene Arl erkennen zu lassen. Dieselbe ist nahe verwandt mit C. caninus
(Roth) Vatke und mit C. decumbens Gürke. Von beiden unterscheidet sie sich durch die
größeren Dimensionen der Blütenteile, besonders des Kelches, der fast doppelt so groß
ist, als bei jenen Arten, und ferner durch die viel längere Behaarung des Stengels und
besonders der Blütenteile.
C. comosus Hochst. in Sc. It. Abyss. II. n. 1328.
Diese von SCHIMPER und von STEUDNER mehrfach gesammelte Pflanze ist von VATKE
in Linnaea XXXVII (1872). p. 318 mit dem ostindischen C. caninus (Roth) Vatke
(C. spicatus Benth.) vereinigt worden, weicht aber nach den mir vorliegenden Exem-
plaren so erheblich von diesem ab, dass sie als gesonderte Art aufrecht erhalten werden
muss. Der Kelch ist bei C. comosus Hochst. wohl noch einmal so groß als bei C. caninus,
die seitlichen und oberen Zähne sind viel schmäler, fast lineal; die Bracteen sind er-
heblich größer und in eine lange, gebogene Spitze ausgezogen. Auch die Blumenkrone
scheint fast die doppelte Größe der von C. caninus zu erreichen. Die Pflanze ist mir
bisher von folgenden Standorten bekannt geworden :
Abyssinien: bei Semajate um 2600 m (Scuımper 1862 — n. 622);
am Berge Erareta um 3500 m (ScuiupegR 1862); an der Nordseite des Berges
Aber bei Dschenausa (Scumrer H. n. 1328); bei dem Dorfe Wadela in
SO-Abyssinien (Sreupner n. 1422).
C. gymnostomus Gürke n. sp.: perennis ramis canescente-
tomentosis; foliis ovatis, basi in petiolum brevem angustalis, apice
obtusis vel acutiusculis, crenatis, utrinque subtomentosis, subtus canes-
N. Gürke, Labiatae africanae. I. 213
centibus, crassis; racemis terminalibus; verticillastris S—10-floris; floribus
longiuscule peduneulatis; pedunculis, ut inflorescentiae axis,
pilis albescentibus patentibus tomentosis; calycis tubo brevi lato,
extus, praesertim basi, tomentoso, intus glabro; dente superiore
rotundato, apice acuto vel subacuminato, marginibus bre-
viter decurrentibus; dentibus ceteris lanceolatis, acumi-
natis.
Blätter 5—6 cm lang, 3,5—4,5 cm breit, Blattstiele 2 cm lang; Blütenstiele 7—8 mm.
Der 5—6 mm lange Kelch ist an der Basis mit ziemlich langen, abstehenden Haaren, im
Übrigen mit spärlichen kurzen Haaren besetzt und an den Rändern der Zähne gewimpert;
außerdem finden sich auf seiner Außenseite, ebenso wie auf der Blumenkrone, ziemlich
zahlreiche gelbe oder rótliche Drüsen.
Ostafrika: Ohne nähere Standortsangabe (Fiscuxn I. n. 333).
C. gymnostomus gehört zu $ 4. Vulgares der Sect, Solenostemonoides Vatke. Habituell
hat sie mit C. Kilimandschari Gürke und den damit verwandten Arten Ahnlichkeit; jedoch
unterscheidet sie sich von diesen durch den kahlen Kelchschlund.
C. silvaticus Gürke n. sp.; caule erecto ramoso glabro; foliis
ovatis, basi obtusis vel in petiolum brevem angustatis,
apiee longe acuminatis, margine grosse serratis, membrana-
ceis, supra glabris, subtus glabris vel junioribus puberulis; racemis ramosis;
verticillastris remotis 8—14-floris; cymis sessilibus vel
breviter pedunculatis; floribus longiuscule pedicellatis;
inflorescentiae axi, pedunculis, pedicellulis calycibusque puberulis; calycis
dente superiore rotundato-ovato, obtuso, marginibus paullo
decurrentibus; dentibus lateralibus brevioribus oblongis,
apice latioribus, obtusis, interdum subapiculatis; denti-
bus infimis longissimis subulato-acuminatis, alte inter
sese connatis.
Blätter 3—4 cm lang, 2—3 cm breit, Blattstiele 4—2 cm lang. Die unteren Schein-
wirtel 3 cm lang; die Cymen sind kaum 2 mm oder noch kürzer gestielt, die Blüten
sitzen an 4—6 mm langen Stielen. Die unteren Zühne des Kelches sind zur Fruchtzeit
bis 8 mm lang.
Usambara: Am Rande von Hochwaldungen (Horsr n. 3704 u. 3708
— Juli 1892, blühend und fruchtend).
Die Art gehürt zur Gruppe Vulgares der Section Solenostemonoides Vatke, und zwar
in die Nühe des abyssinischen C. latifolius Hochst.
C. repens Gürke n. sp.; caule basi repente, ad nodos radicante
pubescente, foliis longe petiolatis suborbicularibus, basi
rotundatis vel in petiolum angustatis, apice obtusis, grosse
crenatis, membranaceis, utrinque pilis adpressis sparsis puberulis vel
subglabris; racemis brevissimis; verticillastris remotis
4 —412-floris; bracteis ovalibus sessilibus acutiusculis; ey mis breviter
pedunculatis; floribus longe pedicellatis; inflorescentiae axi,
peduneulis, pedicellis calycibusque pubescentibus; calyce intus fauce
nuda, dente superiore late ovato, obtuso, marginibus non
214 Beitráge zur Flora von Afrika, VIII.
decurrentibus; dentibus lateralibus oblongis acutiusculis,
dente superiore brevioribus; dentibus infimis longissimis,
subulatis, alte inter sese connatis; corolla albescente, labio
inferiore purpureo.
Der am Boden kriechende und an den Knoten an der Basis Wurzel treibende, dann
sich bis zu 30 cm Höhe erhebende Stengel trägt 4,5—2,5 cm lange und nahezu ebenso
breite Blätter, auf 1—2 cm langen Stielen. Die Blütenstände sind nur 3—5 cm lang und
bestehen aus nur 2 Scheinquirlen, welche 2—3 cm von einander entfernt sind. Die
Cymen sind 2—3 mm lang gestielt, die Blüten 3—5 mm. Die Kelche sind zur Fruchtzeit
bis 7 mm lang.
Kamerun: Im Urwald westlich von Buea, an Steinen und auch
epiphytisch, 1200 m (Preuss n. 949 — 21. Sept. 1891, blühend und
fruchtend).
C. repens gehört zur Gruppe Vulgares der Section Solenostemonoides Vatke und ist
durch die kleinen rundlichen Blütter, durch den kriechenden Stengel und die kurzen
Inflorescenzen vor anderen ausgezeichnet.
C. langipetiolatus Gtürke n. sp.; fruticulus caule erecto inferne
glabro, superne pubescente; foliis ovato-ellipticis, basi in petio-
lum longissimum angustatis, apice acutis, margine grosse ser-
ratis, utrinque secundum nervum venasque primarias puberulis, margine
ciliatis, ceterum glabris; racemis terminalibus et in axillis foliorum superio-
rum axillaribus, laxifloris; vertieillastris paucifloris; bracteis lineari-
bus; floribus longe pedunculatis; pedunculis, ut inflorescentiae axis,
fuscescenti-pubescentibus vel subvillosis; calycis fructiferi tubo brevi lato,
dente supremo deltoideo-ovato acuminato marginibus planis
vix vel breviter decurrentibus, dentibus lateralibus del-
toideo-lanceolatis acuminatis, infimis lanceolatis acumi-
natis, basi inter se connatis; corollae tubo defracto, labio inferiore
elongato-cymbiformi.
Die deutlich vierkantigen Stengel der bis 2 m hohen Pflanze sind nach oben zu,
besonders an den Knoten, flaumig behaart, nach unten zu kahl. Die Blütter sind
10—12 cm lang und 5—7 cm breit; ihre Stiele erreichen eine Länge von 5 cm. Die
Achse des Blütenstandes, sowie die Blütenstiele sind mit brauuroten, abstehenden
längeren gegliederten und kürzeren Drüsenhaaren ziemlich dicht bekleidet. Die linealen,
dünnhäutigen Bracteen sind 3 mm, die schräg abstehenden Blütenstiele 8—10 mm lang.
Der Kelch ist 5—6 mm lang. Die Blumenkrone ist von dunkelblauer Farbe.
Usambara: In Liehtungen des Hochwaldes bei Kongoi Gonja in der
Nähe von Kwa Mshusa, 1570 m (Horst n. 9076 — 45. Aug. 1893, blühend).
Die Art ist zu 8 4 Paniculati der Sect. Solenostemonoides Vatke zu stellen. Habituell
hat sie wegen der großen Blätter einige Ähnlichkeit mit C. Garckeanus Vatke, von der
sie aber im Blütenbau weit abweicht.
C. camporum Gürke n. sp.; caule inferne glabrescente, superne
pubescente; foliis breviter petiolatis, late ovatis, basi in pe-
tiolum angustatis, apice obtusis vel acutiusculis, margine
irregulariter grosseque erenatis, carnosis, supra pubescentibus,
subtus tomentosis; racemis simplicibus, terminalibus; verticillastris
M. Gürke, Labiatae africanae, Il. 215
remotis 6—10- floris; bracteis late ovatis vel rotundatis, sessilibus acumi-
natis; cy mis sessilibus, floribus longe pedicellatis; inflores-
centiae axi pedicellis calyeibusque pilis longis patentibus hirsutis; calycis
dente superiore rotundato obtuso, marginibus paullo deeurren-
tibus, dentibus ceteris subaequalibus, dente superiore bre-
vioribus, deltoideo-lanceolatis acutis, lateralibus paullo
latioribus, infimis angustioribus, inter sese liberis.
Der Stengel wird bis 4 m hoch, ist undeutlich 4-kantig, nach oben zu feinbehaart,
nach unten zu kahler. Die Blätter sind, einschließlich des in die Lamina allmählich über-
gehenden Stieles, 7—9 cm lang und nur 4—6 cm breit. Die unteren Scheinwirtel sind
durch 3 em lange Internodien getrennt. Die sehr leicht abfallenden, nur an den noch
unentwickelten Cymen vorhandenen Bracteen sind 5—6 mm lang und 3—4 mm breit.
Die Inflorescenzachse, Blütenstiele und Kelche sind mit ziemlich langen, abstehenden,
elwas gelblichen Gliederhaaren bedeckt. Die Blütenstiele sind 8—10 mm lang, der
Kelch zur Fruchtzeit 4 mm. Der obere Zahn des Kelches ist fast kreisrund, die übrigen
sind ziemlich gleichlang, nicht länger als der obere, und auch von ziemlich gleicher
Form.
Kilimandscharogebiet: am Fuß der Nashornhügel beim Pangani-
übergang, 800 m, im Steppengebüsch (Vorkrews n. 485 — 2. Juli 1893,
blühend und fruchtend).
Die Art gehört zur Seclion Solenostemonoides Vatke.
C. decurrens Gürke n. sp.; caule pubescente; foliis petiolatis,
oblongis, basi in petiolum decurrentibus, apice acutis vel
acuminatis, margine serratis, membranaceis, utrinque glaberrimis;
racemis basi ramosis; verticillastris 6—8-floris, remotis; bracteis
lanceolatis acutis sessilibus; cymis sessilibus; floribus breviter pedi-
cellatis; inflorescentiae axi, pedicellis calycibusque pilis brevibus crassis
pubescentibus; ealycis fauce intus nuda, dente superiore fere
orbiculari obtuso, marginibus vix decurrentibus; dentibus
lateralibus late deltoideis brevibus longissime acuminatis,
infimis lanceolato-subulatis, dente superiore longioribus,
inter sese liberis; corolla extus aurantiaca, intus flava.
Die bis 4 m hohe Pflanze ist an den Stengelorganen, Biütenstielen und Kelchen
mit kurzen, dicken, fast kegelfórmigen, etwas gekrümmten bräunlichen Gliederhaaren
mehr oder weniger dicht bedeckt. Die Blätter sind 9—12 cm lang, 5—6 cm breit; die
Blattlamina läuft an dem 2—4 cm langen Stiel herab, so dass letzterer zuweilen geflügelt
erscheint; sie sind ganz kahl oder seltener an der Unterseite der Nerven entlang mit
einzelnen zerstreuten Haaren besetzt. Die Bracteen sind bis 4—6 mm lang ; die unteren
Scheinwirtel sind durch 2—3 cm lange Internodien von einander getrennt. Die Blüten-
stiele sind 2—3 mm lang, die Kelche zur Blütezeit 3—4 mm, nach derselben bis auf
9 mm Länge sich vergrößernd. Der obere Zahn des Kelches ist fast kreisrund ; die
seitlichen Zühne sind sehr breit dreieckig, aber in eine sehr lange, starre Spitze, die fast
nur aus dem Mittelnerven des Zahnes besteht, ausgezogen und mit dieser Spitze nahezu
so lang als der obere Zahn. Die unteren Zähne sind pfriemenfórmig, ebenfalls in eine
lange, starre Spitze verlängert und erheblich länger als der obere Zahn. Die Blumen-
krone ist innen gelb, außen rotgelb.
216 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Kamerun: am Bache in Buea, 950 m (Preuss n. 948 — 24. Sept.
1891, blühend und fruchtend).
Zur Sect, Solenostemonoides gehörend, ist die vorliegende Art besonders durch die
großen Blätter mit an dem Blattstiel herablaufender Lamina und durch die gelben Blüten
charakterisiert,
€. maranguensis Gürke n. sp.; frutescens ramis hirsutis; foliis
subrotundis vel late-ovatis, basi in petiolum longum an-
gustatis, apice obtusiusculis, margine serratis, utrinque pilis
longis adpressis pubescentibus, membranaceis; spicis terminalibus
longis; verticillastris remotis paueifloris, laxis; inflorescentiae axi,
pedunculis calyceque pilis longissimis tenerrimis glandu-
liferis hirsutis; bracteis ovatis; calycis fauce intus nuda,
dente superiore ovato acuto, marginibus planis breviter decurren-
tibus, dentibus ceteris lanceolatis, acutis; corollae tubo defracto,
labio inferiore elongato-cymbiformi.
Blätter 3—5 cm lang und ebenso breit, Blattstiele bis 4 cm lang. Die unteren
Blütenwirtel sind sehr weit auseinander gerückt; ihre Bracteen sind bis 13 mm lang
und 6—8 mm breit; die oberen Bracteen werden allmählich kleiner. Die Behaarung der
Inflorescenzachse, der Blütenstiele und Kelche besteht aus sehr langen und sehr dünnen,
gelblichen Drüsenhaaren. Die Blütenstiele sind 6—8 mm, die Kelche 5—6 mm lang.
Blütenkrone blau, Kiel der Unterlippe fast weiß, außen mit vereinzelten langen Haaren
besetzt,
Kilimandscharo: im lichten Gebüsch, auf Grasplätzen u. s. w. hei
der Wissenschaftlichen Station Marangu, überall häufig, 1560 m (VoLkens
n. 630 — 12. Juli 4893, blühend und fruchtend).
C. maranguensis gehört zur Section Solenostemonoides Vatke.
C. shirensis Gürke n. sp.; perennis ramis puberulis, superne sub-
tomentosis; foliis breviter petiolatis, late ovatis, basi obtusis vel in petiolum
angustatis, apice acuminatis, margine grosse dentatis, membranaceis, supra
subglabris, subtus puberulis et glandulis nigris adspersis, secundum nervos
pubescentibus; racemis compositis; axi, pedunculis pedicellisque pilis
patentibus longis subtomentosis, pilis brevioribus glanduliferis hinc illinc
intermixtis; floribus longissime pedicellatis; calyce extus pilis patentibus
subtomentosis, tubo lato, dente superiore rotundato-ovato, apice aeuto, mar-
ginibus decurrentibus; dentibus lateralibus oblongis, apice rotundatis,
inferioribus majoribus deltoideo-lanceolatis acuminatis, altissime inter sese
connatis.
Die deutlich vierkantigen Stengel sind im unteren Teile nur schwach behaart, im,
oberen Teile aber, ebenso wie die Inflorescenzachse, von längeren weichen Haaren fast
lilzig. Die Blätter sind 7—9 cm lang, 5—7 cm breit, die Blattstiele 2—2,5 em lang. Die
in der zusammengesetzten Traube aus jedem Quirl zu 9—4 entspringenden Neben-
achsen sind bis 3 cm lang und tragen 5—10 bis 4 cm lang gestielte Blüten. Der Kelch
ist 5 mm lang. Der obere Zahn zeigt ziemlich deutlich herablaufende Ränder; die seit-
lichen Zähne sind erheblich kleiner und an der Spitze abgerundet; die unteren Zähne
sind fast größer als der obere Zahn und sehr hoch mit einander verwachsen. Die
Blumenkrone ist mit vereinzelten langen Haaren besetzt.
M. Gürke, Labiatae africanae. II. 217
Nyassaland (Bucuanan n. 376, 602b); Mt. Milanji (leg. WnvrE).
Die zur Sect. Solenostemonoides Vatke gehórende Art ist ausgezeichnet durch die
reichliche Verzweigung des Blütenstandes, sowie durch die abgerundeten mittleren und
sehr hoch verwachsenen unteren Kelchzähne.
C. coeruleus Gürke n. sp.; caule ramisque inferne glabrescentibus,
superne pubescentibus basi radicantibus; foliis petiolatis, late ovatis, basi
in petiolum angustatis, apice obtusis vel acutiuseulis, margine grosse
serratis, carnosis, utrinque glabris vel puberulis; racemis terminalibus,
laxifloris; bracteis lanceolato-oblongis, sessilibus, acutis, margine integris
vel serrulatis, pubescentibus; verticillastris 6—10-floris, inferioribus re-
motis; florum pedicellis calycibus aequilongis, pubescentibus ; ealyce extus
pilis brevibus pubescentibus, basi hine illine pilis longioribus glanduliferis
intermixtis, intus fauce nuda: calycis dente supremo rotundato - ovato,
apiculato, marginibus non decurrentibus; dentibus lateralibus denti
supremo aequilongis, lanceolatis apiculatis; infimis supremo longioribus
lanceolatis, longissime acuminatis, profunde inter sese liberis; corollae
coeruleae tubo depresso.
` Die am Grunde niederliegenden Stengel treiben hier und da Wurzeln. Die durch
ziemlich lange Internodien getrennten Blätter erreichen eine Länge von 6—8 cm und
eine Breite von 4—5 cm; der in die Blattlamina allmählich übergehende Stiel ist un-
geführ 4—3 cm lang. Die oberen Blätter sind erheblich kleiner und gehen allmählich
in Gestalt und Größe in die Bracteen über. Die untersten Bracteen innerhalb der In-
florescenz sind 4 cm lang und 2—4 mm breit. Der oberste Kelchzahn ist 5 mm lang,
ungeführ ebenso lang wie der Blütenstiel. Die mittleren Zühne sind von gleicher Lünge,
die unteren überragen sie um 1—2 mm. Die dunkelblaue Blumenkrone zeigt eine sehr
scharf umgebogene Róhre.
Usambara: bei Kwa Mshusa, den Waldboden bedeckend, 600 m
(Horsr n. 8895 — 5. Aug. 1893, blühend).
Gehürt zur Section Solenostemonoides Vatke.
€. dissitiflorus Gürke n. sp.; caule tenui, pilis glanduli-
feris pubescente; foliis longissime petiolatis, late ovato-
rhomboideis, basi in petiolum angustatis, apice obtusis,
margine grosse erenatis, membranaceis, supra glaberrimis,
subtus glandulis nigris adspersis, secundum nervos puberulis ;
petiolis tenuissimis, pubescentibus; racemis terminalibus; verticil-
lastris valde remotis; eymis longe pedunculatis, 5-floris,
peduneulis pedicellisque pilis glanduliferis pubescentibus; calyce extus
pilis brevissimis puberulo, intus fauce nuda, post anthesin valde ac-
crescente; dente superiore late ovato, acuto, marginibus
paullo decurrentibus; dentibus lateralibus lanceolatis
acuminatis, dente superiore brevioribus; infimis subulatis,
rigidis, dente superiore majoribus; corolla violacea, tubo lon-
gissimo tenerrimo.
Stengel bis 4 m hoch; Blätter 5—6 cm lang, 4—5 cm breit; Blattstiele 4--5 cm
lang. Der Blütenstand ist sehr lockerblütig; die unteren Scheinwirtel durch 4 cm lange
218 Beiträge zur Flora von Afrika, VII.
Internodien getrennt; die Cymen sind deutlich gestielt, 5blütig, die einzelnen Blüten
mit 4—8 mm langen Stielen. Der Kelch ist zur Blütezeit 4—5 mm lang, zur Fruchtzeit
bis zu 10 mm Länge sich vergrößernd,
Kamerun: im Buschwald zwischen Buea und Mimbia, 940 m (Preuss
n. 41055 — 9. Oct. 1894, blühend und fruchtend).
Gehört zur Section Solenostemonoides Vatke.
C. montanus Gürke n. sp.; caule ramoso pilis brevissimis
crassis pubescente; foliis inferioribus breviter petiolatis,
superioribus sessilibus, omnibus oblongis vel ovato-ob-
longis, basi in petiolum angustatis vel obtusis, apice acutis, margine
serratis, utrinque pubescentibus, subtus glandulis nigris adspersis;
racemis laxifloris; eymis longiuseule peduneulatis, 3—5-floris; bracteis
late ovatis, longe aeuminatis, subsessilibus; floribus longe pedi-
cellatis; calyce extus pilis crassis pubescente glandulis ad-
spersis, intus fauce. nuda; dente superiore rotundato-
ovato, obtuso; dentibus lateralibus paullo brevioribus,
lanceolato-deltoideis, acuminatis; dentibus infimis fere
subulatis acutis, dente superiore longioribus.
Die ziemlich stark verzweigte Pflanze ist 40—50 cm hoch. Sie ist in ihren oberen
Teilen, besonders in der Blütenregion mit kurzen, dicken, kegelförmigen, brüunlichen
Gliederhaaren und außerdem mit noch kürzeren Drüsenhaaren bedeckt. Die Blätter
sind nur 3—4 cm lang und 4—2 cm breit, aber auch vielfach noch kleiner; bei den
unteren erreicht der Stiel selten mehr als eine Länge von 5 mm, die oberen sind fast
. ganz sitzend. Die Scheinwirtel stehen ziemlich entfernt, die unteren sind durch Inter-
nodien von 2 cm Länge von einander getrennt. Die Cymen sind 3—5 mm lang gestielt,
und ebenso lang sind die Stiele der einzelnen Blüten, Der Kelch ist zur Blütezeit kaum
länger als 4,5 mm, vergrößert sich aber zur Fruchtzeit bis auf 4 mm.
Kamerun: in der Grasregion bei Buea, bei 2200 m (Preuss
n. 4042).
Die Pflanze ist besonders ausgezeichnet durch die kurzen, dicken, fast kegelförmigen
Gliederhaare, zwischen denen sich zahlreich noch kürzere Drüsenhaare oder fast
sitzende Drüsen finden; sie gehört zur Section Solenostemonoides Vatke.
C. aquaticus Gürke n. sp.; perennis; caulibus ramisque inferne
glabrescentibus, superne pilis glanduliferis longis patentibus sub-
tomentosis; foliis breviter petiolatis vel subsessilibus, ovatis,
basi in petiolum angustatis, apice acutis, margine serratis, membrana-
ceis, utrinque glaberrimis; racemis simplicibus terminalibus; verti-
cillastris 8—10-floris, inferioribus remotis; floribus longiuseule peduncu-
latis; inflorescentiae axi, pedunculis calycibusque pilis longis
glanduliferis subtomentosis; bracteis ovatis acutis; calycis dente
supremo lanceolato-ovato acuto, marginibus non decurren-
tibus, dentibus lateralibus lanceolatis acutis, paullo bre-
vioribus, infimis lanceolatis acuminatis, denti supremo
acquilongis, inter sese liberis.
Die vorhandenen Exemplare erreichen eine Hóhe von 50 cm. Die Stengel sind im
unteren Teil kahl, nach oben zu und besonders innerhalb der Inflorescenz aber von
M. Gürke, Labiatae africanae, Il. 219
langen, abstehenden Drüsenhaaren mehr oder weniger filzig. Die Blätter sind 5—7 cm
lang, 2,5—3,5 cm breit und fast ganz kahl; nur an der Unterseite finden sich hie und
da an den Nerven vereinzelte Haare; die Blattstiele der unteren Blätter erreichen eine
Länge von 4 cm, die der oberen Blätter werden allmählich kürzer. Die sehr leicht ab-
fallenden Bracteen sind 40—15 mm lang und 5—7 mm breit. Die Blütenstiele sind
3—4 mm lang, ebenso lang die Kelche zur Blütezeit. Der obere und die untersten
Zähne des an der Basis mit roten Drüsen bedeckten Kelches sind ungefähr von gleicher
Länge, die seitlichen etwas kürzer. Die Blumenkrone ist blau, der Kiel der Unterlippe
fast weiß.
Kilimandscharo: im Wasser einer Leitung an der Wissenschaft-
lichen Station Marangu, 1560 m (Vorkens n. 583 — 11. Juli 1893, blühend);
am Mawenzi, am Ufer des Ruassibaches, 2440 m (Vorkens n. 860 — 4. Sept.
1893, blühend).
Diese Art ist nahe verwandt mit den abyssinischen C. palustris Vatke und C. rivu-
laris Vatke, denen sie auch habituell sehr ühnlich ist und mit denen sie den feuchten
Standort gemein hat. Beide sind von unserer Art besonders durch den Kelch ver-
schieden. Bei C. palustris ist der obere Kelchzahn fast rundlich, an der Spitze ab-
gerundet und erheblich größer als die übrigen Zähne. Bei C. rivularis sind die Kelch-
zühne zwar von ziemlich gleicher Länge, der obere Zahn ist aber an der Spitze stumpf
und nicht spitz wie bei der vorliegenden Art; auch ist der ganze Kelch größer als hier.
Die beiden vorhandenen Exemplare sind nicht ganz übereinstimmend. Bei der Pflanze
von der Marangustation sind die Blätter deutlicher gestielt, und die Inflorescenzachse
ist mit gelblichen Haaren bedeckt, während bei der viel kräftiger erscheinenden Pflanze
vom Mawenzi die Blätter gänzlich ungestielt sind, und die Farbe der die Blütenteile und
Inflorescenzachse ziemlich dicht bekleidenden Haare im trockenen Zustand violett ist.
C. Preussii Gürke n. sp: caule subramoso, pubescente vel
superne subtomentoso; foliis longissime petiolatis, late ovatis,
basi obtusis vel in petiolum angustatis, apice acuminatis, margine
grosse dentatis vel dentato-erenatis, membranaceis, subtus glan-
dulis nigris adspersis, ceterum utrinque glaberrimis; racemis laxis;
verticillastris remotis; cymis longiuscule pedunculatis, 5—9-
floris, braeteis ovatis, acuminatis; floribus longissime pedicellatis;
calyce extus pubescente, intus fauee nuda; dente superiore
late ovato, marginibus retroflexis et paullo decurrentibus;
dentibus lateris dente superiore minoribus, lanceolato-deltoideis,
acutis, post anthesin introrsum inflexis; dentibus infimis
deltoideis aeutis, altissime inter sese connatis, post anthesin
sub fauce calycis inflexis et denti superiori adpressis; corolla
coerulea.
Die Pflanze erreicht eine Höhe von 2 m. Die bis 4 cm lang gestielten Blätter
werden bis 42 cm lang und bis 7 cm breit. Der Stiel der sehr lockeren Cymen ist 5 mm
lang, und die einzelnen Blüten sind zuweilen bis nahe an 2 cm lang gestielt. Die
untersten Bracteen sind bis 7 mm lang. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 4 mm lang und ist
durch die nach innen gebogenen mittleren und unteren Zühne ausgezeichnet.
Kamerun: In Ober-Buea häufig, 900 m (Preuss n. 694 — 31. Jan.
1891, mit Blüten und Früchten); im Buschwald nórdlich von Buea, bis
220 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
1000 m (Preuss n. 569 — 4. Jan. 18914, blühend und fruchtend); Kamerun-
gebiet, 670 m (Dus£x n. 309 — 17. Dec. 1890, mit Blüten und Früchten).
Gehórt zur Section Solenostemonoides Vatke.
C. salagensis Gürke n. sp.; radice tuberosa, caule ramoso pubes-
cente, foliis longe petiolatis, ovatis, basi in petiolum an-
gustatis, apice acutis, margine crenatis, membranaceis, utrinque
glandulis nigris et pilis rarissimis adspersis vel glabris; ra-
cemis terminalibus laxifloris; verticillastris 6—410-floris; floribus longius-
cule pedunculatis; bracteis ovatis; calyce extus pubescente, intus
fauce nuda; dente superiore rotundato-ovato acuto, mar-
ginibus non decurrentibus; dentibus lateralibus brevissimis
rotundatis obtusis, infimis dente superiore brevioribus,
alte inter sese connatis, acuminatis; corolla coerulea.
Stengel 30—50 cm hoch, die untersten Blätter 5—7 cm lang und 2,5—3,5 cm breit,
der Blattstiel 3—6 cm lang. Der endständige Blütenstand ist meist 8—10 cm lang; der
oberste Kelchzahn ist 2,5 mm lang, der Blütenstiel meist kürzer. Die ziemlich gerade,
an der Röhre nicht sehr scharf umgebogene Blumenkrone ist höchstens 4 cm lang.
Togoland: bei Paratau und der Station Bismarckburg gebaut (Krixo
n. 199, BürrNER n. 94, 690).
Die Pflanze wird im nördlichen Togoland und den Hinterländern, besonders um
Salaga von den Eingeborenen der essbaren kartoffelähnlichen Knollen wegen gebaut und
von den Deutschen als »Salaga-Kartoffel« bezeichnet. Mit dem ebenfalls der Knollen
wegen in Abyssinien gebauten C. tuberosus Rich, hat die Pflanze keine Ahnlichkeit. Ob
sie dem im indischen und malayischen Gebiete vorkommenden, ebenfalls Knollen
tragenden C. parviftorus Benth. (C. tuberosus Blume) nahe steht, kann ich aus der Dia-
gnose der letzteren Art — Exemplare dieser Art stehen mir nicht zu Gebote — nicht ent-
nehmen. Sie gehört zu der Section Solenostemonoides Vatke.
C. tricholobus Gürke n. sp.; caule pubescente; foliis late
ovatis, basi in petiolum brevem angustatis, apice obtusis,
margine grosse serratis, carnosis, utrinque dense tomentosis; ra-
cemis laxifloris; verticillastris 6—10 -floris; floribus breviter pedicel-
latis; pedicellis pubescentibus; calyce basi pilis longis subtomentoso,
dentibus pilis brevibus glanduliferis pubescentibus, intus
fauce nuda; dente superiore lanceolato acuto, marginibus
non decurrentibus; dentibus lateralibus fere duplo lon-
gioribus subulatis acutis, infimis dente superiore longioribus,
quam dentes laterales brevioribus, subulatis, inter sese liberis; corollae
tubo defracto.
Die oberen Blätter sind 3—4 cm lang, 25—35 mm breit; der in die Blattlamina
allmáhlich übergehende Stiel ist 4 cm lang. Die lockerblütige Inflorescenz ist 7—8 cm
lang. Der Kelchtubus ist 4—2 mm lang, der Blütenstiel von gleicher Länge; die mitt-
leren Kelchzähne sind ungefähr 5 mm lang.
Usambara: auf niederen Hügeln bei Mlalo (Horst n. 455 — März
1892, blühend).
Die zur Section Solenostemonoides Vatke gehörende Art ist nur in sehr spärlichem
Material vorhanden; die oben angegebenen Maße der Blätter beziehen sich nur auf die
M. Gürke, Labiatae africanae. Il. 221
allein vorhandenen oberen Blütter. Ausgezeichnet vor allen anderen bisher aus dem
tropischen Afrika bekannten Arten ist die vorliegende durch die außerordentlich langen
und schmalen, pfriemenförmigen Kelchzähne.
C. scandens Gürke n. sp.; caule pubescente scandente ra-
mosissimo, ramis divaricatis tenuibus; foliis longe petio-
latis, rotundato-ovatis, basi obtusis, apice acutis, margine
grosse dentato-erenatis, membranaceis, utrinque puberulis; ra-
cemis secundifloris longe pedunculatis densis; c y mis 2—3-floris
sessilibus; bracteis minimis lanceolato-ovatis sessilibus; floribus
breviter pedicellatis; inflorescentiae axi, pedicellis calycibusque pilis
longiuseulis pubescentibus; calyce brevi tubuloso, dentibus
subaequalibus, lanceolato-deltoideis acutis; corolla coerulea.
Der sehr dünne, schlanke Stengel rankt mit den sparrig abstehenden Zweigen im
Gebüsch empor. Die 2—3 cm lang gestielten Blätter sind 4—5 cm lang und 3—4 cm
breit, Die Trauben entspringen in den Achseln der bald abfallenden Blätter; ihre
4—6 cm langen Stiele sind meist bogig nach aufwärts gekrümmt. Die in den Achseln
von kaum 4—2 mm langen Bracteen sitzenden oder ganz kurzgestielten, 2-, seltener
3-blütigen Cymen sind nach einer Seite gerichtet, so dass an der Unterseite der Achse
die Bracteen erscheinen, während die Blüten nach oben gerichtet sind. Die letzteren
sind 4—2 mm lang gestielt. Der Kelch ist zur Fruchtzeit 3 mm lang; der obere Zahn
ist etwas breiter als die übrigen, die untersten sind etwas länger als die andern.
Usambara: Msinga bis Kwa Mshusa, auf trockenen Grasflächen und
im trockenen Hochwalde, bei 1300 m Höhe (Horst n. 9119 und 9120* —
47. Aug. 1893, blühend und fruchtend).
Die durch ihre sparrig abstehenden Zweige, ihre einseitswendigen Blütenstände
sehr auffallende Pflanze nimmt in der Section Solenostemonoides Vatke durch ihren
Habitus eine ganz isolierte Stellung ein.
Aeolanthus Mart., Amoen. Bot. Monac. &. tab. 2.
A. Holstii Gürke n. sp.; caule ramoso pubescente; foliis in-
ferioribus breviter petiolatis, superioribus subsessilibus,
omnibus oblongis vel lanceolato-oblongis, basi in petiolum an-
gustatis, apice obtusis vel acutiusculis, margine irregulariter et
obsolete serratis, supra pilis sparsis brevissimis puberulis, subtus glan-
dulis nigris adspersis; bracteis lanceolatis sessilibus acutius-
culis pilosulis; floribus sessilibus; calyee eylindraceo-tubuloso,
extus pubescente, dente superiore deltoideo, dentibus latera-
libus lanceolato-deltoideis longioribus, infimis rotundato-
ovatis, inter sese alte connatis; corollae tubo lato, basi defracto,
labio superiore 4-lobo, inferiore eymbiformi.
Die vorhandenen Stengel der Pflanze sind 2 dcm hoch; die Blätter sind meist 2 cm
lang und gegen 4 cm breit; der Blattstiel ist bei den unteren Blüttern gegen 5 mm lang,
die oberen, die Verzweigungen des Blütenstandes stützenden sind fast ganz sitzend. Die
Bracteen sind 4—5 mm lang und 4 mm breit, sie erreichen meist nicht die Länge des
Kelches. Dieser ist ziemlich lang röhrenförmig ; die Oberlippe besteht aus 3 Zipfeln, von
denen der mittlere kürzer und etwas breiter, die seitlichen länger und schmäler sind;
222 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
die Unterlippe besteht aus zwei ziemlich hoch miteinander verwachsenen rundlichen
Zähnen, welche zur Fruchtzeit der Oberlippe angedrückt sind und die Röhre verschließen.
Der obere abfallende Teil des Kelches ist 3 mm, der untere stehenbleibende Teil 2 mm
lang. Die Länge der Blumenkrone beträgt von der Basis bis zur Spitze der Unterlippe
ca, 4 em; an der Basis ist die Röhre sehr schmal, wird aber an der ziemlich scharfen
Umbiegung sehr breit.
Usambara: An höher gelegenen Orten bei Mlalo (Horst n. 421 —
März 4892, blühend und fruchtend). .
A. Büttneri Gürke n. sp.; caule erecto ramoso puberulo vel
glabro; foliis longiuseule petiolatis, ovato-lanceolatis, rarius
ovalis, basi in petiolum angustatis, apice obtusiusculis,
margine integris vel obsolete erenulatis, membranaceis, utrinque
glabris; bracteis ovatis pilosis subtus glandula rotunda obsitis: calyce
pilosulo truncato brevissimo, post anthesin accrescente urceo-
lato, parte inferiore persistente scutelliformi; corollae
tubo angusto, labio superiore 4-lobo, inferiore cymbiformi.
Die Pflanze ist 30—50 cm hoch, von unten auf verzweigt. Die Blätter sind bis 5 cm
lang und 2 cm breit; die Stiele der unteren Blätter sind 2—2,5 cm lang, die der oberen
dagegen nur 1—1,5 cm lang. Die Bracteen sind meist 2 mm lang und 4 mm breit, Der
Kelch ist zur Blütezeit kurz röhrenförmig, ungefähr 4 mm lang; zur Fruchlzeit erreicht
er eine Lünge von 2—2,5 mm und ist unterhalb der Mündung etwas eingeschnürt. Der
obere abfallende Teil ist fast 2 mm lang, so dass nur ein ganz flacher, schüsselfórmiger
unterer Teil zurückbleibt. Die von der Basis bis zur Spitze der Unterlippe fast 4 cm
messende Blumenkrone hat eine Róhre, welche sich von der Basis bis zur Mündung
ganz allmählich und sehr wenig erweitert, auch an der Basis nicht scharf umgebogen.,
Togoland: Bei der Station Bismarckburg, am Ketschenkobach
(Bürrser n. 235 — 26. Sept. 1890, blühend und fruchtend), auf Steinen
bei der Station (Bürrner n. 250 — 30. Sept. 1890, blühend und fruchtend);
in der Ketschenkosteppe (Bürrser n. 349 — 12. Nov. 1890, mit Früchten).
Erythrochlamys Gürke nov. gen.
Calyx campanulatus, 5-dentatus, dente superiore majore, marginibus
decurrentibus; fructifer auctus, tubulosus, dente superiore maximo del-
toideo, calycem reliquum amplectente; dentibus ceteris deltoideis acumi-
natis subaequalibus. Corollae tubus paullo exsertus rectiusculus, ad faucem
parum ampliatus ; limbus 2-labiatus, labio superiore 4-lobo, inferiore integro
ovato. Stamina 4, didynama, filamentis liberis edentulis longissimis, valde
e tubo exsertis, posticis e basi tubi orientibus, anticis fauci affixis; antherae
1-loculares, demum explanatae. Discus subaequalis. Ovarium superum,
ad basin 4-partitum. Stylus e centro ovarii inter lobos erectus, filiformis,
apice subinteger(?). Fructus calyce persistente inclusus; nuculae crusta-
ceae laeves, areola introrsum obliqua affixae. Semina lateraliter juxta
basin affixa, recta, testa membranacea, exalbuminosa. Embryo semini
conformis, eotyledonibus plano-convexis carnosulis, radicula brevi infera.
— Suffrutex. Verticillastri 6-flori; bracteae suborbiculares; flores me-
diocres; calyces post anthesin maximi.
M. Gürke, Labiatae africanae. II. 223
E. spectabilis Gürke n. sp.; suffrutex ramosus, ramis superne
pubescentibus; foliis lanceolato-oblongis, sessilibus, basi an-
gustatis, apice obtusiusculis, margine serrato-crenatis,
supra scabriusculis, subtus pubescentibus vel subtomentosis;
racemis ramosis; verticillastris remotis 6-floris: bracteis
orbicularibus acutis puberulis, quam pedicelli brevioribus; eymis
sessilibus, floribus longiuscule pedicellatis; inflorescentiae
axi, pedicellis calycibusque pilis longissimis ramosis vil-
losis; calycis rubri dente superiore late ovato, apice mucro-
nulato, basi subeordato, membranaceo reticulato-venoso, mar-
ginibus decurrentibus, post anthesin valde accrescente et
calycem reliquum amplectente; dentibus ceteris deltoideis
acuminatis, lateralibus margine posteriore lobo rotundato
obsito; corolla puberula; filamentis posticis basi barbatis.
Blätter 7—9 cm lang, 2—3 cm breit. Die unteren Scheinwirtel sind ca. 45 mm von
einander entfernt. Die Bracteen sind 3—4 mm lang und ungeführ ebenso breit, Die
Blütenstiele sind 5—7 mm lang. Der obere Kelchzahn ist zur Blütezeit ca. 7 mm, der
übrige Keleh 5 mm lang; zur Fruchtzeit verlüngert sich der obere Kelchzahn bis auf
17 mm, der übrige Kelch bis auf 9 mm Lünge. Der ganze Kelch, besonders der obere
Zahn ist zur Fruchtzeit schön rot gefärbt, an der Außenseite, ebenso wie die Blütenstiele
und die Blütenstandsachsen, lang und weich behaart. Diese Haare, welche besonders
dicht die Basis des Kelches und den oberen Kelchzahn in der Mittellinie bedecken, sind
gegliedert und verzweigt und bis 3 mm lang. Das dünnhäutige obere Kelchblatt, welches
nur in der unteren Hälfte der Mittellinie mit dem übrigen Kelch verwachsen ist, um-
schließt diesen vollständig zur Fruchtzeit. Die beiden seitlichen Kelchzühne sind nach
hinten zu etwas flügelartig verbreitert. Die Staubfüden sind ungefähr 15 mm lang. Die
hellbraunen, im Umriss eifórmigen, von vorn nach hinten etwas zusammengedrückten,
kahlen und glatten Nüsschen sind 3 mm lang; die Ansatzstelle liegt schief an der
Bauchseite und ist weiß umrandet. Der Same zeigt an der Bauchseite eine senkrechte,
von dem Hilum aufwärts bis etwa zur Mitte des Samens verlaufende dunklere Furche
und ist 2,5 min lang.
Massaisteppe: zwischen Ulu und Ukamba (Fıscher n. 500).
Die Gattung ist in die Tribus der Ocimoideae einzureihen. Die Unterlippe ist kürzer
als die 4teilige Oberlippe, so dass sich die Gattung der ersteren Gruppe der Tribus (nach
der BENTHAw'schen Einteilung) anschließt. Jedoch weicht sie von allen Ocimoideen
durch den zur Fruchtzeit außerordentlich stark vergrößerten oberen Kelchzahn ab, so
dass sie auch habituell keiner der bisherigen Gattungen nahe steht. Bei Alvesia, die
vielleicht im AuBern einige Ähnlichkeit hat, ist es der ganze Kelch, der nach der Blüte
blasenfórmig aufgetrieben ist. Auch durch die eigentümlichen reichverzweigten, die
Blütenteile bedeckenden Haare weicht sie von anderen Gattungen ab.
TY
Piperaceae africanae et madagasearienses.
Auclore
Casimir de Candolle.
Gedruckt im April 1894.
Piper L.
Sectio 6. Coccobryon (C. DC. in Prodr. V. 46. 1.).
/
P. capense L. fil.
Kamerun (|Dus£s n. 409 in h. reg. Berol.); Jaunde - Station (ZENKER
n. 265 ibid.).
Gentralafrikan. Seengebiet, Runssoro alt. 1700 m (SrunLmann
n. 2460 ibid.).
Usambara, Nderema, alt. 900—1000 m in silva primitiva ad arbores
scandens, floribus albis (Vorkews n. 130 ibid.).
Nyassaland (Bucnanan n. 1481 ibid.).
b. magnifolium; foliorum inferiorum limbi ad (A em longi, ad
121/3 em lati, superiorum ad 9!/; em longi et ad 91/, em lati.
Kamerun, prope Buea (Prevss n. 615 ibid.).
Seclio 7. Eupiper C. DC.
P. borbonense (C. DC. in Prodr. Lei. Mas hucusque ignotus
amentis longiuscule pedunculatis densifloris quam foliorum limbi breviori-
bus, pedunculis petiolos superantibus, bractea orbiculari margine ciliata
centro pedicellata subtus cum pedicello hirsuta, staminibus 2 filamentis
antheras subglobosas multum superantibus.
Ins. Comoren (Hunsror n. 1215 in h. reg. Berol.), femina (HumsLor
n. 285 ibid.).
P. sclerocladum C. DC. n.sp.; foliis modice petiolatis ovato-ellip-
ticis, basi aequali aeutis, apice acute acuminatis, utrinque glabris 5-tupli-
nerviis, nervo centrali nervum utrinque unum haud alte supra basin alter-
natim et unum e basi circiter limbi medium usque ductum mittente, petiolo
glabro basi ima vaginante, pedunculo petiolum paulo superante, amento quam
C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses. 225
folium multo breviore densifloro, rhachi puberula bractea orbiculari glabra
centro affixa, bacca pedicellata ovata pedicello circiter duplo breviore.
Ramuli glabri laeves, cortex collenchymate libriformi continuo et magis intus zona
fere continua cellularum sclerosarum instructus, Limbi ad 9 cm longi ad 4!/5cm lati, in
sicco subcoriacei opaci. Petioli circiter 4 cm longi. Baccae nondum omnino maturae
circiter 2 mm longae.
Kamerun, Jaünde-Station (Zenker n. 327 in h. reg. Berol.).
P. Volkensii C. DC. n. sp. ; foliis breviter petiolatis ovatis basi aequali
rotundatis apice acute acuminalis supra glabris subtus praesertim inferne
ad nervos pilosis 5 -nerviis, petiolo basi vaginante extus piloso, pedunculo
glabro petiolum superante, amento femineo quam pedunculus breviore
eylindrico densifloro, rhachi parce pilosula bractea rotundata obovata mem-
branacea subtus villosa centro longiuscule pedicellata, ovario ovato glabro
apice stigmata 2 brevia gerente.
Ramuli graciles glabri laeves, amentiferi in sicco circiter 4mm crassi collenchymate
intus parce libriformi. Limbi in sicco memhranacei 5!/; cm longi ad 32 mm lati. Petioli
ad 4 cm longi inferiores supra medium superiores inferne vaginantes. Pedunculi ad Als cm
longi. Amenta nondum matura circiter 1cm longa 2 mm crassa. Stigmata longitudinaliter
disposita. Bacca ignota.
Usambara, Nderema, alt. 900—1000 m, in silva primitiva (Vorkxws
n. 139 in h. reg. Berol. — Januario).
Peperomia R. et Pav.
P. truncicola C. DC. n. sp.; foliis alternis modice petiolatis anguste
lanceolatis basi cuneatis apice acuminatis supra subtusque glabris apice mar-
gine ciliolatis 5 - nerviis, amentis axillaribus folia superantibus filiformibus
laxifloris, rhachi glabra bractea orbiculari centro sessili, ovario obovato
apice suboblique stigmatifero, bacca glabra elliptica antice convexa postice
subrecta.
Herba ad truncos muscosos crescens. Caules parce longiuscule pilosi inferne radi-
cantes supra radices circiter 40 cm longi in sicco circiter 2 mm crassi. Folia apice caulium
condensata. Limbi in sicco membranacei ad 6!/; cm longi (la em lati. Petioli circiter
! cm longi. Pedunculi 4!/; em longi. Amenta circiter 6!/; cm longa. Bacca millimetro .
parum brevior.
Madagascar, in Betsileo meridionali, silva primitiva ad Ankafina,
Marte (HirpEBRANDT n. 3950").
P. StuhlImannii C. DC. n. sp.; glabra foliis alternis breviter petio-
latis oblongo-lanceolatis utrinque acutis 3-nerviis, amentis modice petiolatis
folia parum superantibus, bractea orbiculari, ovario rhachi impresso ovato
apice obtuso oblique stigmatifero.
Herba e nodis radicans caule circiter 2 mm crasso. Limbi ad 5!/; cm longi in sicco
membranacei subpellucidi crebre pellucido-punctati nervulis paucis. Petioli ad 5 mm
longi. Pedunculi 2 cm longi. Amenta florentia ad 5cm longa vix 2 mm crassa densiflora.
Ovarium in sicco flavide glandulosum. Stigma minutum carnosum.
Centralafrikanisches Seengebiet: In Runssoro ad marginem
silvae alt. 9400 m (Stunımann n. 2485 in h. reg. Berol.).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 15
226 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
P. vaceinifolia C. DC. n. sp.; glabra foliis alternis modice petio-
latis e basi cuneata oblongo- obovatis apice emarginatis 5-nerviis nervo
centrali caeteris validiore supra basin nervulos mittente, amentis axillaribus
longe pedunculatis quam folia adulta brevioribus.densifloris, braetea orbi-
culari centro subsessili, ovario emerso ovato apice subacuto et oblique com-
planato sub apice stigmatifero, bacca subglobosa basi oblique brevissime
stipitata apiee oblique rostellata.
Herba epiphyta e nodis radicans ramulis in sicco 2 mm crassis. Limbi in sicco mem-
branacei subpellucidi subtiliter pellucido- punetulati, ramulorum sterilium majores ad
5 cm longi 26 mm lati, Petioli circiter 4 cm longi. Pedunculi 3 cm longi. Amenta bacci-
fera circiter 3cm longa 1mm crassa. Stigma carnosum puberulum. Bacca 4mm longa in
sicco flavicans glandulose asperula.
Kamerun, in silva ad occidentem Bueae alt. 1700 m (Prruss n. 875°
in h. reg. Berol.).
P. Holstii C. DC. n. sp.; glabra foliis alternis modice petiolatis
elliptico-lanceolatis basi et apice acutis 5-nerviis, amentis ramulos ter-
minantibus longe peduneulatis folia parum superantibus non densifloris,
bractea orbiculari centro subsessili filamentis antheras superantibus, ovario
emerso ovato apice suboblique stigmatifero.
Herba in truncis vetustis crescens. Ramuli basi radicantes. Limbi ad 61/5 cm longi
41h cm lati. Petioli 7 mm longi in sicco tenuiter membranacei subpellucidi subtiliter
pellueido-punctulati. Pedunculi 8 em longi. Amenta circiter 7 cm longa in sicco circiter
A mm crassa. Species P, nemorosae C. DC. proxima.
Usambara, Mascheua in truncis (Horst n. 8832 in b. reg. Berol.).
P. Zenkeri C. DC. n.sp.; foliis alternis modice petiolatis inferioribus
rotundato -ovatis basi subcordatis rotundatisve, superioribus ovalis basi
rotundatis omnibus apiee breviter acute acuminatis utrinque glabris mar-
gine ciliolatis 5-nerviis, amentis terminalibus modice peduneulatis cum
foliorum inferiorum limbis circiter aequilongis densifloris, rhachi glabra,
bractea orbiculari centro subsessili, ovario emerso brevissime stipitato ovato
apice imo stigmatifero.
Herba ramulis glabris ad amenta 4—5 cm longis in sicco 4 mm circiter crassis.
Folia haud densa. Limbi in sicco membranacei subpellucidi inferiores majores ad
3!/ cm longi. Petioli ad 12 mm longi. Pedunculi 2 cm longi. Amenta circiter 31/2 cm
longa 4 mm crassa. Bacca ignota verisimiliter stipitata quare species P. Fernandopoanae
C. DC. affinis.
Kamerun, ad Jaunde-Station locis humidis inter lapides secus rivulos
repens (ZENKER n. 619 in h. reg. Berol.).
P. Preussii C. DC. n. sp.: foliis alternis breviter petiolatis ovato-
lanceolatis basi obtusis rotundalisve apice acute acuminatis 5-nerviis utrin-
que et praesertim subtus pilosis pilis longis, amentis brevissime pedunculatis
axillaribus terminalibusque ipsis folia circiter triplo superantibus, bractea
orbieulari paulo supra centrum peltata, ovario emerso turbinato apice
rotundato oblique complanato oblique stigmatifero.
C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses. 227
Herba basi radicans e muscis surgens caulibus in sicco 2 mm crassis inferne dense
pilosis superne subglabris, pilis longis. Limbi in sicco firmi subopaci pellucido-punctu-
lati ad 4!/; cm longi et ad 2 cm lati, superiores parcius pilosi et subglabri, pilis veri-
similiter tarde evolutis. Petioli circiter 5 mm longi. Amenta florentia circiter 41/9 mm
crassa, floribus spiraliter dispositi. Bractea glandulis conspersa. Antherae ellipticae
filamentis circiter aequilongae.
Kamerun, in silva ad occidentem Bueae, altit. 1250 m (Preuss n. 863
in h. reg. Berol.).
P. Fernandopoana 8 subopacifolia C. DC. (in Prodr. V. 16. 4.
p. 397).
Kamerun, ad Buea in dumeto inter Soppio et Mimbia, alt. 940 m;
Octobri (Preuss n. 1060 in h. reg. Berol., Jaúnde -Station (ZENKER
n. 619 ibid.).
y acutifolia var. nov. ; foliorum limbis apice quam in specie longius
acuminatis et magis acutis ad 6!/; em longis 21/5 em latis.
Kamerun, in silva ad occidentem Bueae, alt. 1500 m (Preuss
n. 886 ibid.).
P. Rehmannii C. DC. n. sp.; foliis alternis petiolatis ellipticis basi
acutis apice obtusis vel et rotundatis utrinque glabris, nervo centrali nervos
nervulosque adscendentes utrinque 3-4 mittente, amentis terminalibus
pedunculatis ipsis foliorum limbos parum superantibus filiformibus densi-
floris, ovario emerso obovato in apice imo stigma minutum gerente, bacca
globosa glabra.
Herba glabra e muscis erecta ad 45 mm alta basi radicans. Ramuli in sicco circiter
1mm crassi. Folia alterna vel suprema apice ramulorum opposita. Limbi in sicco mem-
branacei subpellucidi, inferiores ad 3 cm longi et ad 44 mm lati, superiores ad 21/2 cm
longi et circiter 42 mm lati. Petioli inferiores ad 16 mm longi, superiores breviores.
Pedunculi circiter 8 mm longi. Rhachis glabra. Bractea orbicularis.
Transvaal, ad Houtbosh (Renmann n. 5969 in h. Scninz), in Knysna
distr. (Reumann n. 489 ibid.).
P. Bueana C. DC. n. sp.; foliis alternis longiuscule petiolatis ovato-
elliptieis basi acutis apice obtuse subacuminatis utrinque glabris 3-nerviis
nervulosisque nervis lateralibus subtilibus, amentis terminalibus longiuscule
pedunculatis glabris foliorum limbos circiter aequantibus subdensifloris
pedunculis hirtellis, bractea orbiculari centro peltata, ovario oblongo-ovato
basi brevissime stipitato apice imo stigma carnosulum longe pilosum
gerente.
Herba epiphyta e nodis radicans ramulis parce hirtellis in sicco vix A mm crassis.
Limbi ad 2 cm longi et ad 1 cm lati, foliorum inferiorum minorum rotundati. Petioli ad
6 mm longi. Pedunculi circiter 1 cm longi. Stamina nulla imo in amentis juvenilibus.
Kamerun; in silva primitiva inter Buea et Mamis fontem (Preuss
n. 663 in h. reg. Berol.).
Species ut videtur monoica inter Peperomias hucusque descriplas unica.
P. Bachmannii C. DC. n. sp.; foliis alternis petiolatis obovatis basi
el apice rotundatis supra glabris subtus puberulis margine ciliolatis
15*
228 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
3-nerviis nervuloque apice juxta marginem ducto, amento terminali pe-
dunculato, bacca globosa glabra laevi.
Herbula ad arbores veteres vel et interdum ad saxa crescens. Ramuli glabri ad
5 cm longi circiter 1/ mm crassi. Limbi in sicco tenuiter membranacei pellucidi 12 mm
longi ad 9 mm lati, Petioli ad 3 mm longi. Pedunculi circiter 4 em longi, Ameutum
unicum extat circiter 2 em longum baccis delapsis ad amenti basin et inter folia
repertis.
Pondoland (Bacnmann n. 419 in h. reg. Berol.).
P. Imerinae C, DC. n.sp.; foliis alternis petiolatis ellipticis basi acutis
apice obtusis basi ima excepta ad nervum centralem puberula utrinque
glabris inconspicue 7-nerviis, amentis terminalibus pedunculatis folia cir-
citer duplo superantibus glabris nigro-punetulatis, ovario emerso apice ob-
lique obtuso stigmate minutissimo vel et nullo?
Herba basi radicans caulibus glabris ad 2 mm crassis in sicco nigrescentibus.
Limbi 3—31/ cm longi circiter 16 mm lati margine sparse ciliolati praesertim subtus
nigropunctulati in sicco membranacei subpellucidi, nervi pellucidi lateralesque subtiles.
Petioli ad 6 mm longi juniores supra puberuli. Pedunculi circiter 45 mm longi. Amenta
A mm crassa haud densiflora.
Madagascar, ad Imerina (HirpeBsmaNpr n. 4041 in b. Cand. —
Januario).
Species P. Guadaloupensis C. DC. proxima, ovario emerso, antheris nigro-punctu-
latis, stigmate inconspicuo ab ea discrepans.
P. Hildebrandtii Vatke msc. in h. reg. Berol., glabra foliis alternis
brevissime petiolatis oblongo-lanceolatis basi cuneatis apice subacutis in-
distincte 3-nerviis nervo centrali validiore subtus prominulo, amentis ter-
minalibus brevissime peduneulatis densifloris ipsis folia superantibus,
bractea orbieulari glandulis fuscis conspersa, ovario emerso apice oblique
stigma parvum gerente, bacca sessili globosa laevi.
Herba erecta caule superne adscendens cum amento circiter 22 cm alto 2 mm
crasso inferne radicante. Internodia circiter 4!/ cm longa. Limbi in sicco firmulo
membranacei opaci 4!/5—6 cm longi 11,4—2!/, cm lati. Petioli pedunculique ad 5 mm
longi. Amenta circiter 8 cm longa 2 mm crassa. Bacca !/» mm crassa glandulis flavidis
conspersa.
Madagascar, in Ins. Nossi-bé, in aqua crescens (HıLperrannr n. 3303,
in h. reg. Berol. — Decembri).
P. mascarena C. DC. in Prodr. l. c. p. 404.
Usambara, ad arbores in Nderema (Vorkens n. 60 in h. reg. Berol.).
Comoren, in insula Johanna ad arborum truncos in silva montana,
altit. 500—415 m (HirpzsRAxDT n. 1673 ibid. — specimen sterile foliis magis
elliptieis a specie verisimiliter discrepans).
P. nana C. DC. I. c.
Pondoland, altit. 200—500 m in silva (Brvnicu. n. 99 in h. reg.
Berol.).
P. kamerunana C. DC. n. sp.; foliis oppositis vel interdum alternis
modice petiolatis elliptico- obovatis basi acutis apice rotundatis utrinque
C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses. 229
adpresse pilosulis 3-nerviis nervulosisque amentis terminalibus peduncu-
latis, pedunculis hirtellis, amentis ipsis glabris florentibus subdensifloris,
bractea orbiculari centro peltata, ovario emerso oblongo apice imo stigma
parvum carnosum papillosulum gerente,
Herba decumbens e nodis radicans ramulis dense hirtellis in sicco circiter ! mm
crassis. Folia, saltem superiora, opposita inferiora interdum alterna. Limbi in sicco
tenuiter membranacei subpellucidi ad 48 mm longi et ad 44 mm lati. Petioli circiter
5 mm longi. Pedunculi 4 cm longi. Amenta in sicco circiter 4 mm crassa. Stigma
papillosulum glabrum.
Kamerun (Pnzuss n. 918 in h. reg. Berol.).
Species P. Reinwardtianae Miq. ut videtur proxima, foliis 3-nerviis ab ea
discrepans.
P. Schmidtii C. DC. n. sp.; glabra foliis oppositis breviter petiolatis
basi acutis apice rotundatis emarginulatisque indistincte 3-nerviis nervulo
marginali conspicue ab apice fere basin usque ducto, amentis apice ramu-
lorum axillaribus terminalibusque modice peduneulatis ipsis folia fere duplo
superantibus densifloris, bractea orbieulari eentro subsessili extus glandulis
in sieco flavidis conspersa, ovario emerso obovato sub apice oblique stig-
matifero.
Herba caule in vivo rigidissimo basi radicante in sicco coriaceo inferne ad 5 mm
crasso. Limbi in sicco rigido-membranacei subpellucidi superiores subtus subtiliter
fusco-punctulati ad 48 mm longi ad 14 mm lati. Petioli 4 mm longi. Pedunculi circiter
19 mm longi. Amenta florentia circiter 1/ mm crassa. Filamenta antheris circiter
aequilonga.
Comoren; in lapidosis declivitatis volcani Gemoro (Scuurpr n. 94 in
h. reg. Berol.).
P. Dryadum C. DC. n. sp.; foliis oppositis breviter petiolatis ob-
longo-ellipticis basi acutis apice rotundatis utrinque dense villosis 3-nerviis,
amentis terminalibus pedunculatis ipsis folia cireiter duplo superantibus
densifloris filiformibus, rhachi glabra, ovario emerso infra apicem obtusum
oblique stigmatifero.
Herba breviter ramulosa ramulis dense villosis. Limbi ad 48 mm longi ad 40 mm
lati in sicco subcoriacei opaci, Petioli ad 4 mm longi. Pedunculi villosuli 45 mm longi.
Amenta florentia 2 cm longa.
Madagascar, in Imerina orientali, ubi in silva primitiva Andragoloaka
ad arborum truncos (HirpEsRANpT n. 3720 in h. Boiss.).
P.Dusenii C. DC. n. sp.; foliis ternis-oppositis petiolatis e basi
cuneata obovatis utrinque cum petiolis dense et adpresse breviter pubes-
centibus subtiliter 3-nerviis, amentis apice ramulorum terminalibus axil-
laribusque longe peduneulatis ipsis folia circiter triplo superantibus pe-
duneulis pubescentibus, rhachi glabra, bractea orbieulari centro breviter
pedicellata, ovario emerso obovato breviter stipitato apice obtuso oblique
stigmatifero, baeca eylindrica breviter distincte stipitata, glabra laevi apice
obtusa.
CUN E CETTE
230 Beiträge zur Flora von Afrika, VII.
Herba ramulosa basi radicans ramulis dense pubescentibus ad amenta circiter
3 cm longis 2 mm crassis, Limbi in sicco membranacei subopaci ad ! cm longi et 5 mm
lati. Petioli circiter 2 mm longi. Pedunculi ad 3!/; em longi. Antherae ellipticae.
Kamerun (Dus£w n. 436 in h. reg. Berol.).
P. silvicola C. DC. n. sp.; foliis plerumque ternis breviter petiolatis
e basi cuneata oblongo-obovatis apice emarginulatis junioribus utrinque
pilosis 3-nerviis amentis terminalibus folia pluries superantibus peduncu-
latis filiformibus subdensifloris, rhaehi glabra, ovario impresso in apice
obtuso oblique stigmatifero.
Herba in truncis muscosis crescens, ramulosa villosa. Limbi circiter 18 mm longi
9 mm lati in sicco membranacei opaci nervis inconspicuis. Petioli 3 mm longi. Pedun-
culi 3 cm longi. Amenta florentia ad 44 cm longa.
Madagascar, in silva Ankafina in Betsileo meridionali (HILDEBRANDT
n. 39502 in h. Cand. et Boiss.).
Species P. Barbaranae C. DC. ac P. Thwaitesii C. DC. valde affinis.
P. arabica Miq., Syst. p. 121.
Madagascar boreali-occidentalis, in insula Sakatia prope Nossi-
Bé (HıLpesranpt n. 33652 in h. reg. Berol.).
y parvifolia C. DC. var. nova; foliorum limbi subrhombeo-lan-
ceolati 26 mm longi 12 mm lati.
Gentralafrikan. Seengebiet, Bukoba rg n. 38410 ibid.).
P. Berneriana Miq. l. c. p. 124.
Comoren, in insula Johanna arborum truncis putrescentibus altit.
1500 m (lHırpepranpr n. 1672 ibid.).
Celastraceae africanae. H.
Von
Th. Loesener.
Gymnosporia Wight et Arn.
G. senegalensis (Lam.) Loes. in Engr. Bot. Jahrb. XVII. 1893.
p. 944.
var. e. maranguensis Loes. nov. var.; arbor usque 6-metralis;
spinis 0,8—2,2 em longis, interstitiis 0,5—2 em longis dissitis; foliis ob-
longis usque euneiformibus paullo obsoletius serrulatis quam in var. a
et b, in sicco viridibus, minus vel non glaucescentibus; capsulis majuseulis,
hivalvibus, valvis singulis usque 7 mm longis.
Kilimandscharo, Landschaft Marangu, in der mittleren Höhe des
Mawenzi, in 2440 m Höhe an der Grenze des oberen Urwaldes, am Ruassi-
bach (Vorkens n. 806. — Früchte im August).
Habituell steht die Varietät der G. buxifolia näher, unterscheidet sich aber von ihr
durch nur zweizähliges Gynüceum, Stellt vielleicht eine besondere Art dar.
6. ambonensis Loes. n. sp.; spinis 0,3—4,2 cm longis, plerumque
folia et inflorescentias gerentibus; ramulis dense obscure brunneo- vel
novellis pallide hirto-pubescentibus; foliis perbreviter et tenuiter petio-
latis, membranaceis, lanceolato-elliptieis vel obovato-cuneiformibus vel
deltoideo-ovatis, basi rotundatis usque cuneatis, apice obtusis vel rotun-
datis, margine + dense, interdum obsolete erenulatis vel crenulato-serru-
latis, glabris, nervis tenuissimis utrinque prominulis; inflorescentiis aut
solitariis aut cum foliis faseiculatis, folio brevioribus vel aequilongis, 1-
usque plurifloris, dichotome cymosis, peduneulis et axibus gracilibus,
tenuissimis, parce hirtellis vel glabris, floribus parvis, sepalis deltoideis,
obtusis integris vel obsolete ciliolatis, petalis e basi lata subovatis, stamini-
bus petalo paullo brevioribus, filamentis subsubulatis, antheris cordiformi-
bus, minutis, disco subannulari obsolete 3-lobo, ovario ovoideo in stylum
brevem apice breviter 3-fidum angustato, 3-loculari, loculis 2 ovulatis,
ovulis e basi erectis.
Ein 3—4 m hoher Strauch mit schlanken Zweigen und zarter Belaubung. Die
jungen Aste sind nur ungefähr 0,5 mm dick. Blätter 1,5—3,5 cm lang, 0,6—1,5 cm
232 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
breit. Blattstiel 1—4 mm lang. Inflorescenzen 0,4—4,2 cm lang und zierlich gestielt,
4 bis mehrmals gabelig verzweigt, meist wenig-, bisweilen 1-blütig, Zwischenachsen
nur bis 4 mm lang. Hochblätter dünn, pfriemfórmig. Petala bis 1,5 mm lang.
Usambara, Unterholz am Rand der Lichtungen, Amboni-Station und
bei Mascheua (Horst n. 2605 und 3575. — Blüht Juni und Juli).
Die Art ist mit G. gracilis nahe verwandt; letztere weicht durch meist größere,
unterseits auf der Mittelrippe behaarte Blätter und länger gestielte, weit stärker ver-
zweigte und gespreizte Blütenstünde ab.
G. Bachmannii Loes. n. sp.; glabra; spinis parvis, tenuibus, raris;
ramulis densis, tenuibus, manifeste striato-angulatis, densiuscule foliosis ;
foliis perbreviter et tenuiter petiolatis, chartaceis, anguste vel sublineari-
lanceolatis, basi valde angustatis acutisque, apice obtusis vel rotundatis,
margine dense serrulatis, nervis subtus prominentibus, reticulatis; in-
florescentiis in foliorum axillis solitariis, folio paullo brevioribus, modice
et graciliter petiolatis, paucifloris, dichotomis; capsulis trivalvibus 3—6-
spermis; seminibus plane arillo i. s. pallide flavo superne aperto inclusis.
Reichverüstelter Strauch von etwa kaum Meterhóhe. Die etwas scharfkantigen
dünnen Aste sind nur spärlich mit kurzen, dünnen, nadelartigen Stacheln von ungefähr
Centimeterlänge bedeckt, öfters ganz unbewehrt, Blätter schmal, 1,5 meist 3—5 cm
lang und nur 0,3 meist 0,6—0,9 cm breit. Inflorescenzstiele ungefähr 7—10 mm lang.
Die ungefähr verkehrt herzfórmigen Klappen der Kapsel sind 4—5 mm lang. Same
bräunlich grau, glänzend, ganz von dem hellen Samenmantel umhüllt.
Südostafrika, Pondoland (Bacuwaww n. 847).
Am nächsten verwandt mit G. polyacantha, welche andere Nervatur, andern Blatt-
rand und stürkere Stacheln hat.
6. fasciculata (Tul.) Loes,
Catha fasciculata Tul. in Ann. se. nat. 4. ser. VIII. p. 98.
Das einzige im Herbarium des Berl. Bot. Mus. vorhandene TuraswE'sche Original-
exemplar (BorviN. n. 3364), welches, da es nur unreife Früchte besitzt, bisher sich bei
einer falschen Gattung unter den unbestimmten Exemplaren befand und das auch nicht
von O. HorrwANN in Augenschein genommen ist, lässt eine Vereinigung von Catha fas-
ciculata Tul. mit Gymnosporia luteola (vergl. Loss. in Ener. Jahrb. 1893. p. 548) doch als
unzweckmäßig erscheinen trotz der nahen Verwandtschaft beider. Dagegen móchte ich
HorrMANN's Celastrus fasciculatus (HıLdEsr. n. 3011 u. 3340) von Madagascar nur für eine
vielleicht neue Form von G. luteola halten.
G. lepidota Loes. in Ener. Jahrb. XVII. 1893. p. 549.
Kilimandscharo, in der Landschaft Marangu am Mawenzi in der
oberen Urwaldzone in 2440 m Höhe ein häufiger Baum (Vorkrws n. 889).
Der in der Diagnose beschriebene wachsartige Überzug der Blütter, welcher sich
auf fast allen, besonders den älteren Blättern der SrunLmanv’schen Pflanze vom Ru Nsoro
befindet, fehlt dem vorliegenden Exemplare, welches im Übrigen mit G. lepidota über-
einstimmt, ganz und gar, so dass es zweifelhaft wird, wie weit und ob derselbe über-
haupt ein Merkmal der Art bildet. Sie ist nahe verwandt mit G. acuminata, die sich
hauptsächlich durch an der Basis mehr keilfórmig zugespitzte Blätter und das fast gänz-
liche Fehlen der bei G. lepidota sehr dichten Querrisse an den Ästen unterscheidet.
Th. Loesener, Celastraceae africanae, ll. 233
Cassine L.
Subgen. II. Mystroxylon (Eckl. et Zeyh.) Loes,
C. Holstii Loes. n. sp.; ramulis novellis apice sub lente puberulis,
glabrescentibus, altero anno cortice obscure griseo, longitudinaliter undu-
lato-striolato obtectis; foliis alternis, perbreviter peliolatis, chartaceis, vel
vetustioribus coriaceis, ovalibus vel obovatis vel ovatis usque elliptieis,
margine i. s. angustissime recurvato, minutissime subdenticulato-serrulato,
basi acutis vel subobtusis, apice rotundatis et minute excisulis, in sicco
supra nitidissimis, laete subfusco-viridibus, subtus paullo pallidioribus;
costa et nervis basi subflabellatis supra et subtus prominentibus, reticulum
laxiusculum juxta marginem densius formantibus; floribus in foliorum
axillis faseiculatis, in pedunculo communi brevissimo in axilla solitario
subsessilibus, pedunculo pedicellis valde abbreviatis calyceque extus sub
lente breviter pubescentibus, sepalis deltoideis, obtusis, ciliatis, petalis
subovalibus, irregulariter marginatis, staminibus angulis disci plani penta-
goni insertis, petalo !/j—!/5-plo brevioribus, filamentis subsubulatis, antheris
minutis, ovario disco immerso, in stylum brevem apice incrassatum an-
gustato, 3-loculari, loculis 2-ovulatis, ovulis erectis.
Strauch der Strandgebüsche. Junge Aste 4—1,5 mm dick. Blätter 4—6 cm lang,
4,5—3,4 cm breit. Blattstiel 2,5—4 mm lang, fein behaart, später kahl. Blütenstände
ursprünglich gabelig, Achsen stark verkürzt; Pedunculus meist weniger als 3 mm lang,
Pedicelli höchstens 0,75 mm lang. Hochblätter sehr klein, dicht behaart. Blüten aus-
gebreitet kaum 4 mm im Durchmesser.
Sansibarküste, bei Doda (Horsr n. 2960. — Blüht im Juni).
Die Art steht zwischen C. aethiopica und C. Engleriana, welche beide in den In-
florescenzen von ihr abweichen, erstere außerdem durch oberseits dunklere Blätter mit
undeutlicherer Nervatur, letztere außer in der Berandung auch in der Form und Farbe
der Blätter.
TR in
SS
Hippocrateaceae africanae.
Von
Th. Loesener.
Hippocratea L.
H.? Buchholzii Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis teretibus, laevi-
bus; foliis oppositis, modice petiolatis, crassiuscule pergamaceo-coriaceis,
i. s. secundum costam mediam plicatis, ovalibus vel ovatis, basi obtusis
vel cuneato-obtusis raro subacutis, apice obtusis vel brevissime obtuse
acuminatis, integris vel obsolete subserrulato-undulatis, costa nervisque
supra subprominentibus, subtus prominulis vel nervis obsoletis; inflores-
centiis in foliorum axillis solitariis modice pedunculatis multifloris, multoties
dichotomis, pedicellis ultimis graeillimis, brevissimis; floribus minutis,
numerosissimis; sepalis 5 deltoideis; petalis 5 elliptico-lanceolatis; disco
obsoleto; staminibus 3 minutissimis in ovarii cavernis insertis; antheris
subsessilibus sub stigmatis lobis in cavernis conditis, transversaliter dehis-
centibus; ovario subgloboso, obsolete 3-lobo, 3-loculari, loculis 2-ovu-
latis, staminibus alternis; stigmate sessili, J-lobo, lobis staminibus
oppositis.
Aste ungefähr 2—3 mm dick. Blätter getrocknet unterseits etwas bräunlich,
7—43 cm lang, 3—7 cm breit; von den seitlichen Nerven sind die beiden untersten die
größten, sie verlaufen bogenförmig nach der Spitze zu gekrümmt bis über die Mitte
des Blattes und communicieren erst in der Nähe der Spitze mit den Verzweigungen der
nüchsten, von ihnen ziemlich entfernt, unter etwas stumpferem Winkel sich von der
Mittelrippe abzweigenden Seitennerven. Blattstiel 7—13 mm lang, ziemlich dünn,
oberseits gefurcht. Die 5—48 mm langen Inflorescenzstiele, sowie ihre ersten Ver-
zweigungen sind scharfkantig; Hochblätter klein, abstehend, ungefähr dreieckig, zu-
gespitzt. Blumenblátter 4—1,25 mm lang; frisch grünlich.
Kamerungebiet, Limbareni (Bvcunorz n. 192).
Nahe verwandt mit H. pallens Planch., welche sich durch dünnere, etwas kleinere,
in trockenem Zustande nicht lüngs der Mittelrippe eingefaltete Blütter mit gleich-
mäßigerer Nervatur und nicht ganz so zahlreiche Blüten unterscheidet. Im Bau des
Andróceums und Gynäceums zeigen beide Arten erhebliche Eigentümlichkeiten, welche
bei Hippocratea sonst nicht vorkommen dürften, wohl aber bei Salacia, sect. Kippistieae.
Da aber die Früchte bei beiden Arten noch unbekannt sind, und die Blütenstände besser
für Hippocratea passen, scheint mir eine Umstellung vorderhand verfrüht.
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae, 235
H Stuhlmanniana Loes. in Enci. und Paaxrr, Nat. Pflanzenfam. HI.
5. p. 928; glaberrima; ramulis teretibus, laevibus; foliis oppositis, bre-
viuscule petiolatis, tenuiter coriaceis, submembranaceis, ovalibus vel obo-
vatis, basi obtusis, rarius subacutis, apice plerumque breviter et obsolete
obtuse acuminatis, integris vel subintegris, costa nervisque supra promi-
nulis vel prominentibus, subtus prominentibus; inflorescentiis in foliorum
axillis solitariis; pedunculatis, pluries dichotomis; floribus mediocribus;
sepalis 5 late deltoideo-ovatis; petalis 5 deltoideo-ovatis; staminibus 3
intra vel supra discum explanato -hypocraterimorphum insertis; antheris
2-lobis, filamento latioribus, rimis 2 in unam transversalem confluentibus
dehiscentibus ; ovario 3-lobo, 3-loculari, loculis, ut videtur, 2-ovulatis.
Äste 1—2,5 mm dick. Blätter 4—7 cm lang, 2—4,3 cm breit. Blattstiele 5—7 mm
lang, ziemlich dünn, oberseits gefurcht. Inflorescenzen ungefähr 1,2—-1,8 cm lang ge-
stielt. Pedunculi und Secundürachsen stielrund. Blumenblütter 2 mm lang und an der
Basis etwas breiter. Staubfüden bandförmig. Die eigentümlichen Fruchtbildungen,
welche ich ursprünglich für unreife Früchte resp. Früchte mit verkümmerten Samen-
anlagen hielt und die ich wegen ihrer ganz außergewöhnlichen Form als ein neues
Subgenus, Triodontocarpus Loes. l. c. beschrieben habe, beruhen, wie sich bei genauerer
Untersuchung herausgestellt hat, auf einer Gallenbildung, die fast sämtliche Blüten
ergriffen hat, bei der aber nur in frühen Entwickelungsstadien das Insect selbst beob-
achtet werden kann. Normale Blüten habe ich nicht gesehen.
Sansibarküste, Pangani (Srunrmax n. 567. — Im Jan. blühend).
Habituell am nächsten mit H. Wehvitschii Oliv. verwandt, die sich aber im Blüten-
bau wesentlich unterscheidet.
H. Buchananii Loes. n. sp.; dense villosulo-pubescens; ra-
mulis demum teretibus triennibus glabris, tenuiter plicato rugulosis, lenti-
cellosis; foliis oppositis, breviter petiolatis, tenuiter coriaceis submem-
branaceis, obovatis, basi acutis raro subobtusis, apice rotundatis vel obtusis,
tenuiter suberenulato-serrulatis vel subintegris, supra in facie brevius et
parcius, in costa et subtus densius pubescentibus, costa supra prominula,
subtus prominente, nervis lateralibus supra obsoletis subtus prominentibus;
inflorescentiis, ut videtur, in foliorum axillis solitariis, pedunculatis, panni-
culatis eymose compositis, pubescentibus, pedicellis ultimis brevissimis ;
floribus minutis; sepalis 5 lineari-deltoideis, dorso pilosis; petalis 5 sub-
linearibus, glabris, sepalis subaequilongis; staminibus 3 intra discum
obsoletum annularem insertis; antheris transversaliter dehiscentibus;
ovario obsolete 3-lobo, 3-loculari, loculis 2-ovulatis; capsulae lobis (si
eadem species?) magnis obovato-elliptieis, longitudinaliter striatis, dehis-
centibus, 2-spermis.
Äste, Blätter, Blütenstände und Kelch sind kurzflaumig behaart. Die älteren
unbehaarten Aste sind dicht mit Lenticellen bedeckt, bis 5 mm dick, die jungen Aste
bis 2 mm dick. Blätter 4,5—14 cm lang, 3—7 cm breit mit ziemlich gerade verlaufen-
den Seitennerven; Blattstiel 5—6 mm lang. Die gabelig verzweigten Blütenstände
tragen oft in den Achseln der Hochblätter außer den regulären Seitenachsen noch je
einen Beispross; die Hauptachse ist oberhalb der ersten Abzweigungen selbst ebenfalls
gabelig weiter verzweigt, wodurch die Gesamtinflorescenz einen rispigen Charakter
236 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
erhält. Die schmalen Blumenblätter sind kaum einen Millimeter lang und etwas kürzer als
die Kelchblátter. Die bis 6 cm langen und bis 2,6 cm breiten Fruchtlappen enthalten
zwei ungefähr 4 cm lange, helle Samen, mit fast 3 cm langem und 4,5 cm breiten, in der
Mille von einem Longitudinalnerven durchzogenen Flügel.
Njassaland? (Bucnanan n. 248).
Usagara-Usambara, Kidete (Srun.mann n. 495, Emis Pascna-Exped.
— Früchte im Juni). Oder zu einer andern Art gehörig ?
Wohl in die Verwandtschaft von H, apocynoides Welw. gehörig, die sich in den
Blüten wesentlich unterscheidet.
H. Rowlandii Loes. n. sp.; inflorescentiis sub lente obsolete bre-
vissime pilosulis vel subglabris exceptis, glaberrima; ramulis tenuibus,
saepius sub angulo recto patentibus, hornotinis, angulatis, vetustioribus
teretibus laevibus; foliis oppositis, breviter petiolatis, membranaceis, obo-
vato-ellipticis, basi obtusis vel subacutis, apice obtusiuscule interdum
anguste acuminatis, minute suberenulato-serrulatis, costa et nervis tc-
nuissimis i. s. utrinque prominentibus; inflorescentiis in foliorum axillis
solitariis, modice pedunculatis, circ. bis vel ter dichotomis, pedicellis ul-
timis brevissimis; floribus majusculis, alabastris anguste ovato-conieis;
sepalis 5 perbrevibus late subcordiformibus, acutiusculis, sub lente bre-
vissime ciliolatis; petalis 5 angustis, sublinearibus, in alabastris valvatis
vel tantum marginibus anguste sese tegentibus, sub lente intus minutissime
et subtilissime papillosis, margine sub lente subtilissime ciliolatis; disco
cupuliformi, 5-undulato medio in gynophorum evoluto; staminibus 3
gynophoro apiee in pulvinulum obsolete lobulatum incrassato insertis, fila-
mentis taeniatis, post anthesin extrorsum in spiram revolutis, antheris fila-
mento paullo latioribus rima transversali dehiscentibus; ovario conico in
stylum filamentis paullulo breviorem angustato, 3-loculari, loculis 5—6-
ovulatis; stigmate parvo capitellato.
Schlingstrauch? Die einjührigen Aste sind ungeführ 4,5 mm dick. Blütter 4,5—9 cm
lang, 2,2—3,5 cm breit; Blattstiel ziemlich dünn, oberseits gefurcht, 4—6 mm lang.
Inflorescenzstiele 3—7 mm lang, Seitenachsen ungeführ 2—3 mm lang, Pedicelli kaum
! mm lang. Petala 5,5 mm lang, 4,5 mm breit.
Ober-Guinea, West Lagos (RowrANp).
Nahe verwandt mit H. apiculata, die sich besonders durch größere Blätter, be-
deutend reichere Inflorescenzen, lüngere Petala, und zwar ühnlichen aber betrüchtlich
abweichenden Discus unterscheidet.
H. obtusifolia Roxb.; Ouere, Trop. Afr. I. p. 369.
var. a. Richardiana (Camb.) Loes., foliis ovalibus vel ovatis;
petalis anguste deltoideis; disco crasso vel crassiusculo toriformi vel pul-
viniformi; capsulae lobis obovatis.
H. Richardiana Camb.; Got. et Perr., Fl. Seneg. I. 119. t. 96.
forma a. tenuior Loes., foliis coriaceis; capsulis coriaceis.
Senegambien (LeLikvre, PRIEUR etc.),
Angola, Loanda (Wrrwirscu n. 1327).
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae. 237
Ghasal-Quellengebiet, im Lande der Dschur (ScmwrirURTU
n. 23472, 2351. — Früchte im September).
Usagara-Usambara, bei Gombelo (Horst n. 2187. — Im Februar
blühend. Einheimischer Name: »Midigo«).
forma B. crassior Loes., foliis coriaceis, vel crasse coriaceis; cap-
sulis erassioribus.
Massaihochland, Taita, Uferdickichte am Vói-Fluss (HILDEBRANDT
n. 2581. — Früchte im Juli).
Seengebiet, Salaue (SruntwaAxN n. 7033).
var. b. Sehimperiana (Hochst. et Steud.) Loes., foliis ellipticis usque
elliptico-laneeolatis; petalis latioribus, deltoideis; disco crassiore; capsulae
lobis anguste obovato-lanceolatis, longioribus quam in praecedente.
H. Schimperiana Hochst. et Steud.; Rıcn., Flor. Abyss. I. p. 99.
H. obtusifolia Engl., Hochgebirgsflora p. 292.
Abyssinien, bei Adua (Scumrer n. 35 u. 113. — Im Januar
blühend).
var. c. Fischeriana Loes., foliis in ramulis vetustioribus, tantum
folia gerentibus aequalibus atque in var. a, in ramulis novellis floriferis,
multo minoribus, tantum circ. 3 em longis, ovalibus vel suborbieularibus;
disco explanato.
Seengebiet, Usiha (Fıscner n. 102), Manjonga-Bach (STUHLMANN
n. 668. — Blüht im September und October).
var. d. Eminiana Loes., foliis paullo crassioribus atque in var. a;
petalis latioribus, deltoideis; disco explanato- eupuliformi, 5- plicato-
undulato.
Massaisteppe, Salanda (Fıiscuer n. 408. — Im October blühend),
Ugogo (Srunrmany n. 375).
var. e, Schweinfurthiana Loes., foliis ovalibus, ovatis usque
elliptieo-lanceolatis; floribus minoribus; disco cupuliformi integro.
Sierra Leone (Scorr Eror n. 5138. — Im März blühend).
Ghasal-Quellengebiet, im Lande der Dschur in Gebüschen bei
der Seriba von Abu Gurun (ScnwerurtTi n. 1828), im Lande der Bongo
bei der Seriba Briselli (Scaweineuntu Il. n. 107. — Im Januar blühend).
H. crenata (Klotzsch) K. Schum. et Loes. in Exer.-Pmawrt, Nat.
Pflanzenfam. II. 5. p. 228.
Gymnema crenatum Klotzsch in Prrers, Moz. Reise I. p. 273.
H. Kirkii Oliv., Trop. Afr. I. p. 370.
Mossambik (Prters!).
Njassaland (Bucnanan n. 1256).
H. Volkensii Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis teretibus vel juniori-
bus subangulatis, rectis vel volubilibus; foliis oppositis, breviuscule petio-
latis, membranaceis vel tenuiter subcoriaceis, ovalibus vel ovali-oblongis,
rarius subobovatis, basi obtusis vel euneato-obtusis rarius cuneatis vel
238 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
acutis, apice plerumque breviter obtusiuscule acuminatis, suberenulato-
serratis, costa nervisque utrinque prominentibus denseque reticulatis;
inflorescentiis in foliorum axillis solitariis, modice vel longiuseule peduncu-
latis, pluries dichotomis; floribus parvulis; sepalis 5 ovato-rotundatis,
pallidis, manifeste nigro-venosis, petalis 5 ovato-rotundatis pallidis,
manifeste nigro-venosis; staminibus 3 intra discum cupulari-subannularem
insertis; antheris transversaliter dehiscentibus; ovario subconico in stylum
brevem attenuato, nigro-zonato, 3-loculari, loculis 4—8-ovulatis; stigmate
parvo-capitellato.
Schlingstrauch mit ziemlich dünnen, 4—2 mm dicken, etwas gestreiften Asten.
Blätter 4,5—8 cm lang, 2—3,6 cm breit. Blattstiel 5—10 mm lang, dünn. Inflorescenz-
stiele bis 2,6 cm lang, Seitenachsen gespreizt, äußerste Blütenstiele ungefähr 4 mm
lang. Blüten grünlich gelb, charakteristisch durch die dunkle Aderung der Kelch- und
Blumenblätter, letztere kaum 2 mm lang. Staubfäden bandfórmig.
Usagara-Usambara, Uferwald am Sigi bei Kwa Kischihiri, im Ge-
büsch rankend (Vorkens n. 55); Buschumgebung von Gombelo (Hors
n. 2186. — Einheimischer Name: Muguka).
Blüht: Januar und Februar.
Verwandt mit H. Stuhlmanniana, die sich aber hauptsächlich in der Blüte unter-
scheidet.
H. Zenkeri Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis teretibus vel no-
vellis subangulatis, fere sub angulo recto patentibus ascendentibus, rectis
vel £ curvatis, laevibus; foliis oppositis, breviuscule et graciuscule petio-
latis, charlaceis, ovalibus, interdum latis, basi obtusis vel rotundatis, apice
rotundatis vel obsolete acuminatis, minute et obsolete serrulatis fere sub-
integris, costa nervis tenuibus commissurisque tenuissimis densis utrinque
prominentibus vel prominulis; inflorescentiis in foliorum axillis solitariis
modice vel longius pedunculatis plerumque circ. bis usque quater dichoto-
mis; floribus parvulis; sepalis 5 deltoideo-ovatis, obtusis vel subrotundatis,
petalis 5 subspathulato - ovatis vel -ovalibus, margine interdum undulatis,
crassiusculis, crasse flabellato - nigro- venosis; staminibus 3 intra discum
conico-cupuliformem insertis, filamentis taeniatis, post anthesin in spiram
revolutis, antheris parvis vix filamento latioribus, transversaliter dehiscen-
tibus; ovario subpyramidato, obtuse trigono, 3-loculari, loculis pluri-(6—8)
ovulatis.
Schlingstrauch mit dunklen, glatten, circa 3 mm dicken Ästen. Blätter 7—13,5 cm
lang, 4—7,3, selten blos 3,5 cm breit. Blattstiel 0,5—1,2 cm lang. Inflorescenzstiele 0,6—
1,6 cm lang, Seitenachsen gespreizt, äußerste Blütenstiele 2—3 mm lang. Blumenblätter
bis 3mm lang.
Kamerun, Jaunde-Station (ZExkrn n. 239).
Die Art ist mit H. Volkensii verwandt, die sich außer in den Maßen durch stärker
gesägle Blätter unterscheidet. Auch H. Stuhlmanniana stimmt im Habitus vollständig mit
H. Zenkeri überein, unterscheidet sich aber durch kleinere, an der Basis schmälere
Blätter, kleinere, etwas dünnere Petalen und größere Antheren, wahrscheinlich auch in
der Zahl der Ovula (vgl. dort).
H. Poggei Loes n. sp., glaberrima; ramulis rectis vel volubilibus,
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae. 239
iunioribus tenuibus; foliis oppositis, breviuscule petiolatis, tenuiter coria-
ceis vel novellis membranaceis, ovalibus vel oblongis vel oblongo-ellipticis,
basi euneatis, apice obtuse, interdum obsolete, acuminatis, integris vel re-
mote et obsolete serrulatis, costa nervisque tenuibus praecipue supra promi-
nulis; inflorescentiis in foliorum axillis solitariis, longiuscule tenuiterque
pedunculatis, circ. bis dichotomis; floribus perparvis; sepalis 5 deltoideo-
rel rotundato-ovatis; petalis 5 ovalibus; staminibus 3 intra discum parvum
cupularem insertis; antheris transversaliter dehiscentibus; ovario parvo,
staminibus breviore, e basi lata in stylum brevem angustato, 3 - loculari,
loculis 8—1412-ovulatis; stigmate minuto.
Schlingstrauch mit ziemlich dünnen 4—2 mm dicken, jungen Trieben. Die älteren
Aste besitzen eine dunkle, dicht von wulstigen Lenticellen bedeckte Rinde. Blütter 4,5—
12,2 cm lang, 2—5,7 cm breit. Blattstiel 6—10 mm lang, dünn. Pedunculi bis 2cm lang.
Blüten ziemlich dicht, grünlich weiß. Blumenblütter in der kurz vor dem Auf blühen
stehenden Knospe 2 mm lang. Staubfäden dünn, bandfórmig.
Oberes Kongogebiet, Bachwald zwischen Kingenge und Mukenge
(Posse n. 983. — Im September blühend).
Vielleicht mit H. panniculata Vahl verwandt, die sich aber besonders durch ge-
wimperte Petalen und nur 5—6eiige Ovarfücher unterscheidet. Im Habitus auch der H.
pallens Planch. ähnlich, aber im Blütenbau ganz verschieden.
Salacia L.
S. Preussii Loes. n.sp., glaberrima; ramulis hornotinis rectis, griseo-
olivaceis; foliis magnis, oppositis vel suboppositis, modice petiolatis, sub-
membranaceis, ellipticis vel obovatis i. s. griseo-olivaceis, basi late cunea-
tis, apice subito in acumen breve obtusiusculum productis, obsolete undu-
lato-serrulatis, supra secundum costam nervosque tenuiter prominentes
ipsos impressis, subtus costa nervisque prominentibus paullum ad apicem
versus curvatis reticulum densiusculum subtus tenuiter prominens forman-
tibus; floribus magnis, in foliorum axillis ligni novelli paucifasciculatis,
pedicellis petiolum subaequantibus; sepalis 9 rotundatis, aequalibus, bre-
vissime et minute ciliolatis; petalis5, latis, transversaliter ovatis vel oblique
ovalibus; disco lato, plano, obtuse 5-gono ; staminibus 3 supra discum me-
dium circa ovarium ipsum insertis; filamentis brevibus, basi dilatatis, an-
theris transversalibus; ovario parvo, obtuse trigono, 3-loculari, loculis 6-
ovulatis, ovulis 2-seriatis; stigmate obsoleto.
Großblättriger Strauch mit verhältnismäßig dünnen Trieben; die jungen Zweige
sind nur 2—5 mm stark, in trocknem Zustande kaum gefurcht. Die Blätter erreichen die
Länge von 418—232 cm und die Breite von 8—10 cm. Die oberseits von einer Rinne durch-
zogenen Blattstiele sind 4,4—41,8cm lang. Die im Durchmesser bis 4,4cm großen Blüten
sitzen zu 2 bis 4 gebüschelt in den Blattachseln. Die ausgebreiteten Blumenblätter sind
in frischem Zustande gelb mit grünlichem Grunde. Die kleinen Antheren bestehen aus
zwei gespreizten extrorsen Theken, deren Risse sich beim Aufspringen nach oben ver-
einigen , so dass die Anthere scheinbar mit einem Querriss sich nach oben öffnet. Der
Fruchtknoten ist tetraédrisch, ohne deutlich abgesetzten Griffel und verschmälert sich in
eine kleine undeutliche Narbe.
240 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
Kamerungebiet, auf der Barombi- Höhe (Preuss n. 21. — Im März
blühend).
Eine ausgezeichnete Art, die zweilschönste der Familie, am nächsten mit S. Rege-
liana Joh. Br. et K. Schum. verwandt, die sich durch schmálere, längere Blätter, noch
größere und länger gestielte Blüten, die aus dem alten Holze, aus schwammartigen
Hóckern hervorsprossen, unterscheidet,
S. floribunda Tul. in Ann. Sc. nat. 4. sér., VIII. 1857 p. 97.
forma a. mombassensis Loes. floribus majoribus, staminibus
ovario longioribus filamentis subsubulato-taeniatis.
Sansibar-Küste, Mombassa (Hit.pEsmANpT n. 1998. — Im April
blühend).
Insel Sansibar, in dichten Wäldern bei Kidoti (HıLnesrannr n. 1443.
— Im September blühend).
forma B. kumbenensis Loes. floribus minoribus, staminibus ovario
brevioribus filamentis brevissimis.
Comoren, Mayotte (Borvix n. 3363).
Sansibar, Kumbeni (Sruntmanx ser. I. n. 453. — Im November
blühend).
Am nächsten mit S. elegans Welw. verwandt, welche letztere sich hauptsächlich
durch gabelige, gestielte Inflorescenzen von S. floribunda unterscheidet.
8. Oliveriana Loes.
S. oblongifolia Oliv., Trop. Afr. I. p. 374 non Bruwr.
BruwE's Art aus dem malayischen Archipel ist älter und OLıver’s Pflanze daher um-
zutaufen,
8.? camerunensis Loes. n. sp., glaberrima; ramulis teretibus, junio-
ribus juxta foliorum insertionem complanatis, vetustioribus cortice cineras-
cente striolato obtectis; foliis oppositis, brevissime petiolatis, chartaceis vel
membranaceis, ovalibus vel oblongo-ovalibus, basi rotundatis vel subobtu-
sis, apice longiuscule obtuse interdum obsolete acuminatis, obsolete crenu-
lato-serrulatis, in nervis et secus costam supra impressis, costa ipsa supra
prominula, subtus costa et nervis prominentibus; inflorescentiis in foliorum
axillis solitariis, brachiatis, umbelliformibus, longuiseule et stricte pedun-
culatis, axibus lateralibus, secundariis ete., abbreviatis, interdum nodum
multipartitum gibberosum, squamosum formantibus, pedicellis ultimis
longiusculis subtenuibus; floribus mediocribus, alabastris depresso-subsemi-
globosis; sepalis 5 rotundatis, valde inaequalibus, 2 exterioribus minimis,
2 interioribus maximis; petalis 5 ovato-spathuliformibus; staminibus 3 intra
discum erassiuscule annularem, obsolete 5-lobum insertis, antheris rimis in
unam confluentibus transversaliter dehiscentibus, filamento brevi latius-
culo; ovario pyramidato, obtuse 3-gono, 3-loculari, loculis 2-ovulatis; stig-
mate et stylo obsoletis.
Strauch mit 4,5—3 mm dicken Asten. Blätter 6,5—46, meist ungefähr 9 cm lang,
3— 8,2, meist ungeführ 4,5 cm breit, an nur 2—3 mm langen, oberseits deutlich gefurch-
ten Stielen. Die Inflorescenzstiele sind 4—4 cm lang, und scheinen länger als ein Jahr
an den Asten sitzen zu bleiben, zu verholzen, sich mit Rinde zu bekleiden und wieder-
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae, 241
holt aus den an ihrem Ende befindlichen Hóckern zu blühen. Letztere sind durch Ver-
kürzung der bisweilen deutlich ausgebildeten Secundürachsen dieses ursprünglich wohl
dibrachisch verzweigten Blütenstandes hervorgegangen. Bisweilen entspringt aus dem
Höcker ein später zu einem Laubspross auswachsender Trieb. Die Blütenstiele sind 0,9 —
1,3 cm lang. Blütenknospen ungefähr von 2 mm Durchmesser. Aufgeblühte Petala bis
4,3 mm lang.
Kamerun, Yaünde-Station, an Bachrändern im Urwald (Zenker n. 294).
Die Art nimmt wegen ihrer eigentümlichen Inflorescenzen eine etwas isolierte
Stellung ein, am meisten scheint sie mir der Hippocratia longipes Oliv. zu gleichen, so-
weit sich aus der Beschreibung schließen lässt. Diese soll aber schmälere Blätter,
schlanke, bedeutend längere Pedunculi und breit elliptische oder rundliche Petala haben.
Da auch bei dieser Species, wie OLıver angiebt (Flor. Trop. Afr. I. p. 367), die Kelch-
blätter ungleich groß sind, was mir sonst bei Hippocratea unbekannt ist, so gehört viel-
leicht auch Orıver’s Art eher zu Salacia; doch ohne Früchte muss die Stellung beider
Arten noch zweifelhaft bleiben.
S. Soyauxii Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis praecipue hornotinis
dense tuberculatis, foliis maiuseulis, oppositis vel subalternis, breviter
petiolatis, chartaceis, elliptico lanceolatis vel subovalibus, basi late cunea-
tis, apiee breviuscule acuminatis, integerrimis, costa supra plana vel pro-
minula, subtus prominente, nervis lateralibus paullulum ad apicem versus
eurvatis, supra conspicuis vel tenuissime insculptis, subtus prominentibus
et commissuris transversalibus coniunctis; floribus mediocribus, in foliorum
axillis plurifaseiculatis, e gibberibus ligni veteris spongiosis erumpentibus,
pedicellis gracilibus petiolum superantibus; sepalis 5 rotundatis, valde
inaequalibus, 2 exterioribus minimis, 2 interioribus maximis; petalis 5
transverse ovali-subreniformibus breviter cuneatim subunguiculatis, basi
ipsa lobulo erassiusculo subbilobo vel integro instructis; staminibus 3 parvis
intra discum tenuem cupuliformem insertis, antheris minutis, rima trans-
versali dehiscentibus; ovario parvo , obtuse trigono, pyramidato, apice an-
gustato, 3-loculari, loculis 2—4 ovulatis; stylo apice brevissime 3-lobo.
Ein Waldbaum von ungefähr 5 m Höhe. Die fast 2 mm dicken dunkelbraunen
jungen Zweige sind dicht mit kleinen Wärzchen bedeckt, die sich an den älteren Asten
mehr und mehr verlieren. Blätter 413—230 cm lang, 4—8,2 cm breit, an 8—10 mm langen,
oberseils, bisweilen nur schwach gefurchten Stielen. Die rótlichen , ausgebreitet im
Durchmesser bis 4 cm großen Blüten sitzen an zierlichen bis 18 mm langen Stielen zahl-
reich in den Blattachseln am alten Holze büschelig vereinigt und sprossen aus schwamm-
arligen Höckern hervor, die um so größer sind, je älter der Ast ist, der sie trägt. Staub-
fäden bandförmig, nach unten ein wenig verbreitert. Die Blütenknospen sind rundlich
und kaum 2 mm groß.
Gabun, Sibange Farm im Districte von Munda (Soyaux n. 124. — Im
September blühend).
Eine ausgezeichnete Art von ziemlich isolierter Stellung, vielleicht am nüchsten
noch mit S. pyriformis Walp. verwandt, welche jedoch erheblich in den Blüten und der
Consistenz der Blätter abweicht.
S. Stuhlmanniana Loes. n. sp., glabra; ramulis subrectis; foliis
oppositis vel raro subalternis, breviter petiolatis, coriaceis, ovalibus vel
obovatis, basi acutis vel subobtusis, apice plerumque rotundatis, integris
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 16
249 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
vel obsolete subundulatis , costa supra plana vel ad apicem versus tenuiter
subinsculpta, subtus expressa, nervis lateralibus paullum ad apicem versus
curvatis supra ohsoletis, subtus prominentibus, tenuissime denseque reticu-
latis; floribus in foliorum axillis fasciculatis; pedicellis petiolum aequan-
tibus vel paullo superantibus; sepalis 5 late subdeltoideo-rotundatis; pe-
talis 5 late ovatis vel ellipticis; staminibus 3 supra et intra medium discum
erassum pulviniformem insertis, filamentis basi sensim dilatatis, antheris
subbilobis, lobis extrorsum rimis obliquis superne in unam confluentibus
dehiscentibus; ovario trigono, pyramidato, 3-loculari, loculis 9(?) -ovulatis,
stigmate obsoleto.
Aste 2—3 mm dick, rund, spüter von einer hellen feinhóckerigen Rinde bedeckt. Die
jungen Triebe ungefähr 4,5 mm dick. Blätter 7—44 cm lang, 3—6,5 cm breit, an 5—
8 mm langen, bis 2 mm dicken, oberseits kaum gefurchten Stielen. Blüten ausgebreitet
ungefähr 7 mm groß, an bis 40 mm langen Stielen. Besonders der Fruchtknoten reich an
Spiralfasern.
Insel Sansibar, Kokotoni (SrunrwaNN n. 724. — Im August blühend).
Nahe verwandt mit S. pyriformis Walp., welche durch größere Blüten, insbeson-
dere größere Antheren, und die oberseits deutlichere Nervatur der Blätter abweicht.
S. gabunensis Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis rectis vel volu-
bilibus, hornotinis subtenuibus; foliis oppositis vel suboppositis, modice
petiolatis, submembranaceis, ellipticis vel ovato- vel oblongo-ellipticis, basi
late et manifeste cuneatis, apice obtusiuseule acuminatis, obsolete undulato-
subserrulatis vel subintegris, costa et nervis ad apicem paullulum curvatis
denseque reticulatis utrinque, praecipue subtus, prominentibus; floribus
parvis, in foliorum axillis in ligno novello paucifasciculatis; pedicellis
gracilibus petiolo vix aequilongis; sepalis 5 rotundatis, paullulum in-
aequalibus, 2 exterioribus minoribus, 2 interioribus majoribus; petalis 5
ovatis vel elliptieis; staminibus 3 supra et intra discum crassiusculum,
subannularem, 5-gonum insertis; antheris parvis subreniformibus, trans-
versaliter dehiscentibus; ovario perparvo, trigono, subpyramidato, 3-locu-
lari, loculis 3—5-ovulatis, stigmate minuto.
Ein windender Strauch (oder Baum?) mit dünnen, hellgrünen, ungefähr 2 mm
dicken Trieben und hellgrüner Belaubung. Die älteren Aste besitzen eine bräunliche,
feinrunzelige, etwas gestreifte Rinde. Blätter 40--47,5 cm lang, 4—7,8 cm breit,
glänzend, keilfórmig in einen bis 4,7 cm langen, bis 3 mm dicken, gefurchten, und
quergerunzelten Blattstiel verschmälert. Nervatur, auch die feinsten Verzweigungen
und Commissuren der Nervenäste beiderseits deutlich hervorspringend. Die kleinen,
hellen Blüten sind im Knospenzustande kegelförmig und ungefähr 2 mm groß. Blumen-
blütter aufrecht, Staubfäden bandförmig, nach der Basis zu etwas verbreitert.
Gabun, Sibange-Farm, im Districte von Munda (Sovavx).
Verwandt mit S. cornifolia Hook. f., die in der Nervatur und im Andróceum er-
heblich abweicht.
S. Dusenii Loes. n. sp.; glaberrima; ramulis rectis, tenuibus; foliis
majusculis, oppositis, breviter petiolatis, chartaceis submembranaceis,
ovalibus vel oblongo-ovalibus, basi obtusis vel acutis, apice anguste ob-
tusiuseule aeuminatis, integris vel obsolete undulatis, supra secundum
Th. Loesener, Hipp oerateaceae africanae, 243
costam et nervos patentes ad apicem versus curvatos ipsos subimpressis
costa nervisque prominentibus vel prominulis, subtus prominentibus vel
expressis tenuiterque reticulatis, reticulo supra obsoleto; floribus parvis,
in foliorum axillis in ligno vetere pauci- vel plurifascieulatis, pedicellis
petiolum aequantibus, tenuibus; calyce 5-lobo, lobis aequalibus obtuse
deltoideis; petalis 5 ellipticis, basi paullum angustatis; staminibus 3 intra
discum crassiusculum subannularem obsolete 5-lobum vel obtuse 5-gonum
insertis, antheris superne rima transversali dehiscentibus; ovario disco
semiimmerso, 3-loculari, loculis 2-ovulatis, apice angustato, stigmate
obsoleto.
Äste ungefähr 2 mm dick, etwas gestreift, später fast stielrund. Blätter 42,5—20 cm
lang, 4,8—8 cm breit, mit deutlich umgerolltem Blattrande, ungefähr 4—1,5 cm langer
Spitze und 9—14 mm langem, oberseits deutlich gefurchtem Blattstiele. Blüten hell,
ausgebreitet ungefähr 5 mm groß; Blumenblätter ungefähr 2 mm lang. Staubfäden
linear, ziemlich dick, Antheren quer wurstförmig.
Kamerungebiet, N’dian (Dustx n. 307. — Im März blühend).
Etwa = S. Manni Oliv.? Aber diese hat nach der Diagnose feingesägte, kürzer ge-
stielte Blätter und nur undeutlichen Discus. Im Habitus stimmt mit unserer Art auch die
von Scorr ELLiort in der Sierra Leone gesammelte und unter n. 4777 verteilte Pflanze
überein, die sich indessen durch längere, fein ausgerandete Blattspitzen und gestielte
gabelige Inflorescenzen unterscheidet.
S. erecta Walp., Rep. I. 409; Orv., Trop. Afr. I. 377?
S. cerasifera O. Hoffm. in Linn. Bd. 43. p. 124.
Angola, Pungo-Andongo (Mzcnow n. 28).
HorrMANN hat das Original von WELwirscH nicht gesehen. Mecuow’s Pflanze weicht
davon nicht unerheblich ab, stimmt aber andererseits mit dem Original von S. erecta
Walp. (WELw., Iter Angolense n. 4344) ziemlich genau überein.
16*
Orchidaceae africanae.
Von
F. Kränzlin.
Habenaria Willd., Spee. pl. 1V. 44.
H. (Bonatea) Volkensiana Kränzlin n. sp.; sepalo dorsali circuitu
ovali galeato acuto, lateralibus deflexis oblongis obtuse acutatis basi cum
labello et processubus stigmaticis connatis; petalorum partitione postica
lineari-laneeolata acuminata galeae adpressa margine pellucida, antica
lineari acuminatissima fere duplo longiore; labelli partitionibus lateralibus
illis petalorum similibus paulo longioribus, partitione intermedia lineari
acuta quam laterales paulo breviore, dente parvo erecto acuto in disco ante
calcaris ostium; calcari satis crasso cylindraceo obtuso labello et ovario cum
pedicello aequilongo v. vix longiore; processubus stigmaticis antice leviter
incrassatis et longitudinaliter excavatis basi ad quintam ipsarum longitudinis
partem eum labello coalitis, protensis, canalibus antherae ?/, longitudinis
processuum aequantibus tenuissimis cum processubus parallelis, rostello
humili globoso cucullato margine fimbriato, anthera multo majore apiculata.
Eine stattliche Erdorchidee von 60—70 cm Höhe. Der Stengel trägt außer einigen
Niederblättern mehrere ziemlich kleine Laubblätter von 8 cm Länge bei 4,5 cm Breite,
welche dem Stengel anliegen und allmählich in Deckblätter übergehen. Die Blütenrispe
ist lang und reichblütig. Die Blüten stehen denen von H. Bonatea und H. Steudneri an
Größe nach, sind aber bei einer Größe der Sepalen von 4,5 cm und der Petalen von
2,5 cm immer noch recht ansehnlich, die sehr schmalen Teile des Labellum und der
Sporn sind sogar 4 cm lang. Die Farbe ist als »reinweiß« angegeben, leider ist nicht
gesagt, ob die Blüten duften; doch ist dies wahrscheinlich, da fast alle verwandten Arten
den charakteristischen Duft unserer Platanthera bifolia haben.
Kilimandscharo, viel im Sande grasiger Hügel der Landschaften
östlich von Marangu bis Rombo, Landschaft Kenia bei Kwa Ileto, in der
Höhe von 1000—1500 m (Vorkens n. 342 — Juni 1893, blühend).
H. Volkensiana ist die sechste Art aus der Gruppe der » Bonatea«, welche, als der
Verf. den zweiten Teil seiner »Beiträge zu einer Monographie der Gattung Habenaria«
schrieb, nur aus den 3 Arten H. Bonatea Rchb. f., H. Saundersiae Harv. und H. Steudneri
Rchb. f. bestand. Inzwischen sind neu dazugekommen H. Kayseri Krzl., H. Emini Krzl
F. Kränzlin, Orchidaceae africanae, 245
und als sechste Art die hier publicierte. Zu den charakteristischen Merkmalen der Gruppe
wäre hinzuzufügen die Verwachsung der seitlichen Sepalen mit den Narbenfortsätzen und
dem Labellum, ein Merkmal, welches aber — bei sonst gleichen Charakteren — in sehr
wechselndem Betrage auftritt, so dass es den Wert eines Gattungscharakters nicht be-
anspruchen darf, so nahe es sonst liegen mag, gerade die Section Bonatea als Gattung
anzusehen. Als besonderes Kennzeichen dieser Art ist die zahnähnliche Protuberanz
unmittelbar vor der Mündung des Spornes wichtig. Derartige Bildungen sind speciell
bei Habenaria und bei Ophrydeen im allgemeinen selten, und der Verf. hat an anderen
Orten bereits dies Merkmal systematisch zu verwerten gesucht; in welcher Beziehung es
zu der Befruchtung steht, müsste an Ort und Stelle beobachtet werden. Die Pflanze ist
nach den Angaben des Sammlers an ihrem Fundort häufig, aber schon Darwın hat darauf
hingewiesen, dass die Häufigkeit einer Orchidacee keineswegs immer einen tadellos
functionierenden Befruchtungsmechanismus zur Voraussetzung habe, und ein Schluss
aus der Häufigkeit auf die Wichtigkeit dieses Merkmales wäre ganz bestimmt ein vor-
eiliger. Durch die Entdeckung dieser Art und der folgenden ist das südliche Ver-
breitungsgebiet der Gruppe Bonatea mit dem bisher aus Abyssinien bekannten Fundorte
der H. Steudneri Rchb. f. einigermaßen verbunden.
H. (Bonatea) E mini Kränzlin n. sp.; foliis? caulibus certissime elatis
squamis latissimis ovatis acutis acuminatisve pallidis vestitis, spica laxiflora,
bracteis oblongo-ovatis acutis pedicellos aequantibus, ovariis longis eylindra-
ceis rostratis; sepalo dorsali oblongo acuto cucullato, lateralibus triangulis
plus duplo longioribus antice retusis repandis utrinque apiculatis cum
labello, processubus stigmaticis, petalorum partitionibus anticis connatis,
petalorum partitione postica lineari sub sepalo dorsali abscondita acuta,
antica longissima (ter —quater longiore) labello fere aequilonga, parte libera
filiformi; labello per quatuor partes integro, quinta antica tripartita, laciniis
linearibus acutis divergentibus intermedia paulo longiore, calcari longissimo
ovario cum pedicello fere duplo longiore recte ascendente parte antica
ampliore quam basilari, rostello eucullato apiculato margine dentato, anthera
longissima basi attenuata acuta, canalibus antherae caudiculisque longissimis
rectis protensis, processubus stigmaticis longioribus linearibus leviter ex-
cavatis; polliniis minutis grosse granulatis.
Gleich der vorigen Art gehórt auch diese zu den hervorragend schónen Habenarien
und ist ebenfalls dem Formenkreis der H. Bonatea zuzurechnen. Die Abmessungen der
Blüten gehören zu den größten, welche wir bisher kennen. Das hintere Sepalum ist
4,8 em lang, die seitlichen 2,5 cm, die Lippe und die vorderen Abschnitte der Petalen
sind 4 cm lang und der Sporn erreicht mit 44 cm Lünge ein kaum je erreichtes Maß. Diese
Art gehört nach den hervorragendsten ihrer Merkmale unmittelbar neben H. Steudneri
Rchb. f., mit welcher sie das am Rande gezähnelte, ziemlich große Rostellum und die
merkwürdige Verschmelzung von Labellum, Narbenfortsützen und seitlichen Sepalen
gemeinsam hat. Die Unterschiede beruhen erstlich auf den in ganz auffälliger Form
senkrecht gehobenen Spornen, welche fast doppelt so lang sind als das Ovarium, sodann
auf den vorderen Abschnitten der Petalen, welche an der allgemeinen Verschmelzung
der vorderen Blütenteile teilnehmen und sogar etwas länger sind als das Labellum, Dieses
letztere ist ebenfalls hóchst eigentümlich construiert, denn nur das vordere Viertel oder
Fünftel ist in 3 einander nahezu gleiche Zipfel geteilt. Die Antherenkanäle sind sehr fein
und absolut geradlinig vorgestreckt, die Klebscheiben sind sehr winzig, die Pollenmassen
ebenfalls klein aber sehr grobkórnig. Einen auffallenden Eindruck machen die großen,
den Deckblättern ähnlichen, bleichen Schuppen des Stengels.
246 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Seengebiet, Punguri, Gunda mkoli (SruutmaNN n. 420 — 44, Juli
1890, blühend).
H. (Bonatea) Kayseri Kränzlin n. sp. ; radicibus?; caule valido, foliis
ovatis acutis, racemo plurifloro basi squamis bracteiformibus lanceolatis
acuminatis scariosis vestito, braeteis similibus angustioribus ovarii longi
fere ?/; aequantibus; sepalo dorsali oblongo cucullato apiculato, lateralibus
deflexis obovato-oblongis apiculo juxtaposito (nervis arcuatis) basi cum
processubus stigmaticis eum basibus petalorum eique labelli coalitis ;
petalorum partitione postica sub sepalo dorsali abscondita eique aequilonga
v. paulum longiore, antica angustissima multo longiore (3plo v. ultra)
acuminatissima; labello e basi simplice cuneato-dilatato deinde in lobos 3
angustissimos lineares et inter se et laciniis antieis petalorum aequalibus,
calcari longissimo pendulo ovario longo duplo fere longiore apice vix dilatato
obtuso; anthera alta (fere dimidium sep. postici aequante) canalibus duplo
longioribus arrectis strietissimis, rostello mediocri cucullato margine denticu-
lato, processubus stigmaticis canalibus paulum longioribus clavatis.
Die Art gehört zu den stattlichsten der ganzen Gattung und steht Formen wie
H. Bonatea, H. Steudneri und H. Saundersiae gleich. Sie zeigt folgende Verhältnisse :
Blätter bis 13 cm lang, 6 cm breit. Deckblütter 5 cm lang. Fruchtknoten 8 cm lang.
Perigon 5—6 cm hoch, schmal zusammengedrückt, Sporn 129—145 cm, Labellum 8 cm,
Antherencanäle 2 cm, Narbenfortsätze 2,5 cm lang. Diese zu den prüchtigsten Habe-
narien zühlende Art habe ich Herrn Geheimen Legationsrat Kayser, dem Förderer der
wissenschafllichen Erforschung unserer Colonien, dankbarst zu widmen mir gestattet,
Usambara, Mlalo, in steinigen, trockenen Gegenden vereinzelt (C. Horst
n. 635), in Schamben auf Steinen häufig (C. Horst n. 2443); Kiliman-
dseharo, Marangu, überall auf Hügeln verbreitet (G. Vorkexs n. 630).
(Juni— August blühend.)
H. (Dolichostachyae) Holstii Krünzlin n. sp.; caule gracili basi squa-
mato deinde dense foliato, foliis oblongis, oblongo-lanceolatis lanceolatisve
plus minusve acuminatis basi laxe et ample vaginantibus; racemo longissimo
(?/, totius plantae) laxifloro apice leviter nutante; bracteis ovato-lanceolatis
aeuminatis ovarium non aequantibus; sepalo dorsali oblongo cucullato,
lateralibus deflexis ovatis (subobliquis) omnibus obtusis; petalorum lacinia
postica late ligulata obtusa sub sepalo dorsali abscondita, antica bene
longiore filiformi porrecta labelli laciniis angustissimis omnino aequali,
caleari filiformi eurvulo ovario aequilongo acuto; processubus stigmaticis
et antherae canalibus aequilongis, processubus a latere compressis satis
altis, rostello acuminato sub anthera satis magna abscondito, canalibus
ascendentibus.
Die Art ist von botanischem Interesse insofern, als sie zwischen verschiedenen
ostafrikanischen Habenarien gewissermaßen in der Mitte steht. Sie erinnert — ab-
gesehen vom Sporn — an H, vesiculosa A, Rich., ferner an H. lancifolia A. Rich., das
Labellum an das von H. tridens Lindl., ebenso der Sporn. Der Gesamthabitus ist der
aller Arten dieser Gruppe, welche reicher an interessanten als schönen Formen ist. Die
gelblich-grünen Blüten messen ungefähr !/; cm querüber, der Sporn ist ziemlich 4 cm
F, Kränzlin, Orchidaceae africanae, 247
lang. Die ganze Pflanze erreicht eine Höhe von 60 cm, wovon 25 cm auf den Blütenstand
entfallen. Die Blätter stehen bis zur Mitte des Stengels gedrängt (bis zu 40 an einer
Pflanze) und sind an Größe sehr verschieden, die größten werden bis zu 45 cm lang
und 3—4,5 cm breit, getrocknet sind sie sehr zart.
Usambara, in Waldungen (C. Horst n. 528 — März 1892, blühend).
H. (Platycoryne) Buchananiana Kränzlin n. sp.; tuberibus —, foliis
basilaribus —, caule tenui, foliis paucis lineari-lanceolatis acutis acumina-
tisve bracteiformibus, racemo densifloro, pluri- vel multifloro, bracteis
latissime ovatis aeuminatis quam pedicelli longioribus; sepalo dorsali
cucullato ovato acuto, lateralibus deflexis ovato-oblongis acutis apice com-
plicatis, petalis simplicibus falcatis lanceolatis acutis sub sepalo dorsali ab-
sconditis, labello simpliei e basi angustiore oblongo obtuso plus minusve
deflexo margine reflexo, calcari filiformi deinde ampliato elavato apice acuto
ovarium pedicellatum aequante recto; processubus stigmatis satis magnis
compressis, anthera satis alta, rostello pedicellato, i. e. antherae ipsi ante-
posito lanceolato compresso, canalibus antherae fere rectis (neque ascendenti-
bus). — Flores sub anthesi 4,5 em longi, calcar et ovarium 2 cm longa.
Die Pflanze ist eine echte Platycoryne und steht der H. paludosa Lindl. sehr nahe;
charakterisiert ist sie durch die auffällig dicken, reichblütigen, kopffórmigen Blütenstände
und sodann durch das ganz eigenartige Rostellum, welches nicht unter der Anthere steht,
wie sonst bei allen anderen Ophrydeen, sondern weit vor derselben; die Narbenfortsätze
sind sehr ansehnliche senkrechte Platten, deren Conceptionsfläche augenscheinlich auf
der Innenfläche liegt.
Nyassaland (J. Bucnanan, 1891).
H. (Macrurae) Zenkeriana Krünzlin n. sp.; planta validissima
120 em alta vel altiore caule basi 2 cm diametro, foliis late ovato - oblongis
obtusis pro plantae magnitudine parvis 40—11 cm longis 6 cm latis, in
braeteas maximas transeuntibus, racemo laxifloro. Sepalo dorsali ovato
acuto, lateralibus deflexis obovatis euneatis sub anthesi revolutis acutis,
petalorum partitione postica triangula sub sepalo dorsali abscondita acu-
minata, partitione antica ter majore lineari acuminatissima labelli parti-
tionibus linearibus angustissimis intermedia vix longiore his omnibus phyl-
lis sub anthesi ringentibus fere aequilongis (3 cm) part. antica petalorum
fere 5 cm longis, calcari longissimo filiformi recto apice vix inflato 15—
16 cm longo, processubus stigmatieis strictissimis protensis, canalibus an-
therae paulum brevioribus, glandulis maximis, omnibus quam labellum
paulum brevioribus, ovario cum pedicello 6—8 cm longo. — Toto peri-
gonio flavo-viridi, labello albo.
Die Diagnose dieser Pflanze ist auf leider nur trümmerhaftes und durch tropische
Feuchtigkeit verwüstetes Herbarmaterial und zu nicht geringem Teil mit Hülfe von 2
Aquarellen verfasst, welche der Sammler an Ort und Stelle angefertigt hatte. Es ist im
allgemeinen nicht empfehlenswert, Diagnosen nach Abbildungen zu entwerfen, in diesem
Falle jedoch war es möglich, da außer einem Habitusbilde ein Blatt mit Analysen bei-
gefügt war und der Sammler zum Glück nicht mit den Augen eines Künstlers, sondern
denen eines Botanikers gesehen und gezeichnet halte. Ich stelle die Pflanze zu den »Ma-
crurae«, obwohl sie habituell von den andern Arten etwas abweicht. Die Blütter habeu
248 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
am unteren Teil des enorm hohen Stengels allerdings richtige Blattspreiten entwickelt,
dieselben sind indessen winzig geblieben im Vergleich zu der Hóhe und der Dicke des
Stengels, die Bracteen sind außerordentlich groß und den Blättern augenscheinlich sehr
ähnlich, die Blüten und Sporne gehören, wie die oben angegebenen Abmessungen be-
weisen, zu den größten, welche wir bisher bei Habenaria kennen gelernt haben,
Kamerun, Yaünde-Station, an Sumpfstellen der Savanne (ZENKER
n. 492. — Im September blühend).
Disa Berg, Pl. cap. 348.
D. Emini Kränzlin n. sp.; caule gracili basi foliis 2 lineari-lanceolatis
acutis acuminatisve, superne vaginis arctis acutis vestito, racemo pluri-
floro laxifloro; bracteis lanceolatis acuminatis aristatisve ovaria brevipedi-
cellata subaequantibus; sepalis lateralibus oblongis obtusissimis v. retusis,
galea oblonga obtusa postice extinetoriiformi in calear filiforme apicem
versus levissime incrassatum adscendens rectum (rarius tantum curvatum)
ovario aequilongum v. paulo longius producto, petalis sub galea absconditis
obovatis v. reetius spathulatis obtusissimis; labello protenso subsimili sed
longiore; columna brevissima generis.
Das vorliegende einzige Exemplar ist 50 cm hoch, der allerunterste Teil scheint
allerdings zu fehlen; die beiden größten grundstündigen Blätter sind bis 25 cm lang und
kaum 4 cm breit. Dieselben gehen in Schuppenblätter und diese in die Deckblätter des
ungeführ 12—13 cm langen lockeren Blütenstandes über. Die Blüten gleichen in der
Größe denen von D. polygonoides Lindl., sind aber von dieser Art durch den fadendünnen,
ungefähr 2,5 cm langen Sporn ausgezeichnet. Die nüchstverwandten Arten sind D. Wal-
leri Rchb. f. und D. hircicornis Rchb. f., ganz besonders die letztgenannte Art, welche
ebenfalls beim Trocknen zimmtbraun wird. Die Sporne fanden sich in allen móglichen
Formen der Krümmung, einige fast absolut gerade, andre leicht, einige stärker und ein
paar wie ein Scorpionshinterleib gekrümmt.
Seengebiet, Bukoba (Srunzwaxw n. 4089. — 91. April 1899, blühend).
Holothrix L. C. Rich., Mem. Mus. Par. IV. 55.
H. (Sect. Tryphia) Usambarae Kränzlin n. Sp.; radicibus horizon-
talibus villosis foliis 2 suboppositis (rarius 3) oblongis v. oblongo-lanceo-
latis acutis acuminatisve, scapo spithameo infra calvo supra sparsim pilis
glanduliferis obsito vaginis 9 v. 3 minutis vestito, spica secunda pauci- ad
pluriflora (6 — 21) bracteis lanceolatis acuminatis Li, ovarii glandipilei
aequantibus; sepalo dorsali late ovato eucullato acuto lateralibus semiob-
longis (nervis arcuatis) acutis; petalis multo minoribus oblongis acutis uni-
nerviis; labello simplici cuneato antice retuso obscure trilobo (potius tri-
dentato); calcari filiformi deflexo v. incurvo 1/2 ad ?/4 ovarii aequante ;
gynostemio brevi antherae loculamentis sejunctis bene evolutis, appendici-
bus s. staminodiis nullis.
Die Pflanze ühnelt habituell ungemein der Tryphia orthoceras Harvey, Thes. capens.
Pl. 105 A. Die genaue Untersuchung zeigt indessen in allen Punkten wesentliche Ab-
weichungen, Hingewiesen sei hier auf die sehr vereinfachten Umrisse des Labellum,
welches sonst in 5 oder mehr Zipfel zerspalten ist, hier aber ein einfaches, keilförmig
F, Kränzlin, Orchidaceae africanae, 249
verbreitertes Blatt bildet, welches vorn nur schwach eingeschnitten ist. Die querovale
Mündung des Sporns hat einen etwas wulstig aufgetriebenen Rand. Diese Merkmale er-
kennt man bei günstig liegenden Blüten schon mit schwacher Lupenvergrößerung. Die
ganze Pflanze ist etwa spannenhoch, die Blüten messen 2—3 mm querüber.
Usambara, hohe Regionen zwischen Steingeröll (C. Horst n. 394. —
Juli 1892, blühend).
Pteroglossaspis Rchb. f., Otia bot. Hamb. I. 67.
P. Engleriana Kränzlin n. sp. ; sepalis cuneato-obovatis obtusis api-
culatis dorso carinatis, petalis basi praesertim angustioribus ceterum simi-
libus obtusis; labelli lobis lateralibus obovato-oblongis obtusissimis gyno-
stemium ampleetentibus, intermedio majore cuneato antice retuso emargina-
toque, disco fere apicem usque lineis 3—5 elevatulis tuberculosis instructo
ipso et lobis lateralibus quorum venae lineaeve elevatulae parcissime pilo-
sulis; gynostemii utroque latere in labelli basin producto ibique in callum
latum satis elevatum exeunte; gynostemio ipso brevi supra dilatato trian-
gulo; androclinio triangulo supra apiculato , anthera plana, polliniis, ro-
stello omnino generis. —
Eine überaus schlanke Pflanze mit Blättern von 50cm Länge, aber nur 1,5 cm Breite,
welche aus einem nur haselnussgrofjen, stark verkürzten Stamme 2ten Grades ent-
stehen und am Grunde von scheidenartigen Niederblüttern umgeben sind. Der Blüten-
schaft entspringt an der Basis aus der Achsel eines der Niederblütter; er überragt die
Blätter und endet mit einem kurzen, kopfförmigen Blütenstand von 2—3 cm Durch-
messer. Die Blüten sind nicht eben groß; sie haben.nur 4,2 cm im Durchmesser. Die
Sepalen und Petalen sind reinweiß, das Labellum hat auf beiden Seitenlappen einen
purpurbraunen Streifen und auf dem Mittellappen einen purpurnen Fleck auf weißem
Grunde,
Kilimandscharo, im Grase eines Abhanges bei der Marangu-Station
in 4450—1530 m Höhe (G. Vokens n. 266 und 424. — Mai und Juni 1893,
blühend).
Diese zweite Art der Gattung Pteroglossaspis unterscheidet sich von der von
REICHENBACH in den Otia I p.67 beschriebenen hinlänglich durch die angegebenen Merk-
male. Die Verhältnisse der ganzen Pflanze sind schlanker, der Blütenstand durchaus
kopfförmig, und die Merkmale der Blüte sind verschieden. Das Labellum hat 2 kleinere,
über der Säule zusammenschließende Seitenlappen, der Mittellappen ist nahezu obcordat,
die erhabenen Linien bestehen aus einzelnen kaum sichtbaren Erhebungen , dagegen ist
die ganze Mitte des Labellum fein behaart, alles Merkmale, welche eine Identität dieser
Art mit Pt. eustachya Rchb. f. ausschlieBen. Der Blütenschaft ist nicht dicht bescheidet,
auch decken sich die Scheiden nicht, sondern sie stehen in weiten Abständen; schließ-
lich sind die Blätter bei gleicher oder gößerer Länge beträchtlich schmäler.
Lissochilus R. Br. in Lindl., Coll. bot. tab. 34.
L. Stuhlmanni Kränzlin n. sp.; radicibus longis crassis, pseudo-
bulbo oblongo cylindraceo internodiis 3—4 composito; foliis sub anthesi 2
e basi longa lineari-lanceolatis acuminatis; scapo valido duplo longiore altis-
simo squamis 5—6 longis arcte appressis acutis scariosis vestito; spica
multiflora laxiflora; bracteis oblongis acutis (neque aristatis) pedicellos tan-
250 Beitrüge zur Flora von Mrika. VIII.
tum aequantibus; sepalis oblongis dorsali acuto lateralibus obtusioribus;
petalis paulo tantum majoribus fere orbicularibus obtusissimis apiculatis;
labelli lobis lateralibus oblongis acutis, intermedio pandurato compresso
medio umbone oblongo instructo antice rotundato, calcari brevi apice sul-
cato reflexo ascendente; gynostemio lato satis alto supra dilatato, glandula
oblonga acuta, caudicula lata lineari, polliniis et anthera generis.
Eine elegante schlanke Pflanze mit Blütenstünden, welche nahezu 4,5 m Höhe er-
reichen. Die Blätter sind 50—60 cm (zur Blütezeit) lang, werden aber wahrscheinlich
noch länger. Die Blüten haben die für einen Lissochilus ziemlich bescheidene Größe
von 2cm im Durchmesser, erscheinen aber in Mengen und scheinen ziemlich lange frisch
zu bleiben. Auffallend ist, dass die Petalen nur wenig größer sind als die Sepalen. Diese
sind dunkelgrün mit rotbraunen Adern, die Petalen hellgoldgelb; über die Farbe der
Lippe konnte sich der Verf. eine bestimmte Ansicht nicht bilden; der Sporn ist in sehr
auffälliger Weise rückwärts und aufwärts gekrümmt.
Seengebiet, Bukoba (SrunLmany n. 3220).
Polystachia Hook., Exot. Flora t. 103.
P. (Cultriformes) tenuissima Kränzlin n. sp. ; caulibus secundariis
s. bulbis tenuissimis eylindraceis monophyllis, folio longissimo lineari acu-
minato, quam inflorescentia longiore, 20 cm longo 1 mm lato, scapo sub-
nutante graeili basi cataphyllo 4 instructo, rhachi et ovariis laevibus, brac-
teis minutissimis triangulis; panicula plus minusve secunda ramulis inter
se longe distantibus ; sepalo dorsali ovato obtuso, lateralibus in galeam apice
manifeste bifidam obtusam coalitis parte libera late oblonga fere orbiculari
apiculata, petalis minutis lineari-oblongis obtusis, labelli cuneati lobis late-
ralibus oblongis obtusis satis magnis, intermedio vix majore orbiculari
antice rotundato, disco ex ungue calloso.
Eine der kleinblütigsten Arten der Gattung; Blüten nur 4 mm im Durchmesser und
wie Fruchtknoten, Rhachis und Bracteen glatt.
Kamerun, Yaunde Station (Zenker n. 609).
Eine Art, welche ein in allen Teilen verschmälertes Abbild der altbekannten P.
cultriformis Rchb. f. darstellt. Die Bulbe ist cylindrisch mit einem Durchmesser von 1—
2 mm, die Blätter sind sehr schmal, sehr dünn und länger als der fast von seiner Basis
an verzweigte Blütenschaft. Die gelblichen Blüten gehören zu den kleinsten der ganzen
Gattung. Bemerkenswert erscheinen der an der Spitze tief zweiteilige Halm, sowie die
großen Seitenlappen der Lippe.
P. Dusenii Kränzlin n. sp.; caulibus secundariis s. bulbis aggregatis
gracilibus elongatis supra diphyllis s. triphyllis; foliis recurvis racemum
aequantibus linearibus apice bilobis utrinque rotundatis, scapo basi vaginis
2 tenuibus acuminatis vestito ceterum nudo ipso et rhachi setosis, bracteis
longe aristatis quam ovaria longioribus jam sub anthesi deflexis; sepalo
dorsali oblongo obtuso minuto, lateralibus galeam obtusissimam efforman-
tibus apice anteriore mucronatis, petalis multo minoribus linearibus acutis,
labelli arrecti euneati lobis lateralibus semiobovatis ascendentibus impli-
F. Kränzlin, Orchidaceae africanae. 251
catis, lobo intermedio triangulo acuminato arcte deflexo, floribus omnino
calvis tesselatis; gynostemio crassissimo; ceterum generis.
Blüten 2 mm lang.
Kamerun (Dus£w n. 264).
Eine kleine Polystachya mit sehr schlanken Bulben und linealen zurückgekrümmten
sehr stumpfen Blättern; die größten Exemplare waren ca. 20 cm hoch und die längsten
Blätter wenig kürzer. Die ziemlich kleinen, sehr unscheinbaren Blätter sind dadurch
ausgezeichnet, dass die den stumpfen abgerundeten Helm bildenden Sepalen in eine
etwas gedrehte Spitze vorgezogen sind. Sodann ist das Labellum bemerkenswert durch
seine steile der Säule parallele Stellung, die steil ansteigenden Seitenlappen und den
scharf nach unten geschlagenen spitz dreieckigen Mittellappen, eine Bildung, welche (en
miniature natürlich) an das Labellum von Serapias erinnert, Die Blätter der Blüte zeigen
die bei den Polystachya-Arten dieser Gruppe so häufig schachbrettartige Zeichnung. —
Die Art möge zunächst ihren Platz in der Nähe von P. tesselata Lindl. finden,
P. spatella Kränzlin n. sp.; caulibus secundariis tenuibus vix
incrassatis s. bulbosis efformantibus cataphyllis longe vaginantibus tenuis-
simis omnino tectis, in sympodia dispositis diphyllis; foliis lineari- lanceis
apice bilobis acutis 10 em longis ad 8 mm latis, scapis basi vaginatis tenui-
bus nutantibus quam folia longioribus; racemis brevibus paucifloris rhachi
subaneipite setulosa; bracteis basi triangulis longe setaceis nec tamen
ovaria c. pedicellis aequantibus; sepalo dorsali lanceolato excavato, latera-
libus in galeam eylindricam parti liberae floris aequilongam v. sublongiorem
coalitis, antice late oblongis subfalcatis acutis; petalis aequilongis anguste-
linearibus acutis, labello spathulato ex ungue longissimo lineari subito dila-
tato, lobis lateralibus late oblongis obtusis, intermedio orbiculari medio
umbonato lineisque incrassatis in disco marginem usque radiantibus; toto
labello sparsim ungue densius setoso; gynostemii pede longo setoso, parte
libera brevi, fovea stigmatiea maxima, anthera antice longius marginata,
polliniis generis, glandula et stipite bene evolutis. —
Blüte 4 cm lang, 5 mm Durchmesser ; Blütenfarbe unbekannt.
Seengebiet, Runssoro, Wald, 2500 m. ü. M. (Stunımanx n. 2333,
im Juni 1891 blübend).
Die nüchstverwandte Art ist unzweifelhaft P. superposita Rchb. f. von den oberen
Kamerun-Bergen. Die Beschreibung des vegetaliven Aufbaues stimmt bei beiden Arten
nahezu überein. Dieser Beiname »superposita« eignet sich übrigens vortrefflich als Name
einer Subtribus und eine Einteilung der Polystachyen in Caulescentes, Super-
positae und Incrassatae« (worunter die Arten mit sogenannten Bulben zu ver-
Stehen sind) wird sich hóchst wahrscheinlich als gut durchführbar erweisen, wobei eine
Untereinteilung in kleinere Gruppen nicht ausgeschlossen ist. Was zunächst die hier
beschriebene Art charakterisiert, sind dielangen cylindrischen »Helme«, wie man die
nach rückwärts verlängerten seitlichen Sepalen der Kürze halber nennt, und das La-
bellum, welches aus schmal linealer Basis plötzlich sehr stark spatelförmig verbreitert ist.
P. gracilenta Kränzlin n. sp. (e grege et affinitate Pol. cultriformis
Rchb. f.); caule secundario s. bulbo gracillimo tenui nitido monophyllo,
cataphyllis 2 arcte vaginantibus acutis vestito, folio lineari eertissime quam
racemus longiore imperfecto in specimine meo, scapo gracili tenui squamis
re ECH At
252 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
arete vaginantibus paucis tecto, s. panicula brevi congesta brevi, ramulis
aneipitibus; bracteis minutis triangulis acutis, ovariis multo longioribus;
tota inflorescentia, bracteis, ovariis, floribus omnino glaberrimis; sepalis
lateralibus galeam conieam obtusam leviter curvatam efformantibus trian-
gulis utrinque obtusis, intermedio aequilongo ligulato obtuso petalis aequi-
longis lineari-spathulatis obtusis; labelli valde curvati complicati lobis late-
ralibus semiobovatis rotundatis (parum evolutis) intermedio oblongo brevi
obtuso, callo ruguloso a tertia anteriore labelli per totum lobum inter-
medium ; gynostemio generis.
Ganze Pflanze 40—50 cm hoch; Rispe 4—6 cm lang, Blüten doppelt so groß als
die von P. cultriformis Rchb. f.
Seengebiet, Runssoro, Wald, 2500 m. ü. M. (SrunrwaNw n. 2334,
im Juni 4891 blühend).
Die bier gegebene Beschreibung dieser zweifellos neuen Art ist etwas aus dem
Groben gearbeitet, da das Material wenig zufriedenstellend ist. Das einzige Blatt war in
der Mitte abgebrochen und die Blüten, welche fast sümtlich befruchtet waren, zeigten
die Merkmale im Großen und Ganzen noch deutlich, es war aber schlechterdings nicht
mehr móglich, über die Oberflüche der mittleren Zipfel des Labellum ins Klare zu
kommen. — Der allgemeine Eindruck der Pflanze ist der einer übermäßig schlanken
P. cultriformis Rchb. f.; sie ist aber abweichend 4. durch eine gedrängte Rispe (über-
einstimmend an 3 Exemplaren), 2. größere Blüthen, 3. eine absolut stielrunde dünne
Bulbe, welche sich in den ebenso dicken Blütenschaft fortsetzt. Es schien mir, als ob
auch das Gynostemium Abweichungen von dem von P. cultriformis Lindl. zeigte, doch
halte ich meine Befunde für nicht sicher genug, um sie zu publicieren. Von den Arten
aus der unmittelbaren Verwandtschaft von P. cultriformis Rchb, f. wäre noch P. galeri-
culata Rchb. f. zu erwähnen, mit welcher ich die hier vorliegende Species trotz mancher
Ähnlichkeit nicht zu identificieren wagte, und von der sie durch die mangelnde Be-
haarung sofort zu unterscheiden ist.
Listrostachys Rbch. f. in Bot. Zeitung. 1852. p. 930.
L. Zenkeri Kränzlin n. sp.; planta pusilla caule brevi crasso, foliis
ensatis brevibus apice inaequalibus utrinque obtuse acutatis 4—5 em longis,
5 mm latis; racemis erectis quam folia paulo longioribus, cataphyllis rin-
gentibus ochreatis retusis in basi; bracteis late triangulis acutis florum
dimidium aequantibus; sepalo dorsali oblongo obtuso apiculo inerassato,
lateralibus aequalibus carinatis apice biapiculatis (uno apiculo alteri post-
posito); petalis paulo latioribus tenerioribus obtusissimis, labello ovato
oblongo obtuso supra basin paullulum contracto, calcari labello aequilongo
vesicato leviter compresso obtuso incurvo; gynostemio generis anthera
elongata antice retusa, caudiculis certe 2 supra leviter incrassatis excavatis,
polliniis globosis, reliquis gynostemii partibus mihi non satis accurate visis.
Die ganze Blüte nur 2 mm im Durchmesser.
Kamerun, Yaünde-Station, epiphytisch auf hohen Bäumen des Ur-
waldes (Zenker n. 623, im September 1894 blühend).
Eine der kleinsten Listrostachys-Arten, welche bisher bekannt wurden. Habituell
ähnelt diese Pflanze dem Angraecum Maudae Bolus so sehr, dass ich zuerst an Identität
F, Kränzlin, Orchidaceae africanae, 253
glaubte, die Untersuchung ergab dann die Unterscheidungsmerkmale, von welchen die
Verdoppelung der Spitzen der seitlichen Sepalen hier noch erwähnt werden mag. BoLus
hat die Pollinien nicht gesehen, es ist somit unmöglich, genau festzustellen, ob nicht
auch Angraecum Maudae eigentlich zu Listrostachys zu stellen sei; ein Gleiches gilt von
A. sacciferum Lindl., der am längsten bekannten Art dieser kleinen Gruppe. Es ist
misslich, mit Gattungscharakteren zu arbeiten wie die Einzelheiten des Pollenapparates,
und doch ist dies Merkmal noch das einzig wirklich permanente, denn die Zurück-
lehnung der Säule gegen das dorsale Sepalum ist bei Säulen, welche ebenso breit oder
breiter sind als hoch, gar nicht zu erkennen, und die Länge des Spornes ist überhaupt
kein Gattungsmerkmal.
L. trachypus Kränzlin n. sp.; radicibus longissimis Lecanoris affixis
caule brevi erasso 3 em longo v. vix longiore; foliis numerosis ensiformibus
curvatis reflexis acutis 10 cm longis, 4 em latis; racemis quam folia sub-
brevioribus seeundifloris a basi ipsa floriferis; bracteis ochreatis obtusis
retusisque quam ovaria pedicellique dense villosa(!) multo brevioribus ;
sepalo dorsali magno oblongo acuminate, lateralibus et petalis angustioribus
ceterum aequalibus, labello simillimo in calcar amplum extinctoriiforme
apice subito hamatum attenuato; gynostemio perbrevi, anthera antice valde
produeta retusa, rostello bipartito, glandula?, caudiculis binis basin usque
sejunctis, polliniis mihi non visis, fovea stigmatica ampla basi lamella trans-
versa obtuse triangula instructa.
Die ganze Blüte 4 cm im Durchmesser.
Kamerun, Yaünde-Station, auf Bäumen (Zenker n. 420 — vom No-
vember bis April blühend).
Eine kleine angraecoide Pflanze mit schwertförmigen Blättern und ziemlich eben-
so langen Blütenstánden mit sehr nichtssagenden Blüten. Das Merkmal, welches zunächst
auffällt, ist die dichte, borstige Behaarung der Blütenstiele samt den Ovarien, es ist mit
bloßen Augen erkennbar und um so frappanter, als Behaarung in der ganzen angraecoiden
Gruppe bisher nur bei L. Monteirae Rchb. f. beobachtet ist. Die Blüte ist desto cha-
rakterloser. Das dorsale Sepalum ist breiter als alle anderen Perigonteile, aber von der
sich ewig wiederholenden oblong zugespilzten Form. Das im Umriss nahezu identische
Labellum geht ohne Unterbrechung in den weiten, trichterfórmigen Sporn über, welcher
geradlinig verläuft und am Ende in eine nahezu kreisfórmige Spitze umgebogen ist. Die
Süule ist sehr kurz; die Anthere ist, wie meist bei Listrostachys, sehr stark nach vorn
verlängert und etwas verschmälert; die Form der Klebscheibe war nicht genau fest-
zustellen, sie scheint rechteckig gewesen zu sein, und auf ihr hafteten die beiden Caudi-
culae, es war somit möglich, die Pflanze als eine Listrostachys zu erkennen. Ob die
Diagnose nicht noch einige kleine Anderungen erfahren muss, besonders betreffs der
Form des Labellum, wage ich nicht in Abrede zu stellen. Es hat über dem Material des
Herrn ZENkER aus der Yaünde-Station ein Unstern geschwebt. Alle Pflanzen sind mehr
oder minder verdorben und zumal solche Teile, welche beim Pressen über einander
zu liegen kommen, fast unerkennbar.
Es ist ein bedenklicher Schritt REıcnengAch’s gewesen, die Gattung Listrostachys
auf Merkmale des Pollinarium zu gründen, da diese oft schwer aufzufinden sind ; aber
trotz dieser Schwierigkeit ist es wünschenswert, Listrostachys als selbständige Gattung
zu belassen und nicht wieder mit Angraecum zu vereinigen. Es kommt hinzu, dass
Listrostachys vorwiegend oder vielleicht gänzlich westafrikanisch ist, denn es ist mehr
als wahrscheinlich, dass noch eine ganze Anzahl bisher unter Angraecum geführter Arten
aus dem tropischen Westafrika sich als Listrostachys-Arten ausweisen werden, sobald
254 Beitráge zur Flora von Afrika. VIII,
wir in der Lage seiu werden, sie auf ihre Pollinien hin untersuchen zu kónnen. Die
nüchslverwandten Arten sind L. Chailluana Rchb. f. und L. Monteirae Rchb. f., beide
aus annähernd demselben Gebiete.
L. forcipata Kränzlin n. sp.; planta inter minores generis habitu
Oncidii pusilli Rchb. f. (O. iridifolit H.B.K.). Caule parum producto radici-
bus erebris multo longioribus obsito; foliis ensiformibus arcte compressis
aculis strictis s. paulisper curvatis ad 10 em longis, A em latis; racemis
multo brevioribus paucifloris secundifloris (?) compluribus coaetaneis; brac-
teis triangulis ovatis basi plus minusve amplectentibus quam ovaria te-
nuissima ter v. quater brevioribus; sepalo dorsali oblongo lateralibus
obovatis; petalis latioribus obovatis omnibus obtusissimis, labelli lamina
omnino nulla, caleari maximo (pro plantae magnitudine sc.) infundibulari
(margine continuo) infra attenuato contraetoque deinde ampliato apice
profunde bifido v. forcipato; anthera plana antice longe producta, polliniis
subcompressis , caudieulis longis omnino sejunctis, glandula elongata rect-
angula, rostello lato antice retuso, toto gynostemio latissime marginato,
fere eueullato dicendo, fovea stigmatica magna.
Blüten sehr zart, Sepala und Petala schón geadert, das Labellum mit Lüngsnerven
versehen ; die ganze Blüte durchscheinend, 4,3 cm lang, vorn fast 6mm im Durchmesser.
Kamerun, Urwald westlich Buea, 1300 m ü. M. (Preuss).
Die ganze winzige Pflanze ist solch’ ein alltägliches angraecoides kleines Gewächs,
dass nur die zangenförmige Spitze des Spornes, welche mit bloßem Auge zu erkennen
ist, die Vermutung nahe legt, dass man es mit einer neuen Art zu thun hat. Die Blätter
sind schwertförmig, wie bei einer /ris en miniature. Die Blütenstände sind kaum
halb so lang als die Blätter und bei größeren Exemplaren oft noch kürzer. Die Blüten
sind von reinweißer Farbe. Die Sepalen und Petalen sind in auffälliger Weise ab-
gestumpft, und von einem Labellum ist überhaupt nicht die Rede, da die Platte auf
nichts reduciert und nur der verhältnismäßig große Sporn übrig geblieben ist. Dieser
verengt sich trichterförmig und endet mit einer stark aufgetriebenen, aber (wie bereits
oben erwähnt) tief zangenförmigen Spitze, ein Merkmal, von welchem ich den Namen
entlehnt habe. Trichterförmige Sporne mit völliger Unterdrückung einer Lamina sind
nun — wenn auch nicht gerade häufig — auch sonst bei Listrostachys beobachtet. Da-
gegen ist die Säule, wie bei anderen Arten dieser Gattung, so auch hier völlig eigen-
artig. Sie ist auffällig breit und dazu breit gerandet, so dass sie die Mündung des
Spornes zum großen Teil überdeckt; die Unterseite ist fast ganz von der mächtigen
Narbenfläche eingenommen, das Rostellum ist breit und vorn abgestutzt, ganz ähnlich
gestaltet ist die Klebscheibe, auf welcher zwei sehr dünne Stielchen sitzen, welche nach
der Ablösung sich hornförmig zurückkrümmen, die Anthere ist vorn lang ausgezogen
und deckt zum größten Teil diese Slielchen, die Pollinien bieten nichts Besonderes.
Abgesehen von der sehr auffälligen Verbreiterung des Randes der Säule erinnert diese
ganze Einrichtung an die von Listrostachys Engleriana Krzl. (A. Englerianum Krzl.) (cf.
die Abbildung in ENcLER's Jahrb. XVII. Tab. 4).
Eulophia R. Br. in Bot. Reg. t. 686.
E. Dusenii Kränzlin n. sp. (affinis E. clavicorni Lindl.); radicibus
satis crassis numerosis, caulibus secundariis aggregatis oblongis v. cylindra-
ceis 5—7 em altis; foliis compluribus e cataphyllis grandescentibus longe
F. Kränzlin, Orchidaceae africanae. 255
petiolatis lineari-lanceolatis acuminatis uninerviis vestito, longissimis qui-
busque 70—75 cm longis ad 3 em latis, scapum superantibus; scapo ad
60 cm alto coaetaneo cum foliis cataphyllis quibusdam distantibus in
bracteas lineari-lanceolatas transeuntibus vestito; racemo simplici 30 em
longo basi valde interrupto bracteis quam pedicelli satis longi sublongioribus;
sepalis lanceolatis acutis; petalis sublatioribus et brevioribus ceterum
aequalibus, labelli lobis lateralibus (sc. parte libera) triangulis acutis, lobo
intermedio obovato oblongo obtuso margine leviter crenulato, disco basin
versus lineis quibusdam vix elevatis instructo, ceterum omnino glabro,
calcari tertia breviore clavato obtuso ostio calcaris basi labelli et gynostemii
velutinis; gynostemio tertia breviore quam sepala omnino generis, rostello
bifido; anthera plana, polliniis profunde bipartitis.
Kamerun (Dus£x n. 264).
Wenn der Speciesname »herbacea« nicht schon an eine indische Eulophia ver-
geben wäre, so hätte kaum ein passenderer Beiname für diese Art gewählt werden
können. Die Blätterbüschel des diesjährigen in der Entwickelung begriffenen blühenden
Triebes und die des vorjährigen, welche noch alle merkwürdig frisch erhalten waren,
bilden eine dichte Krautmasse, in welcher der Blütenstand trotz seiner 60 cm Höhe
ziemlich dürftig aussieht. Sollte vielleicht diese Pflanze in einer Vegetationszeit 2 Triebe
machen? Ähnliches kommt z. B. bei Lissochilus Graefei Krzl. vor. Die Blüte ähnelt der
von E. clavicornis Lindl. sehr, aber die Umrisse des Labellums sind ganz andere und die
Leisten und Kämme letzterer Art fehlen bei E. Duseni vollständig. Es geht dies aus der
Vergleichung beider Diagnosen hervor. Dass die LiwpLEvsche Beschreibung streng
wörtlich zu nehmen ist, beweisen seine Blülenanalysen zu Kew Garden.
Thymelaeaceae africanae,
Von
E. Gilg.
Peddiea Harv. in Hoox., Journ. of Bot. 1840. 9. p. 266.
P. Zenkeri Gilg n. sp.; glaberrima; foliis membranaceis,
magnis, nitidulis, lanceolatis, apice subacuminatis, apice ipso
rotundatis, basi sensim in petiolum brevem cuneatim angustatis, nervis
lateralibus atque venis anguste vel angustissime reticulatis
tenuibus utrinque manifeste prominentibus; bracteis ad basin
pedunculi linearibus, confertis, demum caducis; pedunculo bre-
vissimo 7—9 mm longo pedicellis saepius breviore, 7—10-
floro; pedicellis tenuibus quam flores brevioribus; floribus
4-meris; receptaculo eylindrico; sepalis 4 brevibus ovato-triangularibus
receptaeulo 6—7 - plo brevioribus, margine manifeste sericeo - tomentosis.
— Cetera generis.
Blätter 44—13 cm lang, 4—5 cm breit, Blattstiel 4—5 mm lang. Bracteen 4,3—
1,5 cm lang, ca. 3 mm breit. Blütenstiel 4—6 mm lang. Blütenstielchen 6—7 mm lang.
Receptaculum 6—7 mm lang, ca. 2,5 mm dick.
Kamerun, Yaündestation (ZENKEr n. 242, im März 1890 blühend).
Steht zweifellos der P. parviflora Hook, nahe, unterscheidet sich jedoch von der-
selben leicht durch die viel größeren und mit durchaus verschiedener Nervatur ver-
sehenen Blätter, die kurzen Blütenstiele und das längere und dünnere Receptaculum.
P. longipedicellata Gilg n. sp.; glaberrima; foliis mem-
branaceis, magnis, lanceolatis, apice rotundatis, basi subsensim
in petiolum brevem angustatis, nervis lateralibus atque venis
remote obsoleteque reticulatis, tenuissimis sed utrinque
distincte prominentibus; bracteis ad basin pedunculi cadueissimis;
peduneulo elongato 2,5—3 cm longo pedicellis aequilongo
vel iis paullo breviore, 5—8-floro; pedicellis tenuibus quam
flores 4,5-plo longioribus; floribus 5-meris; receptaculo cylindrico
valido, crasso ; sepalis § brevibus late ovatis rotundatis receptaculo 4—4,5-
plo brevioribus, margine parce vel pareissime pubescentibus. — Cetera
generis.
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae. 257
.
Blätter 6—15 cm lang, 2—4 cm breit. Blattstiel ca. 2 mm lang. Blütenstielchen
4,8—2 cm lang. Receptaculum ca. 4,2 cm lang, 5 mm dick.
Nyassaland (Bucaanan n. 536 — blühend).
Blätter denen von P. Zenkeri Gilg sehr ähnlich, in den Blütenmerkmalen von jener
dagegen weit geschieden.
P. longiflora Engl. et Gilg n. sp.; glaberrima; foliis mem-
branaceis, magnis, nitidulis, lanceolatis, apice subacumi-
natis, apice ipso saepius acutiusculis vel subrotundatis, basi
sensim in petiolum brevem sed conspicuum ecuneatim angustatis, nervis
lateralibus atque venis angustissime reticulatis tenuissimis sed
utrinque distincte prominentibus; bracteis ad pedunculi basin
confertis obovato-lanceolatis, postremo distantibus, saepius persistentibus;
peduneulo pedicellis longiore 10—12-floro; pedicellis te-
nuissimis floribus brevioribus; floribus &-meris; receptaculo
cylindrico, terete, elongato, tenui; sepalis 4 brevibus ovato-
triangularibus receptaculo cr. 8-plo brevioribus, margine subglabris vel
brevissime ciliatis. — Cetera generis.
»Strauch.« Blätter 8$—147 cm lang, 3—5 cm breit. Blattstiel 6—7 mm lang, ver-
dickt. Bracteen 1,2—1,3 cm lang, 3—4 mm breit, meist chlorophyllgrün gefärbt.
Blütenstiel 2—2,2 cm lang. Blütenstielchen 4,4—4,2 cm lang. Receptaculum 4,4—4,5 cm
lang, 2—3 mm dick. »Blüten grün.«
Togo, Bismarckburg, Bachbusch bei Ketschenke (Bürrwrm n. 220, im
September blühend), Wasserbusch zwischen Jegge und Konkoa (BürrNER
n. 484, im Juli blühend), Busch nach Assuma (BürrNzn n. 287, im October
blühend).
Ist durch die großen, membranósen Blätter und die lange Blüte leicht von den
übrigen Arten der Gattung zu trennen.
Gnidia Linn., Syst. nat. ed. Il. p. 22.
G. Holstii Engl. et Gilg n. sp.; caule densissime ramoso, longi-
tudinaliter sulcato, glabro; foliis alternantibus, lineari-lanceo-
latis, acutis vel acutissimis, sessilibus, dense fusco- vel
flavescenti-pilosis, demum glabrescentibus, coriaceis,
pungentibus, nervo in sicco inconspicuo; floralibus aequalibus, in-
voluero nullo, florum #/, longitudine adaequantibus; floribus ter-
minalibus vel axillaribus, solitariis; floribus &-meris; receptaculo
terete brevi, densissime sericeo-tomentoso, calyce cr. 3 - plo longiore;
sepalis ovatis aeutiusculis, extrinsecus sericeis, intus glabris; petalis
lineari-lanceolatis, sepalorum !/5 longitudine paullo superantibus.
Struthiola Holstii Engl. in ExeLer’s Jahrb. XVII. 165 (nomen l).
Blätter 6—8 mm lang, 4,5—2 mm breit. Receptaculum 6—7 mm lang, 4 mm dick.
Kelchblätter 2—2,5 mm lang.
Usambara, Mlalo, hohe Regionen (Horst n. 252, im December 1891
blühend).
Botanische Jahrbücher. XIX. B4. 17
258 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
Steht der G. nodiflora Meisn. aus Natal sehr nahe, unterscheidet sich aber leicht
von derselben infolge ihrer spitzen, starren, stechenden Blütter und der einzelnstehen-
den, kleineren Blüten.
G. chrysantha Gilg n. sp. ; caule erecto simplici, glabro; foliis
remotis, linearibus, subacerosis, acutissimis, glaberrimis,
involucralibus 7—8 late ovatis, superne longe acuminatis,
verosimiliter coloratis, bracteiformibus, floribus multo
brevioribus; capitulis multifloris (40—80); floribus A - meris; recep-
taculo gracili terete elongato tenui, pilis minimis laxe as-
perso, calyce &—5-plo longiore; sepalis ovatis, acutis, extrin-
secus parcissime pilosis, intus glabris; petalis 0.
Arthrosolen chrysanthus H. Gf. Solms Msc. in Herb. Berol.
Blätter 4,8—2,2 cm lang, ca. 4,5 mm breit. Involueralblütter 4—1,2 cm lang, ca.
6 mm an der Basis breit, Receptaculum 4,3—1,4 mm lang, 3/4 mm dick. Kelchblätter
ca. 3 mm lang, an der Basis ! mm breit,
Gordofan-Sennaar, Dali-Sennaar, an den Nilkatarakten (rs:
Kowsky n. 164, im April 1848 blühend).
Steht der im Nyassaland sehr verbreiteten G. flava (Rendle) Gilg nahe, unterscheidet
sich jedoch von dieser durch längere, schmalere Blätter, breitere und mit langer Spitze
versehene Involucralblätter und größere Blüten.
G. stenosiphon Gilg n. sp.; rhizomate crasso lignoso subterraneo;
caulibus florigeris numerosis stricte erectis, 20—25 em altis; foliis remo-
tis, linearibus, aeutiusculis, glaberrimis, involucralibus 40—412
oblongis aeuminatis, pungentibus, viridibus, floribus paullo
longioribus; capitulis multifloris (40—60) ; floribus 4-meris; recepta-
culo filiformi, glaberrimo, elongato, calyce ca. 3-plo longiore ;
sepalis oblongis, acutiusculis, glaberrimis; petalis 0.
Blätter 4,2—1,4 cm lang, 4,5—2 mm breit. Involucralblütter 4,2—1,3 cm lang,
5 mm an der Basis breit, Receptaculum ca. 4 cm lang, kaum Las mm dick. Kelchblätter
ca. 3—3,5 mm lang, an der Basis 4,5 mm breit.
Dar-Fertit, Sumpfniederung am Char Okilleah, westlich vom Pango
(Senwerseurtn, Ser. HI. 143, im Januar 4874 blühend).
Steht ebenfalls der G. flava (Rendle) Gilg nahe, unterscheidet sich jedoch von der-
selben, ebenso wie von G. chrysantha Gilg, durch die kleineren, völlig kahlen Blüten mil
fadendünnem Receptaculum und die längeren, zahlreicheren Involueralblätter.
G. ignea Gilg n. sp.; caulibus florigeris striete ereetis, simplicibus,
ca. 90 em altis; foliis remotis, linearibus, acutis, glaberrimis,
involucralibus 12—14 ovatis longe acuminatis pungentibus,
viridibus, floresaequantibus vel iis paullo longioribus; capi-
tulis multifloris (30—40); floribus 4-meris, »igneis«; recepta-
culo filiformi, parce et brevissime piloso, elongato, calyce sub-
triplo longiore; sepalis ovato-oblongis acutis, extrinsecus puberulis, intus
glaberrimis; petalis 0.
Blätter 4,7—4,9 mm lang, ca. 4,5 mm breit. Involucralblätter, 4,4—1,2 cm lang,
an der Basis 3—4 mm breit. Receptaculum ca, 4,4 cm lang, ca. !//o mm dick, Kelchblätter
ca, 3 mm lang, 2 mm an der Basis breit.
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 259
Ostafrikanisches Seengebiet, Boze am Ugalla Fluss (Bönm n. 48 a,
im September 1881 blühend).
Am nächsten mit G. stenosiphon Gilg verwandt, unterscheidet sie sich von der-
selben durch die schmaleren, lang zugespitzten, zahlreicheren Involucralblütter von der
Länge der Blüten und die »brennend rote« Farbe der letzteren.
G. rubrocineta Gilg n. sp.; rhizomate crasso lignoso subterraneo
ascendente; caulibus florigeris numerosis stricte erectis, sim-
plieibus, 40—17 cm altis, tenuibus; foliis remotis linearibus, apice
subrotundatis, planis, glaberrimis, rubro- marginatis, involucralibus
6 —7 ovatis acuminatis, tenuibus, sub anthesi recurvatis, viri-
dibus, margine rubro-cinctis, floribus subaequilongis; eapi-
tulis 45-floris; floribus (verosimiliter rubris vel igneis) &-meris; recep-
taculo filiformi, gracili, terete, brevi, dense brevissime fusco-piloso, calyce
3—4-plo longiore; sepalis ovato-oblongis, dorso parce fusco-pilosis, intus
glabris; petalis manifeste evolutis obovatis, superne concaviuseulis, modice
incrassatis, sepalorum ?/, longitudine adaequantibus.
Blätter 4,4—1,3 cm lang, 2—2,5 mm breit. Involucralblütter ca. 8 mm lang, an
der Basis ca. 4 mm breit. Receptaculum 7—8 mm lang, kaum ?/, mm dick. Kelchblätter
1,5—2 mm lang, an der Basis 1—4,3 mm breit,
Oberes Kongogebiet, am Quango, 10!/?? s. Br. (Pose n. 209, im
September 1876 blühend).
Durch die wenigblütigen Kópfchen und die Beschaffenheit der Involucralbracteen
von allen übrigen Arten dieser Gruppe scharf geschieden.
6. stenophylla Gilg n. sp.; rhizomate brevi crasso, humili, ascen-
dente; caulibus florigeris numerosis superne ramosis, 95— 40 cm altis,
glabris; foliis dense confertis, acerosis, pungentibus, glaberri-
mis, involucralibus 6—9 lanceolatis, pallidis, + longe acumina-
tis, florum Zi adaequantibus; capitulis 10—15-floris; floribus 4-meris
»pallide- flavescentibus«; receptaculo terete elongato densissime breviter
albido-piloso, calyce &— 5-plo longiore; sepalis ovatis subrotundatis, ex-
trinsecus dense pilosis, intus glabris; petalis linearibus membranaceis,
glabris, sepalorum ?/; alt. superantibus.
»Niederer Halbstrauch«, Blätter 4,3—1,5 cm lang, 0,7—0,9 mm breit, Involucral-
blätter 6 mm lang, 2,5 mm breit. Receptaculum ca. 4,1 cm lang, kaum 9/4 mm dick.
Kelchblätter 2—2,5 mm lang, 4,2—1,4 mm breit.
Usambara, Kwa Mshuza, auf trockenen Grasflächen im Steppenbusch,
1570 m ü. M. (Horst n. 8963, im August 1893 blühend).
Durch die langen Nadelblütter von allen Arten dieser Gruppe aufs beste charak-
lerisiert.
G. Poggei Gilg n. sp.; radice quam caulis non crassiore fusiformi ;
caule erecto 50—60 cm alto, valido, superne valde ramoso,
glaberrimo; foliis lineari-acerosis, glaberrimis, acutis, in-
volueralibus 5—6 late ovatis, apiculatis, flavidis vel aureis, mem-
branaceis, flores subadaequantibus; capitulis multifloris (30—40);
floribus 4-meris; receptaculo gracili terete, elongato, tenui, glaberrimo,
17*
260 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
calyce 5—6-plo longiore; sepalis late ovato-triangularibus, acutis , glaber-
rimis; petalis 0.
Blätter 6—7 mm lang, 4—4,5 mm breit, Involucralblätter 7—8 mm lang, fast
ebenso breit. Receptaculum 6—7 mm lang, ca, ?/, mm dick. Kelchblätter 4,2—4,5 mm
lang, 4 mm breit.
Oberes Kongogebiet, am Quango, A01/5° s. Br. (Pocaz n. 208, im
September 1876 blühend).
Schon durch ihren in dieser Gruppe sehr auffallenden Wuchs, ferner durch die
breiten, dünnen, nur mit einem kleinen Spitzchen versehenen Involucralblätter ausge-
zeichnete Art,
G. macrorrhiza Gilg n. sp.; rhizomate crasso, lignoso, subterraneo,
ascendente; caulibus florigeris numerosissimis, stricte erectis, sim-
plicibus, 140—417 cm altis, gracilibus; foliis remotis oblongis, apice
aeutiusculis, basin versus subsensim angustatis, glaberrimis, membranaceis,
3-nerviis, involucralibus 4—5 late ovatis, apice acutiusculis,
membranaceis, viridibus, sub anthesi erectis, florum ?/; adae-
quantibus; pedunculo aphyllo 4,5—4 cm longo; capitulis 15 —
20-floris; floribus &-meris; receptaculo terete gracili glaberrimo
calyce vix triplo longiore; sepalis ovatis, glabris; petalis obovatis superne
manifeste incrassatis atque concaviuseulis, rotundatis, sepalorum t/a vix
adaequantibus.
Blätter 4,2—1,3 cm lang, 4—5 mm breit. Involucralblätter 7—8 mm lang, 4—5 mm
breit. Receptaculum ca. 4 cm lang, dünn, kaum ?/,mm dick. Kelchblätter ca. 4 mm lang,
2 mm breit.
Angola, Malandsche (v. Mecuow n. 202, im August 1879 blühend).
Durch die kahlen Blüten, die Lünge des Receptaculums und der Kelchblütter und
durch die Breite der Blütter sehr gut charakterisierte Art.
G. Mittuorum Gilg n. sp.; rhizomate (usque ad 2,5 cm) crasso,
lignoso, subterraneo, ascendente; caulibus florigeris stricte erectis, sim-
plieibus, 40—25 em altis, gracilibus, glaberrimis; foliis oblongis vel
saepius obovato-oblongis, membranaceis, glaberrimis, apice acutiusculis,
basin versus sensim angustatis, involucralibus 3—4 late ovatis,
viridibus, membranaceis, apice subrotundatis, sub anthesi
erectiusculis, florum ?/; vix adaequantibus; pedunculo aphyllo
1,5—3,5 em longo; capitulis 7—10-floris; floribus 4- meris, »brunneo-
llavescentibus«; receptaculo terete, gracili, glaberrimo, caly ce 3—4-
plo longiore; sepalis ovatis, glabris; petalis obovato- oblongis, mem-
branaceis, rotundatis, sepalorum !/; adaequantibus vel paullo superantibus.
Blätter 4,5—2 cm lang, 5—8 mm breit. Involucralblätter 5 mm lang, 5—6 mm
breit. Receptaculum 9—10 cm lang, ca. 4 mm dick. Kelchblätter ca. 3 mm lang, 4,5—
2 mm breit.
Ghasalquellengebiet, im Lande der Mittu, Deragoh (SCHWEINFURTH
n. 2850, im Januar 1870 blühend), südlich von Deragoh (ScuwxiwrunTH
n. 2826, im Januar 1870 blühend), bei leggo (Scuweinrurtu n. 2790, im
D
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 261
Januar blühend); Dar-Fertit, Dem Adlau, am Dschih (Scuweınrurta Ser. II.
n. 414, im Februar 1871 blühend).
Unterscheidet sich von der nahestehenden G. macrorrhiza Gilg. durch größere
Blüten, kürzere Involucralblätter und kürzere Kelchblätter.
G. Sch weinfurthii Gilg n. sp.; caulibus florigeris (verosimiliter
ex rhizomate crasso abeuntibus) erectis, superne valde ramosis,
30—50 em altis, validis, glaberrimis; foliis remotis lanceolatis, planis,
glaberrimis, 3-nerviis, sed nervis lateralibus obsoletis, apice acutiusculis,
basin versus subsensim angustatis, involucralibus 4—5 latissime
ovatis, coloratis, membranaceis, apice rotundatis, sub
anthesi erecto-patentibus, florum "je longitudine ad-
aequantibus; pedunculo aphyllo 1—2 cm longo; capitulis
15—25-floris; floribus 4- meris »brunneo-flavescentibus, rubescenti-
. bus«; receptaculo terete, gracili, densissime sed brevissime
piloso, calyce 4—5-plo longiore; sepalis ovatis, breviter pilosis; petalis
parvis, oblongis vel lanceolatis, membranaceis, glabris, sepalorum !/,
longitudine subadaequantibus.
Blätter 4,3—4,5 cm lang, 3—4 mm breit. Involucralblätter 6—7 mm lang, am
Grunde ebenso breit. Receptaculum 8—9 mm lang, ca. 4/5 mm dick. Kelchblätter
2—2,5 mm lang, 1,5 mm breit.
Ghasalquellengebiet, im Lande der Bongo, am Sabbi in Wald-
lichtungen (ScuwrivrunTE n. 2851, im Januar 1870 blühend).
Eine ausgezeichnete, von allen benachbarten leicht zu trennende Art.
G. Buchananii Gilg n. sp.; rhizomate crasso, lignoso, subter-
raneo, ascendente; caulibus florigeris numerosis stricte erectis, superne
valde ramulosis, 30—40 cm altis, validis; foliis remotis lanceolato-
linearibus, apice subrotundatis, planis, glabris, ad basin
sensim cuneatim-angustatis, involucralibus 5—6-ovatis,
apice rotundatis, membranaceis, verosimiliter coloratis,
sub anthesi erectis, florum 2, vix adaequantibus; pedunculo
aphyllo 2—4,5 em longo; capitulis 15—20-floris; floribus 4-meris ;
receptaculo terete, gracili, parce et brevissime cano-piloso, calyce cr. 4-plo
longiore; sepalis anguste ovatis, dorso parce cano-pilosis, intus glabris;
petalis ovatis, modice incrassatis, rotundatis, glabris, sepalorum !/, longi-
tudine superantibus.
Blätter 4,8—2,3 cm lang, 2—2,4 mm breit. Involucralblätter 6—7 mm lang,
5—6 mm breit. Receptaculum ca. 4,4 cm lang, 4 mm dick. Kelchblätter 2—2,5 mm
lang, 4,5 mm breit.
Nyassaland (Bucuanan n. 125 und 179), Blantyre (Herb. Dewévre).
Sambesegebiet, Shibisa to Tsinmuze, 700—1300 m ü. M. (Kırk,
im September 4859 blühend).
Auf den ersten Blick der G. involucrata Steud. sehr ähnlich, aber von dieser außer
anderem durch den deutlichen, langen, unbeblütterten Blütenstiel verschieden.
G. leiantha Gilg n. an: caulibus florigeris (verosimiliter ex
rhizomate crasso abeuntibus) stricte erectis, saepius a basi ramu-
262 Beiträge zur Flora von Afrika. VII.
losis, 15—30 em altis, validis, glaberrimis; foliis modice dense
confertis lanceolato-linearibus, planis, glaberrimis, 3-nerviis, sed nervis
lateralibus obsoletis, apice acutiusculis, basin versus subsensim angustatis,
involucralibus 4—5 late ovatis, membranaceis, coloratis,
apice rotundatis, sub anthesi erecto-patentibus, flores
longitudine subadaequantibus; pedunculo aphyllo 1—2,5 em
longo; capitulis 8—12-floris; floribus 4-meris; receptaculo
terete, gracili, brevi, glaberrimo, laevi, calyce 3—4-plo longiore;
sepalis ovatis, glabris; petalis oblongis, glabris, modice incrassatis, sepa-
lorum Lis longitudine paullo superantibus.
Blätter 8—15 mm lang, 2—2,5 mm breit. Involucralblätter ca. 8 mm lang, 6—7 mm
breit. Receptaculum ca. 8 mm lang, ca, 3/4 mm dick. Kelchblätter 2—2,5 mm lang,
1,5 mm breit.
Ostafrikanisches Seengebiet, Tschaia-See in Uniamwesi (Srun.-
MANN n. 433, im August 1890 blühend).
Durch die schmalen Blätter, den deutlichen Blütenstiel, das kahle und kurze Re-
ceptaculum aufs beste von der ihr habituel! sehr ühnlichen G. involucrata Steud. ver-
schieden.
G. Oliveriana (Vatke) Engl. et Gilg n. sp.; radice atque rhizomate
crassis lignosis subterraneis ascendentibus; caulibus florigeris numerosis
simplicibus stricte erectis, monocephalis, »20—35 em altis«; foliis
dense confertis linearibus vel lineari-acerosis, aeutissimis,
sessilibus, pungentibus, glaberrimis, involueralibus 6—8 ceteris
paullo brevioribus sed multo latioribus, ovato-oblongis,
viridibus, apice acutis, sessilibus, glabris vel rarius sub-
ciliatis, florum !/—?/; longitudine adaequantibus; pedunculo
aphyllo nullo; capitulis 20—30-floris; floribus » aurantiacis« vel »rubris «,
4-meris; receptaculo terete elongato, densissime longe
sericeo-tomentoso, calyce er. 4-plo longiore; sepalis ovatis vel
potius late ovatis, dorso sericeis, intus glabris; petalis tenuissime mem-
branaceis, (flavescentibus?), lineari-filiformibus, sepalorum !/5 longitudine
vix adaequantibus.
Lasiosiphon Oliveri Vatke msc.
Kandua nom. vern.
Blätter 4,6—1,9 cm lang, 1,7—2,5 mm breit. Involucralblütter ca. 4,4 em lang,
4 mm breit. Receptaculum 4,5—1,6 cm lang, ! mm dick. Kelchblätter 3—4 mm lang,
3—3,5 mm breit,
Angola, Malandsche (v. Mecnow n. 325, im November und December
1879 blühend).
Oberes Congogebiet, Kitamba-Sumpf, Quango-Niederung, »an
wenigen Stellen die Wiesen davon getupft« (Buenxer n. 676, im December
1880 blühend); am Quango 10!/? s. Br. (Poser n. 210 und 214, im
September blühend), Mukenge (Poer n. 1444, im November 1881
blühend).
Ganz ausgezeichnete Art, keiner anderen wirklich nahestehend.
M. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 263
G. apiculata (Oliv.) Gilg.
Unter dem Namen G. involucrata Steud. var. apiculata Oliv. wurde von OLIVER
in Trans. Linn. Soc. XXIX. p. 143 eine Pflanze beschrieben und abgebildet, welche von
Speke und Gast im ostafrikanischen Seengebiet (Madi) gesammelt worden war. Die
Exemplare waren ohne Blüten gefunden, so dass OLIVER selbst die Sicherheit seiner Be-
stimmung anzweifelt und vermutet, dass es sich hier um eine neue Art handeln künne.
Und in der That kann bierüber, wie das sehr zahlreiche mir vorliegende Material beweist,
kein Zweifel bestehen, denn bei unserer Art sind die Blätter starr, stechend, nicht wie bei
G.involuerata weich und mehr oder weniger abgerundet, die Involucralblätter, welche
dort nur zu vieren vorhanden und rundlich eiförmig ausgebildet sind, finden sich hier starr
und in eine lange Spitze ausgezogen und zu 6—9 zusammenstehend. Während bei jener
endlich die Blüten nur sehr schwach behaart sind, erscheinen dieselben hier von ziem-
lich dichten Seidenhaaren überzogen. — Im übrigen ist die OLiven'sche Diagnose nur
in einem Punkte zu ändern. Wie auch der Zeichner seiner Tafel schon ganz richtig
wiedergegeben hat, ist nämlich hier das blühende Köpfchen nicht mit einem blattlosen
Stiele versehen, sondern die Laubblätter reichen bis dicht an die Hüllblätter desselben
heran. Die oberen Blätter fallen aber hier, wie überhaupt bei sehr vielen Thymelaeaceae,
schon sehr frühzeitig, bald nach der Blütezeit ab, so dass dann das Köpfchen häufig
ziemlich lang gestielt erscheint,
6. apieulata (Oliv.) Gilg ist mir von folgenden Standorten bekannt:
Ostafrikanisches Seengebiet, Madi (Speke et GnANT).
Ghasalquellengebiet, Land der Niamniam, am Gumango bei
Bexno’s Dorf im Steppengrase (Scuweinrurtu n. 3901, im Juni 1870
blühend).
Massaihochland, Kitui in Ukamba, an sterilen Orten (HILDEBRANDT
n. 2807, im Juni 1877 blühend).
Oberes Kongogebiet, Katanga (Herb. Dewevre).
Massaisteppe, Wadiboma (Fıscner n. 540, im August blühend).
Kilimandscharo, unteres Marangu, 4000—1500 m ü. M. (H. Mever
n. 55, im Juli 4887 blühend), in der Steppe, 1200 m ü. M. (VoLKENS
n. 535, im Juli blühend), auf grasigen sandigen Hügeln, in allen Land-
schaften östlich Marangu häufig, 1400—1500 m ü. M. (Vorkexs n. 371, im
Juni blühend).
Usambara, Kwa Mshuza, in trockenen Grasflächen des Hochwaldes
(Horst n. 9112, im August blühend).
Nyassaland (Bucuanan n. 89 und Wnyrz).
Von G. microcephala Meisn., zu welcher diese Pflanze von RENDLE (Plant. Whyte.)
gezogen wird, ist dieselbe weit verschieden!
G. deserticola Gilg n. sp.; caule valido, lignoso, valde ramoso,
longitudinaliter striatulo, glabro; foliis modice confertis oblongis,
planis brevibus, subcoriaceis, hispidulis, apice basique
aeutis, involucralibus 6—8ceterislongioribuslatioribusque
coloratis dense breviter velutinis, florum 2, longitudine
adaequantibus; pedunculo aphyllo brevissimo, vix 2—3 mm longo ;
capitulis 5—7-floris; floribus 5-meris; receptaculo terete elongato, densis-
sime longe flavescenti-sericeo, calyce cr. 4-plo longiore; sepalis oblongis
vel ovato-oblongis, dorso velutinis, intus glabris; petalis omnino nullis.
264 Beiträge zur Flora von Afrika. VII,
Blätter 6—7 mm lang, 2,5—3 m breit. Involucralblätter 7—9 mm lang, ca. 4 mm
breit. Receptaculum 4,6—1,7 mm lang, 4 mm dick. Kelchblätter 4 —4,5 mm lang,
3 mm breit.
Garroogebiet, Hantam- Gebirge (Mever), Grootsriviers, Carroo
(Munpr et Mame, im März 4819 blühend). .
Steht in manchen Punkten der G. polycephala (C. A. Mey.) nahe, unterscheidet sich
aber von derselben sofort durch die breiten, lederartigen, dichtgestellten Blätter.
6. dichotoma Gilg n. sp.; caule valido, iterum atque ite-
rum diehotome ramoso, glabro vel superne pilosiuseulo; foliis opposi-
tis et decussatis remotis, brevibus, oblongis vel lanceolato- oblongis, sub-
coriaceis, glaberrimis, sessilibus, apice basique subrotundatis, involu-
cralibus ceteris longioribus latioribusque viridibus parcis-
sime pilosiusculis florum cr. !/; longitudine adaequantibus;
pedunculo aphyllo 1,5—2 cm longo; capitulis 4 — 6- floris; floribus 4-
meris; receptaculo terete elongato, dense albido-piloso, calyce 3-plo
longiore; sepalis lanceolatis usque lineari-lanceolatis, dorso velutinis, intus
glabris; petalis glabris usque ad basin bipartitis, lobis in-
crassatis linearibus sepalorum ?/, adaequantibus.
Blätter 7—8 mm lang, 1,5 mm breit. Involucralblätter 1—4,2 cm lang, 3—4 mm
breit. Receptaculum 1,5—1,6 cm lang, kaum 4 mm dick. Kelchblätter 4—5 mm lang,
ca. 1,5 mm breit,
Carroogebiet (?), Hangklipps (?) (Muxpr et Mamer, im Nov.1820 und
Juli 1821 blühend).
Steht der @. deserticola habituell sehr nahe, ist aber von ihr durch die schmäleren
Blätter, die Vierzähligkeit der Blüten und die auffallend großen bis zum Grunde geteilten
Blumenblätter verschieden.
Diese Pflanze ist in mehrfacher Beziehung hochinteressant. Sie gehört ohne Zweifel
in die Verwandtschaft von G. polycephala , welche aber 5-zählig und blumenblattlos ist.
Bei ihr zeigt es sich recht deutlich, dass eine generische Trennung von Gnidia, Lasio-
siphon und Arthrosolen eine Unmöglichkeit ist, wenn auf eine einigermaßen naturgemäße
Einteilung Gewicht gelegt wird !
Die Verzweigung dieser Pflanze ist ebenfalls sehr auffallend. Jeder Zweig schließt
mit einem Blütenköpfchen ab, welches von breiten Hüllblättern umgeben ist. Innerhalb
derselben entstehen nun stets 2 Fortsetzungssprosse, welche sehr rasch weiterwachsen
und gegenständige Blätter tragen. An ihren Abgangspunkten bleiben aber stets die Quirle
der breiten Involucralblätter stehen, welche nach erfolgtem Abfall der Blüten und
Früchte ganz wie Laubblätter erscheinen und dadurch den eigenarligen Habitus dieser
Pflanze bedingen.
G. lamprantha Gilg n. sp.; caule erecto valido, superne valde
ramoso, multicipiti, densissime longe sericeo-velutino; foliis
oblongis vel ovali-oblongis apice acutis vel breviter apiculatis, basi sub-
sensim in petiolum brevissimum attenuatis, membranaceis, dense breviter
candido-sericeis, involucralibus 7— 40 ovatis, densissime can-
dido-sericeis, inferne paullo imbricatis sub anthesi patentibus
florum ?/, longitudine adaequantibus; pedunculo aphyllo
nullo; capitulis 50—70-floris; floribus 5-meris ; receptaculo terete elon-
M. Gilg, Thymelaeaceae africanae. 265
gato, densissime longe flavescenti-sericeo calyce er. 3-plo longiore; sepalis
ovatis rotundatis extrinsecus sericeis, intus glabris; petalis tenuissime
membranaceis, flavescentibus, lanceolatis vel lineari-lanceolatis.
Lasiosiphon lampranthus Gilg. msc.
Blätter 2,8—3,3 cm lang, 9—412 mm breit. Involucralblütter 7—8 mm lang, 4—
6 mm breit. Receptaculum 8—9 mm lang, ! mm dick. Kelchblätter 3—3,5 mm lang,
2 mm breit.
Ostafrikanisches Seengebiet, Karague (1300 m ü. M.) (StuuL-
MANN n. 1979 und 3204, im Februar und April 4891 und 1892 blühend).
Verwandt mit G. glauca (Fres.), aber von derselben durch die stark behaarten
Blätter und die kurzen Involucralblätter verschieden,
G. polyantha Gilg n. sp.; caule erecto ramoso parce piloso; foliis
modice remotis subsessilibus, oblongis vel ovalibus usque ovatis
planis, utrinque dense pilosis, quinquenerviis, nervis lateralibus sae-
pius + obsoletis, saepius manifeste prominentibus; foliis involucralibus
dense confertis euphylloideis sed densius sericeo-tomentosis capitulo multi-
floro (30 — 40) pulcherrimo multo brevioribus; pedunculo aphyllo nullo;
floribus 5- meris; receptaculo subfiliformi terete elongato, den-
sissime sericeo, calyce subquadruplo longiore; sepalis extrin-
secus dense sericeis, oblongo-lanceolatis; petalis punctiformibus sed
manifeste conspicuis, flavis vel aureis, tenuibus, membranaceis, sepa-
lorum vix !/, adaequantibus.
Lasiosiphon polyanthus Gilg msc.
Blätter 2,5—3,5 cm lang, 8—13 mm breit. Receptaculum 2,5—2,7 cm lang, kaum
1 mm dick. Kelchblütter 6—7 mm lang, an der Basis ca. 2 mm breit. Blumenblätter
etwa 4/5 mm lang und ebenso breit.
Natal, Sattel zwischen Iggakaucu und Baziya, 800—1000 m ü. M.
(Baun n. 646, im Juni blühend).
Steht in Verwandtschaft mit G. anthylloides (L. f.) Gilg und G. calocephala (C. A.
Mey.) Gilg, unterscheidet sich aber von beiden leicht durch das lange dünne Recepta-
culum, die deutlich entwickelten, allerdings winzigen Petalen und die breiten, 5nervigen
Blütter, — Sie bilden einen ausgezeichneten Beweis für die Notwendigkeit der Zusaminen-
ziehung von Gnidia und Arthrosolen, denn die 3 verwandten Arten verhalten sich fol-
gendermaßen: G. polyantha Gilg hat deutlich entwickelte Blumenblätter, G. anthylloides
(L. f.) Gilg teils nur sehr undeutlich ausgebildete, teils fehlen dieselben sogar; bei G.
calocephala (C. A. Mey.) Gilg sind überhaupt nie Blumenblätter vorhanden!
G. Emini Engl. et Gilg n. sp.; caule valido, superne valde
ramoso, 30 em et ultra alto, glabro; foliis oblongis vel oblongo-lan-
ceolatis, rigide membranaceis, glaberrimis, apice basique subrotundatis
brevissime petiolatis, involucralibus 4—58 late ovatis, inaequi-
longis, exterioribus manifeste brevioribus, tenuiter mem-
branaceis, persistentibus, late imbricatis, rotundatis, sub
anthesi erectis et subelausis, florum 2; subaequantibus;
pedunculo aphyllo brevi & — 6 mm longo; capitulis 5—8 - floris; floribus
9-meris, »aurantiacis«; receptaculo terete elongato, densissime sericeo-
tomentoso, calyce cr. 2,9-plo longiore; sepalis obovato-oblongis, intus
266 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII,
glabris, extrinsecus densissime sericeis; petalistenuissime membrana-
ceis, pallide-flavescentibus, linearibus, sepalorum ?/, longi-
tudineadaequantibus.
Lastosiphon Emini Engl. et Gilg msc.
Blätter 2,5—3,5 cm lang, 7—10 mm breit. Involucralblülter 4—4,4 em lang, 7—
8 mm breit. Receptaculum 4,3—1,5 mm lang, ca. 1,5 mm dick. Kelchblätter 5—6 mm
lang, ca. 3:mm breit.
Massaisteppe, Wald westlich Jrangi (4° 54' n. Br.) (STUHLMANN
n. 422%, im Juni 1892 blühend).
Habituell der @. socotrana (Balf. fil.) Gilg sehr nahestehend, aber außer anderem
vor allem durch die sehr deutlich entwickelten Blumenblätter von jener getrennt,
G. Fischeri Engl. et Gilg n. sp.; caule superne valde ra-
moso, multifloro, glabro; foliis (superioribus) oblongis, rigide
membranaceis vel subeoriaceis, glaberrimis, acutiusculis, basi subrotun-
datis, brevissime petiolatis, involucralibus 4—5 suborbiculatis,
sed manifeste latioribus quam longioribus, tenuiter mem-
branaceis, late imbricatis, persistentibus, sub anthesi
ereeto-patentibus, florum Sie adaequantibus; pedunculo aphyllo
4—7 mm longo; capitulis 8—10-floris; floribus 5-meris; receptaculo
terete elongato, densissime sericeo-tomentoso, calyce 3—4-plo longiore ;
sepalis anguste ovatis, intus glabris, extrinsecus densissime longe sericeis;
petalis tenuissime membranaceis, linearibus, sepalorum !/,—!/, longitudine
adaequantibus; fructibus fusiformibus pilis valde elongatis sericeis ob-
tectis.
Lasiosiphon Fischeri Engl. et Gilg msc.
(Obere) Blätter 4,5—2 cm lang, 4—5 mm breit. Involucralblütter 4,4 —4,2 cm lang,
1,3—1,5 cm breit, Receptaculum ca. 1,2 em lang, ca. 4mm dick, Kelchblüter 3—3,5mm
lang, 2 mm breit. Früchte ca. 8 mm lang, 2 mm dick, von ca. 4 cm langen Seiden-
haaren umhüllt.
Massaisteppe, Jrangi (Fıscner n. 542).
Gehört in die Verwandtschaft von G. Emini, unterscheidet sich aber von derselben
sofort durch die viel breiteren, dünnhäutigen, während der Blütezeit sich óffnenden
Involucralblätter und die viel kleineren Blüten.
G. Stuhlmanni Gilg n. sp.; caule valido, superne ramoso,
30 em et ultra alto, glabro; foliis obovato-oblongis usque ob-
longis, membranaceis, glaberrimis, apice acutis vel brevissime api-
culatis, basin versus sensim in petiolum brevem attenuatis, involu-
eralibus 5—6 late ovatis, aequilongis, subcoriaceis, late
imbricatis, persistentibus, rotundatis, sub anthesi erectis
et subelausis, florum !} paullo superantibus; pedunculo
aphyllo 4,5—2 em longo; capitulis 7—10-floris; floribus 5-meris, »late-
riliis«; receptaculo terete elongato, densissime longe sericeo-tomentoso,
calyee 3—4-plo longiore; sepalis oblongis vel ovali-oblongis, intus glabris,
extrinsecus densissime sericeis; petalis tenuissime membranaceis, pallide-
llavescentibus, linearibus, sepalorum Die longitudine adaequantibus.
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 267
Lasiosiphon Stuhlmanni Gilg. msc.
Blätter 2,5—4 cm lang, 8—13 mm breit. Involucralblätter ca. 4 cm lang, 7—8 mm
breit. Receptaculum 1,7—1,8 cm lang, 1,5 mm dick. Kelchblätter ca. 4 mm lang,
2,5—3 mm breit.
Usagara, Mpwapwa, 980 m ü. M. (SrunLmann n. 248, im Juli 1890
blühend), Kidete (SrunrmaAsN n. 185, im Juli blühend).
Den beiden vorigen nahestehend, unterscheidet sie sich von denselben durch Blatt-
form, kürzere, starre Involucralblätter und längere Blüten.
G. Vatkeana Engl. et Gilg n. sp.; frutex dense ramosus (ex Horsr),
glaber; foliis lanceolatis, membranaceis vel rigide membranaceis, junioribus
pilosiusculis, demum glabris, apice subrotundatis, basin versus sensim in
petiolum brevem attenuatis, involueralibus 4—5 ovato-oblongis,
aequilongis, tenuiter membranaceis, post anthesin caducis,
sub anthesi erecto-patentibus vel patentibus, extrinsecus
brevissime sed dense pilosis, intus glabris vel glabres-
centibus, apice acutis, sessilibus, florum !/;, subadaequan-
tibus; pedunculo aphyllo 4,7—2,2 em longo; capitulis 7—410-floris;
floribus 5-meris, »aurantiacis«; receptaculo terete elongato, densissime
longe sericeo-tomentoso, calyce 3—4-plo longiore; sepalis linearibus vel
lanceolato-linearibus, intus glabris, extrinseeus sericeis; petalis bre-
vissimis saepius gibberoso-prominentibus vel plerumque
omnino nullis.
Lasiosiphon Vatkei Engl. in Encrer’s Jahrb. XVII. p. 167.
Lasiosiphon Hildebrandtii Vatke ex Ener. in Hochgebirgsflora trop.
Afr. p. 310 (non Sc. Error).
»2—3 m hoher Strauch.« Blätter 2,5—3 cm lang, 5—10 mm breit. Involucral-
bracteen 4,3—1,6 cm lang, 5—6 mm breit. Receptaculum 4,7—1,8 cm lang, 4,5 mm
dick. Kelchblütter 4—5 mm lang, 4,5—1,8 mm breit.
Usambara, Nyika-Steppe (Horst n. 2415, im März 1893 blühend),
Lutindi, an trockenen Abhüngen, 450 m ü. M. (Horsr n. 3449, im August
1893 blühend), Mlalo, in Waldungen (?) (Horst n. 541, im April blühend).
Massaihochland, Kitui in Ukamba (HıLvesranpt n. 2838, im Mai
blühend), Wildnis zwischen Duruma und Teita (HirpEBnANDpT n. 2369, im
Januar 1877 blühend).
Eine außer anderm durch ihre locker gestellten Involucralblätter und die großen
Blüten ausgezeichnet charakterisierte Art. — Ein ausgezeichneter Beweis für die Un-
haltbarkeit der Gattung Arthrosolen, da bei einzelnen Exemplaren sich noch deutliche
Spuren von Blumenblättern finden, während diese bei anderen sonst bis aufs kleinste
völlig identischen Exemplaren absolut fehlen!
G. genistifolia Engl. et Gilg n. sp.; caule valido, superne parce
ramoso, erecto, paucifloro, densissime flavescenti-piloso; foliis lanceo-
latis, membranaceis, apice acutis, basin versus sensim in petiolum bre-
vissimum attenuatis, utrinque densissime pilis pallide-flaves-
centibus modice longis vestitis, involucralibus 6—7 lan-
ceolato- linearibus, coloratis, densissime albido-pilosis,
268 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
valvatis sub anthesi erecto- patentibus vel subpatentibus,
florum #, longitudine adaequantibus; pedunculo aphyllo
6—10 mm longo; capitulis 10—14 - floris; floribus 5-meris; receptaculo
terete elongato, densissime sericeo-tomentoso calyce cr. 3-plo longiore;
sepalis lanceolato- linearibus linearibusve, extrinsecus densissime sericeis,
intus glabris; petalis lineari-setaceis vel filiformibus, tenuissime mem-
branaceis sepalorum ?/, vel 4/; longitudine adaequantibus.
Lasiosiphon genistifolius Engl. et Gilg msc.
Blätter 2,5—3 cm lang, 4—6 mm breit. Involucralblätter 4—1,4 cm lang, 2,5—
3 mm breit, Receptaculum ca. 4 cm lang, 3/4 mm dick. Kelchblätter 2,5— 3 mm lang,
1—1,3 mm breit.
Angola, zwischen Sanza und Malandsche (9!/;? s. Br.) (Po n. 942,
im October 1876 blühend).
Der G. Vatkeana nahestehend, aber durch die dichte Behaarung von Stengel und
Blättern, die zahlreichen schmalen Involucralblätter und die kleinen Blüten aufs beste
charakterisiert.
G. Hoepfneriana (Vatke) Gilg n. sp.; caule florigero stricte
erecto, monocephalo, dense sericeo; foliis lanceolatis, membranaceis,
dense vel superioribus densissime sericeo-tomentosis, apice
basique acutis, subsessilibus, involucralibus ceteris brevioribus
densissime sericeisovato-lanceolatis vellanceolatis florum
3/; longitudine adaequantibus; pedunculo aphyllo densissime sericeo
2,5—4 cm longo; capitulis 30 —50 - floris; floribus 5-meris; receptaculo
terete elongato, densissime sericeo , calyce 4—35-plo longiore; sepalis obo-
vato-oblongis, dorso velutinis, intus glaberrimis; petalis membranaceis
oblongis glabris sepalorum ?/; longitudine adaequantibus.
Lasiosiphon Hoepfnerianus Vatke msc.
Blätter 2—2,5 cm lang, 3—4 mm breit. Involucralblätter 4,3—1,5 cm lang, ca. 4 mm
breit, Receptaculum 1,6 —4,7 cm lang, ca. 4 mm dick. Kelchblätter ca. 4 mm lang,
2 mm breit.
Damara-Namaland, Okahandya (Hörrner n. 40, im März 1883
blühend).
Von der nächstverwandten G, Kraussiana außer anderem durch die starkbehaarlen
Blätter und Stengel aufs beste geschieden.
6. djurica Gilg n. sp.; rhizomate crasso, subterraneo, ascendente;
caulibus florigeris stricte erectis, simplicibus, monocephalis, densissime sed
breviter albido-pilosis; foliis oblongo-lanceolatis, apice acutis, basi subsen-
sim in petiolum brevissimum attenuatis, membranaceis, junioribus pilosius-
culis, demum glabrescentibus vel glabris, involucralibus 10— 13
subeuphylloideis, lanceolatis, inferne paulloimbricatis sub
anthesi erectiusculis, utrinquedensissime sericeo-velutinis,
flores longitudine adaequantibus vel paullo superantibus;
pedunculo aphyllo 6—8 em longo, dense sericeo, capitulis 30—40-floris ;
floribus 5-meris, »citrinis, odoratis«; receptaculo terete elongato, densissime
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae. 269
breviter sericeo-vestito, calyce 3—4- plo longiore; sepalis ovatis vel ova-
libus extrinsecus albido-velutinis, intus glabris; petalis sepalorum t/s
longitudine subadaequantibus tenuissime membranaceis,
+ profunde bipartito-furcatis, lobis rarius inter sese illi-
nitis, lineari-setaceis.
Lasiosiphon Kraussii Engl. in Hochgebirgsflora trop. Afr. 310 p. p. (non
MEISNER).
Lasiosiphon djuricus Gilg msc.
Blätter 2,7—3,3 cm lang, 7—8 mm breit. Involucralblätter 4,8—1,5 cm lang,
5—6 mm breit. Receptaculum 4,2—1,3 cm lang, kaum 4 mm dick. Kelchblätter ca.
3 mm lang, 4,8 mm breit.
Ghasalquellengebiet, Land der Djur, zwischen Kutschuk Alis gr.
Seriba und dem Wau-Fluss im Walde nach vollendetem Steppenbrande
büschelweise hervorsprossend (ScmwrivrunTH Ser. II. n. 446 und 117, im
December und April 1870 blühend), in Dar-Fertit, Golo-Wildnis (ScmwrrN-
runTH Ser. III. n. 145, im Januar 18741 blühend).
Steht zweifellos der Gnidia Kraussii sehr nahe, muss jedoch wegen der mit den
Blüten gleichlangen Involucralblütter und vor allem wegen der fast durchweg gegabelten
Blumenblätter mit ihren fadenförmigen Lappen von jener getrennt werden.
6. usinjensis Gilg n. sp.; caule vix ultra 30 cm alto, superne
parce ramoso, erecto, paucifloro, glabro; foliis oblongis vel oblongo-lanceo-
latis, tenuiter membranaceis, apice basique acutiusculis, sessilibus, gla-
berrimis, involucralibus 7—8 subeuphylloideis lanceolatis
utrinque dense et brevissime pubescentibus, sub anthesi
disjunctis erecto- patentibus, florum ®/, longitudine adae-
quantibus; pedunculo aphyllo 6—8 cm longo, dense sericeo; capitulis
30—40-floris; floribus 5- meris; receptaculo terete elongato, densissime
breviter subsericeo- vestito, calyce 6—7 - plo longiore; sepalis lanceolatis,
extrinsecus densissime sericeis, intus glabris; petalis ovatistenuis-
sime membranaceis acutiusculis sepalorum !/,— !/; longi-
tudine adaequantibus.
Lasiosiphon usinjensis Gilg msc.
Blätter 2,8—3,5 cm lang, 8—40 mm breit. Involucralblätter 4,7—1,8 cm lang,
5—6 mm breit. Receptaculum 4,8—1,9cm lang, ca. ?/,mm dick. Kelchblätter ca. 3 mm
lang, 4,5 mm breit.
Ostafrikanisches Seengebiet, Njakamaja (Usinja) (SrunLmann
n. 862, im October 1890 blühend).
Ausgezeichnete Art, hóchstens der G. djurica Gilg nahe stehend, aber durch die
angegebenen Merkmale sofort von dieser zu trennen.
Struthiola Linn. Mant. I. p. 4.
St. usambarensis Engl. n. sp.; ramis hispidis, paucifloris;
foliis confertis linearibus, subplanis, glaberrimis, margine saepius
subrecurvatis, subcoriaceis, enervibus, in apicem ecoloratam
pungentem brevem exeuntibus; floribus foliorum 3/5 vix
270 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
adaequantibus, glabris; receptaculo filiformi terete sepalis er. 3-plo
longiore; petalis bipartitis, lobis incrassatis, setulis paullo longioribus
einetis, sepalorum !/, paullo superantibus.
Blätter 4,4—1,6 cm lang, 2—2,2 mm breit. Receptaculum 5—6 mm lang, noch
nicht 4 mm dick, Kelchblätter ca. 2 mm lang, 1,2 mm an der Basis breit.
Usambara, Mlalo, Ngambo, hohe Gebirgskegel (Horst n. 41, im Juli
1891 blühend).
Steht der capensischen Str. parviflora Bartl. am nächsten, ist aber auch von dieser
durch Blatt- und Blütenmerkmale streng getrennt.
St. ericina Gilg n. sp.; ramis pubescentibus; foliis dense con-
fertis, ramis subaceumbentibus, subacerosis, acutis, glaberrimis,
subeoriaceis, pungentibus, marginibus saepius subinflexis,
nervis vix prominentibus; floribus »niveis« longitudine folio-
rum vel paullo longioribus, glabris; receptaculo filiformi, terete,
sepalis vix 2,5-plo longiore; petalis bipartitis, lobis incrassatis, setulis
paullo longioribus einctis, sepalorum !/,—!/, longitudine adaequantibus.
»Bis 2 m hohe Strüucher«. Blätter 7—8 mm lang, 4,5 mm breit. Receptaculum
6—7 mm lang, ca. !/; mm dick, Kelchblätter ca. 3 mm lang, 4mm an der Basis breit.
Usambara, Mtai, Tewe-Bach, Ericavegetation, an trockenen, dürren
Abhüngen (Horsr n. 2476).
Eine außer der Blattform besonders durch die Kleinheit der Blumenblätter aus-
gezeichnete Art; der vorigen und der Str. Thomsoni Oliv, jedoch sicher nahestehend.
Str. Rustiana Gilg n. sp.; ramis villosulis; foliis modice con-
fertis, ramis dense appressis, acerosis, acuto-a pieulatis, sub-
coriaceis, pungentibus, margine valde involutis, utrinque
laxesericeis, marginelonge sed parce eiliatis; floribus quam
folia 2—2,5-plo longioribus; receptaculo densissime niveo-
sericeo sepalis 5—6-plo longiore; petalis bipartitis, lobis in-
erassatis, setulis multo longioribus cinctis, sepalorum ?^ subadae-
quantibus.
Blätter 5—6 mm lang, ca. 4,5 mm (wenn ausgebreitet) breit, Receptaculum
1,2—4,3 cm lang, kaum 4 mm dick. Kelchblütter 2—2,5 mm lang, ca. ! mm an der
Basis breit,
Südwestliches Capland, Riversdale (C. Rust n. 560).
Steht der Str. longiflora Lam. am nächsten, unterscheidet sich jedoch von der-
selben durch die schmaleren Blütter, die kürzeren Kelchblütter und das kürzere Re-
ceplaculum.
Str. Bachmanniana Gilg n. sp. ; ramis villosulis, demum glabres-
centibus densifloris; foliis approximatis, ramis appressis, ovato-lan-
ceolatis, eoriaceis, apice acutiusculis, basi rotundatis, margine subin-
volutis, sessilibus, utrinque, praesertim margine, longe sed
paree sericeis; floribus quam folia subduplo longioribus;
receptaculo dense piloso sepalis er. 5-plo longiore; petalis
tripartitis, lobis incrassatis, setulis multo longioribus einctis, sepa-
lorum 1 — 2/3; subaequantibus.
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 271
Blätter 4,2—4,3 cm lang, 4 mm breit. Receptaculum ca, 2 cm lang, kaum I mm
dick. Kelchblätter 3—4 mm lang, an der Basis 4,5 mm breit.
Südwestliches Gapland (Muxpr und Marre), Malmesbury, Um-
gegend von Hopefield (Bacumans n. 2037, im Juli 1887 blühend).
Steht der Str. chrysantha Lichtenst. am nächsten, unterscheidet sich jedoch von
derselben leicht durch die fast doppelt so langen Blüten und die längeren, schwächer
behaarten Blätter,
Dicranolepis Planch. in Hook. icon. VIII. t. 798.
D. convallariodora Gilg n. sp.; ramulis puberulis, demum
glabris; foliis breviter petiolatis, petiolo pilis modice longis albidis obteeto,
oblongis, eximie obliquis, longissime acuminatis, apice ipso acutis,
supra glaberrimis, subtus parce pubescentibus, nervis utrinque,
subtus valde prominentibus; floribus saepissime geminatis, rarius
solitariis axillaribus brevissime pedunculatis; receptaculo angusto terete
glaberrimo elongato sepalis lanceolatis 3—3,5-plo longiore;
petalis usque ad basin bipartitis, laciniis lanceolatis apicem versus den-
ticulatis, inferne integris quam sepala paullo brevioribus; sta-
minibus petalorum dimidium superantibus, filamentis filiformibus, an-
theris connectivo dorso valde incrassato instructis, oblongis; ovario
distincte stipitato, stipite ovariique basi effiguratione annulariformi obliqua
cinctis.
Blätter (gut entwickelt) 5—6,5 cm lang, 2,4—2,8 cm breit; davon beträgt die sehr
spitz endigende säbelförmige Träufelspitze 4,2—4,3 cm. Blattstiel ca. 2 mm lang. Re-
ceptaculum während der Blütezeit ca. 3 cm lang, kaum 4 mm dick. Kelchblütter 8—
10 mm lang. »Blüten weiß, von wundervollem Maiglóckchengeruch o,
Oberes Congogebiet, Baschilange, Urwald und Campine bei
Mukenge (Pose n. 1408, im November 1881 blühend).
Steht zweifellos der D. Mannii Baill. nahe, unterscheidet sich aber sehr gut von
derselben durch die scharf vorspringenden, zahlreicheren Nerven , die \grhältnismäßig
viel längere und schmalere Trüufelspitze der unterseits behaarten Blätter ünd das durch-
aus abweichende Verhältnis zwischen den Blumenblättern und Kelchblättern.
D. Schweinfurthii Gilg n. sp.; ramulis pubescentibus, demum
glabris; foliis amplis, membranaceis elastieis, breviter petiolatis, petiolo
pubescente, oblongis usque oblongo-lanceolatis, eximie obliquis, longe vel
longissime acuminatis, apice ipso acutis, supra glaberrimis, opacis,
subtus brunneo-flavescentibus modice dense pilis adpressis
brevibus obsitis, nervis supra vix conspicuis, subtus crebris distincte
prominentibus; floribus ut videtur semper in axillis foliorum solitariis,
sessilibus, receptaculo (in fruetu) glaberrimo tenui elongato...;
petalisusquead basin bipartitis, lobis lineari-lanceolatis,
sepalorum lanceolatorum ?/ longitudine adaequantibus vel
paullo superantibus; drupa ovali vel ovato-ovali, receptaculi basi
carnoso tenui, exocarpio coriaceo.
272 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Blätter (gut entwickelt) 5—7,5 cm lang, 3—3,5 cm breit. Die Träufelspitze ist 4,6—
4,8 cm lang, A—1,5 mm breit. Blattstiel 2,5—3 mm lang. Kelchblätter (an der Frucht 1
3—4 mm lang, 1,5 mm breit.
Ghasalquellengebiet, Land der Niam-Niam, bei Uando’s Dorf am
Chor Dingbe (Scuweinrurtn n. 3406, im März mit reifen Früchten).
Steht habituell der D. Manni Baill. nahe, unterscheidet sich aber von derselben
durch die Behaarung der Blätter, die Kleinheit der Kelchblätter u. a. m.
D. usambarica Gilg n. sp.; foliis breviter petiolatis, petiolo his-
pidulo, oblongis vel saepius elliptico-oblongis, obsolete vel saepius vix
obliquis, longe acuminatis, apice ipso acutis, supra glaberrimis, subtus
pilis parce aspersis, nervis creberrimis utrinque valde promi-
nentibus; floribus saepius geminatis, rarius solitariis axillaribus brevis-
sime pedunculatis, receptaculo valido, terete, dense piloso, elongato
er. 2,5- plo sepalis ovatis vel ovato-oblongis longiore; petalis fere usque
ad basin bipartitis, laciniis late obovato- oblongis imbricatis
subintegris sed saepius apice crenulatis, sepala manifeste supe-
rantibus; staminibus brevibus, antheris connectivo dorso valde ineras-
sato praeditis, exsertis, sed filamentis faucem non excedentibus; stylo (in
exemplaribus mihi suppetentibus) elongato petalorum ?/, superante, stig-
mate globoso-capitato, saepius irregulariter fisso.
»Sehr verschieden, bis 15 m hoher Strauch«. Blätter (gut entwickelt) 6—8 cm lang,
2,5—3,5 cm breit, davon beträgt die Träufelspitze 85—12 mm. Blattstiel ca, 3 mm lang,
Receptaculum während der Blütezeit ca. 3 cm lang, ca. 2 mm dick. Kelchblätter
ca. 4,3 cm lang, 5 mm breit. Blüten gelblichweiß.
Usambara, Mbarama, »im Urwald als Unterholz massenhaft« (Horst
n. 2489, im März 1893 blühend).
Die erste aus Ostafrika bekannte Art dieser Gattung, durch die angegebenen
Merkmale des Blattes und der Blüte leicht von allen westafrikanischen Arten zu unter-
scheiden. — Da nun auch noch die beiden von ScHWEINFURTH gesammelten Arten hinzu-
kommen, so zeigt es sich, dass die bisher für streng westafrikanisch gehaltene Gattung
Dicranolepis über das ganze tropische Afrika verbreitet ist.
D. cerasifera Gilg n. sp.; ramulis puberulis, demum glabris; foliis
membranaceo-subcoriaceis, breviter petiolatis, petiolo puberulo, eximie
variabilibus, illis ad basin ramulorum ovatis usque late
ovatis paullo longioribus quam latioribus, illis ad apicem
ramulorum oblongis usque oblongo- lanceolatis, illis non
vel vix, his eximie obliquis, longe acuminatis, apice ipso acutiusculis,
supra glaberrimis, subtus hinc inde pilis parvis adjectis, nervis crebris
supra impressiusculis, subtus distincte prominentibus; flo-
ribus plerumque geminatis, rarius — ut videtur — solitariis ...; drupa cerasi
minoris mole, paullo ab apice compressa, »colore fructus Punicae Granatume«,
i. e. aurantiaca, receptaculi basi carnoso, crasso, exocarpio coriaceo. —
Cetera generis.
»Strauch«. Blätter unten an den Zweigen 2—3 cm lang, 1—2,5 cm breit, die am
Ende der Zweige 5—6 cm lang, 2—2,5 cm breit. Die Träufelspitze ist 7—8 mm lang
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 273
Blattstiel etwa 2 mm lang. Frucht 4,4 —4,5 cm lang, 4,7—1,8 cm dick, die fleischige
Receptacularbasis ist etwa 4—4,5 mm dick.
Ghasalquellengebiet, Land der Niam - Niam, am Diamvonu
(SCHWEINFURTH n. 3136, im März 1870 mit reifen Früchten).
Eine durch die außerordentliche Variabilität ihrer Blätter ausgezeichnete Art, wie
sie in áhnlicher Weise bei den sámtlichen mir vorliegenden Arten dieser Gattung nicht
zu finden ist. Vielleicht der D. usambarica am nächsten stehend.
D. thomensis Engl. et Gilg n. sp.; ramulis puberulis, demum
glabris; foliis breviter petiolatis, petiolo pilis brevissimis vestito, oblongis
vel oblongo-lanceolatis, eximie obliquis, longe acuminatis, apice ipso
rotundatis, supra glaberrimis, subtus hine inde pilis brevissimis
aspersis, nervis supra vix conspicuis, subtus obsoletissime
prominentibus; floribus (ut videtur) semper in axillis solitariis, sessi-
libus, braeteolas minimas basi gerentibus, receptaculo pro genere valido,
lerete, pubescente, sepalis lanceolatis vix duplo longiore;
petalis usque ad basin bipartitis, laciniis lanceolato-linearibus inferne
subintegris apice irregulariter fissis utrinque parce sericeis quam
sepala paullo longioribus; staminibus brevissimis, antheris exsertis
sed filamentis receptaculi faucem non superantibus, connectivo vix incras-
sato; ovario slipitato.
Blätter (gut entwickelt) 5—7 cm lang, ca. 3 cm breit; davon beträgt die Träufel-
spitze 8—10 mm. Blattstiel 1—1,5 mm lang. Receptaculum während der Blütezeit 4,4—
1,5 cm lang, 4—4,5 mm dick. Kelchblütter 7—8 mm lang.
Kamerungebiet, Insel San Thomé, 880 m ü.M. (Morrer n. 476,
im Juni 1885 blühend).
Ist außer anderem durch die langen Blumenblätter und das im Verhältnis zu diesen
sehr kurze Receptaculum ausgezeichnet charakterisiert.
D. Buchholzii Engl. et Gilg n. sp.; ramulis parce pubescentibus,
demum glabris; foliis breviter petiolatis, petiolo glabro vel pilis longis
laxissime asperso, oblongis vel ovato-oblongis, eximie obliquis, lon-
gissime acuminatis, apice ipso acutissimis, utrinque gla-
berrimis, nervis supra immersis subtus obsolete prominentibus ; floribus
fere semper solitariis, rarius geminatis, breviter pedunculatis, receptaculo
angusto terete, glabro vel pilis pareissime asperso, brevi,
sepalis ovato-oblongis vix duplo longiore; petalis usque ad
basin bipartitis, laciniis integris ovatis acutis sepalorum dimi-
dium adaequantibus; staminibus inaequilongis, longioribus sepalis
alternantibus petala non adaequantibus; antherarum connectivo non vel
vix incrassato; ovario distincte stipitato, stipite ovariique basi effigura-
tione annulariformi obliqua cineto.
Dicranolepis disticha Pl. var parviflora Engl. in Excr. Jahrb. VII. 337.
»Niedriger Strauch«. Blätter (gut entwickelt) 7—10 cm lang, 3—4,5 cm breit; da-
von beträgt die sehr spitz endigende säbelförmige Träufelspitze ca. 2 cm. Blattstiel
ca. 2 mm lang. Receptaculum während der Blütezeit 7—9 mm lang, ca. 4 mm dick.
Kelchblütter 4—5 mm lang. »Früchte beerenartig, rol«.
Botanische Jahrbücher, XIX, Bd. 18
274 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Kamerungebiet, Mungo, in feuchten schattigen Wäldern häufig
(Bucnuorz, im September 1874 blühend).
Ist durch die großen Blätter, die kleinen Blüten mit kurzem Receptaculum und
die im Verhältnis zu den Kelchblättern sehr kurzen Blumenblätter sehr gut von den
übrigen Arten unterschieden.
D. oligantha Gilg n. sp.; foliis parvis, breviter petiolatis, petiolo
villosulo, oblongis vel rhomboideo-oblongis, eximie obliquis, longissime
acuminatis, apice ipso acutissimis vel potius saepius fili-
formi-acuminatis, supra glaberrimis, subtus hine inde pilis modice
longis aspersis, nervis utrinque obsoletis; floribus semper solitariis
axillaribus, sessilibus, receptaculo filiformi pro genere brevissimo
parce hispidulo, sepalis lanceolatis vix 4,5-plo longiore; pe-
talis brevissimis, sepalorum vix !/; adaequantibus, usque ad
basin bipartitis, laciniis ovatis late imbricatis apice denticulatis; staminibus
brevissimis, antheris petala haud adaequantibus ; stylo elongato, sepalorum
dimidium superante, stigmate globoso valde inerassato; fructibus sub-
globosis vel ovato-globosis.
Strauch von ca. 4,5 m Höhe. Blätter (gut entwickelt) 5—7 cm lang, davon beträgt
die sehr charakteristische, sübelfürmig gekrümmte, langausgezogene Trüufelspitze 1,2
—1,8 cm. Blattstiel ca. 3 mm lang. Receptaculum wührend der Blütezeit ca. 8 mm
lang, kaum 4 mm dick. Kelchblütter 5—6 mm lang, 2—2,5 mm breit. Frucht ca. 9 mm
lang, 7—8 mm dick,
Gabun, Sibange-Farm, im Wald (Sovaux n. 22, im Januar blühend,
im August fruchtend).
Schon durch die sehr kleinen Blüten scharf von allen anderen Arten geschieden,
Englerodaphne Gilg nov. gen.
Flores hermaphroditi, &-meri. Receptaculum coloratum, elon-
gatum, cylindraceum , glabrum, sub medio paullo constrictum, exarticu-
latum. Sepala sub anthesi patentia. Petala usque ad basin bipartita, lobis
subearnosis spathulato-sublinearibus apice denticulatis, sepalorum ?/,
longitudine adaequantibus. Stamina 8, dupliei serie receptaculo inserta,
filamentis subnullis, antheris connectivo vix conspicuo instructis,
iis seriei superioris semiexsertis, ceteris in parte recep-
taculi 3/, superiore affixis. Ovarium sessile, hispidissimum, uni-
loeulare, superne in stylum filiformem brevem lateralem abiens, receptaculi
effigurationibus nullis.
E. leiosiphon Gilg n. sp.; glaberrima; foliis oppositis et decussotis,
remotis, parvis, ovatis, membranaceis, integris, apice basique rotundatis,
brevissime petiolatis; floribus ad apices ramorum umbellatis
vel potius capitatis 4—6, glaberrimis, ebracteatis, pedunculo
brevi, pedicellis nullis; sepalis receptaeuli !/4 longitudine paullo supe-
rantibus.
»Ein Strauch von 4—1,5 m Höhe«, stark verzweigt, mit zahlreichen Laubtrieben,
sehr reichlich blühend. Blätter 4,5—2,2 cm lang, 8—12 mm breit. Blütenstiel 7—9 mm
E, Gilg, Thymelaeaceae africanae. 275
~
lang. Receptaculum ca. 4 cm lang, 4,5 mm dick. Kelchblätter ca. 4 mm lang, an der
Basis 2 mm breit. Blumenblätter 2,5—3 mm lang.
Massaihochland, Kitui in Ukamba (HıLoesranpt n. 2751, im Juni
1877 blühend).
Englerodaphne steht habituell Synaptolepis Oliv. am nüchsten, unterscheidet sich jedoch
von ihr durch das Fehlen der Receptacularefligurationen und die großen, gespaltenen
Blumenblätter. Am meisten Verwandtschaft zeigt sie jedoch mit den Gattungen Enkleia
Griff, Linostoma Wall. und Lophostoma Meisn. Sie ist aber von denselben sehr gut
unterschieden durch ihre fast sitzenden, in zwei weit von einander getrennten Kreisen
dem Receptaculartubus eingefügten Antheren, den Blütenstand, die fehlenden Brac-
teen, (die Vierzähligkeit der Blüte) und den sehr abweichenden Habitus.
Craterosiphon Engl. et Gilg nov. gen.
Flores hermaphroditi, 5-meri. Receptaculum coloratum, in-
erassatum, valde elongatum, angustissime infundibuli-
forme, glabrum, sub medio paullo ampliatum, exartieulatum. Sepala
sub anthesi ut videtur erectiuscula. Petala 0. Stamina 10, omnia sub
receptaeuli medio abeuntia, profunde inclusa, filamentis
oppositisepalorum quam antherae subduplo longioribus, alternantium bre-
vissimis antheras longitudine non adaequantibus. Ovarium sessile parce
pilosum, uniloculare, superne in stylum brevem apicalem abiens, basi
effiguratione membranacea cupuliformi brevi cinetum.
C. scandens Engl. et Gilg n. sp.; »frutex scandens« glaberrima; foliis
oppositis ut videtur semper distichis, breviter sed distincte
petiolatis, remotis, amplis, ovali-oblongis, rigide chartaceis, integris,
basi subeuneato-angustatis, apice longe acuminatis, apice ipso rotundatis,
venis omnibus parallelis utrinque paullo prominentibus;
floribus »luteo-virescentibus« in axillis foliorum fasciculatis
3—6, basi bracteolis minimis cinctis, subsessilibus; sepalis receptaculi
i/i longitudine vix adaequantibus; filamentis crassis; antherarum
connectivo vix dilatato.
Blätter 5—8 cm lang, 2,5—4 cm breit, davon beträgt die Träufelspitze etwa
4—7 mm. Blattstiel ca. 6 mm lang. Receptaculum 2,6—2,7 cm lang, 2—2,5 mm am
oberen Ende dick. Kelchblütter ca, 6 mm lang, 3—3,5 mm breit. Lüngere Staubfäden
ca. 2,5 mm lang, kürzere ca. 4 mm.
Kamerun, Buea, im Urwald, 1200 m ü. M. (Preuss n. 878, im Mai
1894 blühend).
Die neue Gattung steht habituell Dicranolepis Planch. am nüchsten, weist aber sonst
absolut nichts verwandtschaftliches mit dieser ebenso wie mit den übrigen bisher be-
kannten Gattungen auf.
Nachtrag.
Nachträglich erhielt ich noch durch Herrn Dr. Dewkvre und durch die
Liehenswürdigkeit des Herrn Prof. Dr. Hexrıgurs aus dem Herbarium
Coimbra eine Anzahl von Thymelaeaceae, deren neue Arten ich hier folgen
lasse.
18*
276 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII,
Gnidia katangensis Gilg et Dew. n. sp.; caulibus florigeris vero-
similiter ex rhizomate crasso abeuntibus stricte erectis, monocephalis,
glabris; foliis remotis lanceolato-linearibus, sessilibus, acutis,
membranaceis, glaberrimis, involucralibus 7—9 lanceolatis,
acutissimis, herbaceis, florum !/ longitudine paullo supe-
rantibus; capitulis multifloris (floribus 40—50); floribus 4-meris, pulchris,
verosimiliter rubris vel lateritiis; receptaculo gracili terete valde
elongato tenui, pilis longis albidis dense obtecto, calyce
er. 3,5-plo longiore; sepalis ovatis vel late ovatis, acutis, extrinsecus pube
receptaculi, intus glabris; petalis 0 vel rarissime punctiformibus, obso-
letissimis.
Blätter 4,7—2,3 cm lang, 2,5—5 mm breit. Involucralblütter 4,3—4,4 cm lang,
4—5 mm breit. Receptaculum 1,8—2 cm lang, 3/,mm dick. Kelchblätter 4—5 mm lang,
ca. 3 mm breit.
Oberes Kongogebiet, Katanga, Katete, sehr häufig in den Gehölzen
OC H o ) Is
der Savanne (Herb. Dewevre, zu Anfang der Regenzeit blühend).
Gehört in die Verwandtschaft von G. Oliveriana (Vatke) Engl. et Gilg, ist aber von
derselben durch Blatt- und Blütenunterschiede weit getrennt.
Synaptolepis Oliv. in Hoox., Icon. plant. tab. 4074.
S. longiflora Gilg n. sp.; ramulis nigrescentibus, glabris, lenti-
cellosis; foliis alternantibus tenuiter membranaceis, elasticis,
ovalis, brevissime apiculatis, basi ipsa breviter cuneato angustatis, gla-
berrimis, nervis seeundariis utrinque paullo sed manifeste prominentibus
costa subrectangularibus, venis subinconspicuis; floribus ad apicem ramorum
racemosis, pluribus (8—15), manifeste pedicellatis, bracteis caducissimis
vel in superioribus defieientibus; receptaculo elongato-infundibuliformi
glaberrimo sepalis ovato-oblongis er. 5-plo longiore; petalis in annulum
cr. 4 mm altum, fimbriatum, longe ciliatum connatis; staminibus
brevibus, antheris oblongis, elongatis, illis staminum superiorum
faucem superantibus; ovario glabro, paullo stipitato, basi effiguratione
minima fimbriata cincto.
Blätter 2—3 cm lang, 1—1,9 cm breit. Blattstiel 4,5—2 mm lang. Receptaculum
1,6—1,7 em lang, oben ca. 4,8 mm dick. Kelchblätter 3—3,5 mm lang, 2 mm breit.
Mossambik, Macuri (RopniQues DE Cavarno a. 1884—85, blühend).
Steht der S. alternifolia Oliv. nahe, unterscheidet sich aber von derselben durch
Blattform , das längere Receptaculum, höheren Blumenblattring, die längeren und
schmaleren Kelchblätter und die verlängerten, oblongen Antheren.
S. Oliveriana Gilg n. sp: ramulis divaricatis, teretibus, nigres-
centibus, lenticellis obtectis, glabris; foliis oppositis, subcoriaceis,
parvis, ovatis, brevissime petiolatis, basi rotundatis, apice acutis, gla-
berrimis, nervis secundariis paucissimis subtus paullo prominentibus,
supra inconspicuis; floribus breviter pedicellatis axillaribus
terminalibusque solitariis vel 9, fasciculatis, folia superan-
tibus, bracteolis minimis squamiformibus ad pedicelli basin instructis ;
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae, 277
receptaculo infundibuliformi, terete, glaberrimo, tenuissimo, sepalis
lanceolatis vix 2,5-plo longiore; petalis in annulum mem-
branaceum cr. 4 mm altum margine densissime fimbriatum
connatis; staminibus filiformibus antheris ovalibus cr. 2,5-plo longiori-
bus; ovario glabro, sessili, basi effigurationibus conspicuis lami-
nuliformibus eciliatis cincto.
S. Kirkii Oliv., Msc. (non in Hook., Ic. plant. tab. 1074).
S. Kirkü Gilg in Enser und Prantı, Nat. Pflanzenfam. III. 6*. Fig. 81
(p. 231) F—J.
Blätter 4,2—41,8 cm lang, 0,7—4,4 cm breit. Blattstiel 4—1,5 mm lang. Recep-
taculum 1,3—4,4 cm lang, oben ca. 1,4 mm dick. Kelchblätter ca. 5 mm lang, 2 mm breit.
Sulu, Delagoa-Bay (Montero n. 45, im Sept. 1876 blühend).
Von OLıver in Herb. Berol. als S. Kirkii bezeichnet und dieser auch sehr nahe-
stehend, aber abweichend durch kleinere Blätter, längeres und dünneres Receptaculum,
längere und schmalere Kelchblätter, lang gewimperten Blumenblattring und endlich die
zahlreichen, deutlichen, ungewimperten, läppchenförmigen Receptaculareffigurationen.
Oliniaceae africanae.
Von
E. Gilg.
Olinia Thbg., FI. Cap. 194.
0. usambarensis Gilg n. sp.; frutex valde dichotome ramosus
glaberrimus, ramis longitudinaliter striatulis; foliis oppositis et decussatis
ovali-oblongis, basin versus sensim in petiolum brevissimum angustatis,
subacuminatis, sed apice ipso rotundatis, subcoriaceis, integris, glaberrimis,
nervis supra vix conspicuis subtus manifeste pulcherrime reticulatis, eur-
vato-marginatis; floribus ad apices ramulorum in cymas umbelliformes
multifloras, densissime confertas dispositis; prophyllis 1—4 euphylloideis
vel minutis = bracteiformibus hine inde ad basin cymarum evolutis,
caducis; receptaculo subeylindraceo, inferne paullo attenuato, glabro;
sepalis »rubris«, obovatis, paullo longioribus quam latioribus, rotundatis,
sub anthesi patentibus; petalis »candidis«, sub anthesi erectiusculis, ovato-
oblongis, acutis, eoncaviusculis, brevissime sed densissime albido-villosis,
sepalorum ?/; longitudine adaequantibus; dentibus 5 cum petalis alter-
nantibus ovato-triangularibus, densissime longe villosis (staminodiis)
staminibus 5 petalis oppositis et dentibus alternantibus ad receptaculi
faucem insertis sub anthesi horizontalibus vel polius in receptaculum
H
subdependentibus, filamentis subnullis; antherarum connectivo valde in-
erassato, carnoso, apiculato; stylo filiformi, brevi, stigmate paullo incrassato ;
ovario infero, &-loculari, loculis 2-ovulatis.
»Bis 4 m hoher, dichter Busch.« Blätter 4—6 cm lang, 2—3 cm breit. Vorblätter oft
ebenso groß, oft aber auch bis auf 7 mm Länge und 4 mm Breite zurückgehend. Recep-
taculum 4 mm lang, 4,5 mm dick. Kelchblütter ca. 2,5 mm lang, 1,5 mm breit, Blumen-
blätter 4 mm lang, 0,7 mm breit. Antheren kaum 1/2 mm lang und ebenso breit. Griffel
2—2,5 mm lang. Fruchtknoten ca. 4,2 mm lang und ebenso dick.
Usambara, Kwa Mshuza, am Rande des Hochwaldes, 1650 m ü. M.
(Horst n. 9115, im August 1893 blühend).
Bisher waren 5 Arten dieser bezüglich ihrer Stellung im System sehr zweifelhaften
Gattung bekannt, welche bis auf eine am Cap verbreitet und meist nur durch un-
erhebliche Unterschiede von einander getrennt sind. Diese zweite aus dem tropischen
Afrika bekannt gewordene Art steht zwar der abyssinischen O. Rochetiana A. Juss. nahe,
ist dagegen durch die Blattform, Textur und Nervatur und die sehr abweichenden,
hochinteressanten Blütenverhältnisse auf das beste charakterisiert,
Statistik der Strand- und Steppenvegetation
der iberischen Halbinsel.
Von
Moritz Willkomm.
Strand und Steppe sind unleugbar sehr heterogene Gebiete, weshalb
zwischen beiden keinerlei Verwandtschaft noch Gemeinsamkeit zu bestehen
scheint. Wenn dies im allgemeinen als richtig anerkannt werden muss, so
giebt es doch Länder, wo der Gegensatz zwischen Strand- und Steppen-
gegenden nicht so grell hervortritt und mancherlei beiden Gemeinsames
dem Auge des Forschers sich darstellt. Ein solches Land ist die iberische
Halbinsel. Die zahlreichen erst seit Mitte unseres Jahrhunderts genauer be-
kannt gewordenen Steppengebiete im Innern dieses Landes ähneln dessen
Strandgegenden zunächst bezüglich der Vegetation , indem nicht nur eine
beträchtliche Anzahl von Pflanzenarten, die anderwärts auf der Halbinsel
nieht oder nur vereinzelt vorkommen, beiden Gebieten gemeinsam sind,
sondern auch gewisse Pflanzenformationen. Dies gilt besonders von den in
keinem anderen Lande Europas in so großer Zahl vertretenen Halophyten,
welche sich in größter Menge der Arten- und Exemplarzahl nur in den
Steppen- und Strandgegenden finden. Sodann ist hervorzuheben, dass die
Steppen des Innern stellenweis bis an die Küste, ja bis an den Strand des
Meeres herantreten, so dass sich hier die Steppen- und Strandpflanzen völlig
mischen. In einem wahrhaft großartigen Maße ist dies der Fall an der Süd-
ost- und Südküste, wo von Alicante und noch weiter ostwärts an bis Adra
an der Südküste Granadas die Küste fast ununterbrochen von einem stellen-
weis breiten Steppengebiet umsäumt ist, das sich von Alicante aus nord-
westwärts bis auf das zum centralen Tafellande gehörende Plateau von
Albacete, d. b. von 0 bis 718 m Seehöhe hinaufzieht. Dieses von mir als
Litoralsteppe bezeichnete Steppengebiet ist auch in seinen Küstengegenden
trotz der unmittelbaren Nähe des Meeres ebenso regenarm, wie die im
Innern des Landes sich ausbreitenden großen Steppen, so dass dort der
Unterschied zwischen Küsten- und Steppenklima völlig verschwindet.
In meinem vor mehr als fünfzig Jahren erschienenen Werke über die
280 Moritz Willkomm.
Strand- und Steppengebiete der Halbinsel!) habe ich die Gesamtzahl der
damals bekannten Strand- und Steppenpflanzen zu 690 Arten angegeben
und zwar 376 derselben als halophile, 314 als nicht halophile bezeichnet.
Ich habe später erkannt, dass ich die Zahl der halophilen Arten viel zu hoch
angenommen und unter den nieht halophilen viele angeführt habe, die auf
anderem Boden ebenso häufig vorkommen wie auf Strand- und Steppen-
boden. Trotzdem ist die Zahl der gegenwürtig bekannten Arten der Strand-
und Steppenflora ungleich größer , als wie ich sie damals angegeben habe,
dank der wiederholten und gründlicheren Durchforschung der Strand- und
Steppengegenden. Und zwar beträgt dieselbe (nur die der Gefäßpflanzen)
meines Erachtens 842 Arten, wovon 540 der Strand-, 224 der Steppen-
vegetation angehören, 79 aber beiden gemeinsam sind. Als Strand- und
Steppengewächse betrachte ich nur diejenigen, welche bisher entweder
ausschließlich oder wenigstens vorzugsweise in den Strand- und Steppen-
gegenden beobachtet worden sind. Die Zahl der Halophyten beträgt 144.
Von diesen bewohnen 27 die Strandgegenden , 62 die Steppengebiete aus-
schließlich, während 55 in beiden, wenn auch nicht in allen Steppen- und
Strandgegenden zugleich gefunden werden.
Die Gesamtzahl der Strandpflanzen beträgt also 618, die der Steppen-
pflanzen 302 Arten. Folglich besitzen die Steppen trotz ihrer großen Aus-
dehnung, welche die der Strandgebiete mindestens um das Zehnfache über-
treffen dürfte, kaum halb so viele Pflanzenarten, wie die Strandgegenden,
woraus die den spanischen Steppen eigene Dürftigkeit und Spärlichkeit ihrer
Vegetation sich von selbst ergiebt. Vergleicht man beide Vegetationen bezüg-
lich der Lebensdauer und des Vorkommens ihrer Arten, so sieht man, dass
in beiden die perennierenden Pflanzen, die durch Rhizome ausdauernden
Kräuter und Gräser den ein- und zweijährigen so ziemlich die Wage halten
und die Holzgewächse, namentlich die Halbsträucher, einen sehr bedeuten-
den Anteil an der Zusammensetzung der Vegetation nehmen, und dass
unter den Strandpflanzen die meisten auf Sandboden, unter den Steppen-
pllanzen aber die meisten auf salzhaltigem und dürrem Boden vorkommen,
wie dies aus der folgenden Tabelle erhellt:
Strandpflanzen Steppenpflanzen
© 234 Sandpflanzen . . . . . . 383 | © 98 auf dürrem Boden. . . . 447
@) 44 Felsenpflanzen . . . . . 95 | © 12 Halophyten. . . . . . . 470
9. 351 Halophyten. . . . . . . 82 | 9 104 Sumpf- und Uferpflanzen . 4
5 78 Sumpfpflanzen . . . . . 32 5 77 Felsenpflanzen . . . . . 5
+ 39 anderer Standorte. . . . 96 5 44 anderer Standorte. . . . 6
b 2
648 618 | 3082 302
1) Die Strand- und Steppengebiete der iberischen Halbinsel und deren Vegetation.
Leipzig 1852.
h
E CG E E Ei CG E Ei Gi E CG E E ES Er EC E CG
E Er E E E Er E E
D
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 281
Die 79 den Strand- und Steppengebieten gemeinsamen Arten sind
folgende:
Ephedra distachya L. b.
Crypsis aculeata Lam. 2%.
- schoenoides Lam. %.
Polypogon litoralis Sm. ©.
- maritimus W. ©.
Arundo Plinii Turr. 3.
Aristida coerulescens Desf. ©.
Corynephorus articulatus Pal. B. ©.
Glyceria distans Wahlenb. %.
- festuciformis Heynh. 9.
Vulpia membranacea Lk. ©.
Hordeum maritimum With. ©.
Lepturus incurvatus Trin. ©.
Scirpus maritimus L. 3.
Cyperus mucronatus Rostb. 2.
Juncus acutus L. 2%.
- maritimus L. 4.
Cynomorium coccineum L. 4.
Suaeda splendens Gr. Gd. ©.
- maritima Dum. ©.
Salicornia anceps Lag. 5.
- frulieosa L. 5.
- herbacea L. ©.
Salsola Kali L. ©.
- Soda L. C.
- vermiculata L. 5.
- longifolia Forsk. 5. (5.
Arthrocnemon macrostachyum Moq.
Halogeton sativus Moqu. ©.
Atriplex glauca L. "D.
- Halimus L. b.
Kochia scoparia Schrad. ©.
- prostrata Schrad. 5.
Camphorosma monspeliaca L. 5-
Beta maritima L. 3.
- diffusa Corr. ©.
- Brongnei Corr. ©.
Polygonum maritimum L. 5-
Inula crithmoides L. 5.
Sonchus maritimus L. 4.
h Zollikoferia resedifolia Goss. %.
h
ES
h
h
Plantago maritima L. 4.
Plantago crassifolia Forsk. %.
- arenaria L. ©.
Statice ovalifolia Poir. 3L.
- delicatula Gird. 4.
- duriuscula Gird. 4.
- echioides L. C.
- Limonium L. %.
- confusa Gr. Gdr. 4.
- Thouini Viv. ©.
Echium maritimum W. ©.
Glaux maritima L. 4.
Samolus Valerandi L. 3.
Cressa cretica L. ©.
Erythraea spicata P. ©.
- latifolia P. B. tenuiflora
Lk. Hffgg. ©.
Cynanchum monspeliacum L. %.
Ammi Viznaga L. ©.
Apium graveolens L. %.
Aizoon hispanicum L. ©.
Mesembrianthemum nodiflorum L.
Tamarix anglica Webb. b. Io.
- gallica L. b.
Erodium Jacquinianum F. et M. ©.
Linum maritimum L. 4.
Frankenia hirsuta L. a. laevis. 4.
- pulverulenta L. var.
corymbosa WK.
- Reuteri Boiss. 5-
Loeflingia hispanica L. ©.
Spergularia marina Pall. ©.
- media L. %.
Helianthemum lavandulaefolium
DC. 5.
Malcolmia africana R. Br. ©.
- maritima R. Br. 3.
Lobularia maritima Desr. 4.
Glaucium luteum L. ©.
Hippocrepis ciliata W. ©.
Apteranthes Gussoneana Mik. 3.
282 Moritz Willkomm.
Die mit h bezeichneten sind Halophyten, die gesperrt gedruckten
endemische Pflanzen.
Strandvegetation.
Nach der Gestalt und der Lage der iberischen Halbinsel müssen vier
Strandzonen unterschieden werden, nämlich die nördliche, westliche, süd-
liche und südöstliche. Die beiden ersten werden lediglich vom atlantischen,
die letzte vom mittelländischen Meere, die südliche zur Hälfte von diesem,
zur Hälfte vom atlantischen bespült. Die Strandbildungen dieser vier Lito-
rale sind sehr verschieden, was im Verein mit dem durch die geographische
Breite, die Exposition der Küste und durch andere Factoren bedingten
Klima von wesentlichem Einfluss auf das Vorkommen und die Verbreitung
der Strandpflanzen und auf die Bildung von Pflanzenformationen ist. Was
zunächst die Gesamtzahl der Arten der einzelnen Strandzonen anbelangt,
so ist die nördliche die artenärmste, die südliche die artenreichste, wäh-
rend die westliche und südöstliche bezüglich der Artenzahl nur wenig
differieren. Das nördliche Litorale besitzt nämlich 150 Arten, worunter 23
endemische, das westliche 236, worunter 61 endemische (von denen 26 bis-
her nur in Portugal gefunden worden sind), das südliche 387, worunter
103 endemische (davon 9 nur in Portugal heimische), das südöstliche 232,
worunter 34 endemische. Diese Ziffern beweisen, dass die Zahl der Arten
überhaupt wie die der endemischen in der Richtung von N. nach S. zu-
nimmt (was besonders in dem westlichen Litorale auffällig hervortritt), am
südöstlichen Litorale aber wieder abnimmt. Zugleich überrascht schon in
diesen schmalen Strandzonen die große Zahl endemischer Arten, eine That-
sache, durch welche sich die iberische Halbinsel vor allen übrigen Ländern
Europas auszeichnet!), denn die endemischen Arten bilden in der west-
lichen Strandzone beinahe !/;, in der südlichen sogar mehr als !/; der Ge-
samtartenzahl.
|. Vegetation des nördlichen Litorale. Die 150 Strand-
pflanzen dieser Zone zerfallen in 50 einjährige, 4 zweijährige, 83 perennie-
rende Kräuter und Gräser, 5 Halbsträucher und 8 Sträucher und nach
ihrem Vorkommen in 98 Sandpflanzen, 28 Felsenpflanzen, 23 auf feuchtem
oder sumpfigem Boden vorkommende, worunter 48 Halophyten und 7 auf
anderweitigem Boden wachsende Arten. Der Strand dieser Küste ist sehr
schmal, oft treten die Felsen der an ihr endenden Gebirgsverzweigungen
auf weite Strecken unmittelbar bis an das Meer heran. Nur an den Mün-
dungen und Ufern der landeinwärts sich erstreckenden (den Fjorden Nor-
1) Die Gesamtzahl der bis jetzt bekannt gewordenen endemischen Pflanzen der
Halbinsel beträgt 4465 Arten. Davon sind 179 bisher nur in Portugal gefunden worden.
Übrigens dürfte sich die Zahl der endemischen Arten dieses Landes mit der fort-
schreitenden Erforschung der Flora Maroccos, Algeriens und Tunesiens vermindern,
wo schon viele früher nur aus Spanien hekannte Arten wieder aufgefunden worden sind.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 283
wegens vergleichbaren) »Rias« finden sich alluviale Ablagerungen, welche
Veranlassung zu Strandwiesen und sumpfigen Stellen gegeben haben,
deren Boden mehr oder weniger, wie stellenweis auch die Sandan-
háufungen salzhaltig ist. Sonst erscheint die Strandbildung blos auf einen
sandigen Streifen mit nur stellenweiser Dünenbildung beschränkt. Bezüglich
der Verbreitung der Strandpflanzen des nórdlichen Litorale ist zu be-
merken, dass 41 Arten bisher nur in diesem gefunden worden sind, da-
gegen 43 durch alle Strandzonen rings um die Halbinsel verbreitet sind.
Von den übrigen kommen 24 gleichzeitig im Nord- und Westlitorale, 18
gleichzeitig im Nord-, West- und Südlitorale, 7 gleichzeitig im Nord- und
und Südost-, 6 gleichzeitig im Nord- und Süd-, sowie im Nord-, West-
und Südostlitorale und 5 gleichzeitig im Nord-, Süd- und Südostlitorale
vor. Die 43 durch alle Strandzonen verbreiteten Arten sind :
Gymnogramma leptophylla Desv. ©. Asteriscus maritimus L. 4. 5.
Panicum repens L. ©. Diotis maritima (L.) Corr. 3.
Psamma arenaria (L.) Pal. B. 3. Aetheorrhiza bulbosa (L.) Cass. %.
Polypogon maritimus W. ©. Crucianella maritima L. 9.
Lagurus ovatus L. ©. h Statice virgata W. 2.
Agropyrum junceum (L.) Pal. B. 4. h - Limonium L. %.
Lepturus incurvatus (L.) Trin. ©. Convolvulus Soldanella L. %.
h Scirpus maritimus L. %. Solanum sodomaeum L. b.
Schoenus nigricans L. 3. h Samolus Valerandi L. 3.
Pancratium maritimum L. 3. Erythraea maritima L. ©.
h Juncus acutus L. 3. Eryngium maritimum L. %.
h - maritimus Lam. %. Crithmum maritimum L. %.
h Salsola Kali L. ©. h Spergularia marina L. 4.
h - Soda L. ©. Medicago litoralis Rhod. ©.
h Suaeda maritima (L.) Dum. ©. - marina L. %.
h Salicornia herbacea L. ©. h Frankenia hirsuta L. 3.
h - fruticosa L. ». Lavatera cretica L. ©.
h Obione portulacoides (L.) Moqu. %. Cakile maritima L. ©.
h Beta maritima L. ©. [5. Malcolmia littorea (L.) R. Br. 3.
h Polygonum maritimum L. 5. Matthiola incana (L.) R. Br. 5.
Scabiosa maritima L. ©. Senebiera didyma (L.) P. ©.
h mula crithmoides L. X. 5.
Unter diesen Pflanzen befindet sich keine einzige endemische. Vielmehr
sind dieselben entweder über die Mediterranküste (15) oder über die atlan-
tischen und Nordseeküsten Europas, beziehungsweise über alle europäischen
und mediterranen Küsten verbreitet (28 Arten).
Die 41 bisher nur im nördlichen Litorale gefundenen Arten enthält
das folgende Verzeichnis, worin die endemischen gesperrt gedruckt, die
über die atlantischen (beziehungsweise gleichzeitig Nord- und Ostsee-)
Küsten verbreiteten mit a, die gleichzeitig an den atlantischen und medi-
284
Moritz Willkomm.
terranen Küsten vorkommenden mit am, die auch im Innern Europas
(Nord- und Mitteleuropa) wachsenden mit eu bezeichnet sind.
a.
eu.
(h) am.
Spartina alterniflora Lois.
4. Sand.
Agrostis maritima Lam.
x. pseudopungens Lge.
Æ. Sand.
Trisetum gallecicum Lge.
©. Felsen.
Koeleria cantabrica WK.
4. Felsen.
- albescens DC. 4.
Felsen.
- maritima Lge. %.
Felsen.
. Glyceria distans Wahlenb.
4. Salz. Sand.
. Festuca arenaria Osb. 3.
Sand. Felsen.
Juncus Gerardi Lois. 3.
Strandwiesen.
- elatior Lge. 4.
Schlamm.
. Rumex rupestris Le Gall. %.
Felsen.
- biformis Lge. %.
Felsen.
Solidago macrorrhizabLge.
4. Sand.
Chamaemelum inodorum (L.)
Rchb.
B. salinum Rchb. ©. Salz.
Sand.
Leucanthemum crassi-
folium Lge. 4. s.
Felsen.
. Arnica montana L.
B. angustifolia Dub. 2.
Sand.
. Galium arenarium Lois. 3.
Sand.
. Plantago maritima L.3..Salz-,
Sand- u. Sumpfboden.
Calamintha
Hook.
8. pauciflora Lge. 4.
Felsen.
+ Echium candicans L. 5.
Sand.
- rosulatum Lge. 4.
Sand.
Daucus maritimus L. var.
serratus Lge. 9.
menthaefolia
Felsen.
a. Libanotis Candollei Lge. 4.
Sand.
a. Herniaria ciliata Bab. 4.
Sand.
Ferula brachypus Lge. 3.
Felsen.
+ Spergularia azorica Kindl.
+. Felsen.
am. Astragalus bayonnensis Lois.
Æ. Sand.
am. Lathyrus maritimus L. 4.
Sand.
am. Trifolium Bocconei Savi. 4.
Felsen.
a. Tamarix anglica Webb. b.
Sand.
Sagına sabuletorum Lege.
4. Sand.
eu. - nodosa (L.) Fzl. 3.
Sand.
am. Cerastium pumilum Curt.
1. divaricatum Gr. Godr.
O. Sand.
Melandryum pratense Róhl.
y- crassıfolium Lege.
4. Felsen.
a. Silene Thorei Duf. 4. Sand.
a. Viola tricolor L.
y. arenaria Sond. ©.
Sand.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 385
Raphanus Raphanistrum L. a. Crambe maritima L. 9.
B. hispidus Lge. ©. Sand.
Sand. a. Cochlearia officinalis L.
Cakile monosperma Lge. a. maritima Gr. Godr.
©. Sand. ©. %. Sand.
a. Brassica cheirantiflora Gr. Godr. ©. Sand.
Die mit + bezeichneten Arten sind vermutlich eingeschleppt (Echium
candicans ist auf Madera und den Canaren heimisch). Unter den nichtende-
mischen Formen gehören 43 der nordatlantischen Flora an, während 6
gleichzeitig in dieser und der Mediterranzone, 3 auch im Innern Europas
vorkommen. Die Zahl der endemischen Arten beträgt 18.
Von den 41 Arten entfallen auf die einjährigen 8, auf die zweijährigen
4, auf die perennierenden 30, auf die Holzgewächse 2, auf die Sandpflanzen
23, auf die Felsenpflanzen 13, auf die Halophyten nur 3, auf andere Stand-
örter 2.
Die 24 gleichzeitig im nördlichen und westlichen Li-
torale vorkommenden Arten sind die folgenden:
Chaeturus prostratus B. decumbens Lge. 9.
Hack. ©. Felsen. Sand.
+ Digitaria paspaloides Dub. a. Erythraea chloodes (Brot.)
?.. Sand. Gr. Godr. ©. Sand.
am. Carex arenaria L. 4. Sand. am. Euphorbia segetalis L.
(h) am. Triglochin maritimum L. 4. y- Uttoralis Lge. ©. ©.
Sümpfe. Sand.
am. Artemisia maritima L. 93. Erodium sabulicola Lge.
Sand. © Sand.
(h) a. Armeria maritima W. 4. a. Polygala vulgaris L.
Salz und Sand. B. vestita Gr. God. 93.
- | pubigera Boiss. Sand.
A. Felsen. y- lusitanica Mariz.
a. Jasione humilis Lois. Sand.
y. maritima Wk. 3. a. Honkenya peploides (L.)
Sand. Ehrh. %. Sand.
a. Chamaemelum | maritimum Silene hirsuta Lag.
(L. Wk. O. Sand. B. sabuletorum Lk.
a. Statice Dodartii Gill. %. ©. Sand.
l'elsen. a. Silene maritima With. 3.
a. - occidentalis Lloyd. Sand.
%. Felsen. a. Dianthus gallicus P. 3. Sand.
am. Linaria supina (L.) Desf. a. Cochlearia danica L. ©.
ò. maritima Dub. 3. Felsen.
Sand. Iberis procumbens Lege.
Linaria caesia (Lag.) Dc. O. Sand.
286 l Moritz Willkomm.,
Außer den 7 endemischen Formen und einer aus Nordamerika einge-
schleppten Art gehören also 44 der gleichzeitig im Nord- und Westlitorale
vorkommenden Pflanzen der nordatlantischen Flora an und sind nur 5
gleichzeitig in dieser und der Mediterranzone zu Hause. Sämtliche zerfallen
in 7 ein- bis zweijährige und 17 perennierende Arten. 48 wachsen auf
Sandboden, 5 an Felsen und nur eine (h) auf salzigem Sumpfboden.
Die 18 gleichzeitig am Nord-, West- und Südlitorale vor-
kommenden Arten sind die folgenden (m bedeutet: Mediterranküsten) :
am. Spartina stricta Rth. 3L. m. Sempervivum arboreum L.
Schlamm, Lehm. , b. Felsen, Mauern.
m. Chaeturus fasciculatus (P.) m. Ononis serrata Forsk. ©.
Lk. ©. Sand, Felsen. Sand.
m. Desmazeria loliacea (R. S.) am. Lotus angustissimus L. ©.
Nym. ©. Sand. Sand.
am. Carex extensa Good. 9. am. Euphorbia Peplis L. ©.
Feuchter Boden. Sand.
(h) am. Atriplex Halimus L. b. a. - segetalis L.
Salz, Sand u. Sumpf. y- Uttoralis Lge. ©.
a. Artemisia crithmifolia L. 5. Sand.
sand. am. Euphorbia pubescens Vahl.
(h) + Cotula coronopifolia L. ©. ò. crispata Boiss. %.
Salzsümpfe. Strandsümpfe.
(h) a. Statice ovalifolia Poir. %. Erodium Salzmanni Del.
Strandsümpfe. ©. Sand.
m. Ammi Viznaga Lam. ©. eu. m. Glaucium luteum L. 3. Sand.
Thonboden. am. Tamarix gallica L. b. Sand.
Davon gehören also 7 Arten gleichzeitig der nord- und südatlantischen
(beziehungsweise mediterranen) Flora an, 5 der mediterranen und 3 der
nordatlantischen. Eine Art (Cotula coronopifolia) dürfte aus Brasilien ein-
geschleppt sein, 4 auch im 'Innern Europas heimisch, eine einzige ist ende-
misch. Nur 3 sind Halophyten, die meisten Sandpflanzen. Der Lebensdauer
nach gehören 9 zu den einjährigen, 5 zu den perennierenden Kräutern
und Gräsern, 4 zu den Holzpflanzen.
Folgende 6 Arten finden sich gleichzeitig im nördlichen und
südlichen Litorale:
am. Crypsis aculeata (L.) Ait. ©. (h) eu. Apium graveolens L. 3.
Sand. Feuchte salzige Plätze.
am. - schoenoides Lam, ©. am. Petroselinum peregrinum
Sand. Lag. ©. Felsen.
a. Trichonema Clusianum a. Raphanus maritimus L. ©.
Lge. 4. Sand. 4. Sand.
Folgende 7 Arten finden sich gleichzeitig im Nord- und Süd-
ostlitorale:
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 287
am. Asplenium marinum L. 3L. Heynh. %Æ. Salz-
Felsen. boden.
am. Koeleria villosa P. ©. am. Elymus arenarius L. %.
Sümpfe. Sand.
am. Glyceria maritima M. K. am. Ononis repens L. %. Sand.
%. Sand. (b) am. Lotus tenuifolius L. %. Salz.
(h) am. - festuciformis Sand.
Folgende 6 Arten kommen gleichzeitig im Nord-, West- und
Südostlitorale vor:
am. Phleum arenarium L. ©. 8. bracteosa (DC.) 5.
Sand. Felsen.
(h) eu. Aster Tripolium L. 9. Salz- am. Sagina maritima Don. ©.
sümpfe. Sand.
m. Seseli graecum DC. %. Sand. eu. Corrigiola litoralis L. ©.
m. Ruta chalepensis L. Sand.
Folgende 5 Arten finden sich gleichzeitig im Nord-, Süd- und
Südostlitorale:
m. Scleropoa maritima Lk m. Daucus maritimus Lam. ©.
Parl. ©. Sand. Felsen.
Atriplex laciniata L. ©. am. - gummifer Lam. ©.
Sand. Felsen.
m. Stachys maritima L.%. Sand.
Überblieken wir zum Schlusse noch einmal die geographische
Verbreitung derjenigen Arten des nördlichen Litorale, welche nicht zu
den in allen Küstenstrichen der Halbinsel vorkommenden gehóren, so sehen
wir, dass von den nicht endemischen 29 der nordatlantischen Flora ange-
hören, 34 gleichzeitig der nord- und südatlantischen beziehungsweise
mediterranen und nur 10 ihre eigentliche Heimat blos in der wirklichen
Mediterranzone haben. Endlich sind 7 über die Küsten und das Innere
Europas zerstreut. — In systematiseher Beziehung ist die Strand-
vegetation dieses Litorale aus Arten von 38 Familien zusammengesetzt, von
denen aber nur die Gramineen durch eine größere Artenzahl (27) reprä-
sentiert erscheinen. Nächst diesen sind die Compositen (mit 13), Cruci-
feren (mit 12), Chenopodiaceen und Umbelliferen (mit je 9), die Papiliona-
ceen (mit 7), die Plumbagineen (mit 6) am meisten vertreten, alle übrigen
mit weniger als 6 Arten.
Was endlich die Pflanzenformationen anbelangt, so kann von
solehen, wenigstens von geschlossenen, abgesehen von den kleinen aus
Tamarix anglica bestehenden Tamariskenengebüschen, welche hier und da
an den Ufern der Rias vorkommen, und den Strandwiesen, die aber nur
äußerst wenige wirkliche Strandpflanzen aufweisen, im nördlichen Litorale
kaum die Rede sein. Denn die meisten Pflanzenarten bilden wegen des
288 Moritz Willkomm.
Zerstreutvorkommens ihrer Exemplare und des Durcheinander von Reprä-
sentanten der verschiedensten Familien nur offene Formationen von keinem
bestimmt ausgesprochenen Charakter oder Habitus.
2. Vegetation des westlichen Litorale. Die 236 Strand-
pflanzen dieser Küstenzone zerfallen in 90 einjährige, 3 zweijährige, 98
perennierende Kräuter und Gräser, 29 Halbsträucher und 47 Sträucher,
nach ihrem Vorkommen in 166 Sandpflanzen, 18 Felsenpflanzen, 31 Halo-
phyten, 42 in nicht salzigen Sümpfen vorkommende und 10 auf anderen
Böden wachsende Pflanzenarten. Bezüglich der Verbreitung sind 47 Ar-
ten bisher nur im westlichen Litorale gefunden worden, während 57 gleich-
zeitig auch im südlichen, 33 auch im südlichen und südöstlichen und 8 bis-
her nur im westlichen und südöstlichen vorkommen. Von den gleichzeitig
auch im nördlichen, im nördlichen und südlichen , im nördlichen und süd-
östlichen sich findenden, sowie von den durch alle Strandzonen verbreiteten
Arten ist im vorhergehenden Abschnitte bereits die Rede gewesen.
Das westliche Litorale zeigt eine bei weitem größere Mannigfaltigkeit
von Strandbildungen, als das nördliche. Im Norden, längs der durch
tief landeinwärts sich erstreckende Rias charakterisierten Westküste Ga-
liciens treten fast überall steile Felsen bis unmittelbar an das Meer heran,
weshalb hier wohl nirgends eine Dünenbildung zu Stande gekommen ist
und sich nur im Hintergrunde der Rias ein sandiger mit Wiesen und (nicht
salzigen) Sümpfen abwechselnder Strand findet. Die Strandflora dieses
Abschnittes des Westlitorale ist daher arm, die oben erwähnten Felsen-
pflanzen finden sich vorzugsweise hier. Von der Mündung des Minho an
wird die Küste flach und bewahrt diese Beschaffenheit mit Ausnahme ein-
zelner Felsencaps südwärts bis gegen das felsige Vorgebirge St. Vincenz.
womit die Westküste endet. Fast überall erscheint diese Flachküste von
einem breiten sandigen Strand umgürtet und ist längs derselben auch
Dünenbildung häufig. Was sie aber vor der Nordküste besonders aus-
zeichnet, das ist das Vorhandensein ausgedehnter, aus salzhaltigem Schlamm
bestehender, von zahllosen Canälen durchzogener Strandsümpfe, welche
mit einer reinen Halophytenvegetation bedeckt sind. In noch großartigerer
Entwicklung finden sich dergleichen Strandsümpfe an dem westlichen,
ebenfalls vom atlantischen Meere bespülten Abschnitte der Südküste. Sie
werden überall zur Gewinnung von Seesalz durch Verdunstung benutzt
und von den Spaniern »Marismas«, von den Portugiesen »Marinhas« ge-
nannt. Die bedeutendsten Strandsümpfe der Westküste finden sich um
Aveiro, an den Ufern der inneren Bai von Lissabon, um Setuval und an
den Ufern des in die dortige Bai mündenden Flusses Sado.
Die 47 bisher nur im westlichen Litorale und auf den diesem
benachbarten kleinen Inseln aufgefundenen Strandpflanzen, wovon 31 ende-
mische (darunter 27 nur in Portugal vorkommende, in dem Verzeichnis mit
einem Sternchen bezeichnete), sind die folgenden :
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel.
x AgrostisfilifoliaLk.4.Sand.
Dactylis glomerata L. var.
x maritima Hack.
4. Sand.
a. Agropyrum elongatum Pal. B.
4. Sand.
acutum R. Sch. 4.
Sand.
Carex trinervis Desgland.
4. Sand.
x - Pulicaria microcephala
Lge. ©. Sand.
m. Soliva lusitanica Less. ©.
Sand. Wege.
+ Senecio pseudo-elegans Less.
©. Sand.
+ Cryptostemma calendula-
ceum R. Br. 4. Sand.
m. Calendula parviflora Raf. ©.
am. -
am.
Sand.
Ak - microphyllaLge.
©. Schlamm. Gerölle.
(h) eu. Centaurea amara L. 3. Sal-
zige Triften.
x Cirsium Linkii Nym. ©.
Triften.
^ Armeria arcuata Welw.
4. Sand.
* - Welwitschii
4. Sand.
cinerea Boiss.
Welw. b. Sand.
Berlengensis Dav.
4. Sand. Felsen.
Langeana Henr.
b. Sand.
(h) >X< Statice globulariaefolia Desf.
Salz. Sand.
- densiflora Girard.
var ok lusitanica Dav.
Æ. Felsen.
x Thymus WelwitschiiBoiss.
5. Sand.
Boiss.
* -
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd.
ul. vk WI e
289
x Thymus carnosus Boiss.
ke
-
am.
(h) >
5. Sand.
Mentha Requienii Bth. %.
Feuchte Plätze.
Lycopus laciniatus Rouy.
4. Salzsümpfe.
Myosotis Welwitschii B.
et R. ©. Feuchte
Plätze. .
Omphalodes Kusinskyanae
Wk. ©. Sand.
Scrophularia sublyrata
Brot. Æ. Sand. `
Linaria glutinosa Hffgg.
Lk. ©. Sand. Felsen.
- Welwitschiana
Rouy. b. Sand.
- BroteriRouy. ©.
Sand.
- Ficalhoana
Rouy. ©. Sand.
a. Anagallis crassifolia Thore.
4. Sand.
- parviflora
Hifeg. Lk. ©. Sand.
Erythraea portensis
Hffeg. Lk. ©.
Feuchte Plätze.
Heracleum Sphondylium L.
8. macrocarpum Lge.
©. Felsen.
Spergularia rupestris Leb.
Æ. Felsen.
Ononis Hackelii Lge. ©.
Sand.
- Broteriana DC.
O. Sand.
Ulex spectabilis Webb.
b. Steinige Küsten.
Euphorbia uliginosa
Welw. %. Strandsümpfe.
- telraceras
Lge. ©. Sand.
19
290 Moritz Willkomm.
+ Oxalis purpurea Jequ. ©.
Bebauter Boden.
+ - Martiana Zuec. ©,
Bebauter Boden.
Raphanus microcarpus
Lge. ©. Sand.
X< Jonopsidium acaule Wehb.
©. Mauern. Schutt.
m. Reseda lutea L. x Arabis lusitanica Boiss.
y. maritima Mill. %. (X. Sand. Wüste
Sand. Felsen. Plätze.
Überaus auffallend ist in diesem Verzeichnis die große Anzahl ende-
mischer Arten (31), von denen 27 blos in Portugal vorkommen. Alle diese
Arten gehören folglich der südatlantischen Flora an, wie auch die beiden
mit X bezeichneten, welche früher nur aus dem nordwestlichen Afrika
(Maroeco) bekannt waren. Drei Arten (am) sind gleichzeitig Bürger der nord-
atlantischen und mediterranen Flora, 4 (m) im mediterranen Europa, 2 (a)
an den nordatlantischen und Nordseeküsten heimisch, die 4 mit + bezeieh-
neten vom Kap und Madera eingeschleppt. Der Lebensdauer nach zer-
fallen diese 47 Arten in 20 einjährige, 4 zweijährige, 24 ausdauernde
Kräuter und Gräser, 4 Halbsträucher, 4 Großstrauch, dem Vorkommen nach
in 34 Sandpflanzen, 2 Felsenpflanzen, 4 Halophyten (3 in den Strand-
sümpfen) und 7 auf anderen Bóden vorkommende Arten.
Die 57 gleichzeitig dureh das westliche und südliche Litorale
verbreiteten Arten, wovon die Hälfte (29) endemische (darunter 9 nur in
Portugal, nämlich am Strande von Algarbien vorkommende), sind die fol-
genden:
a. Equisetum trachyodon A. Br. m. Artemisia arborescens L. b.
+. Sand. Sand.
m. Scolopendrium Hemionitis m. Perideraea fuscata Brot. ©.
Lag. Rodr. %. Felsen. Feuchter Sand.
am. Ephedra fragilis Desf. >. x Centaurea lusitanica B.
Felsen. Sand. et R. 3. Sand. Kalk-
>< Agrostis gaditana B. et R. hütten.
+. Sand.
m. Vulpia Alopecurus Lk. ©.
Centaurea polyacantha
W. %. Sand. Felsen.
Sand x - vicentinaWelw.
EN X. Sand. Steinige
(b) m. Triglochin Barrelieri Lois. Plätze.
4. Feuchter salz. Sand. x Carduus monanthus Hffgg.
(b) am. Atriplex litoralis L. ©. Salz. Lk. ©. Sand.
Sand.
Armeria pinifolia R. Sch.
(b) Aster longicaulis Duf. 4. nm. Sand.
Strandsümpfe. - pungens R. Sch.
Helichryson serolinum Boiss. 5. Sand.
3. intermedium Lge. m. - fasciculata W. >.
5. Sand. Sand.
*
(h) am.
>
am.
. Stalice sinuala L.
Statistik der Straud- und Stgppenvegetation der iberischen Halbiusel.
Armerianeglecta Gird. 3.
Sand.
- Rouyana Dav. 5.
Æ. Sand.
- — lychnidifolia Givd. %.
Sand.
Welwitschii
Boiss. 5. Sand.
- capitellatus Htlge.
Lk. 5. Sand.
Teucrium scordioides Schreb.
4. Strandsümpfe.
Scrophularia canina L. %.
Thymus
y. baetica Boiss. Sand.
Linariapedunculata Spr.
©. Sand.
- Lamarckii Rouy.
4. Sand.
- cirrhosa (L.) W.
©. Sand.
Bartschia aspera ` Brot.)
Lge. 23. Sand. Felsen.
Cistanche lusitanica Hffgg.
Lk. %. Salz. Sand.
Erythraea latifolia Sm.
8. tenuiflora Hifgg.
Lk. ©. Strand-
sümpfe.
Cynanchum acutum L. 3.
Salz. Sand.
Eryngium corniculatum
Lam. %. Strand-
sümpfe.
Pimpinella villosa Schousb.
©. Sand.
Lotus arenarius Brot. ©.
Sand.
Trifolium maritimum Huds.
©. Feuchter Sand.
m.
m.
\/
n.
291
Ononis aggregata Asso.
8. Picardi (Boiss.) O.
Sand.
Ononis diffusa Ten. ©. Sand.
Retama monosperma (L.\
Boiss. b. Sand.
Ulex Welwitschianus
Planch. b. Sand.
Calycotome villosa Lk. D.
Sand.
Lupinus hirsutus L. ©. Sand.
Euphorbia baetica Boiss.
Æ. Sand.
. Corema album (L.) Don. b.
Sand.
Erodium Salzmanni Del.
©. Sand.
Halimium Libanotis (L.)
Lge. 5. Sand.
- multiflorum (Salzm.)
Wk. 5.
Tuberaria bupleurifolia
(Lam.) Wk. ©. Sand.
Malcolmia lacera (L.) DC.
O. Sand.
Brassicaoxyrrhina Coss.
Sand.
©. Sand.
- sabularia Boiss.
©. Sand.
Fumaria agraria Lag. ©.
Sand.
am. Reseda alba L. O. ©. Sand.
m.
Ranunculus Broteri Freyn.
3. Sümpfe.
- adscendens
Brot. 4. Sümpfe.
Clematis cirrhosa L. 3.
Hecken.
Neben den endemischenArten, die auch hier die hervorragendste Rolle
spielen, sind die eigentlich mediterranen (13) am zahlreichsten vertreten.
Nächst diesen erscheinen die nordafrikanischen, d. h. in Marocco und Al-
gerien heimischen (7) und die gleichzeitig die atlantische und Mittelmeer-
]9*
292 Moritz Willkomm.
zone bewohnenden Arten (6) in bemerkenswerter Anzahl. Eine Art (a)
bewohnt gleichzeitig die nordatlantische Zone, eine andere (az) die Azoren.
Hinsichtlich der Lebensdauer gehören 20 zu den einjährigen, 23 zu den
perennierenden Kräutern und Gräsern, 9 zu den Halbsträuchern und 6 zu
den Sträuchern. Bezüglich des Vorkommens wachsen 44 auf Sandboden
oder vorzugsweise auf solchem, 2 nur an Felsen, 8 als Halophyten auf
salzigem Boden (vorzugsweise in den Strandsümpfen), 3 an anderen Örtlich-
keiten.
Folgende. 33 Arten finden sich gleichzeitig im westlichen,
südlichen und südöstlichen Litorale:
m. Agrostis maritima Lam. %. (b) am. Trírago viscosa (L.) Stev.
Sand. ©. Salz. Wiesen.
m. Stipa tortilis Desf. ©. Sand. m. Lotus creticus L. 5. Sand.
m. Cyperus distachyos All. 93. m. - commutatus Goss. 5.
Sümpfe. Sand.
m. - A rotundus L. 3. Sand. m. Ononis hispanica L. fil. 5.
m. Juncus subulatus Forsk. %. Sand.
Sümpfe. am. - ramosissima Desf.
(h) am. Suaeda fruticosa Forsk. b. d Sand.
Salzsümpfe. am. - Nutrix L.
a. major Boiss. 5. Sand.
(h) am. Salsola vermiculata L. 5. \
am. Euphorbia terracina L. ©.
Salz. Sand.
(h) m. Atriplex glauca L. 5. Salz- am. ` Sand llis L a
sümpfe. E
, , Sand.
Helichryson Stoechas L. . m. Silene littorea Brot. ©. Sand.
P. caespitosum Wk. m. - nicaeensis Al. ©. Sand.
l bk Sand. (h) m. Frankenia pulverulenta L. ©.
m. Artemisia coerulescens L. b. Salzsümpfe.
Sand. m. Halimium halimifolium (L.\ Wk.
(h) am. - gallica W. 5. Salz- 5. Sand.
sümpfe. m. Malcolmia parviflora DC. ©.
m. Senecio Cineraria DC. 5. Sand.
Felsen. m. Matthiola sinuata (L.) R. Br.
m. Centaurea sphaerocephala L. ©. ©. Sand.
^. Sand. m. Lobularia maritima (L.) Derv.
(h) m. Statice ferulacea L. %. 5. Sand.
Strandsümpfe. m. Brassica Tournefortii Gou. ©.
(h) m. - echioides L. ©. Salz. Sand.
Sand. m. Hypecoum grandiflorum Bth.
m. - confusa Gr. Godr. 3. O. Sand.
Von diesen Pflanzen, unter denen nur eine einzige eine endemische ist,
sind die meisten (24)echt mediterrane Arten und nur 7 gleiehzeitig durch die
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 293
atlantische Zone verbreitet. Der Lebensdauer nach gehören 10 zu den ein-
jährigen, eine zu den zweijährigen, 7 zu den ausdauernden Kräutern und
Grüsern, 12 zu den Halbsträuchern, 2 zu den Sträuchern. Außer 7 Halo-
phyten, 2 Sumpf- und 4Felsenpflanze sind alle übrigen Sandpflanzen.
Die 8 Arten, welche gleichzeitig im westlichen und südóst-
lichen Litorale vorkommen, sind:
am. Agropyrum pungens R. Sch. 3. Armeria latifolia W. 4.
Sand. Sand.
m. Scirpus mucronatus L. ©. m. Statice densiflora Guss. %.
Sümpfe. Felsen.
am. Cladium Mariscus R. Br. %. am. Polycarpon tetraphyllum L.
Sümpfe. y. diphyllum Lam. ©. Sand.
m. Juniperus umbilicata Godr. b. m. Malcolmia maritima (L.) R. Br.
Sand. ©. Sand.
Vergleichen wir die Strandpflanzen des westlichen Litorale mit denen
des nördlichen bezüglich ihrer geographischen Verbreitung, so
ergiebt sich, dass, je weiter wir an der Westküste der Halbinsel südwärts
hinabgehen, die Zahl der endemischen Arten und eigentlichen Mediterran-
pflanzen immer mehr, zunimmt. Im Ganzen beträgt jene 61, diese 43 (gegen
40 des Nordlitorale), während nur 15 gleichzeitig der atlantischen und
mediterranen Zone angehören (gegen 31 des Nordlitorale). Zugleich be-
ginnen im Westlitorale die afrikanischen Arten, d. h. diejenigen, welche
im westlichen Nordafrika ihre eigentliche Heimat haben, aufzutreten (7
Arten). Zu diesen dürfte in späterer Zeit manche der jetzt für endemisch
geltenden Arten dieser Strandzone hinzukommen. — In systematischer
Beziehung gehören die Strandpflanzen der Westküste 32 verschiedenen
Familien an. Abgesehen von den durch alle Küstenzonen verbreiteten
Arten sind unter den übrigen die Compositen am stärksten, nämlich mit
22 Arten repräsentiert, nächst diesen die Plumbagineen (mit 19), die Papi-
lionaceen mit (16), die Serophulariaceen und Cruciferen (mit je 11), die
Gramineen (mit 9), die Labiaten (mit 7), die Euphorbiaceen (mit 6), die
Cyperaceen (mit 5), die Chenopodiaceen und Cistineen (mit je 4). Höchst auf-
fallend ist die große Anzahl von Plumbagineen, insbesondere der Arten von
Armeria (M1), wobei bemerkt sein mag, dass diese Gattung überhaupt
unter allen Ländern Europas auf der iberischen Halbinsel in größter Arten-
zahl auftritt.
Unter den Pflanzenformationen des westlichen Litorale ist die
schon oben erwähnte der salzigen Strandmoräste(Marinhas) die eigenartigste.
Dieselbe ist zusammengesetzt wie folgt. Den Hauptbestandteil bilden
folgende Sträucher und Halbstráucher: Atriplex Halimus L., A. glauca L.,
Suaeda frulicosa Forsk., Salicornia fruticosa L., Inula crithmoides L.,
Artemisia gallica W., sowie die perennierenden Stauden Obione portula-
coides Moq., Aster Tripolium L. und A. longicaulis Duf., Statice ovalifolia
294 Moritz Willkomm.
Poir., virgata W. und Limonium L. Dazwischen und darunter wachsen
Scirpus maritimus L., Juncus acutus L., Triglochin maritimum L. und
Barrelieri Lois., Statice ferulacea L., Lycopus laciniatus Rouy, Eryngium
corniculatum Lam., Euphorbia uliginosa Welw., sowie die einjährigen
Arten: Suaeda maritima Dum., Atriplex litoralis L., Salicornia herbacea L.,
Cotula coronopifolia L., Erythraea latifolia Sm. var. tenuiflora Hffgg. Lk.,
Frankenia hirsuta L. und pulverulenta L.
3. Vegetation des südlichen Litorale. Von den 387 Strand-
pflauzenarten dieser Küstenzone sind 166 einjährige, 42 zweijährige und
125 perennierende Gräser und Kräuter, 52 Halbsträucher, 34 Sträucher
und 4 Art ein Baum (Pinus Pinea L.). Dem Vorkommen nach zerfallen
sie in 264 Sandpflanzen, 43 Felsenpflanzen, 44 Halophile, 34 Sumpfpflanzen
und 8 auf anderem Boden wachsende Arten. Hinsichtlich der Verbrei-
tung sind 482 bisher nur in diesem Litorale aufgefunden worden, während
61 auch durch das südöstliche und 58 (s. oben) auch durch das westliche
verbreitet sind. Von den gleichzeitig auch im Nordlitorale, im Nord- und
West-, im Nord- und Südost-, im West- und Südostlitorale auftretenden
ist in den Abschnitten 1. und 2. bereits die Rede gewesen.
Bezüglich der Strandbildungen stimmt das südliche Litorale mit
dem westlichen so ziemlich überein. Aber die Strandsümpfe erreichen hier
eine viel größere Ausdehnung wie dort, finden sich aber nur an der vom
atlantischen Ocean umsäumten westlichen Hälfte des Litorale, also zwischen
dem Cabo de S. Vicente und der Meerenge von Gibraltar. An der algar-
bischen Ktüste treten die Marinhas besonders an beiden Ufern der Ria von
Villanova de Portimäo, um Faro und Olhào und an den Rändern der Ria
von Tavira auf. Viel umfangreicher sind die Salzsümpfe, welche die Küste
Andalusiens von der Mündung des Guadiana bis gegen Huelva hin, die
Rias von Huelva und die Ufer der Bai von Cadiz, zwischen Puerto Real,
Chiclana und der Mündung des Canals Sancti Petri umsäumen. Sie alle
aber sind gering zu nennen im Vergleich zu der ungeheuren, Hunderte von
Quadratkilometer einnehmenden salzigen Sumpfniederung, welche sich
längs des rechten Ufers des untersten Guadalquivirlaufes von der Teilung
dieses Stromes im Süden Sevillas bis gegen Sanlucar de Barrameda hin-
zieht und par excellenee »La Marisma« genannt wird. Nicht minder groß-
artig ist die Sandwüste, welche sich zwischen der östlichen Ria von Huelva
und dem linken Ufer der Guadalquivirmündung, weit landeinwürts reichend
ausbreitet, längs der Küste zu mehreren Reihen colossaler Dünen an-
schwellend, welche unter dem Namen »las Arenas gordas« bekannt sind.
Ähnliche, doch minder hohe Dünen umsäumen die Küste Algarbiens zwi-
schen der Mündung des Guadiana bis gegen Olhào. Sonst ist die algarbische
Küste teils von einem flachen, sandigen Strande umgürtet, teils steil und
felsig, ja zwischen Lagos und Sagres eine wild zerklültete Felsenmauer.
Dasselbe gilt von den Gestaden der Meerenge zwischen dem Cap Trafalgar
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel, 295
und dem Golf von Gibraltar: nur wird diese Steilküste von der weiten
nicht salzigen Sumpfniederung der Campiña de Tarifa unterbrochen, welche
im Westen von Tarifa in mehrere Buchten bis an das Meer herantritt. Viel
einfórmiger bezüglieh der Strandbildungen ist die vom Mittelmeer bespülte
Osthälfte des Südlitorale, wo fortwährend sandige Strandstrecken ohne oder
mit geringer Dünenbildung und felsige Steilküsten mit schroffen Felsenkaps
aufeinander folgen. Salzige Sümple fehlen, dagegen erscheint die Küste
bei Motril zwischen Adra und Almeria und besonders zwischen dieser Stadt
und dem Cabo de Gata mit dürren Hügeln von Gyps, Mergel und Tertiär-
kalk, sowie mit Geschiebeablagerungen umsäumt, indem hier die Litoral-
steppe bis an die Gestade des Meeres herantritt, weshalb hier auch die
Steppenflora zur Strandflora wird oder sich mit letzterer mengt.
Es folgt nun die Aufzählung der 482 Strandpflanzen, welche bisher
nur im südlichen Litorale beobachtet worden sind:
am. Pinus Pinea L. b. Sand. >x< Culandia scleropoides Wk. ©.
m. Juniperus phoenicea L. Sand.
B. turbinata Parl. b. Sand. m. Scleropoa Hemipoa Pavl. ©.
m. Juniperus macrocarpa Sibth. Sand.
Sm. (h) m. Sphenopus Gouani Trin. ©.
B. Lobelii Parl. b. Sand. Salz. Sand.
> Ephedra gibraltarica Boiss. 5. m. Vulpia geniculata (W.) Lk.
Felsen. O. Sand.
m. Anthoxanthum ovatum Lag. ©. Festuca scaberrima Lge.
Sand. B. simplex Per. L. 3.
m. Chrysopogon Gryllus Trin. 3. Sand.
Felsen. m. Hemarthria fasciculata (Trin.)
Agrostis alba Schrad. var. Kth. 4. Sand.
Clementei Per. L. 4. m. Fimbristylis dichotoma (L.)
Sand. Vahl. ©. Sand.
Agrostis castellana B. et R. Trichonemapurpurascens Swt.
var. hispanica Hook. B. uliginosum Kze. 9.
4. Sand. Sumpfboden.
Gastridium laxum B. et R. m. Trichonema ramiflorum Swt.
©. Sand. 3.. Sand, Felsige Plätze.
m. Arundo Plinii Turr. 4. Sand. Iris albicans Lge. 4. Triften.
m. Triplachne nitens (Guss.) Lk. »« Narcissus viridiflorus Schousb.
O. Felsen. 4. Sand.
Avena hispanica Lge. 93. m. - niveus Lois. 9.
Sand. Sumpfige Triften.
Trisetum Dufourei Boiss. m. - polyanthus Lois. 3.
©. Sand. Desgleichen.
Trisetum lasianthum Per. m. Orchis tridentata Scop. 39.
L. ©. Sand. \ Desgl.
Moritz Willkomm.
m. Orchis saccata Ten. A. Des-
gleichen.
m. Juncus striatus Schousb.
B. diffusus Huet. 9.
Lachen.
m. Erythrostictus punctatus (Cav.)
Sibth. 4. Sand, steinige
Plütze.
m. Asphodelus cerasiferus J. Gay.
Thymelaea canescens Endl.
5. Sand.
- villosa (L.) Endl.
5. Sand.
Pterocephalus Broussonetii
Coult. %. Sand.
. Picnocomon rutaefolium (Vahl)
Hffgg. Lk. %. Sand.
Inula revoluta Hffm. Lk.
Æ. Sümpfe. ?.. Sand.
Allium gaditanum Per. L. . Lyonetia anthemoides (L.) Wk.
4. Sand. ©. Sand.
- rubro -vittatum Boiss. Leyssera capillifolla DC. ©.
Heldr. Sand.
B. occidentale Rouy. Helichryson decumbens Camb.
4. Sand. 3. compactum Lge. 5.
- subvillosum Salzm. 3. Felsen, Sand.
Sand. Helichryson Picardi B.etR.
Scilla monophyllos Lk. 2. 5. Sand.
Sand. Artemisia Gayana Bess. 5.
- peruviana L. %. Sand.
Sümpfe, Felsen. (h) m. Coleostephus hybridus (Guss.)
(h) > Anabasis articulata (Forsk.) Lge. Æ. Feuchter Salz-
Moon. 5b. Dürrer Salz- boden.
boden. x< Calendula stellata Cav. ©.
(h) = Haloxylon articulatum (Cav.) Felsen.
Moqu. 5. Desgleichen. >x< - suffruticosa 5.
(h) Salsola Webbii Moqu. b. Vahl. Felsen.
Desgleichen. m. Centaurea sphaerocephala L.
(h - papillosa Wk. s. 4. Sand.
Desgleichen. >x< Carduus myriacanthus Salzm.
(h) as. Kalidium foliatum (Pall.)Moqu. ©. Sand.
5. Salzige Plätze. - baeticus B. et R.
(h) m. Halostachys perfoliata (Forsk.) O. Sand.
Moqu. O. Marismas. m. Cichorium spinosum L. ©.
(h) Salicornia anceps Lag. 5. Dürre Plätze.
Geschiebe. Picridium gaditanum Wk.
(h) Beta diffusa Coss. ©. Sal- 4. Sand.
zige Plätze. - vulgare Desf.
-+ Achyranthes argentea Lam. 5. y. maritimum Boiss.
Felsen. +. Felsen.
>< Thesium humile Vahl. ©. Sonchus pustulatus Wk.
Sand. 5. Felsen.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 297
> Sonchus spinosus DC. 5.
Felsen.
>x< Hedypnois arenaria (Schousb.)
DC. ©. Sand.
B. dioica Per. L. Sand.
Crepis virens L. var. gadi-
tana Boiss. ©. Sand.
m. Andryala arenaria B. et R.
©. Sand.
integrifolia L. ©.
Sand.
m. Plantago Coronopus L.
ò. maritima Gr. Godr.
©. Sand.
- Serraria L.
m. -
B. hispanica Desne.
Æ. Sand.
Armeria Boissieriana Coss.
3.. Sand.
- macrophylla B.
et R. 4. Sand.
>< - baetica Boiss. %.
Sand.
- velutina Welw. 5.
Sand.
* - neglecta Gird. 4.
Sand.
* - litoralis Hffgg.
. Lk. 4. Dürre Hügel.
x< Statice spathulata Desf. 4.
Felsen.
m. Limoniastrum monopetalum
(L.) Boiss. b. Marismas.
Thymus tomentosusW. 5.
Sand.
algarbiensis Lge.
5. Sand.
Salvia triloba L. fil. var. Cal-
peana Deb. Daut. 5.
Felsen.
m. Stachys arenaria Vahl. %.
Sand.
(h) az. Myosotis maritima
Teuerium campanulatum
L. %. Triften.
- intricatum Lge.
5. Felsen.
x - resupinatum Desf.
©. Bebaut. Boden.
x - vicentinumRouy.
5. Felsen.
Echium gaditanum Boiss.
©. Sand.
Elizaldia nonneoides Wk.
O? Sand.
Hochst.
Steud. 1. Salzsümpfe.
Anchusa calcarea Boiss. %.
Sand.
Triguera Osbeckii (L.) Wk.
A. Sand.
zk Solanum Dillenii Schult. ©.
Sand.
(h) Lycium intricatum Boiss.
b. Salz. Sand.
Celsia sinuata Cav.C3. Sand.
Antirrhinum Charidemi
Lge. 5. Felsen.
Linaria bipartita (Vent)
W. ©. Sand.
spartea (L.)
B. praecox Mffgg.
Lk. O. Sand.
- linogrisea Hffgg.
Lk. O. Sand.
- nigricans
O. Sand.
- amethy stea Hffgg.
Lk. ©. Sand.
>< q. Broussonetii (Poir.)
O. Sand.
Munbyana B. et R.
O. Sand.
algarviana Chav.
©? Felsen.
Lge.
m.
m.
ih)
m.
m.
Moritz Willkomm.
Erythraea spicata P. ©. Ma-
rismas.
Apteranthes Gussoneana Mik.
%. Salz. Sand.
Periploca laevigata Ait. 5.
Gerölle.
Ferula tingitana Desf. %.
Felsen.
Hippomarathrum Bocconei
Boiss. 4. Sand.
- plerochlaenum
(DC.) Boiss. %. Felsen.
Umbilicus gaditanus Boiss.
I. Salz-Boden.
Paronychia argentea Lam.
B. mauritanica DC. %.
Sand.
Loeflingia gaditana B.etR.
©. Sand.
- hispanica L. ©.
Sand.
- micrantha B. et
R. ©. Sand.
Spergularia fimbriata Boiss.
%. Sand.
- purpurea P.
O. Sand.
Polycarpon tetraphyllum L.
B. alsinoides Gren. ©. Sand.
. Lythrum bibracteatum Salzm.
©. Sand.
Hippocrepis Salzmannı B. et
R. ©. Sand.
Ornithopus repandus Poir. ©.
Sand.
- sativus Brot. var.
isthmocarpus Coss.
©. Sand.
Astragalus edulis Dur. ©.
Sand.
- geniculatus Desf.
©. Felsen.
>x< Glycyrrhiza foetida Desf. 3.
Sand.
Vicia vestita Boiss,
B. tuberculata Wk. ©.
Sumpfboden.
Lathyrus amphicarpus
Brot. ©. Sand.
Ononis leucotricha Coss.
GO. Wüste Plätze.
- Bourgaei B. et R.
N, Sand.
x< (Cossoniana B. et R. ©. Sand.
- hirta Desf.
B. prostrata
Boiss. ©. Sand.
E filicaulis
Salzm. ©. Sand.
- Tournefortii Coss.
©. Sand.
- euphrasiaefolia
Desf. ©. Sand.
- virgata Kze. 5.
Sand.
Ulex canescens Lge.
B. sparsiflorus
Lge. b. Felsen.
- spartioides B. Will-
kommii Webb. bh.
Sand.
- Webbianus Coss. b.
Sand.
- Escayrasii Webb. b.
Wüste Plätze.
- erinaceus Webb. b.
Triften.
Catha europaea Webb. b.
Felsen.
m. Euphorbia akenocarpa Guss.
©. Sandfluren.
- gaditana Coss.
©. Sand.
- glebulosa Coss.
Dur. B. almeri-
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 299
ensis Lee, ©.
Sand.
Erodium Jacquinianum F. et
M. B. subacaule Boiss.
©. Sand.
+ Pelargonium inquinans Ait. b.
Sand.
Malva cretica L. 8. steno-
phylla Wk. ©. Sand.
m. Alsine procumbens (Vahl.) Fzl.
4. Sand.
>x< Arenaria emarginata Brot. ©.
Sand.
Cerastium Boissieri Gren.
8. gibraltaricum (Boiss.)
3. Felsen.
(h) Silene ad scendens Lag. ©.
Salz. Sand.
x - obtusifolia W. ©.
Felsen. Sand.
>x< - colorata Poir. B. lasio-
calyx Soy. Will. ©.
Sand.
- longicaulis Pourr.
©. Sand.
- divaricata Clem.
B. Willkommiana
J. Gay. ©. Sand.
- gibraltarica Boiss.
5. Felsen.
Frankenia Boissieri Reut.
5. Sand.
>= - Webbii B. et R. 5.
Sand.
Cistus Bourgaeanus Goss.
5. Sand.
- Clusii Dun. 8. prui-
nosusWk. 5. Felsen.
>x< Tuberaria echioides Lam.) Wk.
©. Sand.
Biscutella scutulata B. et
R. ©. Bebauter Boden.
Iberis gibraltarica L. 9.
Felsen.
>x< Notoceras bicorne Ait. a. cana-
rıense. ©. Dürre Abhänge.
Lobularia maritima Desv.
B. densiflora Lge. 95.
Sand.
>x< Lobularia lybica (Viv.) Webb.
5. Sand.
Erucastrum Pseudosinapis
Lge. ©. Sandhügel.
m. Diplotaxis viminea L. (DC).
6. praecox Lge.
©. Sand.
- siifoliaKze.O.
Sand.
m. Hypecoum procumbens L. ©.
Sand.
Fumaria sepium B. et R. ©.
Strandhecken.
x< Reseda propinqua R. Br. ©.
Sand.
th) - ramosissima Pourr
4. Salz. Sand.
Ranunculus leontinensis
Freyn. 3. Lachen.
- fucoides Freyn.
Desgl.
m. - sardous Critz.
B. tuberculatus Čelak. ©.
Sumpfboden.
Adonis baetica Coss. ©.
Bebauter Boden.
Delphinium peregrinum L.
B. longipes Boiss. ©. Sand.
Wie in der Strandflora des westlichen Litorale überrascht in dieser
viel reicheren die große Menge der endemischen Arten und Formen (94),
welche mehr als die Hälfte sämtlicher Arten bilden. Von diesen sind 8
(mit x bezeichnet) bisher nur in Portugal (im Litorale Algarbiens) gefunden
300 Moritz Willkomm.
worden. Nicht minder auffallend ist die Zahl der afrikanischen Arten (47),
d. h. derjenigen, welche ihre Heimat in Nordafrika (insbesondere in Marocco
und Algerien) zu haben scheinen. Deren Zahl vermehrt sich aber noch, da
von den 41 mediterranen Arten die Hälfte die westliche Hälfte der Medi-
terranzone, folglich ebenfalls Nordafrika mit bewohnt. Da nun alle diese
Arten samt der Mehrzahl der endemischen innerhalb des Mittelmeerbeckens
zu Hause sind, so gehören die bisher nur im Südlitorale der Halbinsel ge-
fundenen Strandpflanzen dieses Landes größtenteils der Mediterranflora,
in pflanzengeographischer Hinsicht aber sämtliche dem Bezirke der süd-
atlantischen Flora an. Eine Art (am) kommt gleichzeitig in dieser und der
eigentlichen Mediterranzone vor, eine (az) stammt von den Azoren, eine
(as) aus Innerasien, 2 (+) sind vom Cap eingeschleppt. — Der Lebensdauer
nach finden sich unter diesen Pflanzen 73 einjährige, 7 zweijährige, 60 per-
ennierende Gräser und Kräuter, 29 Halbsträucher, 19 Sträucher und
| Baum. Nach dem Vorkommen zerfallen sie in 113 Sandpflanzen, 30
Felsenpflanzen, 17 Halophyten, 16 Sumpfpflanzen und 6 auf anderem
Boden wachsende.
Folgende 61 Arten sind dem Süd- und Südostlitorale gemeinschaftlich :
Juniperus macrocarpa Sibth. (h) Arthrocnemon macrostachyum
Sm. b. Sand. Moris. 5. Marismas.
+ Imperata cylindrica (L.) P. B. (h) Beta Bourgaei Goss. ©. Salz.
+. Sand. Sand.
Psamma australis Mab.9..Sand.
Sporobolus pungens Kith. 93.
Sand.
Aeluropus litoralis (W.) Presl.
4. Sand.
Vulpia Michelii Rchb. ©. Sand.
Lolium strictum Presl. 8. mari-
timum Godr. ©. Sand.
Cyperus schoenoides Gris. %.
Sand.
Aloë vulgaris Lam. 5. Steinige
Plätze.
Cynomorium coccineum L. 9.
Sand (Parasit).
(h) x< Halogeton sativus (L.) Moqu. ©.
Salz; Thon- u. Kalkboden.
(h) x< Salsola longifolia Forsk. b. dsgl.
(h) Suaeda splendens Gr. Godr. ©.
Salziger Sand.
(h) Suaeda altissima (L.) Pall. ©.
desgl.
Thymelaea hirsuta (L.) Endl.
b. Sand.
Artemisia arborescens L.
Sand, Felsen.
Anthemis maritima L. 3.. Sand.
Centaurea Seridis L. 8. mari-
tima Lge. 3. Sand.
Centaurea sonchifoliaL. %.Sand.
Kentrophyllum arborescens
Hook. b. Dürrer Boden.
Picridium vulgare Desf. B.
crassifolium Wk. 4.
Felsen.
Ambrosia maritima L. ©. Sand.
Cucumis Colocynthis L. ©. Sand.
(h) Plantago crassifolia Forsk. %.
Sand.
Statice Thouini Viv. ©. Sand.
Lavandula dentata L. 5. Felsen.
(b) Lippia nodiflora Richd. ©. Sal-
zige Sumpfstellen.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 301
Echium maritimum W .O .Sand.
- plantagineum L. ©.
Sand.
- calycinum Viv.©.Sand.
- creticum L. ©. Sand,
Glycyrrhiza glabra L. 4. Sand.
Astragalus sesameus L. ©.
Sand.
- massiliensis Lam.
5. Felsen.
Thon. Physanthyllis tetraphylla (L.)
(h) Cressa cretica L. ©. Salz. Boiss. ©. Sand.
_ P frutescens v ; Medicago truncatula Gärtn. ©.
va fr ns Pauq. b. Sand.
Felsen. | - disciformisDC. C .Sand.
(h) Physalis NM (Os Sal- Trigonella monspeliaca L. ©.
ziger Boden. Sand.
B fete L. ©. Schutt, Ononis variegata L. ©. Sand.
. n. . "n
log Haenseleri Bet R (h) Linum maritimum L. 3. Salz.
O Sand p et n. Sumpfboden.
(h) Mesembrianthemum nodiflorum < Silene amantis Dest. ©.
Sand.
L. ©. Salz- u. Thonboden.
(h) - erystalli-
num L. ©. desgl.
(h) x< Aizoon hispanicum L. ©. desgl. ©. Sand.
Orlaya maritima (L.) Koch. ©. Matthiola parviflora (Schousb. )
Sand. R. Br. ©. Sand.
- tricuspidata (L.) R.
- cerastioides L. ©. Sand.
Malcolmia africana (L.) R. Br.
Corrigiola telephiifolia Pourr.
©. Sand. Br. ©. Sand.
Paronychia echinata Lam. ©. Succowia balearica L. ©. Felsen.
Sand. Brassica Tournefortii Gou. ©.
Hedysarum capitatum Desf. 8. Sand.
pallens Wk. ©. Sand.
Alle diese Pflanzen, unter denen nur 6 endemische Formen sich be-
finden, sind echte Mediterranpflanzen, 5 (x<) bisher nur in Spanien und
Nordafrika aufgefunden worden, diese, wie manche andere (z. B. Aloe vul-
garis, Lippia nodiflora, Mesembrianthemum crystallinum) auch bis nach den
canarischen Inseln verbreitet. Eine (+), obwohl im ganzen Mittelmeer-
becken heimisch, dürfte aus den Tropenländern eingewandert sein. —
Bezüglich der Lebensdauer zerfallen diese Pflanzen in 36 ein- oder ein- bis
zweijährige, 14 ausdauernde Arten, 5 Halbsträucher und 6 Sträucher, nach
dem Vorkommen in 39 Sandpflanzen, 5 Felsenpflanzen, 1& Halophyten und
3 anderer Standórter.
Verglichen mit der Strandflora des westlichen Litorale fällt in der-
jenigen des südlichen namentlich die große Anzahl »afrikanischer Arten«
(47 gegen 7 der Westküste) auf. Die endemischen Arten erreichen in dieser
Strandzone ihre höchste Ziffer (103, d. s. weit über !/, der Gesamtzahl,
302 Moritz Willkomm.
gegen 59, d. s. noeh nicht !/, der Gesamtzahl der Arten der Westküste). —
In systematischer Beziehung gehören die 387 Strandpflanzen der Süd-
küste (abgesehen von den durch alle Strandzonen der Halbinsel verbreiteten
zu 54 Familien, unter denen die Papilionaceen (45 Arten) und Compositen
(42) am stärksten repräsentiert sind. Dann folgen die Gramineen (33),
iruciferen (24), Chenopodiaceen und Plumbagineen (je 20), die Serophu-
lariaceen (16), Labiaten (13), Umbelliferen (14), Euphorbiaceen und Sile-
neen (je 10), Paronychiaceen (9), Liliaceen, Asperifolieen und Ranuncula-
ceen (je 8), Cistineen (7), Solanaceen (6), Cyperaceen und Irideen (je 4).
Alle übrigen Familien sind nur durch 1—3 Arten vertreten. — Was die
Pflanzenformationen betrifft, so besitzt das Südlitorale deren fünf von
charakteristischer Physiognomie, nämlich: 4. die Formation der Marismas,
welche hier, wie schon oben bemerkt, viel entwickelter und zugleich noch
artenreicher ist!) als im Westlitorale, 2. die Formation des Strand waldes,
gebildet von Pinus Pinea (an der Küste Algarbiens, an der Mündung des
Guadalquivir und an den Ufern der Bai von Cadiz), 3. die Wachholder-
formation, bestehend aus Juniperus phoenicea B. turbinata und J. macro-
carpa (an der Mündung der Ria von Huelva und zum Teil in den Arenas
gordas), 4. die Retamaformation, gebildet von Retama monosperma (auf
dem Isthmus von Cadiz, an der Mündung des Guadalquivir und an der al-
garbischen Küste zwischen Tavira und Faro), 5. die Asphodelenformation,
welche die weite Sumpfniederung der Campiña de Tarifa bedeckt.
4. Vegetation des südöstlichen Litorale. Unter den 232
Pflanzenarten dieses Litorale befinden sich 90 einjährige, 4 zweijährige,
91 perennierende Gräser und Kräuter, 33 Halbsträucher, 13 Sträucher und
| Baum. Dem Vorkommen nach zerfallen sie in 132 Sandpflanzen,
40 Felsenpflanzen, 46 Halophyten, 5 Arten auf nicht salzigem Sumpf- und
9 Arten auf anderem Boden wachsende Pflanzen. Hinsichtlich der Ver-
breitung gehören 69 Arten diesem Litorale allein an, während die anderen
durch die übrigen Litorale verteilt sind, wie in den drei vorhergehenden
Abschnitten erórtert worden ist.
Vom Cabo de Gata bis zum Cabo de Palos ist fast kein Strand vor-
handen, da hier eine schmale zerklüftete, bis ins Meer abstürzende Felsen-
mauer die Küste umgürtet. Dann folgt bis Alicante eine Flachküste mit
sandigem Strande und Dünen, worauf wieder eine felsige Steilküste be-
ginnt, die sich bis Denia erstreckt. Von hier an bis zum Ebrodelta erscheint
die Küste fast immer mit einem breiten Sandstrande eingefasst. In dem
weit in das Meer vorspringenden, aus salzigem Schlamm und Sand be-
stehendem, von zahlreichen Ganälen durchzogenem Delta treten noch einmal
4) Es fehlen den Marismas der Südküste zwar einige Arten der Westküste (Eryngium
corniculatum, Euphorbia uliginosa u. a.), dafür gesellen sich aber zu denen des Westens
Halostachys perfoliata, Arlhrocnemon macrostachyum und Limoniastrum monopetalum,
welche eine hervorragende Rolle spielen, nebst mehreren anderen,
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 303
Marismas in bedeutender Ausdehnung auf. Weiter nordwärts ist die Küste
wieder großenteils von einem sandigen Strande umsäumt, worauf dieselbe,
von Blanes an, wieder steil und felsig wird, bis sie jenseits des Golfs von
Rosas abermals zu einer zerrissenen Felsenmauer wird, welche die Halb-
insel des Cabo de Creuz umgiebt und bis Port Vendres reicht. Eine Eigen-
tümlichkeit der Südostküste sind die in ihren sandigen und schlammigen
Niederungen eingeschlossenen Strandseen, unter denen die Albufera bei
Valencia und das Mar menor im Osten von Cartagena die größte Ausdehnung
besitzen.
Die 69 dem Südostlitorale eigentümlichen Strandpflanzen sind die
folgenden :
m. Pinushalepensis Mill. b. Sand, Centaurea dracunculifolia
Felsen. Duf. 4. Sand.
m. Ephedra distachya L. 5. Felsen. Carduncellus dianius Webb.
>< Ammochloa subacaulis Bal. ©. +. Felsen.
Sand. >x< Microrrhynchus nudicaulis
m. Polypogon subspathaceus Requ. (L.) Less. 4. Wüste Plätze.
(2. Sand. m. Sonchus maritimus L. 9.
(h) m. Scirpus mucronatus L. 3. Feuchte Plätze.
Strandsümpfe. - Dianae Lac. 5. Fels.
m. - parvulus R. Seh. ©. Picridium prenanthoides
Strandwiesen. Rouy. ©. Felsen.
m. Iris maritima Mill. %. Sand. (h) m. Zollikoferia resedifolia Coss.
m. - pumila L. var. lutea Rchb. 4. Salzboden.
+. Felsen. m. Galium maritimum L. ©.
m. - lutescens Lam. 3 Felsen. Strandhügel.
am. Narcissus intermedius Lois. m. Armeria ruscinonensis Gird.
Æ. Felsen. Æ. Felsen.
(b) eu. Kochia scoparia (L.) Schrad. (h) m. Statice articulata Lois. 9.
©. Feuchter Salzboden. Salz. Sand.
m. Coryspermum hyssopifolium (h m. - delicatula Gird. 3.
L. O. Sand. Salzsümpfe.
(h) eu. Rumex maritimus L. ©. m. - bellidifolia Gou. 3L.
Sümpfe, Ufer. Sand.
(h) > Filago mareotica Del. ©. Salz. (hm. - duriuscula Gird. y.
Sand. procera Wk. 3-.Salzboden.
m. Helichryson decumbens Camb. - Dufourei Gird. %.
5. Felsen. Sand.
Senecio Auricula Boiss. Q. (h) - Girardiana Guss. %.
major Rouy. %. Felsen. Salz. Sand.
Centaurea Jacobi Duf. 4. Thymus Webbianus Rouy.
Sand. 5. Felsen.
304 Moritz Willkomm.
Thymus valentinus Rouy. 5. m. Peganum HarmalaL. 3. Sand,
desgl. Schutt.
- micromerioides (h) < Zygophyllum Fabago L. 4 Salz,
Rouy. 5. Felsige Plätze. Schutt.
m. Echium arenarium Guss. ©. (zs - album L. 5. Salz, Sand.
Sand. th) m. Fagonia cretica L. ©. Wüster
m. - italicum L. ©. Sand. Salzboden.
+ Heliotropium curassavicum L. (h) > Herniaria fruticosa L. 5. Salz,
4. Sand. Felsboden.
+ Ipomoea sagittata Desf. 4. m. Erodium littoreum Lém. ©.
Gräben, Röhricht.
>< Odontites purpurea (Desf.) Don.
Sand.
Polygala exilis DC. B. gra-
O. Sand. cillima Wk. O. Sand.
Anagallis collina Schousb. m. Lavatera olbia L. 5. Sümpfe,
var. hispanica Wk. 4. Ufer.
Sand. Silene hifacensis Rouy. 3.
m. Gomphocarpus fruticosus (L. Felsen.
R. Br. 5. Ufer. x< Helianthemum Caput felis
am. Echinophora spinosa L. 3. Boiss. 5. Dürre Kalk-
Sand. hügel.
Orlaya Bubania Phil. ©. m. Raphanus Landra Mor. 9.
Sand. Bebauter Boden.
Ferula hispanica Rouy. 4. Biscutella montana Cav. 5.
Felsen. Felsen.
m. Sedum anopetalum DC. 9. - laevigata L. B. lati-
Sand. folia Wk. %. Felsen.
m. Polycarpon peploides DC. %. Matthiola lunata DC. ©.
Felsen. Sand, Schutt.
Hippocrepis fruticosa Rouy. m. Brassica Robertiana J. Gay.
var. valentina (Boiss.) 5. Felsen.
5. Felsen. Diplotaxis maritima Rouy.
m. Hymenocarpus circinnata (L.) 4. Felsen.
Savi. Sand. - virgata DC. B.
m. Euphorbia dendroides L. b. platystylos Wk.O.Sand.
Felsen. Pendulina Webbiana WK. ©.
m. - pithyusa L.3.. Sand. Felsen, dürres Gerölle.
Auch in diesem Verzeichnisse überwiegen die echten Mediterran-
pflanzen (31 Arten), von denen die meisten durch, das südliche Europa ver-
breitet sind. Nächst diesen treten die endemischen Arten und Formen in
größter Zahl (22) auf, beinahe !/, der Gesamtzahl bildend, während nur 8
der südatlantischen Zone, beziehungsweise Nordafrika angehören (X) und
2 (am) auch an der atlantischen Küste Westeuropas vorkommen. Von den
mit + bezeichneten ist Heliotropium curassavicum sicher aus Westindien,
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 305
lpomoea sagittata, welche zuerst in Nordafrika gefunden wurde, wahr-
scheinlich aus Nordamerika eingeschleppt. — Der Lebensdauer nach zer-
fallen diese Strandpflanzen in 16 einjährige, 4 zweijährige, 36 peren-
nierende Gräser und Kräuter, 12 Halbsträucher, 3 Sträucher und 4 Baum,
nach dem Vorkommen in 26 Sand-, 25 Felsenpflanzen, 13 Halophyten und
5 an anderen Standorten wachsende.
Vergleichen wir schließlich die gesamten Strandpflanzen des südöst-
lichen Litorale mit denjenigen der übrigen Strandzonen, so finden wir,
dass 131, d. i. weit mehr als die Hälfte, der Flora des Mittelmeerbeckens
angehören, und nur 13 der südatlantischen, während 50 gleichzeitig in der
nordatlantischen und mediterranen vorkommen, und dass ferner die Zahl
der endemischen (34) wenig größer ist als im Nordlitorale. Und zwar
nehmen die endemischen Arten in der Richtung von SW nach NO ab. —
In systematischer Hinsicht gehören die 232 Strandpflanzen der Südost-
küste zu 46 Familien, unter denen am stärksten vertreten sind: die Compo-
siten (mit 27 Arten), die Gramineen (mit 23), die Cruciferen (mit 22), die
Chenopodiaceen und Papilionaceen (mit je 20) und die Plumbagineen (mit
45). Durch 9 Arten sind vertreten die Cyperaceen, durch je 7 die Umbelli-
feren und Paronychiaceen, alle übrigen durch blos 4—4 Arten.
Außer der Formation der Marismas, welche noch einmal im Ebrodelta
entwickelt erscheint, besitzt die südöstliche Strandzone blos noch eine
charakteristische Pflanzenformation in den durch Pinus halepensis gebildeten
Strandwäldern der valencianischen und catalonischen Küste, welchen
Juniperus phoenicea und Oxycedrus nebst immergrünen Laubsträuchern als
Unterholz beigemengt zu sein pflegen. Hier und da tritt, wie auch längs
der mediterranen Südküste, die im Innern des Landes stark entwickelte
Formation der immergrünen Gebüsche (macquis) bis an den Strand heran,
doch ist diese eben keine entschiedene Strandformation.
Steppenvegetation.
In meinem Buche über die Strand- und Steppengebiete der iberischen
Halbinsel habe ich (S. 10) die Begriffe »Steppen« und »Steppenpflanzen«
sehr eng aufgefasst, nümlich unter ersteren nur die Salzsteppen verstanden,
d. h. jene Einöden, deren aus mehr oder weniger salzhaltigen Tertiär-
ablagerungen bestehender Boden der Dammerde eptbehrt, unter letzteren
nur die ausschließlich oder vorzugsweise auf solehem Boden vorkommenden
Halophyten. Die weitere Erforschung dieser Steppen hat aber ergeben,
dass eine große Anzahl entschiedener Steppenpflanzen auf gar nicht salz-
haltigem, sondern nur auf dürrem, sterilem Sand-, Lehm- und Kalkboden,
welcher wenige oder gar keine Dammerde enthält, oder auf nacktem Ge-
rölle und Geschiebe wächst und die im Wasser löslichen Salze (Koch- und
Glaubersalz) vorzugsweise in dem erdigen Gyps, in thonig-mergeligen und
lettigen Ablagerungen, sowie in den durch ein erdiges Bindemittel ver-
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 20
306 Moritz Willkomm.
bundenen Geschiebeconglomeraten enthalten sind. Dergleichen Steppen-
pllanzen finden sich teils ebenfalls nur innerhalb der Salzsteppengebiete,
teils auch außerhalb derselben, wo ähnliche Bodenverhältnisse vorhanden
sind, und das ist im Innern der Halbinsel in weiten Landstrecken der Fall.
Wollte man auf solche Gebilde, wo die Dammerde ebenfalls nur spärlich
vorhanden ist oder ganz fehlt, den Begriff der Steppe ausdehnen, so würde
ein sehr bedeutender Teil der Oberfläche der auf der Halbinsel so zahl-
reichen Plateaus zu den Steppen gerechnet werden müssen, z. B. die aus-
gedehnten, terrassierten, bis über 1200 m Seehöhe anschwellenden, óden,
dürren, baumlosen Plateaus, welche das centrale Tafelland von dem Ebro-
bassin scheiden. Dann müsste man auch eine der charakteristischsten
Pflanzenformationen Spaniens, die »Tomillares« (Labiatenhaiden), welche
in diesem Lande Hunderte von Quadratkilometern bedecken, den Steppen
zuzählen, denn der Boden dieser Tomillares ist ebenso dürr und arm an
Dammerde (meist Kalk- oder sandiger Lehmboden) wie in den Salzsteppen.
Das hieße jedoch meines Erachtens den Begriff der Steppe zu weit aus-
dehnen. Wohl aber geht aus den angeführten Thatsachen hervor, dass auf
der iberischen Halbinsel die Salzsteppengebiete an vielen Stellen unmerklich
in jene unwirtlichen, der landwirtschaftlichen Cultur wenig zugänglichen
Hinóden übergehen, deren dürrer, meist steiniger Boden vorherrschend
mit zerstreut wachsenden Halbsträuchern und Rhizomgewächsen bedeckt
erscheint. Außer den Salzsteppengebieten muss aber noch eine zweite
Form von Steppen auf der iberischen Halbinsel unterschieden werden, die
anderwürts viel groDartiger entwickelt erscheinen und welche ich in
meinem oben citierten Buche ganz unbeachtet gelassen habe, nämlich die
»Grassteppen«. Freilich lassen sich diese im Innern Spaniens ebenfalls
große Flächen einnehmenden Steppen nicht entfernt mit den im Frühlinge
vom üppigsten Kräuterwuchs bedeckten Steppen Südrusslands vergleichen,
da sie ebenfalls einen sehr magern Boden und eine dürftige Vegetation be-
sitzen. Diese bildet aber zugleich eine für die Halbinsel (wie für Algerien
und Marocco) höchst charakteristische Pflanzenformation, weil das Esparto-
gras (Halfa der Araber, Macrochloa tenacissima Kth.) deren hauptsächlich-
sten Bestandteil darstellt. Solche Grassteppen kommen teils innerhalb der
von mir unterschiedenen Salzsteppengebiete, teils außerhalb derselben
vor. Von ihnen soll hier nach den Salzsteppen noch besonders die Rede
sein.
Übersicht der Salzsteppengebiete. In meinem eitierten Buche
und auf der demselben beigegebenen Karte habe ich fünf große und mehrere
kleine Steppengebiete beschrieben und eingezeichnet. Seitdem hat sich
aber herausgestellt, dass nicht nur die fünf Hauptsteppen noch umfang-
reicher sind, als wie ich sie damals angegeben habe, sondern dass neben
den dort erwähnten auch noch andere existieren, nämlich ein ziemlich
großes in der catalonischen Provinz Lerida und zwei kleinere in Altcastilien
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel, 307
(zwischen Valladolid und Medina de Rioseco) und Leon (in S. von Benavente).
Bis jetzt sind daher folgende große und kleine Steppengebiete bekannt:
1. Die eatalonische Steppe, 2. die iberische oder aragone-
sische Steppe, 3. die altcastilische und leonesische Steppe, 4. die
neucastilische oder centrale Steppe, 5. die Litoral- oder mediter-
rane Steppe, 6. die granadinische oder hochandalusische Steppe,
1. die Steppe von Jaén, 8. die bütische oder niederandalusische
Steppe, 9. die kleinen Steppengebiete von Cacin und Huelma sowie
zwischen La Malà und Gávia la chica im südwestlichen Teile der Hoch-
ebene von Granada. Dagegen gehören die auf S. 95 und 96 meines Buches
angeführten kleinen Steppengebiete des terrassierten Ostabhanges des cen-
tralen Tafellandes, worin die salzige Laguna de Galloeanta und noch ein
anderer Salzteich liegen, zur iberischen, die kleine valenzianische Steppe
von Jalance und Jurafuel zur neucastilischen, die Steppen von Adra und
Dalias zur mediterranen, das kleine vom Rio Guadajoz durehschnittene
Steppengebiet zur bätischen Steppe. Letztere, eine der ausgezeichuetsten
Salzsteppen, ist noch immer, wie vor einem halben Jahrhundert, eine terra
incognita bezüglieh ihrer Vegetation, da es noch keinem Botaniker beliebt
hat, dieselbe zu durchforschen, obwohl die von Cordoba nach Malaga
führende Eisenbahn nahe an ihrer óstlichen Grenze vorüberführt und bei
der Laguna salada von Fuente la Piedra dieselbe berührt. Ich muss daher
dieses Steppengebiet bei der folgenden Statistik der Steppenvegetalion un-
beachtet lassen. Dasselbe gilt von der leonesischen Steppe. Noch sei be-
merkt, dass mehrere der oben angeführten Steppengebiete mit einander
in Verbindung stehen, nämlich das iberische mit dem catalonischen, das
neucastilische durch das Plateau von Albacete mit der Litoralsteppe, diese
durch das Thal des Rio de Almeria mit der granadischen und letztere
durch das Thal des Guadiana menor mit der Steppe von Jaén.
Vegetation der Salzsteppengebiete. Die 302 Pflanzenarten,
aus denen die eigentliche Steppentlora besteht (s. oben S. 280), erscheinen
in sehr verschiedener Weise dureh die einzelnen Gebiete verbreitet und
verteilt. Wie in den Litoralzonen, so sind auch in den Steppen eine Anzahl
von Pflanzen jeder einzelnen (wenigstens der größeren Steppen) eigen-
tümlich, während andere gleichzeitig in zwei oder mehreren Steppengebieten
vorkommen. Hier möge zunächst eine Aufzählung derjenigen Arten folgen,
welche den vier großen Steppengebieten (dem iberischen, neucastilischen,
mediterranen und granadischen), zum Teil auch dem catalonischen gemein-
sam angehören. Von diesen (im Ganzen 27 Arten) sind die mit h bezeich-
neten Halophyten, die mit (l) gleichzeitig Litoralpflanzen, die gesperrt
gedruckten endemische Arten.
h Lygeum Spartum Löll. Æ. h Sphenopus Gouani Trin. C.
Macrochloa tenacissima (L.) Kth. — h (I) Salsola vermiculata L. 5.
4. Dürrer Boden. h (I) Suaeda maritima Dum. 5.
20*
308
h (I) Atriplex glauca L. 5.
Artemisia Herba alba Asso.
5. Dürrer Boden.
Onopordon nervosum Boiss.
©. Steriler Boden.
h (I) Zollikoferia resedifolia Goss. %.
h Teucrium gnaphalodes
Vahl. 5.
Nonnea alba DG. ©. Thon-,
Mergelland.
Convolvulus lineatus L. %.
Desgl.
h (I) Samolus Valerandi L. ©.
(l) Cynanchum acutum L. 9.
Steriler Boden.
Moritz Willkomm.
Astragalus narbonnensis Gou.
2. Dürrer Boden.
h Ononis tridentata L. 5.
h (I) Peganum Harmala L. %.
h (I) Linum maritimum L. 4.
h Malva aegyptia L. ©.
Queria hispanica Loeb. ©.
Dürr. Boden.
h (I) Frankenia Reuteri Boiss, 5.
h (<) Helianthemum squamatum P. 5.
h Lepidium latifolium L. %.
h (><) - subulatum L. 5.
Sisymbriumcurvifolium Cav.
© 3. Steriler Boden.
(1) Glaucium luteum L. ©. Sand-
h (><) Herniaria fruticosa L. 5. boden.
Mit Ausnahme der mit > bezeichneten Arten, welche außer in Spanien
bisher nur in Nordafrika (Algerien) aufgefunden worden sind, der ende-
mischen Arten, Suaeda maritima, Samolus Valerandi, Peganum Harmala
ünd Glaucium luteum, welche auch im Innern Europas, in Osteuropa,
Sibirien und Innerasien vorkommen, gehören alle diese Pflanzen der Medi-
terranflora und zwar vorzugsweise den südwestlichen und südlichen
Gegenden der Mittelmeerzone an.
1. Vegetation der catalonischen Steppe. Dieses bezüglich
seiner Ausdehnung noch nicht genau gekannte Steppengebiet liegt in dem
mit Tertiärablagerungen erfüllten Bassin des unteren Laufes des Segre und
scheint sich ostwärts über Salsona bis zum Salzberge von Cardona und viel-
leicht noch weiter gegen Vich hin, nordwärts längs des oberen Segrelaufes
sogar bis Seo de Urgel, d. h. bis in die Pyrenäen hinein auszudehnen, in-
dem dort viele Halophyten vorkommen. Den bedeutendsten Teil der Steppe
bildet der im Osten von Lérida befindliche Canton der Segarra, eine aus
salzhaltigem Gyps- und Mergelboden zusammengesetzte , hügelige Einöde.
Bis jetzt sind folgende 60 Arten von Steppenpflanzen aus diesem Gebiete
bekannt geworden, von denen nur die mit zk bezeichneten denselben
eigentümlich angehören, während die übrigen auch in andern Steppen
vorkommen, wie aus den den Namen beigefügten groBen Buchstaben (C be-
deutet Centralsteppe, I. iberische, L. Litoral-, G. granadinische Steppe, A.
in allen Steppen) ersichtlich ist. Die auch in den Strandgebieten auftreten-
den Arten sind mit (l) bezeichnet.
h Lygeum Spartum Löfl. Æ. (A.)
h x Agrostis ad scendens Lge. 3t.
Slipa parviflora Desf. 4. (C.
L. G.)
Stipa pennata L. %. (C.)
h Glyceria convoluta Fr. %. (I.)
h(I) - festuciformis Heynh.
+. (L)
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel.
h Sphenopus Gouani Trin. ©.
(A.)
x Eremopyrum cristatum Led.
ER
h Kochia prostrata Schrad. 5.
(C. I.)
- arenaria Bth. ©. (L)
x Echinopsilon Reuterianus
B. u. R. ©.
h Atriplex rosea L. ©. (I. C. L.)
h (I) Inula crithmoides L. 5. (L)
Artemisia Herba alba Aoro.
5. (I. C.)
h Senecio Aur icula Bourg. 3.
Di
Centaurea linifolia Vahl.
4. (I. L.)
x Onopordon glomeratum
Costa. ©.
h (I) Zollikoferia resedifolia Loss.
4. (A
pumila DC. 2.
(I. L. G.)
h Sonchus crassifolius
Pourr. 3. (l. C.)
h (I) Statice echioides L. ©. (I.C.L).
h(l) - duriusculaGird. %. (L)
h -
h - salsuginea Boiss.
2. (L. G.)
h - Costae Wk. 3. |L)
h Thymus Loscosii Wk. 5. (L)
h æ - ilerdensis Gonz. 5.
Marrubium Alysson L. X.
(I. C. L.)
Sideritis scordioides L. 8. Ca-
vanillesii Wk. 5. (L)
Teucrium a r ag onen se Losc.
Pardo. 5. (I)
h (I) Erythraea spicata P. ©.
(I. C. L.)
h (I) - latifolia Sm. B$.
tenuiflora Hffgg.
Lk. ©. (I. C. L.)
309
(I) Erythraea linarifolia P. 8.
tenuifolia Gr.
Godr. O. (I. C.)
- gypsicola B. et
R. B. parvi-
flora Wk. ©. (C.)
h x Bupleurum tenuissimum L. ©.
- fruticescens L. 5.
(I. €. L.)
h Aizoon hispanicum L. ©. (I. L.)
h Herniaria fruticosa L. ß. re-
curvifolia WK. 5.
h Spergularia diandra Heldr.
©. (L.)
(1) h x - marina Pall. ©.
** Coronilla montana Scop. 3.
(l) Hippocrepis ciliata W. ©.
(I. C.)
Hedysarum humileL. 8. majus
Lge. 3. (I)
Astragalus narbonnensis Gou.
4. (A.
- macrorrhizus Cav.
a (I. C.)
Ononis viscosa L. B. brachy-
carpa DC. O. (C.)
- tridentatal. 5. (A.
Euphorbia is atidif olia Lam.
3L. (L)
h (1) Linum maritimum L. 3. (I.
C. L.)
Polygala exilis DC. ©. (I. C. L.)
h Malva trifida Cav. ©. (I. C.)
h Gypsophila hispanica Wk.
5. (I. C.)
h (1) Frankenia hirsuta L. a. laevis
Boiss. %. (L.)
Helianthemum lavandulifolium
(Lam.) DC. 5
(I. C. L.)
squamatum (L).
P. 5. (A))
h Lepidium latifolium L. 4. (A.
h -
310 Moritz Willkomm.
h Lepidium subulatum L. 5. (A.) Glaucium corniculatum L. ©.
Sisymbrium crassifolium (I. C.)
Cav. ©. "A. Nigella divaricata Beaupr. ©.
h Matthiola tristis (L.) R. Br. %. (L. €. L.)
Il. C. La
Unter diesen Pflanzen sind 24 endemische; die andern gehören der
mediterranen, beziehungsweise südatlantischen Flora an, mit Ausnahme des
Eremopyrum cristatim, welches in Osteuropa, Kaukasien und Sibirien seine
eigentliche Heimat hat. Der Lebensdauer nach sind 90 ein- oder zwei-
Jährige, 25 perennierende Kräuter und Gräser, 45 Halbsträucher, nach dem
Vorkommen 32, d. h. mehr als die Hälfte Halophyten, die übrigen auf
dürrem Boden wachsende Pflanzen.
2. Vegetation der iberischen Steppe. Dieses größte aller
Steppengebiete ist noch bei weitem umfangreicher, als ich es seiner Zeit
dargestellt habe, indem dasselbe nicht nur den größten Teil der un-
geheueren Mulde des Ebrobassins ausfüllt, sondern auch große Strecken des
südlichen Navarra einnimmt und sich südwestwärts auf die breiten Stufen
Tafellandes hoch hinauf-
zieht. Der deprimierteste und ödeste District des ganzen Gebiets ist die
Gegend von Caspe, wo der Guadalope in den Ebro mündet und wo die
des terrassierten Abhanges des neucastilischen
Salzteiche von Bujaraloz liegen. Von hier, aus einer mittleren absoluten
Höhe von kaum 100 m zieht sich die Steppe dem Laufe des Ebro entlang
gen NW. bis 400, ja westwärts auf den Stufen des centralen Tafellandes bis
über 1000 m hinein, denn der Salzsee von Gallocanta liegt 4034 m über
dem Mittelmeere. Bezüglich der Bodenbeschaffenheit dieses wie der übrigen
großen Steppengebiete verweise ich aufmeine Schilderungen in dem mehr-
fach eitierten Werke.
Die Gesamtzahl der Steppenpflanzen dieses Gebiets beläuft sich auf
147 Arten, worunter sich 35 endemische befinden. Nach der Lebensdauer
gehören 52 zu den einjährigen, ebenso viele zu den perennierenden Ge-
wächsen, 38 zu den Halbsträuchern und 5 zu den Sträuchern, nach dem
Vorkommen 90, also beinahe ?/ zu den Halophyten, die übrigen der Mehr-
zahl nach zu den auf dürren wüsten Kalk-, Thon-, Letten- und Geschiebe-
boden wachsenden Pflanzen. Hinsichtlich der geographischen Verbreitung
sind 27 Arten bisher nur in diesem Steppengebiet beobachtet worden. Da-
gegen kommen 34 sowohl in der iberischen als der neucastilischen, 40 so-
wohl in der iberischen als catalonischen , 9 sowohl in der iberischen als
litoralen Steppe vor. Durch die iberische, neucastilische und Litoralsteppe
sind 29, durch die iberische, neucastilische und granadinische Steppe 7,
durch die iberische, litorale und granadinische Steppe 3 Arten verbreitet.
Dazu kommen dann die 27 in die vier großen Steppengebieten heimischen
Arten und eine Art (Eurotia ceratoides C. A. M., ein Halbstrauch des dürren
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel.
311
Salzbodens), die die iberische Steppe allein mit der granadinischen gemein
hat. 45 Arten sind zugleich auch Strandpflanzen.
Die 27 der iberischen Steppe eigentümlichen Arten sind folgende:
h Ruppia aragonensis Lose. 3.
Salzseen.
h Glyceria conferta Fr. ©. Salz.
Sand.
(I) Arundo Plinii Turr. 3.
ufer.
Fluss-
h (I) Scirpus maritimus L. 3. Feuchter
Salzboden.
h Asparagus marinus Clus. %.
Salz. Sand.
Juncus striatus Schousb. B. diffu-
sus Huet. 3. Flussufer.
Fritillaria hispanica B. etR.
4. Felshügel.
h (I) Suaeda splendens Gr. Godr. ©.
Feuchter Salzboden.
h (I) Salicornia anceps Lag. 5. Des-
gleichen.
fruticosa L. 5.
der Salzseen.
h (I) - Ufer
h Microcnemon fastigiatum
(Losc. Ung. Strbg. ©.
Dürrer Salzboden.
h (l) Kochia scoparia Schrd. ©. Salz.
Sand.
h Polygonum equisetiforme Sibtn.
Sm. 5. Salzboden.
maritimum L. 5.
Desgleichen.
h (1) -
Thymelaea tinctoria (Pourr.)
Endl. 5. Dürre Kalk-
hügel.
Helichryson Stoechas DC. B. in-
canum Wk. s. Mergel-
boden.
h Sideritis pungens Bth. 5. Salz.
Thonboden.
h Teucrium campanalatum L. 5.
Dürrer Salzboden.
Chaenorrhinum exile Lge. ©.
Gypshügel.
h (I) Glaux maritima L. 9. Salz.
Grasplätze.
h Ferula Loscosit Wk. 4. Salz-
seeufer.
Coronilla minima L. 8. australis
Gr. Gdr. 5. Dürrer Kalk-
boden.
Euphorbia helioscopioides
Lose. Pardo. ©. Steinige
Plätze.
(I) Tamarix anglica Wbb. b. Fluss-
ufer.
h (I) Glaucium luteum L. ©.
Sandboden.
h Ranunculus Baudotii Godr. A.
Salzseen.
Delphinium peregrinum L. ©.
Steriler Kalkboden.
Salz.
Unter den 47 Halophyten dieses Verzeichnisses ist das von Loscos ent-
deckte Microcnemon fastigiatum, eine endemische bisher monotypische
Pflanzengattung aus der Gruppe der Salicornieen, jedenfalls der interessan-
teste. Außer diesem sind noch 7 andere Arten endemische Pflanzen. Hin-
sichtlich der Lebensdauer zerfallen die 27 Arten in 8 einjährige, 9 peren-
nierende, 9 halbstrauchige Pflanzen und 4 Strauch (Tamarix anglica).
7 Arten wachsen auf dürrem nicht salzhaltigem Boden, 3 am Ufer süßer
oder salziger Gewässer. 10 Arten kommen auch in den Strandzonen vor.
Folgende 34 Arten gehören der iberischen und neucastilischen
Steppe gemeinsam an:
312 Moritz Willkomm.
h (I) Ephedra distachya L. 5. Salz-
boden.
- nebrodensis Tin. 5.
Dürrer Boden.
(b) Agrostis capillaris L. ©.
Mergel- u. Gypsboden.
h (l) Lepturus incurvatus Trin. ©.
Salz. Sand.
h (l) Juncus acutus L. %. Feuchter
Salzboden.
marilimus L. 3. Salz.
Sümpfe.
h (1) Salicornia herbacea L.©Feuchter
Salzboden.
h (I) Salsola Kali L. ©. Salz. Sand-
boden.
h (I) - Soda L. ©. Desgleichen.
h Kochia prostrata Schrd. 5.
Sand- und Gypsboden.
Thymelaea Passerina (L.) Lge.
©. Steriler und bebauter
Boden.
Perideraea aurea (L.) Wk. ©.
Sand und Thonboden.
h Sonchus crassifolius Pourr.
?-. Salz. Thonboden.
aquatilis Pourr. %.
Feuchter Salzboden.
Campanula fastigiata Duf. ©.
Sand- und Gypsboden.
h (I) Plantago maritima L. 2X. Salz.
Mergel und Gypsboden.
h Statice dichotoma Cav. %.
Desgl.
h) -
h -
h Statice cordata Guss. 3. Salz.
Gypsboden.
Calamintha rotundifolia (P.)
Wk. ©. Sand. Gerölle.
h Erythraea linarifolia P. var.
tenuifolia Gr. Godr. ©.
Feuchter Salzboden.
h Apium graveolens L. %. Salz.
Sumpfboden.
h Lythrum bibracteatum Salzm. ©.
An Salzseen.
(I) Tamarix gallica L. b. Ufer.
(I) Hippocrepis ciliata W. ©. Dürrer
Boden.
Hedysarum humile L. 4. Dürrer
Kalk- und Gypsboden.
h Lotus tenuifolius Rchb. 3. Salz.
Boden. '
h Ononis viscosa L. B. brachycarpa
DC. ©. Salz. Gypsboden.
Astragalus incanus L. %. Thon-
und Mergelboden.
h Malva trifida Cav. ©. Salz.
Gyps- und Mergelboden.
h Gypsophila hispanica Wk. 5.
Salz. Gypsboden.
perfoliata L.
B. tomentosa (LI 4.
Feuchter Salzboden.
h Vella Pseudocytisus L. 5.
Salz. Gypshügel.
Glaucium corniculatum Curt. ©.
Wüster Boden.
h Ranunculus trichophyllus Chaix.
+. Salzseen.
h -
Mehr als 2/, dieser Pflanzen (24) sind halophile, darunter die endemi-
schen Halbsträucher Gypsophila hispanica und Vella Pseudocytisus, sowie
der endemische diekblättrige Sonchus crassifolius die eigentümlichsten. Der
Lebensdauer nach gehören 45 zu den einjährigen, 43 zu den ausdauern-
den, 5 zu den halbstrauchigen, 1 (Tamarix) zu den strauchigen Gewächsen.
10 Arten kommen auch in den Strandgegenden vor.
Die gleichzeitig in der iberischen und catalonischen Steppe
vorkommenden 10 Arten sind folgende:
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel.
h (1) Glyceria festuciformis Heynh.
3.. An Salzseen.
h (1) mula crithmoides L.'5. Desgl.
h Statice duriuscula Gird. %.
Salzboden.
h - Costae Wk. 34. An
Salzseen.
h Thymus Loscosii Wk. 5. Salz.
Gypsboden.
Sideritis scordioides L. B. Ca-
313
vanillesii Wk. 5.
Dürrer Kalkboden.
Teucrium aragonense Lk. Purd.
5. Desgl.
h Bupleurum tenuissimum L. var.
flagelliforme Lge.
©. Feuchter Salzboden.
Coronilla montana Scop. 3.
Kalk- u. Gypsboden.
Euphorbia isatidifolia Lam.
4. Kalkboden.
Die der iberischen und litoralen Steppe gemeinsamen 9 Arten
sind:
h Juncus subulatus Forsk. 4. An
Salzseen.
Filago micropodioides Lge.
©. Steriler Boden.
Centaurea linifolia Vahl. 2.
Dürre Hügel.
(I) h Plantago crassifolia Forsk. 4.
Salzboden.
Nepeta amethystina Desf.
0. intermedia Rouy. 4.
Dürrer Kalkboden.
(1) h Spergularia media L. 4. Salz.
Boden.
h Tamarix hispanica Boiss. b.
An Salzseen.
- africana Poir. b.
Ebendaselbst.
Boleum asperum Desv. %.
Steriler Boden.
Auch unter diesen 19 Arten sind über die Hälfte (14) halophile (wovon
4 zugleich strandbewohnend), der Lebensdauer nach 11 Rhizomgewächse,
4 Halbsträucher, 2 Sträucher und nur 2 einjährige Pflanzen.
Folgende 29 Arten gehören der iberischen, neucastilischen
und litoralen Steppe gemeinschaftlich an:
Wangenheimia Lima Trin. ©.
Sand- und Kalkboden.
(1) h Camphorosma monspeliaca L. 5.
Dürrer Salzboden.
h Atriplex rosea L. ©. Salziger
Boden.
h Statice echioides L. ©. Salz.
Thonboden.
ovalifolia Poir. 4. Salz.
Gyps und Thon.
Satureja obovata Lag. 5.
Dürrer Kalkboden.
Marrubium Alysson L. 4.
Steriler Kalk- und Thon-
boden.
Jh -
Nonnea micrantha B.etR. ©.
Gyps, Mergelboden.
(1) h Erythraea latifolia Sm. 8. tenui-
flora Lk. Hffg. ©. Salz.
Triften.
spicata P. ©. Feuch-
ter Salzboden.
(1) h Cressa cretica L. ©. Salz.
Sand- und Gypsboden.
Coris monspeliensis L. 4. Kalk-
und Mergelboden.
h Oenanthe Lachenalii Gm. %.
Feuchter Salzboden.
Bupleurum semicompositum L.
©. Gyps, Kalk.
314 m Moritz Willkomm.
Bupleurum fruticescens L. 5. Helianthemum lavandulifoltum
Dürrer Gyps- und DC. 5. Gypshügel.
Kalkboden. (1) b Malcolmia africana (L.) R. Br.
(I) Ammi Viznaga L. ©. Thon- ©. Salz. Gyps- u. Mergel-
und Mergelboden. boden.
(1) Haplophyllum hispanicum Sp. 5. h Matthiola tristis (L. R. Br. 3.
Kalk-, Gyps-, Thonboden. Desgleichen.
. h Eruca vesicaria Cav. ©. Des-
h Polygala monspeliaca L. ©. .
` gleichen.
Salz. Sand.
Moricandia arvensis L. O. Thon-,
h - erilis DC. ©. Sand- Mergel-, Gypsboden.
und Gypsboden. Reseda stricta P. ©. Kalk, Gyps.
h Lavatera triloba L. 5. Salz. Nigella divaricata Beaupré. ©.
Sand- und Thonboden. Kalk- und Mergelboden.
h Althaea officinalis L. %. Feuch- Delphinium peregrinum L. ©.
ter Salzboden. Dürrer Kalkboden.
Diese Pflanzen, unter denen nur 4 endemische, sind zur Hälfte (45)
halophile, zur Hälfte Bewohner dürren, sterilen Sand-, Kalk-, Mergel- und
Gypsbodens, 8 gleichzeitig Strandgewächse. Der Lebensdauer nach sind
17 einjährig, 5 ausdauernd und 7 halbstrauchig, demnach hier die ein-
jäbrigen an Zahl überwiegend.
Durch die iberische, neucastilische und granadinische
Steppe sind nur folgende 7 Arten verbreitet, unter denen sich 4 ende-
mische, aber nur 2 halophile befinden :
h Suaeda fruticosa Forsk. 5. Feuch- Astragalus Clusii B. et R. 5.
ter Salzboden. Steriler Thon- und Mergel-
Leontodon hispanicum Mer. %. boden.
Mergel, Gyps. h Frankenia pulverulenta L. y. co-
Salvia phlomoides Asso. 4. rymbosa Wk. ©. Salz.
Dürrer Boden. ` Boden.
Rochelia stellulata Rchb. ©. Onobrychis stenorrhiza DC. 4.
Thon- und Mergelboden. Gyps- und Mergelboden.
Folgende 3 Arten kommen gleichzeitig in der iberischen, lito-
ralen und granadinischen Steppe vor:
h Caroxylon tamariscifolium Moqu. T. 5. Salzboden.
h Statice delicatula Gird. 9. Salz. feuchter Mergelboden.
h Cytisus Fontanesit Sp. 5. Dürrer salz. Gyps- und Thonboden.
Was die geographische Verbreitung der 142 nicht endemischen
Arten der iberischen Steppenflora betrifft, so gehóren die meisten derselben
(60) der eigentlichen Mediterranflora an. Nur 7 Arten (Macrochloa tena-
cissima, Juncus striatus, Thymelaea tinctoria, Tamarix africana, Plantago
crassifolia, Statice delicatula und ovalifolia, Zollikoferia resedifolia) sind in
der südatlantischen Flora, 9 Arten ( Wangenheimia Lima, Polygonum equi-
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 315
setiforme, Perideraea aurea, Leontodon hispanicum, Campanula fastigiata,
Chaenorrhinum exile, Herniaria fruticosa, Cytisus Fontanesii, Haplophyllum
hispanicum, Reseda stricta, Helianthemum squamatum und Lepidium subu-
latum) in Nordafrika gleichzeitig heimisch. Der nordatlantischen Flora ge-
hören nur 4 Arten av (Glyceria conferta, Plantago maritima, Erythraea lina-
rifolia, Tamarix anglica). \Die übrigen Arten sind durch ganz Europa
oder durch Osteuropa und dem Orient bis Innerasien verbreitet, unter
letzteren besonders bemerkenswert Eurotia ceratoides, Rochelia stellulata
und Peganum Harmala.
In systematischer Beziehung ist die Flora der iberischen Steppe
aus Repräsentanten von 39 Familien zusammengesetzt. Unter diesen sind
am stärksten vertreten die Chenopodiaceen (mit 47), die Papilionaceen
(mit 12), die Compositen und Labiaten (mit je 44), die Gramineen und
Cruciferen (mit je 9), die Plumbagineen und Umbelliferen (mit je 7 Arten).
Auffallend ist das Auftreten aller auf der Halbinsel überhaupt vorkommen-
den Arten (4) der Gattung Tamarix. Und zwar bilden dieselben stellen-
weis eine geschlossene Strauchformation (die T. anylica an den Ufern des
Guadalope bei Castelserás und an den Ufern des Ebro bei Caspe, T. africana
im Verein mit T. hispanica an den Ufern der salzigen Seen bei Alcaüis und
Chiprona). Andere charakteristische Formationen der iberischen Steppe
sind die aus Arundo Plinii bestehenden dicht geschlossenen Róhrichte an
den Ufern des Ebro und seiner Zuflüsse sowie an Wasserleitungen (so bei
Chiprana) im Tieflande des südlichen Ebrobassins und die in der Haupt-
sache mit Lygeum Spartum und anderen halophilen Gräsern bedeckten
feuchten salzigen Niederungen im Südosten der Steppe.
3. Vegetation der altcastilisehen Steppe. Bisher sind auf
diesem kleinen Steppengebiet, dessen Umfang und Ausdehnung noch ganz
unbekannt ist, folgende 20 Arten bekannt geworden, von denen nur 3 (mit
x bezeichnet, demselben ausschließlich anzugehüren scheinen, wä hrend die
übrigen auch in anderen Steppen vorkommen, was aus den in Parenthese
beigesetzten Buchstaben ersichtlich ist:
Crypsis aculeata Ait. ©. Sand- und Gypsboden. (C.)
h Agrostis adscendens Lge. %. Salz-Grüben bei Olmedo.
h Glyceria convoluta Fr. 21. Salz. Sandboden ebendas. (C., 1.)
Wangenheimia Lima Trin. ©. Steriler Kalkboden. (l., C., L.)
Loretia gypsophila Hack. ©. Gypshügel bei Valladolid. (C.)
h Kochia prostata Schrd. 5. Steriler Salzboden ebendaselbst. (C. 1.
Catal.)
Artemisia Herba alba Aoro. 5. Gyps- und Mergelboden bei Valla-
dolid. (L, C., Catal.)
Taraxacum tomentosum Lge. *. Gyps- und Mergelboden. (C., 1.)
x Asperula papillosa Lge. 3 Dürre Kalkhügel bei Valladolid.
316 Moritz Willkomm.
x Chaenorrhinum serpyllifolium Lge. ©. Gypshügel ebendaselbst.
Convolvulus lineatus L. 31. Steriler Thonboden um Valladolid, Medina
de Riosceo. (A.)
Coris monspeliensis L. +. Kalk- und Mergelboden. (C., L, L.)
(1) h Erythraea spicata P. ©. Feuchter Salzboden bei Valladolid. (C., 1.,
L., Catal.)
(1) Ammi Viznaga Lam. ©. Thonboden. (C., L, L., Catal.)
Sedum gypsicolum B. et R. ©. Gypshügel bei Valladolid, Medina
de Riosceo. (C.)
h * Herniaria cinerea DC. var. fragilis Lge. ©. Salz. Sandboden bei
Olmedo.
Astragalus narbonnensis Gou. %. Mergel- und Gypsboden. (A.)
h Ononis tridentata L. 5. Salz. Gyps- und Mergelhügel. (A.)
Sisymbrium crassifolium Cav. ©. Steriler Sand- u. Thonbod. (A.
Glaucium corniculatum Curt. ©. Desgleichen bei Valladolid. (L, C.,
Catal.)
Die endemischen Pflanzenarten, welche jetzt die Hälfte der Gesamtzahl
betragen, dürften bei weiterer Erforschung dieses Steppengebietes einen
bedeutend geringeren Prozentsatz bilden. Die Halophyten (9) bilden gegen-
wärtig 1/3 der Artenzahl. Nach der Lebensdauer gehören 9 zu den ein-
jährigen, 4 zu den zweijährigen, 7 zu den ausdauernden und 3 zu den halb-
strauchigen Gewächsen.
4. Vegetation dercentralen oder neucastilischen Steppe.
Auf diesem großen Gebiete, zu dem auch die weiten Hochebenen von Alba-
cete und Chinchilla gehören, sind bisher 458 Arten Steppenpflanzen be-
kannt geworden, von denen 56, also !/, endemische und 84, d. h. mehr als
die Hälfte halophile Arten sind. Nach der Lebensdauer zerfallen dieselben
in 67 einjährige, 4 zweijährige, 55 ausdauernde, 30 halbstrauchige und 2
strauchige Gewächse. Bezüglich der geographischen Verbreitung auf der
Halbinsel gehören 36 auschließlich der centralen Steppe, 34 dieser und der
iberischen, je 7 der centralen und litoralen sowie der centralen und grana-
dinischen, 4 der neu- und altcastilischen, 3 der centralen und catalonischen
Steppe gemeinsam an, während 29 durch die centrale, iberische und lito-
rale, 7 durch die centrale, iberische und granadinische, 4 durch die centrale,
litorale und granadinische und 27 durch alle Steppen verbreitet sind. 25
Arten sind gleichzeitig Strandpflanzen.
Die 36 bisher nur in der centralen Steppe beobachteten Arten
sind die folgenden:
h Zannichellia macrostemon J. panica Trin. %. Sterile
Gay. %. Mar de Ontigola. Hügel.
Agrostis nebulosa B.et R. ©. h Crypsis schoenoides Lam. p.
Sand- u. Gypsboden. minor Lge. ©. Am Mar de
Stipa barbata Desf. Q8. his- Ontigola.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 317
h (I) Polypogon maritimus W. ©.
Feuchter Salzboden.
Koeleria castellana B. et R.
4. Gypshügel.
h (I) Glyceria distans Wahlenb. 3.
Am Mar de Ontigola.
h Vulpia tenuicula B. et R. ©.
Ebendaselbst.
Serrafalcus Lloydianus Godr.
©. Gypshügel.
h (I) Hordeum maritimum With. ©.
Feuchter Salzboden.
h Agropyrum curvifolium Lge.
+. Salziger Gypshügel.
Gladiolus Reuteri Boiss. 4.
Gypshügel.
h (l.) Beta maritima L. 3. Steriler
Salzboden.
h Carduncellus araneosusB. et
R. 3. Salziger dürrer Thon-
boden.
h Centaurea hyssopifolia Vah..
5. Dürrer salziger Gyps-
boden.
Galium Aparinella Lge. ©.
Dürrer Kalkboden.
(1) Plantago arenaria W. Kit. ©.
Dürrer Kalkboden.
- Loeflingù L. ©. Dürrer
Sandboden.
Nepeta Nepetella Koch. 8. lan-
ceolata Wk. %. Gyps- u.
Mergelboden.
Linaria glauca W. ©. Gyps-
hügel.
h Phelipaea caesia Reut. 4. Auf
Lepid. subulat.
Hohenackeria polyodon Coss.
Dur. ©. Gypshügel.
h Cachrys laevigata Lam. %. Sal-
ziger Gypsboden.
Pimpinella dichotoma L. ©.
Gypshügel.
(1) Loeflingia hispanica L. ©. Ste-
riler Sandboden.
h Onobrychis madritensis B.
et R. ©. Salziger Gyps- u.
Mergelboden.
Astragalus scorpioides Pourr.
©. Dürrer Kalkboden.
h. Tetragonolobus siliquosus Bth.
y. hirsutus Wk. %. Sal-
zige Grasplätze.
(1) Erodium Jacquinianum F. et M.
©. Sandboden.
Iberis linifolia L. ©. Kalk- u.
Gypsboden.
- Reyrevalii B. et R.
©. Dürrer Sandboden.
h. - subvelutina DC. s.
Salziger Gypsboden.
h. Lepidium Cardamines L. ©.
Desgleichen.
h. - ambiguum Lge. ©.
Gypshügel.
h. Vesicaria sinuata (L.) Cav. %.
Salziger Kalk- u.Gypsboden.
h. Reseda ramosissima Pourr.
4. Ebendaselbst C. Aranj.
Über die Hälfte dieser Pflanzen (20) sind endemische, fast ebenso viele
(49) sind halophile. Unter letzteren bewohnt eine (Zannichellia macrostemon)
den Salzteich Mar de Ontigola bei Aranjuez. Die meisten übrigen Arten sind
charakteristische Mergel- und Gypspflanzen. Nach der Lebensdauer gehören
16 zu den einjährigen, 4 zu den zweijährigen, 14 zu den ausdauerndenp,
2 zu den halbstrauchigen Gewächsen.
Folgende 7 Arten sind der centralen und litoralen Steppe ge-
meinsam:
318 Moritz Willkomm.
h Asteriscus aquaticus Mnch. 8. pygmaeus C. H. Schz. 4. Salz. Thon-
u. Mergelboden.
Filago Pseudo-Evax Rouy. ©. Kalk- u. Gypshügel.
h Artemisia gallica W. 5. Um d. Saline von Aranjuez und am Jarama.
Thymus Funkii Corr. 5. Wüster Kalk- und Mergelboden.
h Herniaria polygonoides Cav. 5. Salz. steriler Boden der Mancha.
Crozophora verbascifolia A. Juss. ©. Steriler Thonboden.
h Gypsophila Struthium L. 5. Salz. Gyps- und Mergelhügel.
Folgende 7 Arten finden sich gleichzeitig in der centralen und gra-
nadinischen Steppe:
Stipa Lagascae R. Sch. %. Sand-, Ziziphora hispanica L. ©.
Kalk-, Gypsboden. Gypshügel.
h Senecio Auricula Bourg. 3. Clypeola eriocarpa Cav. ©.
Salz. Mergel- u. Gypsboden. Desgleichen.
h Jurinea pinnata (Lag.) DC. %. h Althaea longiflora B. et B.
Salz. Thon- u. Mergelboden. O. Salz. Mergel- u. Gvps-
Cynara Tournefortii B. et R. boden.
4. Thonige Hügel.
Unter diesen 14 Arten sind also 14 endemische, zu denen auch 6 der
7 Malophyten gehören. Die interessanteste Art ist Gypsophila Struthium,
welche im Verein mit der noch hüufigeren G. hispanica unter den Halo-
phyten des Gyps- und Mergelbodens vorherrscht und deren Vegetation ein
eigenes Gepräge verleiht.
Der centralen, litoralen und granadinischen Steppe gehören
gemeinsam an:
Stipa parviflora Desf. 4. Steriler Astragalus incurvus Desf. 3.
Kalk- u. Mergelboden. Steriler Kalk- u. Thonboden.
h Haloxylon articulatum Bge 5. Erodium Cavanillesii Wk. ©.
Salz. Gypshügel. Sandboden.
Die 4 der neu- und altcastilischen Steppe bis jetzt gemein-
samen Arten sind: Crypsis aculeata Ait. ©, Loretia gypsophila Hack. ©,
(h) Taraxacum tomentosum Lge. % und Sedum gypsicolum B. et R. ©,
die 3 der centralen und catalonischen Steppe gemeinsamen: Stipa
pennata L. *, (h) Erythraea gypsicola B. et R. © und Astragalus ma-
crorrhizus Cav. ©. Von den Arten, welche die centrale Steppe mit der
iberischen, mit der iberischen und litoralen sowie mit der iberischen und
granadinischen gemein hat, ist in der Erórterung der Vegetation der iberi-
schen Steppe bereits die Rede gewesen.
Vergleicht man die Zusammensetzung der Vegetation der centralen und
der iberischen Steppe bezüglich des Herkommens der sie bildenden Pflanzen,
so springt zunüchst die groBe Zahl der endemischen Arten in die Augen,
welche die centrale Steppe vor der iberischen voraus hat (s. oben). Aber
auch die der »afrikanischen« Arten ist in der centralen weit bedeutender,
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 319
nämlich 45 (Wangenheimia Lima, Stipa Lagascae, parviflora, Haloxylon arti-
culatum , Campanula fastigiata, Perideraea aurea, Leontodon hispanicum,
Hohenackeria polyodon, Pimpinella dichotoma, Astragalus incurvus, ma-
crorrhizus, Haplophyllum hispanicum, Helianthemum squamatum, Lepidium
subulatum, Reseda stricta). Im Übrigen ähnelt die Vegetation der centralen
Steppe derjenigen der iberischen, indem mehr als die Hälfte der ersteren
ebenfalls aus mediterranen Arten besteht und die centrale Steppe die asia-
tischen Arten mit der iberischen gemein hat.
In systematischer Hinsicht sind in der Vegetation der centralen
Steppe 42 Familien vertreten, darunter am stärksten die Gramineen (mit 21),
die Compositen (mit 16), die Cruciferen (mit 15), die Papilionaceen (mit 14)
und die Chenopodiaceen (mit 12 Arten). Durch je 8 Arten sind reprüsen-
tiert die Labiaten und Umbelliferen, durch 5 die Malvaceen, durch 4 die
Gentianaceen, alle übrigen Familien durch blos 4 bis 3. Außer der Esparto-
formation, welche die innerhalb der centralen Steppe vorkommenden Gras-
steppen bedeckt (s. unten), ist mir auf diesem Gebiet keine Formation von
einheitlichem Charakter bekannt.
9. Vegetation der Litoralsteppe. Unter allen Steppenge-
bieten der Halbinsel ist dieses sowohl bezüglich seiner Configuration und
Obertlüchengestaltung, als auch seiner Vegetation das eigentümlichste und
interessanteste. Kein anderes ist so zerrissen wie dieses, indem dasselbe
nicht nur längs der Küste, wo es sich von der Gegend von Villajoyosa süd-
westwärts bis Almuhcear ausdehnt, in viele Stücke zerrissen erscheint,
sondern auch mehrere Arme landeinwärts ausstreckt, welche es mit der
centralen und granadinischen Steppe in Verbindung setzen. Nur wenige
Gegenden der Litoralsteppe, deren Kern in den Provinzen von Alicante und
Murcia liegt, sind eben, die meisten sterile Hügelgelände, durchzogen von
dürren nackten Felsgebirgen. Zugleich erhebt sich der Boden der Steppe
vom Niveau der Meeresfläche gen NW. und W. bis zu absoluten Höhen von
700 m und mehr. Im Hauptteile der Steppe, sowohl tief im Innern als an
der Küste, liegen mehrere Lagunen mit gesalzenem Wasser, welche als
Salinen benutzt werden.
Die Gesamtzahl der Steppenpflanzen dieses Gebiets beträgt bis jetzt
161 Arten. Davon sind 69 oder über 2/, endemische, 89 oder fast 3/, halo-
phile Gewächse. Bezüglich der Lebensdauer zerfallen sie in 46 ein-, 9
zweijährige, 43 ausdauernde, 53 halbstrauchige und 10 strauchige Arten,
woraus ersichtlich, dass hier die Holzgewächse ?/, der Gesamtvegetation
bilden. Hinsichtlich der geographischen Verbreitung auf der Halbinsel
gehören 68 der Litoralsteppe bis jetzt ausschließlich an, während diese mit
der centralen Steppe 7, mit der iberischen 9, mit der catalonischen 9, mit
der granadinischen 42 Arten gemein hat. 99 Arten sind durch die litorale,
centrale und iberische, 3 durch die litorale, granadinische und iberische,
320
Moritz Willkomm.
& durch die litorale, centrale und granadinische, 27 durch alle Steppenge-
biete verbreitet, 30 zugleich Strandgewächse.
Die 68 Arten, welche bisher nur in der Litoralsteppe beobachtet
wurden, sind die nachfolgenden:
Phragmites communis Trin.
B. repens E. Mey. (Ph.
pumila Wk.) %. Sand-
und Mergelboden.
x< Aristida coerulescens Desf. ©.
Steriler Sand- und Kalk-
boden.
(1) Polypogon litoralis Sm. ©.
Sumpfige Plätze.
h (1) Salsola papillosa Wk. 5.
Salz. Sand- u. Schiefer-
boden.
h Suaeda pruinosa Lge. 5.
Salz. Dürrer Kalkboden.
h Salicornia mucronata Lag.
5. Desgleichen.
h (I) Beta diffusa Corr. ©. Salz.
Sand- und Kalkboden.
Bourgaei Goss. ©.
Desgleichen.
Forskohlea Cossoniana
Webb. 5. Steriler Sand-
und Schieferboden.
>x< Boerhaavia plumbaginea Cav.
5. Steriles Kalkgerölle.
>x< Ifloga spicata €. H. Schr. ©.
Sandboden.
h Filago Durieui Corr. C.
Um Salinen.
h»« Achillea santalinoides Lag. 5.
Salziger Sand- u. Thon-
h() -
boden.
h Achillea viscosa Lag. 5.
Dürre salzige Gypshügel.
Kentrophyllum arborescens
Hook. 5. Diürrer ste-
riler Boden.
>x< Centaurea omphalotricha Goss.
Dur. 3. Dürrer Schiefer-
boden.
+ Koelpinia linearis Pall. ©.
Dürre Kalkgerölle bei
Almeria.
h Microrrhynchus nudicaulis
Less. B. divaricatus
DC. 2. Steriler Salz-
boden.
h Sonchus commutatus Wk.
5. Dürre salzige
Thonhügel.
zollikoferioides
Houy. ©. Salz.
h -
Thonboden.
>< - pustulatus Wk. 5.
Felsen.
Crepis Hackelii Lge. ©.
Kalkfelsen.
>< Galium ephedrioides Wk. 5.
Schieferfelsen.
h>< Lonicera canescens Schousb.
5. Salz. Thonboden.
Plantago notata Lag. ©.
Wüster Boden.
h Statice caesia Gird. 4. Salz.
Sandboden.
insignis Coss. %.
Desgleichen.
furfuracea Lag. 3.
Salz. Gypsboden
Schutt.
h -
h -
h - gummifera Dur.
B. corymbosa Coss.
4. Salzsümpfe.
»« h (I) - Thouini Vill. O. Salz.
Sand und Kalk.
h Lavandula dentata L. 5. Salz.
Thon- und Mergelboden.
Taf M.
Bot. Jahrb, II Bd .
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riert werden, 20 Separata, bei solehen, welche nicht honoriert werden.
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zu zahlen hat und zwar:
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» 30 » » » » » » » 3.60, ) » » 80 » —.90., .
» 40 » » » » » » » 4.80, » n » S0» 1.20.
» 50 » » » » » n » 6.—, » » » 80 » 1.50.
» 60 » » » » D , » 1.20, » » » 80 » 1.80.
» 70 » » » » » » » 8.40, m » » 80 ». 2.10.
» 80 n » » » i n » » 9.60, » » » 80 » 2.40.
» 90 » » » » » > » 1 0:80, » » » 80.5» 2.10.
» 100 » » » D ) » » ]2.— » » » 80» 3.—.
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Über 100 Separatabdrücke werden nur von Dissertationen bezw.
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reiche Arbeiten den Preis der Jahrbücher sehr erhóhen, nur 3 Bogen
honoriert werden. Referate für den Litteraturbericht werden mit W 40
pro Bogen honoriert. Die Zahlung der Honorare erfolgt stets bei Ab-
schluss eines Bandes. — Alle Sendungen für die »Botanischen Jahr-
bücher« werden an den Herausgeber, Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in
Berlin W. Motzstrasse 89 erbeten. Im Interesse einer raschen und
sicheren Veröffentlichung liegt es, dass die Manuscripte völlig druckfertig
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Neunzehnter Band.
IV. Heft.
Mit 2 Tafeln.
Leipzig
Verlag von Wilhelm Engelmann
1894.
Systematik, Pflanzengesehichte
Ausgegeben den 28. December 1894.
n- xe ;
Inhalt.
Seite
M. Willkomm, Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen
Halbinsel (Schluss). . oo oo 2 o... sl. 321—326
F. Kurtz, Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska . . . . 327—431
F. Kurtz, Die Flora der Tschuktschenhalbinsel `... 432—493
J. Buchwald, Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen
Afrika. (Mit Tafel IV u. Vo. oo rn 494—561
I. Urban, Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Par-
Wa IE A A ue al, LN lA. OOT 562—576
Beiblatt Nr. 48.
M. Gürke, Ueber Gossypium anomalum: Wawra et beer... 1—2
G. Lindau, Acanthaceae papuanae ................ LL 3—7
G. Lindau, Beiträge zur argentinischen Flora... 8—23
Personalnachrichten . `... 24
Verlag von Georg Reimer in Berlin.
Soeben erschienen:
Heecka, Ernst, systematische Phylogenie.
Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen
auf Grund ihrer Stammesgeschichte. I. Theil Protisten
und Pflanzen. Preis M. 10.—.
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
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zu
Buitenzorg auf Java.
Festschrift zur Feier seines 75 jährigen Bestehens
(1817—1892).
Mit 12 Lichtdruckbildern und 4 Plänen. gr. 8. 1893. .4 14.—.
Eine Tus
botanische Tropenreise.
Indo-malayische
Vegetationsbilder und Reiseskizzen
von
Prof. Dr. G. Haberlandt.
Mit 51 Abbildungen. gr. 8. 1893. geh. Æ 8.—; geb. # 9.25.
teise nach Mü
von
Emil Schmidt
, (Leipzig)
Mit 39 Abbildungen im Text. gr. 8. 1894. geh. # 8.—., geb. .4/ 9.25.
dindien
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 391
Thymus Reuteri Bourg. 5.
Dürre Gerölle.
paradoxus Rouy.
5. Dürrer Kalk-
Hedysarum spinosissimum L.
©. Mergel und Gyps.
Genista murcica Coss. 5.
Dürre Kalkhügel.
boden. x - umbellata Poir. ^5.
- Portae Freyn. 5. Steril.Sand.Felshügel.
Desgleichen. Catha europaea Webb. ^.
Dürrer Felsboden.
Zizyphus Lotus Lam. b. Kalk-,
- membranaceus
Boiss. 5. Dürrer
Thon- und Mergel- Mergel-, Gypsboden.
boden. ` h+ Zygophyllum Fabago L. 3.
- villosus L. >. Steriler Salzboden.
Dürre Kalkhügel. h>< Fagonia cretica L. 9-. Desgl.
Nepeta amethystina Desf. h>< Frankenia Webbii B. et R. +.
4. Desgleichen. Salz. Gypshügel.
h Sideritis lasiantha P. 5». h Helianthemum strictum
Steriler Salzboden. (Cav.) P. 5.
Teucrium pumilum L. 5. Desgleichen.
Dürre Kalk- und - Rossmaess-
Gypshügel. leri Wk. 5.
- verticillatum Dürrer Sand-
Cav. 5. Desgl. u. Mergelbod.
Guiraca arvensis Coss. ©.
Thon- und Gypshügel.
x< Echium humile Desf. ©. Stei-
nige Hügel.
x< Withania frutescens (L.) Paueq. h>< Euzomodendron Bourgaeanum
b. Kalk- und Mergel- Coss. 5. Dürrer salziger
boden. Kalkboden.
Lycium intricatum Boiss. h Sisymbrium fugax Lag. ©.
b. Dürrer Kalk- und Wüste salzige Fluren.
Schieferboden. h»« Notoceras bicorne (Ait.) Amo.
Lafuentea rotundifolia Lag. O. Dürrer Salzboden.
9L. Kalkfelsen. Brassica Cossoniana B. et
xh Cistanche lutea Desf. 4. Auf R. ©. Dürre Kalkhügel.
Chenopodium. bh Pendulina Lagascana (UC)
Coris hispanica Lge. 9. Wk. 5. Salz. Kalk-
Kalk- und Mergelboden.
und Gypsboden.
h Apteranthes Gussoneana Mik. h intricata Wk. 5.
%. Dürrer salz. Sand- Salz. Sand- und
und Kalkboden. Gypsboden.
h>< Eryngium ilicifolium Lam. ©. h Webbiana Wk.
Salz. Thon- u. Kalkboden. 5. Desgleichen.
h (I) Mesembrianthemum ` nodiflo- h Moricandiaf oeti da Bourg.C?.
rum L. ©. Desgleichen.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd.
Salz. Kalk- u. Thonhügel.
21
322 Moritz Willkomm.
Unter diesen Pflanzen sind 41 endemische; diese bilden folglich %,
der Gesamtzahl.
Von den übrigen sind 17 (X) gleichzeitig in Nordafrika (Marocco bis
Aegypten) heimisch, mehrere derselben auch bis auf die canarischen In-
seln und durch Arabien bis in aen Orient, eine (Boerhaavia plumbag.) bis
ins tropische Afrika verbreitet. Von den beiden mit + bezeichneten Arten,
welche in Innerasien und im Orient ihre eigentliche Heimat haben, dürfte
die erst in neuester Zeit bei Almeria entdeckte Aoelpinia linearis als ein-
jährige Pflanze eingeschleppt worden sein. Die wenigen übrigen Arten
gehören der westlichen oder südöstlichen Mediterranflora an; eine einzige
(Phragmites communis var.) ist auch in Mitteleuropa zu Hause. Da nun die
ganze Litoralsteppe innerhalb des Gebiets der südatlantischen Flora gelegen
ist, diesem also auch alle die im vorstehenden Verzeichnis angeführten
endemischen Pflanzen (ebenso wie die nordafrikanischen) zugehóren, so
besteht überhaupt die überwiegende Mehrzahl der bisher nur in der Lito-
ralsteppe zefundenen Steppenpflanzen aus Bürgern der südatlantischen
Flora, wodurch sich die Vegetation der Litoralsteppe von derjenigen der
centralen, iberischen, catalonischen u. a. Steppen wesentlich unterscheidet.
Nur die granadinisehe Steppe, die ja auch ganz innerhalb des Gebiets der
südatlantischen Flora gelegen ist, stimmt bezüglich ihrer Vegetationszu-
sammensetzung mit der litoralen überein. Dasselbe dürfte auch mit der
leider ganz unbekannten Vegetation der bätischen Steppe der Fall sein-
Von besonderem Interesse ist das Vorkommen von Apteranthes Gussoneana
Mik. im Innern der Litoralsteppe. Diese seltene Pflanze, bekanntlich der
einzige Repräsentant der Stapeliaceen in Europa, war bisher nur aus dem
Litorale von Murcia und Almeria (außerdem aus dem von Algerien und von
den sicilianischen Inseln Lampedusa und Linosa) bekannt. Sie wächst aber
auch auf dürrem Kalkboden bei Caravaca in Murcia, d. h. ca. 100 km von
der Küste und in einer abs. Hóhe von ca. 500 m. Dort wurde sie im Juni
1890 von Coirxcy in Menge gefunden.
Folgende 42 Arten hat die Litoralsteppe mit der granadinischen
gemein:
(1) Cynomorium coccineum L. A. 5. Salz. Mergel- und
Auf Tamarix gallica. Thonboden.
h><(l) Halogeton sativus (L.) Moqu. h Artemisia hispanica Lam.
T 4 Qals Maroal T 8 ,
T. 5. Salz. Mergel, Thon. 5. Steriler Salzboden.
<h (I) Salsola longifolia Forsk. ®.
Salz. Sand- und Kalk-
boden.
Thymus longiflorus Boiss.
5. Dürrer Kalkboden.
Sideritis leucantha Cav. Ð.
h (I) Arthrocnemon macrostachyum ideritis leucantha Cav, 3
Moris. 5. Feuchter Salz-
boden. I
h Artemisia Barrelieri Boiss. Wüster salzhaltiger Bod.
Desgleichen.
Sideritis LagascanaWk. 5.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 323
Dürrer Sand- und Gyps-
boden.
h Iberis Bourgaei B. et R. ©.
Dürrer Salzboden.
h Statice salsuginea Boiss. %.
Salz. Mergelboden.
>x< Astragalus cruciatus Lk. b.
Mit Ausnahme von Cynomorium coccineum, welches durch die südliche,
und Arthrocnemon macrostachyum, welches durch die ganze Mediterranregion
verbreitet ist, gehören auch diese Pflanzen der südatlantischen Flora an.
Dagegen sind die beiden gleichzeitig in der litoralen und catalonischen
Steppe (vermutlich auch in der iberischen und centralen!) vorkommenden
Arten (h Spergularia diandra Heldr. © und h Frankenia hirsuta L. o laevis
A, beide auf Salzboden wachsend) echte Mediterranpflanzen.
Bezüglich der Pflanzen, welche die Litoralsteppe mit den übrigen
Steppengebieten gemein hat, s. die vorhergehenden Abschnitte. Auch
unter diesen überwiegen die endemischen Arten im Vereine mit den süd-
atlantischen vor den eigentlich mediterranen, innereuropäischen und nord-
atlantischen Arten. — In systematischer Beziehung gehóren die Pflanzen
der Litoralsteppe zu 40 Familien. Unter denselben sind am stärksten ver-
treten: die Compositen (mit 22), Labiaten und Cruciferen (mit je 18) und
die Chenopodiaceen (mit 45 Arten). Auffallend ist das Zurücktreten der
Papilionaceen (nur 8), Gramineen und Plumbagineen (nur je 7), Umbelli-
feren (nur 5) und Paronychiaceen (nur 4). Alle übrigen Familien haben
1—3 Repräsentanten. Außer der die Grassteppen überziehenden Esparto-
formation giebt es in der Litoralsteppe keine Formationen von einheitlichem
Charakter.
6. Vegetation der granadinischen Steppe. Dieses auf den
hohen Plateaus der granadinischen Terrasse sich ausbreitende Steppengebiet
besteht nicht blos aus der Hochebene von Guadix und der Hoya de Bazat),
sondern es müssen zu demselben auch Stücke der Plateaus von Huescar
und Maria gerechnet werden, welche teils von Grassteppen eingenommen
werden, teils mit Steppenpflanzen des dürren, meist salzhaltigen Bodens
bestreut sind. Durch diese öden Strecken steht die granadinische Steppe
mit der Litoralsteppe in Verbindung, wie durch die öde, mit Gyps- und
Mergelhügeln erfüllte Thalmulde des Guadiana menor mit der Steppe von
Jaén.
Bezüglich der Anzahl der Steppenpflanzen scheint die granadinische
Steppe den übrigen großen Steppengebieten bedeutend nachzustehen, in-
dem bis jetzt aus derselben nur 65 Arten bekannt geworden. Von diesen
gehören auch nur 4 dieser Steppe ausschließlich an, worunter nur 4 en-
demische, nämlich:
h Eurotia ferruginea Boiss. 5.Salz. h Sideritis Funkiana Wk. >.
wüster Boden. Desgl.
4) Strand- und Steppengebiete. S. 89 ff.
21*
324 Moritz Willkomm.
Hohenackeria bupleurifolia F. ei h Lepidium. suffruticosum L. 5.
M. ©. Auf Schutt. i Gypshügel.
Auffallend ist das Vorkommen der im Distriet Marquesado der Hoch-
ebene von Guadix seiner Zeit von CLEMENTE aufgefundenen Eurotia, da
deren eigentliche Heimat Persien und eine Einschleppung, welche nur in
der Zeit der arabischen Herrschaft stattgefunden haben kónnte, nicht nach-
weisbar ist. Dagegen dürfte die erst neuerdings in den Schutthalden der
Bleibergwerke der Sierra de Baza gefundene Hohenackeria wohl zweifellos
aus Nordafrika (Algerien?) eingeschleppt worden sein. Die beiden anderen
Arten sind weit verbreitet, Sid. Funkiana im Vereine mit S. Lagascana auf
der Hochebene von Guadix, das auch auf den Balearen vorkommende Lep.
suffruticosum im Verein mit dem häufigeren L. subulatum in der Hoya de
Baza. Alle übrigen Steppenpflanzen hat die granadinische mit den übrigen
großen Steppengebieten gemein, insbesondere mit der Litoralsteppe
(12 Arten) und der centralen Steppe (7 Arten). Dagegen kommt nur 4 Art,
die halbstrauchige Eurotia ceratoides €. H. M.!) ausschließlich in der grana-
dinischen und iberischen Steppe vor. 7 Arten gehören der granadinischen,
centralen und iberischen, 4 Arten der granadinischen, centralen und lito-
'alen, 3 Arten der granadinischen, litoralen und iberischen Steppe gemein-
sam an. Dazu kommen dann noch die 27 durch alle großen Steppengebiete
verbreiteten Pflanzen. Von allen diesen Arten ist in den vorhergehenden
Abschnitten die Rede gewesen. 14 Arten treten auch als Strandpflanzen
auf. Wie in der litoralen und centralen Steppe überwiegen auch in der
granadinischen die halophilen Arten, indem diese (35) mehr als die Hälfte
der Gesamtzahl ausmachen. Bezüglich der Lebensdauer zerfallen die
65 Arten in 45 einjährige, 3 zweijährige, 21 perennierende, 23 halb-
strauchige und 3 strauchige Arten (Suaeda fruticosa, Salsola longifolia, Cy-
tisus Fontanesii). Es überwiegen also auch in dieser Steppenvegetation die
Holzgewächse.
Unter den 65 Arten giebt es nur 18 endemische. Die übrigen gehören
der Mehrzahl nach ebenfalls der südatlantischen Flora an. In syste-
matischer Beziehung sind in der Steppenvegetation dieses Gebietes nur
22 Familien vertreten, darunter am stärksten die Chenopodiaceen (mit 9),
die Gompositen und Papilionaceen (mit je 7), die Labiaten (mit 6), die Cruci-
feren (mit 5) und die Gramineen (mit 4 Arten). Außer der Espartoformation
der in diesem Gebiet zahlreichen Grassteppen ist in demselben keine cha-
rakteristische Pflanzenformation vorhanden.
7. Vegetation der Steppe von Jaén. Dieses Gebiet erstreckt
sich längs des linken Ufers des oberen Guadalquivirlaufes, zwischen diesem
1) Möglicherweise ist diese Art identisch mit Zu. ferruginea, d. h. letztere von
CLEMENTE mit E. ceratoides verwechselt worden. Sowohl ich, als Wess und BoissiER
haben im Marquesedo nur diese gefunden.
Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel. 325
und dem Nordrande der Gebirgskette von Jaén von der Mündung des Gua-
diana menor in den genannten Strom bis an das Thal des Rio de Jaén. Es
bildet ein fast ganz und gar aus sehr salzhaltigem Mergel und Gyps be-
stehendes kahles und ödes Hügelgelände, welches von zahlreichen der er-
wühnten Gebirgskette entquellenden Bächen (Zuflüssen des Guadalquivir),
die innerhalb der Steppe gesalzenes Wasser führen, in südnördlicher Rich-
tung durchfurcht wird.
Bis jetzt sind aus dieser Salzsteppe folgende 44 Arten von Steppen-
pflanzen bekannt geworden, welehe auch in den übrigen Steppen vor-
kommen und von denen 5 auch als Strandpflanzen auftreten:
h Lygeum Spartum Löfl. (A.) (bh Erythraea latifolia 8. tenuiflora
Stipa parviflora Desf. %. (C. Hffgg. Lk. 5. (C.I.
L. G. Cat.) L. Cat.)
h Haloxylon articulatum Bge. 5. (I) Ammi Viznaga Lam. 5. (A.
(C. L. G. B.) Astragalus narbonnensis Gou.
(I)h Atriplex Halimus L. 6. (A.) 4. (A.
Thymelaea Passerina (L.) Lge. h Ononis tridentata L. 5. (A.)
5. (L €.) h Helianthemum squamatum P. 5.
(1) h Zollikoferia resedifolia Goss. %. (A.)
(A.) h Lepidium subulatum L. 5. (A.)
(bh Erythraea spicata P. 5. ||. €. h Peganum Harmala L. 3. "A.
L. Cat.)
8. Vegetation der kleinen Steppengebiete von Cacin und
La Malà. Der Boden dieser Gebiete besteht ebenfalls vorherrschend aus
salzhaltigem Mergel und Gyps. Alle bisher dort beobachteten Steppen-
pflanzen kommen auch in den größeren Steppen vor. Es sind folgende 9:
Stipa Lagascae R. Sch. 4. Zwischen Cacin und Huelma. (C.)
h Atriplex rosea L. ©. Ebendaselbst. |l. L.)
h (1) Salsola vermiculata L. 5. Um La Mala. A.
h (I) Peganum Harmala L. %. Steppe von Cacin und La Malà. (A.)
h Ononis tridentata L. var. crassifolia Duf. 5. Eben-
daselbst. (A.)
h (1) Frankenia Reuteri Boiss. 5. Um Cacin. (A.)
h (I) Malcolmia africana (L.) R. Br. ©. Um Cacin und La Malà.
(C. L L.)
h Lepidium subulatum L. 5. Ebendaselbst. (A.)
h Helianthemum squamatum P. ®. Ebendaselbst. (A.
Grassteppen. Solche treten vorzüglich innerhalb der granadini-
schen, litoralen und centralen Steppe, sowie an deren Rändern auf. So
breitet sich eine viele Quadratkilometer große Grassteppe auf dem hohen
wellenförmigen Plateau zwischen Maria und La Puebla de D. Fadrique, eine
andere auf dem Plateau von Huescar, eine dritte innerhalb der Hoya de Baza
zwischen Cullar de Baza und der Venta del Peral. Ferner bestehen meilen-
326 Moritz Willkomm, Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen Halbinsel.
weite Strecken des Plateaus von Murcia und Albacete aus Grassteppen und
auch in Süd-Valeneia, im Süden der Provinz Murcia (zwischen Cartagena,
Mazarron und Aguilar), sowie in der Provinz von Almeria sind solche vor-
handen. Die Oberfläche solcher Grassteppen ist bald völlig eben, bald und
häufiger hügelig, ja bergig, ihr Boden meist aus einem sandigen hellfar-
bigen Mergel oder Letten gebildet, welcher bei künstlicher Bewässerung
sich ebenso fruchtbar erweist, wie an Dammerde reicher Ackerboden.
Ueberhaupt dürften diese Grassteppen nicht immer ursprüngliche, wie die
Salzsteppen, sondern erst nach der Vertreibung der Mauren durch Ver-
angerung des Bodens entstanden sein.
Die Vegetation der spanischen Grassteppen ist nicht, wie Dmupnk zu
glauben scheint!) eineartenreiche, ja eine reichere als die der Salzsteppen,
sondern im Gegenteil eine äußerst arme. Denn sie wird fast ausschließ-
lich von dem Espartogras (Macrochloa s. Stipa tenacissima) gebildet, dessen
Stöcke getrennt von einander auf kleinen 3—4 Zoll hohen Erdhügelchen zu
stehen pflegen , zwischen denen der Boden entweder ganz nackt oder mit
wenigen anderen xerophilen Pflanzen (sehr häufig mit Thymusarten und
stachligen Genisten) bestreut ist. Hin und wieder erscheint Avena bro-
moides Gou. (%.), wohl auch Lygeum Spartum dem Espartogras beigemengt.
Wegen der gelblich-graugrünen Färbung der Espartoblätter haben diese
Grassteppen ein sehr tristes Ansehen. Möglich, dass im Frühling ein
vorübergehender dünner Teppich einjähriger Gräser den Boden zwischen
den starren Espartobüscheln überzieht und Zwiebelgewächse denselben mit
ihren Blumen schmücken (vielleicht auch im Herbst, wo auf ähnlichem Bo-
den in Südspanien Scilla autumnalis L., Narcissus serotinus Clus. und
Leucojum autumnale L. zu Tausenden zu blühen pflegen): aber im Sommer,
wo allein ich Grassteppen durchwandert habe, erscheinen dieselben viel
monotoner, als die Salzsteppen. Wohl aber gehört die Espartofor-
mation, die von fern gesehen den Eindruck einer völlig geschlossenen
macht, zu den charakteristischsten und eigentümlichsten Pflanzenforma-
tionen der iberischen Halbinsel.
1) Handbuch der Pflanzengeographie, S. 397.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska,
nach den Sammlungen!) der Gebrüder Krause [Expedition der Bremer
geographischen Gesellschaft im Jahre 1882].
Von
Prof. Dr. F. Kurtz.
Inhalt: A. Einleitung. a. Beschreibung des Gebietes. b. Vegetalionszonen, c. Bäume
und Sträucher. d. Nahrungs- und Genussmittel darbietende Pflanzen. e. Ein-
geschleppte Arten. f. Einheimische Pflanzennamen.
B. Systematisches Verzeichnis der im Chilcatgebiet gesammelten Pflanzen.
C. Alphabetisches Register.
— D
A. Einleitung.
a. Beschreibung des Chilcatgebietes und seiner Pflanzenwelt
im allgemeinen.
Dieser Abschnitt ist im wesentlichen nichts als eine gedrängte Com-
pilation der von den Doctoren Krauss an verschiedenen, weiter unten
angeführten Orten veröffentlichten Mitteilungen, und hätte füglich durch
Verweise auf die bezüglichen Werke ersetzt werden können, wenn ich es
nicht aus eigener Erfahrung für wünschenswert halten muss, der rein
systematischen Aufzählung der im Chileatgebiet gesammelten Pflanzen eine
kurze Schilderung der Landesbeschaffenheit der betreffenden Region bei-
zufügen, um dadurch den Botaniker von anderen, sonst noch zu consultie-
renden Schriften im großen und ganzen unabhängig zu machen.
Die ursprünglich von den Reisenden angenommene Schreibweise der
indianischen Namen, wie sie auch noch in der Zeitschrift der Berliner Ge-
sellschaft für Erdkunde Bd. XVIII (1883) sich findet, ist beibehalten wor-
den, schon aus dem Grunde, weil sie auf allen Pflanzenzetteln angewendet
wurde, und auch, weil die deutsche Schreibweise dieser Namen, wie sie
Dr. AurkL Krause in seinem Buch über die Tlinkit-Indianer durchgeführt
hat, kaum größere Verbreitung finden dürfte.
1) Die Bestimmung der in den nachfolgenden Verzeichnissen aufgeführten Pflanzen
wie auch der von denselben Herren im Jahre 4881 von der Tschuktschen-Halbinsel
mitgebrachten botanischen Sammlungen war zum größten Teil schon 4884 vor meiner
Übersiedlung nach Südamerika vollendet. Die Doubletten wurden Ende 1885 von Cor-
doba aus verteilt; es erhielten die Museen von Berlin 598, Upsala 375, St. Petersburg 227,
Breslau 434 Arten. Zwei kleinere Sammlungen von je 67 und 27 Arten gingen in Privat-
besitz über; die vollständigste Sammlung verblieb im Besitz des Verfassers.
328 F. Kurtz.
Das Gebiet!), dessen Vegetation im Folgenden geschildert werden soll,
gehört zu dem hohen, felsigen, tiefzerschnittenen Strich der Westküste
Nordamerikas, der sich vom 49. bis zum 59. n. Br. ausdehnt, und kann
kurz als das Drainagebecken des oberen Lynncanals bezeichnet werden,
eines ungefähr 60 nautische Meilen langen und circa 5 nautische Meilen
breiten Meeresarmes, der sich südlich direct in die Chathamstraße fortsetzt.
Die geographische Lage dieser Gegend, die nach ihrem Hauptfluss das
Chileatgebiet heißen mag, wird bestimmt durch 59 und 60°10 n. Br., und
durch 135 und 136? w. L. Greenw.
Die den Lynncanal einschlieBende Region ist durchaus felsig, das Ge-
birgsmassiv besteht hauptsächlich aus granitischen Gesteinen und krystal-
linischen Schiefern, die reiche Erzlager von Gold (Sitka, Juneau City, Cas-
siare), Silber, Blei, Kupfer (am Kupferfluss), Eisen, Zink und anderen
Erzen enthalten, die zum Teil schon bergmännisch gewonnen werden.
Das Chilcatgebiet im engeren nun ist der zum Lynneanal sich hinab-
ziehende südliche Abfall dieses Massivs, das eine kahle, wellige, durch-
schnittlich 1000 m über dem Meere liegende, an die norwegischen Fjelde er-
innernde Hochfläche darstellt. Die natürliche Nordgrenze des Chilcatgebietes
bildet der Südrand dieser Hochfläche (in 12—1500 m über dem Meere ver-
laufend), der zugleich die Wasserscheide zwischen den Gebieten des Yukon
und des Lynncanals darstellt. Von diesem Südrand des inneren Plateaus
ziehen sieh mehrere alte Gletscherthäler zum Meere herab, die sich schließ-
lich zu zwei Hauptthälern verbinden, durch deren Vereinigung das Bett des
heutigen Lynncanals entstand. Das östliche, von NON nach S gerichtete
Hauptthal (das Dejähthal) wird jetzt in seiner oberen Hälfte vom Dejähfluss
oder Ssidrajik durchflossen, während seine untere Hälfte vom Dejäh-Inlet,
und dessen Verlängerung, dem Chilcoot-Inlet eingenommen ist. In dem
westlichen Hauptthal vereinigen sich mehrere im großen und ganzen von
NW nach SO fließende Gewässer (Chalzekahin, Takhin, Tlehini, Katschad-
elch, Tahini) zu dem wasserreichsten Fluss des Gebiets, dem Chileat, der
in das Chilcat-Inlet mündet.
Im Osten wird das Gebiet durch den Ostabhang des Dejühthals (sensu
lato) begrenzt, im NW, W, SW und S dagegen wird das Drainagebecken
des Lynncanals durch die Wasserscheide umschrieben, welche seine Tri-
butarien von denen der Glaeierbay und des Alzechflusses trennt,
Chileat- und Chilcoot-Inlet sind durch eine schmale, ungefähr 13 nau-
tische Meilen lange, dieht bewaldete Halbinsel von einander getrennt, die
nur in wenigen Hügeln zu einigen hundert Metern Höhe ansteigt und mit
den ihr vorgelagerten Inseln (7) den südlichsten Teil des uns beschäftigen-
den Gebietes bildet. Alle diese Inseln — mit Ausnahme der flachen, aus
Sanden und Thonen aufgebauten Pyramid-Island — sind felsig, steil aus
4) Vgl. A. Krause, Karte des Chilcatgebiets. — Zeitschr. Ges. Erdk. Berlin 4883. Taf. 9.
í
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 329
dem Meere ansteigend, und dicht bewaldet. Auf der Ostseite der Halbinsel
liegt Portagebay (»Deschü«), die Handelsfactorei, welche das Standquartier
der Reisenden bildete, und von welcher ein vielbegangener Pfad durch eine
dichtbewaldete niedere Landstrecke in einer halben Stunde zur anderen
Seite der Halbinsel hinüberführt.
Sowohl die Meeresarme als auch die Thäler des Chileatgebietes werden
von 4000—2000 m hohen Bergzügen begrenzt, in deren Schluchten
unzählige große Gletscher lagern, die oft bis dicht an das Meer heran-
treten.
Über die Witterungsverhältnisse des südöstlichen Alaska sind wir be-
sonders durch die langjährigen Beobachtungen auf Sitka sehr gut unter-
richtet. In diesem Ort beträgt die mittlere Jahrestemperatur nach Dar
(Coast Pilot of Alaska 1879, Appendix I) 6,3? C., die Mitteltemperaturen
betragen im Frühling 5,19 C., im Sommer 12,6? C., im Herbst 7,2? C. und
im Winter 0,4? C. Der kälteste Monat ist Januar mit dem Mittel von —0,49? C.,
der würmste August mit 13,3? C.
ùs ist auch allgemeiner bekannt, dass das Jahresmittel der Temperatur
hier bedeutend höher ist, als an Orten gleicher Breite an der Ostküste, eine
Erscheinung, die bei den verhältnismäßig kühlen Sommern dieser Küsten-
gegenden hauptsächlich durch die milden Winter bedingt ist. In dieser
Hinsicht zeigt dieser Teil der Westküste Nordamerikas ähnliche Verhält-
nisse wie die norwegische Westküste; in den Mittelwärmen beider Jahres-
hälften entsprechen sich Sitka (57? n. Br.) und Bergen (60° 21’ n. Br.).
Weniger bekannt, wenngleich schon mehrfach constatiert?!) ist die That-
sache, dass das milde, günstige Klima der Westküste sich nur auf einen
ganz schmalen Saum am Meere beschrünkt, wogegen man schon naeh we-
nigen Tagereisen landeinwärts ein völlig anderes Klima antrifft (so soll bei
den Cassiaré-Goldminen die Temperatur mitunter den Gefrierpunkt des
Quecksilbers erreichen).
Das Chilcatgebiet gehört ebenso wie Sitka und die ganze Nordwest-
küste zu den niederschlagreichsten Gegenden der Erde (in Sitka beträgt
das Jahresmittel der atmosphärischen Niederschläge ca. 2050 mm, und
Regen oder Schnee fallen an durchschnittlich 200 Tagen im Jahr). Die
Feuchtigkeit der vorherrschenden Süd- und Südwestwinde condensiert sich
an den hohen Küstengebirgen zu unaufhörlichen Regengüssen im Sommer
und zu ergiebigen Schneefällen in den langen Wintern. Während der
zweiten Hälfte des Winters 4884—1882, der allerdings ein ausnahmsweise
strenger gewesen zu sein scheint, lag im Chilcatgebiet durchschnittlich
3—4 m tiefer Schnee auf dem Boden; noch Anfang Juni fand sich Schnee
in der Tiefe, und Anfang September fiel oberhalb der Baumgrenze schon
wieder frischer Schnee.
4) GRISEBACH, Vegetation der Erde II, S. 236. — Baer und HrrLwEnsEN, Beiträge
1839. S. 308.
330 F. Kurtz.
Der auBerordentlichen Menge des niederfallenden Schnees entspricht
die Häufigkeit der Gletscher in dem nördlichen Teile des Gebiets. Fast in
jeder Thalschlucht der den Lynncanal einschließenden Bergketten erblickt
man blinkende Eismassen, bald hoch oben an den Gehängen, bald bis nahe
zur Meeresfläche herabsteigend. Auch in den an die Fjorde sich anschließen-
den Thälern sind Gletscher eine häufige Erscheinung, namentlich an den
nördlichen und östlichen Gehängen; auch die in das Innere führenden
Pässe, welche eine Höhe von 4000—1500 m haben, sind bis spät in den
Sommer hinein mit Schnee bedeckt und von Gletschern eingerahmt. Sobald
man aber die Wasserscheide zum Yukon — in der diese Pásse liegen —
überschritten hat, hóren die Gletscher fast ganz auf; und hierin allein zeigt
sich schon der große Unterschied zwischen dem feuchten Klima der See-
küste und der Trockenheit der nórdlich und nordóstlich von der Wasser-
scheide gelegenen Gehánge. In der That konnte mehrfach beobachtet wer-
den, wie Regen und Schneewolken direct an der Küste Halt machten, so
dass weiter thalaufwärts keine Niederschläge erfolgten. Bei seinen Über-
gängen zu den Yukonseen (Anfang und Ende Juni) fand Arrnur Krause einen
sehr in die Augen fallenden Unterschied in den Mengen der noch vorhan-
denen Schneemassen diesseits und jenseits der Passhóhen.
Im Zusammenhang mit diesen Schneeverhültnissen steht das spite
Erwachen der Vegetation an der Küste!) wie auch das bedeutende Herab-
gehen der Baumgrenze daselbst; in den Thälern des Chilcatgebiets wurde
diesebe durch mehrere Messungen mit Aneroid und Hypsometer in 750 m
Höhe gefunden, näher an der Küste mag sie vielleicht noch niedriger sein;
jenseits der Wasserscheide steigt sie bis zu 900 m empor.
Gewitter sind im südöstlichen Alaska eine seltene Erscheinung und
treten vorzugsweise im Winter auf; desto häufiger sind Nordlichter, von
denen 6 im Februar, 40 im März, 4 im April und vereinzelte während der
Sommermonate gesehen wurden.
Hier soll, ehe an die Schilderung der Pflanzenwelt des Chilcatgebiets
gegangen wird, kurz das Itinerar der Doctoren Krause eingeschaltet werden.
Am 5. November 1881 langten die Reisenden nach ihrer Rückkehr aus
dem Beringsmeere wieder in San Francisco an, wo sie sich ungefähr 14 Tage
aufhielten, um ihre Sammlungen aus dem Tschuktschenlande zu ordnen
und abzuschicken. Einer Einladung des Herrn P. ScuurrzrE, Präsidenten
der N. W. Trading Company, folgend, schifften sie sich naeh Portland,
Oregon, ein, um von hier aus sich nach einer der dem oben genannten
Herrn untergebenen Handelsfactoreien (und zwar nach Chileoot am nórd-
4) Es blühten am 6, Mai: Salix sp. und Alnus incana var, virescens; am 20. Mai:
Alnaster Alnobetula, Salix sp., Vaccinium sp.; am 24. Mai: Caltha palustris; am 22. Mai:
Betula, Ribes, Viola; Anfang Juni: Arabis, Draba, Cardamine, Viola, Stellaria, Primula,
Corallorrhiza, Eriophorum, Carex.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 331
lichen Ende des Lynncanals) zu begeben, und diese zum Centrum weiterer
Forschungen zu machen.
Von Portland, das am 29. November erreicht wurde, ging die Reise
weiter östlich und nördlich um Vancouver-Island herum über Wrangell
gegenüber der Mündung des Stakhinflusses) nach Sitka, wo man am 42. De-
cember anlangte. In Juneau City (Harrisburgh) fand die Dampferfahrt ihr
Ende (15. December), und wurde nun die Reise den Lynncanal aufwärts
im Kanoe fortgesetzt. Nach sechstägiger Bootfahrt langten die Reisenden in
Chileoot an. Die vom Lynncanal durchschnittene Gebirgslandschaft ist
prachtvoll; »in den tiefen Thalschluchten sieht man Gletscher bis hart an
den Meeresstrand herunterfließen; steilauf ragen die schneebedeckten Berge
mit bald schroffen, bald regelmäßig kegelfórmigen oder abgerundeten
Gipfeln. Dichter Nadelholzwald bedeckt die Abhänge, nur hin und wieder
hat eine Schneelawine eine Lichtung verursacht«. Und an anderer Stelle
sagt Artuur Krause: ser Gegensatz zwischen den blinkenden Eis- und
Schneemassen und den dunkelgrünen Tannenwäldern, den düsteren Fels-
schroffen und den tiefblauen Fjordgewässern schafft Scenerien, die sich
wohl mit denen unserer heimischen Alpenwelt an Schönheit und Großartig-
keit messen kónnen.«
In dem Waarenhause der N. W. Trading Company in Deschü am Chil-
coot-Inlet fanden die Reisenden ein Unterkommen; die Wintermonate be-
nutzten sie zu mehrfachen Ausflügen, die besonders dem Studium der topo-
graphischen Verhältnisse der Gegend und ethnologischen sowie zoologischen
Beobachtungen und Sammlungen gewidmet waren. Im April 1882 kehrte
Dr. Ange, Krause nach Europa zurück, während Dr. Anrnun Krause noch bis
zum September im Chilcatgebiet blieb und seine besondere Aufmerksamkeit
der Flora widmete. Das von ihm zusammengebrachte Herbarium umfasst
338 Dicotyledonen, 118 Monocotyledonen, 8 Gymnospermen und 30 Pteri-
dophyten, und gewährt ein recht vollständiges Bild der Pflanzenwelt der
Chilcatregion , wie man der folgenden Schilderung derselben t) entnehmen
kann.
Im Chilcatgebiet ist wenig Raum für eine reichere Entwickelung der
Vegetation, wenn sie auch in den Küstenstrichen in Folge der reichlichen
Niederschlüge eine überraschende Üppigkeit entfaltet. Kahle schroffe Fels-
klippen, Felder ewigen Eises und Schnees schränken sie aufs Äußerste ein,
und selbst in den Flussthälern werden große Strecken von kahlen Geröll-
feldern eingenommen.
Die niedrigen Flussufer und die Inseln im Strombette sind mit Balsam-
pappeln (Populus balsamifera), Weiden (Salix flavescens) und Erlen (Alnus
1) Von Dr. Anruun Krause in der Berliner Zeitschr. d. Ges. f. Erdk. XVIII. 4883.
S. 358 veröffentlicht und hier mit einigen Zusätzen und einigen Berichtigungen meiner
damaligen provisorischen Bestimmungen aufgenommen.
332 F. Kurtz.
incana var. virescens ; Alnaster Alnobetula) dicht bewaldet; die Pappeln er-
reichen sehr bedeutende Dimensionen , so dass sie von den Bewohnern des
oberen Chilcatdorfes zu Kanoes verarbeitet werden können. Verschiedene
Sträucher, wie Hartriegel (Cornus stolonifera), Schneeball (Viburnum
pauciflorum), mehrere Stachelbeer- und Brombeersträucher, Rosen und
Himbeeren (Ribes lacustre, R. laxiflorum; Rubus spectabilis, R. nutkanus, R.
strigosus; Rosa nutkana) bilden ein fast undurchdringliches Dickicht und der
eigentümliche, niederliegende Wuchs der Weiden und Erlen, deren
elastisch auseinanderweichende Stämme ebenso viele Fußangeln für den
sich mühsam durchwindenden Wanderer bilden, machen ein Vordringen in
diesem Terrain außerordentlich schwierig. Auf wiederholt überschwemmt
gewesenen sandigen Stellen deckt ein wahrer Schachtelhalmwald (Equi-
selum arvense) den Boden zwischen dem Weidengestrüpp, während der
gröbere Flusskies zuerst von der hübschen Dryas Drummondii mit dunkel-
grünen, runden Rasen überzogen wird.
Wald und Gebüsch reichen in den Flussthälern nicht direct bis zum
Meeresufer heran; an die vor der Mündung der Flüsse abgelagerten Sand-
bänke schließt sich thalaufwärts gewissermaßen als räumliches und zeit-
liches Bindeglied eine offene Wiese und Grasflur an; es ist fast die ein-
zige, noch dazu wenig ausgedehnte Stelle, wo einige Repräsentanten der
Vegetation unserer Wiesen und Triften gefunden werden; den schönsten
Schmuck bilden blaue Schwertlilien (Iris sibirica), die dunkelblütige Sarana-
lilie (Fritillaria kamtschacensis), hübsche nickende Primeln (Dodecatheon
Meadia var. macrocarpum), ferner Lupinus nootkatensis, Potentilla gracilis,
P. Anserina, Anemone multifida, Ranunculus repens, R. occidentalis, R. acris
(eingeschleppt), Parnassia palustris, Sanguisorba canadensis. Häufiger sind
in der Thalsohle weite Sumpfstrecken mit einer charakteristischen Flora
(Caltha palustris var. sibirica, Stellaria borealis, Potentilla palustris, Hip-
puris vulgaris, Cicuta maculata, Myrica Gale et var. tomentosa, Tofieldia
borealis, Glyceria pauciflora, Carex gynocrates).
Die Strandflora zeigt ebenfalls weit verbreitete Arten, wie Arenaria
peploides var. oblongifolia, Lathyrus maritimus , Glaux maritima, Mertensia
maritima, Plantago maritima, Atriplex littorale, Salicornia fruticosa, Juncus
balticus v. littoralis, Triglochin maritimum, Glyceria maritima (diese oft von
der Flut bedeckt). An flachen sandigen Ufern finden sich ausgedehnte See-
graswiesen (von Zostera marina L.; denn Phyllospadix Scouleri Hook. wächst
nach Macoun — Cat. Canad. Pl. H. p. 94 — nur an felsigen Orten), wäh-
rend die felsigen Stellen bis zu einer großen Tiefe hin von üppiger Algen-
vegetation bedeckt sind.
Mit den wesentlichsten Charakterzug unseres Gebietes bildet der dichte
Nadelholzwald, der fast ununterbrochen die Bergabhänge der Fjorde und
Thäler bedeckt, und nur hin und wieder an nassen Stellen einem Erlen- und
Weidenbruch (Alnaster Alnobetula; Sali fulerata, S. Barralttiana var.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 333
vestita), oder an schroffen Felsabhüngen einem lichten Birkenhain (Betula
glandulosa var. rotundifolia) Platz macht. Der Nadelholzwald wird fast aus-
schließlich von zwei Arten gebildet, der Sitkafichte (Picea sitchensis; W hite
Spruce der Amerikaner), und einer Hemlocktanne (Tsuga Mertensiana).
Erstere ist ein stattlicher Baum, welcher in seinem Habitus an die
Rottanne erinnert; Stämme von über 4 m Dicke und 50 m Höhe sind nicht
selten; bei einigen Stämmen wurden in einer Höhe von 2 m über dem Erd-
boden noch 4,92, 5,35 und 5,82 m Umfang gemessen. Solche Stämme wer-
den, wenn sie gerade gewachsen sind, von den Eingeborenen zu Kanoes
und auch zu den großen Pfosten ihrer Häuser verarbeitet; auffällig ist es,
dass ein großer Teil der Stämme eine starke Drehung nach links zeigt. —
Die Hemlocktanne erinnert sehr an die canadische Species; sie erreicht nie
die Dimensionen der Sitkafichte; nur ausnahmsweise wurde der Umfang
eines Stammes in einer Höhe von 2 m über dem Boden zu 4,34 m gemessen ;
ihr Holz ist wenig brauchbar. — An unfruchtbaren, sumpfigen, oder den
Seewinden ausgesetzten Stellen findet man kleine Bestände einer Kiefer
(Pinus contorta; Black Pine der Amerikaner), und auf der Hóhe in der
Nähe der Baumgrenze wird die gewöhnliche Tsuga durch eine andere Art
(T. Pattoniana) ersetzt, die sich durch dunkelgrüne, nach allen Seiten ab-
stehende Nadeln unterscheidet. Noch hóher hinauf als diese geht Abies sub-
alpina (Balsam-Fir der Amerikaner), ein schöner, mäßig hoher Baum, der
an die canadische Balsamtanne erinnert; in großen Blasen, die sich unter
der glatten Rinde finden, enthält er ein Harz, das ganz mit Canadabalsam
übereinstimmt. An der Seeküste kommt er nur in kleinen Gruppen vor,
in höheren Lagen — z. B. am Dejähpass — erscheint er in der Form des
Krummholzes, während er jenseit der Pässe ein häufiger Waldbaum ist (z. B.
am See Schütlüchroa). — Nur an zwei Punkten, am unteren Natagehin
(850 m) und am Zusammenfluss des Ssergoit mit dem Abfluss des Sees
Danaaku (890 m) wurde Picea alba var. arctica beobachtet (nach den Nadeln
und den Zapfen ist dies bestimmt P. alba, und nicht P. nigra, wie Macoun
— Cat. Canad. Pl. I. p. 469 — annimmt). Ganz vereinzelt fand sich in der
Nühe der Portagebay ein Exemplar der sogenannten roten Ceder (Thuja
gigantea). Schon im Süden des Lynneanals, auf den Inseln bei Juneau City,
ferner bei Fort Wrangell und bei Sitka ist sie häufiger, doch erst weiter
südlich, auf der Queen Charlotteinsel erreicht dieser schöne und nützliche
Baum seine vollkommenste Ausbildung. Die gelbe Ceder (Chamaecyparis
nulkaensis), die vereinzelt bei Sitka angetroffen wird und die ein ausgezeich-
netes Werkholz liefert, kommt im Chilcatgebiet nicht vor. — Wachholder-
gesträuch (Juniperus communis var. nana) ist überall von der felsigen Küste
bis in die Krummholzregion hinein verbreitet.
Von Laubbäumen sind außer den weiter oben erwähnten nur noch zwei
Ahornarten (Acer glabrum und A. rubrum), eine Eberesche (Sorbus sambuci-
folia), Pirus rivularis, Belula papyracea und Salix Barrattiana im Walde
334 F. Kurtz.
zerstreut; sie sind nur von niedrigem Wuchse und für den Charakter der
Landschaft nicht maßgebend; meistens nehmen sie nur Anteil an der Bil-
dung des Unterholzes, das gerade hier im Nadelholzwald auBerordentlich
entwickelt ist; an manchen tiefer gelegenen und nicht zu abschüssigen
Stellen ist die Vegetation geradezu von einer überraschenden, beinahe tropi-
schen Üppigkeit. Ein dichter Moosteppich deckt den humusreichen Boden,
wie auch die kreuz und quer durcheinanderliegenden, halb vermoderten
Baumstümme ; auch die aufrecht stehenden Bäume sind reichlich mit großen
Flechten und dicken Moospolstern bekleidet. Mannshohe Farnkräuter (Pteri-
dium aquilinum var. lanuginosum) und noch höhere Blaubeeren und Rho-
doraceengebüsche (Vaccinium ovalifolium; Menziesia ferruginea) bilden ein
undurchdringliches Dickicht, namentlich wenn noch die dem Westen Nord-
amerikas eigentümliche Araliacee Fatsia horrida (Devil's Club oder
Devil's Walking Stick) hinzukommt. Diese ist ein sehr auffälliger
Strauch, dessen schlanke, unten noch nicht armdicke und wenig verzweigte
Stämme eine Krone von großen handförmigen Blättern und eine Rispe von
grünlichen Blüten tragen. Stengel und Blätter sind mit einer Unzahl feiner
Stacheln besetzt, welche bei unvorsichtiger Berührung leicht in der Haut
stecken bleiben und unangenehme Entzündungen verursachen können.
Von krautigen Pflanzen sind auf dem Waldboden besonders häufig
mehrere Pirola-Arten (P. rotundifolia var. incarnata, P. uniflora, P. chlorantha,
P. minor, P. secunda), Chimophila umbellata, Monotropa Hypopitys var. hir-
suta, Spiranthes decipiens, Listera cordata, Streptopus amplexifolius, Majan-
themum bifolium var. kamtschaticum, Tiarella trifoliata, Coptis asplenifolia
vor allen sind aber der rankende Rubus pedatus und die krautige Cornus
canadensis, die der Cornus suecica nahe steht, für den Waldboden charak-
teristisch. An feuchten Stellen ist eine sehr auffällige Aracee, Lysichiton
camtschacense, allgemein verbreitet, die mit ihren dichtstehenden über 4 m
langen und 0,2 m breiten Blättern und ihrem mächtigen Fruchtkolben an
die Gewächse wärmerer Zonen erinnert.
Verschieden von der Flora des Waldbestandes ist die der Waldränder
und die der trockeneren Flussufer, die durch das massenhafte Auftreten von
Epilobium angustifolium f. macrophyllum und einer großen Umbellifere
(Heracleum lanatum var. vestitum) charakterisiert werden; ein breitblättriger
Rubus (R. nulkanus) und wohlriechende Rosen (Rosa nulkana) entfalten hier
ihre großen weißen und roten Blüten, die vom Colibri (Selasphorus rufus
Gmel. umschwärmt werden. — Die Feuchtigkeit der tiefer gelegenen
Wälder ist so groß, dass ein absichtlich angelegtes oder zufällig entstan-
denes Feuer nicht zum verheerenden Waldbrande werden kann.
Auf den zusammenhängenden Nadelholzwald folgt in der Höhe von
750 m eine Zone von strauchigen Grünerlen (Alnaster Alnobetula), unter-
mischt mit niederliegenden Ebereschen und Weiden (Salix Barrattiana var.
vestita, S.arclica), und, gewöhnlich noch etwas höher hinauf, ein mehr oder
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 335
weniger zusammenhängender Gürtel von Krummholz, der von Varietäten
der vorhin erwähnten Tsuga Pattoniana und der Abies subalpina gebildet
wird. Wie in unseren Alpen bildet dieses Krummholz mit seinen nieder-
liegenden Stämmen und den dicht ineinanderverschlungenen Ästen ein
fast undurchdringliches Hindernis für den Wanderer, während anderer-
seits seine zähen Zweige beim klettern einen sicheren Halt gewähren. In
dieser Region finden sich auch wirkliche alpine Matten, die einen üppigen
Blumenflor zeigen; hier sieht man Thalictrum dioicum, Anemone narcissiflora,
Delphinium scopulorum, Aconitum Napellus var. delphinifolia, Geranium
erianthum, Spiraea betulifolia, Geum calthifolium, Parnassia fimbriata,
Heracleum lanatum var. vestitum, Petasites palmatus, Arnica cordifolia, A.
latifolia, Senecio triangularis, Saussurea americana, Cladothamnus piroli-
florus’), Hieracium gracile, Campanula lasiocarpa, Menyanthes Crista galli,
Gentiana Amarella var. acuta, G. glauca, G. tenella, Veronica alpina, Cypri-
pedium pubescens, Veratrum album var. Lobelianum. Besonders bemerkens-
wert ist die schöne Rhodoracee Cladothamnus piroliflorus!), ein bis 2 m hoch
werdender, dicht verästelter Strauch mit Pirola-ähnlichen weiß-rötlichen
Blüten, den Mertens zuerst auf Sitka (wohl am Berge Werstowoi) auffand,
und der nach A. Gray (Synopt. Flora II. 4) auch in Washington Territory
vorkommen soll.
An der oberen Grenze der Krummbolzregion, die man bei 1050 m
setzen kann, finden sich sehr häufig ausgedehnte Strecken mit knie- bis
mannshohen Weiden und Zwergbirken bewachsen (Salix fulcrata, S. arc-
tica var. Pallasii et var. Brownei; Betula glandulosa var. rotundifolia), ober-
halb deren dann eine rein alpine bezw. nordische (besser: arktisch-eireum-
polare) Vegetation eintritt. Eine Wanderung über diese Höhen erinnerte
ungemein an eine Wanderung über die norwegischen Fjelde; hier wie dort
geht es abwechselnd über Schneefelder, kahles Felsgestein, Moos- und
Flechtentundra ; Zwergbirken, kriechende Weiden, Wachholder (Juniperus
communis var. nana) und Grünerlen (Alnaster Alnobetula) sind die spär-
lichen Vertreter der Baumwelt; den größten Anteil an der Bedeckung des
Bodens nehmen die Krähenbeere (Empetrum nigrum), dann zahlreiche Mit-
glieder aus der Familie der Ericaceen, darunter zwei stattliche Bryanthus-
Arten (B. glanduliflorus und B. empetriformis), mehrere Arten der Gattungen
Cassiope und Andromeda (C. Stelleriana, C. lycopodioides, C. tetragona, C.
Mertensiana; Andromeda polifolia), die mit ihren zarten weißen Blüten-
glóckchen den herrlichsten Schmuck dieser Einóden bilden, ferner neben
der amerikanischen Kalmia glauca var. microphylla (in dieser Form ver-
breiteter Charakterstrauch der Hochtundra) auch die bekannten Loiseleuria
procumbens, Arctostaphylos alpina, Sedum palustre var. dilatatum und meh-
rere Vaccinium - Arten (V. caespitosum, V. uliginosum, V. Vitis doen f. pu-
4) Nur bei Juneau City am südlichen Ende des Lynncanals gefunden.
336 F. Kurtz.
mila, V. Oxycoccos var. parvifolia). Zwischen ihnen rankt Linnaea borealis,
breiten sich Rasen aus von Dryas octopetala, Diapensia lapponica und Silene
acaulis, und sprosst Lycopodium Selago und L. sitchense hervor. Von Moosen
überzieht das greisgraue Rhacomilrium lanuginosum die Felsblöcke auf weite
Strecken, verschiedene Polytrichum- und Pogonatum-Arten bilden Rasen an
den trockenen Stellen, wührend in den Sümpfen Sphagnum-Arten wuchern ;
ein auf Rentierkot in diehten Rasen wachsendes Splachnum (Tetraplodon)
scheint dieselbe Art zu sein, welche in Norwegen genau unter denselben Ver-
hültnissen angetroffen wird. Auch unter den Flechten scheinen die massenhaft
auftretenden Arten von Cladonia, Cetraria und Peltigera identisch zu sein
mit denen jener Länder; jedoch finden sich nie so ausschließlich von ihnen
bedeckte Strecken, wie die, welche Lınxt agros Lapponum nennt, oder
wie solche im Nordosten Amerikas in den Barren grounds auftreten.
Beim Aufstieg aus der Thalsohle des Tlehini auf die nördlich vor-
liegenden Höhen (am 20. Juni 1882) fand Dr. Aurnun Krause die Flora, je
höher er anstieg, desto weiter vorgeschritten: was unten erst in Knospen
bemerkt worden war, prangte hier in voller Blüte, ein Umstand, welcher
wohl der mit der Hóhe und dem Lichterwerden des Waldes gesteigerten
Lichteinwirkung zugeschrieben werden muss!). Noch eine andere Beobach-
tung konnte dabei gemacht werden: specifisch amerikanische Pflanzen sind
im Thal und in der Waldregion zurückgeblieben; auf der Hochtundra
treffen wir nordisch cireumpolare Arten und Gattungen, und nur das
hübsche Dodecatheon Meadia var. frigidum, und die weite Strecken über-
ziehende bemerkenswerte Rosacee Spiraea (Eriogynia) pectinata nehmen
sich fremdartig aus in einer Umgebung von Alpenanemonen (A. narcissi-
flora, A. parviflora, A. Richardsoni), Ranunkeln (Ranunculus nivalis, R.
Nuttallii, R. repens var. hispidus) und Steinbrecharten (Saxifraga leucan-
themifolia var. Brunoniana, S. punctata, S. oppositifolia, S. bronchialis, S.
exilis, S. Tolmiei) und vielen anderen Mitgliedern der arktischen oder al-
pinen Flora.
Bemerkenswert ist, dass auf einzelnen kahlen, den Seewinden stark
ausgesetzten Landspitzen der Fjorde einige der alpinen Region angehörige
Pflanzen angetroffen werden, wie Spiraea pectinata, Sedum Rhodiola DC.?),
Empetrum nigrum, Parnassia fimbriata, Poa arctica.
Da die zum Yukongebiet führenden Pässe keine bedeutende Höhe er-
reichen, so ist nicht zu erwarten, dass die alpine Vegetation auf beiden
Seiten der Passhöhe einen Unterschied zeigen werde. Steigt man dagegen
jenseits der Wasserscheide neben einem der wildtosenden Bergwasser zur
Waldgrenze hinab, so fällt einem sogleich die andre Zusammensetzung des
Waldes auf. Die beiden Tsuga-Arten fehlen, nur noch wenig Krummholz
4) Noch wichtiger ist vielleicht der Umstand, dass die schwere kalte Luft bei
ruhiger Witterung in den Thälern länger liegen bleibt,
2) Nicht in der Sammlung, aber von Herrn Ann Krause sicher erkannt.
Die Flora des Chileatgebietes im südóstlichen Alaska. 337
der Tsuga Pattoniana war im Norden des Dejähpasses zu finden ; die Sitka-
Fichte wird durch Picea alba ersetzt, die den ganzen ungeheuren Raum des
britischen Nordamerika von der Behringsstraße bis zu den Ufern der Hud-
sonsbai einnimmt; Abies subalpina und Pinus contorta finden sich jetzt
häufiger, erstere als schöner Baum.
Vor allem aber ist die ganze Physiognomie des Waldes verändert: er
ist freier und lichter; statt auf schwellenden Moospolstern und zwischen
hohen Farnkräutern schreitet man auf kahlen Felsplatten dahin. Wohl kann
auch hier, namentlich an sumpfigen Stellen und an den Ufern der Flüsse
das dichte Unterholz von Weiden und Erlen dem Wanderer erhebliche
Schwierigkeiten bereiten, aber es zeigt doch nicht die außerordentliche
Üppigkeit, jene ungeheure Entwickelung vegetativer Organe, die in den
tiefschattigen feuchten Küstenwäldern so auffallend hervortritt.
Dass die Baumgrenze im Innern höher hinaufgeht und die Vegetation
früher im Jahre beginnt als an der Küste, wurde schon weiter oben er-
wähnt und auf dieselben Ursachen zurückgeführt, die auch das veränderte
Aussehen des Waldes bedingen.
b. Vegetationszonen.
Aus den vorangehend mitgeteilten Beobachtungen Dr. Arruur Krausr’s
sowie aus dem Studium des Herbars und der zu den einzelnen Arten ge-
machten Bemerkungen über deren Vorkommen geht hervor, dass man die
Vegetation des Chilcatgebiets ungezwungen zunächst in vier Zonen gliedern
kann, die einander von unten nach oben in der hier angegebenen Weise
folgen :
I. Thalzone; erstreckt sich vom Meeresufer ungefähr 30—40 m
aufwärts.
ll. Nadelholzzone; von 40—800 m sich ausdehnend.
III. Grünerlen- und Krummholzzone; von 800 bis zu 1000 m
ansteigend.
IV. Tundrazone; breitet sich oberhalb der letzteren aus, steigt
aber öfter unter die Tausendmeterlinie herab.
Zu dieser Einteilung ist zunächst zu bemerken, dass die lll. Zone
nicht in zwei Zonen zu zerlegen ist, denn einmal schließt der Grün-
erlengürtel die Krummholzzone in sieh ein (Grünerlenbestände kommen
auch noch oberhalb des Krummholzes in der Tundra vor), und dann finden
sich viele charakteristische Stauden sowohl im Gebiet der Grünerle, als
auch im Bezirk des Krummholzes.
Die Zone des Thalgrundes gliedert sich nach den verschiedenen Stand-
orten in folgende Formationen :
4. Strandformation; umfasst die Pflanzen der Meeresufer, soweit
diese nicht felsig sind.
2. Grasfluren, Wiesen. — Diese finden sich im unteren Teil des
Dejähthals, am Ausgang des vom Ferebeegletscher herabkommenden Thals
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 22
338 F. Kurtz.
(Dejähssanke), zwischen Katkwaltu und Kloquan am unteren Chilcat und an
der Portagebai am Chilcat-Inlet.
3. Laub wald. Größere und kleinere Laubwaldbestände wurden be-
obachtet im Dejähthal aufwärts bis Katlaküchra, im Thal des Schkague,
oberhalb von Dejähssanke, im unteren Teil der Thäler des Katschkahin, des
Chilcat und Tlehini, des Takhin und Chalzékahin, und des Chkazehín.
4. Formation der Flussufer, der Deltabildungen und der
Flussinseln. Diese Formation begreift nur den aus Geröllen und Sanden
bestehenden Teil der fluviatilen Bildungen.
9. Felsen der Küstenregion und der Flussmündungen.
In dieser Formation sind die Pflanzen einbegriffen, welche an den felsigen
unteren Abhängen des Dejähfjords, den Felsen an der Mündung des Chilcat,
bei Vanderbilt-Point, North-Point, am Berg Geissén, bei Jendestakä, Deschu,
Ketlrächtä, Nachk'(u), und bei Seduction-Point aufgenommen wurden.
6. Wiesen und Moränen am Fuß der Gletscher. Der Bertha-
gletscher im unteren Takhinthal und der Takügletscher (am Taku-Inlet im
Osten von Juneau-City) waren die einzigen, in deren Umgebung Pflanzen
gesammelt wurden.
Von diesen Formationen ist die der Flussthäler die am wenigsten scharf
charakterisierte ; sie besteht hauptsächlich aus Holzgewächsen des Laub-
waldes, mit wenigem Nadelholz untermischt (Picea sitchensis im unteren
Dejühthal), weist aber in ihrer Staudenvegetation immerhin genügende
Eigentümlichkeiten auf, um sie als eigene Formation aufrecht zu erhalten, be-
sonders, wenn man ihre topographischen Eigenschaften mit in Betracht zieht;
anders müsste man die sie zusammensetzenden Elemente teils der Wiesen-
formation, teils dem Laubwald einverleiben.
Die Formation der felsigen Küsten und der Felsen an den Flussmün-
dungen ist einmal durch eine Anzahl von Arten ausgezeichnet, die im
Gebiet nur an diesen Standorten gefunden wurden und von denen einige
hier ihre Nordgrenze haben (z. B. Saxifraga Mertensiana, Heuchera glabra,
Echinospermum Redowskyi, Allosorus Stelleri, Woodsia scopulina, Physe-
matium obtusum), und ferner durch mehrere Pflanzen, die im Gebiet hier
zuerst erscheinen und dann erst wieder in der alpinen Region (oberer
Nadelholzwald, Grünerlenzone, Tundra) auftreten. Dies sind: Spiraea
pectinata, Parnassia fimbriata, Artemisia norwegica, Hierochloa alpina, Poa
arctica.
Auch für die Tundrazone könnte man Standortsformationen aufstellen
(z. B. Formation der Sümpfe, der Gebüsche, der felsigen Gehänge u. s. w.),
doch sind die vorhandenen Daten dazu nicht ausreichend; es sind deshalb
die Standorte bei den einzelnen Arten, soweit dies möglich war, angegeben
worden.
Bei der Aufstellung der den verschiedenen Zonen entsprechenden
Listen war es öfter geboten, manche Arten, die im Herbar nur aus einer
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 339
Zone vorlagen, auch noch für andere Hóhenschichten anzugeben, wenn ihr
Vorkommen daselbst wahrscheinlich oder sicher war. So gehen z. B. viele
Arten der Nadelholzzone in die Region der Grünerle und des Krummholzes
hinauf, doch bleibt eine deutliche Grenzlinie zwischen der Vegetation der
tieferen und der höheren Lagen ungefähr an der oberen Grenze des Nadel-
holzwaldes (also des Waldes überhaupt) bestehen: ihre obere Grenze finden
hier z. B. :
Thalictrum dioicum. Carex capillaris.
Cerastium arvense, C. festiva.
Geranium erianthum. C. lenticularis.
Spiraea betulifolia. C. macrochaeta.
Dryas Drummondii. C. Sartwelli.
Heracleum lanatum var. vestitum. Bromus ciliatus.
Arnica cordifolia. Aspidium Lonchitis.
Listera cordata.
Was den Unterschied zwischen Sträuchern einerseits und Stauden
andrerseits betrifft, so ist derselbe mehr physiognomisch aufgefasst worden;
als »Sträucher« sind nur die höheren, wirklich Strauchform zeigenden Holz-
pflanzen aufgeführt, während die niedrigeren (Arten von Vaccinium,
Andromeda, Bryanthus, Cassiope, Ledum ete.) unter die Stauden gestellt
wurden.
Es sei noch bemerkt, dass auch die in der Krummholzregion bei
Juneau- City (am Ausgang des Lynncanals) gefundenen Pflanzen in die
Listen aufgenommen sind (ihre Herkunft ist stets durch ein »J.-C.« an-
gezeigt), da möglicher Weise einige Arten (so vielleicht Cladothamnus,
Menyanthes Crista galli, Saxifraga Tolmiei) bei Juneau-City ihre Nordgrenze
haben; im Gebiet des oberen Lynneanals existieren die beiden erstgenannten
auffallenden Pflanzen sicher nicht, da sie sonst Dr. A. Krause gewiss nicht
entgangen wären. Eine Anzahl anderer bei Juneau-City und an anderen
weiter südlich gelegenen Punkten gefundener Arten sind nicht in die fol-
genden Listen aufgenommen worden, da einmal ihre Zugehörigkeit zu den
verschiedenen Zonen nicht mit Sicherheit angegeben werden konnte, und
weil die meisten schon einen mehr südlichen Vegetationscharakter tragen.
Hierher gehören folgende Species:
Juneau-City.
Nasturtium amphibium — Tu. MI Tellima grandiflora — Tu. M.
N. curvisiliqua. Heuchera micrantha — Tn. M.
Viola sarmentosa — Tu. M. Ligusticum scoticum — Tu. M.
Spergula arvensis — Tu. M. Galium asprellum — Tn. M.
Spiraea discolor — Tn. M. Mimulus luteus.
1) Von Tu. MxruaAN gesammelt.
22*
ius cud
340
F. Kurtz.
Killisnow (Kenasno w) Island.
Arabis alpina — Tn. M.
Polypodium falcatum — Tu. M.
Wrangell.
Ranunculus orthorhynchus — Tu. M.
R. recurvatus — Tn. M.
Drosera rotundifolia — Tn. M.
Epilobium glandulosum — Tn. M.
E. minutum — Tu. M.
Oenanthe sarmentosa.
Chamaecyparis nutkaensis.
Klowak.
Sagina occidentalis.
Spergularia salina.
Vicia gigantea.
Veronica americana.
Plantago major var. asiatica.
Adiantum pedatum f. humilis.
Zum Schluss dieser Bemerkungen mögen hier noch diejenigen Arten
angeführt werden, welche die größte verticale Verbreitung im Chileatgebiet
besitzen.
Ranunculus repens var. hispidus. —
Thal — Tundra.
Arabis hirsuta et varr. — Thal —
Tundra.
Arenaria verna var. hirta. — Thal —
Tundra.
Stellaria longipes. — Thal — Tundra.
Astragalus alpinus var. arcticus. —
Thal — Tundra.
Oxytropis campestris et varr. — Thal
— Tundra.
Hedysarum boreale.— Thal — Tundra.
Amelanchier canadensis var. oblongi-
folia. — Thal — Krummholz.
Potentilla dissecta et varr. — Thal
— Tundra.
P. fruticosa. — Thal — Tundra.
P. grandiflora var. villosa. — Thal
— Tundra.
P. Sibbaldia. — Thal — Tundra.
Saxifraga leucanthemifolia var. Bru-
noniana. — Thal — Tundra.
Heracleum lanatum var. vestitum. —
Thal — Krummholz.
Galium boreale. — Thal — Krumm-
holz.
Solidago Virga aurea var. arctica. —
Thal — Tundra.
Antennaria alpina et var. mono-
cephala. — Thal — Tundra.
Loiseleuria procumbens. — Thal —
Tundra.
Arctostaphylos Uva ursi. — Thal —
Tundra.
Dodecatheon Meadia et var. — Thal
— Tundra.
Androsaces septentrionalis. — Thal
— Tundra.
Gentiana Amarella var.
Thal — Tundra.
acula. —
Polygonum viviparum, — Strand —
Hochtundra.
Empetrum nigrum. — Küste —
Tundra.
Tofieldia borealis.— Wiese— Tundra.
Scirpus silvaticus. — Thal — Hoch-
tundra.
Carex cryptocarpa. — Strand —
Hochtundra.
C. pulla et var. — Thal — Tundra.
Juniperus communis var. nana. —
Küste — Tundra.
Lycopodium | Selago. —
Tundra.
L. sitchense. — Küste — Tundra.
Küste —
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska.
341
I. Thalzone.
Zur Thalzone gehören die unteren Hälften der verschiedenen in das
Chilcat- und das Cbileootinlet mündenden Flussthäler, aufwärts bis zum
Beginn des compacten Nadelholzwaldes, dessen untere Grenze man in
den Thälern ungefähr bei 30—40 m s. m. setzen kann.
Das unterste, durchaus vom Meer beeinflusste Glied dieser Zone ist die
Strandformation.
14. Strandformation.
Ranunculus Cymbalaria.
Cochlearia officinalis.
C. officinalis var. anglica.
Arenaria peploides var. oblongifolia :
gemein.
Stellaria crispa.
S. humifusa.
Montia lamprosperma.
Lathyrus maritimus; überall häufig.
Selinum Gmelini; auch auf Wiesen.
Galium Aparine var. spurium.
Glaux maritima.
Mertensia maritima; überall.
Plantago maritima.
Atriplex hastatum.
A. littorale.
Salicornia fruticosa.
Polygonum viviparum f. elatior (4 dm.
alt.).
Juncus balticus var. littoralis.
J. Lesueurii; verbreitet.
Triglochin maritimum.
Scirpus paluster (innerhalb der Flut-
grenze).
Carex cryptocarpa; häufig.
Phleum alpinum.
Deschampsia caespitosa var. bottnica.
Graphephorum melicoides var. major ;
ein schönes Gras.
Glyceria maritima; oft von der Flut
bedeckt.
Elymus americanus.
E. mollis.
2. Wiesenformation.
Anemone multifida ; trockene Stellen.
Ranunculus acris.
R. Cymbalaria.
R. occidentalis.
R. repens var. hispidus.
Aquilegia formosa.
Delphinium scopulorum ;
Anhöhen.
Barbarea lyrata var. stricta.
Arabis hirsuta.
A. Holboellii.
A. retrofracta.
A. petraea var. ambigua.
Cardamine hirsuta; feuchte Stellen.
Arenaria lateriflora; trockener Heide-
trockene
boden.
Stellaria borealis var. macrantha.
S. longipes var. Edwardsii; trockene
Wiesen.
Cerastium arvense var. angustifolium ;
rasige Abhänge.
Viola silvatica var. adunca; trockene
Abhänge.
Geranium erianthum.
Impatiens fulva; feuchte Stellen.
Lupinus nootkatensis ; bei Dejáhssanke
Wiesen bildend.
Oxytropis campestris.
O. Lamberti.
Lathyrus paluster et var. myrti-
folius.
342
b !) Spiraea betulifolia.
Fragaria chilensis.
Potentilla Anserina; gemein.
P. dissecta.
b P. fruticosa; auf
Heideboden.
P. gracilis ; trockene Anhóhen.
P. grandiflora var. villosa ;
trockene Hügel.
P. Sibbaldia; trockene Hügel.
Sanguisorba canadensis.
Parnassia palustris ; sehr häufig.
P. parviflora.
b Ribes lacustre; häufigan Abhängen
und an offenen Stellen..
R. bracteosum (J.-C.).
Selinum Benthami.
S. Gmelini.
Archangelica Gmelini.
b Symphoricarpus | occidentalis ;
trockene Anhóhen.
Galium boreale ; trockene Anhóhen.
G. trifidum var. latifolium.
Solidago Virga aurea var. arctica,
Aster sibiricus var. montanus.
Erigeron acer f. droebachiensis.
Antennaria alpina var. monoce-
phala; sonnige Anhóhen.
Anaphalis margaritacea; sonnige
Anhöhen.
Achillea Millefolium;
Stellen.
Chrysanthemum arcticum.
Artemisia vulgaris; trockene An-
höhen.
Arnica cordifolia.
Prenanthes alata.
Dodecatheon Meadia var. macro-
carpum.
Androsaces septentrionalis.
Trientalis europaea var. arctica;
sandige Grasplätze.
trockenem
feuchte
1) b = Strauch.
F. Kurtz. \
Gentiana Amarella var. acuta.
Pleurogyne rolata.
Collinsia grandiflora var. pusilla;
häufig.
Rhinanthus Crista galli.
Boschniakia glabra.
Pinguicula vulgaris.
Plantago macrocarpa; häufig.
Rumex occidentalis.
R. salicifolius.
Polygonum aviculare var. buxifolium;
feuchte Stellen.
P. viviparum.
Peristylus viridis var. bracteatus.
Spiranthes cernua; nasse Wiesen.
Iris sibirica.
I. versicolor var. virginica.
Fritillaria kamtschatcensis.
Carex adusta; grasige Abhänge.
C. aquatilis.
C. cryptocarpa; nasse Sandstellen.
C. echinata; nasse Wiesen.
C. festiva.
C. glareosa; trockener Grasboden.
C. macrochaeta; dichte Rasen bildend.
C. Mertensi.
C. Sartwellü; grasige Abhänge.
Hierochloa odorata ; grasige Abhänge.
Agrostis exarata.
A. canina.
Calamagrostis canadensis; trockene
Abhänge.
C. neglecta; häufig.
Deschampsia caespitosa.
Poa pratensis.
Festuca rubra; trockene Abhänge.
Hordeum secalinum.
Elymus americanus.
Bromus aleutensis ;
höhen.
trockene An-
B. ciliatus; trockene Anhöhen.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 343
B. subulatus.
Agropyrum dasystachium.
A. divergens; trockene Anhöhen.
A. violaceum; trockene sandige
Stellen.
Botrychium lanceolatum; trockener
Heideboden. `
2a, Wiesensümpfe.
Caltha palustris var. sibirica.
Stellaria borealis.
Potentilla palustris.
Hippuris vulgaris.
Cicuta maculata.
b Myrica Gale et var. tomentosa.
Tofieldia, borealis.
Carex gynocrales.
Glyceria pauciflora.
3. Laub waldformation.
A. Holzgewächse.
x !) Acer glabrum.
x A. rubrum.
Spiraea betulifolia.
x Pirus rivularis.
Sorbus sambucifolia.
Amelanchier canadensis var. ob-
longifolia.
' Rubus nutkanus.
R. spectabilis; offene Stellen im
Gebüsch, häufig.
R. stellatus.
R. strigosus.
Rosa nutkana.
Ribes lacustre.
R. bracteosum (J.-C.).
Fatsia horrida.
Cornus stolonifera.
Sambucus racemosa var. pubens.
Viburnum ellipticum.
V. pauciflorum.
Vaccinium myrtilloides.
V. ovalifolium; häufig, blüht vor
den Bláttern.
Comandra livida.
x Betula papyracea.
zk Alnaster Alnobetula.
x Alnus incana var. virescens.
Salix Barcleyi.
S. Barrattiana.
x S. flavescens.
S. sitchensis.
æ Populus balsamifera; sehr häufig.
x Picea sitchensis.
x Thuja gigantea; sehr vereinzelt.
B. Stauden und Kräuter.
Coptis asplenifolia.
Actaea spicata var. arguta.
Claytonia sibirica; an quelligen
Stellen.
Viola biflora var. sitchensis.
V. blanda ; feuchte Stellen.
Spiraea Aruncus.
Geum macrophyllum.
Tiarella trifoliata et var. wnifoliata.
4) x = Baum.
Epilobium angustifolium f. macro-
phylla; Waldränder.
E. boreale; trockenes Gebüsch.
Circaea alpına.
Berula angustifolia; feuchtes Ge-
büsch.
Osmorrhiza nuda.
Heracleum | lanalum var. vestitum;
geht bis ins Krummholz hinauf.
344
Cornus canadensis.
Galium Aparine; an feuchten Stellen.
G. trifidum var. latifolium; | unter
Gebtüsch*
G. triflorum; mooriger Waldboden.
Senecio aureus € Balsamita.
Hieracium albiflorum.
Lactuca leucophaea ; feuchte Stellen.
Prenanthes alata.
Pirola chlorantha; moosiger Boden,
Waldränder.
P. minor.
P. secunda.
P. uniflora; häufig.
F. Kurtz,
Monotropa Hypopitys var. hirsuta.
Platanthera hyperborea.
Spiranthes decipiens ; moosiger Wald-
boden, häufig.
Listera cordata.
Majanthemum bifolium var.
tschaticum; Waldründer.
Streptopus amplexifolius.
Carex Mertensii; unter Gebüsch.
Phegopteris polypodioides.
Lycopodium clavatum; Waldränder.
Equisetum arvense; an feuchten
Stellen gemein.
kam-
3a. Waldsümpfe.
Hippuris vulgaris.
Galium triflorum.
Sedum latifolium.
Menyanthes trifoliata.
b Myrica Gale.
Sparganium simplex var. angusti-
folium.
Lysichiton kamtschatcense.
Scirpus silvaticus.
Cinna latifolia.
Asplenum Filix femina.
Aspidium spinulosum var. dila-
tatum.
A. rigidum var. argutum.
4. Formation der Flussufer und Flussinseln.
A. Holzgewächse.
Rubus nutkanus.
R. spectabilis.
R. strigosus.
Rosa nutkana ` sehr häufig, wohl-
riechend.
Ribes lacustre.
R. laxiflorum.
Cornus stolonifera.
B. Stauden
Thalictrum dioicum; geht bis ins
Krummholz hinauf.
Arabis petraea var. ambigua; san-
dige Flussufer; sehr häufig.
Stellaria borealis ; schattige Ufer.
Arenaria verna var. hirta: Fluss-
kies.
A. lateriflora; verbreitet.
D
Viburnum pauciflorum.
Shepherdia canadensis ; Flussufer,
Thalsohle.
zk Alnaster Alnobetula.
x Salix flavescens.
x Populus balsamifera.
* Picea sitchensis.
und Kräuter.
Claytonia sibirica.
Astragalus alpinus var. arcticus;
Flussufer.
Oxytropis campestris; Flusssand,
häufig.
Hedysarum boreale; Flusssand,häufig.
H. Mackenzii: Flusssand.
Dryas Drummondii ; Geröll.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska.
Saxifraga virginiensis f. vulgaris;
trockene Ufer.
Epilobium lactiflorum; Ufergebüsch.
E. latifolium «a. arcticum; Flusssand.
Heracleum lanatum var. vestitum.
Antennaria: carpathica var. pul-
cherrima ; Flussbett (wohl herab-
geschwemmt).
Senecio aureus € Balsamita.
Crepis nana; Flusskies.
Primula sibirica var. mistassinica ;
sandige Ufer.
Polemonium coeruleum var. humile;
Kiesboden, häufig.
Euphrasia officinalis; Flusskies.
Coralliorrhiza innata; nasser Fluss-
sand, in altem Laub.
Platanthera stricta; Flusskies.
Cypripedium passerinum; Flussbett,
an trockenen Stellen unter Ge-
büsch.
Juncus alpinus; nasser Flusssand.
J. castaneus; ebenda, häufig.
Triglochin palustre; im Flussbett.
Eriophorum Scheuchzeri; Flusssand,
häufig.
345
Carex capillaris; Sandinsel im Fluss,
nasse sandige Wiesen.
C. cryptocarpa; nasse Wiesen im
Flussbett, Flusssand.
C. flava var. viridula; nasse sandige
Wiesen.
C. incurva; Sandinseln im Fluss,
nasse, sandige Wiesen.
C. lenticularis ; wie C. incurva, häufig.
C. pulla, et var. vesicarioides; nasse
Wiesen im Flussbett; Flusssand.
häufig.
Phleum alpinum; Flusssand (wohl
herabgeschwemmt).
Calamagrostis Langsdorffü; sandige
Stellen im Flussbett.
Deschampsia caespitosa var. strichor;
sandige Stellen im Flussbett.
Trisetum spicatum ; Flusssand.
Poa glauca H. elatior; sandige Stellen
im Flussbett.
Equisetum arvense; nasse sandige
Stellen, sehr häufig.
E. variegatum; feuchte sandige Stel-
len im Flussthal.
5. Formation der felsigen Küsten und Flussmündungen.
+!) Draba incana var. confusa.
LD. incana var. ramosissima.
+D. - var. arabisans.
Spiraea pectinata ! ?)
Potentilla grandiflora.
b Amelanchier canadensis
longifolia.
Saxifraga leucanthemifolia et var.
Brunoniana.
--S. Mertensiana.
+S. punctata.
var. ob-
+85. tricuspidata; häufig.
+Heuchera glabra.
Parnassia fimbriata!
b Ribes laxiflorum var. inerme.
b R. prostratum.
Epilobium lactiflorum.
Antennaria alpina.
Artemisia norwegica !
Campanula rotundifolia var. hetero-
doxa; häufig.
b Loiseleuria procumbens.
1) + bezeichnet Pflanzen, die nar in dieser Region, nicht weiter aufwärts im
Gebiet, gefunden wurden.
2) Das ! bedeutet, dass die betreffende Art nächst der Küste erst wieder in der
alpinen Region erscheint,
346 F. Kurtz.
b Arctostaphylos Uva ursi. +A. Stelleri.
—+-Diapensia lapponica. Aspidium spinulosum.
Collomia gracilis. A. Lonchitis.
Polemonium coeruleum var. humile. Cystopteris bulbifera; früher aus
—+-Echinospermum Redowskyi. dem Westen nicht bekannt (teste
b Empetrum nigrum ! MEEHAn — an recte determinata ?).
Carex Gmelini.
Hierochloa alpina !
Agrostis canina.
Trisetum subspicatum et var. molle.
Poa arctica var. elongata !
Festuca rubra et var. arenaria.
b Juniperus communis var. nana.
Polypodium vulgare.
—+-Allosurus acrostichoides.
6. Gletscherformation (Wiesen am Fuß der Gletscher;
+C. fragilis.
-]- Woodsia scopulina.
-- Physematium obtusum.
Selaginella rupestris.
Lycopodium Selago.
L. annotinum.
L. sitchense.
L. complanatum.
L. clavatum.
Gletschergeröll).
A. Wiesen am Fufse der Gletscher.
Aconitum Napellus var. delphinifolia.
Epilobium Hornemannü.
Solidago Virga aurea var. conferti-
flora.
Vaccinium caespitosum.
Oxyria digyna.
Veratrum album var. Lobelianum.
Carex leporina.
C. canescens var. alpicola.
Botrychium ramosum.
B. lanceolatum.
Lycopodium sitchense.
B. Geróllflora.
Epilobium Hornemanni.
Juncus Lesueurii.
Carex cryptocarpa.
C. glareosa.
Deschampsia holciformis.
II. Nadelholzzone (40—800 m s. m.)
Trisetum subspicatum.
Poa glauca.
Graphephorum melicoides var. major.
Glyceria maritima var. arctica.
D
"
A. Holzgewächse.
Amelanchier canadensis var. ob-
longifolia.
Ribes hudsonianum.
Arctostaphylos Uva ursi.
Menziesia ferruginea, unterhalb
der Waldgrenze überall häufig.
Salix fulerata.
S. Barrattiana var. vestita.
zk Pinus contorta.
x Picea alba var. arctica; nur
Innern.
x P. sitchensis.
x Tsuga Mertensiana.
im
x Abies subalpina; obere Waldregion.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska.
347
B. Stauden und Kräuter.
Draba stellata var. glabrescens.
D. stellata var. nivalıs.
Viola biflora var. sitchensis; obere
Waldregion.
Melandryum involucratum; bei ca.
300 m.
Arenaria verna var. hirta; bei ca.
300 m.
Stellaria longipes.
Cerastium arvense;
Höhen.
Astragalus alpinus; steinige flache
Ufer.
Oxytropis campestris.
Dryas octopetala.
D. Drummondii; obere Waldregion,
rasenbildend.
Potentilla grandiflora var. villosa.
Rubus pedatus.
Chrysosplenium alternifolium;
quellige Stellen.
Musenium divaricatum.
Valeriana capitata; Waldwiesen.
Artemisia norwegica var. pacifica;
obere Waldregion.
Arnica Chamissonis;
kahle steinige
obere Wald-
region.
A. alpina; kahle steinige Höhen.
Campanula lasiocarpa; trockene
steinige Anhöhen.
Bryanthus empetriformis; Wald-
grenze.
Chimophila umbellata; bis zur oberen
Waldregion.
Gentiana Amarella var. acuta; obere
Waldregion.
Myosotis silvatica var. alpestris.
Veronica alpina; Waldwiesen.
Polygonum tenue; trockener, steiniger
Boden.
Platanthera hyperborea; feuchte Stel-
len.'
Listera cordata; bis zur oberen Wald-
region.
Cypripedium pubescens.
Zygadenus glaucus; grasige Abhänge
der oberen Waldregion.
Juncus Mertensianus.
Scirpus silvaticus.
Carex festiva; obere Waldregion.
C. canescens ; grasige Abhänge.
C. Sartwellii; bei ca. 600 m.
C. lenticularis.
C. capillaris; bei ca. 500 m.
C. pilulifera var. Novae Angliae;
kahle steinige Plätze bei ca. 500m.
Poa alpina; kahle steinige Höhen.
Botrychium ramosum ; bei ca. 600 m.
Aspidium Lonchitis.
Lycopodium Selago.
Für die tiefer (unter 40 m) gelegenen feuchten Stellen des Nadelholz-
waldes, der auf geeignetem Boden bis zum Meeresspiegel hinabreicht, sind
noch mehrere Pflanzen des Laubwaldes charakteristisch, namentlich :
Falsia horrida.
Vaccinium ovalifolium.
Coptis asplenifolia.
Tiarella trifoliata.
Die Pirola-Arten.
Monotropa Hypopitys var. hirsuta.
Spiranthes decipiens.
Majanthemum bifolium var. Kam-
tschaticum.
Streptopus amplexifolius.
Lysichiton Kamtschacense.
Cornus canadensis.
348
F. Kurtz.
III. Zone der Grünerle und des Krummholzes (ca. 800—1050 m s. m.).
A. Strüucher.
Spiraea betulifolia; 0,5 m hoch, häufig.
Potentilla fruticosa.
Amelanchier canadensis var. oblongi-
folia.
Ribes bracteosum (J.-C.).
Loiseleuria procumbens.
Cladothamnus piroliflorus (J.-C.).
Betula glandulosa var. rotundifolia.
Alnaster Alnobetula.
Salix fulcrata.
S. reticulata.
Empetrum nigrum.
Juniperus communis var. nana.
Tsuga Pattoniana.
Abies subalpina.
B. Stauden und Kräuter.
Thalictrum dioicum.
Ranunculus Nuttallü.
Anemone narcissiflora (J.-C.).
Caltha leptosepala.
Geranium erianthum.
Lupinus arcticus.
Oxytropis nigrescens.
Rubus pedatus.
Geum calthifolium "J-C,
Potentilla dissecta et var. Drummondii.
Leptarrhena pirolifolia.
Saxifraga leucanthemifolia var. Bru-
noniana.
S. Lyallii.
S. oppositifolia.
S. exilis (J.-C.).
Mitella nuda.
Parnassia fimbriata; häufig.
Heracleum lanatum var. vestitum.
Linnaea borealis; oberhalb der Fich-
tengrenze.
Galium boreale.
Aster peregrinus.
Antennaria alpina; auf trockenem
Heideboden.
Petasiles palmatus.
Arnica cordifolia; Alpenwiesen.
A. latifolia; Alpenwiesen.
Senecio triangularis; Alpenwiesen.
Saussurea americana.
Hieracium gracile.
Troximon aurantiacum.
Campanula lasiocarpa.
Vaccinium caespitosum var. Arbuscula.
V. uliginosum.
Cassiope Stelleriana.
C. Mertensiana.
Bryanthus glanduliflorus.
B. empetriformis.
Ledum palustre.
Chimophila umbellata.
Menyanthes Crista galli (J.-C.).
Gentiana Amarella var. acuta.
G. glauca.
G. tenella (J.-C.).
Veronica alpina.
Castilleja parviflora.
Pedicularis capitata; steinige kahle
Abhänge bei ca. 1000 m.
Platanthera unalaschcensis.
P. dilatata.
Luzula spadicea var. Wahlenbergü.
L. arcuata.
L. parviflora.
L. spicata.
Scirpus silvaticus (J.-C.).
Eriophorum polystachium var. lati-
folium (J.-C.).
Carex pyrenaica.
C. nigricans.
C. rupestris.
C. macrochaeta.
Agrostis alba.
Poa alpina.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska.
P. arctica var. vivipara (J.-C.).
Bromus ciliatus, trockene, steinige
Anhóhen.
Botrychium ramosum.
349
Phegopteris Dryopteris.
Aspidium spinulosum.
Pteris aquilina var. lanuginosa.
Lycopodium sitchense.
IV. Tundrazone (von 1050—1500 m s. m. sich ausdehnend, öfter aber
unter 1000 m herabreichend).
A. Sträucher.
Potentilla fruticosa; sonnige Ab-
hänge.
Arctostaphylos Uva ursi.
A. alpina.
Kalmia glauca var. microphylla;
Sümpfe, Hochtundra, sehr ver-
breitet.
Loiseleuria procumbens.
Betula glandulosa var. rotundifolia.
Salix arctica var. Pallasti.
S. - - Brownei.
B. Stauden und Kräuter.
Thalictrum alpinum.
Anemone patens var. Nutlalliana; stei-
nige bebuschte Abhänge.
A. parviflora; bei 1000—1200 m.
A. Richardsoni.
Ranunculus nivalis et var.
scholtzü; üppig.
R. Nuttallü; bei 1200 m.
R. repens var. hispidus f. Schlechten-
dalii.
Caltha leptosepala.
Corydalis pauciflora ; trockene Wie-
sen.
Arabis hirsuta f. exauriculata ; gra-
sige Anhóhen.
Cardamine bellidifolia; Hochtundra.
Draba alpina et var. glacialis.
D. stellata f. glabrescens ; felsige Ge-
hánge.
D. incana var. borealis.
D. aurea ; felsige Gehänge.
Thlaspi alpestre; sonnige Wiesen.
Viola Langsdorffü; hochgelegene
Sümpfe.
Silene acaulis.
Arenaria scandinavica.
A. verna var.hirta; sandiges Flussbett.
Esch-
Stellaria longipes.
Claytonia sarmentosa.
Astragalus alpinus; Flusskies.
A. frigidus var. littoralis; Gebüsch.
Oxytropis campestris var. sordida.
0. - - viscida;
felsige und bebuschte Abhänge.
O. nigrescens; steinige kahle Höhen,
den Felsen angedrückt.
Hedysarum boreale.
Spiraea pectinata ; auf feuchtem Bo-
den, an quelligen Stellen ausge-
dehnte frischgrüne Rasen bil-
dend.
Rubus Chamaemorus; in Sümpfen,
unter Gebüsch.
R. pedatus.
R. stellatus.
Potentilla grandiflora var. villosa.
P. - - lucida ;
Hochtundra.
P. dissecta et var. glaucophylla; fel-
sige Abhänge.
P. Sibbaldia; Hochtundra.
Saxifraga bronchialis; felsige Ab-
hänge.
S. exilis (J.-C.).
350
S. leucanthemifolia var. Brunoniana;
felsige Abhänge.
S. oppositifolia; an Felsen.
S. Tolmiei (J.-C.).
Linnaea borealis ; Hochtundra.
Solidago Virga aurea var. arctica;
sonnige Gehänge.
Aster peregrinus.
Erigeron compositus ; felsige Gehänge.
E. uniflorus; steiniges Flussbett.
E. lanatus ; kiesiges Flussbett.
Antennaria alpina var. monocephala.
Petasites frigidus.
Arnica unalaschcensis.
A. alpina.
Senecio frigidus; sumpfige Stellen.
Taraxacum vulgare,
Vaccinium Vitis idaea f. pumila.
V. Oxycoccos f. parvifolia; moorige
Wiesen.
V. uliginosum; sumpfige Ufer.
Andromeda polifolia; sumpfige Ufer,
sehr üppig.
Bryanthus glanduliflorus ; an Felsen.
Cassiope Stelleriana; an Felsen, in
1200 m Höhe,
C. lycopodioides; an Felsen, in 4200
m Höhe.
C. telragona ; Hochtundra.
Ledum palustre et var. dilatatum.
Dodecatheon Meadia var. frigidum.
Primula cuneifolia.
P. sibirica var. borealis.
Androsaces septentrionalis;
Gehänge.
Polemonium coeruleum var. aculiflo-
rum ; Gebüsch.
felsige
x?) Acer glabrum, 40 m.
x A. rubrum.
F. Kurtz,
Genliana propinqua ` Hochtundra.
G. glauca.
Mertensia paniculata; im Gebüsch.
Veronica alpina.
Castilleja pallida; trockenes Zwerg-
birkengebüsch.
Pedicularis capitata.
P. euphrasioides, felsige Abhänge.
P. hirsuta f. bracteosa: trockenes
Zwergbirkengebüsch.
Polygonum viviparum f. pusilla ` Hoch-
tundra.
Allium Schoenoprasum ; trockene Wie-
sen, unter Zwergbirken.
Lloydia serotina.
Tofieldia borealis.
Luzula spadicea var. Wahlenbergiüi ;
Hochtundra.
L. arcuata.
L. campestris; moosige Wiesen.
Juncus Drummondii; Hochtundra.
J. Mertensianus; Hochtundra, häufig.
Scirpus silvaticus; Hochtundra.
Eriophorum polystachium var .angusti-
folium; sumpfige Ufer.
Carex nigricans.
C. pedata; neben Schneeflecken in
1000 m Hóhe; neu für Amerika.
C. nardina ; in Felsspalten.
C. scirpoidea ` unter Gebüsch.
C. pulla; in Sümpfen.
C. cryptocarpa ; in Sümpfen.
Hierochloa alpina; bei 1000 m Hóhe.
Poa alpina).
Aspidium fragrans; in Felsspalten.
Lycopodium Selago; Hochtundra.
L. sitchense; an Felsen.
c. Báume und Stráucher.
Spiraea betulifolia, 0,5 m.
Rubus nutkanus, 1—41,5 m.
1) Nur diese zwei Grüser wurden aus der Tundrazone mitgebracht! — Ist die
Tundra wirklich so grasarm?
3) X = Baum.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaka. 351
R. spectabilis, 4 m.
R. strigosus.
Rosa nutkana, 4—9 m.
x Pirus rivularis, 2—3 m.
x Sorbus sambucifolia.
Amelanchier canadensis var. ob-
B. glandulosa var. rotundifolia, 0,5
—?2 m.
Alnaster Alnobetula, 4,9 m.
x Alnus incana var. virescens, 40 bis
12 m, 3—4 dm dick.
Salix arctica var. Brownei.
longifolia, 4 —2 m.
Ribes bracteosum.
R. hudsonianum.
h. lacustre.
R. laxiflorum var. inerme, 4 m.
R. prostratum, 4—41,25 m.
Cornus stolonifera, 2—3 m.
Sambucus racemosa var. pubens.
Viburnum ellipticum.
V. pauciflorum, 3 m.
Symphoricarpus occidentalis.
Vaccinium myrtilloides, 1,5 m.
V. ovalifolium, 4,5 m.
V. parvifolium, 2,5 m.
Shepherdia canadensis, A m.
Myrica Gale.
S. - - Pallas.
S. Barclayi.
x? S. Barrattiana.
S. - var. vestita.
x S. flavescens, 7 m.
S. fulerata.
S. reticulata.
S. sitchensis.
x Populus balsamifera.
Juniperus communis var. nana.
x Thuja gigantea.
x Pinus contorta.
zk Picea, alba var. arctica.
x P. sitchensis.
æ Tsuga Mertensiana.
* T. Pattoniana.
x Betula papyracea. x Abies subalpina.
d. Nahrungs- und Genussmittel darbietende Pflanzen.
Hedysarum boreale. Die Wurzeln werden gegessen.
Lupinus nootkatensis. Die bitteren Wurzeln werden gegessen; viel genossen
sollen sie berauschend wirken.
Rubus nutkanus. Früchte sehr schmackhaft, aromatisch.
Pirus rivularis.
Sorbus sambucifolia.
Amelanchier canadensis var. oblongifolia. Die Beeren werden frisch gegessen
oder zu Mus gekocht und auf Holzgittern in Kuchenform getrocknet.
Epilobium angustifolium. Das Mark der Stengel wird gegessen.
Ribes lacustre.
R. laxiflorum.
Selinum Gmelini (Ch. et Schldl.) Kurtz. Die fleischige, innen weißliche,
nach Pastinak schmeckende Wurzel wird gegessen.
Heracleum lanatum var. vestitum. Die Blätter und der mohrrübenartig
schmeckende Stengel werden gegessen.
Viburnum pauciflorum. Die scharf sauer schmeckenden Früchte werden,
mit Fischfett eingemacht, für den Winter aufbewahrt.
Arnica cordifolia. Wird als Medicin benutzt.
352 F. Kurtz.
Vaccinium caespitosum. Beeren rotblau, wohlschmeckend.
V. myrtilloides. Beeren groB, schwarz.
V. ovalifolium. Beeren blau, wie die Früchte von V. Myrtillus L. schmeckend.
V. parvifolium. Beeren rot, ähnlich wie die des V. Myrtillus schmeckend.
V. uliginosum.
V. Vitis idaea.
Arctostaphylos Uva ursi. Die Beeren werden für den Winter eingemacht.
Rumex occidentalis. Die angenehm süß-säuerlich schmeckenden Blattstiele
— namentlich der Grundblätter — werden als Gemüse gekocht.
Shepherdia canadensis. Die frischen Beeren werden zerrieben und der
hierbei entstehende Schaum wird gegessen , oder man hebt die Beeren,
zu Kuchen getrocknet, für den Winter auf.
Empetrum nigrum.
Fritillaria kamtschacensis. Die Zwiebeln werden gegessen.
Strepiopus amplexifolius. Die roten ovalen Beeren werden gegessen.
Populus balsamifera. Der Frühlingsbast giebt eine nahrhafte und er-
frischende Speise.
Pinus contorta (?). Das Harz, welches in kleinen flachen Kuchen aus dem
Inneren kommt, wird gekaut.
Picea sitchensis. Der Frühlingsbast wird wie der von Populus balsamifera
genossen.
Asplenum Filiz femina. Die eben ausschlagenden Wurzelstócke bilden ein
wichtiges Nahrungsmittel.
Alaria esculenta Grev. Diese essbare Alge kommt in Form viereckiger
schwarzer Tafeln aus dem Süden (von den Hunah- und Sitka-Indianern)
nach dem Chilcat-Gebiet.
e. Eingeschleppte Arten.
Eingeschleppte Arten sind nur sehr wenige zu verzeichnen; zu den
hier aufgeführten ist vielleicht noch Atriplex hastatum L. hinzuzufügen,
das sonst aus dem westlichen Nordamerika noch nicht angegeben ist (auch
von der Ostküste Asiens— Japan eingeschlossen — scheint A. hastatum noch
nicht bekannt zu sein).
Ranunculus acris. — Lynneanal (ohne genauere Angabe des Fundorts).
Capsella Bursa pastoris. — Lynncanal (ohne weitere Angabe).
Stellaria media. — Portagebay.
Trifolium repens. — Wrangell.
Rumex Acetosella. — Wrangell.
Urtica dioica. — Portagebay; sehr üppig bei den Indianerdörfern.
f. Verzeichnis der Pflanzennamen der Tlinkit-Indianer.
Adtäghi = Betula papyracea.
Ankanägu = Arnica cordifolia.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 353
Ataguéke — Caltha palustris var. sibirica.
Chkük — Heracleum lanatum var. vestitum (der junge Stengel).
Chokanagu = Epilobium latifolium a arcticum.
Chakkanágu = Potentilla fruticosa.
Chráchko = Pirus rivularis.
Chragh = Thuja gigantea (Holz).
Chralkré — Acer glabrum.
Chratrakusinko — Dodecatheon Meadia var. macrocarpum.
Gachzäsi = Oxytropis nigrescens.
Ganaet — Heracleum lanatum var. vestitum (Blätter).
Gaukanzige — Lycopodium sitchense.
Gauwak — Amelanchier canadensis var. oblongifolia,
Léin = Prenanthes alata.
Hidliwhózi — Empetrum nigrum.
Ijin — Tsuga Mertensiana.
Jechtatsi — Juniperus communis.
Jehtlwhózi — Sambucus racemosa var. pubens.
Jelchschachlunass — Astragalus alpinus.
Jelehtacke (Rabenduft) — Allium Schoenoprasum.
Kaehwüéch — Viburnum pauciflorum (Beeren).
Kaiwako — Amelanchier canadensis var. oblongifolia.
Kanatawhózi — Vaccinium ovalifolium.
Kanták = Lupinus nootkatensis (Wurzeln).
Kanelzug — Ribes prostratum (Beeren).
Kekakwéni — Amelanchier canadensis var. oblongifolia.
Keschisch — Alnus incana.
Klekätänekwhozi = Vaccinium ovalifolium.
Kuchret — Abies subalpina.
Kütléki (junge Hunde) = Kätzchen von Salix und Populus.
Negun — Vaccinium Vitis Idaea.
Ra(l)tachrét — Ribes prostratum.
Scheschtigk — Matricarıa discoidea.
Ssagnak — Rhodiola rosea.
Ssit — Picea sitchensis.
Ti — Thuja gigantea.
Tin'ch — Arctostaphylos Uva ursi (Beeren).
Tiritánàh = Thuja gigantea (dünne Zweige).
Tlachhitzi jetzki = Carex Sartwelliü.
Tlachkidschi — Fritillaria camtchacensis.
Tlakotsch — Rumex occidentalis.
Tlakwede = Rubus strigosus.
Tlejiss = Betula glandulosa var. rotundifolia.
Tschätl — Sali; flavescens.
Botanische Jahrbücher. XIX. Ba. 23
354 F. Kurtz.
Tscho-kan = Hierochloa alpina.
Tschukonkachütli = Juncus Lesueuri.
Tsech = Tsuga Pattoniana.
Tuané — Veratrum album var. Lobelianum.
Zäch — Hedysarum boreale.
Záchedlákuwhózi — Spiraea Aruncus.
Za(ch)gattigawirchi — Myrica Gale.
Zacht = Fatsia horrida.
Zahtkecrosseda — Alnus incana var. virescens.
Záhtsch — Cystopteris fragilis, Phegopteris polypodioides, Polypodium vulgare
und Woodsia scopulina.
Zalgedschine (Fuß des Ziesels) = Anemone multifida.
Zethschäti — Sanguisorba canadensis.
Zikagh = Vaccinium uliginosum!).
B. Systematisches Verzeichnis der im Chilcatgebiet
gesammelten Pflanzen.
In der Anordnung der in der nachfolgenden Aufzühlung enthaltenen
Pflanzen bin ich — bis auf die Stellung der Gymnospermen — durchaus
J. Macouv's Catalogue of Canadian Plants (Montreal 1884—1892) gefolgt,
als dem Pflanzenverzeichnis des nächsten größeren Gebiets, mit dem die
Alaska-Flora (besonders die des inneren Alaska) die engsten Beziehungen hat.
Was die Synonymie anbetrifft, so ist sie von mir soweit citiert worden, als
zur Bestimmung der angewendeten Benennungen nötig war; ferner habe.
ich, um eine weitere Controle der von mir bestimmten Pflanzen zu ermög-
lichen, bei den meisten Arten die Exemplare citiert, welche mir im kgl.
botanischen Museum zu Berlin, oder in meinem eigenen Herbar zum Ver-
gleich vorlagen.
Meinen Freunden Prof. Dr. F. KränzLin (GroB-Lichterfelde bei Berlin)
und Prof. Dr. M. Kunn (Friedenau bei Berlin), von denen der erste die Orchi-
deen untersuchte , während Prof. Kvan mir bei der Bestimmung der Pteri-
dophyten mit altgewohnter Liebenswürdigkeit half. sage ich meinen
herzlichen Dank. Ferner bin ich noch Prof. L. H. Batey von der Cornell-
University im Staate New-York für die Berichtigung einiger Carex-Bestim-
mungen zu Dank verpflichtet.
Im Ganzen sind folgende der auf den Etiquetten der verteilten Pflanzen
gegebenen Namen zu ündern:
537. Saussurea alpina (L.) D. C. var. cordata F. Kurtz ist S. americana
D. C. Eat.
1) Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei einigen dieser Namen Missverständnisse
vorgekommen sind; die meisten wurden aber mehrfach bestätigt.
Die Flora des Chileatgebietes im südüstlichen Alaska. 355
161. Carex circinata F. Kurtz (non C. A. Mey.) ist C. nardina Fries (teste
L. H. Bugs in litt.).
105 und 422. C. disticha Huds. var. ist C. Sartwellii Dewey.
591. C. Lyoni F. Kurtz (non Boorr) ist C. n. sp.? (L. H. Barney in litt.).
Seit der Rückkehr der Gebrüder Krause aus Alaska (1882) sind fol-
gende Schriften über die Flora dieses Landes erschienen:
1. Jous Mum, Botanical Notes on Alaska, in: Cruise of the Revenue-Steamer
Corwin in Alaska and the N. W. Arctic Ocean in 4884, Washington
1883. p. 45—53 1).
Der »Corwin« besuchte eine Anzahl Küstenplätze des arktischen Alaska
und ferner Cap Wankarem, Wrangell-Land, Herald-Island und Plover-Bay
auf der asiatischen Seite der Beringstraße.
2. Tm. Meenan, Catalogue of Plants collected in July 1883 during an Ex-
cursion along the Pacific Coast in Southeastern Alaska; in: Proceed.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia, 1884. p. 76—96.
Aus diesem 275 Arten enthaltenden Verzeichnis sind nur diejenigen
Species in die nachfoleende Liste aufgenommen worden, welche in dem
KnausE'schen Herbar nicht vertreten waren. Auffallend ist das von MrEnan
constatierte Vorkommen von Cystopteris bulbifera Bernh., einer bisher aus
dem Westen noch nicht bekannten Art, in Pyramid Harbor, Chilcat Inlet.
3. Contributions to the Natural History of Alaska, by L. M. Turxer. No. Il
Arctic Series of Publications issued in Connection with the Signal
Office, U. S. Army. Washington 1886.
Das auf Seite 61—85 enthaltene Pflanzenverzeichnis ist ein Abdruck
von Rorurock’s Flora of Alaska (Smithsonian Report for 4867), in welchen
die von L. M. Turner auf den Aleuten gesammelten Pflanzen eingeschaltet
sind (die Bestimmungen derselben wurden von A. Gmav, D. C. Earow,
G. W. Vasey und Coxawr ausgeführt).
Schließlich enthält noch der weiter oben angeführte Catalogue of
Canadian Plants von J. Macoun eine Reihe Angaben von Alaskapflanzen,
unter welchen auch die von Lieutenant ScawArka gesammelten mit einbe-
griffen sind.
Was die in dem folgenden Verzeichnis vorkommenden Abkürzungen
betrifft, so sind dies — abgesehen von den allgemeinverständlichen — fol-
gende:
Bot. of Cal. — Geological Survey of California; Botany, by W. H. BREWER,
S. Warsow and A. Gray, II vols. Cambridge, Mass. 1876, 1880.
Bucnenav, Mon. = F. Bucnenau, Monographia Juncacearum, Leipzig 1890
(aus ExcrLEn's Botan. Jahrb. Bd. XII.).
1) Dies Werk ist mir nur in einem schriftlichen Auszug bekannt, den ich meinem
Freunde Dr. Max Günkr, Kustos am Berliner botanischen Museum, verdanke.
23*
356 F. Kurtz.
A. Gray, I. 2, and II. 4. — Asa Gray, Synoptical Flora of North America,
Vol. I. Part 2, New-York 1884; Vol. II. Part 1, 4878.
HausskxEcuT, Mon. — C. Hausseneent, Monographie der Gattung Epilobium;
Jena 1884.
J. Lange, Fl. Groenl. — J. Lange, Conspectus Florae Groenlandicae (Medde-
lelser om Grønland, IH. Hefte, Kopenhagen 1880).
Macoun I—IV. — J. Macoun, Catalogue of Canadian Plants; Montreal 1881
bis 1892.
Warsow I. — Sereno Warson, Bibliographical Index to North American
Botany, Part I. Polypetalae (Smithson. Miscellan. Collections, 258);
Washington 1878.
B. C. — Britisch Columbia.
W. T. — Washington Territory.
Bc. — BoURGEAU.
H. = W. J. HOOKER.
H. et T. — Hookxra fil. et Tuowsow.
Lv. = LyaLL.
Ranunculaceae.
4. Thalietram dioicum L.
Wars. I. p. 25. — Macoun I. p. 44.
Am Tlehini, von der Thalsohle bis in die Krummholzregion, 4—1,5 m
hoch ; 27. Aug. (543*, fl.; 543, fr.).
Canada (H.). — Saskatschawan (Bs.). — Pend d'Oreille River zwischen
Ft. Colville und den Rocky Mts. (Ba.). — Texas (Fexprzn).
2. T. alpinum L.
Wars. I. p. 25. — Macoun I. p. 15.
Zwischen Krotahini und Natagehin ; 29. Juni (268; vix fl.).
3. Anemone patens L. var. Nuttalliana (DC.) Gray.
Wars. I. p. 5. — Macoun E. p. 12.
Steinige bewaldete Abhänge am westlichen Kussooa ; 27. Juni (206 fl.).
Saskatschawan (Ba.). — Neu-Mexico (FENDLER n. 5).
Blüten schmutzig violett. — Die westamerikanischen Formen der A. patens L. sind
höher und schlanker als die europäischen und asiatischen (vgl. indes die var. Wolf-
gangiana [Bess.] Regel in Pl. Raddean. I. p. 24), und haben meist sehr schmale Blatt-
zipfel (doch kommen auch breitere vor, so an BouncEAv's Exemplaren, die außerdem fast
kahle Blütter besitzen).
4. A. parviflora Michx.
Wars. I. p. 5. — Macoun l. p. 12.
Kahle steinige Höhen am nördlichen Abhang des Tlehini zwischen 1000
—1200 m, Blüten weiß, außen rosa; 20. Juni (418, fl.; f. floribus majus-
culis) — Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (152, defl.; f. gracilior).
Arctic sea-shore (H.). — Unalaschka (Cuaw.). — Fort Colville-Rocky
Mts. (Ly.). — Saskatschawan "Bel. — Terr. Hudson. (H.). — Nain
Labrador (Tuusr).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 357
5. A. Richardsonii Hook.
Wars. I. p. 5. — Macoun I. p. 43.
Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (134; fl., f. luxurians, major).
Blüten gelb.
6. A. multifida Poir.
Wars. I. p. 4. — Macoun I. p. 13.
Kloquan, 48. Juni (402, 103, (1... — Trockne Stellen unterhalb Jendes-
takä; 24. Aug. (516; fr.).
Rocky Mts. (H.). — Saskatschawan (Be.).
Die als var. hudsonica DC. bezeichnete Form (z. B. n. 546) ist der var. magellanica
DC. (z. B. PórriG n. 444, Chile austr.) ähnlich; die Form der Magelhaensstraße (mcs.
Philippi) entspricht mehr der Form von Kloquan.
Nom. vernac.: Zalgedschine (Fuß des Ziesels).
7. A. narcissiflora L. f. glabrescensF. Kurtz.
Wars. l. p. 4. — Macoun l. p. A4.
Krummholzregion bei Juneau-City; 14. Sept. (516^; fr.).
Unalaschka (Cnam. ; f. villosissima DC.).
8. Ranunculus Cymbalaria Pursch.
Wars. I. p. 48. — Macoun I. p. 17.
Jendestakä, Uferwiesen; 2. Juli (237; fl). — Däschü; 5. Aug. (237%;
fl. et fr.).
Saskatschawan "Be. — Winipeg-Valley (Be.). — Cambridge,
Mass. — Neu-Mexico (FmNpLER?). — Rio grande unterhalb Doña
Ana (Mex. Bound. Surv.). — Mexico (BERLANDIER, SCHIEDE, Hart-
wEG, AscHENBORN, Huwnorpr). — Quito: Llactacunga (Hume. ?).
Asien: Semipalatinsk. — Altai orient. (Bunce). — Taschtupski.
Ajan (Tırıss). — Ladakh, 12—416000^ (H. et Tu.) — Sikkim, 11 —
14000’ (H. et Tu.).
Die Pflanzen von Ladakh und Sikkim weichen im Habitus etwas von den anderen
Pflanzen ab. Unter diesen nähert sich die Pflanze vom Winipeg-Valley durch länglich-
cylindrische Fruchtstände schon den südlichen, früher als R. tridentatus H. B. K. unter-
schiedenen Formen.
9. R. Nuttallii (Nutt.) Gray.
Wars. I. p. 24.
Dejähpass; 28. Mai (33; fl., fol. non evolut.). — Dejáhpass; A. Juni
(33%; fL). — Dejähfjord, Krummholzregion ; 17. Aug. (tl. et fr.; n. 480).
Petala gelb, beim Trocknen weiflich werdend, Sepala grünlich gelb. — Vergl.
Proc. Acad. Philadelph. 1863. p. 56.
40. R. recurvatus Poir.
Wars. I. p. 22. — Macoun l. p. 19.
Wrangell (Tu. MEEHAN).
Unalaschka (Cnau.).
14. R. nivalis L.
Wars. I. p. 24. — Macoun I. p. 20.
358 F. Kurtz.
Ufer des Sehütlüchroa; 28. Mai (36; (1.). — Tundra südlich von Ka-
tschadelch ; 23. Juni (174; fl., fol. parvulis non semper instructis). — Ufer
des oberen Tatschanzhini; 26. Juni (951; fl.). Nom. vernac. Tlejis.
12. R. nivalis L. var. Eschscholtzii (Sehldl.) S. Watson.
Wars. I. l. c. — Macoun 1. l. c.
Nördliche Abhänge des Tlehini, neben Schneeflecken ; 20. Juni (121;
Sehr üppig am oberen Natagehin ; 24. Juni (174; fl.).
An allen amerikanischen Exemplaren sind die Blätter am Rande gewimpert, was
nach SCHLECHTENDAL nur bei der var. sulphureus (Sch.) Wahlbg. der Fall sein soll. Der
Kelch ist mehr oder minder behaart; R. Eschscholtzii Schldl. hat einen calyx subglaber,
sepalis apice ciliatis.
13. R. acris L.
Wars. I. p. 15. — Macoun I. p. 20.
Gebiet des Lynn-Canals; 25. Juni (174%; fl. et fr.).
14. R. repens L.
Wars. I. p. 22. — Macoun l. p. 94.
Juneau-G.ty (Tn. Meenan). — Lower Frazer R. (Ly.). — Lake Winnipeg
Valley (Ba.).
15. R. repens L. var. hispidus (Michx.) Torr. et Gr.
Wars. I. p. 23. — Macoun l. p. 21.
Portagebai; 16. Juli (282; fl. et fr.).
Gumberland House (H.).
Stimmt in den Früchten vollkommen mit einem Exemplar von Cumberland-House
(ded. HookER) überein, nur ist letzteres stärker behaart. Von dem typischen R. repens
L. unterscheidet sich die var. hispidus durch ihre bedeutend schwächer berandeten
Früchte. Wird an der Portagebai Am hoch.
16. R. repens L. var. hispidus (Michx.) T. et Gr. f. Schlechten-
dalii (Hook. sp.) F. Kurtz.
Wars. et Macoux l. c. inter syn. var. hispidus.
Flache Tundra zwischen Krotahini und Natagehin ; 25. Juni (473 ; fl).
Abhänge am Natagehin ; 29. Juni (197 ; fl.)
Rocky Mts. (H.).
Hooker gründete seinen R. Schlechtendalü (Fl. Bor. Am. 1. p. 21) auf den »R.
fascicularis Schldl. Animadvers. Il. p. 30, tab. Ise Wie Scnunt, l. c. angiebt, beschrieb
er seine Pflanze nach dem » R. fasciculatus Mühlbg. in herb. Willd. n. 40599«. Unter
dieser Nummer liegt aber im herb. Willd. eine ganz andre, als die auf tab. I abgebil-
dete Pflanze, und zwar eine Form der var. hispidus T. et Gr. Dagegen ist es sehr wahr-
scheinlich, dass der überhaupt nicht sehr gewissenhaften Zeichnung der von Scuupr. |. c,
citierte »R. trifoliatus Mühlbg. herb. Willd. n. 10600« und eine aus dem Herb. Willd.
stammende Pflanze des Berliner Generalherbars »Ranunculus sp. nov. Willdenow, Am.
bor. ?« zu Grunde liegen; wenigstens sind der Aufbau und einige der Blätter der abge.
bildeten Pflanze den genannten trocknen Exemplaren sehr ühnlich. Die Pflanze aus Alaska
stimmt vollkommen mit der von Hooger l. c. gegebenen Besch reibung seines R. Schlechten-
dalii überein, und ebenso mit einem von ihm stammenden Originalexemplar (mit der
Bemerkung: »R. fascicularis vobis estne?« an Schon, geschickt).
Von dem typischen R. repens L. weicht die f. Schlechtendalii hauptsüchlich durch
die folia caulina integerrima vel tripartita, laciniis lanceolatis integerrimis vel dente uno
il.)
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 359
alterove instructis ab. Ferner ist die Pflanze niedrig und etwas saftig, an R. montanus L.
etc. erinnernd. Später scheinen die Stengelblätter abzufallen (wie bei R. Nuttallii Gray).
Aehnliche Stengelblütter wurden auch an europüischen Exemplaren aus Portugal,
Frankreich (Paris), Deutschland (Berlin, Pepelnitz in Schlesien) und Montenegro gesehen,
doch waren dies stets nur einzelne Vorkommnisse und hatten die Pflanzen sonst den
typischen Habitus. — Vergl. A. Gray in Proceed, Am. Acad, XXI. 2, 1886, p. 376 (R.
septentrionalis Poir.)
17. R. occidentalis Nutt. mser., T. et Gr.
Wars. I. p. 21. — Macoun lI. p. 22.
Portage-Point, im Gebüsch; 16. Juli (308; fl. et fr.).
Eastern Oregon, very common (Tn. Howeıı 1882).
418. R. orthorhynchus Hook.
Wars. I. p. 24. — Macoun l. p. 22.
Wrangell (Tu. Meenan).
49. Caltha palustris L. var. sibirica Regel.
Wars. I. p. 8. — Macoun I. p. 23.
Portagebai; 94. Mai (15; fl.). — Pyramid Harbor (Th. MEEHAN). —
Juneau-City (Tm. Meenan).
Nom. vernae. : Ataguéke.
20. C. leptosepala DC.
Wars. I. p. 7. — Macoun |. p. 23.
Feuchte Stellen nórdlieh vom Tlehini, in 1300 m Höhe; 24. Juni (129;
fl.). — Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (156; fl.).
Sitka (Hb. Acad. Petrop.). — Mount Adams, in rivulets, W. T. (Tu.
HowzLL 1882).
24. Coptis asplenifolia Salisb.
Wars. I. p. 19. — Macoun I. p. 24.
Sitka; 6. Mai (503; fl.). — Portagebai, im Walde an niederen Stellen;
22. Aug. (503° fr.) — Chileoot, August (503^; fol. et fr.). — Wrangell (Tn.
MEEHAN).
22. Aquilegia formosa Fisch.
Wars. l. p. 7. — Macoun l. p. 24.
Jendestakä; 40. Juni (76; fl. — extus rubri, intus flavi). — Juneau-
City (Tu. Meenan).
Rocky places, Willamette Slough, Oregon (Tn. HowELL 1880).
33. Delphinium scopulorum A. Gray.
Wars. I. p. 44. — Macoun I. p. 25.
Trockne Anhöhen hinter Kloquan, unter Gebüsch ; 8. August (439; fl.).
Saskatschawan (Bc.; auch als D. exaltatum Ait.) — Rocky Mts.
(DrumnonD).
Die Pflanze von Alaska stimmt in Größe, Farbe und Beschaffenheit der Tepalen
ganz mit A. Gray's Beschreibung in den Plant. Wrightian. II. p. 9 überein. Die Laub-
blätter sind dagegen weniger tief und vielfach geteilt, als A. Gray es beschreibt, doch ist
anzunehmen, dass D. scopulorum in dieser Beziehung ebenso variiert als D. exaltatum
Ait., D. Menziesii DC. und D. tricorne Michx.
360 F. Kurtz.
Besonders charakteristisch für D. scopulorum ist der dichte vielblütige Blütenstand
(es wurden 25—28 Blüten gezählt), die relativ kleinen Blüten und die fast oder ganz (so
bei der Alaskapflanze) kahlen Carpelle. Ferner scheint es dadurch ausgezeichnet zu sein,
dass jeder Blattzipfel mit einem kurzen, deutlichen Mucro endigt, wie nicht nur an den
Exemplaren aus Alaska, sondern auch an den von BouncEAU am Saskatschawan und von
Drummonn in den Rocky Mts. gesammelten Pflanzen gesehen wurde. (BouncEAU's Exem-
plare stimmen am genauesten mit A. Gnav's Diagnose.)
Am besten dürfte D. scopulorum A. Gray als Varietät von D. exaltatum Ait. aufzu-
fassen sein: »racemo simplici densiflori, carpellis glabris vel subglabris, foliorum laciniis
distincte mucronulatis «. —
Die Bracteen sind schmal lineal; die untersten werden zuweilen dreiteilig und
ähneln dann etwas den Stengelblättern.
24. Aconitum Napellus L. var. delphinifolia (DC.) Ser.
Wars. I. p. 4. — Macoun I. p. 96.
‚Wiesen am Gletscher am unteren Takhin; 23. Juli; 327; fl.). —
Juneau-City (Tn. Merman).
Wird bis zu 4 m hoch, — Bis auf den etwas laxeren Blütenstand stimmt die Alaska-
pflanze ganz mit einer von PaLLas gesammelten Form (Kamtschatka n. 3), saepe orgyalis,
corolla saturate coerulea, im Herb. Berol. überein.
25. Actaea spicata L. var. arguta (Nutt. spec.) Torr.
Wars. I. p. 3. — Macoun I. p. 27.
Jendestakä, an Abhängen;; 23. Mai (19; subflor.). — Portagebai ; 9. Juni
(19^; 0.). — Lynncanal; 25. Juni (195; (1.). — Unterhalb Jendestakä; 94. Aug.
(520 ; fruct. albis). — Portagebai ; 24. Aug. (526; fruct. rubris). — Juneau-
City (Tu. Merman).
Lower Frazer River (Lv.). — Zwischen Ft. Colville und den Rocky
Mts. (Ly.). — Sauvie's Island, Oregon (Tu. Howeır 1880).
»Fruit either red or white« (Bot. of Cal. I. p. 13); hierher gehört wohl auch die var.
leucocarpa Ledeb.!| Fl. ross. I. p. 72 von der Lena, — Die weißfrüchtige Form von
Jendestakä (n. 520) kann nicht A. alba Big. sein, da ihre Fruchtstiele viel zu dünn sind,
und sie auch sonst mit A. spicata L. übereinstimmt.
Nymphaeaceae.
25°. Nuphar sp.
In einem kleinen Waldsee beim See Schütlüchroa Ende Mai 1882 von
AnTHUR Krause in überwinterten Blättern und Blattstielen beobachtet.
Wahrscheinlich gehört diese Pflanze zu N. advena (Mx.) Ait., da N. polysepalum
Engelm. nicht so weit nach Norden zu gehen scheint und N. luteum Sm. in Nordamerika
nicht vorkommt (R. CaspAary in ENGLER und PnaxrL, Nat. Pflanzenfam. III. 2. S. 9. 1888).
Fumariaceae.
26. Corydalis paueiflora Pers.
Wars. I. p. 45. — Macoun I. p. 37.
Trockne Wiesen zwischen Krotabini und Natagehin; 29. Juni (199; 01.
Asia: Ins. et Sin. St. Laur. (Cnaw.).
1) E. Hurm hat (Engler's Bot. Jahrbücher XVI, 4892, S. 309) vergessen zu seiner
Form leucocarpa das Citat aus der Flora rossica anzuführen.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 361
Cruciferae.
27. Nasturtium amphibium R. Br.
Warson I. p. 65. — Macoun I. p. 38.
Juneau-City (Tn. Meenan).
28. N. eurvisiliqua Nutt.
Wars. I. p. 65. — Macoun I. p. 38.
Juneau-City, am Meeresstrand ; 15. Sept. (270^; fr.).
Oregon (KeLLoG and Hanrronp 1868—69 , n. 59). Sauvie's Island,
Oregon (Tu. HoweLL, 1881). — Bottom Lands of the Columbia,
W. Klickitat Co., W. T. (Svksponr, 1885).
Von N. palustre DC. unterschieden durch die dicken wurstförmigen Früchte, die
noch einmal so lang als die Pedicelli sind. Gewisse Formen des N. palustre (von Ojan,
von St. Louis) nähern sich schon dem N. curvisiliqua, doch hat dies auch etwas anders
geschnittene Btütter.
29. Barbarea lyrata (Gil.) Ascherson, Fl. der Prov. Brandbg. S. 35,
var. stricta (Andz.) Regel.
Wars. I. p. 50. — Macoun I. p. 45 (als B. vulgaris R. Br.).
Portagebay; 3. Juli (270; fl. et fr. jun.).
Unalaschka (Guam. ; f. typica).
Fruchtstiele so dick oder etwas dicker als die noch nicht ganz reifen Früchte.
30. Arabis petraea Lam. var. ambigua (DC.) Regel.
Wars. I. p. 50. — Macoun l. p. 42.
Sandige Ufer des Dejähflusses; 3. Juni (44; fl. et fr.) — Jendestakä;
7. Juli (44®; fl. et fr.). — Kloquan; 48. Juni (100; fl. et fr.).
Chilcat Inlet (Tu. Meeuan). — Unalaschka (Cuaw.) — Sitka (Hb.
Petrop.), — Ajan (Tır.). — Amur (Maxımow.).
Die var. ambigua (DC.) Regel unterscheidet sich von der typischen A. petraea Lam.
nur durch »folia basalia lyrata vel plus minus lyrata« (mitunter bestehen die Grund-
blätter nur aus dem Endlappen, während die Seitenlappen fast oder ganz unterdrückt
sind) und die bogig abstehenden Fruchtstiele mit aufrechten, dem Stiel parallelen
Schoten,
31. A. hirsuta (L.) Scop.
Wars. l. p. 48. — Macoun I. p. 42.
Portagebay ` 3. Juli (271; defl. et fr.).
Chileat Inlet (Tu. Mernan). — Juneau-City (Tn. Meran). — Una-
laschka (Cuam.).
f. exauriculata, caule foliato:
Jendestakä; 46. Juni (81; fl.).
f. subexauriculata, floribus lilacinis:
Kloquan; 18. Juni (98; fl. et fr. jun.).
f. exauriculata:
Am oberen Seltathin; 22. Juni (166; fl.).
Spokane Valley, Wash. Terr. (Lv.). — Rocky Mts. (Be.). — Lower
Frazer River (Ly.). — Amur (Mam).
362 F. Kurtz.
Die f. exauriculata: foliis basalibus integris, caulinis ovatis, sessilibus, dentibus
paucis minutis instructis liegt in ganz ähnlichen Exemplaren vom Spokane Valley und
vom Amur vor; die Pflanzen vom Lower Frazer River und von den Rocky Mts. sind
schon etwas auriculat. Von den Formen der 4, petraea Lam. var. ambigua (DC.) Regel
ist die f. exauriculata durch die zweischenkligen Haare ihrer Blätter zu unterscheiden.
39. A. Holboellii Hornem.
Wars. I. p. 48 (pro parte). — Macoun lI. p. 42,
Jendestakä; 40. Juni (78^; fl.).
Simcoe Mts., W. T. (Tn. HoweıL 1884).
33. A. retrofraeta Graham.
Wars. I. p. 48 (sub A. Holboellii). — Macoun l. p. 43.
Jendestakä; 10. Juni (78^; fl. et fr. jun.).
A. retrofracta hat geóhrte Stengelblütter, zurückgekrümmte Blüten- und Frucht-
sliele, was zusammen mit ihrer Größe und Kahlheit ihr einen ganz besonderen, von dem
der typischen A. Holboellii weit verschiedenen Habitus verleiht; jedenfalls ist A, retro-
fracta als Varietät zu unterscheiden. Von A. Holboellii liegt eine forma humilis, valde
canescens, foliis caulinis exauriculatis, floribus minoribus vor.
34. A. alpina L.
Wars. I. p. 47. — Macoun l. p. #7.
Killisnow Island (Ti. Merman).
35. Cardamine bellidifolia L.
Wars. I. p. 52. — Macoun l. p. 40.
Hohe Tundra zwischen Katschadeleh und Seltathin; 30. Juni (204;
fl. et fr. jun.).
36. C. hirsuta L.
Wars. I. p. 91. — Macoun l. p. 41.
Portagebay, 9. Juni (68; fl. et fr. immat.). — Portagebay, 12. Juni
(68°; fl. et fr. immat.). — North-Point, Portagebay; 6. Aug. (407; fl. et fr.).
Fidalgo Island (Lv.). — Lower Frazer River (Ly.). — Pend d'Oreille
River (Ly). — Saskatschawan (Be.).
Blüten weiß oder lila.
37. Draba alpina L. et f. scapo monophyllo.
Wars. I. p. 57. — Macoun I. p. 49.
Grasige Anhöhen am Natagehin ; 29. Juni (192; fl. et fr.).
Eine kleine zartere Form, die sich, wie gewisse Formen Lapplands, im Habitus an
D. repens M. B. anschließt. An einem lapplündischen Exemplar des Herb. Berol. war,
wie bei der amerikanischen Form, ebenfalls ein Stengelblatt entwickelt, aber mit einigen
Zühnchen versehen, die die Alaskaexemplare nicht zeigen.
38. D. alpina L. var. glacialis (Adams) Dickie.
Wars. I. p. 58. — Macoun I. p. 50.
Am unteren Ssergoit, größere Rasen bildend; 27. Juni (238; defl.
et fr.).
Brit. N.-Amer. (H.). — Rocky Mts. — Ft. Colville (Ly.). — Terr.
Hudson. (H.).
An den Exemplaren, die Hooker gesendet, kommen auch Stolonen vor. Die Früchte
sind bald länger, bald kürzer, bald kahl, bald behaart.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstliehen Alaska. 363
39. D. stellata Jacq. f. glabrescens F. Kurtz.
Wars. l. p. 61. — Macoun I. p. 50.
Abhänge nördlich vom Tlehini; 20. Juni (116; fl. et fr.). — Felsige
Abhänge am Ssergoit; 27. Juni (262; fr.).
40. D. stellata Jacq. var. nivalis (Liljebl.) Regel.
Wars. I. p. 61. — Macoun I. p. 50.
Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (134; fl.).
Unalaschka (Cnam. ; als Chamissonis Don).
Die Früchte an den von Cuamisso auf Unalaschka gesammelten Exemplaren der
D. stellata haben teils langgestielte (Stiel ein- bis fast zweimal so lang wie die Frucht),
teils kurzgestielte oder fast sitzende Früchte. Auf dies Merkmal ist indes Kein, oder nur
ein höchst untergeordneter Wert zu legen, da an verschiedenen Individuen desselben
Standorts die Früchte bald ganz kurz, bald länger gestielt sind.
44. D. incana L. em. var. confusa (Ehrh.) Poir.
Wars. I. p. 60. — Macoun I. p. 51.
Jendestakä, felsige Ufer; 40. Juni (73; fl.).
Brit. N. Am. (H.). — Terr. Hudson. (H.).
42. D. incana L. em. var. ramosissima (Desv.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 61 (pro specie].
Jendestaká; 10. Juni (74; fl. et fr.).
43. D. incana L. em. var. arabisans (Michx.) S. Watson in Proc.
Am. Acad. Boston XXIII. 1888. p. 260. »
Wars. I. p. 58 (pro spec.). — Macoun I. p. 52 (pro spee.).
Jendestakä; 10. Juni (74°; fl.).
Nur aus dem Osten gesehen (Buffalo, New York; misit Cuixton).
44. D. incana L. em. var. borealis (DC.) T. et Gray.
WarsoN I. p. 60. — Macoun I. p. 54.
Am oberen Krotahini; 26. Juni (188; fl.).
Unalaschka (Cuaw.).
D. incana C., D. hirta L., D. stylaris Gay (D. Thomasii Koch), D. ramosissima Desv.
und D. arabisans Michx. sind specifisch nicht zu trennen. Wenn man eine größere An-
zahl Exemplare der angeführten Formen untersucht und ihre charakteristischen Merk-
male tabellarisch anordnet, findet man bald, dass weder die Art des Wachstums (viel-
kópfiger oder einfacher Wurzelstock, verzweigter oder unverzweigter Stengel), noch der
Beblälterung, des Blütenstandes (verzweigt oder unverzweigt! , des Induments (Stern-
haare oder einfache Haare), der Fruchtgestalt oder der Beschaffenheit des Griffels
durchgreifende, für die Constituierung von Arten genügende Unterschiede bieten. Die
für die einzelnen » Arten« angegebenen Merkmale combinieren sich so mannigfach, dass
man entweder noch eine große Anzahl neuer »Arten« (nach O. Kuntze’s System ungefähr)
creieren müsste, oder man vereinigt — und dies ist natürlicher — die oben erwühnten
Arten als Glieder eines Typus polymorphus. — Von den europäischen Formen steht
Draba stylaris Gay der D. ramosissima Desv. der nordatlantischen Staaten der Union sehr
nahe. Eine ganz ähnliche Form, aber mit unbehaarten Früchten, ist die D. hirta leiocarpa
Regel, Fl. Ajan. n. 39. — Lange nachdem ich dies geschrieben, kam mir die Übersicht
der nordamerikanischen Draba-Formen in die Hände, welche SEnENo WaArsox in den
Proceed. Amer, Acad. Arts and Sc. XXIII, Boston 1888. p. 255—260 veröffentlicht hat.
Die hier in Betracht kommenden Formen fasst er in folgender Weise auf:
364 F. Kurtz.
Draba glacialis Adams betrachtet er als eigene Art, ebenso D. nivalis Liljebl.; D.
slellata Jacq. kommt nach seiner Ansicht in Nordamerika nicht vor.
D. arabisans Michx. vereinigt er, wie ich dies ebenfalls auf den Etiquetten der be-
treffenden Exemplare und in meinem Manuscript gethan, mit D. incana L., von der er
indes D. ramosissima Desv. als Art unterscheidet.
D. hirta L. wird als von D. incana L. specifisch verschieden aufgeführt.
45. D. aurea Vahl.
Warson I. p. 59. — Macoun I. p. 52.
Felsige Abhünge am Ssergoit; 27. Juni (258; fl. et fr. immatur.).
Grönland (Nyman misit). — Gnav's Peak and Vicinity, Colorado
(PATTerson 1885, n. 7). — Neu-Mexico (var. stylosa Gray; FENDLER
n. 43).
46. Cochlearia officinalis L.
Warson I. p. 55. — Macoun I. p. 53.
Nach(k)u ; 25. Juli (369; fr.).
47. C. officinalis L. var. anglica (L.j F. Kurtz.
Warson I. p. 55 (spec.). — Macoun I. p. 53 (spec.).
Juneau-City (Tm. Meenan).
48. Erysimum cheiranthoides L.
Warsow l. p. 63. — Macoun I. p. 45.
Portage-Point; 16. Juli (300; fl. et fr.).
49. Capsella Bursa pastoris (L.) Mneh.
Wars, I. p. 52. — Macoun l. p. 56.
Lynncanal; ? (266^; fl. et fr.).
50. Thlaspi alpestre L.
Wars. I. p. 73. — Macoun I. p. 56.
Sonnige Wiesen zwischen Krotahini und Natagehin; 29. Juni (266; fl.
et fr.).
Waldo, Oregon (Tn. Howeır 1884).
Violaceae.
54. Viola blanda Willd.
Wars. I. p. 81. — Macoun I. p. 62.
Dejäh, an feuchten Stellen; 4. Juni (44; fl.).
59. V. Langsdorffii Fisch.
Wars. I. p. 85. — Macoun I. p. 63.
Hochgelegene Sümpfe am Natagehin; 29. Juni (269; fl.).
Unalasehka (Cmam.; Langsp.). — Sachalin (F. Scuwmmr, ??. —
St. Paul (f. parciflora; Kusswiscukrr).
93. V. silvatica Fr. var. adunca Gray (sub V. canina G.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 82, — Macoun I. p. 64.
Jendestakä; an trockenen Abhüngen ; 7. Juni (57; fl.).
Falcon Valley, W. T. (Suksponr 4885). — San Francisco in arenosis ;
(Guam., als V. canina G. var.).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 365
Die amerikanischen Autoren stellen noch immer — Reser folgend — die dreiachsige
V. silvatica Fr. als Varietät zu der zweiachsigen V. canina G. Letztere habe ich aus
Westamerika nicht gesehen. Die V. Mühlenbergii Torr. gehört zum Teil zur Varietät
adunca (Gray) m. der V. silvatica Fr.
54. V. biflora L. var. sitchensis (Bong.) Regel.
Wars. I. p. 84. — Macoun I. p. 64 (bei beiden als V. glabella Nutt.).
Jendestakä; 93. Mai (18; fl.). — Feuchte Stellen im Wald des oberen
Tlehini-Thales; 1. Juli (222; fl.).
Sitka (Perens). — Coeur d’Alene R. (Gever). — Pend d'Oreille R.
(Ly.). — Lower Frazer R. (Ly.). — Nordwestamerika (Lip. ded.).
Die Stipulae der V. biflora G. und ihrer Varietäten variieren sehr in der Größe und
in der Textur. Die asiatischen Formen der var. sitchensis Reg. haben im allgemeinen
nicht so große Stipulae wie die amerikanischen. Unter diesen zeigten die Exemplare vom
Coeur d’Alene-River ebenso große Stipulae wie die Alaskapflanze, während die Specimina
vom Pend d'Oreille und vom Lower Frazer River viel kleinere besitzen, — Hierher gehórt
auch V. circaeoides Dougl. (in sched.).
55. V. sarmentosa Dougl.
Wars. I. p. 87. — Macoun I. p. 65.
Juneau-City (Tu. Mgruax).
Caryophyllaceae.
56. Silene acaulis L.
Wars. I. p. 406. — Macoun l. p. 68.
Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (151; fl.).
Unalaschka (Cnaw.). — Am. brit. bor. (H.). — Rocky Mts. (xl
57. Melandryum involucratum (Cham. et Schldl.) Rohrb. Linnaea
XXXVI. p. 246.
Wars. I. p. 104 (sub Lychnide affini Vahl).
Nördliche Abhänge am Tlehini, ca. 300 m Höhe; 20. Juni (113: fl.).
58. Arenaria scandinavica Spr. (Alsine biflora [L.] Wahlenbg.).
Wars. I. p. 94 (als »Arenaria biflora not L.«; cf. Feat in LEDER.
Fl. ross. I. p. 355).
Sandiges Flussthal des Krotahini; 28. Juni (265; fl.).
Godhavn, Grönland (Rınk). — Gnav's Peak and vicinity, 11—14 000',
Colorado (Patterson 1885, n. 11).
59. A, verna L. var. hirta (Wormsk.) S. Watson.
Wars. I. p. 98. — Macoun I. p. 74.
Nördliche Abhänge des Tlehinithales, ca. 300 m Höhe; 20. Juni (114;
fl.). — Felsige Abhänge am unteren Ssergoit; 27. Juni (243: fl. et defl.). —
Kloquan, auf Flusskies; 10. Aug. (455; fr.).
W. Klickitat Co. W. T. (Suksponr 4885). — Mount Adams, Oregon
(Tu. HoweLL 1882). — Mountain sides near Georgetown, 8—10000',
Colorado (Parrerson 1885, n. 40). — Island (Dr. K. Keiner).
366 F. Kurtz.
60. A. lateriflora L.
Wars. I. p. 96. — Macoun I. p. 73.
Kloquan; 48. Juni (109; fl.). — Dejäh, sandiger Heideboden; 4. Juni
(46; fl.).
Unalaschka (Cuaw., Cnonis). — Saskatschawan (io). — Winnipeg-
Valley (Be.). — Pend d'Oreille R. (Lv.). — Lower Frazer R. (Ly.).
Variiert ungemein in der Größe und Färbung der Blätter.
61. A. peploides L. var. oblongifolia (T. et Gr.) Fenzl, Watson.
Wars. I. p. 97. — Macoun I. p. 73.
Portagebay, gemein; 42. Juli (274; fl.).
62. Stellaria media (L.) Cyrillo.
Wars. I. p. 443. — Macoun I. p. 74.
Portagebay, auf verlassenem Wohnplatz; 94. Juli (364 fl.).
63. S. borealis Big.
Wars. I. p. 140. — Macoun I. p. 74.
f. apetala, foliis margine eiliolatis:
Schattige Ufer des Takhin; 20. Juli (336: fl.).
f. subeorollina, valde ciliata:
Gebiet des Lynneanals; 25. Juni (324°; Al).
f. corollina, major:
Portagebay, feuchte Stellen am Meeresufer; 16. Juli (280; 0)
f. macrantha F. Kurtz:
Strandwiesen an der Mündung des Chilcatflusses; 24. Juli (394 ; fl.).
f. glaucescens:
Portagebay; 6. Aug. (408; fr.).
Unalaschka (f.apetalaCham.; als S. aquatica). — Sitka (S. caly-
j*
cantha Bong.; Exp. Lütke). — Sitka (f. apetala ciliata, leg.
Perers; f. corollina crispa, leg. Mertens). — Brit. N.-Am.(Hook.).
— Cascade Mts., 49° (Ly.) — Ft. Colville (Lv.). — Terr. Nov.
(Larytaıe). — White Mts. (Tuckerman).
Der von Torrey und Gray (l. p. 485) angegebene Charakter »sepals nerveless« findet
sich nicht immer. Der Hauptunterschied zwischen S. borealis Big. und S. longifolia
Mühlbg. liegt in den scariósen Bracteen der letzteren, im Vergleich zu den laubartigen
Bracteen der S. borealis; letztere besitzt außerdem zurückgebogene Fruchtstiele.
64. S. longipes Goldie f. ramosior.
Wars. I. p. 112. — Macoun I. p. 75.
Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (149; H. — Am oberen Krotahini ;
36. Juni (189; fl.).
Das eigentümliche Aussehen dieser Form kommt daher, dass aus den Blattachseln
der wie erstorben aussehenden bleichgelben Triebe des vorangegangenen Jahres die
frischgrünen blühenden Sprosse des folgenden Jahres hervorgehen, wodurch die Rasen
ein weiß-grün geschecktes Aussehen erhalten.
65. S. longipes Goldie var. Edwardsii (R. Br.) T. et Gr.
Wars. I. p. 143. — Macoun I. p. 76.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska, 367
Dejäh, trockener Wiesenboden; 4. Juni (48; fl... — Dejäh; 4. Juni
(49; fl.).
Sin. Eschseholtzii (Cuam.). — Brit. Am. sept. (H.). — Cascade Mts.,
490 (Ly.). — Saskatschawan (Ba.). — Rocky Mts. (Dol — Winnipeg
Valley (Ba.). — Terr. Hudson, (H.). — Grönland (Lange).
Diese Form kann ich von der sibirischen, als S. glauca W. var. davurica (W.) im
Herb. Berol. bestimmten Pflanze nicht unterscheiden: ein Grund mehr, S. longipes mit
S. glauca zu vereinigen, wie schon Maxiwovicz (Dec, Pl. asiat. XIV. 4873 p. 48) vorge-
schlagen hat.
66. S. crispa Cham. et Schldl.
Wars. I. p. 444. — Macoun I. p. 76.
Portagebay, feuchte Stellen am Meeresufer; 42. Juli (279; fl. et fr.).
Unalaschka (Cuaw.). — Mount Adams, W. T. (Tn. How, 1882).
— Semiahmoobay, Oregon (Lx.).
67. S. humifusa Rottb.
Wars. I. p. 144. — Macoun I. p. 76.
Portagebay, zwischen Steinen am Strande; 22. Juli (324°; flJ.
Sin. Schischmareffii (Cnam. ` S. marginata Ch. et Schldl.). — Sitka
(Hb. Petrop.) — Terr. Nov. (Laryrar). — Grönland (Wornsk.,
HorrwuANN-Ba., Vank).
68. Cerastium arvense L.
Wars. I. p. 100. — Macoun I. p. 77.
Auf kahlen steinigen Höhen nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (954; fl).
Muttuomah-Falls, Oregon (Tu. Hoer, 1882).
69. C. arvense L. var. angustifolium Fzl.
Kloquan, rasige Abhänge; 18. Juli (96; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Cascade Mts., 49° (Ly.). — Ft. Colville-Rocky
Mts., 7500’ (Lv.). — Saskatschawan (Ba.). — Lake Winnipeg (Be.).
— Terr. Hudson. (H.).
70. C. alpinum L.
Wars. I. p. 99. — Macoun I. p. 78.
Bartlettbay (Tu. Merman).
74. Sagina occidentalis Watson.
Wars. I. p. 106. — Macoun lI. p. 79.
Klowak ; 47. Sept. (554^; fr.).
Pacific coast: wet rocks; Tn. Howeur's Pacific Coast plants (1881).
72.8. procumbens L.
Wars. I. p. 106. — Macoun I. p. 79.
Sitka (Tn. Merman).
73. Spergula arvensis L.
Wars. I. p. 440. — Macoun I. p. 80.
Juneau-City (Tu. Meenan).
368 F. Kurtz.
74. Spergularia salina Presl.
Wars. I. p. 104 (sub Lepigonum). — Macoun I. p. 80.
Klowak ; 17. Sept. (554^; fr.).
Portulacaceae.
75. Claytonia sibirica L.
Wars. I. p. 119. — Macoun I. p. 82.
Jendestakä, feuchte quellige Stellen im Gebüsch, 7. Juni (64; fl.). —
Gebiet des Lynncanals; 25. Juni (64°; fl.). — Chilcatfluss unterhalb Klo-
quan ; 40. Aug. (457; fl. et fr.). — Juneau-City; 45. Sept. (457^; fl. et defl.).
Unalaschka (Cmaw.). — Sitka (Hb. Petrop.). — Vancouver-Isl.)
(C. B. Woop). — Lower Frazer River (C. B. Woop). — Sauvie's
Island, Oregon (Tn. Howrıı, 4881).
Blüten weiß, rot oder lila. Die von FENzL in LEperour, Fl, ross, II. p. 149—450
unterschiedenen Formen gehen zu sehr in einander über, als dass es sich lohnte, sie
festzuhalten.
76. C. sarmentosa C. A. Mey. a latifolia Fzl.
Wars. I. p. 149. — Macoun I. p. 83 (sine var.).
Àm oberen Krotahini; 26. Juni (187; fl.).
Aus Amerika nicht gesehen. — Ins. St. Georgii (Cuam.). — Ins. St.
Laur. (Gan),
77. Montia lamprosperma Cham.
Wars. I. p. 120. — Macoun I. p. 84 (syn. zu M. fontana L.).
Portagebay , an feuchten Stellen; 46. Juli (283; fr.). — Portagebay,
Strandwiesen; 2. Aug. (392; fr.).
Unalaschka, Sin. Eschscholtzii (Cham.).
Montia fontana L. mit ganz stumpfen glanzlosen Samen liegt von Lower Frazer River,
49° (Ly.) vor, ebenso aus Oregon (Tn. HowELL, ohne näheren Standort, doch mit der Be-
merkung »very commons).
Geraniaceae.
78. Geranium erianthum DC.
Wars. I. p. 150. — Macoun I. p. 90.
Lynncanal; 25. Juni (214°; fl.). — Sonnige Abhünge am oberen Sel-
tathin, im Gebüsch von Grünerlen und Zwergbirken; 30. Juni (211; fl.).
Am. bor. occid. (Lórkg). — Sitka (Hb. Petrop.). — Ajan (Tır.). —
Sachalin (F. Scumrpr). — Amur (Maxım.). — Kamtschatka (Fink. :
Erman.). — Ad port. St. Pet. Pauli (Cnam.).
79. Impatiens fulva Nutt.
Wars. I. p. 152. — Macoun I. p. 92.
Portagebay, vereinzelt; 24. Aug. (598 ; fl. et fr. immat.). — Bei Juneau-
City häufig (von dort keine Exemplare im Herbar).
Saskatschawan (Ba.)
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 369
Sapindaceae.
80. Acer glabrum Torr.
Wars. I. p. 175. — Macoun l. p. 99.
Chileoot ; Februar (74°; fr. ann. praeced.). — Jendestakä; 10.Juni (71; l.).
Semiahmoobay (Lv.). — Umtecum River (Columbia R., 46— 49°
Lat.; Lv.).
Baum von 10m Höhe; nom. vernac.: »Chralkr&«. — Die Exemplare aus Alaska wei-
chen mehrfach von der Diagnose in Hookrn's Fl. Bor.-am. (I. p. 143) ab; sie besitzen
keine pedunculi pilosi, dagegen pedunculi feminei ramosi; calyces intus barbali habe
ich nicht gefunden.
81. A. rubrum L.
Wars. I. p. 176. — Macoun I. p. 99.
Pyramid-Harbor (Tn. Mrrnax).
Leguminosae.
82. Lupinus arcticus Wats.
Wars. I. p. 235. — Macoun I. p. 102.
Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (145; fl.).
83. L. nootkatensis Donn.
Wars. I. p. 239. — Macoun I. p. 103.
Bartlett-Inlet (Tn. Meenan).
84. Trifolium repens L.
Wars. l. p. 266. — Macoun I. p. 165.
Wrangell; 19. Sept. (145^; fl., defl.).
85. Astragalus HypoglottisL.
Wars. I. p. 195. — Macoun I. p. AMA.
Bartlett-Inlet (Tu. MErnBAN).
86. A. alpinus L.
Wars. I. p. 190, — Macoun I. p. 142.
Flusskies des Natagehin; 24. Juni (175; fl.). — Am oberen Natagehin:
29. Juni (240; fl.). — Steinige flache Ufer des Tlehini, rasenbildend ` 30. Aug.
(576; fr.).
Nom. vernac.: Jelchschachlunass.
Blüten rot, mitunter finden sich auf demselben Stamme auch bleichgelbe. Die
Zweige sind auf der Erde in einem Kreise ausgebreitet.
87. A. alpinus L. var. arcticus (Bge.) Glehn.
Act. Hort. Petrop. IV. 4. p. 34.
Flussufer bei Kloquan; 48. Juni (89: fl.).
Unteres Ob-Gebiet : Stschutschja (WarpsunaG-ZEIL).
Die var. arcticus (Bunge) Glehn erinnert im Habitus an A. oroboides Hornem., von
dem A. alpinus L. überhaupt mitunter schwer zu unterscheiden ist. Eine ganz ähnliche
Form wie die Alaskapflanze ist die von Graf WanpsUnc- ZEIL an der Stschutschja ge-
sammelte.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 24
370 F. Kurtz.
88. A. frigidus (L.) Bunge y. littoralis (Hook.) S. Wars.
Wars. I. p. 193. — Macoun I. p. 93 (sine var.).
Zwischen Natagehin und Krotahini, im Gebüsch ; 24. Juni (183; fl.).
89. Oxytropis Lambertii Pursch.
Wars. I. p. 245. — Macoun I. p. 135.
Pyramid-Harbor (Tu. Mrxnax).
90. 0. campestris DC.
Wars. I. p. 245. — Macoun I. p. 146.
Kloquan ; 18. Juni (97; fl.). — Flusssand des Takhin ; 48. Juni (326°;
fl.). — Unteres Takhinthal ; 21. Juli (326 ; fl. et fr. jun.). Pyramid Island,
grasige Abhänge; 27. Juli (375; fl. et fr. immat.). — Am Tlehini; 27. Aug.
(375*; fr. ann. praeced.).
Brit. N. Am. (H.). — Saskatschawan (H.).
Wird 0,5 m hoch; Blüten bleichgelb.
94. 0. campestris DC. var. sordida (W.) Koch, Syn. p. 204.
Abhänge am unteren Ssergoit; 27. Juni (247; fl.).
92. 0. campestris DC. var. viscida (Nutt.) Wats.
Wars. I. p. 245. — Macoun I. p. 116.
Steinige bewaldete Abhänge am westlichen Kussooa ; 27. Juni (208; fl.).
— Felsige Abhänge am unteren Ssergoit; 27. Juni (249; fl.).
Rocky Mts. (Ba.).
Blüthen bleichgelb; das Schiffchen mit dunkelbraunem Fleck auf jeder Seite der
Spitze. Ist eine Parallelform der asiatischen var. verrucosa Ledeb. (0. leucantha Bge.),
mit der sie vielleicht identisch ist.
93. 0. nigrescens (Pall.) Fisch.
Wars. I. p. 246. — Macovn I. p. 446,
Nördlich vom Tlehini, auf kahlen steinigen Anhóhen zwischen 1000
und 1200 m; 20. Juni (120; fl.) — Am unteren Ssergoit, den Felsen an-
gedrückt; 27. Juni (244; fl.). — Am oberen Tatschanzhini, Rasen bildend ;
28. Juni (264 ; fl.).
Koraginsk-Insel (Mertens).
Nom. vernac, Gachzási. — Blüthen rot oder violett (?)
94. Hedysarum boreale Nutt.
Wars. I. p. 223. — Macoun I. p. 117.
Zwischen Krotahini und Natagehin; 24. Juni (179; fl.). — Flusssand
des Takhin; 48. Juli (330; fl.).
Brit. Am. bor. (H.) — Saskatschawan (Ba.).
Nom. vernac. Zäch. — Blüten rot; die Wurzeln werden gegessen.
95. H. Mackenzii Richardson.
Wars. I. p. 223. — Macoun I. p. 147.
Chileatfluss unterhalb Kloquan ; 10. Aug. (447: fr., meist schon ver-
blüht).
Brit. Am. bor. (H.). — Rocky Mts. (Bc.). — Saskatschawan (Be.). —
Yellowstone (v. Haypen). — Sangre de Christo Mts., Col. (Parry).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 371
96. Vieia gigantea Hook.
Wars. I. p. 268. — Macoun I. p. IM.
Klowák ; 17. Sept. (k47*; fl.).
W. Oregon,.in coniferous forests (Tn. HowerL, 4881).
97. Lathyrus maritimus (L.) Big.
Wars. I. p. 229. — Macoun I. p. 124.
An allen Küsten häufig: Portagebay; 16. Juni (82; f1.). — Lynn-Canal
25. Juni (82%; fl.).
Winnipeg Valley (Ba.). — Vancouver Isl. (C. B. Woon,
Blüten dunkelrot, Pflanze nach Cumarin riechend,
98. L. paluster L.
Wars. I. p. 230. — Macoun I. p. 122.
Portagebay ; 24. Aug. (597; fl. et fr.).
Oregon, near the 49° Bor. (Ly. ; 385?).
99. L. paluster L. var. myrtifolius (Mühlbg.) Gray.
Wars. I. p. 230. — Macoun I. p. 132.
Portagebay, auf Wiesen; 16. Aug. (314; fl.).
Falcon Valley, W. T. (Sursporr 1883). — New-York (Jacguenonr).
— Beardstone, Ill. (Geyer). — Neu-Mexico (Frenn. 146).
Rosaceae.
100. Spiraea betulifolia Pall.
Wars. I. p. 320. — Macoun I. p. 126.
Dejähthal, häufig in der Krummholzregion; 0,5 m hoch; 27. Mai (28;
fol. et fr. ann. praeced.). — Am Seltathin, 0,5 m hoch; 30. Juni (844:
fl., nur an sonnigen Stellen). — Am Takhin, auf Wiesen; 20. Juli
(346; D.
Cascade Mts. Oregon (Tn. Hoer, als S. chamaedrifolia L.). —
Rocky Mts. (Bol. — California (Kerrocs and Hanrronp 1868—69,
n. 198).
104. S. discolor Pursch.
Wars. I. p. 321. — Macoun I. p. 197.
Juneau-City (Tn. Mrenan).
102. S. Aruncus L.
Wars. I. p. 320. — Macoun I. p. 327.
Chileoot; 2. März (310*; fr. ann. praeced.). — Portagebay, im Ge-
büsch an waldigen Abhängen, 1—2 m hoch; 16. Juli (310; fl.).
Lower Frazer River, 49? Lat. (Lv.).
Nom. vernac.: Záchedlákuwhózi.
103. S. pectinata (Hook.) T. et Gray.
Wars. I. p. 322. — Macoun lI. p. 127.
Am Seltathin überall auf der Tundra häufig, an quelligen Stellen
freudig grüne Rasen bildend; 30. Juni (246; fr. ann. praeced.). — Dejäh-
24*
372 F. Kurtz.
Fjord; 47. Aug. (490; fl.). — Nördlich vom Tlehini, oberhalb der Krumm-
holzregion; 97. Aug. (547; fl.; forma humilis).
Brit. N.-Am. (H.). — Sitka (Hb. Petrop.).
104. Rubus nutkanus Lindl.
Wars. I. p. 316. — Macoun I. p. 128.
Lynn-Canal; 95.Juni (299^; fl). — Portage-Point; 16. Juli (299; fl.).
Utah, City Creek Canyon, 7000’; July 4880 (M. E. Jones n. 1380).
4—4,5 m hoch; Blüten rein weiß.
105. R. Chamaemorus L.
Wars. I. p. 345. — Macoun I. p. 128.
Am Ssergoit, in Sümpfen unter Gebüsch; 27. Juni (260; 11). —
Busehige Abhänge am oberen Seltathin; 30. Juni (915; fl.).
106. R. pedatus Sm.
Wars. I. p. 317. — Macoun I. p. 129.
Überall im Walde häufig: Oberes Tlehinithal, auf Moos rankend;
A. Juli (226; fl.. — Klowák; 18. Sept. (226^; fl, mehrfach in zweiter
Blüte).
Brit. N. Am. (H.). — Cascade Mts., 49° (Lv.). — Cascade Mts. to
Ft. Colville 499 (Ly.).
107. R. stellatus Sm.
Wars. I. p. 347. — Macoun 1. p. 130.
Natagehin; 25. Juni (155^; fl.). — Weg zum oberen Seltathin;
22. Juni (155; f1.).
Blüten hochrot.
408. R. strigosus Michx.
Wars. l. p. 318. — Macoun I. p. 130,
Portagebay; 24. Juli (364; subfl.).
Saskatsehawan (Bo 1. — Neu-Mexico (FrNpLER n. 209). — Utah:
Bingham, 7300" (M. E. Jones 1449).
109. R. spectabilis Pursch.
Wars. I. p. 347. — Macoun I. p. 130.
Portagebay, an offenen Stellen im Gebüsch, gemein; 7. Juni (56; fl.).
Unalaschka, Kadjak, Sandwich-Sound (Patr.]. — Unalaschka, ad
ped. mont., haud altius adscendens (Cuaw.). — Sitka (Hb. Petrop.).
— Cascade Mts., 49? (Ly.).
Wird 4 m hoch; Frucht gelb, schmackhaft.
110. R. spec. ex aff. R. spectabilis Pursch.
Lynn-Canal, Seduction-Point; 6. Sept. (56^; fl.).
Blüten rot. — Móglicherweise eine abweichende Form des R. spectabilis Pursch.
441. Dryas octopetala L.
Wars, I. p. 281. — Macoun l. p. 432.
Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (135; fl.).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 373
412. D. Drummondii Hook.
Wars. I. p. 284 (als var.). — Macoun I. p. 132.
Katkwaltu, auf Flussgeröll; 18. Juni (960^; fl.. — Nördlich vom
Tlehini, rasenbildend; 27. Aug. (560; fr.).
Bei dieser Art löst sich oft ein Teil des Blattgrundes als besonderes, mitunter
ziemlich weit abgerücktes Blättchen ab. Bei D. octopetala L. wurde dies nicht
beobachtet.
113. Geum macrophyllum Willd.
Wars. I. p. 284. — Macoun I. p. 133.
Portagebay; 46. Juni (83; fl.). — Portagebay; 92. Aug. (499; fl. et
fr.) und Sept. (4995; Tel
Ins. inter Amer. et Kamtschatkam (Mrnk.). — Unalaschka (Cman.).
Der Unterschied der Stengelblütter zwischen G. macrophyllum W. und G. strictum
Ait. ist nicht stichhaltig, ebenso der von der Behaarung des Receptaculums her-
genommene, Durchgreifend verschieden scheint nur die Gestalt der Grundblätter zu
sein. G. strictum hat auch, wie es scheint, meist größere Blüten.
444. @. calthifolium Menzies, Sm.
Wars. I. p. 283. — Macoun l. p. 134.
Juneau-City, in größerer Menge erst in der Grünerlenregion; 14.—14.
Sept. (83^; fl. et fr.).
Beringsstr. (Cnonis). — Ins. versus Americam (Parr.). — Unalaschka
(Cnax., Cnuonis).
G. calthifolium (Menzies) Sm. unterscheidet sich von G, radiatum Mchx. durch die
tief ausgeschnittenen Sinus am Endblättchen der Grundblätter, sowie durch die Gestalt
der Stengelblütter. Größe und Gestalt der Petala bieten keine Unterschiede dar. (lm
Herb. Willd. n. 10043, fol. 2, 3, 4, als G. radiatum enthalten.)
445. Fragaria chilensis Duch.
Wars. I. p. 282. — Macoun I. p. 135.
Chileat-Inlet: Bartlettbay (Tm. MeeuaAn).
116. Potentilla arguta Pursch.
Wars. I. p. 293. — Macoun I. p. 136.
Obere Waldregion am Tlehini; 27. Aug. (593; defl.).
Brit. N. Am. (H.). — Saskatschawan (Be.). — Winnipeg Valley
(Bg.). — Columbia River, 46—49° (Ly.).
447. P. dissecta Pursch.
Wars. I. p. 294. — Macoun I. p. 138.
Kloquan; 48. Juni (108; fl.). — Felsige Abhänge am unteren Sser-
goit; 27. Juni (240; H. — Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug.
(564; fl.).
Brit. N. Am. (H.). — Saskatschawan (Be.). — Terr. Hudson (H.).
— California (BRIDGES).
148. P. dissecta Pursch var. glaucophylla Lehm.
Wars. I. p. 295.
Am Krotahini; 25. Juni (180; fl.).
374 F. Kurtz.
Galton Range (Ly.: P. diversifolia Lehm.). — Rocky Mts. (Ba.:
P. Drummondii? Lehm.). — Am. bor. occid. H: P. diversifolia
Lehm.).
119. P. dissecta Pursch var. Drummondii (Lehm.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 295. — Macoun I. p. 138 (= P. dissecta P.).
Am Tlehini; 28. Aug. (585; defl.).
120. P. gracilis Dougl.
Wars. I. p. 297. — Macoun I. p. 138.
Kloquan, trockene Anhóhen, 6 dm hoch; 8. Aug. (440; A., dell.
et fr.).
Sauvie's Island, Oregon (Tn. Hoer, 41881).
424. P. grandiflora L., Maxmow. in Mel. Biol. de l'Acad. de St.
Pétersb. IX. p. 161.
Wars. I. p. 295 (P. fragiformis W. et P. gelida C A. Mey.). —
Macoun I. p. 140 (P. fragiformis W. et P. gelida C. A. Mey.).
P. grandiflora L. var. lucida (W.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 296 (sub P. fragiformi W. var. villosa Reg.).
Hochtundra zwischen Katschadeleh und Seltathin; 30. Juni (236; f1.).
122. P. grandiflora L. var. villosa (Pursch) Reg. et Til. (sub
P. fragiformi W.).
Wars. I. p. 296 (pro parte). — Macoun I. p. 140 (p. p.).
Jendestakä, an Felsen Polster bildend; 7. Juni (65; fl.). — Am Crota-
hini; 25. Juni (65^; fl.). — Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (136; fl., f.
minor). — Ketlrächtä; 25. Juli (390; fr.. — Mündung des Chilcat, auf
trockenen Hügeln ; 13. Aug. (472; fr.).
Sin. Eschscholtzii (Cuaw.). — Cap Espenberg, Unalaschka (Cnaxw.,
Cuoms). — Sitka (Hb. Petrop.). — Vancouver Isl. (C. B. Woon:
genau die Alaskapflanze).
P. fragiformis W. gehórt nach dem Original (Herb. Willd. n. 9987) unzweifelhaft
zu P. grandiflora L. Die Beschreibung, welche SchLEchTENDAL sen, im Mag. der naturf.
Freunde zu Berlin VII. 4816. S. 294 veröffentlichte, enthält folgende Phrasen: panicula
terminali pauciflora, receptaculo villoso, calyce corolla longiore, die in der Diagnose
WILLDENOWw’s (in sched.) fehlen. Wie das Original jetzt vorliegt, hat es keine Blüten, doch
trage ich kein Bedenken, dasselbe mit P. grandiflora L. zu identificieren; es gleicht an
Wuchs, in der Beschaffenheit der Blätter und in der Behaarung z. B. der P. grandiftora
L. pl. major helvetica von Bex (Rcur., Fl. germ. exsicc. n. 1896) und vom Mont Cenis
(leg. SERING) vollkommen. Als Formen gehören hierher (vergl. auch TRAUTVETTER in Act,
Hort. Petrop. V. p. 54):
A. var. gelida (C. A. Mey.) Trautv., Bull. Soc. Mosq. 1860. II. p. 527. — Gracilis,
glabrior; floribus minoribus.
2. var. lucida (W.) m. — Ascendens v. depressa, sericeo-villosa, — Diese von den
Autoren zu P. villosa Pursch gezogene Pflanze steht der typischen P. grandiflora L. weit
näher, als die P. villosa Pursch. Sie umfasst die gewöhnlich als P. fragiformis be-
zeichneten, stark behaarten, oft niederliegenden Formen. Hierher gehüren z. B.:
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 375
P. fragiformis W. 8 intermedia Reg. (Ajan; Tiling n. 98; diese ist, besonders
in ihren niedrigeren Formen, mit der P. lucida W. Herb. 9995 völlig
identisch);
P. fragiformis L., Japan, Nagasaki, OLpuaw 1862 (foliis pro parte subpinnatis);
P. nivea 4. arctica Ch. et Schldl. (Sin. et Ins. Sti. Laurentii) gehört gleichfalls
hierher, und nicht zu P. villosa Pursch, wohin sie LEuwANN stellt.
3. var. villosa (Pursch) Reg. et Til. sub P. fragiformi W. — Hierber gehóren die
P. nivea 9, vulgaris Cham. et Schldl. (Sin. Eschscholtzii, Sin. St. Laur.), die P. villosa Pursch
von Cap Espenberg, Unalaschka (Cnmaw., Cuonis), Sitka (Hb. Petrop.) und Vancouver-
Island (C. B. Wonn,
Kleinere Formen der var. villosa sehen der P. nivea sehr ähnlich. Übrigens finden
sich Übergänge von der var. gelida zur var. lucida (z. B. die P, gelida C. A. Mey. f. pi-
losior in LEDEB., Fl. ross, II. p. 59), und von dieser zur var. villosa, doch lassen die aus-
geprügteren Formen sich gut unterscheiden.
123. P. palustris (L.) Scop.
Wars. I. p. 299. — Macoun I. p. 140.
Portagebay; 46. Juli (281; fr.).
In omni regione Beringiana et in Unalasehka (Cmaw.). — Lake
Winnipeg-Valley (Bel. — Cascade Mts. 49° (Ly.).
194. P. fruticosa L.
Wars. I. p. 296. — Macoun l. p. 144.
Dejäh, auf Heideboden; 20. April (137^; ram. flor. ann. praec.). —
Nórdlich vom Tlehini; 21. Juni (137; fol. jun., flor. ann. praeter.). —
Sonnige Abhünge am unteren Ssergoit, 3—7 dm hoch; 27. Juni (245; fl.).
Saskatschawan (Be.). — Cascade Mts.-Ft. Colville 49? (Ly.).
Nom. vernac.: Chakkanág u,
125. P. AnserinaL.
Wars. I. p. 293. — Macoun I. p. 144.
Am Crotahini; 25. Juni (440%; fl.). — Portagebay, gemein auf Strand-
wiesen; 2. Aug. (394; fl. et defl.).
Saskatschawan (Be.). — Ft. Colville-Rocky Mts. (Lx.).
126. P. Sibbaldia (L.) F. Kurtz (Sibbaldia procumbens L.).
Wars. I. p. 320. — Macoun I. p. 135.
Jendestakä, trockene Hügel; 7. Juni (67; fl.). — Zwischen Katscha-
deleh und Seltathin; 30. Juni (205; f.). — Juneau-City; 11. Sept. (67*;
defl.).
Unalaschka, in petrosis alpinis (Gmam.). — Ft. Colville-Rocky Mts.,
7000’, 49° (Ly.). — Rocky Mts. alpine Flora, 39—41^ (Harr and
Hansovn 1862).
197. Sanguisorba canadensis L.
Wars. I. p. 302 (Poterium). — Macoun 1. p. 143 (Pot.).
Portagebay, Blüten weiß, wohlriechend; 16. Juli (314; fl.). — Portage-
bay, auf Wiesen; 3. Aug. (314°; fl.).
Fehlt im Herb. Berol. aus dem Westen Nordamerikas.
Nom. vernac.: Zethscháti.
376 F. Kurtz.
128. Rosa nutkana Presl.
Wars. I. p. 312. — Macoun I. p. 144.
Chileat Inlet; 10. Jan. (298^; fr. ann. praeced.). — Am Chilcattluss
sehr häufig; Blüten wohlriechend; 16. Juli (298 ; fl., f. major).
Lower Frazer River (Lv. 1859, 49°; Rosa 9). — Vancouver Isl.
(Lv. 1858—59; Rosa 9, 3).
Alle von Lyarı gesammelten Exemplare entbehren der feineren Stacheln an den
blatttragenden Zweigen. Die Rose von Alaska sieht einer als R. discolor Crép. bezeichneten
Pflanze vom Amur am ähnlichsten, die auch die kleinen Stacheln an den blatttragenden
Zweigen zeigt. Eine als R. fraxinifolia ? bezeichnete Rose des Westens unterscheidet
sich nur durch etwas kleinere und zahlreichere Blüten. — Am besten wird es wohl
sein, die Formen discolor, fraxinifolia und nutkana unter der alten R. acicularis Lindl.
als typus polymorphus, der vom Ural ostwürts bis in das Hudsonsbaygebiet sich aus-
dehnt, zusammenzufassen.,
129. Pirus rivularis Dougl.
Wars. l. p. 292, — Macoun I. p. 146.
Portagebay; 22. Aug. (504; fr.).
Sauvie's Island; Banks of the Columbia (Pringle Oregon 1881).
Nom. vernac.: Chrächko. — 2—3, mitunter 5 m hoch.
130. Sorbus sambucifolia (Cham. et Schldl.) Roem.
Wars. l. p. 292 (Pirus). — Macoun I. p. 146 (Pirus).
Portagebay, WaldblóBen und Waldränder; 16. Juli (317; f1.).
Rinde und Blüten nach Bittermandelöl riechend.
131. Amelanchier canadensis (L.) T. et Gr. var. (?) oblongifolia
(Roem.) T. et Gr.
Wars. I. p. 273. — Macoun I. p. 149.
Jendestakä, am höheren, felsigen Ufer; 10. Juni (69; fl.). — Nördlich
vom Tlehini, bis über die Baumgrenze hinaus; 27. Aug. (556; fol.).
Nom. vernac.: Kawäko (Gauwäk). — 1—2 m hoher Strauch, Blüten weiß;
die Beeren werden gegessen.
Saxifragaceae.
132. Leptarrhena pirolifolia (D. Don) R. Br.
Wars. I. p. 328. — Macoun I. p. 460.
Obere Krummholzregion am Tlehini; 28. Juli (580; fr.).
Unalaschka (Hb. Petrop.; Cnam. ; Cuonis). — Cascade Mts. 490 (Ly.).
133. Saxifraga oppositifolia L.
Wars. l. p. 343. — Macoun I. p. 449.
Dejähpass, 4. Juni (37; fl.) — Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (146;
fl. et fr.).
Unalaschka (Cmam.) — Terr. Hudson (H.).
134. 8. Tolmiei T. et Gray.
Wars. I. p. 346. —
Juneau-City, oberhalb der Krummholzregion ; 44. Sept. (242; fl).
Mount Hood, 5000', Oregon (Tu. Howzıı 4884).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 377
135. S. exilis Stephan, f. minor Fr. Kurtz.
Wars. I. p. 344. — Macoun I. p. 454.
Juneau-City, ca. 1000 m Seehöhe; 11. Sept. (242°; fr.).
Unalaschka, Sin. Eschscholtzii (Cuaw.).
136. S, virginiensis Michx. f. vulgaris Engl.
Wars. I. p. 346. — Macovn I. p. 152.
Jendestakä; 10. Juni (75; fl.).
137. S. leucanthemifolia Michx.
Wars. I. p. 342. — Macoun l. p. 152 (var.).
Dejäh-Fjord; 17. Aug. (485; fr., defl.).
Virginia (Brvrtcn).
138. S. leucanthemifolia Mx. var. Brunoniana (Bong.) T. etGr.,
Engler.
Wars. et Macoun l. c.
Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (154; fl., f. parvula). — Abstieg `
zum Tlehini, oberhalb der Waldgrenze; A. Juli (228; fl.). — Felsige Ab-
hänge am unteren Ssergoit; 27.Juni (239 et 242 ; fl.). — Dejäh-Fjord, 300 m
Seehöhe; 47. Aug. (485%; fr.).
Sitka (Herb. Petrop.).
139. 8. Lyalli Engl.
Wars. I. p. 343. — Macoun I. p. 153.
Krummholzregion nördlich vom Tlehini (545; fl. et fr.).
Ft. Colville-Rocky Mts. (Ly.).
440. S. punctata L.
Wars. I. p. 344. — Macoun I. p. 153.
Dejäh-Fjord; 17. Aug. (487; fl.).
E Mts., 49? Bor. (Lv.)
. S. Mertensiana Bong.
"ans I. p. 344. — Macounl. p. 153 (beide als S. heterantha Hook.).
Felsige Abhänge am Chilcatfluss; 17. Juni (95; fl.).
Columbia River, near the Cascades, Oregon (Tu. Hoer, 1882).
142. S. bronchialis L.
Wars. l. p. 339. — Macoun I. p. 154.
Felsige Abhänge am Ssergoit; 27. Juni (263; fl.). — Alpine Region am
Tlehini; 28. Aug. (592; defl., fr.)
Ft. Colville-Roeky Mts. (Ly.). — Rocky Mts. (Bc.). — Neu-Mexico
(FENDLER n. 267).
Blüten weiß mit vielen hellorangen Flecken.
4143. S. tricuspidata Retz.
Wars. I. p. 346. — Macoun I. p. 154.
Chilcoot ; Dee. 1881 — Jan. 1882 (47; fol.). -— Dejäh, an Felsen häufig;
4. Juni (47^; fl.).
Unalaschka (Cnaw.). — Winnipeg-Valley (Be.).
378 F. Kurtz.
Die verbreitetste Art im Gebiet, kommt aber nur in den untersten Lagen, dicht an
den Flüssen, vor.
144. Tellima grandiflora R. Br.
Wars. I. p. 348. — Macoun I. p. 155.
Juneau-City (Tn. Mrrnax).
145. Tiarella trifoliata L.
Wars. I. p. 349. — Macoun I. p. 156.
Portagebay ; 12. Juni (80*; fl.). — Portagebay; 22. Aug. (501 ; fr.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade M. 49? (Ly.). — Vancouver-Isl.
(Lv.). — California (Lixpr. ded.).
146. T. trifoliata L. var. unifoliata (Hook.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 349 (spec.). — Macoun I. p. 156 (spec.).
Portagebay; 12. Juni (80; fl.).
Ft. Colville-Rocky Mts. (Lv.). — Mendocino Co., Cal. (att. G. Romrrs).
Die T. unifoliata Hook. ist in Textur der Blätter u. s. w. den größeren Exemplaren
der T. trifoliata L. durchaus gleich. Die var. procera Gray, Bot. of Cal. I. p.499, der
ersteren bildet einen Übergang zur T, trifoliata L.
447. Mitella nuda L.
Wars. I. p. 328. — Macoun I. p. 157.
Quellige Stellen am oberen Tlehini ; 4.Juli (224; fl.). — Obere Krumm-
holzregion am Tlehini; 28. Aug. (579; defl.).
Am. brit. bor. (H.). — W.-Kootenay; Colville-Roeky Mts. (Ly.).
— Winnipeg Valley (Bc.). — Amur (Maxımow.). — Pl. Redowskian.
(Cnau.).
148. Heuchera micrantha Dougl.
Wars. I. p. 325. — Macoun I. p. 157.
Juneau-City (Tn. Merman).
4149. H. glabra Willd.
Wars. I. p. 325. — Macoun I. p. 157.
Jendestakä an Felsen; 25. Jan. (371^; pl. ann. praet.). — Felsen bei
Naehk'(u); 26. Juli (371 ; fl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Am. brit. bor. (H., als Tiarella unifoliata in
Hb. Berol.).
150. Chrysosplenium alternifolium L.
Wars. I. p. 324. — Macoun 1. p. 159.
Quellige Stellen im Walde am Tlehini; 4. Juli (174; fl.).
151. Parnassia palustris L.
Wars. I. p. 330. — Macoun l. p. 159.
Pyramid-Island ; 27. Juli (373; fl). — Jendestakä, auf Wiesen sehr
häufig; 24. Aug. (518; fl.).
Saskatschawan (Be.).
159. P. parviflora DC. (incl. P. Kotzebuei Ch. et Schldl.).
Wars. I. p. 330. — Macoun I. p. 159—160.
Unteres Takhinthal ; 24. Juni (322; fl. et fr.).
Die Flora des Chileatgebietes im südóstlichen Maska. 379
Ft. Colville-Rocky Mts. (Ly.).
Petala trinervia, staminodia setas (4) 3—5 gerentia, folium caulinum interdum supra
rosulam foliorum radialium insertum. — P. parviflora DC. und P. Kotzebuei Ch. et Schldl.
sind specifisch nicht zu trennen. Die Insertion der Folia caulina ist kein durchgreifen-
der Unterschied, da bei P. parviflora Fälle vorkommen, wo das Stengelblatt sehr tief
steht, und bei P. Kotzebuei es nicht allzu selten ist, dass das Stengelblatt oberhalb oder
halb oberhalb der Grundrosette inseriert ist (wie dies auch an Exemplaren der P. palus-
tris L. vom Saskatschawan [leg. Ba.] aus Sibirien [Lessing ; Montes Ssoijutici], Deutsch-
land [Hb. Link; das Stengelblatt versteckt zwischen den Grundblättern], Sierra Nevada
Spaniens [scapi nudi; leg. WitLkoww] und Spanien [Hb. Ruiz] und an P. caroliniana
Michx. vom Niagara [leg. JacouEwoNT) beobachtet wurde). Auch die Zahl der Stamino-
dialborsten bietet kein durchgreifendes Merkmal; bei P. Kotzebuei wurden 1 —3 (— 5)
Setae gezählt. Ferner variiert auch die Größe der Pflanze, sowie die Gestalt der Kapsel.
P. Kotzebuei Ch. et Schldl., obwohl die verbreitetere Form, muss daher als Varietät der
P. parviflora DC., die früher beschrieben, angesehen werden. — Die vorliegenden
Exemplare aus Alaska bilden einen Übergang von der typischen P. Kotzebuei zur P.
parviftrora DC.
153. P. fimbriata Koenig.
Wars. I. p. 329. — Macoun I. p. 160.
Nachk'(u), an feuchten Felswänden; 5. Aug. (398; fl. et fr. immat.). —
Obere Krummholzregion am Tlehini, häufig; 28. Aug. (577; fl.).
Pacific Coast plants: wet rocks (Ta. Howerı 1881).
154. Ribes lacustre Poir.
Wars. I. p. 334. — Macoun I. p. 161.
Jendestakä, häufig an Abhängen und an offenen Stellen; 7. Juni (59;
fl., 4 m hoch). — Portagebay (Deschü) ; 22. Aug. (497; fr.).
Brit. N. Am. (H.). — Semiahmoobay (Ly.). — Pendd’Oreille River;
Ft. Colville-Rocky Mts. (Lv.).
155. R. prostratum L'Hér.
Wars. I. p. 335. — Macoun I. p. 162.
Felsiges Meerufer bei Nachk'(u); 5. Aug. (#01; fr.).
Am. sept. bor. (H.). — Winnipeg-Valley (Ba.).
Nom. vernac: Bail achrét, — Strauch von 4 bis 4,25 m Höhe mit wenig-
stachligen, dunkelschwarzen, mit blauem Reif überzogenen Früchten »Kanelzugx«)..
156. R. laxiflorum Pursch var. inermis F. Kurtz (an sp. nov: ?).
Wars. I. p. 334. — Macoun I. p. 163.
Jendestakä, besonders am felsigen Meerestrande; 22. Mai (17; fl.).
Strauch mit niederliegenden aufstrebenden Zweigen, ungeführ 4 m hoch.
Rami angulati, sulcati, glabri. — Racemi erecti, 10—412flori, basi
folio et bracteis suffulti. — Bracteae lingulatae, acuminatae, basi lata
sessiles, ciliatae, pedicellis piloso-villosis vix !/; minoribus. — Calyx in-
ferne subglobosus, breviter et dense canescenti-piloso- villosus ; calycis lim-
bus rotatus, lobis 5 rotundatis pallide flavescentibus, nervis 3 prominentibus
instructis, extus plus minusve dilute purpureis et leviter ciliato-pilosis,
intus basi purpurascentibus. Petala flabelliformia, pallide flavescentia,
380 F. Kurtz.
margine superiore purpurascentia. — Stamina petalis aequilonga, fila-
mentis purpurascentibus, antheris lato-ovalibus purpurascentibus. — Sty-
lus usque ad tertiam partem bifidus.
Diese Form unterscheidet sich von R. hudsonianum Richards. durch Gestalt und
Farbe der Petalen und des Kelches, durch den günzlichen Mangel an Harzdrüsen und
durch die unterseits kahlen Blätter. Von R. laxiflorum Pursch und R. prostratum L'Hér.
ist sie durch den Mangel der Kelchdrüsen und Kelchstacheln leicht zu trennen, doch
scheint es am geratensten, sie als Form zu dem ersteren zu stellen, um so mehr, als
R. prostratum L'Hér. westlich von Utah fehlt, während R. laxifloram westlich bis zum
Ocean und südlich bis Washington Territory geht.
157. R. bracteosum Dougl.
Wars. I. p. 332. — Macoun I. p. 163.
Juneau-City, vom Strande bis in die Krummbolzregion; 1^. Sept.
(A045; fl).
Sitka (Hb. Petrop., als R. affine Dougl., neben der richtigen Pflanze
dieses Namens). — Am. brit. bor. (H., als R. hudsonianum Richds.
var. 8.). — Lower Frazer River, 499 (Lv.).
158. R. hudsonianum Richards.
Wars. I. p. 333. — Macoun I. p. 163.
Oberes Tlehinithal; 4. Juli (230 ; fl.).
Am. brit. bor. (H.; auch als R. bracteosum etiquettiert). — Terr.
Hudson. (H.). — Saskatschawan (Be.).
Blüten weißlich, stark riechend, wie die von R. nigrum L.
Crassulaceae.
159. Sedum Rhodiola DC.
Wars. I. p. 351. — Macoun Il. p. 165.
An felsigen Ufern des Chilcoot-Inlets beobachtet. — Bartlett-Inlet
(Tn. Meenan).
Nom, vernac.: Ssagnäk.
Droseraceae.
160. Drosera rotundifolia L.
Wars. I. p. 354. — Macoun I. p. 165.
Wrangell (Tn. Merman).
Halorageae.
161. Hippuris vulgaris L.
Wars. I. p. 356. — Macoun l. p. 467.
Portagebay, Waldsumpf; 24. Juli (365; fl.).
Sin. Bon. Sp., Am. transbering. (Cnaw.). — Lower Frazer River,
490 (Ly.). — Salt-Lake City, 4500’ (M. E. Jones, Utah No. 4802).
— Neu-Mexico (FEnDLER 238).
Nom. vernac.: Tankvadazäje.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 381
Onagraceae.
162. Epilobium angustifolium L. f. macrophylla Haußkn.
Wars. I. p. 366 (E. spicatum Lam.). — Macoun I. p. 168.
HaussKknecHt Mon. S. 38.
Portagebay, 1—1,5 m hoch; 16. Juli (287; fl.).
San Juan Island (Lv.).
163. E. latifolium L. a arcticum Haußkn.
Wars. l. p. 365. — Macoun I. p. 169.
Hausskn. Mon. S. 191.
Flusssand am Tlehini; 49. Juni (110; fl.).
Brit, N.-Am. (H.). — Unalaschka (Cmomm). — Labrador (ded.
Haustein). — Ins. Chamissonis (Cnaxm., f. glabrescens, longifolia).
Nom. vernac.: Chokanagu.
164. E. lactiflorum Haußkn. Mon. S. 158.
Wars. I. p. 364 (E. alpinum L. e. p.). — Macoun l. p. 169 (E.
alpınum L.). |
Am Ufer des Takhin, unter Gebüsch ; 20. Juli (333; fl.). — Feuchte
Felswände bei Nachk'(u); 5. Aug. (402; fl. et fr.).
165. E. Hornemannii Rchb.
Hausskv. Mon. S. 174.
Wars. I. p. 364 et 365 (E. alpinum L. e. p. et E. origanifolium Lam.).
— Macoun I. p. 169 (E. origanifolium Lam.).
Moräne am Ufer des Takhin; 20. Juli (338*; fl. et fr.).
E. Hornemanni Rchb. f. major Haußkn. |. c.
Morüne am Ufer des Takhin; 20. Juli (338^; fl. et fr.).
White Mts. (Tuckerman). — (Scandinavia).
166. E. minutum Lindl.
Hausskn. Mon. S. 248. — Wars. I. p. 365. — Macoun I. p. 170.
Wrangell (Tn. Mersan).
167. E. glandulosum Lehm.
HausskN. Mon. S. 273. — Wars. l. p. 364 (E. affine Bong.). —
Macoun 1. p. 174 (E. affine Bong.).
Sitka; Wrangell (Tn. Mxrnaw).
168. E. boreale Haußkn. Mon. S. 279.
Wars. I. p. 366. — Macoun l. p. 174 (bei beiden als E roseum
Schreb.).
Portagebay, bis 4 m hoch; 46. Juli (284; fl. et fr. jun.). — Portagebay,
in trockenem Gebüsch; 27. Juli (379; fl. et fr.).
Blüten hellrot. — Unter dem E, roseum der amerikanischen Autoren sind nach
HausskNECHT zwei Arten: E. boreale Haußkn. und E. Bongardi Haußkn. verstanden
worden; das echte E. roseum Schreb. fehlt in Amerika.
169. Circaea alpina L.
Wars. l. p. 363. — Macoun l. p. 174.
382 F. Kurtz.
Seduction-Point, Portagebay; 6. Sept. (379%; fr.).
An allen Haltestellen im Lynncanal und in großer Menge bei Juneau-City gesehen.
Umbelliferae.
170. Musenium divaricatum (Nutt. ms.) T. et Gr. var. Hookeri
(Nutt. ms.) T. et Gr.
Wars. I. p. 426. — Macoun I. p. 480.
Abhänge nördlich vom Tlehini; 20. Juni (412; (1.).
Fehlt im Hb. Berol.
171. Cicuta maculata L.
Wars. I. p. 416. — Macoun I. p. 184.
Portagebay ; 24. Aug. (523; fl. et fr.).
Am. brit. bor. (H.). — Saskatschawan (Be.).
172. Berula angustifolia (L.) Koch, involucellis in foliis mutatis.
Wars. I. p. 445. — Macoun Ill. p. 534.
Portagebay, in feuchtem Gebüsch; 16. Juli (302; fl.).
173. Osmorrhiza nuda Torrey.
Wars. I. p. 427. — Macoun l. p. 182.
Jendestakä, in Gebüsch ; 10. Juni (72; fr. immat.). — Portagebay, unter
Gebüsch; 16. Juli (303; fr. immat.). — Nord-Point, Portagebay; 6. Aug.
(409; fr.).
Oregon (KeLLocG and Hartrorn 1868— 69; n. 314). —- Western
Oregon, coniferous forests (Ta. Howerı 1881).
174. Oenanthe sarmentosa Presl.
Wars. I. p. 427. — Macoun lll. p. 535.
Wrangell; 19. Sept. (515%; fr.).
Sumass-Prairie (Lv.). — Western Oregon, wet places (Tn. HowELL,
4881).
175. Ligustieum scoticum L.
Wars. I. p. 426. — Macoun I. p. 184.
Idaho Inlet: Cross-Sound. — Killisnow Island. — Juneau-City (Tn.
MEEHAN).
176. Selinum (Euselinum) Gmelini (Cham. et Schldl.) F. Kurtz.
Wars. I. p. 432, — Macoun I. p. 185 (beide unter S. Benthami
Wats.).
Seduction-Point; 27. Juli (374; fl. et fr.). — Pyramid-Island; 27. Juli
(374°; fl. et fr.).
Ins. Chamisson.; Sin. Eschscholtzii (Cnam.).
Wird bis 4,2 m hoch; die fleischige, weiBliche Wurzel schmeckt nach Pastinak.
Die Hülle fällt später ab; Blüten weiß-hellrötlich, außen grünlich.
177. S. (Cnidium) Benthamii (S. Watson) F. Kurtz.
Bibliogr. Ind. N.-Am. Bot. p. 432 (exel. syn.).
Macoun l. p. 185 (excl. syn.).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 383
Jendestakä, auf Wiesen; 24. Aug. (515; fl. et fr.).
BENTHAN bemerkte in den Gen. plant. I. p. 915, dass unter dem Conioselinum Fischeri
Hook. Fl. Bor. Am. zwei Arten verborgen seien. S.Warsow unterschied dann dieselben
in den Proc. Am. Acad. XI. p. 440—441, bemerkt aber selbst in seinem Bibliogr. Ind. l. c.,
dass die unter seinem Selinum Benthami angeführten Citate sich teils auf diese, teils auf
eine andere, noch unbeschriebene Art beziehen. Nach Vergleich des Originals im Ber-
liner Herbar findet sich nun, dass unter Hooker’s Conioselinum Fischeri einbegriffen sind
das Ligusticum Gmelini Cham. et Schldl., und eine demselben ähnliche Pflanze, die
S. Warson in den Proc. Am. Acad. l. c. als Selinum Benthami beschrieben hat. Was er
dort von der Alaskapflanze sagt, passt durchaus nicht auf das Ligusticum Gmelini , son-
dern auf die andere, diesem äbnliche Art, die den Namen S. Benthami S. Wats. (excl.
syn. L. Gmelini Ch. et Schldl.) führen kann.
S. Benthami hat 3 Dorsal- und 2 Commissuralvittae, und die Commissuralseiten be-
rühren sich mit der ganzen Fläche. S. Gmelini dagegen hat 3 Dorsal- und 4 Commissural-
vittae, und die Commissur bildet nur einen schmalen Isthmus. Außerdem ist bei
S. Gmelini der Same unter den Dorsalvittae deutlich vertieft, bei S. Benthami nicht. Die
Vittae intrajugales, welche beide Arten nach BENTHAM l. c. haben sollen, sind nur Gewebs-
lücken.
S. pacificum S. Wats. dürfte zu S. Gmelini gehören.
178. Archangeliea Gmelini DC.
Wars. I. p. 443. — Macoun I. p. 186.
Portagebay, Blüten grünlich; 46. Juli (290; fl.).
179. Heraeleum lanatum Michx. var. vestitum (Nutt.) T. et Gray.
Wars. I. p. 424. — Macoun I. p. 187 (sin. var.).
Überall häufig; geht bis in die Krummholzregion. — Portagebay ; 16.
Juli (292; fl. et fr. jun.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Saskatschawan (Del — Cascade Mts., 49°
(Lv.). — Neu-Mexico (Fenner n. 273).
Blüten weiß, wohlriechend. — Die Blätter (»Ganaet«) und der mohrrübenartig
schmeckende Blütenschaft (»Chkük«) werden gegessen.
Araliaceae.
180. Fatsia horrida (Sm.) Benth. et Hook.
Wars. I. p. 437. — Macoun I. p. 189.
Portagebay ; 16. Juli (273; fl.). — Im Walde verbreitet.
Kadjak, Sandwich-Sound (Part. ). — Sitka (Hb. Petrop.). — Mountain
streams, Western Oregon (Tn. Howerr 1881).
Blüten grünlich-weiB. — Die Stöcke hiervon (Devil's walkingstick), sowie
die Zweige der White Spruce (Picea alba Lk.), werden benutzt die »Hexen« auszuprügeln,
damit sie gestehen, von wem sie das Hexen gelernt haben.
Nom. vernac.: Zächt.
Cornaceae.
484. Cornus canadensis L.
Wars. I. p. 438. — Macoun I. p. 190.
Sitka, Dee. 1871 (70*; fol). — Jendestakä; 10. Juni (70 : fl.). — Im
Walde häufig.
384 F. Kurtz,
N.-W. Am., Brit. N.-Am. (H.). — Beringstraße (Cnonis). — Una-
laschka (? Cuomis). — Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts. (Lv.). —
Colville-Rocky Mts. (Lv.). — Winnipeg-Valley (Ba.).
182. C. stolonifera Michx.
Wars. I. p. 440. — Macoun l. p. 194.
Portagebay, 2—3 m hoch; 16. Juli (294; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Winnipeg-Valley (Ba.).
Caprifoliaceae.
183. Sambueus racemosa L. var. pubens (Michx.) A. Gray.
Bot. of Cal. I. p. 278. — Gray I. 2. p. 8 (var. pubens nicht mehr
anerkannt, ob var. arborescens T. et Gr.?). — Macoun II. p. 193.
Portagebay; 16. Juni (87; fl.).
Nom. vernac.: Jehtlwózi.
Lower Frazer River, 499 (Ly.). — Neu-Mexico (FeNpLEn 286).
484. Viburnum pauciflorum Pylaie.
Gray I. 2. p. 10. — Macoun II. p. 494.
Unteres Dejähthal; 3 m hoch; 4. Juni (43; fl.).
Sitka (Bong.). — Cascade Mts., 499 (Lv.). — Ft. Colville (Lv.). —
Kootenay, R. Mts. — Saskatschawan (Be.).
485. V. ellipticum Hook.
Gray I. 2. p. 10.
Pyramid-Harbor (Tn. Merman).
186. Linnaea borealis L.
Gray I. 2. p. 13 (aut. »Gronov.«). — Macouw Il. p. 195,
Dejähthal, oberhalb der Fichtengrenze ` 27. Mai (27; non fl.). — Hoch-
tundra des Tlehini; 29. Aug. (604; fl. ; meist verblüht).
Unalaschka (Cmaw., Cuonrs). — Cascade Mts., 499 (Ly.). — Pack
River, Rocky Mts. to Ft. Colville (Ly.). — Saskatschawan (Bouna.).
— Winnipeg-Valley (Bouna.).
187. Symphoriearpus occidentalis (R. Br.) Hook.
Gray I. 2. p. 413. — Macoun p. 195.
Kloquan, trockene Anhöhen; 8. Aug. (445; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — West-Kootenay: Rocky Mts. to Ft. Colville
(Lv.). — Saskatschawan (Boure.). — Winnipeg-Valley (Boune.).
188. Lonicera involucrata Banks.
Gray I. 2. p. 46. — Macoun II. p. 197.
Kaigan (Tn. Meenan).
Rubiaceae.
189. Galium Aparine L.
Gray I. 2. p. 36. — Macoun II. p. 200.
Portagebay, an feuchten Stellen ; 16. Juli (285; fl. et fr.). — Portagebay ;
2. Aug. (393; fr.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 385
Oregon Boundary Survey, 49° Lat. bor. (Lv.). — Sauvie's Island,
Oregon (Tu. Hows. 1883).
190. @. Aparine L. var. spurium (L.) Koch.
(Von Gray wird nur die var. Vaillantii Koch angeführt. — Von Ma-
coun nicht erwähnt.)
Portagebay, am Meeresstrand; 2. Aug. (396; fr. et fl.).
191. G. asprellum Mx.
Gray I. 2. p. 39. — Macoun Il. p. 201.
Sitka; Juneau-City (Tn. Meenan).
192. 6. trifidum L. var. latifolium T. — (et Gray?).
Gray I. 2. p. 38. — Macoun Il. p. 204.
Portagebay, auf Wiesen unter Gebüsch ; 16. Juli (312; fl.).
Unalasehka (Cuam., G. Claytoni). — Brit. N.-Am. (H.; G. Clayloni).
— Saskatsehawan (Bovna.). — Near the 49th Parallel (Ly.); genau
wie die Pflanze von Alaska.
193. G. triflorum Michx.
GRAY I. 2. p. 39. — Macoun II. p. 202.
Portagebay, moosiger Waldboden; 16. Juli (284; fl.).
Unalaschka (Cnaw.). — Brit. N.-Am. (H.). — Cascade Mts., 49? (Ly.).
4194. 6G. boreale L.
Gray I. 2. p. 38. — Macoun lI. p. 203.
Kloquan, trockne Anhóhen ; 8. Aug. (442; fl. et defl.). — Krummholz-
region nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (539; fl.).
Sumass Prairie, 49° |Ly.). — Betw. Ft. Colville and the Rocky
Mts., E. Side Rocky Mts., 49? (Lv.. — Saskatschawan (Ba.).
Winnipeg- Valley (Be.).
Valerianaceae.
195. Valeriana capitata Pall.
Gray I. 2. p. 43. — Macoun ll. p. 205.
Waldwiesen im oberen Tlehinithal; 4. Juli (225 ; fl.).
Sin. Eschscholtzii (Cuaw.). — Brit. N.-Am. (Hook. ; die var. Hooker?
T. et Gr.).
Unterscheidet sich von V. sitchensis Bong. nur durch das stigma trilobum; bei dem
Exemplar von Alaska sind die Stengelblütter deutlich gestielt.
Compositae.
196. Solidago Virga aurea L. var. arctica DC.
Gray L 2. p. 447 (als S. multiradiata Ait.). — Macoun II. p. 212
(wie GRAY).
Sonnige Abhänge am Ssergoit; 27. Juni (255; fl., 4—2 dm hoch). —
Portagebay ; 22. Juli (356; f., 2—3 dm hoch).
Sin. Eschscholtzii (Cnawm.). — La-
Unalaschka (Cnaw., Cuonis;.
brador (Hb. Willd., Haustein).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 25
386 F. Kurtz,
197. S, Virga aurea L. var. confertiflora /DC. sp.) F. Kurtz.
Gray I. 2. p. 148 (spee. !). — Macoun II. p. 213 (spec.).
Bei dem Davidson-Gletscher; 5. Aug. (405; fl.).
Brush lands, Western Oregon (Tn. Hoer, 1881).
Solidago confertiflora DC. unterscheidet sich von den kleineren, robusteren Formen
der S. Virga aurea L. nur durch den Habitus: durch den bis oben hin beblätterten
Stengel und den compacten Blütenstand. Die Gestalt der Involucralblátter — ob spitz
oder stumpf — ist so schwankend, dass man darauf keinen Artunterschied begründen
kann. — In der Form und Behaarung des Blütenstandes bildet die var. arctica DC. (S.
multiradiata Ait.) einen Uebergang zwischen der S. confertiflora DC. und der typischen
S. Virga aurea L. Die für die S. confertiflora DC. typische gelbliche Ausscheidung an den
oberen Teilen der Pflanze ist bei den Exemplaren aus Alaska kaum wahrzunehmen. —
A. Gray (Am. Acad. XVII. p. 189) bringt S, confertiflora DC. zu S. humilis Pursch, einer
Form der S. Virga aurea L. — S. multiradiata Ait. ist sicher von S. Virga aurea L. nicht
specifisch zu trennen.
198. Aster sibiricus L. var. montanus (Richards.) F. Kurtz.
Gray I. 2. p. 476 (A. montanus Richards., als Synonym). — Macoun Il.
p. 219 (als A. montanus Richards.), p. 544.
Kloquan, grasige buschige Wiesen; 8. Aug. (424; fl.). — Portagebay,
Wiesen; 24. Aug. (424°; fl. et defl.).
Rock y Mts. (Bounc.). — Sin. Esehscholtzii et Prom. Espenberg (Cuaw.;
mehr dem gewöhnlichen A. montanus Rehds. entsprechend).
Ein von Parrin in Davurien »ad ripam Ingodae« gesammeltes Exemplar gleicht ganz
den Alaskapflanzen.
199. A. peregrinus Pursch.
Gray 1. 2. p. 196. — Macoun II. p. 226.
Obere Krummholzregion und alpine Region am Tlehini ; 97. Aug. (571;
fl.). — Obere Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug. (574°: fl. intense
purpureis).
Strahl lila, mitunter dunkelrot oder weiB, Scheibenblüten gelb.
Unalaschka (Cuonrs). — Sitka (Hb. Petr. »4. unalaschcensis Less.«).
— Cascade Mts. 49°, 7000" (Ly.).
200. Erigeron uniflorus L.
Gray I. 2. p. 207. — Macoun II. p. 231.
Steiniges Flussbett des Natagehin; 29. Juni (494 ; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Ft. Colville-Rocky Mts., 499, Sumihits, 7—
8000' (Lv.). — Rocky Mts. (Bel. — Terr. Hudson. (H.)
201. E. lanatus Hook.
Fl. Bor.-Am. II. p. 17. tab. 421. — Gray I. 2. p. 207. — Macoun
II. p. 232.
Kiesiges Flussbett des Natagehin; 29, Juni (193; fl.).
202. E. alpinus L.
Gray I. 2. p. 219. — Macoun Il. p. 234.
Bartlett Inlet (Tn. Meran).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 387
203. E. compositus Pursch.
Gray I. 2. p. 241. — Macovx II. p. 230.
Felsige Abhänge am Ssergoit; 27. Juni (257; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Rocky Mts. Summits, 49°, 8300', betw. Col-
ville and R. Mts. (Ly.). — Mount Adams, W. T. (Tu. Howxrr 1882).
— Gray's Peak, Colorado {Parrerson 1885, n. 60—62). — Grön-
land (Hb. Berol.).
204. E. acer L. f. droebachensis (O. Muell.) Schleich. (E. elongatus
Ledeb.).
Gray I. 2. p. 220 (Bryrr als Aut. var.). — Macoun Il. p. 235.
Portagebay, Wiesen; 28. Juli (380; fl. " t dell.). — Bartlettbay (Tn
MEEHAN).
Rocky Mts. (Bourc.). — Cascade Mts., 4000’ (Ly.). — Cascade Mts.
to Ft. Colville (Ly.).
205. Antennaria carpathica Bl. et Fing. var. puleherrima Hooker.
Gray I. 2. p. 232. — Macoun Il. p. 237.
Flussbett des Chilcat; 8. Aug. (418; fl. et del, — Am Chilcat unter-
halb Kloquan ; 10. Aug. (461; fl. et defl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Summits between Ft. Colville and the Rocky
Mts., 49° (Ly.). — Saskatschawan (Be.).
206. A. alpina (L.) Gärtn.
Gray I. 2. p. 232. — Macoun Il. p. 236.
Trockner Heideboden bei Dejäh; 4. Juni (53; fl.). — Am oberen Sel-
tathin; 30. Juni (209; fl. et defl.).
Ft. Colville-Rocky Mts., Summits, 49° (Lv). — Rocky Mts. (Ba.). —
Alta, Wahsateh Mts., 14000’ (M. E. Jones n. 1239).
207. A. alpina (L.) Gärtn. var. monocephala DC T. et Gray.
Gray I. 2. P 232 (»depauperate form «).
Portagebay ; 14. Juni (79; fl.). — Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni
(159; fl. rubri).
Unalaschka (Guam.). — Hills near Ft. Colville (Lv.). — Mount Hood,
Oregon (Tn. Hoer: 1884). — Stein Mt., Oregon (Tu. Howzrr. 1885).
— Terr. Hudson (H.).
208. Anaphalis margaritacea (L.) Bth.
Gray I. 2. p. 233. — Macoun Il. p. 237.
Portagebay, sonnige Anhóhen ; 22. Juli (355 ; fl.).
Unalaschka (Cmaw.). — Vancouver-Island (Lv.). — Between Cas-
cade Mts. and Ft. Colville, 499 (Ly.).
209. Achillea Millefolium L. f. occidentalis (Raf.) DC.
Gray I. 2. p. 363 (ohne die Var. zu trennen). — Macoun ll. p. 254.
Portagebay, an feuchten Stellen; 16. Juli (286: fl.). — Portagebay;
23. Aug. (506; fl).
25*
388 F. Kurtz.
N. W.-Am. (H.) — Cascade Mts., 499 Ly. — Near Fort Colville
(Ly.). Besonders die Pflanzen von N. W.-Am. (Hoox.) sind mit den
Alaska-Exemplaren übereinstimmend.
210. Chrysanthemum arcticum L.
Gray I. 2. p. 365. — Macounx II. p. 253.
Portagebay, häufig; 22. Juli (348; fl., forma major).
Brit. N.-Am. (H.). — Ins. Chamisson. (Cuaw.). — Sin. Schisch-
mareff. (Cuan.].
244. Matricaria discoidea DC.
Gray I. 2. p. 364. — Macoun Il. p. 254.
Portagebay, ruderal; 24. Juli (362, fl.).
Saltlake City, Jones, Utah n. 1993.
Nom. vernaec.: Scheschtigk.
212. Artemisia norwegica Fries.
Gray I. 2. p. 374. — Macoun lI. p. 258.
Dejähfjord; 17. Aug. (484, fl.; Uebergangsform zur var. saxatilis Bess.
— Dejähfjord ; 17. Aug. (484^, fl.; ganz ähnliche Formen liegen vom Dovre-
fjeld vor). — Alpine Region am Tlehini ; 28. Aug. (586; fl.).
Unalaschka (Cnam. ete.). — Sin. Bon. Sp. Am. sept.
A. norwegica Fries var. pacifica A. Gray.
Gray I. 2. p. 371. — Macoun II. p. 258. `
Am Tlehini, unterhalb der Baumgrenze ; 27. Aug. (546; fl.).
Brit. N.-Am. (H.).
A. arctica Less. ist, entgegen KJELLMAN's Meinung (die wiss. Ergebn, der Vega-
Expedition, autor, deutsche Ausgabe, S. 347—348) von A. norwegica Fr. kaum als Varietät
zu trennen, da nicht ein einziger der, übrigens recht schwachen, von Lessing in Linnaea
VI. S. 213—214 angeführten Unterschiede durchgreifend ist. Habituell weicht diese, von
Besser als var. B. saxatilis bezeichnete Pflanze etwas von der gewöhnlichen Tracht der
Art ab.
213. A. vulgaris L.
Geray I. 2. p. 372. — Macoun II. p. 257.
Kloquan, trockne Anhóhen ; 8. Aug. (444; fl., wird 1—41,5 m hoch).
Brit. N.-Am. (H.). — Cascade Mts., ^9? (Lv.); diese der Alaska-
pflanze sehr ähnlich.
214. Petasites frigidus (L.) Fries.
Gray I. 2. p. 376. — Macoun Il. p. 260.
Weg zum oberen Seltathin ` 22. Juni (156; (1.). — Tundra südlich vom
Katschadélch ; 23. Juni (172; fl.).
Sin. Schischmareff., 1816 (Cuam.). — Ins. Sti. Georgii (Cnan.).
215. P. palmatus (Ait.) Gray.
Gray I. 2. p. 376. — Macoun ll. p. 260.
Oberes Krummholz am Tlehini; 28. Aug. (584; defl. et fr.).
Brit. N.-Am. "H. — Sachalin (Scumipr).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 389
216. Arnica cordifolia Hook.
Gray I. 9. p. 381. — Macoun H p. 260.
Kloquan; 48. Juni (404; fl.). — Alpenwiesen in der Krummholzregion
nördlich vom Tlehini: 27. Aug. (531 ; fl.).
Cascade Mts. near Fort Colville, 49°, 6500’ (Ly.). — Rocky Mts.
(Bel. — Coeur d’Alene River (Geyer). — Simcoe Mts., W. T. (Tn.
Howeıı 1880). — Georgetown, Colorado, 8—10,000' (PATTERSON
1885 n. 75).
Nom. vernac.: Ankanägu. — Wird von den Indianern als Medicin gebraucht.
A. Menziesii Hook. bildet einen Uebergang von A. cordifolia Hook. zu A. latifolia Bong.
917. A. latifolia Bong.
Gray I. 2. p. 381. — Macoun II. p. 261. — Hooxzn, Fl. Bor. Am. I.
p. 334, tab. 414.
Alpenwiesen in der Krummholzregion nórdlich vom Tlehini; 27. Àug.
(534°; defl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts., 49?
(xl — Cascade Lochs, Oregon (Tm. Howett 1882). — Alta,
Wahsatch Mts., 9000’ (M. E. Jones n. 4119). — Hb. Pallas.
Hookrn sagt (l. c.): »foliis cordatis«, bildet aber solche nicht ab; auch die Be-
haarung der Kelchblätter ist nicht richtig dargestellt.
248. A. Chamissonis Less.
Gray I. 2. p. 381. — Macoun II. p. 261.
Obere Waldregion am Tlehini; 27. Aug. (565; defl.).
949. A. alpina Olin.
Gray I. 2. p. 382. — Macoun Il. p. 261.
Kahle, steinige Höhen am Tlehini, 4200 m; 20. Juni (126; fl.). —
Sonnige Abhänge am unteren Ssergoit; 27. Juni (246; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Sin. Eschseholtzii (Cnaw.). — Saskatschawan
(Be.). — Fort Colville-Rocky Mts., 49°, 6000’ (Ly.). — Banks of
the Kootenay (Ly.). — Terr. Hudson (H.). — Alta, Wahsateh Mts.,
11.000’ (M. E. Jones n. 1238).
220. A, unalaschcensis Less.
Gray I. 2. p. 383. — Macovun Il. p. 262.
Alpine Region am Tlehini; 28. Aug. (593; defl.).
Unalaschka (Cuam.). — Mt. Adams, W. T. (Tu. HowerL 1882;
Suksponr 1885; 6— 7000’). — Gray’s Peak, 10—412000’, Colorado
(Pırrenson 1885. n. 78).
Stets einköpfig; Strahlblüten beim Verblühen weiß.
221. Senecio Pseud-Arnica Less.
Gray l. 2. p. 384. — Macoun ll. p. 267.
Killisnow Island (Tn. Mrrnax).
999. S. triangularis Hook.
Gray I. 9. p. 386. — Macoun ll. p. 267. — Hooker, Fl. Bor.
Am. I. p. 332. tab. 145.
390 F. Kurtz.
Alpenwiesen in der Krummholzregion nördlich vom Tlehini; 27. Aug.
(030; fl.).
Brit. N.-Am. (H.). — Cascade Mts.-Fort Colville (Ly.). — Alta,
Wahsatch Mts., 9000’ (M. E. Jones n. 1474).
293. S. frigidus Less.
Gray I. 2. p. 389. — Macoun Il. p. 267.
Sumpfige Stellen zwischen Natagehin und Krotahini; 24. Juni
(186; fl.).
224. S. aureus L. e Balsamitae (Mühlbg.) Torr. et Gray.
Gray I. 2. p. 391. — Macoun Il. p. 265.
Thalsohle des Tlehini; 27. Aug. (570; defl. et fr.).
Brit. N.-Am. (H.).
295. Saussurea americana Eaton.
Gray I. 2. p. 397.
Krummholzregion nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (537; fl.).
Mt. Adams, W. T. (Howett 1882).
S. americana Eaton, die ich im Herbar zuerst als S, alpina (L.) DC. var. cordata
m. bezeichnete, ist von S. alpina DC. durch die »folia infima cordata«, von 8. discolor
DC. nur durch die »folia superiora deniala« verschieden. Eine als 5. alpina DC. (var.
foliis longioribus utrinque acuminatis, repando-denticulatis) bezeichnete Pflanze aus
British Nordamerika (HookEn) ähnelt der Alaskapflanze in den Köpfen. Mehr Material
dürfte die EAroN'sche Art als eine an ähnliche sibirische Formen der S. alpina DC. sich
anschließende Varietät hinstellen.
226. Crepis nana Richards.
Gray I. 2. p. 431. — Macoun II. p. 274.
Kloquan, im Flusskies, gelbblühend, 1—2 dm hoch (immer niedrig
bleibend); 8. Aug. (436; fl. et fr.).
227. Hieracium gracile Hook., Fuss, Epier. gen. Hieracior. p. 146.
Gray I. 2. p. 427. — Macoun Il. p. 276.
Obere Krummholzregion am Tlehini, 27. Aug. (572; subfl.) —
Krummholzregion bei Juneau-City ; 14. Sept. (572? ; fl. et fr.).
Mt. Adams, 6—7000', W. T. (Suksponr 4885). — Cascade Mts.,
Oregon (Tu. Hoer, 1881). — Cascade Mts. to Ft. Colville, 49° (Ly.).
Die Formen des H. gracile Hook. unterscheiden sich von denen des H. triste W.
(Herb. Willd. n. 44662! Unalaschka, leg. Cuanısso), durch ihre (dem letzteren durch-
aus fehlenden) kleinen gestielten Drüsen und ihre Sterahaare, — In der Botany of Cali-
fornia I. p. 444 hatte A. Gray beide Arten zusammengezogen, trennte sie später aber
wieder.
298. H. albiflorum Hook.
Gray I. 2. p. 428. — Macoun Il. p. 277.
Portagebay; 29. Juli (357; defl. et fr.).
Wird 4 m hoch und höher; Blüten weiß oder hellrosa; die Blütenstandsachsen
und die Involucralschuppen sind mehr oder weniger mit gelben Drüsen besetzt, was
weder Hooker noch Torrey und Gray erwähnen.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 391
f. laxior, minus pilosa.
Portagebay; 22. Juli (357*; defl.).
229. Troximon aurantiacum Hook.
Gray I. 2. p. 438. — Macoun Il. p. 278. — Hooker, Fl. Bor.-
Am. I. p. 300. tab. 10%.
Obere Krummholzregion am Tlehini; 28. Aug. (582; Ir. jun.).
Alta, Wahsatch Mts., 41000’ (M. E. Jones n. 1213).
Die Pflanze von Utah ist mit den Exemplaren von Alaska vóllig identisch. Auf
HooxEn's Tafel ist die Frucht irriger Weise ohne Schnabel gezeichnet.
230. Taraxacum vulgare (Lam.) Schrk. var. lividum Koch.
Gray I. 9. p. 440. — Macoun Il. p. 279.
Am Krotahini; 25. Juni (184; fl.).
231. Lactuca leucophaea (W.) A. Gray.
Gray I. 2. p. 444. — Macoun II. p. 281.
Portagebay ; 24. Aug. (524; defl. et fr.).
239. Prenanthes alata (Hook.) A. Gray.
Gray I. 2. p. 435. — Macoun Il. p. 283.
Portagebay; 29. Juli (387; fl.). — Portagebay; 10. Aug. (463; fl.).
Cascade Mts., 49° (Ly.).
Nom. vernac.: Gé(i)n. — Wird 1 m hoch; Blüten hellrot.
Campanulaceae.
233. Campanula lasiocarpa Gham.
Gray II. 4. p. 12. — Macoun Il. p. 287.
Krummholzregion am Dejäh-Fjord; 47. August (479; HI — Kahle
steinige Höhen nördlich vom Tlehini, ca. 1000 m; 27. August (544; fl.).
Unalaschka (Cnaw., Cnonis, Exp. LUETKE).
934. C. rotundofolia L. var. heterodoxa (Vest) F. Kurtz.
Gray Il. 4. p. 12 (sub C. Scheuchzeri Vill.). — Macoun Il. p. 288
(wie Gray).
Ketlrachtä; 25. Juli (366; fl.). — Seduction-Point, sonnige Felsabhänge;
26. Juli (366^; fl). — Pyramid-Island; sehr üppige Form, häufig mit
sechs- oder siebenspaltiger Corolle ; 97. Juli (366®; fl.).
Sitka (Hb. Petrop. ; Bonc., MERTENS).
Vacciniaceae.
235. Vaceinium uliginosum L.
Gray Il. 4. p. 23. — Macoun II. p. 294.
Nördlich vom Tlehini; 94. Juli (138; fl.). — Sumpfige Ufer des Ssergoit;
27. Juni (953: fl.). — Krummbholzregion am oberen Tlehini; 29. Aug.
(598; fol.).
Unalaschka (Cuam., Cnonis). — Prom. Espenberg (Cnam.). — Sitka,
(v. mucronatum Herder, Chlebnikoff).
392 F, Kurtz.
Wird 4—2 cm hoch; Blüten rosa. Am meisten stimmt die Alaskapflanze mit der
B. mucronatum (V. pubescens Hornem., Wormsk.) von Godhaab überein.
Nom. vernac.: Zíkagh.
936. V. caespitosum Michx.
Gray II. 4. p. 24. Macoun Il. p. 291.
Wiesen am großen Gletscher des Takhinthales; 20. Juli (331 ; fl.).
Am. bor. occid. (A. Gray, als var. salicinum). — Brit. Am. bor. (H.).
— Oregon, 49" Br. (Lv., als V. uliginosum L.). — Near Pend
d'Oreille River (Lv.).
237. V. caespitosum Michx. var. arbuscula A. Gray.
Gray Il. 4. p. 24.
Krummholzregion nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (542; fr.).
Beeren rotblau, wohlschmeckend.
Nom. vernac.: Zíkagh.
238. V. myrtilloides Hook. (Gray).
Gray Il. 4. p. 24. — Macoun II. p. 292.
Chileoot; 18. Mai (9; fl.). — Portagebay, 22. Mai (9*; 11.). — Portage-
bay; 4. Sept. (600; fr. matur.).
Unalaschka (Cham.; cf. Linnaea I. p. 525). — Sitka (Mertens,
STEwART). — Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts. 499; ganz wie
die Alaskapflanze (Ly.). EN
Blüht und reift später als V. ovalifolium Sm.; Strauch bis 4,5 m hoch, mit großen
schwarzen Beeren.
239. V. parvifolium X myrtilloides?
Portagebay; 10, Juli (272; fol.).
Grundzweige kriechend, mit kleineren, lederigen Blättern, die glänzend und
stärker gezähnt sind. Mitunter finden sich beide Arten von Blättern, die normalen und
die kleineren, an demselben Zweig. Die Gebrüder Krause sahen diese Form niemals
mit Früchten.
240. V. ovalifolium Smith.
Gray II. 4. p. 24. — Macoun II. p. 292.
Portagebay, im Walde häufig ; vor den Blättern blühend: 20. Mai (10;
(1.). — Chileoot; 44. Mai (10*; fl.). — Chilcoot, 31. Dec. 1881 (10^; gem-
mae). — Portagebay; 22. Aug. (505; fr.).
Nom. vernac.: Kanatawhózi, Klekátánékwhoózi.
Strauch von 4—4,5 m Höhe, Blüten hellrot, Beeren blau.
241. V. parvifolium Smith.
Gray ll. 4. p. 24. — Macoun Il. p. 293.
Kasanbay ; 20. Sept. (9^: fr).
Sitka (Hb. Petr.). — Vancouver-Island (C. B. Woop). — Cascade
Mts. 49° (Ly.). — Base of Mt. Adams, W. T. (Suksponr 1885).
»Huckleberry« der Amerikaner; wird 2,5 m hoch; Beeren rot, schmecken ähnlich
denen von V. Myrtillus L.
242. V. Vitisidaea L. f. pumila Hornem.
Gray Il. 4. p. 25 (ohne Varietäten). — Macoun ll. p. 293 (wie
GRAY).
Die Flora des Ohileatgebietes im südöstlichen Alaska. 393
Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (158; fl.).
Unalaschka (Cnam.). — Winnipeg-Valley (Ba.).
243. V. Oxyeoceos L. f. parvifolia F. Kurtz.
Gray II. 4. p. 25. — Macoun II. p. 293.
Moorige Wiesen am Seltathin; 29. Aug. (597; fol.).
Ericaceae.
244. Aretostaphylos alpina (L.) Spr.
Gray II. 4. p. 27. — Macoun II. p. 294.
Weg zum oberen Seltathin; 22. Juni (163; fl.).
Unalaschka (Cmaw.). — Ins. Chamissonis (Cmaw.. — Brit. N.-
Am. (H.).
245. A. Uva-ursi (L.) Spr.
Gray II. 4. p. 27. — Macoun II. p. 295.
Jendestakä, auf trockenem Felsboden; 7. Juni (60; H. — Ufer des
Tlehini; 49. Juni (141; fl.).
Unalaschka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts. to Ft. Colville, 49? (Ly.).
— Saskatschawan (Boure.). — Winnipeg-Valley (Be.).
Die Beeren, »Tin'ch«, werden für den Winter gesammelt.
246. Andromeda polifolia L. f. humilis, gracilis.
Gray Il. 4. p. 34. — Macoun Il. p. 297.
Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (143; fl.). — Sumpfige Ufer am Ssergoit,
sehr üppig; 27. Juni (256; fl).
Am. brit. bor. (H.). — Winnipeg-Valley Be L — Beides groß-
blätterige Formen.
247. Cassiope Stelleriana (Pall, DC.
Gray Il. 4. p. 35. — Macoun Il. p. 296.
Hoch an den Felsen des Dejüh-Passes; 27. Mai (34; vix fl.). — Nörd-
lich vom Tlehini; 94. Juni (130; fl... — Zwischen Katschadélch und Seltat-
hin: 30. Juni (198; fl). — Dejäh-Fjord; 48. Aug., in der Krummholz-
region (491; fl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Am. sept. oceid. (Hb. Lindley).
Die Blüten angenehm nach Mandeln riechend.
248. C, lycopodioides (Pall.) Don.
Gray Il. 4. p. 36. — Macoun II. p. 296.
Hoch an den Felsen des Dejüh-Passes; 97. Mai (30; fr.). — Juneau-
City, auf Geröll, 150 m s. m. ; 44. Sept. (30*; fr.).
Unalaschka (Cnaw.). — Kamtschatka (KusmischErF). — Ochotzk (En-
man, Cnau.). — Sibir. or. (Patr. in Hb. Willd.).
249. C. Mertensiana (Bong.) Don.
Gray Il. 4. p. 36. — Macoun II. p. 296.
Dejäh-Fjord, Krummholzregion; 47. Aug. (492; fl.). — Juneau-City ,
Krummholzregion; 14. Sept. (492°; fl.).
394 F, Kurtz.
Litt. Am. bor. occid. (Exp. Lürke). — Sitka (Hb. Petrop.). — Cas-
cade Mts. to Ft. Colville, 49? (Ly.; als A. cupressina Hook.). —
Cascade Mts. (Lv.). — Mount Adams, W. T. (Tu. Howsır 1889).
250. C. tetragona (L.) Don.
Gray II. 4. p. 36. — Macoun II. p. 297.
Chilcoot, Winter 1881—1882 (200°; fol.. — Zwischen Katschadelch
und Seltathin; 30. Juni (200; f1.).
Brit. Am. bor. (H.). — Summits of Cascade Mts., 49° (Ly.). —
Rocky Mts. (Ba.).
251. Bryanthus empetriformis (Sm.) A. Gray.
Gray Il. 4. p. 37. — Macovx II. p. 299.
Àm Seltathin, an der Waldgrenze; 30. Juni (213: HI — Krumm-
holzregion am Tlehini; 27. Aug. (558 ; fl. et defl.).
Ft. Colville to the Rocky Mts., 49°, 7000’ (Lx.). — Cascade Mts.,
49? (Lx.).
352. B. glanduliflorus (Hook.) A. Gray.
Gray Il. 4. p. 37. — Macovx Il. p. 299.
Felsen am Dejäh-Pass, hoch oben; 27. Mai (29; fr. ann. praet.). —
Dejáh-Fjord ; 17. Aug. (493; fl... — Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug.
(557; fl. et defl.).
Am. bor. (H.). — Summits of Cascade Mts. to Ft. Colville (Ly.). —
Rocky Mts. (Del — Mount Adams, W. T. (Tu. Howerı 1882).
253. Kalmia glauca Lit. var. microphylla Hook.
Gray Il. 4. p. 38. — Macoun II. p. 300.
Am See Scehütlüchroá: 30. Mai (38; fr. ann. praet.). — Hochgelegene
Sümpfe am Natagehin; 29. Juni (196; fl). — Hochgelegene Sümpfe am
oberen Tlehini; 30. Juni (196°; fl.). — Ufer des Tatschanzhini; 26. Juni
(259 ; fl.).
White Mts. (Boorr.]. — Rocky Mts., 49°, 7000' (Lv.). — Lower
Frazer River (C. B. Woon). — Mount Adams, W. T. (Tn. HowkLL
1882).
254. Menziesia ferruginea Smith.
Gray II. 4. p. 39. — Macoun II. p. 303.
Nördliche Abhänge des Tlehinithals, unterhalb der Waldgrenze überall
häufig; 1,5 m hoch; 4. Juli (220; fl.) und 25. Juni (220*; (1.).
Sitka (Hb. Petrop., Tırıng).
255. Ledum palustre L.
Gray II. 4. p. 43. — Macoun II. p. 304.
Dejähthal, in der Krummholzregion sehr häufig; 27. Mai (33*; fr. ann.
praet. et gemm. fl.). — Nördlich vom Tlehini: 21, Juni (140; f1.).
Ins. Chamisson. (Cnaw.; f. fol. parvis, angustis).
256. L. palustre L. var. dilatatum Wahlbg. (2).
Gray Il. 4. p. 43. — Macoun II. p. 304.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 395
Steinige bewaldete Abhänge am westlichen Kussooá ; 27. Juni (217 ; fl.).
Blütter breit, Stamina 6 oder 7.
257. L. latifolium Ait.
Gray I. 4. p. 43. — Macoun Il. p. 304.
Chileoot, im Walde; 24. Jan. (140°; fr. ann. praet.).
Lake Winnipeg-Valley (Ba.). — Sitka (Hb. Petrop.).
Nom. vernac.: »Sseckscheltin«; als Thee gebraucht.
258. Loiseleuria procumbens (L.) Desv.
Gray Hl. A. p. 44. — Macovs Il. p. 298.
Oberes Dejähthal, oberhalb des Nadelholzwaldes; 27. Mai (25; f1.). —
Nördlich vom Tlehini ; 24. Juni (139; fl.). — Dejäh-Fjord; 17. Aug (fr.).
Unalaschka (Cuam., Cons). — Ins. Chamisson. (Cnax .).
259. Cladothamnus pyroliflorus Bong.
Gray II. 4. p. 44. — Macoun II. p. 303.
Krummbolzregion bei Juneau-City; 44. Sept. (fl. et defl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts., 49° (Lv.).
260. Chimophila umbellata (L.) Nutt.
Gray Il, 4. p. 45. — Macoun II. p. 306.
Oberes Tlehinithal, im Walde; 4. Juli (293; fr. ann. praet.). — Krumm-
holzregion nördlich vom Tlehini, 300 m über der Thalsohle; 27. Aug.
(552; fl.).
Saturnine Isl. (Ly.). — Cascade Mts., 49° (Ly.). — West-Kootenay :
Rocky Mts. to Ft. Colville (Lx.).
261. Pirola uniflora L.
Gray Il. 4. p. 46 (Moses). — Macoun Il. p. 306 (Moneses).
Portagebay, häufig; 10. Juli (277: fl.). — Nachk’(u); 4. Mai (fr.).
Between Ft. Colville and Rocky Mts., 6000’ (Lv.). — Rocky Mts.
(Be.).
969. P. minor L.
Gray II. 4. p. 46. — Macoun Il. p. 303.
Unteres Takhinthal; 24. Juli (319; fL). — Portagebay; 22. Aug.
(502; fr.).
Galton Range (Lv.).
263. P. secunda L.
Gray II. 1. p. 46. — Macoun II. p. 304.
Portagebay ; 24. Juli (320; fl. et defl.). — Nachk’(u); 1. Mai (320*; fr.).
Am. brit. bor. (H.). — Rocky Mts. (Be.). — Cascade Mts., 49°
(Lv.). — West-Kootenay — Ft. Colville-Rocky Mts. (Lx.).
964. P. chlorantha Sw.
Gray Il. 4. p. 47. — Macoun II. p. 304.
Nachk’(u); 1. Mai (319°; fr.). — Portagebay; 27. Juli (377; fl.).
Brit. N. Am. (H.). — Lower Frazer R., 49? (Lv.).
Die var. occidentalis (R. Br.) Gray l. c. (Sin. Eschscholtzii, CHAM. 4846) scheint
kaum von der Hauptform verschieden zu sein.
396 V. Kurtz.
265. P. rotundifolia L. var. bracteata (Hook.) A. Gray.
GRAY Il. 4. p. 48. — Macous Il. p. 305.
Chilcoot; 18. Mai (13; fr. ann. praeced.). — Portagebay ; Waldründer;
16. Juli (304; fl.). — Portagebay, auf moorigem Boden; 13. Aug. (468; fl.).
Rocky Mts., 49? (Ly.). — Cascade Mts., 49° (Ly.).
Die Formen incarnata DC. und bracteata Gray scheinen hier nur durch ihre Größen-
verhältnisse verschieden zu sein,
Monotropeae.
266. Monotropa Hypopitys L. var. hirsuta Roth.
Gray Il. 4. p. 50 (sine var.). — Macoun II. p. 307 (sub nomine
Hypopitys lanuginosa Nutt.).
Portagebay ; 29. Juli (386°; fl.).
Lower Frazer River, 49? (Ly.). — Cascade Mts. to Ft. Colville,
49° (Lv.).
Die var. hirsuta Roth ist von Gray nicht unterschieden, doch ist dieselbe so frap-
pant, dass man leicht an M. fimbriolata Gray denken kann, von der sie indes durch die
Zahlen der Blütenkreise verschieden ist.
Diapensiaceae.
267. Diapensia lapponica L.
Gray Hl. 4. p. 53. — Macoun Il. p. 308.
Dejäh-Fjord; 17. Aug. (484; defl. et fr.).
Fl. Am. bor. (H.). — Terra nova (Larvraime). — White Mts. (Boorr,
TUCKERMAN).
Primulaceae.
268. Dodecatheon Meadia L. var. macrocarpum Gray.
Gray Il. 1. p. 57. — Macoun II. p. 312.
Dejäb, auf Wiesenboden; 4. Juni (50 ; fl. et fr. ann. praeter.).
Sitka (Hb. Petrop.; CmirBNIKOFF; PETERS). — Saskatschawan (Be.).
— Vancouver-Island (Woon).
Nom. vernac.: Chratrakusinko. — »Shooting star« des Westens.
Kelchzipfel drüsig; Blüten violett, nach der Röhre zu weißgelb, mit dunkelblauen
welligen Zeichnungen. Das Hauptmerkmal der Varietät ist die lange Kapsel, die fast
noch einmal so lang als der Kelch wird.
269. D. Meadia L. var. frigidum (Cham. et Schldl.) Gray.
Geray II. 4. p. 57—58. — Macoun ll. p. 342.
Weg zum oberen Seltathin ; 22. Juni (153; fl.).
Near Ft. Colville (Lv.). — Orcas Island (Lx.). — Gray's Peak, Colo-
rado (Patterson 1885, n. 99).
270. Primula sibirica Jacq. var. mistassinica (Michx.) F. Kurtz.
Gray II. 4. p. 58 (spec.). — Macoun II. p. 309 (spee.).
Sandige Flussufer bei Jendestakä; 7. Juni (64; fl). — Ebenda;
40. Juni (64°; fl. et fr. ann. praeced.).
Am. brit. bor. (H., als P. Hornemanniana und P. $colica), — Sas-
katschawan "Be". — Grönland (J. Lance).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 397
Blüten weiß mit gelbem Schlunde. Ich kann zwischen P. sibirica Jacq. und P.
mistassinica Michx. keinen erheblichen Unterschied finden.
274. P. sibirica Jacq. var. borealis (Duby) F. Kurtz.
Gray Il. 4. p. 58 (spec.). — Macoun lI. p. 310 (spec.).
Zwischen Crotahini und Natagehin ; Blüten rot; 29. Juni (267 ; (1.).
272. P. cuneifolia Ledebour. l
Gray II. 4. p. 59. — Macoun Il. p. 310.
Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (144; fl. et fr. ann. praeced.). — Am
oberen Seltathin; 30. Juni (209°; fl. et fr. ann. praeced.).
Unalaschka (Cnaw., Cuonis). — [Von Ajan (Tikina) liegen bedeutend
größere Pflanzen vor.]
273. Androsaces septentrionalis L.
Gray II. 4. p. 60. — Macoun Il. p. 314.
Felsige Abhänge am unteren Ssergoit; 27. Juni (244; fl. et defl.).
Sin. Eschscholtzii (Cnam. ; mit der var. capitata Cham.). — Brit. Am.
bor. (H.). — Rocky Mts., summits betw. R.M. and Ft. Colville,
499. 8000° /Lv.; f. pygmaea). — Saskatschawan (Be.). — Neu-
Mexico (FexpLER). — Alta, Wahsatch Mts., 10000° (M. E. Jones
n. 1206; gleich Fenprer’s Form).
Blüten weiß.
f. minor pedicellis valde elongatis.
Kloquan; 18. Juni (99; defl.).
Blüten weiß; die amerikanischen Formen haben längere und spilzere Kelchzähne
als die europäischen Pflanzen.
274. Trientalis europaea L. var. aretica Ledeb.
Gray II. 4. p. 61. — Macoun II. p. 313.
Dejäh, sandige Grasplätze; 4. Juni (45; fl. et fr. ann. p.)
Unalaschka (Hb. Fischer). — Sitka (CHLEBNIKOFF; PETERS; Wrangel).
— Brit. Am. bor. (H.). — Fidalgo Isl. (Ly.).
275. Glaux maritima L.
Gray ll. 4. p. 63. — Macoun Il. p. 315.
Portage-Point, am Strande; 16. Juli (297; fl.).
Am. brit. bor. "Hl — Saskatschawan (Be.). Saturnine Isl.
(Ly.). — Lake Point, Utah, 42009 (M. E. Jones n. 4018).
Gentianaceae.
276. Gentiana tenella Rottb.
Gray II. 4. p. 447—118. — Macoun II. p. 324.
Juneau-City, obere Krummholzregion, mit Eriophorum zusammen;
44. Sept. (548°; fl.).
Sin. Sehischmareff., Sin. Bon. Sp., Sin. Eschscholtzii (Guam.).
277. G. Amarella L. var. acuta (Michx.) Hook. fil.
Gray Il. 4. p. 448. — Macoun Il. p. 322.
398 F. Kurtz.
Wiesen bei Jendestakä:; 3. Aug.; Blüten rot (?) (397; fl.). — Nördlich
vom Tlehini ; obere Waldregion bis zur Krummholzregion ; 27. Aug. (536: fl.).
Brit. Amer. bor. (H.). — Unalaschka (Exp. Lürkt, Hb. Petrop.). —
Bear Lake (H.). — Rocky Mts. (H.) — Cascade Mts. /Ly.) — West
Kootenay betw. Ft. Colville and Rocky Mts. (Ly.). — Saskatschawan
(Be.). — Terr. Hudson (H., Larvrars). — Idaho (EnGELM.). —
Middle Park, Col. (Parry). — Colorado, alpine (var. nana Exerın.).
278. G. propinqua Richards.
Gray Il. 4. p. 119. — Macoun II. p. 322.
Hochtundra am Tlehini; 29. Aug. (596; fl.).
279.56. glauca Pall.
Gray II. 4. p. 120. — Macoun Il. p. 393.
Nördlich vom Tlehini; 24. Juni (147; f1.). — Weg zum oberen Seltat-
J
hin; 22. Juni (160; fl.). — Am Tlehini, oberhalb der Krummholzregion ;
29. Aug. (548; fl.).
Ins. Bor. Am.; Rocky Mts. (H.). — Cascade Mts. 49° (L.). — Terr.
Hudson. (H.).
Blüten purpurn.
280. Pleurogyne rotata (L.) Griseb.
Gray II. 4. p. 124. — Macoun Il. p. 325.
Wiesen bei Jendestakä; 31. Aug. (513; fl.). — Ebenda; 26. Aug.
(543*; (1.).
Am. brit. bor. (H.). — Sin. Eschscholtzii (Cnam.). — Hudson's Bay
(H.). — Colorado, Creek near Empire City (Excxrm.).
281. Menyanthes trifoliata L.
Gray IL. 4. p. 428. — Macoun II. p. 397.
Portagebay, Waldsümpfe; 24. Juli (363 ; fl.).
Brit. Amer. bor. (H.). — Cascade Mts., 49° (Lv.). — Pend d’Oreille
River; Ft. Colville. — Rocky Mts. (Ly.).
282. M. Crista-galli Menzies.
Gray II. 4. p. 428. — Macoun Il. p. 397.
Juneau-City, obere Krummholzregion; 144. Sept. (3635; fl. et fr. ann.
praeced.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Japan, Haku-San (Cocais).
Polemoniaceae.
283. Collomia gracilis Dougl.
Gray Il. A. p. 135. — Macoun II. p. 329.
Felsige Abhänge am Chilcatfluss: 47. Juni (93; fl. et fr.).
Am. bor. occid. (Dovar.) — Am. brit. bor. (H.). — Spokane Valley
betw. Ft. Colville and Rocky Mts. (Lv.). — Lower Frazer River
(Lv.).
Blüten helllila, fast weiß,
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 399
284. Polemonium coeruleumL. var. acutiflorum (W.) Ledeb.
Gray II. 4. p. 151. — Macoun Il. p. 331.
Zwischen Natazehin und Krotahini; 24. Juni (184; fl.). — Am Nata-
gehin im Gebüsch : 29. Juni (195; fl.).
Fl. Am. bor. (H.) — Ins. Chamissonis (Cmam.). — Cascade Mts.,
499 (Lv., Polemonium n. ^).
985. P. coeruleum L. var. humile (W.; W. Herb. n. 3770!) F.
Kurtz.
Gray II. 4. p. 450 (spec.). — Macoun II. p. 334 (sp.).
Kiesboden am Dejähfluss; 3. Juni (4?; fl.). — Felsige Ufer am Chilcat-
fluss; 31. Aug. (514; defl.).
Die Pflanze besitzt Bocksgeruch.
Aus Amerika habe ich sonst die typische var. humile nicht gesehen, die mehr in
Asien heimisch ist (Ins. St. Pauli: Cnam. ; Kamtschatka: CuAw.; Mündung der Stsehutschja:
WarphURG-ZEILH; P. coeruleum L. var. humi!e (W.) m. f. pulchellum (Bge.) m. (foliis glabri-
oribus, floribus minoribus) ist dagegen in Amerika verbreiteter:
Fl, Am. bor. (H.). — Cascade Mis., Oregon (Ta. Howe 4884). — Rocky Mts.-
Ft. Colville, 49°, 7000’ (Lv.; ein Übergang zur typischen var. humile). — Rocky
Mts. (Bc.). — Alta, Wahsatch Mts., 40000’ (M. E. Jones n. 1102). — Gray's
Peak, 40—12 000^, Colorado (PaArrERsON 1885, n. 105).
P. pulchellum Bge. bildet den Übergang von P. coeruleum L. zu P. humile W.; P.
pulcherrimum Hook. entspricht genau dem P. humile Willd. Herb. n. 3770.
Borraginaceae.
386. Echinospermum Redowskii (Hornem.) Lehm. var. occiden-
tale S. Watson.
A. Gray II. 4. p. 489—190. — Macoun II. p. 336.
Felsige Abhänge am Chilcatfluss; 47. Juni (94; fl. et fr.).
Flor. Am. bor. (H.) — Saskatschawan (Be.; var. cupulatum
Gray?). — Neu-Mexico (Fexper n. 634). — Umatilla, Oregon (Tu.
Howett 1889). — Mesas of Arizona (Prince 1884).
Kleine, 4 dm hohe Form.
287. Mertensia maritima (L.) J. E. Gray.
Nym., Consp. Fl. Eur. p. 524. — Geray Il. 4. p. 200. — Macoun
Il. p. 338.
Portage-Point; am Strande überall; 16. Juli (296; fl.).
Fl. Am. bor. (H.) — Ins. Chamisson. (Cuam.). — Terra nova (Hb.
Brongniart).
288. M. paniculata (Ait.) Don.
Gray IL. 4. p. 204. — Macoun II. p. 339.
Zwischen Natagehin und Krotahini, im Gebüsch; 24. Juni (176; fl.).
Fl. Am. bor. (H.). — Ora occid. Am. sept. (Parras). — Sin. Esch-
scholtzii (Ggaw.). — Saskatschawan (Be.). — Neu-Mexico (FENDLER,
n. 626).
400 F. Kurtz.
289. Myosotis silvatica Hoffm. var. alpestris Koch.
Gray II. 4. p 202. — Macoun Il. p. 340.
Am Tlehini; 27. Aug. (573; fl.).
Am. bor. (H.). — Summits betw. Rocky Mts. and Ft. Colville,
8000', 49° (Ly.).
Scrophulariaceae.
290. Collinsia grandiflora Dougl. var. pusilla A. Gray.
Gray Il. 4. p. 256. — Macous ll. p. 353.
Jendestakä, an trockenen grasigen Stellen häufig; 7.Juni (58; fl. et fr.).
Roxburgh, Oregon (Tn. Howrrr 1881).
Hierzu gehören die als »C. violacea Nutt. ?« ausgegebenen Pflanzen Leute von
Orcas Island und San Juan-Island. — C. sparsiflora F. et M., die ich nicht gesehen,
scheint mir eine Form der C, parciflora Dougl. zu sein, deren Samen im jugendlichen Zu-
stand berandet sind (die reifen Samen sind ohne Rand, wie A. Gray |. c. p. 256 angiebt).
291. Mimulus luteus L.
Gray Il. 4. p. 277. — Macoun Il. p. 358.
Juneau-City ; 45. Sept. (58*; fl. et fr.).
292. Veronica americana Schweinitz.
Gray Il. 4. p. 287. — Macoun ll. p. 360.
Klowák ; 47. Sept. (533*; defl. et fr.).
Am. bor. (H.). — Cascade Mts. (Ly.). — Saskatschawan (Be.). —
Neu-Mexico (FrwpLER, n. 564).
293. V. alpina.
Gray II. 4. p. 288. — Macoun Il. p. 364.
Am oberen Seltathin; 30. Juni (242; fl.). — Waldwiesen im oberen
Tlehinithal; 1. Juli (212*; fl.) — Alpenwiesen in der Krummholzregion
nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (defl. et fr.).
Am. brit. bor. (H.). — Unalaschka (V. unalaschcensis Cham. ; Guam.).
— Sitka (Hb. Petrop.). — Cascade Mts. (Lv.). — Rocky Mts.-Ft.
Colville (Ly.). — Mount Adams, W. T. (Tu. Hoer, 4882).
(Nach den von Cnuaursso auf Unalaschka gesammelten Exemplaren scheint V. Stelleri
Pall. von V.alpina L. kaum specifisch zu trennen zu sein.]
294. Castilleja parviflora Bong.
Gray Il. 1. p. 296. — Macoun Il. p. 365.
Obere Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug. (574 ; fl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Am. bor. (H.). — Orcas Island (Lv.). —
Spokane Valley betw. Ft. Colville and Rocky Mts. (Ly.). — San
Francisco (Guam. : C. toluccensis Ch. et Schldl.).
295. C. pallida (L). Kth.
Gray II. 4. p. 297. — Macoun Il. p. 365.
In trockenem Zwergbirkengebüsch am Natagehin; 29. Juni (194; vix fl.).
Am. bor. (H.). — Unalaschka (PArr.). — Beringstraße (Cuonis). —
Ins. Chamissonis (Cnan.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska, 401
296. Euphrasia officinalis L. [var. tatarica Benth. ?].
Gray Il. 4. p. 305. — Macoun II. p. 367.
Flusskies bei Kloquan; 8. Aug. (438; fl.).
Am. bor. (H.). — Unalaschka (Ciaw.).
297. Pedicularis euphrasioides Steph.
Gray II. 4. p. 307. — Macoun II. p. 368.
Am oberen Seltathin; 30. Juni (202 ; fl.). — Felsige Abhänge am Ssergoit ;
27. Juni (264 ; fl.).
Flor. Am. bor. (H.). — Ins. Chamisson. (Cnam.). — Labrador. —
Grönland (Vaur; Fries mis.).
Blüte gelb, Oberlippe braun.
298. P. palustris L. var. Wlassoviana Bge.
Gray I. 2. p. 307. — Macors l. p. 369,
Bartlett-Inlet (Tn. Mernan).
299. P. hirsuta L. f. bracteosa F. Kurtz (bracteis foliiformibus
floribus usque duplo majoribus).
Gray Il. 4. p. 309 (sine var.). — Macorw Il. p. 370.
Zwischen Natagehin und Krotahini, in Zwergbirkengebüsch; 94. Juni
(482; fl.).
Am. bor. (H.).
Blüten rot.
300. P, capitata Adams. |
Gray II. 4. p. 309. — Macoun Il. p. 371.
Kahle steinige Abhänge nördlich vom Tlehini, in ca. 1000 m Meereshöhe;
20. Juni (145; fl.; Blüten bleichgelb). — Am oberen Seltathin; 95. Juni
(470; f1.). l
Fl. Am. bor. (H.). — Sin. Kotzebuei (Lepes. ded.). — Sin. Bon. Sp.
(Cuam. f. elatior). — Unalaschka (Cnam., SrEwanD). — Aus Asien
nieht gesehen.
Blüten bleichgelb und rótlich.
301. Rhinanthus Crista-galli L. (R. minor Ehrh.).
Gray Hl. 4. p. 340. — Macoun Il. p. 3714.
Portage-Point; 27. Juli (376; cum gemmis florif.).
Fl. Am. bor. Hl — Unalaschka (Cmam., CHorıs). — Rocky Mts.
49°, 6500', Ft. Colville (Lv.). — Rocky Mts. (Be.).
Orobanchaceae.
302. Boschniakia glabra C. A. Mey.
Gray I. 2. p. 313. — Macoun I. p. 374.
Pyramid Harbor (Tu. Merman).
Lentibulariaceae.
303. Pinguieula vulgaris L.
Gray I. 4. p. 317. — Macovx I. p. 375 (var. americana Gray).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd, 26
402
Au
un
F. Kurtz.
Sumpfige Wiesen unterhalb Kloquan; 8. Aug. (414; fr.).
Unalaschka (Cuam.; P. microceras Cham.). — Unalasehka (Cnorıs ;
P. grandiflora Hook.) .
Labiatae.
304. Galeopsis Tetrahit L.
Gray I. 2. p. 385. — Macoun I. p. 390.
Sitka (Tu. Merman).
Plantaginaceae.
305. Plantago major L. f. asiatica (L.) Dene.
Gray II. 4. p. 389. — Macoun II. p. 39.
Klowák; 17. Sept. (470°; fr.).
Am. bor. (H.).
Mit kurzem (kürzer als die Blätter an dem vorliegenden Exemplar) Blütenschaft.
306. P. macrocarpa Cham. et Schldl.
Gray II. 14. p. 390. — Macovw Il. p. 392.
Wiese an der Chileaunündung, häufig; 13. Aug. (470; fr.).
Unalaschka (Hb. Petrop., Cuaw., Cnonis).
307. P. maritima L.
Gray Il. 4. p. 390. — Macoun Il. p. 393.
Portagebay, am Strande; 12. Juli (278 ; fl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Vancouver Island (Lv.).
Chenopodiaceae.
308. Atriplex hastatum L.
Leper., Fl. ross. UL p. 724. — Macoun lll. p. 404 (als var.).
Portagebay, am Strande; 22. Aug. (£98; fr.juv.). — Wird bis 4 m hoch.
dem westlichen Nordamerika sonst nicht gesehen.
309. A. littorale L.
Lenes., Fl. ross. IHI. p. 729. — Macoun II. p. 404 (als var.).
Gebiet des Lynncanal (498*).
Saskatschawan (Ba.; z. T. als A. hastatum L. var. gegeben).
310. Salicornia fruticosa L. (S. ambigua Mchx.).
UNGERN-STERNBERG in Atti Congr. intern. Bot. Firenze 1874 (ed.
1876) p. 295. — Macoun Ill. p. 404 (S. ambigua Mx.). — Bot. of
Cal. ll. p. 57 (S. ambigua Mx.).
Klowák ; 17. Sept. (498 Þ).
Polygonaceae.
314. Oxyria digyna (L.) Campdera.
Macoun Ille p. 444. — Bot. of Cal. Il. p. 7.
Im unteren Takhinthal; 21. Juli (fl.; No. 321).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 403
Fl. Am. bor. (H.). — Unalaschka (Cuam.). — Mount Adams, 7—
8000" W. T. (Suksponr 1885). — Cascade Mts. 499 (Ly.). — Rock y
Mts. to Ft. Colville, 7000' (Ly.). — Rocky Mts. (Bounc.). — Colo-
rado (ENGELMANN).
312. Rumex occidentalis Wats.
Macoun IIl. p. 445. — Bot. of Cal. II. p. 8.
Portagebay, 3. Aug. (395; fl. et fr. juv.).
River bottoms, Western Oregon (Tn. Howrrr 1881). — Winnipeg
Valley (Be. ; als R. domesticus Hartm.). — Colorado (Exeeın., als
R. longifolius DC.).
Nom. vernac.: Tlakotsch. — Die angenehm süßsäuerlich schmeckenden Blatt-
stiele — namentlich der Grundblütter — werden als Gemüse gekocht.
343. R. salicifolius Weinm.
Macoun III. p. 416. — Bot. of Cal. H. p. 9.
Deschü ; Ende Juli (395^; fr. juv.).
Fl. Am. bor. (H.). — Sitka (Hb. Petr.). — Sauvie's Island, Oregon
Hoer 1882). — Saturnia Isl. (Lv. 7. — Saskatschawan (Ba., als
R. pallidus Big.). — Colorado (Exsern.; die Calli sehr wenig ent-
wickelt). — San Francisco (Cnaw.).
R. salicifolius Weinm. und R. verticillatus L. sind wahrscheinlich nur Glieder ein
und desselben polymorphen Typus.
344. R. Acetosella L.
Macoun Ill. p. 448. — Bot. of Cal. IT. p. 10.
Wrangell; 19. Sept. (395 *; fr.).
315. Polygonum aviculare L. var. buxifolium (Nutt.) Ledeb.
Lenes., Fl. ross. II. p. 532. — Macoun III. p. 407. — Bot. of Cal.
II. p. 11 sin. var. (P. littorale Lk. var. buxifolium [Nutt.] Meisn.
DC., Prodr. XIV. p. 98).
Portagebay, an feuchten Stellen ; 16. Juli (283; fol.).
Sitka (Hb. Petrop.).
316. P. tenue Michx.
Macovx III. p. 408. — Bot. of Cal. II. p. 12.
Auf trockenem, steinigem Boden am Tlehini; 27. Aug. (540; fl. et fr.)
Colorado (Exerrw. ; genau dieselbe Form).
An demselben Ort wurde auch eine monstróse Form mit dichtem , reichblütigem,
fasciiertem Blütenstand gefunden.
317. P. viviparum L.
Macovx HI. p. 412. — Bot. of Cal. Il. p. 48.
a) forma elatior, ad & dm alta: Portagebay, auf Wiesen ; 46.Juli
(313; l.). — Ebenda, am Strande; 24. Juli (359; fl. et bulbilli foliiferi).
b)f. pusilla, 3—8 cm alta: Hochtundra am Tlehini; 23. Aug.
(595; fl.).
Fl. Am. bor. (Il.). — Beringsstraße (Cuorıs). — Ins. Chamisson.
26*
404 F, Kurtz.
(Cuam.). — Unalaschka (Cnaxw.). — Rotky Mts., Ft. Colville 49°; 4000
(Ly.). — Rocky Mts. (Bel. — Colorado (ExsELx.).
Die groBe Form erinnert im Habitus vollkommen an etwas schlanke Exemplare
des P. Bistorta L.
Elaeagnaceae.
318. Shepherdia canadensis Nutt.
DC. Prodr. XIV. p. 608. — Macoun III. p. 421. — Bot. of Cal. II.
p. 63.
Jendestakä, am Flussufer; wird 1! m hoch; Blüten grünlich; 7. Juni
(66 ; fl.).
Am. bor. (H.). — Blue Mts. Oregon (Tn. Howerr, 1885). — Neu-
Mexico (FEexpLER No. 774).
Die Beeren werden zerrieben und der hierdurch entstehende Schaum wird gegessen ;
oder man hebt sie, zu Kuchen getrocknet, für den Winter auf. — Am Tlehini wurde die
Pflanze in groBer Menge gesehen.
Santalaceae.
319. Comandra li vida Richards.
Hook. Fl. Bor.-Am. Il. p. 439 t. 179. — DC., Prodr. XIV. p. 637.
— Macoun Ill. p. 423.
Im Norden des Dejühthales; 3. Juni (40 ; fl.). — Thalsohle des Tlehini ;
97. Aug. (559; fr.).
Am. bor. (H.).
Urticaceae.
320. Urtica dioica L.
Macoun Ill. p. 430. — DC., Prodr. XVI. 1. p.50.
Portagebay, sehr üppig bei den Indianerdörfern ; 16. Juli (318; fl.).
Ein sicher eingeschlepptes Unkraut (wird in der Botany of California nicht auf-
geführt).
Myricaceae.
321. Myrica Gale L.
DC., Prodr. XVI. 2. p. 147. — Bot. of Cal. II. p. 82. — Macoun III.
p. 434.
Unteres Dejühthal; 20. April (316%; gemm. et fol. ann. praeced.). —
Dejühssánke; 47. Mai (12; fl. et gemm. ; schon stäubend). — Portagebay,
16. Juli (316; defl.).
Sitka (Boxc.). — Am. bor. (H.).
Nom. vernac.: Za(ch)gattiga wirchi. — Die Form No. 316 ist die 8. tomentosa
C. DC. l. c. p. 448.
Cupuliferae.
322. Betula papyracea Ait. „
A. Gray, Manual Ed. V. p. 459. — Macoun III. p. 436 (B. papyri-
fera Michx.).
Chileoot; 1. Jan. (Rami fol. ann. praeced. et gemm. florif. gerentes,
et cortex; No. 525°). — Portagebay, Baum; 24. Aug. (525; fr.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 405
Am. bor. (H.). — Columbia Valley (Lv.). — Winnipeg Valley; Sas-
katschawan (Be.).
Nom. vernac.: Adtághi.
B. occidentalis Hook. (Bot. of Cal. II. p. 79) ist vielleicht nur eine westliche Form
der B. papyracea Ait.
393. B. glandulosa Michx. var. rotundifolia (Spach.) Reg.
DC. Prodr. XVI. 2. p. 172. — Macoun Ill. p. 437. — Bot. of. Cal.
Il. p. 80 (ohne die var., die Warsox mit der Hauptform zu verbin-
den scheint).
Tundra nördlich vom Dejähpass, auch am Ufer des Schütlüchroa, ein-
zelne Büsche schon beblättert; wird (ia m hoch, 28. Mai (34 ; fruct. ann.
praeced. et ament, jun.). — Am oberen Seltathin; 23. Juni (168; ament.
masc.). — Oberhalb der Baumgrenze überall häufig.
Forma typica: Colorado (ExakLw.). — Utah, American Fork Canyon
7000' (M. E. Joers n. 1899).
F. intermedia Reg. (olim; DC. 1. c.): Brit. N. Am. (H.). — Rocky
Mts. to Ft. Colville, 6500' (Ly.). — Saskatschawan (Be.).
Nom. vernac.: Tlejiss.
324. Alnaster Alnobetula (Ehrh.) Schweinfurth.
Ascnerson, Fl. d. Mark Brandenburg S. 622. — Macoun Ill. p. 438
(Alnus viridis DC.).
Chilcoot ; 30. Dec. 1881 (8°; fol. et fr. ann. praeced.). — Ebenda, am
Strande ; 18. Mai {fl.). — Portagebay, 22. Mai (fl.; No. 16). — Wald an der
Portagebay, 94. Aug. (591; fr.). — Juneau-City, Krummholz, 14. Sept.
(5242, Tri,
Am. bor. (H.). — Lower Frazer River (Ly.).
Nom vernac.: Késchisch.
Von Alnus viridis var. sibirica Regel (DC. Prodr. XVI. p. 182) unterscheidet sich
die Form der Portagebay dadurch, dass auch ihre erwachsenen Blätter lang und schar
gezühnelt sind, was bei der var. sibirica nicht der Fall ist.
395. Alnus incana W. var. virescens Wats.
Bot. of Cal. II. p. 81. — Macoun Ill. p. 438.
Portagebay, 6. Mai (fl. et fr. ann. praeced.; n. 3).
Saskatschawan (Ba.; war als A. viridis? ausgegeben; von A. BRAUN
im herb. Berol. als »eine var. der A. incana W.« bestimmt). —
Summit Valley, Sierra Nevada (PrrnsLe 1882).
Nom vernac.: Köschisch.
326. A. rubra Bong.
Macoun I. p. 437.
Pyramid Harbor; Kaigan (Tn. Merman).
Diese Form dürfte wohl zu der vorangehenden gehören.
406 F. Kurtz.
Salicaceae.
327. Salix flavescens Nutt. (S. brachystachys Benth.).
Macoun III. p. 448. — Bot. of Cal. Il. p. 86.
Chileoot; 6. Mai (1; fl. mase.). — Portagebay, 19. Mai (4—5; fl. masc.
et fem.). — Ebenda, 24. Aug. (522; fol. matur.).
Utah, City Creek Canyon, 6000’ (M. E. Jones, n. 1703).
Nom. vernae.: Tschätl; wird 7 m hoch; die Kätzchen heißen: » Kütle(t) kie.
398. S. fulcrata Anderss.
DC. Prodr. XVI. 2. p. 244. — Macoun lll. p. 448.
Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (150; fl. Q ec, — Weg zum oberen
Seltathin; 22. Juni (164^; fl. Q et gy.
Am. bor., Prom, Espenberg (Guam. ; von Anpersson nicht aufgeführt).
Forma foliis utrinque, praecipue subtus, pilis longis albis obtectis.
Squamis apice albo-pilosis, stipulis margine glandulis, serraturas quasi
effieientibus obsitis.
Vielleicht nur eine nordische Form der S. chlorophylla Anderss,
329. S. Barrattiana Hook.
Fl. Bor.- Americana II. p. 146, tab. 187. — DC. Prodr. XVI. 2.
p. 274. — Macoun II. p. 445.
Portagebay, 8. Mai (2; fl. O ; am 21. Mai waren die Früchte schon
sehr entwickelt).
Am. bor. (Hook.).
330. S, Barrattiana Hook. var. vestita F, Kurtz; ramis junioribus
dense albo-tomentosis, bracteis gemmarunr valde pruinosis. Amenta omnia
androgyna.
Oberes Dejähthal; 26. Mai (24; fl.).
Kein einziger eingeschlechtiger Strauch wurde an dem Standort beobachtet.
331. S, arctica Pall. B. Brownei Anderss.
DC. Prodr. XVI. 2. p. 286. — Bot. of Cal. II. p. 90 (var. petraea
Anderss.). — Macoun lll. p. 444.
Steinige Tundra am Seltathin; 93. Juni (169; fl. QJ). — Hochtundra
zw. Katschadelch und Seltathin; 30. Juni (ll. Q et g).
Fl. Am. bor. (H.; als S. cordifolia und S. arctica). — Rocky Mts.
(Ba. ; als S. arctica subalpestris Anderss., fortasse spec.).
Hat schöne Ausläufer.
332. S. arctica Pall. var. Pallasii (Anderss. spec.) F. Kurtz. — forma
crassijulis (Trev. herb., Trautv.) F. Kurtz.
Cf. DC. Prodr. XVI. 2. p. 985.
Nördlich vom Tlehini; 21. Juni (133; fl. 3 et Q).
Unalaschka (Gnam. ` fol.).
333. S. reticulata L.
DC. Prodr. XVI. 9. p. 304. — Macovn III. p. 454.
Weg zum oberen Seltathin; 24. Juni (164; cj fl., Q detl.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 407
Unalaschka (Cuam., Cnonis). — Am. bor. (H.). — Unalaschka (Lanes-
vorrr; große abweichende Form, vielleicht die S. orbicularis
Anderss.). — Gray's Peak, 411—414 000°, Colorado (Parrenson 1885
n. 135).
334. S. sitchensis Sanson var. denudata Anderss.
Macoun I. p. 454.
Bartlett-Inlet (Tn. Mernan).
335. S. Barelayi Anderss.
Macoun I. p. 445.
Bartlett-Inlet (Tn. Mernan).
336. S. sp. (an Barrattiana Hook. ??).
Chileoot; 34. Dee. 1881 (519^; ram. et fol. un.).
337. S. sp.
Portagebay ; 24. Aug. (517; höherer Strauch; fol.).
Diese Weide stimmt völlig überein mit einer als rb, Regeli Anderss., Unalaschka,
Cuonis« aus Petersburg geschickten Weide, die aber offenbar falsch bestimmt ist. — An
S. Barclayi Anderss. l. c. p. 289?
338. Populus balsamifera L.
DC. Prodr. XVI. 2. p. 329. — Macoun Il. p. 456.
Ufer des Chilcatflusses; 24. Aug. (529; fol.).
Am. bor, (H.). — Winnipeg-Valley ; Saskatschawan (Be.).
Empetraceae.
339. Empetrum nigrum L.
DC. Prodr. XVi. 4. p. 25. — Macoun HI. p. 458.
Chileoot; 24. Jan. (23 ; fol.). — Ebenda, Felsabhänge am Meer; 26. Jan.
(23°; fol. et gemm. flor.).
Am. bor. (H.). — Prom. Espenberg (Cnam.).
Nom. vernac.; Hidliwhózi.
Orchidaceae.
340. Coralliorrhiza innata R. Br.
Macoun IV. p. 4. — Gray, Manual p. 510.
Jendestakä, nasser Flusssand zwischen Weidengebüsch; 7. Juni (63;
fl.). — Ebenda, in altem Laub, unter Gebüsch, hohe Form; 10. Juni
(71; f).
Unalaschka, in summis jugis et cacuminibus, in locis petrosis, haud
longe a limite nivium (Guam. ). — Betw. Pend d'Oreille and Kootenay
(Ly.). — Rocky Mts. (Lixpr. del,
344. Listera cordata (L.) R. Br.
Macoun IV. p. 6. — Gray, Manual p. 506, — HookKER, Fl. B.-Am.
Feuchte Stellen am oberen Tlehini; A. Juli (227; fl.). — Portagebay,
moosiger Waldboden; 13. Aug. (469; fl.).
408 F. Kurtz,
Unalasehka (fl. col. et. decol., in herbidis copiose ` Cuonrs). — Sitka
(Hb. Petrop.). — Cascade Mts. (Ly.). — Betw. Pend d’Oreille und
Kootenay Rivers (Lv.).
342. Spiranthes Romanzoffiana Cham.
Macoun Il. p. 8.
Bartlett-Inlet (Ta. Merenan).
343. S. cernua Rich.
Macoun IV. p. 8. — Gray, Manual p. 505. — Hoox., Fl. B.-Am.
Nasse Wiesen bei Kloquan; 8. Aug. (430; Di.
Cascade Mts., 49? (Lv.). — Rocky Mts. (Be.). — Mooyie River,
B. C. (Lx.).
344. S. decipiens Hook.
Macoun IV. p. 10 (sub Goodyera). — Bot. of Cal. II. p. 136 (sub
Goodyera).
Portagebay, auf moosigem Waldboden verbreitet; 13. Aug. (467;
subfl.). — Ebenda, 4. Sept. (599; fl).
Lower Frazer R., 49? (Lv.). — Cascade Mts.-Ft. Colville, 49? (Ly.).
345. Platanthera stricta Lindl.
Macoun IV. p. 45 (sub Habenaria; exel. syn.). — Hoox., Fl. Bor.-
Am. Il. p. 199.
Auf Flusskies bei Kloquan; 8. Aug. (437; defl.).
346. P. unalaschcensis (Spr.) F. Kurtz.
Macoun IV. p. 47. — Bot. of Cal. II. p. 133 (sub Habenaria).
Krummholzregion nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (535; fl.).
Unalaschka, ad radices montium (Cnam.). — Cascade Mts., 49° (Lv.).
347. P. dilatata Lindl.
Macoun IV. p. 45. — Bot. of Cal. II. p. 134 (sub Habenaria).
Krummholzregion am unteren Tlehini; 30. Aug. (975: f1.).
Am. bor. occid. (Doveras). — Cascade Mts., 49? (Ly.). — American
Fork Canyon, 7500', Utah (M. E. Jones n. 1893).
348. P. hyperborea (L.) Lindl.
Cf. Lange, Adnotat. ad Fl. Dan., 1880, p. 419—147. — Macoun IV.
p. 44. — Bot. of Cal. II. p. 134 (sub Habenaria).
Portagebay, auf nassen Wiesen; 16. Juni (84; DI. — Am Crotahini,
25. Juni (84^; fl.). — Feuchte Stellen der Waldregion am Tlehini; 4. Juli
(234; fl.).
Aksut (Grönland). — Unalaschka (viridiflora et albiflora ; in grami-
nosis, Caam.). — Cascade Mts.-Ft. Colville, 49° (Lv.?). — Sas-
katschawan (Be.). — Alta, Wahsatsch Mts., Cottonwood Lakes,
10 000" (M. E. Jones n. 1286).
349. Peristylus viridis (L.) Lindl. var. bracteata (R. Br. sp.
Lindl.) Rehb. fil.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 409
Macoun IV. p. 14 (sp.). — Gray, Manual p. 500. — Hoox., Fl. B.-
Am. Il. p. 201.
Wiesen am Takhin; 20. Aug. (347; fl.).
Cascade Mts., 49? (Lv.).
350. Cypripedium passerinum Richards.
Macoun IV. p. 22. — Hook., Fl. Bor.-Am. lI. p. 205.
Kloquan, trockne Stellen unter Gebüsch im Flussbett; 8. Aug. (431;
fruct. jun.).
351. C. pubescens Willd.
Macoun IV. p. 24. — Hook., Fl. Bor.-Am. II. p. 205. — Gray,
Manual p. 512.
Mittlere Wald- und Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug. (564; fl.).
Am. bor. (H.).
Iridaceae.
352. Iris sibirica L.
Barer, in Journ. Linn. Soc. XVI. 1877. p. 139. — Hoox., Fl. Bor.-
Am. 1. p. 206. — Macoun IV. p. 24.
Offene Wiesen an der Portagebay, hohe Form; 16. Juli (306; fl.).
Nom. vernac.: »T’lachkidsch ie.
Baker giebt für das westliche Nordamerika nur die var. orientalis Thbg. an.
353. I. versicolor L. var. virginica (L.) Baker.
Journ. Linn. Soc. 1. e. p. 441. — Hoox., Fl. Bor.-Am. ll. p. 206.
— Macoun IV. p. 24 (spec).
Ketlrächtä; 13. März (306°; in vorjährigen Kapseln gesammelt,
deren Samen 4884 im Hort. Lpcnrtis blühende Pflanzen hervorbrachten).
BAKER giebt als Vaterland nur an: Am. bor. or,
354. Sisyrrhynchium Bermudiana L. var. anceps (Cav.) A. Gray,
Man. Ed. V. p. 547.
Baker Journ. Linn. Soc. XVI. p. 117 (var.). — Macoun Il. p. 25
(spec.).
Sitka (Tu. Meenan).
Liliaceae.
355. Streptopus amplexifolius (L.) DC.
LrpEB., Fl. ross. IV. p. 192. — Bot. of Cal. II. p. 177. — Macoun
IV. p. 28.
Portagebay, 46. Juni (86; fl.).
Unalaschka (Cuaw.; CHoris). — Cascade Mts., 499 (Ly.). — Koo-
tenay, Columbia R., 46—49° (Ly.) — Rocky Mts. (Be.).
Die roten ovalen Beeren werden gegessen.
356. Majanthemum bifolium (L.) Schmidt var. Kamtschatica
(Gm.) Ledeb.
Lenes., Fl. ross. IV. p. 127 (sub Smilacina). — Bot. of Cal. II.
p. 462 (syn. all, — Macoun IV. p. 33 (sine var.).
410 F. Kurtz,
Portage-Point; Waldränder; 16. Juli (305; fl.).
Sitka (Hb. Petrop.). — Lower Frazer River (Lv.). — Sauvie's Island,
Oregon (Tu. Howerz 1880). — Winnipeg-Valley (Bu 1.
357. Allium SchoenoprasumL.
Leperour, Fl. ross. IV. p. 466. — Hoox., Fl. Bor.-Am. II. p. 185.
Macoun IV. p. 35.
Zwischen Krotahini und Natagehin, auf trocknen Wiesen unter Zwerg-
birken; 29. Juni (204; Knospen mit noch geschlossenen Scheiden).
Mooyie R. (?), B. C. (Lv.). — Fort Colville-Rocky Mts. (Lv.). — Uma-
tilla, Oregon (Tu. Howerı 1882).
Nom. vernac.: Jálehtacke (Rabenduft).
358. Fritillaria Kamtschatcensis (L.) Gawl.
Baker in Journ. Linn. Soc. XVI. 1879. p. 273. — Lepesour, Fl.
ross. IV. p. 447. — Macovw IV. p. 40.
Portagebay, 16. Juni (85; fl.). `
Sin. Schischmareff. (Cuam.). — Sitka (Hb. Petrop.).
Die Zwiebeln werden gegessen. F. lanceolata Pursch ist von F. Kamtschatcensis
sicher nicht specificisch verschieden; weder die von Hooger (Fl. Bor.-Am. II, p. 181) an-
gegebenen Unterschiede im Bau der Zwiebeln, noch die nervi lamellati bilden einen
durchgreifenden Unterschied. F. lanceolata ist wohl nur als südliche Form der F. Kam-
tschatcensis aufzufassen.
359. Lloydia serotina (L.) Rehb.
Lenes., Fl. ross. IV. p. 144. — Macous IV. p. 42.
Nördlich vom Tlehini; 25. Juni (139; fl.).
Ins. Unalaschka (Cuaw.). — Gray’s Peak 11—44000', Colorado
(Pırrerson 14885 n. 139).
360. Tofieldia borealis Wahlenbg.
Macoun IV. p. 43.
Zwischen Krotahini und Natagehin; 24. Juni (185; fl.) — Bei Kloquan;
8. Aug. (422; fr.).
Aus Nordamerika nicht im Berliner Herbar, wohl aber aus Grön-
land (Karusulak; misit J. Lance).
361. T. glutinosa W.
Macoun Il. p. 44.
Bartlett-Inlet (Tu. Mernan).
362. Veratrum album L, var. Lobelianum Bernh. (V. viride Ait.).
Hooker, Fl. Bor.-Am. II. p. 178 (V. viride Ait.). — Bot. of Cal. II.
p. 182 (V. viride Ait.). — Macoun IV. p. 54 (V. viride Ait.).
Wiesen am großen Gletscher des Takhinthales; 20. Juli (337; (1.).
West-Chester (H.). — Cascade Mts.-Ft. Colville, 49? (el, — Alta,
Bald Mts. 9500'; (M. E. Jones n. 4412; als V. album L.).
Nom. vernac.: Tuane.
V. Eschscholtzii A. Gray scheint hiervon nicht verschieden zu sein.
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 411
363. Zygadenus glaucus Nutt.
Lenes., Fl. ross. IV. p. 207 (sub Anticlea).
Z. elegans Pursch).
Am Tlehini, grasige Abhänge 'an der oberen Waldgrenze (568; defl.
et fr. jun.).
Kootenay; Ft. Colville-Rocky Mts. (Ly.). — Saskatschawan (Ba.).
— Neu-Mexico (FexpLER n. 854).
Macoun IV. p. 52 (als
Juncaceae.
364. Luzula spadicea DC. var. Wahlenbergii (Rupr.) Buchenau
Mon. p. 112. f. americana F. Kurtz: bracteis longe ciliatis.
Krummholzregion am Dejäh-Fjord; 17. Aug. (476 et 476*; fr.). —
Nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (538; fr.). — Hochtundra am
Tlehini; 28. Aug. (590; fr.). — Obere Grenze der Krummholz-
region am Tlehini; 27. Aug. (569; fr.).
L. Wahlenbergii ist bisher noch nicht aus Nordamerika angegeben, doch müssen
diese Formen dazu gezählt werden, da die Kapsel kürzer als das Perigon ist. Von den
europüischen Pflanzen weicht diese amerikanische Form durch die bracteae longe
ciliatae ab.
365. L. parviflora Desv.
BucngNav, Mon. p. 408. — Macoux IV. p. 65.
Krummholzregion am Tlehini; 27. Aug. (567; fr.. — Kasanbay,
Prince of Wales-Island; 20. Sept. (567°; fr.).
Wahsatch Mts., Utah (E. Jones n. 1288).
366. L. arcuata Wahlenbg.
BucneNAv, Mon. p. 123. — Macoun IV. p. 69.
Am oberen Seltathin; 99. Juni (165; fl.. — Krummholzregion am
Dejäh-Fjord; 17. Aug. (477; fr.).
367. L. spicata L. forma foliis inflorescentiisque pilosis.
Bucuenau, Mon. p. 127. — Macoun IV. p. 68.
Am Tlehini; 20. Juni (123; 1.1. — Waldwiesen der Krummholzregion
nórdlich vom Tlehini; 27. Aug. (532; fr.).
White Mts. (coll. divers.).
368. L. campestris (L.) DC.
BucnkNAv, Mon. p. 155. — Macoun IV. p. 67.
Moorige Wiesen zwischen Crotahini und Natagehin ; 29. Juni (248 ; fl.).
369. Juneus bufonius L.
BucmENAv, Mon. p. 174. — Macoun IV. p. 60.
Wrangell; 19. Sept. (589*; fl., pro parte prolif.).
Columbia River (Hb. Lindley). — Frazer River (Lv.). — Mendocino-
City, Cal. (Exarrw., Hb. June. 28). — Salt Lake- City, 1800 (M.
E. Jones 1070). — Neu-Mexico (FzxprEn n. 855).
370. J. Drummondii E. Mey.
BucugNAv, Mon. p. 210. — Macoux IV. p. 57.
412 F. Kurtz,
Hochtundra am Tlehini; 98. Aug. (589; fl. et fr.).
Washington, Mt. Adams (Tu. Hoer. 4882). — Mono Trail, Sierra
Nevada, 9—10000' (Excrrw., Hb. 46). — California (ENGELM.,
Revis. 13). — Alta, Wahsateh Mts., 10.000’ (M. E. Jones n. 1097).
371. J. balticus Willd. var. littoralis G. Engelmann.
Bucnenau, Mon. p. 214. — Macoun IV. p. 56—57.
Portagebay, am Strande; 10. Juli (275; fr.).
Saskatschawan (Be.). — Mono Lake, 9000’, S. Nevada (ExaELM.,
Hb. 5).
Hierher gehórt auch Juncus arcticus W. von Bartlett-Inlet (Tu. MEEHAN).
372. J. Lesueurii Bolander.
Bucnexau, Mon. p. 220. — Macoun IV. p. 57.
Ketlrächtä; 13. März (275*; fr. ann. praeced. — Niedriges Geröll-
land unterhalb des Takugletschers; 16. Sept. (275^; (1.). — Portagebay, am
Strande; 40. Juli (275°; fr.).
Am. bor. occid. (Dovar.). — Oregon, Tillawook (Tn. Howeıı 1882).
— San Francisco (Excerm., Herb. n. 6).
Nom. vernac.: Tschukonkachutli.
373. J. Mertensianus Bong.
Bucnexau, Mon. p. 270. — Macoun IV. p. 64.
Hohe feuchte Tundra am oberen Seltathin, häufig; 30. Juni (217; fr.).
— Nördlich vom Tlehini; 27. Aug. (549; f1.); — Hochtundra am Tlehini ;
28. Aug. (549°; Il. et fr.).
N. W. Amerika (Dote. — Unalaschka (Cmaw.) — Sitka (Hb.
Petrop.). — Mount Adams, W. T. (Tn. Hauer) 1882). — Betw. Ft.
Colville and Rocky Mts. (Lv.). — Cascade Mts. (Lv.). — Mono-Pass,
9—10000' (BorawpER; ExcELw., Hb. 92). — Alta, Wahsateh
Mts., 10000' (M. E. Jones n. 1094). — Colorado (ExaELx.).
374. J. xiphioides Mey. var. maeranthus Engelm.
BucugNAU, Mon. p. 306. — Macoun Il. p. 65.
Wrangell (Tn. Meerman).
North Yamhill, Oregon (Tn. HowerL 1882). — Wet places, Sta.
Rita Mts. Arizona Unser 1884). — Clear Creek, Georgetown,
8500', Colorado (ParrERsoN 1885 n. 137: var. montanus Engelm.).
375. J. alpinus Vill.
Bucnexau, Mon. p. 371. — Macoun IV. p. 69.
Auf nassem Flusssand bei Kloquan; 8. Aug. (425; fr.).
West Kootenay, betw. Rocky Mts. and Ft. Colville (Ly.). — Sas-
katschawan (Ba.).
376. J. castaneus Smith.
Bucnexau, Mon. p. 402. — Macoun IV. p. 58.
Auf nassem Flusssand bei Kloquan; 8. Aug. (496 ; fr.). — Flusssand
des Takhin; 20. Juli (345; fl. et fr. ann. praeced.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 413
Sin. Eschscholtzii (Cuam.). — Unalaschka (Hb. Petrop.). — »Cis et
trans fretum Bering., in omni litore« (Cnau.).
J. spec. (an J. xiphioides E. Mey. forma?).
Flusssand des Takhin; 48. Juli (344; fl. in gemm.).
Typhaceae.
377. Sparganium simplex Huds. var. angustifolium (Mehx.)
Engelm.
Gray, Mon. Ed. V. p. 481. — Macoun IV. p. TA.
Portagebay, Waldsümpfe; 23. Aug. (507; fl.).
Vancouver-Island (Ly., sine var.). — Saskatschawan (Be., sine
var.. — Alta, Wahsatch Mts., 10000’ (M. E. Jones 1278, als
S. minimum Fr.).
Araceae.
378. Lysichiton Kamtschacensis (L.) Schott.
Exar. in DC., Mon. Phan. Il. p. 209. — Leo». Fl. ross. IV. p. 12
(sub Symplocarpo). — Bot. of Cal. II. p. 187. — Macoun IV. p. 73.
An feuchten Waldstellen der Portagebay; Blütenstand 4 m lang (keine
Exemplare mitgebracht).
Lower Frazer River (Ly.). — Sachalin (F. Scuwrpr).
Skunk cabbage der Amerikaner des Westens (im Osten wird Symplocarpus
foetidus Salisb. so genannt).
Najadaceae.
379. Triglochin palustre L.
MicueLi in DC., Mon. Phan. Ill. p. 98. — Bot. of Cal. I. p. 199. —
Macoun IV. p. 79.
Flussbett bei Kloquan; 8, Aug. (420; fl. et fr.). — Bartlett-Bay (Tn.
MEEHAN).
Unalaschka (Cnax.).
380. T. maritimum L.
Micneui l. c. p. 405. — Bot. of Cal. II. p. 199. — Macoun IV.
p. 80.
Portagebay; 16. Juli (304 ; fl. et defl.).
Saskatschawan (Ba.). — Lopez Island (Ly.). — Falcon Valley, W.
T. (Sursporr 1885). — Tillamook-Bay, Oregon (Tr. Hoer 1882).
— Ft. Colville- Roeky Mts. (Ly.). — Salt Lake City, 4300" (M.
E. Jones n. 4043; var. elatum A. Gray).
Cyperaceae.
381. Seirpus paluster L.
BoEcKELER l. p. 412. — Bot. of Cal. H. p. 224. — Macoun IV.
p. 95 (Heleocharis). — Lance, Fl. Grónl. p. 128.
Portage-Point, innerhalb der Flutgrenze; 46. Juli (295; fr.).
414 F. Kurtz,
382. S. caespitosus L.
BoECKELER l. p. 434. — Macoun IV. p. 98. — Hook., Fl. Bor.-Am.
ll. p. 229. — Lanz, Fl. Grönl. p. 129.
Abhänge nördlich vom Tlehini; 21. Juni (148; fl.). — Hochtundra am
Tlehini; 28. Aug. (583; fr.). — Juneau-City, Krummholzregion; 14. Sept.
583*; fr.).
383. S. pungens Vahl.
BorckELER I. p. 476. — Macoun II. p. 99.
Wrangell (Tn. Meenan).
384. S. silvaticus L.
BorckrLER Í. p. 494. — Macoun IV. p. 101 (var). — Hoox., Fl.
Bor.-Am. Il. p. 230.
Waldsumpf an der Portagebay ` 27. Juli (378; fl.).
Oregon, Canyon City (Tn. HoweLL 1885). — Cascade Mts., Oregon
(PringLe 1884).
385. Eriophorum Scheuchzeri Hoppe.
BoEckELER l. p. 628. — Macoun IV. p. 104. — Hoox., Fl. Bor.-Am.
ll. p. 231.
Nasser Flusssand bei Jendestakä; 7. Juni (62; fl. et defl.). — Am
Chilcatfluss unterhalb Kloquan; 40. Aug. (454; fr.).
386. E. polystachyum L. var. angustifolium (Rth.) A. Gray.
Gray, Man. Ed. V. p. 566. — BorckeLkn I. p. 631 (sp.). — Hook., Fl.
Bor.-Am. II. p. 234. — Macoun IV. p. 106,
Sumpfige Ufer des Ssergoit; 27. Juni (253; defl.).
387. E. polystachyum L, var. latifolium (Hppe.) A. Gray.
Gray, Man. l. c. — Macoun IV. p. 105. — BorckkLkn I. p. 632 (sp.).
— Hoox., Fl. Bor.-Am. Il. p. 231.
Juneau-City, obere Krummholzregion; 14. Sept. (253%; fr.).
388. E. gracile Koch.
BoEcKELER I. p. 630. — Macoun IV. p. 106.
Wrangell (Tu. Mernan).
389. Carex nardina Fries (teste L. H. Bure in litt.).
BokckkLkR Il. p. 4455. — Macoun IV. p. 109. — Hoos. Fl. Bor.-
Am. Il. p. 209.
Abhänge nördlich vom Tlehini, in Felsspalten; 21. Juni (161; subdefl.).
390. C. gynocrates Wormsk.
BorckereR ll. p. 4449. — Macoun IV. p. 109. — Gray, Man. V.
Ed. 1876. p. 573. — Lance, Fl. Grónl. p. 131.
Sumpfige moosige Wiesen bei Kloquan; 8. Aug. (423; fr.).
Trotz der von LawcE l. c. hervorgehobenen Unterschiede wird C. gynocrates am
besten doch wohl — wie Trevrmanus in Lees., Fl. ross. IV. p. 264 gethan — als f. andro-
gyna zu C. dioica L. gezogen. — Hierher gehört C. alaskana Boeckeler (teste L. H. BAILEY
in Mem, Torrey Bot. Club I. 1889, p. 70),
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 415
391. C, scirpoidea Mchx. 1
BoEcKELER II. p. 1451. — Macoun IV. p. 4412. — Hoox., Fl. Bor.-
Am. Il. p. 208. — Lance, Fl. Grónl. p. 132.
Zwischen Natagehin und Krotahini, in Gebüsch; 24. Juni (178; fl.).
White Mts., New Hampshire (misit G. W. CriNTOX).
Die Halme werden bis 30 cm hoch.
392. C. pyrenaica Whlbg. f. majuscula.
BoECKELER ll. p. 44163, — Macoux IV. p. 110. — Hook., Fl. Bor.-
Am. Il. p. 209. — Bot. of. Cal. II. p. 228.
Krummholzregion am Dejäh-Fjord; 17. Aug. (485; fr.).
Mount Adams, W. T. (Tu. Howrrr 1882).
Ahnelt sehr den von ENpnEss Aug. 1830 im Valle de Galbes (Ost-Pyrenäen) gesam-
melten Exemplaren.
393. C. nigricans C. A. Mey.
BorckkLER lI. p. 4163. — Macoun IV. p. 140. — Hoox., Fl. Bor.-
Am. Il. p. 210. Lenes. IV. p. 268.
Krummholzregion am Dejäh-Fjord; 17. Aug. (478; fl). — Alpine
Region nördlich vom Tlehini; 28. Aug. (588; fr.).
Eine durch den sehr entwickelten weißen, hyalinen, zweiteiligen Mundsaum der
Schlüuche, die breiten Blätter und das kriechende Rhizom von C, pyrenaica sehr ver-
schiedene Art, Die Blätter sind an den vorliegenden Exemplaren bis 27 cm lang.
394. C. rupestris All,
BozckrLER Il. p. 4164. — Macoun IV. p. 143. — Lange, Fl. Grönl.
p. 133.
Abhänge nördlich vom Tlehini, feuchte Stellen oberhalb der Baum-
grenze; 27. Aug. (550; fr.).
Gray's Peak and vicinity, 11—14 000’, Colorado (Patterson 1885
n. 447).
395. €. Hoodii Boott.
Macoun II. p. 119, 375.
Alaska (Tu. Mersan).
Nach den Bemerkungen L. J. BaiLey’s in Torrey Bot. Club Mem. I. p. 14 dürfte die
C. muricata L. MEEBAN's wohl hierher gehören.
396. C. incurva Lightf.
BoECKELER ll. p. 1478. — Macoun IV. p. 149. — Lance, Grönl.
p. 133. — Hook., Fl. Bor.-Am. p. 211. — LEDER. IV. p. 269.
Sandinsel im Chileat unterhalb Katkwáltu; 47. Juni (90; defl.). —
Nasse sandige Wiesen unterhalb Kloquan; 40. Aug. (456; fr.).
Upper Chicago Lake, 19—13000'; Colorado (ParreRsoN 1885,
n. 442).
Die Farbe der Caryopse ist nicht constant; während die Pflanzen aus Alaska die
von BoEckELER l. c. angegebene graue Farbe zeigen, besitzen die Caryopsen von nor-
wegischen und schweizer Exemplaren eine bráunliche Farbe, ähnlich wie sie die Früchte
von C. stenophylla Whlbg. zeigen.
416 F. Kurtz.
397. C. festiva Dewey.
BorckrLER Il. p. 4203. — Macoun IV. p. 115. — Hoox., Fl. Bor.-
Am. II. p. 245. — Bot. of Cal. II. p. 234.
Oberes Tlehinithal, grasige Abhánge; 1. Juli (234; fr.). — Wiesen am
Takhin ; 20. Juli (340; fl. et subdefl.).
Mount Adams, W. T. (Tn. Howrrr 1882).
398. C. glareosa Whlbg.
BorckELER l. p. 1205. — Macoun IV. p. 127. — Hoox., Fl. Bor.-
Am.ll. p. 244. — Lance, Fl. Grónl. p. 437. — Lernen, IV. p. 284.
Dejäh, trockener Grasboden ` 4. Juni (55 ; subdefl.). — Niedriges Geröll-
land unterhalb des Taku-Gletschers; 46. Sept. (55%; fr.).
399. C. adusta Boot.
BorckzLER Il. p. 1248. — Macoun IV. p. 199. — Lange, Fl. Grönl.
p. 135. — Bot. of Cal. II. p. 238.
Grasige Abhänge bei Kloquan; 18. Juni (106; fl.).
400. C. leporina L.
BorckeLER ll. p. 4249. — Macoun IV. p. 433. — Lepre. IV. p. 278
(exel. var. 7.).
Wiesen am Gletscher im Takhinthal; 20. Juli (335; fr. immat.).
Mt. Adams, W. T. (Tn. Howeıı 1882). — Gray's Peak, 44—14 000',
Colorado (|PArrERSON 1885, n. 152).
401. C. canescens L.
Lange, Fl. Grönl. p. 136 (var. robusta Blytt). — BOECKELER h.
p. 1252. — Macoun IV. p. 123. — Lenee. IV. p. 280. — Bot. of
Cal. II. p. 236.
Grasige Abhänge im oberen Tlehinithal; 4. Juli (233; fl.). — Grasige
Abhänge in der Waldregion des oberen Tlehinithales: 4. Juli (229; subfr.).
402. C. canescens L. var. 8 alpicola Whlbg.
BorckELER Il. p. 4253. — Macoun IV. p. 494. — Lenen. IV. p. 28
(v. alpestris).
Wiesen am Gletscher im Takhinthal; 20. Juli (334; fr.).
403. C. echinata Murr.
BorckELER Il. p. 1254. — Macoun IV. p. 426. — Leper. IV. p. 282
(stellulata Good.). — Bot. of Cal. II. 237. `
Sumpfige Wiesen bei Kloquan; 8. Aug. (415; fr.). — Im Flussbett bei
Kloquan; 8. Aug. (424; fr.).
Near Kerbyville, Oregon (Tn. Howeuı. 1884).
404. C. Sartwellii Dewey.
BoEcKELER lI. p. 1270 (sub C. disticha Huds.). — Macoun V. p.373;
IV. p. 444 (C. disticha Huds.). — Lernen, IV. p. 273. — Bot. of
Cal. Il. p. 230.
Kloquan, rasige Abhänge; 18. Juni (105: fl). — Abhänge nördlich
vom Tlehini, in ca. 600 m Höhe; 20. Juni (122: fl).
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 417
Eine Form mit dunkelnussbraunen Deckblüttern. Die. beste Bezeichnung für diese
Pflanze dürfte wohl C. disticha Huds. var. Sartwellii Dewey sein (L. H. Bailey in Torrey
Bot. Club Mem. I. p. 8). Nom. vernac. : »Tlachhitzi jetzki«.
405. C. Gmelini Hook.
BozckELER II. p. 4353. — Macoun IV. p. 134. — Lenes. IV. p.288.
Ketlrächtä, felsige steile Anhóhen; 25. Juli (368; fr.). — Portagebay,
North-Point, an Felswänden; 6. Aug. (441; fr.).
Die Früchte sind nicht »doppelt so klein wie die Deckblätter« (TREviRANUS in LEDER.
Lei, sondern so lang oder etwas länger als die Deckblätter (ohne MucroJ.
406. €. Mertensii Prescott.
Hoox., Fl. Bor.-Am. II. p. 217 tab. 247. — BokcKELER lI. p. 1357.
— Macoun IV. p. 134, — Lenes. IV. p. 287.
Portage-Point, unter Gebüsch ; 16.Juli (309; fr.). — Portagebay, offene
Wiesen; 46. Juli (315; fr.).
Mount Adams, W. T. (Suksponr 4885). — Cascade Mts., Oregon
(Tn. Huert, 1889).
407. C. pulla Good.
BorckELER II. p. 1370. — Macoun IV. p. 169 (C. saxatilis L.). —
Lenes. IV. p. 308. — Lance, Fl. Grönl. p. 453.
Sümpfe zwischen Krotahini und Natagehin; 29. Juni (190; fr.). —
Nasse Wiese im Flussbett bei Kloquan; 8. Aug. (449%; fr.). — Flusssand
des Takhin; 48. Juli (343; defl., fr. jun.).
BOECKELER, der in der Angabe der Verbreitung der Arten überhaupt etwas wunder-
bar verführt, giebt als Habitat der C. pulla nur »Unalaschka« an.
408. C, pulla Good. var. vesicarioides F. Kurtz.
Statura habituque plantae et feminearum spicularum colore C. vesi-
cariam L. imitans.
Nasse Wiesen bei Kloquan; 8. Aug. (419; fr.).
Diese Form, der sich eine ühnliche aus der Lorenzbay-Region anschlieBt, steht
habituell am nächsten der C. vesicaria L. var. alpigena Fr. (Quickjock, Lappland; leg.
Keup), Jedoch unterscheidet sich die Alaskapflanze von dem Formenkreis der C. vesi-
caria L., C. utriculata Boott und C. rhynchophysa C. A. Mey., der durch mehr oder we-
niger scharf dreikantige Caryopsen ausgezeichnet ist, durch ihre biconvexe, herzeiför-
mige Caryopse von gelblich-silbergrauer Färbung. — C. utriculata Boott (Bot of Cal. II.
p.252) unterscheidet sich von C. rhynchophysa C. A. Mey., mit der sie BorckkLEn (ll.
p. 1582—1583) vereinigt, durch strafferen, schlankeren Wuchs, schmalere Blätter, we-
niger zahlreiche Ährchen und eine Caryopse mit viel schärfer hervortretenden Kanten,
als sie C. rhynchophysa besitzt. C. utriculata Boott ist mindestens als Varietät der C.rhyn-
chophysa zu betrachten. (Über die Confusion, welche in den Ansichten über alle diese
Formen herrscht, vergleiche man z. B. L. H. Burg in Torrey Bot. Club, Mem. I.
p. 37—39).
409. C. aquatilis Whlbg.
BokckELER II. p. 1376. — Macoun IV. p. 143. — Bot. of Cal. II. p.244.
Portage-Point, unter Gebüsch; 46. Juli (307; fr. immat.). — Wiesen
bei Kloquan; 8. Aug. (417; fr. immat.).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 21
418 F. Kurtz.
410. C. cryptocarpa C. A. Mey.
BoECKELER II. p. 1381. — Macoun IV. p. 148. — Lenee. IV. p. 313.
— Lancer, Fl. Grönl. p. 143. i
Dejäh, Ufersand; 4. Juni (54; fl.). — Chileat-Inlet, 25. Juni (54°; fl.).
— Ufer des oberen Tatschanzhini; 26. Juni (252; fl.). — Moränen des
zweiten Gletschers im Takhinthal; 20. Juli (309°; fr. immat.). — Meer-
strandswiesen am Chileatfluss; 24. Juli (395; fr. submat.). — Nasse
sandige Wiesen am Chilcat unterhalb Kloquan; 10. Aug. (460; fr.).
Salt-marshes, Tillamook, Oregon (Tn. Hoer 1882).
411. C. lenticularis Mehx.
BoEcKELER ll. p. 1389. — Macoun IV. p. 445. — Bot. of Cal. H.
p. 242.
Sandinsel im Chilcat unterhalb Katkwältu; 47. Juni (94; fl). — Unteres
Tlehinithal; 2. Juli (221; defl, fr. immat.). — Flusssand des Takhin,
büschelbildend; 18. Juli (328; fr.). — Nasse Wiesen bei Kloquan; 8. Aug.
(428; fr.).
412. C. macrochaeta C. A. Mey.
Lenes. IV. p. 305. — Macoun IV. p. 149 (C. podocarpa R. Br.). —
BoeckrLER II. p. 4430. — Bot. of Cal. II. p. 245 (sub C. podocarpa
R. Br.).
Kloquan; 48. Juni (107; 0.1. — Dejüh-Fjord, dichte Rasen bildend;
17. Aug. (486; fl). — Obere Krummbolzregion am Tlehini; 28. Aug.
(587; fr.).
C. macrochaeta C. A. Mey. unterscheidet sich von C. podocarpa R. Br., mit der sie
BorckELER und W. Boorr ll. cc. vereinigen, auf den ersten Blick durch die langen
Grannen der Deckblütter, die bei C. podocarpa nur an den unteren Deckblüttern der
Ährchen und nie so auffallend entwickelt sind wie bei C. macrochaeta. Auch in der
Farbe besteht ein Unterschied; die Grannen der letztgenannten Pflanze sind hellgrün
(die Schuppen schwürzlichpurpurn) in den weiblichen, hellgelb (die Schuppen hellrot-
braun) in den männlichen Ährchen, während die kurzen Granuen der C. podocarpa
dunkelschwarzpurpurn wie die Deckblütter sind. Ein weiterer Unterschied, auf den
Maxımovicz in litt. hinweist, ist, dass C. podocarpa phyllopod, C. macrochaeta aphyllopod
ist (das geringe Material der letzteren, welches mir vorlag, war nicht derart gesammelt,
dass ich über dieses Verhältniss mir eine eigene Meinung bilden konnte). — Kleine Exem-
plare der C. macrochaeta (45 cm bis 43cm; die größeren erreichen 45cm an Hóhe) sehen
der C. podocarpa ühnlich.
413. C. capillaris L.
BorckrLER Il. p. 1443. — Macoun IV. p. 463. — Lenee. IV. p. 295.
Gray, Man. Ed. V. p. 594. — Lance, Fl. Grönl. p. 448.
Sandinsel im Chilcat unterhalb Katkwáltu; 17. Juni (92; fr. immat.).
— Abhänge nördlich vom Tlehini, in ca. 500 m Höhe; 90. Juni (447; f1.), —
Nasse Wiesen bei Kloquan; 8. Aug. (429; fr.).
Gray's Peak, 41—14000', Colorado (Parrerson 4885, n. 443). —
Clear Creek, Georgetown, Colorado (PATTERSON 144).
Die Pflanzen n. 92 und 429 repräsentieren die var. Krausei (Bcklr. spec.) F. Kurtz:
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 419
spica terminali gynaecandra (Macoun IV. p. 463; Bugs in Torrey Bot. Club Mem. I.
p. 70) 1)
Bis 35 cm hoch; die Farbe des Laubes und seine Consistenz variiert vom festen,
hellgelbgrünen Laub der sonnigen bis zum weichen, stumpf dunkelgrünen der mehr
schattigen Orte.
414. C. pedata Whlbg.
BoEcKELER lI. p. 4446. — Lxpzs. IV. p. 292. — Lance, Fl. Grönl.
p. 454.
Abhünge nórdlich vom Tlehini, in ca. 1000 m Hóhe, neben Schnee-
flecken; 20. Juni (127; fr.).
3—4 em hoch (Wurzeln bis 8 cm lang); aus Nordamerika noch nicht angegeben.
415. C. pilulifera L. var. Novae-Angliae (Schwtz.) F. Kurtz.
BorckeLeR ll. 1480 (als Form von C. pilulifera L.). — Macoun IV.
p. 160. — Gray, Man. Ed. V. p. 594 (als Art). — Lance, Fl. Grönl.
p. 151 (nur die var. deflexa Hornem.).
Abhänge nördlich vom Tlehini, in ca. 500 m Höhe, an kahlen steinigen
Plätzen; 20. Juni (449; fr.).
(Vergl. J. H. BaıLey in Torrey Bot. Club Mem. I. pp. 44—44: C. deflexa Hornem.,
C. Novae Angliae Schwein.).
Nach der Beschreibung muss die C. brevipes W. Boott (Bot. of Cal. IT. p. 246) der
C. Novae- Angliae Schwein. sehr nahe stehen.
416. C, flava L. var. viridula (Michx.) Bailey, Torrey Bot. Club Mem.
I. p. 34, 70.
Macoun IV. p. 379. — BozckzLER lI. p. 4537. — Lenes. IV. p. 300.
Nasse sandige Wiesen unterhalb Kloquan; 8. Aug. (413; fr.).
Hierher gehört C. Urbani Bcklr, teste L. H. Baıtey l. c. p. 70.
447. C. Lyoni F. Kurtz in sched. (non Boott).
Alpine Region am Tlehini; 28. Aug. (594; fr.).
Über diese Pflanze schreibt mir Professor L. H. BAILEY :
»Your C. Lyoni is not that species, but J cannot match it with anything J ever saw.
J am inclined to regard it as an undescribed species«.
Gramineae.
418. Hierochloa o dorata (L.) Fleisch. et Lindem.
Macoun IV. p. 187. — Lepee. IV. p. 407 (H. borealis R. et S.). —
Gray, Man. Ed. V. p. 642.
Grasige Abhänge bei Kloquan; 48. Juni (104; fl.).
Sauvie's Island, Oregon (Tn. Howett 41883).
419. H. alpina (Sw.) R. et S.
Macoun IV. p. 487. — Lem IV. p. 408. — J. Lance p. 157. —
Gray, Man. Ed. V. p.643.
Dejähthal, in den Spalten kahler Felsblócke; mit ausgezeichnetem
4) Bei Macoun l. c. ist mein Name unbegreiflicher Weise in »AUGUST KRANTZ« ver-
wandelt worden; den »KnaNTZ« hat auch BaiLEY conserviert.
27%*
420 F. Kurtz.
Kumaringeruch; 27. Mai (26; subfl.. — Abhänge nördlich vom Tlehini,
1000 m Höhe ; 20. Juni (128; fl.).
Nom. vernac.: Tscho-kan.
420. Phleum alpinum L.
Macoun IV. p. 196. — Lenes. IV. p. 458. — J. Lance, Fl. Groenl.
p. 155. — Gray, Man. Ed. V. p. 609.
Flusssand des Takhin; 18. Juli (329; defl.). — Portagebay, Meeres-
strand; 22. Juli (358; fl.). — Schütlüchroa (Dawson).
Mount Hood, Oregon (Tn. Hoer 1881).
Die unteren Ahrchen der Rispe haben viel kürzere Grannen als die oberen.
421. P. pratense L. — Macoun IV. p. 196.
Sitka (Tu. Meenan).
422. Agrostis vulgaris With.
Macoun IV. p. 200.
Sitka (Tn. Meenan).
423. A. alba (L. em.) G. Thurber, var. alba sens. str.
Bot. of Cal. II. p. 274. — Macoun IV. p. 201 (var.).
Krummholzregion am Tlehini ; 28. Aug. (578 ` defl.).
Am nächsten steht diese bis 26 cm hohe Form Exemplaren aus den Salzburger und
den Schweizer Alpen (A. varia Host).
424. A. exarata Trin.
Macoun IV. p. 198. — Lenee. IV. p. 444 (excl. var. Q.). — Bot. of
Cal. II. p. 273.
Portagebay ; 16. Juli (288; subfl.).
California (leg. E. Parmer, n. 395). — Santa Rita Mts., Arizona
(Prince 48814).
425. A. canina L.
Macoun IV. p. 198. — Lenee. IV. p. 440 (et p. 444, A. exarata
Trin. var. melaleuca Del — Bot. of Cal. II. p. 274. — LANGE,
Fl. Groenl. p. 158.
Feuchte Felswünde bei Naehk'(u); 5. Aug. (403; fl., f. aristata). —
Chilcatfluss unterhalb Kloquan ; 10. Aug. (450 ; subdefl., f. mutica).
426. Calamagrostis canadensis P. de Beauv.
Macoun IV. p. 204 (Deyeuxia). — Lenes. IV. p. 499. — Bot. of
CAL. 1. p. 279, — Gray, Man. p. 615,
Portagebay, trockene grasige Abhünge; 24. Juli (360; fl.). — Chilcat-
fluss unterhalb Kloquan ; 10. Aug. (449 ; fl.).
Sauvie's Island, Oregon (Tu. Howerı 1883).
427. €. Langsdorffii Trin.
Macoun IV. p. 204. — Lener. IV. p. 430. — Bot. of Cal. II. p. 279.
Sandige Stellen im Flussbett bei Kloquan; 8. Aug. (433; defl.). —
Chilcatfluss unterhalb Kloquan ; 10. Aug. (454; subdefl.).
Die Flora des Chileatgebietes im südöstlichen Alaska. 421
498. €. neglecta (Ehrh.) Fries.
Macoun IV. p. 205. — Lenee. IV. p. 428. — Bot. of Cal. II. p. 281
(C. stricta Trin.). — Gray, Man. p. 615.
Sandige Stellen im Flussbett bei Kloquan; 8. Aug. (432; fl.). — Am
Chilcat unterhalb Kloquan; 10. Aug. (452; fl.). — Am Chileat; 10. Aug.
(4522; subdefl.). — Am Chileatfluss unterhalb Kloquan; 40. Aug. (453;
defl.).
C. lapponica Trin. ist wohl kaum eine eigene Art und wird besser als Varietät zu
C. neglecta Fr. gezogen, (Wuchs schlaffer, Blüten größer.)
429. Cinna latifolia (Trev.) Griseb.
Macoun IV. p. 202 (Cinna pendula Trin.). — Lenes. IV. p. 435.
— Bot. of Cal. II. p. 276 (C. arundinacea L. var. pendula Gray).
Waldsümpfe an der Portagebay ; 22. Aug. (500; fl.).
Base of Mount Hood, Oregon (Tu. Hoer 1881).
430. Deschampsia caespitosa (L.) P. de Beauv.
Macoun IV. p. 209. — Lenes. IV. p. 424. — Bot. of Cal. II. p. 297
(sub Arira).
Portagebay ; 29. Juli (390; subfl.).
Sauvie's Island, Oregon (Tu. Hoer 1885).
Der f. varia Wimm. aus den Sudeten sehr ähnlich.
431. D. caespitosa (L.) P. de B. var. bottnica (Wahlbg. sp.) Vasey.
Macov IV. p. 210. — Lenes. IV. p. 422 (sp.). — Bot. of Cal. II.
p. 297 (in adnotat.).
Portagebay, am Strand, 4—4,5 m hoch; 22. Juli (352; fl., glumarum
carina scabra).
432. D. caespitosa (L.). P. de B. var. strictior F. Kurtz.
Sandige Stellen im Flussbett bei Kloquan ; 8. Aug. (435; fl.).
Durch ihren starren Habitus, die steifen graugrünen Blätter der — um mit HAckEL
zu reden — apogeotropischen Ausläufer und die kleineren Blüten bildet diese Form
einen Uebergang zu der nächsten Art, die wohl nur eine Varietät der D. caespitosa P.
de B. ist.
433. D. holeiformis Presl.
Bot. of Cal. II. p. 297 (sub Aira). — Fehlt bei Macoun.
Geröll unterhalb des Gletschers von Taku; 16. Sept. (435^; defl.).
Wie TnunsEn in der Bot. of Cal. l. c. hervorhebt, durch den rigiden Habitus und
die kleineren, fast drehrunden Ahrchen von D. caespitosa verschieden, Exemplare der
letzteren Art mit ebensolchen Ahrchen (vom Grafen Warpsurg-ZeiL bei Karauly am
unteren Jenissei — ca. 700 n, Br., 839 ó. L. Greenw. — gesammelt) heben indes diesen
letzteren Unterschied auf, und mehr Material wird wohl D. holciformis zu einer Varietät
der D. caespitosa reducieren.
434. Trisetum subspicatum (L.) P. de Beauv.
Macoun IV. p. 212. — J. Lance p. 464. — Bot. of Cal. II. p. 296.
Flusssand im Takhinthal; 24. Juli (323; defl.). — Felsen bei Nachk'(u);
26. Juli (372; defl.. — Feuchte Felswände bei Nachk'(u); 5. Aug. (404;
subdefl.; bis 55 em hoch; Stengel besonders oben dicht weichhaarig, —
422 F. Kurtz.
Niedriges Geröllland unterhalb des Gletschers von Takú; 16. Sept. (404%;
subdefl.).
Mount Adams, W. T. (Suksponr 1885). — Mount Hood, Oregon
(Howeıı 1884).
Die Form n. 404 gehört wahrscheinlich zur var. molle (Mx., Trin.)
Gray (Manual, Ed. V. p. 644).
435. Poa alpina L.
Macoun IV. p. 222. — Leper. IV. p. 370. — J. Lance p. 176.
Kahle felsige Höhen nördlich vom Tlehini; 97. Aug. (554 ; 11.).
436. P. arctica R. Br. f. elongata Blytt.
Lance p. 178 (sub P. flexuosa Whlbg.). — Macoun IV. p. 224 (P.
cenisia All. — ef. J. Lance l. c). — Lenes. IV. p. 373.
Felsige steile Anhöhen bei Ketlrächtä; 95. Juli (367; subdefl.).
f. vivipara Hook., J. Lge.
Lees. IV. p. 373 (sine var.). — J. Lance p. 178 (sub P. flexuosa
Whlbg.).
Juneau-City, obere Krummholzregion ; 44. Sept. (367°).
437. P. glauca M. Vahl.
Macoun IV. p. 223 (P. caesia Sm.). — J. Lance p. 172.
Niedriges Geröllland unterhalb des Gletschers von Takú; 46. Sept.
(367^; subfl.).
438. P. glauca M. Vahl 8. elatior Anderss.
J. Lange p. 173.
Sandige Stellen im Flussbett bei Kloquan; 8. Aug. (434 ; defl.).
439. P. pratensis L.
Macoun IV. p. 226. — Lenes. IV. p. 378. — J. LANGE p. 176. —
Bot. of Cal. II. p. 319,
Portagebay, feuchte Wiesen ; 16. Juli (288 ; 0.7. — Chilcatfluss unter-
halb Kloquan; 40. Aug. (454 ; fl., f. majuscula).
P. intermedia Steud, gehürt nach dem Exemplar meines Herbars (»Grónland«,
comm. Steudel) zu P. pratensis L. (cf. J. LANGE p. 178).
440. Graphephorum melicoides (Michx.) P. de Beauv. var. major
A. Gray.
Gray, Man. Ed. V. p. 624. — Kunta, Enum. I. p. 250; II. p. 193,
tab. XIV. Fig. 9. — Macoun IV. p. 228.
Portagebay, am Strand; 22. Juli (353; fl.). — Niedriges Geröllland
unterhalb des Gletschers von Takú; 46. Sept. (353^; subdefl.).
Die Blüten stimmen gut mit Kuntn’s Beschreibung (II. 493) überein, nur ist hinzu-
zufügen: palea inferior in nervo medio longius, tenuiter in marginibus fimbriato-pilosa,
palea superior apice plus minus erosa. Die Pflanzen vom Takügletscher sind 38—44 cm
hoch (davon 8—44 cm auf die Inflorescenz entfallend) und erinnern an krüflige Exem-
plare der Arctophila fulva (Trin.) Rupr., wührend die Pflanzen von der Portagebay 74—
84 cm Höhe und, Blütenstände von 49—24 cm besitzen. Letztere erinnern mit ihrem
compacten, etwas gelappten Blütenstand frappant an die großen Poa-Arten des antark-
tischen Gebiets (P. foliosa Hook. f., P. caespitosa Steud.).
Die Flora des Ohileatgebietes im südöstlichen Alaska. 423
441. Glyceria pauciflora Presl.
Macoun IV. p. 233. — Bot. of Cal. II. p. 308.
Portagebay ; 29. Aug. (389 ; subfl.).
449. G. angustata (Ledeb.) Fries.
Macoun II. p. 229.
Sitka ; Idaho Inlet, Cross Sound (Tu. Menn),
443. 6. maritima Whlbg. var. arctica (Hook.) F. Kurtz.
Macoun IV. p. 230. — J. Lasse p. 169 (spec.).
Portagebay, am Strand, oft von der Flut bedeckt; 12. Juli (276; subfl ).
AL G. maritima Whlbg. var. arctica (Hook.) F. Kurtz f. laxa
(J. Lge.) F. Kurtz.
J. Lance p. 169 (als var. laxa).
Niedriges Geröllland unterhalb des Gletschers von Takú; 16. Sept.
(276; fl.).
445. 6. distans Wahlb.
Macoun IV. p. 231.
Wrangell (Tu. Mernan).
446. Festuca rubra L.
Macoun IV. p. 236. — Bot. of Cal. II. p. 346 (sub F. ovina L.). —
Lange p. 180.
Portagebay, Felswände bei North-Point; 6. Aug. (4412; defl.). — Mün-
dung des Chilcat, trockene Abhänge; 13. Aug. (473; defl.).
f. caesia F. Kurtz.
Forma elatior, inflorescentia caesia (formas varietatis arenariae
aemulans).
Portagebay ; 22. Juli (354 ; defl.).
447. F. rubra L. var. arenaria (Osb.) Fries.
Kocu, Syn. Ed. II. p. 939. — Lance p. 180.
Portagebay, North-Point, an Felswänden; 6. Aug. (442; subdefl.).
448. F, ovina L. var. duriuscula (L.) Gray.
Macoun IV. p. 233.
Bartlett-Inlet (Tu. Meenan).
449. Bromus subulatus Griseb.
Macoun IV. p. 240. — Lepre. IV. p. 358.
Wiesen am Takhin ; 20. Juli (339; subfl.).
Gniser. sagt l. c.: »rhachi spiculae puberula», meine beiden Exemplare zeigen
»flosculos basi coronula pilorum munitos«.
450. B. ciliatus L.
Macoun IV. p. 237. — Bot. of Cal. II. p. 390, — Gray, Man. Ed. V.
p. 635.
Trockene Anhöhen bei Kloquan; 8. Aug. (443; defl.). — Krummholz-
region nördlich vom Tlehini, auf trockenem, steinigem Boden; 27. Aug.
(544; defl.).
424
F. Kurtz.
451. B. aleutensis Trin.
Macoun IV. p. 237. — Lxnzp. IV. p. 361.
Trockene Anhöhen bei Kloquan; 8. Aug. (443: dell.).
452. Agropyrum dasystachium (A. Gray, Hook.) Vasey.
Macoun IV. p. 244.
Chilcatfluss unterhalb Kloquan ; 10. Aug. (459; defl.).
453. A. divergens Nees.
Macoun IV. p. 244.
Trockene Anhöhen hinter Kloquan; 8. Aug. (444^; defl.).
Harney Valley, Oregon (HowzLL 1885).
454. A. violaceum (Hornem.) Lange.
Macoun IV. p. 243,
Chilcatfluss unterhalb Kloquan; 8. Aug. (427%; defl.). — Trockene
sandige Stellen bei Kloquan; 8. Aug. (427; defl.).
455. Hordeum nodosum L.
Macoun ll. p. 244 (H. pratense Huds.).
Bartlett-Inlet (Tu. Meenan).
456. H. secalinum Schreb. f. latifolia F. Kurtz.
Macoun IV. p. 244 (H. pratense Huds.).
Portagebay, feuchte Wiesen; 16. Juli (289; fr. immat.).
Bartlett-Inlet (Tu. Meeuan).
Sauvır's Island, Oregon (Howeıı 4884).
457. Elymus americanus Vasey et Seribner (E. sibiricus autor. amer.
non. L.).
Macoun IV. p. 245.
Portagebay, Uferwiesen; 30. Juli (394; defl.).
Sauvir’s Island, Oregon (Howerı. 1882).
458. E. mollis Trin.
Macoun IV. p. 246. — Lenee. IV. p. 332.
Portagebay, am Meeresstrand ; 22. Juli (354; defl.).
Coniferae.
459. Thuja gigantea Nutt.
Macoun IIl. p. 460. — DC., Prodr. XVI. 2. p. 457. — Bot. of Cal. II.
p. 115.
Klowak; 18. Sept. (601; fol). — Wrangell; 49. Sept. (602; fr. et
cortex).
Banks of the Willamette, Oregon (PniNaLE 1884). — Savvir's Island,
Oregon (Tn. Howerı 1883). — Departure-Bay, Vancouver Island
(A. Krause 1882). — Beaver Creek, Montana (A. Krause 1882).
Nom. vernac. des Holzes: Chragh; der dünnen Zweige: Tiritänäh. Der Baum
ist wohlriechend.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska, 425
460. Chamaecyparis nutkaensis (Lamb.) Spach.
DC., Prodr. XVI. 2. p. 465. — Macoun IlI. p. 461 (Thuja excelsa
Bgd.). — Bot. of Cal. lI. p. 115.
Kasanbay, Prince of Wales-Island; 15. Mai (599; fr). — Wrangell;
19. Sept. (600; fol.).
Mount Hood, 4000’, Oregon (Prince 4881). — Cascade Mts., Oregon
(Tn. Howsıı 1884).
464. Juniperus communisL. var. nana (Willd. sp.) Hartm.
Hoor., Fl. Bor.-Am. II. p. 365. — J. Lange p. 482. — DC., Prodr.
XVI. 2. p. 480 (var. alpina (Gaud.) Parl.). — Macoun III. p. 462.
— Bot. of Cal. II. p. 113.
Felsen am Chilcatfluss; 31. Aug. (598; fol.). — Vanderbilt Point am
Chilcatfluss; 17. Jan. (598%; fol.).
Mount Adams, W. T. (Tu. Howrıı 1882).
462. Pinus contorta Dougl.
Macoun III. p. 466. — Bot. of Cal. II. p. 126.
Am See Schlütlüchroa; 30. Mai (607; fol. et con.).
Cascade Mts., Oregon, 2000’ (PrixarE 4884; var. Murrayana Engelm.)
— Departure Bay, Vancouver Island (A. Krause 1882). — Crossing,
Montana (A. Krause 1882).
463. Picea alba (Mx.) Lk. var. arctica (Murr.) Parl.
DC. XVI. 2. p. 414 (sub Pino). — Macoun III. p. 469 (sine var.).
Am unteren Natagehin; 29. Juni (605; fol. et con.).
464. P. sitchensis (Bong Carr.
Macoun IV. p. 470. — Bot. of Cal. II. p. 122.
Sitka, December 1884 (606; fol. et con.) Häufiger Waldbaum im
ganzen Gebiet.
465. Tsuga Mertensiana Carr.
Macoun I. p. 474.
Chilcoot ; 28. April (fol. fr.). Häufiger Waldbaum im ganzen Gebiet.
Wrangell (Tu. Mernan).
466. T. Pattoniana (Jeffr.) Engelm.
Macoun I. p. 472.
Chilcoot; 47. April (fr. ann. praeced.). — Am Ssergoit; 27. Juni (fol.
et fr.). — Dejähthal; 27. Aug. (fol. et fr. in alcol.).
467. Pseudotsuga Douglasii Carr.
Macoun I. p. 472.
Sitka (Tn. Meenan).
468. Abies subalpina Engelm.
Trans. St. Louis Acad. III. 1878 p. 597. — Macoun Ill. p. 474.
Am See Schütlüchroa ; 30. Mai (fol. et con.; Nr. 603). — Westufer des
Dejäh-Fjordes, nahe der Waldgrenze; Mitte August (604; fl. gt). — »Bal-
sam-fir «.
426 F. Kurtz.
Ophioglossaceae.
469. Botrychium ramosum (Roth) Ascherson, Flora der Provinz
Brandenburg S. 906.
Macoun V. p. 254 (B. matricariaefolium A. Dr". — Lenes., Fl. ross.
IV. p. 505 (B. rutaceum W.).
Nördliche Abhänge am Tlehini, 600 m; 20. Juni (125; pl. jun.). —
Wiese am großen Gletscher im Takhinthal; 20. Juli (339; frons fruct. non
matur.. — Waldwiesen in der Krummholzregion nördlich vom Tlehini;
27. Aug. (534; fructif.).
470. B. lanceolatum Angstr. var.
D. C. Eaton in U.S. Geogr. Surv. W. of the 400th Meridian Vol. VL.,
Botany, p. 339. — Macoun V. p. 254. — A. Gray, Manual Ed. V.
p. 671.
Dejäh, auf trockenem Haideboden; 4. Juni (52; pl. jun.). — Wiese
am großen Gletscher im Takhinthal ; 20. Juli (332*; fruct.).
Die Bestimmung der Botrychia ist sehr zweifelhaft.
Polypodiaceae.
471. Polypodium vulgare L.
Macoun V. p. 257. — Bot. of Cal. IL. p. 334.
Chilcat-Inlet, an Felsen; 24. Jan. (218°; frons fructif.).
Nom. vernac.: Záhtsch.
472. P. falcatum Kellogg.
Macoun V. p. 258.
Killisnow Island (Tn. Meeuan).
473. Allosorus acrostichoides (R. Br.) Spr.
Macoun V. p. 264 (sub Cryptogramme). — Bot. of Cal. II. p. 341
(sub Cryptogramme).
Felsen des Dejäh-Fjordes, häufig; 48. Aug. (475; fructif.). — Chilcat-
Inlet, an Felsen; 24. Jan. (475*; fr. steril.). — Am Berg Geissén; 28. Aug.
(553^; fol. et fr. fruct. ann. praeced.).
Dry rocks, Western Oregon (Tu. HowxrL 4884). — Mt. Shasta, 7500’,
California (Prince 1881). — Clarks Co. California (Keıroc.).
A74. A, Stelleri (Gmel.) Rupr.
Lenes., Fl. ross. IV. p. 526. — Macoun V. p. 259 (Pellaea gracilis
Hook.).
Felsen am unteren Tlehini; 2. Juli (218; fructif.).
Vermont (G. H. Leranp 4885). — Illinois (M. Musel,
475. Pteris aquilina L. var. lanuginosa (Bory) Hook.
Macoun V. p. 262. — Bot. of Cal. Il. p. 341.
Nördlich vom Tlehini, oberhalb der Baumgrenze; 27. Aug. (553; fr. steril.).
476. Adiantum pedatum L.
Macoun V. p. 263. — Bot. of. Cal. II. p. 342.
Die Flora des Chilcatgebietes im südöstlichen Alaska. 427
Klowak; 18. Sept. (509^; fr. steril.).
Kleine Form , 47 cm hoch, das Laub 7 cm lang.
477. Asplenium Filix femina (L.) Bernh.
Macoun V. p. 267. — Bot. of Cal. II. p. 344.
Waldsumpf an der Portagebay; 23. Aug. (508; fruct.).
478. Phegopteris polypodioides Fée.
Macoun V. p. 269. — Bot. of Cal. Il. p. 345.
Südlich von Nachk'(u) am Chilcoot-Inlet; 5. Aug. (400; fruct.).
Nom. vernac.: Záhtsch.
479. P. Dryopteris (L.) Fée.
Macoun V. p. 270. — Bot. of Cal. Il. p. 345.
Portagebay, bis in die Krummbholzregion verbreitet: 16. Juli (294 ; fruet.).
Cascade Mts., Oregon (Tn. Hoer 1881).
480. Aspidium fragrans (L.) Sw.
Macoun V. p. 276. — Lepen., Fl. ross. IV. p. 514 (sub Polystichum).
A. Gray Manual Ed. V. p. 664.
Felsritzen am unteren Ssergoit; 27. Juni (250; fruet.).
481. A. rigidum Sw. var. argutum (KIf.) D. C. Eaton, U. S. Geogr.
Survey W. of the 100th Meridian, Vol. VI. Botany, p. 333.
Macoun V. p. 974. — Bot. of Cal. Il. p. 346. — Oregon, Coast
plants (Tn. How, 1881).
Portagebay; 10. Aug. (464; fruct.); f. elatior, laxa.
482. A. spinulosum (L.) Sw. |
Macoun V. p. 275. — Bot. of Cal. II. p. 346.
Portagebay, Krummholzregion; 46. Juli (293; fruct.). — Dejäh-Fjord;
17. Aug. (489; fr. steril.).
483. A. spinulosum Sw. var. dilatatum (Sw.) Gray, Man. Ed. V.
p. 665.
Macoun V. p. 275.
Waldsumpf an der Portagebay; 23. Aug. (510: fruct.).
Coast Mts., Oregon (Tn. HowrLL 1882).
484. A. aculeatum Sw. var. Braunii (Spenner), Doell, Koch.
Macoun V. p. 278. — Bot. of Cal. II. p. 347 (sine var. Brauni).
Juneau-City; 44. Sept. (489^; fruct.). — Wedel bis 0,75 m lang.
485. A. munitum (Presl) Kaulf.
Macoun V. p. 278. — Bot. of Cal. II. p. 346.
Kasanbay, Prince of Wales-Island; 20. Sept. (1495; fruet.).
Sauvie's Island, Oregon (Tn. HoweLL 1882).
Wird bis 4,2 m hoch.
486. A. Lonchitis (L.) Sw.
Macoun V. p. 277. — Lznzs., Fl. ross. IV. p. 512.
Nördlich vom Tlehini; 21. Aug. (149; fruct.). — Dejähfjord; 17. Aug.
(488; fr. jun.).
Mount Adams, W. T. (Tu. Howeıı 1882).
428 F. Kurtz.
487. Cystopteris fragilis (L.) Bernh.
Macoun V. p. 279. — Bot. of Cal. Il. p. 348.
Felsen am unteren Tlehini; 2. Juli; 6—8 cm lang (219; fruct.). —
Feuchte Felswände bei Nachk'(u); 5. Aug. (399; fruct.). — North-Point,
Portagebay; 6. Aug. (£06*; fr.). — Dejähfjord; 47. Mai (406°; fr. steril.)
Nom. vernac.: Zähtsch.
Sauvie's Island, Oregon (Tn. Howett 1881).
488. C. bulbifera Bernh.
MacouN II. p. 280.
Pyramid Harbor (Tu. MzrmaN). — Bisher aus dem Westen nicht be-
kannt.
489. Woodsia scopulina D. C. Eaton.
Macoun V. p. 284. — Bot. of Cal. II. p. 348.
Felsritzen bei Dejäh; 4. Juni (54; fruct.). — Felsen am Chilcat ; 34. Aug.
(541; fruct.). — Jendestakä; 25. Jan. (511^; fr.).
Nom. vernac.: Zähtsch.
490. Physematium obtusum (W.) Hook.
Macoun V. p. 283. — A. Gray Manual p. 668 (sub Woodsia).
North-Point, Portagebay; 6. Aug. (406; fruct.).
Selaginellaceae.
491. Selaginella rupestris (L.) Spr.
Macoun V. p. 291. — Bot. of Cal. II. p. 349. — Hooker, Fl. Bor.-
Am. II. p. 267. — Lenes., Fl. ross, p. 500.
Felsspalten nördlich vom Tlehini; 94. Juni (162; fol.).
Mount S. Helens, Oregon (Tn. Howrrt 1883). — Departurebay,
Vancouver-Island (A. Krause 1882).
Lycopodiaceae.
492. Lycopodium Selago L.
Macoun V. p. 287. — Hoox., Fl. Bor.-Am. II. p. 266. — LeDeB.,
Fl. ross. IV. p. 496,
Dejähthal, moosige Felswünde; 25. Mai (24; fr.). — Am See Schüt-
lüchroá; 30. Mai (39; fol.). — Dejäh-Fjord, 17. Aug. (496; fr.). — Hoch-
tundra am Tlehini; 28. Aug. (584; fr.).
493. L. annotinum L.
Macoun V. p. 289. — Hoox., Fl. Bor.-Am. II. p. 266. — Lepen.,
Fl. ross. IV. p. 497.
Oberes Dejähthal, sehr häufig; 25. Mai (22; fr.). — Westufer des Dejäh-
Fjordes; 17. Aug. (495; fr.)
Mount Hood, Oregon (Tn. Hoer, 1884).
494. L. sitchense Rupr.
Symb. ad Hist. et Geogr. pl. ross. ll. (non ULI, 1846, p. 30
(Edit. compl. p. 98). —- Lenes., Fl. ross. IV. p. 499 (Rupr. falsch
Die Flora des Chileatgebietes im südüstlichen Alaska. 429
citiert; es muss heißen »II.«). — Macoun V. p. 289 (L. sabinae-
folium [W.]. — Hoox., Fl. Bor.-Am. II. p. 266).
Felsen am Dejähpass; 27. Mai (32; fol. — Höhe nördlich vom
Dejähpass; 28. Mai (32%; fr.). — Wiese am Takhin; 20. Juli (344; 342;
spie. jun.). — Nördlich vom Tlehini, an der Baumgrenze; 27. Aug. (555;
fr.). — Waldgrenze am Tlehini; 28. Aug. (594; fr.).
Mount Adams, 7000, W. T. (Suksponr 1885; als L. alpinum L.).
Nom. vernac.: gaukanzige.
L. sitchense Rupr. ist eine zweifelhafte Pflanze, die zwischen L. alpinum L. und
L. complanatum L. in der Mitte steht, bald der einen, bald der andern Art sich mehr
nähernd. L. sabinaefolium Hook., Fl. Bor.-Am. gehört hierher, während das echte L.
sabinaefolium W. eine ganz andere Pflanze von anderer Provenienz (Australasien) ist.
495. L. complanatum L.
Macoun V. p. 200. — Hookzn, Fl. Bor.-Am. II. p. 267. — LEDEB.,
Fl. ross. IV. p. 499.
Nördlich vom Dejähpass; 28. Mai (35; fr.) — Am Berg Geißen, ca.
600 m; 12. Aug. (465; fr.). — Westufer des Dejäh-Fjordes; 17. Aug.
(494 ; fr.).
496. L. clavatum L.
Macoun V. p. 290. — Hooker, Fl. Bor.-Am. II. p. 267. — LEDEB.,
Fl. ross. IV. p. 499.
Waldränder an der Portagebay; 23. Juli (388; fr.). — Berg GeiBén ;
ca. 600 m; 12. Aug. (466; fr.).
Cascade Mts., Oregon (Tn. Howerı 1883).
Equisetaceae.
497. Equisetum arvense L.
Macoun V. p. 249. — Bot. of Cal. II. p. 330.
Portagebay, grasiger Abhang; 20. Mai (14; f1.). — Ebenda; 5. Aug.
(446; pl. steril.). — Nasse sandige Stelle unterhalb Kloquan; 10. Aug.
(448; frons ster.). — Portagebay, auf feuchten Stellen im Walde gemein;
13. Aug. (471; pl. steril.); Waldform mit langen, schlaffen, dunkelgrünen
Ästen.
498. E. variegatum Schleich.
Macoun V. p. 252. — Lepee., Fl. ross. IV. p. 490. — A. Geray,
Manual Ed. V. p. 655.
Dejáh; feuchte sandige Stellen im Flussthal; 24. Mai (20; fl.). — Nasse
sandige Stellen unterhalb Kloquan; 10. Aug. (446; frons steril.).
430 F. Kurtz.
Musci.
Die von den Gebrüdern Krause im Chilkatgebiet gesammelten Moose
sind von Dr. Cart MüLLeR bestimmt worden. Ein vollständiges Verzeichnis
liegt nicht vor!). Im Königlichen Herbar zu Berlin finden sich die folgenden
37 Arten:
1. Sphagnum squarrosum Pers. 20. Timmia austriaca Hedw. (dioica).
2. Andreaea parvifolia C. Müller 24. Georgia (Tetraphis) quinculata
n. sp. Ldbg.
3. Cynodontium polycarpum Schpr. 22. Atrichum angustatum Br. et
4. Dicranum dipteroneuron G. Müll. Sehpr.
n. sp. 23. Pogonatum alpinum Roehl.
5. Barbula ruralis Hedw. 24. — denlatum Menz.
6. Distichium capillaceum Br. et 25. Fontinalis antipyretica L.
Schpr. 26. Antitrichia curtipendula Brid.
7. Blindia crispula C. Müller. 27. Hypnum (Pylaisaea) polyanthum
8. Racomitrium microcarpum Brid. Schreb.
9. — lanuginosum Brid. 28. — (Plagiothecium) robustum
10. — canescens Brid. Hook.
11. Ulota crispa Brid. 29. — (Brachythecium| salebrosum
12. Orthotrichum speciosum Nees. i [Hoffm.
13. Encalypta rhabdocarpa Schw. 30. — reflexum Br. et Schpr.
A4. Tetraplodon mnioides Br. et 31. — exannulatum v. Rotae
Schpr. 32. — stellatum Schreb. [de Not.
15. Mnium cuspidatum Hedw. 33. — aduncum Hedw.
16. — punctatum Hedw. 34. — Krausei C. Müller n. sp.
17. Aulacomnium androgynum 35. — uncinatum Hedw.
18. Bartramia OederiSchw. (Schw. 36. Hylocomium loreum Schpr.
19. — pomiformis v. crispa Schw. 37. — triquetrum Schpr.
Hepaticae.
Die Lebermoose hat Herr Sternanı in Leipzig bearbeitet (ExaLEn's
Bot. Jahrb. VIII. p. 96). Folgende 22 Arten werden von ihm aufgeführt:
1. Gymnomilrium | concinnatum 6. Jungermannia ventricosa Dicks.
2. — corallioides Nees. — [Corda. 7. — minuta Crantz.
3. Sarcoscyphus sphacelatus Nees. 8. — saxicola Schrad.
k. Scapania nemorosa Nees. 9. Jungermannia setiformis Ehrh.
9. — albescens Stephani n. sp. 40. — cordifolia Hook.
4) Die neuen Arten, außer den oben angeführten noch Bryum stenotrichum, B.
acutiusculum, B. bullatum, sind von C. MürLER in »Beitráge zur Bryologie Nordamerikas«
(Flora 4887. p. 219—225) beschrieben worden.
M.
12.
13.
14.
15.
16.
Die Flora des Chilcatgebietes im südüstlichen Alaska. 431
Mastigobryum defleacum Nees. 17.
Ptilidium ciliare Nees. 18.
Radula Krausei Stephani n. sp. 49.
— arctica Stephani n. sp. 20.
Madotheca platyphylla Dum. 21.
— navicularis Nees. 22.
Die von den Gebrüdern Krause in
Frullania nisquallensis Sull.
— chilcootensis Stephani n. sp.
Metzgeria pubescens Raddi.
Marchantia polymorpha L.
Preissia commutata Nees.
Fegatella conica Corda.
Alaska gesammelten Flechten
sind noch nicht bearbeitet worden, ebensowenig die kleine Sammlung von
Pilzen und Algen. Beiläufig sei bemerkt, dass Cetraria vulpina, welche
auf der Hochebene reichlich wächst, von den Indianern zum Gelbfärben
von Leder benutzt wird und dass die großen an Nadelhölzern und Pappeln
häufigen Baumschwämme nach vorheriger Verkohlung zum Schwärzen der
Gesichter dienen.
C. Alphabetisches Register
s. am Schluss der folgenden Arbeit.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Nach den Sammlungen der Gebrüder Krause!)
von
Prof. Dr. F. Kurtz.
Inhalt: A. Einleitung. a. Beschreibung der besuchten Punkte. b. Vegetationszonen.
c. Nahrungs- und Genussmittel darbietende Pflanzen. d. Ruderalpflanzen.
e. Verzeichnis von Pflanzennamen der Tschuktschen.
B. Systematisches Verzeichnis der bisher aus dem Tschuktschenlande bekannten
Gefäßpflanzen.
C. Alphabetisches Register zu dieser und der vorhergehenden Arbeit.
A. Einleitung.
a. Beschreibung der besuchten Punkte.
Anfang des Jahres 4881 beschloss die Bremer geographische Gesell-
schaft eine Bereisung und naturwissenschaftliche Untersuchung der Küsten-
gebiete und der Inseln des Beringsmeeres und der Beringsstraße zu
veranstalten und übertrug die Ausführung dieser Aufgabe den Brüdern
Dr. Avret und Arthur Krause aus Berlin. Dieselben verließen Europa am
47. April 1884 und erreichten, über Washington und darauf die Central
Pacific Railroad benutzend, am 10. Mai San Francisco?),
Ausrüstung beschäftigt und auf Gelegenheit wartend, nach der Tschuk-
tschenhalbinsel übergeführt zu werden, bis zum 41. Juni blieben.
wo sie, mit ihrer
Am 41. Juni verließen die Reisenden an Bord des Barkschiffes »Legal
Tender« San Francisco und erreichten nach durch widrige Winde ver-
ursachter langer Fahrt am 6. August die Lorenz-Bay (die zwei Jahre vor
4) Vgl. p. 327, Anm. 4.
2) Einen eingehenden Bericht über die Reise von Bremen nach San Francisco, und
von dort nach der Lorenz-Bay findet man in den Deutschen geographischen Blättern, IV.
Bremen 1884, S. 245; ebenda V. 1881, sind die weiteren Berichte der Gebrüder KRAUSE
über ihren Besuch des Tschuktschenlandes veróffentlicht, denen die in der Einleitung
enthaltenen Mitteilungen — meist fast wörtlich — entnommen sind,
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 433
ihnen die »Vega« unter NorpensksöLn besucht hatte!), in deren vorderem
Teil, dem Lütke-Hafen, sie an Land gingen, und etwas über eine deutsche
Meile westlich von dem schon früher bekannten Dorf Nunamo (Nuniamo)
ihr Lager aufschlugen.
In den tieferen Thälern und in den Schluchten der Berge lag noch viel
Schnee, der an einzelnen Stellen bis zum Meeresspiegel herabreichte. Die
Flora zeigte sich reicher, als die Reisenden beim ersten Betreten des Landes
erwartet hatten; an Holzgewächsen waren allerdings in der Nähe des
Lagerplatzes nur einige niedrige Weiden (Salix glauca, S. arctica, S. ovali-
folia) und die Zwergbirke (Betula glandulosa var. rotundifolia) zu sehen.
Gleich hinter dem kiesigen Strande zog sich ein schmaler Strich sumpfigen,
zur Zeit jedoch ziemlich trockenen, mit Seggen und Gräsern (Eriophorum
vaginatum, Carex aquatilis f. epigaea, C. alpina, C. stenophylla var. durius-
cula, C. pulla, C. rariflora; Elymus mollis, Calamagrostis deschampsioides,
Arclagrostis latifolia, Poa arctica f. gracilis, Hierochloa alpina) bestandenen
Bodens hin, an dessen Saume sich eine reiche Flora vorfand (von den Ver-
tretern dieser Flora, die ausführlich weiter unten unter der Abteilung
»Strandwiesen« aufgezählt sind, mögen hier nur, als besonders hervor-
leuchtend, genannt werden: Aconitum Napellus var. delphinifolia, Carda-
mine digitata, C. pratensis, Melandryum apetalum, Geum Rossii, Rubus
Chamaemorus, Saxifraga Hirculus, S. oppositifolia, S. bronchialis, Petasites
frigidus, Aster sibiricus var., Artemisia vulgaris var. Tilesü, A. norwegica,
Primula nivalis e& var., Androsaces villosa et var., Gentiana propinqua, G.
prostrata, G. tenella, Polemonium coeruleum var. humilis f. pulchella, Eri-
trichium nanum var. villosum, Pedicularis verticillata, P. capitata, Lagotis
Stelleri, Armeria vulgaris f. arctica). — Dahinter stieg das Land ziemlich
steil an, doch nur die schrofferen Abhänge und die höheren Partien ent-
behrten des frischen Grüns, das die nächste Umgebung des Lagers
schmückte.
So sehr die Reisenden auch durch Pflanzen wie Diapensia lapponica,
Cornus suecica, Artemisia norvegica und viele andere an die Vegetation des
Stormdal — und des Dovrefjeld erinnert wurden, so fanden sie doch eine
wesentliche Verschiedenheit in dem Landschaftscharakter dieser beiden
nordischen Gebirgsländer. Wohl sieht man auch hier — an der Lorenz-
Bay — steil zum Meer abfallende felsige Küsten mit tief einschneidenden
Buchten, wohl stellt auch hier das Innere eine wellige, von breiten Thal-
furchen durchzogene Hochebene dar, aber die glatten Felswände fehlen:
4) Vergl. A. E. von NoRrDENsKIöLD: Die Umsegelung Asiens und Europas auf der
Vega Il. Leipzig 1882. S. 212ff; und R. F. KikeLLMAN: Die Phanerogamenflora der
asiatischen Küste der BeringsstraBe, in: Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Vega-
Expedition, herausgegeben von A. E. vos NonpENSKJOLD, Lieferung V—VI. Leipzig 1883.
S. 294 ff. In der Einleitung dieser Abhandlung ist auch die Geschichte der früheren
botanischen Untersuchungen der Lorenz-Bay mitgeteilt.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 28
434 F. Kurtz.
das Gestein ist hier zerrissen, zerstückelt in scharfkantige Blöcke jeglicher
Größe, die wie in Steinbruchshalden überall unter gleichem Neigungswinkel
die Bergabhänge bedecken. Und so mannigfaltig die Flechten- und Moos-
vegetation dieser Hochflüchen auch ist, so erreicht sie doch nirgend die
Üppigkeit derjenigen der norwegischen Fjelde, woselbst durch das gesellige
Auftreten einzelner Flechtenarten die weillen, gelben und grauen Farben-
töne weiter Flächen, ja ganzer Bergzüge bedingt werden. In den Klüften
zwischen dem losen Steingeröll muss man die wenigen hier vorkommenden
Phanerogamen, wie überhaupt jede reichere Vegetation suchen, während
die mit dunklen Steinflechten bekleidete Oberfläche der Felsstücke durch
einförmiges Grau das Auge ermüdet. Den gleichen Charakter zeigt die
»steinige Tundra« überall an der Küste, vom Osteap bis zur Plover-Bay,
ohne dass die Verschiedenheit des Gesteins von Einfluss zu sein scheint;
einen etwas erfreulicheren Anblick mag dieselbe in einer früheren Jahres-
zeit, im Monat Juli gewähren, wenn die schneeweißen Blüten der Dia-
pensia-Rasen mit gelben und roten Saxifragen und purpurfarbenen Rhodo-
dendren (Saxifraga serpyllifolia, S. oppositifolia, Rhododendron kamtschati-
cum) untermischt, doch wenigstens an einzelnen Stellen eine Abwechslung
bieten 1).
An tiefer gelegenen und feuchteren Stellen trifft man die Moostundra
an, deren Charakter ein ganz verschiedener, aber kaum minder einförmiger
ist. Ihre wesentlichsten Bestandteile bilden Moos-, Seggen- oder Woll-
graspolster (Eriophorum polystachyum var. angustifolium, E. Scheuchzeri,
Carex pulla, C. rigida, C. aquatilis, C. rotundata); zwischen und auf den-
selben wuchern Molte- und Rauschebeeren (Rubus Chamaemorus, Vaccinium
uliginosum), und an trockneren Stellen die Krühenbeere (Empetrum nigrum),
deren Früchte im Spätsommer einen nicht unwesentlichen Beitrag zur
Nahrung der Landesbewohner liefern. Hier finden auch Zwergbirken und
krautartige Weiden, fast die einzigen, kaum fußhohen Vertreter der Baum-
und Strauchvegetation, den geeignetsten Boden (Betula glandulosa var.
rotundifolia, Salix arctica, S. Anglorum, S. herbacea var. polaris, S. reticu-
lata, S. ovalifolia, S. pirolifolia). Ein längerer Gang über diese Tundra ist
nicht weniger beschwerlich als ein solcher über das Steingeröll; in beiden
Fällen darf man die Aufmerksamkeit nicht vom Boden ablenken, ohne
Gefahr zu laufen, mit dem Fuß in Felsspalten oder in den tiefen Löchern
zwischen den Seggenpolstern stecken zu bleiben.
Noch ein drittes Vegetationsbild ist in Betracht zu ziehen, wenn man
sich von dem landschaftlichen Charakter des Landes eine richtige Vor-
stellung machen will; es ist dies die Flora der Abhänge, der Thalschluchten,
4) Diese Schilderung der steinigen oder Flechten- Tundra wurde in der ersten Zeit
des Aufenthaltes von den Reisenden niedergeschrieben; wie aus den weiter unten
folgenden Tabellen ersichtlich, fanden sich noch eine ganze Anzahl anderer Blüten-
pflanzen in dieser Region.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 435
der Quellen und Wasserrinnen. Hier ist jener Reichtum zu finden, der
schon Cuauisso bei seinem Besuche der Lorenz-Bay erfreut hat. Da mischen
sich die Formen der steinigen oder Flechtentundra mit denen der Moos-
tundra, aber auch zahlreiche neue Typen treten hinzu und bilden einen
bunten Blumenteppich, wie wir ihn in unseren Alpen zu sehen gewohnt
sind!) Und in besonders geschützten Thalschluchten, oft nur wenige
Schritte von mächtigen, den Sommer überdauernden Schneelagern ent-
fernt, begegnet man einer so üppigen Entfaltung der Flora, wie man sie
in diesem Lande kaum für möglich halten sollte; man vergisst nicht zu
notieren, dass man Weidengebüsch von 4 Meter Höhe gesehen hat — so
sehr ist man des Anblicks jedes strauch- und baumartigen Pflanzenwuchses
entwöhnt worden.
Von der Erhebung des Bodens über dem Meeresspiegel scheint die
Zusammensetzung der Flora in geringerem Maße abhängig zu sein, als von
der mehr oder weniger vor der Gewalt der Stürme geschützten Lage. Auf
den steinigen, kahlen Hochflächen finden sich zum Teil dieselben Pflanzen
und eine ähnlich verkümmerte und in der Entwickelung zurückgebliebene
Vegetation, wie auf den nur wenige Fuß über dem Meeresspiegel hervor-
ragenden, für diese Gegenden charakteristischen Strandwällen, über welche
die Seewinde mit voller Wucht dahinbrausen; andererseits bieten ge-
schützte Abhänge und Schluchten in Höhen von 2—300 m denselben
Pflanzenreichtum dar, wie gleich günstig gelegene Orte der Tiefe.
Am 46. und 17. August wurde das Innere der Lorenz-Bay untersucht.
Zunächst wurde auf einer am nördlichen Ufer der inneren Bay gelegenen
Landspitze gelandet, die — wie alle ähnlichen Localitäten — eine außer-
ordentlich dürftige Flora aufwies; nur die eigentlichen Strandgewächse,
wie Arenaria peploides, Mertensia maritima und Elymus mollis scheinen
hier einen geeigneten Boden für ihre Entwickelung zu finden. Später
wurde auf der östlichen der beiden im Inneren der Bay gelegenen kleinen
Felseninseln gelandet, und auf einem verhältnismäßig kleinen Raum eine
außerordentlich üppige und mannigfaltige Flora beobachtet, unter der be-
sonders die später nicht mehr angetroffene Saxifraga flagellaris auffiel?).
Dieser reiche Pflanzenwuchs, ein reich entwickeltes Tierleben in der Nähe
dieser Insel, zusammen mit herrlichem Wetter und dem prächtigen Aus-
4) Vgl. weiter unten die Listen.
2) Von dieser Insel finden sich im Herbarium folgende 30 Arten: Silene acaulis,
Stellaria longipes var. Edwardsü, S. dicranoides , Cerastium alpinum var. Fischeriana,
Oxytropis Maydelliana, Astragalus frigidus, Hedysarum obscurum, Saxifraga rivularis,
S. bronchialis, S. flagellaris, S. decipiens var., S. serpyllifolia, Artemisia borealis, A. glo-
merata, A. norwegica, Saussurea alpina var. angustifolia, Rhododendron kamtschaticum,
Androsaces villosa, Gentiana tenella, Armeria vulgaris f. arctica, Rumex graminifolius,
Luzula confusa, Juncus biglumis, Carex atrata, C. rigida, C. glareosa, C. fuliginosa var.
misandra, Arctagroslis latifolia, Calamagrostis deschampsioides, Poa arctica, Dupontia
Fisheri var. psilosantha, Glyceria angustata.
28*
436 F. Kurtz.
blick auf die groBartige Gebirgslandschaft im Süden und Westen mit ihren
bald regelmäßigen, bald wild zerrissenen Bergformen und den weiten,
grünen Thälern im Vordergrunde gestalteten diesen Teil der Fahrt zu
einem der genussreichsten. Auch das Westufer der Bay, in welches ein
weites, von einem wasserreichen Fluss durchströmtes Thal mündet, besitzt
eine reiche Flora. Salix glauca, armsdick und 3—4 m hoch, bildet hier
ein wirkliches Gebüsch, in dessen Schutz Delphinium pauciflorum f. elatior,
Dodecatheon Meadia var. frigida und Pirola rotundifolia var. pumila ihre
Blüten höher als sonst hervorzuheben wagten; die steileren Felsgehänge
dagegen waren von den ungewöhnlich großen Blättern der epheuartig
kriechenden Salix reticulata fast völlig bedeckt !).
Am 49. August verließen die Reisenden die Lorenz-Bay und begaben
sich an Bord des russischen Klippers »Strjelok« nach dem Osteap. Sie
landeten am 20. August in dem nördlich von dem Cap gelegenen Dorfe
Uedle und blieben daselbst bis zum 24. des Monats. Die Flora des Osteaps
und dessen Umgebungen ist mit der der Lorenz-Bay durchaus überein-
stimmend, aber ärmer; nur von Flechten und Moosen wurde eine größere
Ausbeute gemacht. Durch widrige Winde zurückgehalten konnte die Rück-
fahrt nach dem Süden erst am 27. August angetreten werden. Zunächst
folgte man der steilen Küste des Ostcaps; zackige Felsgrate, kahle Schutt-
flächen des zerbröckelten Syenitgesteins, steile Wände von vielfach ge-
falteten und gebänderten Kieselschiefern, dazwischen hier ein grünes, von
einem wasserreichen Bach durchflossenes weites Thal, dort ein tiefer
Felsenriss mit einem rauschenden Wasserfall; das waren die einzelnen
Bilder in dem vielgestaltigen Panorama, welches sich den Blicken darbot.
Mit breiter, nahezu von Nord nach Süd verlaufender Stirn ist das Cap nach
Osten zu gerichtet. Drei mächtige, durch grüne Thäler geschiedene Ge-
birgsmassen bilden den Stirnrand, an: welchem in dem südlichsten der
Thaleinschnitte das Dorf Nüokan gelegen ist, die bedeutendste aller Nieder-
Jassungen der Tschuktschenhalbinsel, die den Reisenden bekannt geworden
(es wurden gegen 50 Hütten gezählt). Gegen Mitternacht desselben Tages
wurde die Bucht von Póoten erreicht, in der die Expedition bis zum
1. September verblieb. Die Berge, welche den Eingang der Bucht um-
geben, zeigen denselben Charakter wie die Höhen der Lorenz-Bay; an den
grünen Gehängen einer tiefen, weiter oberhalb von einer gewaltigen
Schneemasse ausgefüllten Schlucht wurde eine reiche botanische Beute
gemacht, die folgende an den vorher besuchten Punkten nicht beobachtete
4) Hier wurden ferner noch folgende Pflanzen aufgenommen: Thalictrum alpinum,
Anemone parviflora, Cardamine digitata f. oxyphylla, Parrya glabra, Draba alpina, Eu-
trema Edwardsii, Melandryum apetalum, Oxytropis Mertensiana, Saxifraga oppositifolia,
Parnassia palustris, Aster sibiricus var., Pedicularis Langsdorffii f. lanata, Lagotis
Stelleri, Veratrum album, Tofieldia coccinea, Juncus castaneus, Carex pulla, C. rariflora,
Equisetum variegatum.
Die Flora der Tsehuktschenhalbinsel. 437
Arten enthielt: Potentilla Sibbaldia, Rubus arcticus f. grandiflora, Epilobium
anagallidifolium, Salix boganidensis, Allium Schoenoprasum Q sibiricum,
Eriophorum polystachyum v. angustifolium, Glyceria vilfoidea, Festuca altaica,
Woodsia glabella, Cystopteris fragilis.
Am 4. September wurde Póoten verlassen und die Fahrt auf die
Metschygmen-Bay zu gerichtet; schlechtes Wetter jedoch zwang die
Reisenden, in die Lorenz-Bay einzulaufen, wo sie ihr Zelt wieder an ihrem
alten Standquartier aufschlugen. Doch einen ganz anderen Anblick bot
jetzt die Gegend dar; nur noch wenige Schneeflecken und auch diese in
verminderter Mächtigkeit lagen in den Schluchten; zahlreiche Bäche flossen
aus dem Wiesengrund dem Meere zu, und größere Flächen stehenden
Wassers waren aller Orten zu erblicken. Auch der Meeresstrand hatte
sich verändert; die heftigen Südwinde der letzten Woche hatten auch hier
merkliche Wirkungen ausgeübt. Von dem Reichtum der Flora war nicht
mehr viel wahrzunehmen; die Blütezeit der meisten Pflanzen war nun
vorüber, doch wurden von dem schönen Geum Rossi das bisher fast nur
verblüht angetroffen worden war, zahlreiche Exemplare in voller Blüte
gefunden (in der zweiten Blüte, wie die Pflanze auch bei Póoten beobachtet
wurde).
Am 3. September wurde die Meerfahrt nach der Metschygmen-Bay
fortgesetzt, welche früh am anderen Tage erreicht wurde. Die Bay ist
überall von Tundra umgeben, aus der sich einzelne Basalt- und Trachyt-
massen erheben. Nirgend fand sich die Moostundra so typisch entwickelt
wie hier; die Bergformen wie die Gesteine zeigten eine größere Mannig-
faltigkeit als in derLorenz-Bay und am Ostcap ; jüngere eruptive Bildungen,
denen die Reisenden bisher noch nicht begegnet waren, herrschten hier
vor. Am Strande lag ein Seegras (Zostera marina L.) in Masse ausgeworfen ;
in den Schluchten am Ufer fand sich eine kleine strauchige Spiraea (S.
betulifolia; in Lachen in der Nähe des Ufers wuchs Ranunculus Pallasit
und Hippuris vulgaris, auf dem Strande selbst wurde Potentilla Anserina
var. groenlandica gesammelt.
Am 5. September wurde tiefer in die Bay hineingefahren und auf dem
rechten Ufer derselben gelagert. An die hohen, die Bay begrenzenden
Trachytberge schloss sich eine nach derselben zu allmählich abfallende
Tundra an, auf deren mit Krähenbeeren (Empetrum nigrum) dieht be-
wachsenem Saume, hart neben einem munter fließenden Bache das Zelt
aufgeschlagen wurde. Eine prächtige Aussicht bot sich von dem grünen
Uferrande auf die gegenüberliegenden Bergpartien, unter denen namentlich
ein spitzer Kegel durch seine große Regelmäßigkeit die Aufmerksamkeit
anzog. »Als wir noch am späten Abend nach erfolgreicher Jagd auf Grau-
gänse bei milder und ruhiger Luft unserem Zelte zuwanderten und die vom
Lichte des Vollmondes erleuchtete Landschaft betrachteten, mussten wir
uns gestehen, dass auch dieses unwirtbare Land seine Schönheiten habe.«
438 F. Kurtz.
Ein weiter innerhalb der Bay gelegener Platz bot am anderen Tage ein
áhnlich anziehendes Bild dar; ein dichter Teppich von Krühenbeeren be-
deckte den Boden, hohes Weidengebüsch fand sich in den Schluchten,
untermischt mit der strauchigen Spiraea und einer ungewöhnlich großen
Umbellifere (Archangelica Gmelini); auf der nahen, mit der niedrigen
Zwergbirke (Betula glandulosa var. rotundifolia) bedeckten Tundra wucher-
ten zahlreiche Moltebeeren, deren Früchte eine willkommene Erquiekung
darboten. Die Moltebeere (Rubus Chamaemorus), dieselbe, die in Norwegen
so zahlreich und als Seltenheit auch in einzelnen Mooren Deutschlands
vorkommt, liefert die bei weitem schmackhaftesten Beeren des Landes,
doch wurde sie, so häufig auch ihr Lanb anzutreffen war, nur in der
Metschygmen-Bay mit Früchten gefunden. Eine ganz andere Physiognomie
bot die weiter nach Westen zu gelegene niedrige Tundra, der Aufenthalts-
ort der Graugänse und verschiedener Entenarten, und der Standort einer
charakteristischen Sumpfflora (Senecio paluster y laceratus, Hippuris vul-
garıs und hohe schilfige Gräser).
Am 8. September wurde die Metschygmen-Bay verlassen und die
Reise südwärts bis Ratmanoffs-Hafen auf der Insel Arakamtschetschene
fortgesetzt. Bis Nytschigane Point ist die Küste mäßig hoch, bald grün,
bald felsig; kurz vor demselben wird das Land sehr flach; eine weite
Lagune wird auch hier dureh eine lange schmale Nehrung vom Meere ge-
schieden. Von Nytschigane Point südwürts grenzt die Tundra mit steilen,
gegen 15 m hohen Thon- und Erdabstürzen, an deren Fuß große Schnee-
massen liegen, unmittelbar an's Meer, erst mit dem Black Summit erreicht
die den Hintergrund bildende formenreiche Berglandschaft wieder die
Küste.
Am 9. September verfolgte man den südwärts gerichteten Curs weiter,
um die Plover-Bay zu erreichen. Eine prachtvolle Scenerie bot sich den
Blieken dar, pittoreske Felsformen in verschiedenen gelblichgrauen bis
schwáürzlichen Farbentönen, grüne Thalschluchten und tiefeinschneidende
Buchten. Ziemlich an der engsten Stelle der Senjawinstraße, auf der Insel
Yttigrane, gegenüber dem auf dem Festlande mächtig emporragenden Berge
Elpinguine, wurde nach einer schnellen Fahrt von nur wenigen Stunden
gelandet. Eine noch am späten Nachmittag unternommene Bergbesteigung
gewährte einen interessanten Überblick über die wunderbar zerrissene
Gebirgslandschaft. Durch eine weite, flache Thalsenkung südlich von dem
Berge Elpinguine sah man in geringer Entfernung eine größere Wasser-
fläche, die nur eine der nördlichen Ausbuchtungen der von Süden her in
die Halbinsel eindringenden Markus-Bay sein konnte.
Am nächsten Tage wurde Indian Point (Point Tschaplin), die südöst-
lichste Spitze der Tschuktschenhalbinsel passiert und im Innern der Markus-
Bay gelandet. Durch die Mannigfaltigkeit der Bergformen und — soweit dies
bei einem flüchtigen Besuch wahrzunehmen war — auch des Gesteins, ist
Die Flora der Tschuktsehenhalbinsel, 439
die Markus-Bay interessanter als die benachbarte Plover-Bay; hier trafen
die Reisenden aufer jüngeren Eruptivgesteinen auch zum ersten Male
Versteinerungen führende paláozoische Sedimente.
Am 41. September erreichte man die Plover-Bay und ging am 12. in
der östlichen Ausbuchtung derselben, dem Emma-Hafen, vor Anker. Der
Aufenthalt an diesem Punkt wührte bis zum 4. October. Eine flache,
sandige Uferstrecke unterbricht hier auf eine kurze Strecke den felsigen
Meeresstrand, und ein reicher Pflanzenwuchs bekleidete die dahinter sanft
ansteigenden Gehänge. Nach Süden zu wurde der Blick durch die isolierte
Felsmasse des Baldhead gefesselt, westlich von ihm sah man die Hütten
von Plover-Bay, und darüber hinaus das offene Meer; óstlich lag das weite
Thal des Lake Moore, dessen ausgedehnte Wasserflüche von einem etwas
hóher gelegenen Standpunkte aus zu übersehen war. Nach allen anderen
Himmelsrichtungen bildeten die hohen, den Hafen rings umgebenden Berg-
formen, deren Gipfel am Tage der Ankunft der Expedition mit frischem
Schnee bedeckt waren, den Hintergrund. Die Flora der Plover-Bay bot bei
der vorgerückten Jahreszeit nur noch wenige Spütsommerpflanzen in Blüte;
die meisten Gewächse hatten bereits mit der Bildung der Winterknospen
ihr diesjähriges Wachstum abgeschlossen, doch fanden sich einzelne bisher
noch nicht beobachtete Arten, wie Arabis parryoides, Draba alpina var.
compacta, Bryanthus taxifolius, Eriophorum Scheuchzeri, Lycopodium al-
pinum, Selaginella rupestris, Woodsia ilvensis, Equisetum arvense. Interes-
sant war die Beobachtung einer zweiten Blütenperiode bei einigen Frühlings-
pflanzen; von Diapensia lapponica hatten die Reisenden weder in Norwegen
noch auf der Reise vom Ostcap bis zur Plover-Bay je so schön blühende
Rasen gesehen, als hier am 40. September; auch eine weiße Anemone
(Anemone narcissiflora f. monantha) fand sich öfters in zweiter Blüte. Die
starken Winterknospen daneben machten die*Annahme wahrscheinlich,
dass es sich, wie bei der Diapensia, um eine durch den milden Herbst ver-
anlasste vorzeitige Entwickelung der für das nächste Frühjahr bestimmten
Blütenknospen handelte.
Die Vegetation trug jetzt herbstliche Kleidung, gelbliche und braune
Farbentöne zeigten sich da, wo nicht, wie auf den Plateaus und den steileren
Gehängen, das einförmige Grau des mit Flechten bedeckten Gesteins vor-
herrschte. Ein fahles Gelb boten die Gräser, Seggen und niedrigen Weiden
dar, dunkelkirschrot waren die Rasen der Diapensia gefärbt, das schöne
Laub von Geum Rossü zeigte die herbstliche Färbung der Blätter des wilden
Weins. Die dunkelgrünen Rasen der Krähenbeere (Empetrum nigrum)
trugen eine Fülle schwarzer Beeren, deren Geschmack durch den ersten
Frost entschieden gewonnen hatte. Sie sind von allen Beeren des Landes
(außer ihnen giebt es noch die Früchte von Rubus Chamaemorus, Vaccinium
uliginosum, V. Vitis idaea und Arctostaphylos alpina) wegen ihres massen-
haften Vorkommens für die Eingeborenen bei weitem die wichtigsten.
440 F. Kurtz.
Große Vorräte derselben werden im Herbst eingesammelt und nach be-
sonders günstigen Standorten oft längere Bootfahrten unternommen.
Weibern und Kindern wird die Arbeit des Einsammelns überlassen. Fast
in jeder Hütte sah man später einen mit Krähenbeeren gefüllten Seehunds-
sack. Wie die verschiedenen Blätter und Wurzeln (von Polygonum Bistorta,
Oxyria digyna, Saxifraga punctata, Salices sp. divers.) werden auch diese
Beeren mit Thran angerichtet und für den Winter aufbewahrt.
Am 1. October schifften sich die Reisenden an Bord des Schooners
»Golden Fleece« ein, verließen am 3. Plover-Bay, besuchten die Lorenz-
Insel und kehrten noch einmal nach Indian Point zurück (hier wurde die
letzte Tschuktschenpflanze, Arabis parryoides, am 6. October gesammelt).
Am 7. October wurde Indian Point verlassen, am 8. die in dichten Nebel
gehüllte Lorenz-Insel, am 21. die Aleuten passiert, und am 5. November
langten die Reisenden nach günstiger Fahrt wieder in San Francisco an.
Das Insectenleben war zu dieser Jahreszeit sehr gering; wenige Tag-
und einige Kleinschmetterlinge belebten anfangs August in der Lorenz-Bay
die blumigen Abhünge; unter den Steinen fand man kleine Carabiden und
in Gesellschaft derselben mitunter eine Chrysomela. Eine Hummel war
überall anzutreffen, wo ein reicherer Blumenflor sich zeigte. Nirgends
fehlten Spinnen und Poduren, dagegen gab es keine Mücken. — Auch
weiter im Inneren der Bay wurden nur einige Schmetterlinge und Käfer
beobachtet.
Über die meteorologischen Verhältnisse, welche während des Aufent-
haltes an der Beringsstraße herrschten, finden sich in den Reisebriefen
der Gebrüder Krause folgende Angaben: Die Witterung war während des
Aufenthaltes in der Lorenz-Bay, vom 6. bis 19. August, nicht so ungünstig
gewesen, als erwartet worden war, wenn auch während der ganzen Zeit
nur zwei schöne, klare Tage gezählt wurden. Nebel stellte sich sehr häufig
ein, fast an jedem Morgen uud Abend; an sechs Tagen fiel Regen, doch
nur einmal, am 44. August, regnete es den ganzen Tag hindurch bei
starkem Ostwinde und sehr niedrigem Barometerstande. Meist wehten
leichte südliche Winde. Die Lufttemperatur war ziemlich gleichmäßig, sie
schwankte im allgemeinen während des Tages zwischen 6° und 8° Celsius.
Die beobachteten Extreme waren 9,8° am 7. August 8 Uhr Vormittags und
5° am 16, August zur gleichen Tageszeit.
In Uedle, Pöoten und in der Lorenz-Bay (während des zweiten Be-
suches) war das Wetter zum Teil sürmisch, trübe, regnerisch, und die
Temperatur stieg nicht über 6° C. (Póoten).
Während des Aufenthaltes im Emma-Hafen (12. September bis 4. Oc-
tober) stieg die Tagestemperatur nicht über 40° C.; von 8 Uhr Morgens
bis 8 Uhr Abends schwankte die Temperatur gewöhnlich zwischen 4° und
6° C. Erst vom 25. September ab begannen die Tage kühler zu werden,
am 27. fiel auf den nüchstgelegenen Hóhen Schnee, der den ganzen Tag
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 441
über liegen blieb. In der Nacht zum 28. bedeckten sich die Wasserrinnen
mit einer dünnen Eiskruste, und am Morgen des folgenden Tages, nach
einer sternklaren Nacht, während welcher auch ein Nordlicht beobachtet
wurde, war fast der ganze Emma-Hafen mit einer so starken Eisschicht
bedeckt, dass es kaum möglich war, dieselbe mit dem Boot zu durch-
schneiden. Noch um 8 Uhr Morgens an diesem Tage zeigte das Thermo-
meter —59? C.
Von den 22 Tagen, die in der Plover-Bay zugebraeht wurden, waren
13 mehr oder weniger regnerisch; an 10 Tagen wehten starke nordóstliche
Winde, jedoch ohne dass der Barometerstand sich wesentlich änderte. Am
29. September war ein starker Frost, der die Reisenden mit der Gefahr des
Einfrierens bedrohte, der 30. war stürmisch und regnerisch, und am
1. October verließen die Reisenden das feste Land, um sich an Bord der
»Golden Fleece« zu begeben, welche sie nach fünfwöchentlicher Fahrt nach
San Franeisco brachte. Über die weitere Reise vgl. die Einleitung zur
vorhergehenden Arbeit, p. 330.
b. Vegetationszonen.
Im Folgenden habe ich versucht, die Krausr’schen Pflanzen nach den
Angaben über ihr Vorkommen, welche sich auf den Herbaretiquetten
fanden, nach Vegetationszonen anzuordnen, und zwar liegen dieser
Gruppierung hauptsächlich die an der Lorenz-Bay gesammelten Pflanzen
zu Grunde (von den 207 Arten, welche die Gebrüder Krause von der
Beringsstraße heimbrachten, wurden nur 27 nicht in der Lorenz-Bay ge-
funden).
Wie weit die von mir nur nach dem Herbarmaterial und den dasselbe
begleitenden Notizen unterschiedenen Formationen mit den von R. F. kum:
man !) aufgestellten übereinstimmen, kann ich nicht immer mit Sicherheit
entscheiden, und will mir scheinen, dass einige der von KyrLıman auf-
gestellten Kategorien in der Umgrenzung, wie er sie ihnen gegeben, nur
von localer Bedeutung sind (z. B. die Steinmark).
Ich unterscheide folgende Vegetationszonen:
I. Der Meeresstrand.
II. Die Strandebene.
Hierher gehören die Formationen: 4. die Strandwiesen, 2. die feuchten
sandigen Stellen, 3. die Süßwasserlachen ?).
4) Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Vega-Expedition, herausgegeben von
A. E. NonpENskiIOLD, Il. Lieferung. Leipzig 4883. S. 80—93.
2) In diese Zone gehören die Büllenmark und die Sumpfmark KJELLMAN's,
442 F. Kurtz.
Ill. Die Moostundra.
Die wenig zahlreichen Phanerogamen, welche in der Moostundra ge-
funden wurden, kommen sümtlich auch in der Strandebene vor.
IV. Die Blumenmark.
Diese Zone, welche grasige, mehr oder weniger feuchte Abhänge um-
fasst, ist von allen die arten- und individuenreichste.
V. Die Steinmark (sensu emendato).
Hierher gehören die steinigen Gebänge, welche sich von der Stein-
mark Kyerıman’s durch größeren Artenreichtum unterscheiden. Diese Zone
hat in ihrer Flora viel Gemeinsames mit der nächsten, mit der sie vielleicht
besser zu vereinigen ist.
VI. Die steinige oder Flechtentundra.
Von diesen sechs Vegetationszonen sind am meisten miteinander ver-
wandt die Strandebene!) mit der Blumenmark (von den 460 Arten, die in
diesen beiden Zonen wachsen, sind 40 beiden gemeinsam) und die Flora
der Steinmark mit der der steinigen Tundra, welche unter 62 Species
6 gemeinsam besitzen. Die Beziehungen zwischen den einzelnen For-
mationen lassen sich folgendermaßen ausdrücken:
Meeresstrand (19 sp.) Strandebene (84 sp.) — 2 sp. gemeinsam;
Strandebene (84 sp.) — Blumenmark (76 sp.) — 10 sp. gemeins.;
Blumenmark (76 sp.) — steinige Abhänge (36 sp.) — 4 sp. gemeins.;
Steinige Abhänge (36 sp.) — steinige Tundra (26 sp.) — 6 sp. gemeins.
Folgende Arten kommen in mehr als einer der unterschiedenen Vege-
tationsformationen vor (auch hier ist die Moostundra wieder in die Strand-
ebene einbegriffen worden):
Meeresstrand, Strandebene. Blumenmark. Steinmark. Steinige Tundra.
Papaver nudi- | ? Papaver nudi- |
caule caule
Geum Rossi
|
Cardamine digi-
tata
Parrya glabra
Cardamine digi-
tata
|
| Geum Rossii
| Saxifraga punc-
| tata
| S. serpyllifolia
Geum Rossii
Parrya glabra
Dryas octopetala
Potentilla nivea
a vulgaris
P. biflora
\Saxifraga punc-
| tata
iS. serpyllifolia
|
Dryas octopetala
Potentilla nivea u
vulgaris
P. biflora
1) In die Strandebene ist in diesem Fall auch die Moostundra einbegriffen, da
beide, wie schon erwähnt, in Bezug auf ihre Phanerogamen identisch sind.
Die Flora der Tschnktschenhalbinsel. 443
Meeresstrand. | Strandebene. Blumenmark. | Steinmark. Steinige Tundra,
| Parnassia parvi- | Parnassia parvi-
flora v. Kotzebuei| flora v. Kotzebuei
Chrysosplenium | Chrysosplenium
alternifolium alternifolium
Erigeron uni- | Erigeron uni-
florus florus
Artemisia nor- | Artemisia nor-
wegica wegica
Artemisia glome-| Artemisia glome-
rata rata
Arnica alpina Arnica alpina
Sedum palustre | Sedum palustre
Polemonium coe- | Polemonium coe-
ruleum var. ruleum var.
Diapensia lap- | Diapensia lap-
ponica ponica.
Myosotis silvatica| Myosotis silvatica
Armeria vulgaris ?
f. arctica
Salix arctica f. | Salix arctica f.
Pallasii Pallasii
Carex pulla Carex pulla |
Es folgt nun die Aufzählung der von den Doctoren Krause gesammelten
Pflanzen, nach Vegetationszonen geordnet !).
I. Der Meeresstrand.
* Papaver nudicaule. Chrysanthemum arcticum.
Arabis parryoides (Indian Point). Senecio paluster x laceratus.
Sagina nivalıs. * Primula nivalis.
Arenaria Rossi. * Mertensia maritima.
* A. peploides. * Armeria vulgaris f. arctica.
Stellaria humifusa var. ovalifolia. *Eriophorum vaginatum.
Geum Rosst. = Carex alpina.
*Epilobium latifolium. C. aquatilis f. epigaea.
** Sedum Rhodiola. Calamagrostis deschampsioides.
Matricaria inodora var. phaeo- ***Elymus mollis.
cephala (Tunkan).
II. Die Strandebene.
4. Die Strandwiesen.
Ranunculus affinis var. leiocarpa. C. pratensis.
R. nivalis. Melandryum apetalum.
Caltha palustris f. radicans. Arenaria verna var. rubella.
Aconitum Napellus var. delphini- A. physodes.
folia. Stellaria uliginosa.
Cardamine digitata. S. glauca var. dahurica f. glabrata.
4) * bedeutet häufig; ** bedeutet sehr häufig; *** bedeutet ganz allgemein ver-
breitet (Charakterpflanze),
444
* Cerastium alpinum var. Beringia-
num.
Geum Rossii var. glabrata.
Potentilla Anserina var. groen-
landica.
**Rubus Chamaemorus.
Saxifraga cernua.
S. rivularis et var. stricla.
S. Hirculus.
S. stellaris v. comosa.
"Ss. bronchialis.
S. oppositifolia.
" Chrysosplenium alternifolium.
Parnassia parviflora v. Kotzebuei.
P. palustris.
Valeriana capitata.
Petasites frigidus.
Aster sibiricus var. subinte-
gerrima.
* Erigeron uniflorus.
* Artemisia norwegica.
** A. vulgaris f, Tilesii.
Senecio frigidus.
S. resedifolius.
Taraxacum officinale.
Pirola rotundifolia et var. pumila.
* Primula nivalis et var. pumila.
Androsaces villosa et var. latifolia.
*Gentiana propinqua.
*G. tenella.
*G. prostrata.
F. Kurtz.
* Polemonium coeruleum var. humile
f. pulchellum.
Myosotis silvatica.
Eritrichium nanum var. villosa.
*Pedicularis verticillata.
P. palustris var. arctica.
P. Langsdorffii f. lanata.
*P, capitata.
Lagotis Stelleri.
L. glauca.
* Armeria vulgaris f. arctica.
Rumex arcticus.
R. graminifolius.
* Polygonum Bistorta.
* P. viviparum.
P. polymorphum var. frigida.
Salix arctica f. Pallasü.
*S. glauca.
S. ovalifolia.
S. herbacea var. polaris.
*Luzula arcuata var. latifolia.
Eriophorum Scheuchzeri.
E. polystachyum var. angustifolia.
Carex stenophylla var. duriuscula.
C. pulla.
C. rariflora.
Hierochloa alpina.
Arctagrostis latifolia.
Poa arctica f. gracilis.
Trisetum subspicatum.
Equisetum variegatum.
2. Feuchte sandige Stellen.
Ranunculus hyperboreus.
R. pygmaeus.
Arenaria arctica.
*Oxytropis nigrescens B pygmaea.
* Primula sibirica var. borealis.
* Koenigia islandica.
*Juncus castaneus.
Carex glareosa.
*Glyceria vilfoidea.
* Equisetum arvense.
3. Süßwasserlachen.
Ranunculus multifidus.
R. Pallasü.
Hippuris vulgaris.
Die Flora der Tsehuktschenhalbinsel.
445
III. Die Moostundra.
Rubus Chamaemorus.
* Valeriana capitata.
Senecio frigidus.
Vaccinium uliginosum.
*Empetrum nigrum.
** Betula glandulosa var. rotundi-
folia.
Salix arctica.
S. Anglorum.
S. herbacea var. polaris.
S. reticulata.
S. ovalifolia.
S. pirolifolia.
Luzula confusa.
*Juncus castaneus.
Carex pulla.
C. rigida.
C. aquatilis f. epigeia.
C. rotundata.
IV. Die Blumenmark.
Thalictrum alpinum.
* Anemone narcissiflora f. monantha.
A. parviflora.
A. Richardsoni.
*Ranunculus Chamissonis.
*R. nivalis.
*Delphinium pauciflorum et var.
elatior.
Cardamine bellidifolia et f. le-
nensis.
C. digitata.
* Parrya glabra.
Draba incana var. borealis.
D. alpina et var. algida (f. macro-
carpa).
D. stellata.
* Cochlearia officinalis var. anglica.
Eutrema Edwardsü.
Sisymbrium Sophia var. sophioides.
Stellaria longipes f. Edwardsit.
*Oxytropis Mertensiana.
TO. Maydelliana.
Astragalus frigidus.
Hedysarum obscurum.
Spiraea betulifolia.
Geum Rossii var. glabrata.
Potentilla elegans.
P. grandiflora var. lucida et var.
gelida.
Rubus arcticus f. grandiflora.
Epilobium anagallidifolium.
Claytonia acutifolia.
*** Sedum Rhodiola.
Saxifraga punctata.
S. serpyllifolia.
Chrysosplenium alternifolium.
* Parnassia parviflora v. Kotzebuei.
Ligusticum alpinum.
Angelica silvestris.
Cornus suecica.
Solidago Virga aurea var. arctica.
Erigeron uniflorus.
** Artemisia norwegica.
Arnica alpina.
Senecio resedifolius.
*Saussurea alpina var. angusti-
folia.
* Vaccinium Vitis idaea f. pumila.
V. uliginosum var. mucronatum.
* Bryanthus taxıfolius.
Gentiana glauca a minor.
* Polemonium coeruleum var. hu-
milis f. pulchella.
Myosotis silvatica var. alpestris.
Pedicularis sudetica. `
Oxyria digyna.
TER Empetrum nigrum.
Salix arctica f. Pallasii.
S. reticulata.
S. boganidensis.
446 F, Kurtz.
Lloydia serotina.
Allium ` Schoenoprasum B sibi-
ricum.
Veratrum album.
** Juncus biglumis.
Carex scirpoidea.
C. rotundata.
C. capillaris.
. fuliginosa var. misandra.
ustulata.
. atrata.
. pulla et var. pedunculata.
rigida.
. podocarpa.
Festuca altaica.
F. ovina var. alpina.
aaaaaa
V. Die Steinmark (steinige Abhänge).
Papaver nudicaule.
Arabis parryoides.
Cardamine bellidifolia.
Parrya nudicaulis var. scapigera.
*P. glabra.
Stellaria dicranoides.
*Oxytropis nigrescens var. pyg-
maea.
O. Mertensiana.
** Dryas octopetala.
Potentilla nivea a vulgaris.
* p. biflora.
P. Sibbaldia.
Saxifraga punctata.
S. Eschscholtzü.
S. davurica.
S. hieracifolia var. arctica.
S. decipiens var. caespitosa f.
uniflora.
VI.
Draba alpina var. compacta.
*Silene acaulis.
S. tenuis var. paucifolia.
Arenaria macrocarpa.
* Dryas octopetala.
"Geum glaciale.
* Potentilla elegans.
P. nivea a vulgaris.
*P. biflora.
Linnaea borealis.
Artemisia borealis.
A. glomerata.
A. globularia.
Die steinige oder
S. serpyllifolia.
Chrysanthemum integrifolium.
Artemisia glomerata.
* Antennaria alpina et var. Frie-
seana.
Arnica alpina.
*** Cassiope tetragona.
* Loiseleuria procumbens.
*Sedum palustre.
*Diapensia lapponica.
Salix reticulata.
* Lloydia serotina.
Phippsia algida.
Festuca ovina var. alpina.
Lycopodium alpinum.
Selaginella rupestris.
Woodsia glabella.
W. ilvensis.
Aspidium fragrans.
Flechtentundra.
Senecio frigidus.
Arctostaphylos alpina.
“Rhododendron kamtschaticum.
Sedum palustre.
* Androsaces ochotensis var. arctica.
Gentiana frigida a. genuina.
* Diapensia lapponica.
*Salix pirolifolia B orbiculata.
Tofieldia coccinea.
* Luzula arctica.
L. Wahlenbergii.
*L. confusa.
"" Lycopodium Selago.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 447
c. Nahrungs- und Genussmittel darbietende Pflanzen.
Der ausführlichen Behandlung dieses Capitels durch F. R. KJELLMAN !)
ist von den DDr. Krause nur wenig hinzugefügt worden, und mehrere ihrer
Beobachtungen stimmen mit denen Kyrrıman’s überein. Im allgemeinen
kann nur gesagt werden, dass im Süden der Tschuktschenhalbinsel (Plover-
Bay) mehr Beerenfrüchte vorkommen und gegessen werden. Die Frucht
von Empetrum nigrum, von der Kyrııman (l. c. p. 195) sagt: »ich habe
niemals einen Tschuktschen diese Frucht sammeln oder essen sehen, wie-
wohl sie mir sagten, dass sie dieselbe für genieBbar hielten und auch bis-
weilen äßen«, wird gerade an der Plover-Bay in großen Mengen gesammelt
und für den Winter aufbewahrt (s. S. #40). — Die auf die Nutz- und
Nahrungspflanzen der Tschuktschen bezüglichen Beobachtungen der DDr.
Krause sind folgende:
An der Lorenz-Bay wurde öfters beobachtet, dass Frauen und Kinder
vom Meere ausgeworfene Tangstücke roh verzehrten (vgl. Kızııman l. c.
p. 205). Am Ostkap und bei Indian Point werden die Blätter von Saxi-
fraga punctata (S. rotundifolia im Text der Gebrüder Krause), Rumex (arc-
ticus vel graminifolius), Polygonum Bistorta, P. viviparum, Oxyria digyna
und von verschiedenen Arten von Salix entweder roh genossen, oder mit
Wasser zu einem spinatähnlichen Brei von nicht üblem Geschmack ge-
kocht.
Von Polygonum Bistorta und einer Art Oxytropis (Phaca im Text der
DDr. Krause) werden auch die Wurzeln gegessen.
Pedicularis Langsdorffii var. lanata, von der Lorenz-Bay als essbar
angegeben, wird wohl, wie P. sudetica nach Kaes (l. c. p. 496), zu
einer Art Sauerkraut zubereitet werden.
Von Beeren sahen die Reisenden die von Rubus Chamaemorus, Arcto-
staphylos Uva ursi, Vaccinium uliginosum, V. Vitis idaea, und von Empetrum
nigrum einsammeln. Die Früchte der letzteren Art werden, mit Thran an-
gemacht, für den Winter aufbewahrt.
Ferner wurde noch beobachtet, dass Sphagnum-Arten als Docht zu den
Seehundsthranlampen verwendet werden (vgl. KıeLıman l. c. p. 197).
d. Ruderalpflanzen.
Als Ruderalpflanzen kónnen diejenigen Arten bezeichnet werden,
welche sich besonders — oder ausschlieBlich — in der Umgebung der
Wohnstütten der Tschuktschen finden.
Als solche Pflanzen wären zu nennen:
Cochlearia officinalis var. danica. Artemisia vulgaris var. Tilesü.
4) F, R. KiELLMAN, Über die Nutzpflanzen der Tschuktschen; in dem schon mehr-
fach erwähnten Vega-Werk. Lieferung I—IV. Leipzig 1883. S. 188—205.
448 F. Kurtz.
A. norwegica. Poa arctica.
Matricaria inodora var. phaeocephala. ^ Arctophila pendulina.
e. Verzeichnis von Pflanzennamen der Tschuktschen.
L = Lorenz-Bay, U = Uedle.
Angkaüte (L) — Arenaria peploides.
Apuat (U) — Polygonum Bistorta.
Enankuátschet (U) — Veratrum album.
Jiingel (U) = Vaccinium uliginosum.
Jungeüt (L) = Rhodiola rosea.
Kadlkokönga (U) = Pedicularis Langsdorffü.
Kadluputi (U) — Cochlearia arclica.
Könut (U, L) — Cassiope tetragona.
Kteoaüte (U, L) — Artemisia. vulgaris.
Kukümet (U) = Oxytropis sp.
Meieoädlin (U) — Allium Schoenoprasum.
Nyrgät (L) = Rumex graminifolius.
Poaüte (U) — Claytonia acutifolia.
Ptekeaüte (L) — Artemisia norwegica.
Rithút (Pooten) — Rubus arcticus.
Terkupit (L) = Saxifraga Hirculus.
Tingaaüti (L) = Elymus mollis.
Uedljunajät (U) — Rhododendron kamtschaticum.
Uetschaütet (U) = Oxyria reniformis.
Unnut (L) — Empetrum nigrum.
B. Systematisches Verzeichnis der bisher aus dem
Tschuktschenlande bekannten Gefälspflanzen.
Das Gebiet des Tschuktschenlandes ist in dem Sinne gefasst, dass die
Kolyma seine westliche und der Anadyr seine Südgrenze bilden.
Dem folgenden Verzeichnis liegen folgende Materialien zu Grunde :
A. die von den DDr. Krause gesammelten Pflanzen ;
2. diejenigen von KyrLıman gesammelten Arten, welche im Herbar
Krause fehlen ;
3. die in Traurverrer’s Flora riparia Kolymensis und Flora Terrae
Tschuktschorum aufgeführten Species, soweit sie in den Sammlungen 1 u.2
nicht vorhanden sind;
^. die Arten, welche der Revenue-Steamer »Corwin« bei Cap Wan-
karem und in der Plover-Bay aufgenommen hat (s. weiter unten);
5. diejenigen der Species, welche in der Flora rossica oder in REGEL-
HenpER's Flora von Ostsibirien aus dem Tschuktschengebiet angegeben
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 449
werden, von denen ich Exemplare im Berliner Herbar gesehen habe;
dies sind: Draba repens f. legitima et f. affinis, Saxifraga exilis, Selinum
Benthami (Conioselinum Fischeri regionis Beringianae, non Wr. et Gnas.),
Artemisia trifurcata f. heterophylla, Pirola uniflora, Eriophorum polystachyum
var. latifolium, Kobresia schoenoides, Carex pedata (von den DDr. Krause
auch in Alaska gefunden: neu für Amerika).
Von den folgenden Pflanzen dieser Kategorie habe ich dagegen keine
Specimina aus dem Gebiet gefunden: Draba frigida Saut., Potentilla
palustris Scop., Rhododendron lapponicum L. e genuinum Herder, Androsaces
septentrionalis L. f. typica Herder, Luzula campestris (L.) DC. f. minor
E. Mey.
Eine bedeutende Anzahl der von Lepesour aus der Tschuktschenregion
angegebenen Arten, die ka daselbst nicht gesehen (vgl. die Liste
derselben bei Kyrııman in dessen weiter unten citierter Arbeit S. 304
—308), wurden von den Gebrüdern Krause daselbst wieder aufgefunden,
dies sind: Ranunculus affinis (in der var. leiocarpa), Arenaria Rossi,
Stellaria dicranoides, Astragalus frigidus (L.) A. Gray, Bge., Potentilla nivea
a vulgaris, Saxifraga flagellaris, Gentiana propinqua, G. tenella, Mertensia
maritima, Allium Schoenoprasum (in der Form f sibiricum), Carex rotundata.
Folgende Arten wurden von den Gebrüdern Krause zum ersten Mal
an der asiatischen Küste der Beringsstraße aufgefunden: Ranunculus pyg-
maeus et f. Sabinit, Epilobium anagallidifolium, Alopecurus alpinus, Trisetum
subspicatum f. mutica, Glyceria vilfoidea, Carex stenophylla var. duriuscula,
C. lagopina, C. glareosa, C. alpina, C. atrata.
Bei der Bestimmung der Krausr’schen Pflanzen dienten mir als Ver-
gleichsmaterial vor allem die reichhaltigen Sammlungen aus der Region der
Beringsstraße, welche sich im Berliner Herbar befinden ; die Exemplare dieser
Sammlungen habe ich zu den betreffenden Arten des Krause’schen Herbars
citiert. In seiner Anordnung schlieBt sich das folgende Verzeichnis an die
Flora rossica an; was die Synonymie anbetrifft, so habe ich mich darauf
beschränkt, soweit dies möglich war, auf Kuss sorgfältige und
kritische Arbeit zu verweisen, und nur, wenn nötig, wurden andere Quellen
herangezogen.
Von den Bestimmungen, wie sie sich auf den Etiquetten der Ende
1885 verteilten Doublettensammlungen befinden, ist folgende zu ändern:
Poa laxa Haenke f. stenantha (Trin.) mihi (193, Luetke-Hafen; 193°,
Uedle) ist nach E. Hackzr's brieflicher Mitteilung eine Form der Poa arctica
R. Br., die ich dann als f. gracilis unterschieden habe.
Während des Besuchs der DDr. Krause wurden von dem nordameri-
kanischen Revenue -Steamer »Corwıin« Pflanzen im Tschuktschenlande
aufgenommen und zwar bei Cap Wankarem und in der Plover-Bay.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 39
450 F. Kurtz.
Von diesen Pflanzen, die Jonn Mum !) bestimmte, bleibt mir die Be-
stimmung einer Art von der Plover-Bay als Oxytropis podocarpa A. Gray
zweifelhaft; diese Pflanze dürfte wohl zu O. Mertensiana zu ziehen sein.
Von den übrigen Species waren Luzula spicata DC. und Elymus arenarius
L. bisher noch nicht von der Nordküste Asiens angegeben. — Unter den
auf Herald Island und Wrangell Island gesammelten Arten findet sich keine,
die nicht auch vom Tschuktschenlande bekannt wäre, mit Ausnahme der
bisher nur aus dem arktischen Nordwestamerika bekannten Saxifraga
sileniflora Sternbg., die für beide Inseln angegeben wird.
Schließlich habe ich noch den Herren Geh. Rath Prof. Dr. A. ENGLER
und Prof. Dr. M. Kong für die mir gütigst geleistete Hülfe meinen besten
Dank auszusprechen; Ersterer bestimmte die Saxifragen, während Prof.
Dr. Kunn die Pteridophyten untersuchte.
Abgesehen von einer Anzahl von Abkürzungen, welche sich von selbst
erklären, wurden noch folgende Bezeichnungen angewendet:
BöckeLer I, II = Orro BoEckELER, die Cyperaceen des Kgl. Herbariums zu
Berlin; separatim in 2 Bänden aus der Linnaea XXXV—XLI.
Bot. of Cal. = Geological Survey of California; Botany by W. BREWER,
S. WarsoN and A. Gray; Gambridge, Mass. 1876—1880.
Hausskn. — C. Hausskwkcur, Monographie der Gattung Epilobium; Jena 1884.
Fl. Ostsibir. — Reisen in den Süden von Ostsibirien, im Auftrage der Kais.
russischen geographischen Gesellschaft, ausgeführt in den Jahren
1855—1859 durch G. Rappe. Botanische Abteilung; Monopetalae
von F. von HERDER.
Kırıım. — F. R. Kseriman, Die Phanerogamen-Flora an der asiatischen
Küste der Berings-Straße, in: Die wissenschaftlichen Ergebnisse der
Vega-Expedition, herausgegeben von A. E. NonprNskiórp, Lief. V, VI.
Leipzig 1883. S. 294—379, Taf. 5, 6.
Lange, Grönl. — J. Lance, Conspectus Florae groenlandieae; Kjøbenhavn
1880.
Trautv., Fl. ripar. Kolym. — E. R. von TnaurvgTTER, Flora riparia Koly-
mensis; in: Acta Horti Petropolitani V. 2, 4878. p. 495—574.
Trautv., Fl. Terr. Tschuktschor. — E. R. vow TmaurvETTER, Flora Terrae
Tschuktschorum ; ibidem VI. 1879. p. 1—40.
Warsox, I. = Sereno Watson, Bibliographical Index to North American
Botany; I. Polypetalae. Washington, Smithsonian Institution 1878.
In der folgenden Aufzühlung sind die Pflanzen, welche in der Sammlung
der Gebrüder Krause nicht enthalten sind, mit einem Kreuz (t) be-
zeichnet.
Córdoba in Argentinien, den 14. Juli 1894.
4, Cruise of the Revenue-Steamer »Corwin« in Alaska and the N. W. Arctic Ocean
in 1881. Botanical Notes (p. 45—53) by Jonn Mumm, — Washington 1883.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 451
Angiospermae.
A. Dicotyledones.
I. Polypetalae.
Ranunculaceae.
4. Thalictrum alpinum L. — Kızıın. S. 353.
Lorenz-Bay, 17. Aug. (36; fr.).
In Póoten und am Emma-Hafen an grasigen Stellen gesehen.
2. Anemone parviflora Michx. — Kırıım. S. 353.
Luetke-Hafen , 7./8. Aug. (42%; fr.). — Lorenz-Bay, grasige Abhänge,
17. Aug. (41; subdefl.).
3. A. Richardsonii Hook. — Kızıın. S. 353.
Luetke-Hafen, nur hier — in einer Schlucht — gefunden, 8. Aug.
(40; fl).
4. A. narcissiflora L. f. monantha DC. — Ku S. 354.
Luetke-Hafen, 7./8. Aug. (42°; fr.). — Ostcap, Uédle, 21. Aug. (42^;
fr.). — Póoten, verbreitet an feuchten Stellen an Bergabhängen, 29. Aug.
(42; defl. et sine fr.). — Metschygmen-Bay, 7. Sept. (43°; fl. serotin.).
— Emma-Hafen, 23. Sept. (43; fl. secund. serotin.). — Plover-Bay (J. Murr).
5. FA. patens L. var. Wolfgangiana Trvtr. et Mey. — TnaurvETTER,
Fl. Terr. Tschuktschorum p. 5.
Anadyr.
6. Ranunculus Chamissonis Schldl. — Kırıın. S. 353.
Luetke-Hafen, häufig an feuchten, grasigen Abhängen, 7./12. Aug.
(46; fl.). — Póoten, 29. Aug. (46°; fl.).
7. R. Pallasii Sehldl. — Lenes. I. p. 31. — Wars. I. p. 22.
Metschygmen-Bay, in Lachen nahe dem Meere, beinahe flutend; nur
hier gesehen, 7. Sept. (44; fr. matur.).
8. R. hyperboreus Rottb. — Lenes. I. p. 35. — Wars. p. 19.
Luetke-Hafen, an feuchten sandigen Stellen niederliegend; mit R.
pygmaeus Wahlbg. zusammen, 8. Aug. (494; fl. et fr. jun.).
Die Angabe LEpEsOUR's |. c.: »petalis calyce reflexo subbrevioribus« passt auf die
vorliegenden Exemplare so wenig wie auf die meisten, die ich gesehen. Ausgezeichnet
ist R. hyperboreus durch seine Kahlheit, die überwiegend dreiteiligen Blütter und den
kurzen gekrümmten Schnabel der Früchte. Letzterer, die weniger geteilten Blütter und
die kleineren Blüten unterscheiden ihn von A, multifidus Pursch (R. Purschii Hook.), mit
dem er wahrscheinlich als Glied eines polymorphen Typus zusammengehört.
9. R. multifidus Pursch. — Wars. I. p. 20.
Luetke- Hafen, in einer Süßwasserlache flutend; nur einmal beob-
achtet, 12. Aug. (45; fol.).
29*
452 F. Kurtz.
Karauly (70° Br.) am Jenissei (Graf Warpsunc-Zrem). — Ssalair,
Altai (Dr. Sass.).
40. +R. lapponicus L. — TnaurvgrTER, Fl. Terr. Tschuktschor. p. 6.
Anadyr.
A. R. pygmaeus Wahlbg. — Lener. I. p. 36. — Wars. I. p. 22.
Luetke-Hafen, 8. Aug. (48^; fr.). — Uedle, 23. Aug. (49°; fl. et fr.).
— Pöoten, an feuchten sandigen Stellen niederliegend, 29. Aug. (49, 49°;
fl. et fr.). — Cap Wankarem (J. Murr).
Von R. nivalis L. durch den kahlen, zarthäutigen Kelch (der mitunter nur so lang
wie die Petala ist) und die kurzgeschnäbelte Frucht unterschieden. Mitunter ist der
Kelch des R. pygmaeus Wahlbg. am Rande langgewimpert (n. 485, 49; Annäherung an die
Form R. Sabinii R. Br.); seine Blüten scheinen dunkler gelb als die des R. nivalis L.
zu sein.
12. R. pygmaeus Wahlbg. f. Sabinii (R. Br.) m. — Wars. I.
p. 22 (sub R. pygmaeus).
Luetke-Hafen, 8. Aug. (48a; fl.).
Differt a R. pygmaeo typico petalis calyce aequilongis, leviter emarginatis, et calyce
extus — praecipue ad marginem — pilis longiusculis obsitis.
13. R. nivalis L. — kg. S. 353.
Luetke-Hafen, 8. Aug. (48; defl. et fr.). — Póoten, 28. Aug. (än: fl.
et fr. jun.).
Die Blätter (besonders die Stengelblätter, seltener die grundständigen Blätter) sind
mitunter etwas gewimpert. Der Griffel ist mitunter an den reifen Früchten viel kürzer
als die Frucht: dies würe der typische R. Eschscholtzii Schldl., denn die Behaarung der
Blätter, der Blütenstiele und des Kelches variiert ungemein. Besonders ist der Kelch
bei Pflanzen desselben Standortes bald stark, bald schwücher behaart.
A4. R. affinis R. Br. var. leiocarpa Trautv. — Wars. I. p. 46.
Luetke-Hafen, einzeln auf niedrigen Wiesen, nur hier gefunden, Blüten
weißgelb, 8. Aug. (47; defl. et fr.).
Karauly (70° Br.) am Jenissei (Graf Warpsuna-Zrm). — Lorenz-Bay
(Cuaw., cf. Linnaea VI. p. 577). — Arctic sea (Hook.).
15. tR. acer L. — Tnavurv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 6.
Anadyr.
16. TOxygraphis glacialis Bge. — Tnavurv. l. c. p. 6.
Anadyr.
17. Caltha palustris L. f. radicans (DC.) Regel (als lusus unter
seiner var, sibirica — Fl. Ostsibir. I. S. 54). — ku S. 354.
Luetke-Hafen, niedrige, sumpfige Wiesen nahe dem Strande, nur hier
gesehen, 12. Aug. (37; fr.).
48. iTrollius patulus Salisb. —-Traurv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 7.
Anadyr.
19. iT.laxus Salisb. (T. Fischerianus F. et M.?) var. pentapetala DC.
— Trautv. l. c. p. 7.
Anadyr.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 453
20. +Delphinium Maydellianum Trautv. n. sp. in Traurv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 7.
Anadyr.
24. D. pauciflorum Rchb. — kung. S. 354.
Luetke-Hafen, 8. Aug. (38; fl. et fr. jun.).
Die Originale Cuanısso’s waren im Herb. Berol, nicht zu finden, trotzdem glaube
ich, dass die Pflanze vom Luetke-Hafen das D. paueiflorum Rehb. ist, wenn auch der
Befund von der Diagnose in Lenes. I. p. 64 einigermaßen abweicht: » Racemus pauci-
florus« (ich zähle 5—8 Blüten); »caulis 3—4 pollicaris« (wird bis 0,5 m und mehr hoch);
»germina videntur glabra« (die Ovarien sind »dense lanato-pilosa«, die reifen Früchte
sind weniger behaart).
22. D. pauciflorum Rchb. f. elatior m.
0,5 m alta (partes superiores plantae tantum adsunt), pedunculis
fructiferis valde elongatis; folia caulina superiora, flores in axillis gerentia,
interdum pinnatifida. — Erinnert an große Formen des D. cheilanthum
Fisch.
Lorenz-Bay; im Westen: an grasigen Abhängen im Weidengebüsch
häufig; 17. Aug. (382; fr.).
23. Aconitum Napellus L. var. delphinifolia (Rchb.) Ser. —
Wars. I. p. 4. — Kirrin. S. 354.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen, 7./8. Aug. (39; fl.). — Emma-Hafen,
18. Sept. (39*; fr.; kleine Form). — Plover-Bay (J. Muir).
Die »rami infimi flagelliformes« sind nur an einem besonders großen und groß-
blütigen Exemplar vom Luetke-Hafen vorhanden, Die vorliegenden Exemplare besitzen
1—4 Blüten. Die Behaarung der Blüten wechselt ungemein, und zwar sind oft die
kleineren Blüten kahler als die größeren. Die Carpelle sind kurzhaarig und etwas
runzlig.
Papaveraceae.
24. Papaver nudicaule L. — Kırıım. S. 352.
Luetke-Hafen, verbreitet am Strande und an steinigen Abhängen,
7./A9. Aug. (102; fl., fr.).
Vergl. F. Kurtz, Verzeichnis der auf Island und den Faróern im Sommer 1883 von
Dr. K. Keıtnack gesammelten Pflanzen.
25. +Corydalis pauciflora Pers. f. parviflora Reg. — Korıın.
S. 359.
Konyam-Bay, spürlich. — Ins. et Sin. St. Laur. (Cnax.).
26. +Dicentra lachenaliaeflora Ledeb. — Trautv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 9.
Anadyr.
Cruciferae.
27. Cardamine pratensis L. — Kırıım. S. 349.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen, 8. Aug. (107; fl. et fr.).
98. C, bellidifolia L. — Kızıın. S. 349.
Luetke-Hafen, an Abhängen und auf der Höhe, 12. Aug. (106*; fr.).
454 F. Kurtz.
29. C. bellidifolia L. f. lenensis (Andrz.) Trautv.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (106; fr.) — Emma-Hafen, Bergabhänge im
Norden, 23. Sept. (1065; fr.).
Die Form lenensis geht allmählich in die typische C. bellidifolia über.
30. C. digitata Richards. — Kırıın. S. 350.
Luetke-Hafen, auf feuchten Bergwiesen, 8. Aug. (105; fl. et fr.). —
Emma-Hafen, Bergabhänge im Norden, 22. Sept. (105°; fr.).
31. C. digitata Richards. f. oxyphylla Trautv. — Kırıım. l. c.
Luetke-Hafen, spärlich, 8. Aug. (108%; defl., fr. juv.). — Lorenz-Bay,
17. Aug. (108; defl. et fr. juv.).
32. Arabis parryoides (Cham.) Kjellm. S. 349. — Bentu. et Hoor,
Gen. pl. I. p. 67.
Emma-Hafen, zwischen Felsblöcken, 24. Sept. (140; defl.). — Indian
Point, am Strande, 6. Oct. (140°; fr.). — Nur an diesen beiden Stellen
beobachtet. — Plover-Bay (J. Mur).
A. parryoides hat »cotyledones accumbentes«, und entbehrt des für Parrya cha-
rakteristischen »testa laxa corrugata seminum«. Ihre Stellung bei Arabis ist noch die
natürlichste (cf. 4. coerulea Haenke), und künnte man sie als Typus einer Section Er-
mania betrachten, die ausgezeichnet würe durch die Form der Fruchtlappen und den
blattlosen Schaft. Die typischen Arten von Parrya (P. arctica R. Br., P. nudicaulis (L.]
Reg. sind von Arabis nur durch den Habitus und die »semina magis alata« ver-
schieden,
33. A. petraea (L.) Lam. var. ambigua (DC.) Regel. — Kin.
S. 348.
Konyam-Bay, ziemlieh massenhaft auf einem Gebirgsabhang.
34. Parrya nudicaulis (L.) Regel, Bull. Mosc. 1870. II. p. 256.
— Kan, S. 348 (sub Matthiola).
var. B. scapigera (DC.) Regel, Fl. Ostsibir. I. p. 177.
Luetke- Hafen, auf steinigem Boden, 7. Aug. (109; fr.). — Uedle,
21. Aug. (109°; fr.).
var. y. glabra Hook., Breet Le
Lorenz-Bay, auf hochgelegenen Wiesen verbreitet, 16./17. Aug.
(409*; fr.).
Die var. scapigera unterscheidet sich auch durch das »stigma vix bifidum, in stylo
decurrens«, von der var. glabra, die ein »stigma distincte bifidum, non, vel vix de-
currens « besitzt.
35. Draba alpina L. — Kırıın. S. 354.
Lorenz-Bay, verbreitet; 17. Aug. (145, 445^; fr.. — Plover-Bay
(J. Murr).
36. D. alpina L. var. compacta m. — Planta multiceps, caespites
densos humiles formans.
Emma-Hafen, kleine Polster auf der steinigen Tundra bildend, nur
einmal beobachtet; 22. Sept. (444°; fr.).
Hierher scheint D. aspera Adams (KikELLw. S. 354) zu gehüren, von der ich D.
stenopetala Trautv. (Fl. Tschuktsch. p. 14. n. 27) nicht für verschieden halte. Die »folia
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 455
nervo intermedio validissimo carinata« scheinen eine postmortale, durch das Schrumpfen
des Mesophylls entstandene Erscheinung zu sein. Ferner scheint hierzu die in A. E.
NonpENskióLD's Werk »Die Umseglung Asiens und Europas auf der Vega« Bd. I. Leipzig
1882. S. 307 abgebildete Form zu gehören,
Die D. alpina L. var. compacta m. entspricht genau einer Form der D. alpina, die
HookEr und Tuowsox im Sikkim-Himalaya zwischen 42 und 48 000’ Höhe sammelten.
37. D. alpina L. var. algida (Adams) Regel, Fl. Ostsibir. I. p. 183,
f. macrocarpa (Adams) m.
Uédle, 23. Aug., nur hier gesehen (146; fl. et fr.).
Die unter D. alpina L. mit n. 445b bezeichnete Pflanze bildet einen Übergang von
der typischen D. alpina zur var. algida; mit letzterer stimmt sie in der Kahlheit der
Blütenstiele, mit D. alpina typica in dem rundlichen Umriss der Früchte überein.
Die f. macrocarpa (Adams) m. weicht von der Beschreibung der D. macrocarpa
Ad. (Mem. Soc. nat. Moscou IX. p. 249) nur durch die Kahlheit ihrer Früchte ab.
38. +D. repens M. B. f. legitima Regel, Fl. Ostsibir. I. p. 187 (D.
Gmelini Adams).
Sin. St. Laur. (Canonis).
39. +D. repens M. B. f. affinis (Ledeb.) Reg. 1. c. p. 187.
Sin. St. Laur. (Herb. Berol.).
40. +D. Tschuktschorum Trautv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 12.
Anadyr.
44. D. stellata Jacq. — Wars. I. p. 64. — Ka S. 3514 (als
D. nivalis Liljebl.).
Luetke-Hafen, verbreitet, 8. Aug. (113; fr.). — Lorenz-Bay, 16. Aug.
(113°; fr.).
Dow's Beschreibung seiner D. Chamissonis (vergl. WALPERS' Ann. I. p. 452. n. 56)
passt am besten auf eine schlanke, vielstenglige Form von Unalaschka (leg. Cnawirsso),
die an gewisse Formen der Schweiz (D. stellata Jacq.) und Lapplands (D. muricella
Wahlbg.)erinnert. Die Länge der Pedicelli wechselt bei Individuen desselben Stand-
ortes sehr. Gewöhnlich sind sie fast so lang bis zweimal so lang als die Frucht; andere
Exemplare der D. stellata von Unalaschka jedoch haben ziemlich kurz gestielte oder fast
sitzende Früchte. Am besten ist D. Chamissonis als Form der D. stellata aufzufassen,
mit der D. frigida Saut. B8 kamtschatica Ledeb. I. p. 150 identisch ist.
+42. D. androsacea Whlbg. (D. Wahlenbergü Hartm.]. — Tnavrv.
l. e. p. 12 (D. lactea Adams).
Anadyr.
43. D. incana L. em. var. borealis (DC.) T. et Gray. — Wars. l.
p. 60. — Leper. I. p. 153 (spec.).
Luetke-Hafen, an Bergabhängen Rasen bildend, 7./8. Aug. (144; fr.).
Kamtschatka, Port St. Petri et Pauli (Exped. Lürke). — Kam-
tschatka (Stewart, als D. incana L. e kamtschatica Regel). — Ins.
St. Laur. (als D. rupestris R. Dr: Cmaw.) — Unalaschka. —
Labrador (Brengt.
44. Cochlearia officinalis L. var. anglica (L) m. — Kırıım.
S. 350 (C. fenestrata R. Br.). — Wars. I. p. 55—56.
456 F. Kurtz,
Luetke-Hafen, häufig an grasigen Abhängen, 9. Aug. (104; fl. et fr.).
— Lorenz-Bay, 16. Aug. (104*; fr.).
Ins. St. Laur. (Cmam.). — Kamtschatka (Parr., KUSMISCHEFF). —
. Sachalin (F. Scummr). — Grönland: Goodhab (Bras).
Cochlearia fenestrata R. Br., C. arctica Schldl. P-, C. kamtschatica Schldl. p. (in
herb. Willd.) und C. oblongifolia DC. sind ein und dieselbe Form, die man zu C. anglica
L., nicht aber (Warsow I. p. 55—56) zu C. officinalis L. stellen muss. Am natür-
lichsten ist es, C. anglica L. als Varietät der C. officinalis L. aufzufassen (vergl. DICKIE
in Journ. Linn. Soc. XI. p. 33ff). C. arctica Schldl. p. wurde schon von Cunr SPRENGEL
(Syst. Veg. XVI. Vol. II. 4825. p. 877) zu C. anglica L, citiert.
45. Sisymbrium Sophia L. var. sophioides (Fisch.) Trautv., Pl.
Sibir. bor. (Act. Hort. Petrop. V. 1877) p. 25.
Luetke-Hafen, grasige Abhänge, nur einmal beobachtet, kleine (20 em)
Form, 12. Aug. (103; fr.).
46. +8. pygmaeum (Hook.) Trautv. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 12.
Anadyr.
47. Eutrema Ed wardsii R. Br. — Kızıım. S. 350.
Luetke- Hafen, 8. Aug. (447; fr.). — Lorenz-Bay, Bergabhänge,
17. Aug. (117°; fr.).
Violaceae.
48. 1Viola palustris L. f. epipsila (Ledeb.) Kjellm. S. 348.
Konyam-Bay; ziemlich reichlich in Alnaster-Gebüschen.
Caryophyllaceae,
49. iDianthus alpinus L. var. repens (W.) Regel, Fl. Ostsibir. I.
p. 286. — Trautv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 44 (D. sinensis L. var. repens
Trautv.).
Anadyr.
50. Silene acaulis L. — Kran. S. 355.
Luetke - Hafen, auf der steinigen Tundra häufig, 7./19. Aug. (1447;
defl. et fr.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (147^; defl.).
91. S. tenuis W. var. paucifolia (Ledeb.) Rohrb. — Kan,
S. 355.
Luetke-Hafen, auf steiniger Tundra, 40. Aug. (142; fl.).
In Tracht und Fürbung dem Melandryum apetalum (L.) Fzl. f. glabra sehr ühnlich,
aber sofort durch Kapsel und Samen zu unterscheiden.
52. }Melandryum involucratum (Cham. et Schld.) Rohrb. in Linnaea
XXXVI. p. 516. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 14 (Lychnis affinis
Vahl).
Anadyr.
53. M. apetalum (L.) Fzl. — Kızıım. S. 356 (Wahlbergella).
Luetke-Hafen, 6. Aug. (146; defl. et fr.). — Lorenz-Bay, Strand-
wiesen, 17. Aug. (146°; fr.). — Cap Wankarem (J. Muir).
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 457
54. Sagina nivalis (Lindbl.) Fries, — Kızıım. S. 359.
Luetke-Hafen, auf dem flachen Strand; 18. Sept. (156; fr.).
Ob S. nivalis von S. Linnaei Presl als Art zu trennen? — Auch ich — wie WATSON
und K;ieLLMAN — möchte S. intermedia Fal, zu S. nivalis ziehen.
55. 1S. Linnaei Presl. — Kırıım. S. 359.
Konyam-Bay.
56. Arenaria verna L. var. rubella (Whlbg.) Hook. — Wars. |.
p. 99. — Kızıın. S. 357 (Alsine).
Luetke-Hafen, Strandwiesen, nur hier gefunden, 8. Aug. (152; fr.).
Hooxer’s Phrase (Flor. Bor. Am. I. p. 100): »capsula calyce brevior« ist nicht zu-
treffend.
57. A. macrocarpa Pursch. — Wars. I. p. 96. — Kırıım. S. 398
(Alsine).
Luetke-Hafen, häufig auf der steinigen Tundra; 7. Aug. (4503; fl., fr.
jun.). — Lorenz-Bay, 46. Aug. (150f; fl.). — Plover-Bay (J. Mum).
58. +A. Tschuktschorum Regel, Fl. Ostsibir. I. p. 373, tab. IX.
1—4.
Phillipow-Fluss. — Nischni-Kolimsk (ScuaniPorr).
Ob diese Art noch zur Tschuktschenflora gehört, ist mir zweifelhaft.
59. A. arctica Stev. — Wars. I. p. 94. — tum. S. 358 (Alsine).
Luetke-Hafen, 7./8. Aug. (150®, *; f1.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (150;
fl.). — Emma-Hafen, 16. Sept. (151; defl.).
Fret. Senjawin (Exped. LuzTKE).
60. A. scandinavica Spr. (Alsine biflora [L.] Wahlbg.). — Kerim.
8.358.
Konyam-Bay.
61. A. Rossii R. Br. — Wars. 1. p. 98 (sub A. stricta [Whlbg.] Wats.
— Qf. Kızıın. S. 358 (A. stricta Whlbg.).
a. staminibus longioribus (— A. elegans Cham. et Schldl.).
Luetke-Hafen. am Strande, 42. Aug. (155; fl.).
B. staminibus brevioribus.
Luetke-Hafen, 8. Aug. (457; fl.). — Lorenz-Bay, 17. Aug. (155^; fl.
et defl.).
Arenaria Rossii R. Br. variiert mit längeren (so lang wie die Sepalen) und kürzeren
(1/—1/5 so lang wie die Sepalen) Staubgefäßen. Die A. elegans Cham. et Schldl. (Sin. St.
Laur., leg. Cuam.) stimmt ganz mit der langfüdigen Form der A. Rossii von demselben
Standort (155b) überein. — Ob A. Rossii zu A. stricta (Wahlbg.) S. Watson gestellt
werden muss, möchte ich bei dem mir zu Gebote stehenden Material nicht entscheiden.
69. A. peploides L. — KazLLx. S. 357 (sub Halianthus).
Luetke-Hafen, häufig, 9. Aug. (140; fl.).
63. A, physodes DC. — Kırıım. S. 357 (sub Merckia).
Luetke-Hafen, Strandwiesen, 40, Aug. (149; fl. et fr.).
64. Stellaria humifusa Rottb,
458 F. Kurtz.
a. oblongifolia Fal, — Leves. I. p. 384. — Kata, S. 356 (sine
varr.).
Póoten, 29. Aug. (4532: fol.).
B. ovalifolia Fzl. — Leper. l. c.
Luetke-Hafen am Strand, 9. Aug. (453; fl).
65. S. longipes Goldie var. Ed wardsii (R. Br.) T. et Gr. — Wars. I.
p. 133. — Kan S. 356 (S. longipes Goldie).
Lorenz-Bay, nur an einer Stelle, 16. Aug. (145; fl. et fr.).
66. S. glauca With. var. dahurica (W.) Regel, Fl. Ostsibir. I.
p. #12.
Póoten, nur an einer Localität gefunden, 29. Aug. (143; defl.).
67. S. glauca With. var. dahurica (W.) Regel f. glabrata (Fenzl)
Regel l. c.
Luetke-Hafen, nur an einer Stelle gesehen, 7. Aug. (144; fl.).
Die S. glauca var. dahurica ist von S. graminea L. durch die großen Blüten, von
S. glauca typica durch die Pubescenz, und von S. longipes Goldie durch die großen
Blüten und die subfoliaten Bracteen verschieden — geradezu lapidare Unterschiede!
68. 1S. graminea L. var. stricta Trautv. — Tnavrv., Flor. Terr.
Tschuktschor. p. 15.
69. 18. graminea L. var. humilis Trautv. — Trautv. l. c. p. 45.
70. 78. graminea L. var. laxa Trautv. l. c. p. 15.
Alle drei Formen vom Anadyr.
74. S. uliginosa Murr. f. minor, depressa. — Lzpzs. I. p. 393.
Luetke-Hafen, Strandwiesen, 12. Aug. (154; fl.).
72. S. dicranoides (Cham. et Schldl.) Fal, — Lenes. I. p. 395.
Lorenz-Bay, an exponierten Stellen, mit Sicherheit nur auf einer Insel
beobachtet, 46. Aug. (148; fl. et fr.).
73. Cerastium alpinum L. var. Beringianum (Ch. et Schldl.)
Regel. — Wars. I. p. 100.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen häufig, 7. Aug. (144°; f1.).
74. €. alpinum L. var. Fischerianum (Ser.) T. et Gr. — Wars. I.
p. 400.
Lorenz-Bay, 46. Aug. (141^; fl.).
Geraniaceae.
75. Geranium erianthum DC. — Ka, S. 348.
Konyam-Bay; an Abhängen, ziemlich häufig im Gebüsch.
Leguminosae.
76. Oxytropis nigrescens (Pall) Fisch. 8 pygmaea Cham. —
Kırıın. S. 337. |
Luetke-Hafen, auf der Höhe und auf niedrigen Landspitzen häufig;
8. Aug. (59; fr.).
Sin. St. Laur. (Caan.).
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 459
77. 0. Mertensiana Turcz. — Kızıım. S. 337.
Luetke-Hafen, an grasigen Abhängen häufig, 10. Aug. (58; defl. et
fr.). — Lorenz-Bay, vereinzelt an steinigen Abhängen, 17. Aug. (60; defl.
et fr.). — Uedle, 24. Aug. (60*; fr.).
Sin. St. Laur. (Cnam.).
Blüten bläulich, variiert mit etwas kahleren Blättern. Hierzu wird wohl die von
J. Mura von der Plover-Bay angegebene O. podocarpa A. Gray gehören.
78. +0. strobilacea Bge. var. Adamsiana Trautv. — Tnavrv., Fl.
Terr. Tschuktschor. p. 16.
79. 0. Maydelliana Trautv. — Kırıın. S. 338.
Luetke-Hafen, verbreitet an grasigen Abhängen, 7. Aug. (57; fl. et fr.).
— Lorenz-Bay, 16./47. Aug. (57°; fl. et fr.).
Sin. St. Laur. (Cnan.).
Die Früchte variieren mit reichlicheren und spärlicheren weißen Haaren.
80. +0. campestris (L.) DC. f. sordida. (W.) Koch. — Kg,
S. 338.
Konyam-Bay; sehr spärlich in einer Felswand.
81. 0. leucantha (Pall.) Bge. — Kırıın. S. 338.
Konyam-Bay ; ziemlich häufig an Abhängen.
89. +Astragalus chorinensis Bge. f. sericea Turez. — Kita
S. 336.
Konyam-Bay.
83. A. frigidus (L.) Gray, Bge. — Wars. I. p. 193.
Lorenz-Bay, vereinzelt an Abhängen, 16. Aug. (60^; fr.).
84. 4A. alpinus L. — Krzrrx. S. 337.
Konyam-Bay; spärlich.
85; A. Schelichowii Turez. — Traurv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 17. — Bungee, Monogr. Gen. Astrag. Spec. gerontog. I. p. 96; I. p. 168.
Anadyr.
86. Hedysarum obscurum L. — kung S. 336.
Luetke-Hafen, an grasigen Abhängen, 7. Aug. (62; fl. et fr.). —
Lorenz-Bay, 16. Aug. (62*; fl. et fr. immat.).
Rosaceae.
87. Spiraea betulifolia Pall. — Kırıım. S. 342.
Metschygmen-Bay, grasige Abhänge, 4./5. Sept. (30; fl. et fr.). — Bei
Póoten beobachtet.
88. Dryas octopetala L. — Kırıım. S. 340.
Luetke-Hafen, verbreitet auf der steinigen Tundra und an Berg-
abhängen, nur wenig noch blühend, 7. Aug. (29; fl.). — Póoten, 29. Aug.
(295; fl., neben Schneelagern). — Plover-Bay (J. Mur).
89. +D. octopetala L. var. integrifolia (Vahl) Ch. et Schldl. in
Linnaea Il. p. 3. — Ku S. 341 (p. sp.).
Konyam-Bay; sehr selten.
460 F. Kurtz.
90. Geum glaciale (R. Br.) Fisch. — Kırıım. S. 344 (Sieversia).
Luetke-Hafen, verbreitet auf steiniger Tundra, 7. Aug. (26; fr.). —
Plover-Bay (J. Mur).
Die Bracteolen des Kelches sind bei den untersuchten Exemplaren stets ungeteilt.
94. 6. Rossii (R. Br.) DC. var. glabrata Trautv. — Kaetu. S. 344
(Sieversia).
Luetke-Hafen, verbreitet an grasigen Abhüngen, auf Meerstrand-
wiesen, 12. Aug. (95; defl., fr. immat.). — Ebenda, in zweiter Blüte,
2. Sept. (252; fl., fr. marcesc.). — Póoten, 29. Aug. (25^; fl. secund.).
Sin. St. Laur. (Cuaw.).
Die Bracteolen des Kelches (der Außenkelch) sind bei dieser Art oft zwei- oder
dreischnittig, wie bei der Gattung Fallugia.
92. Potentilla Sibbaldia (L.) m. — Lener. II. p. 32 (Sibbaldia). —
Wars. I. p. 320.
Pöoten, 29. Aug. (34; fr.). — Emma-Hafen, 47. Sept. (31°; fr.).
93. P. Anserina L. var. groenlandica (Hook.) Lehm.
a. genuina Lehm., Revis. Potent, p. 190. — Wars. I. p. 293.
Metschygmen-Bay, 7. Sept. (27; fr.). Nur hier und am Emma-Hafen
beobachtet.
Port Petr. et Paul. (Cnaw.).
94. +P. stipularis L. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 18.
Anadyr. .
95. P. elegans Cham. et Schldl. — Kırıım. S. 339.
Luetke-Hafen, verbreitet auf steiniger Tundra, 40. Aug. (32; fr.). —
Emma-Hafen, 13. Sept. (32°; defl.).
96. P, nivea L. a vulgaris Ledeb. — Lernen. II. p. 97. — Wars.I.
p. 298.
Luetke-Hafen, auf steiniger Tundra und an kahlen Abhängen, 8. Aug.
(35; defl. et fr.).
Kamtschatka (Pl. Redowsk., Cnax.).
97. P. grandiflora L. var. gelida (C. A. Mey.) Trautv., Bull.
Soc. Nat. de Moscou 1860. II. p. 527.
Pooten, 28. Aug. (34*; fl. et fr.).
Die größeren Pflanzen von Póoten sind typische P. gelida Mey., wie sie im Berliner
Herbar von Lessıng (Montes ssojutici), von KARELIN und KırıLow (Tarbagatai, n. 238, als
P. fragiformis W.) und von ScunENK (Songarei) gesammelt vorliegt. Von der euro-
páischen P. grandiflora L. ist diese Varietät nur durch ihren zierlichen Wuchs,
schwächere Behaarung und etwas kleinere Blüten ausgezeichnet. — Neben größeren
Exemplaren kommen bei Póoten auch niedrige, fast stengellose Pflanzen vor.
98. P. grandiflora L. var. lucida (Willd. m. — Cf. Kırıım.
S. 339 unter P. fragiformis W.
Luetke-Insel, an grasigen Abhängen, 44. Aug. (35; fr.).
Man vergleiche die Bemerkungen über die Formen der P. grandiflora L. in der
vorhergehenden Arbeit über die Flora des südöstlichen Alaska.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 461
99. P. biflora W. — kum. S. 340.
Luetke-Hafen, verbreitet auf steiniger Tundra und an Abhängen,
7./40. Aug. (33; fl. et fr.).
Sin. St. Laur. (Cuan.).
100. +P. fruticosa L. — Kırıın. S. 340.
Konyam-Bay ; ziemlich häufig an Abhängen,
404. +P. palustris (L.) Scop. — Tnavrv., Fl. ripar. Kolymens. p. 30
(Comarum).
»In omni regione Beringiana« (sec. Cuamısso; Linnaea II. p. 25).
102. Rubus arcticus L. f. grandiflora Ledeb. — kurt, S. 339.
Póoten, in einer Bergschlucht, nur einmal beobachtet, 29. Aug.
(24; fl).
Nom. vernac.: »Rithüt «.
103. R. Chamaemorus L. — Kırıın. S. 338.
Luetke-Hafen, häufig, doch nur selten blühend, 7. Aug. (28; defl.). —
An der Metschygmen-Bay reichlicher fructificierend gesehen.
Die Kelchblätter des einzigen vorliegenden Exemplars sind purpurn (Petala fehlen),
außen und am Rande behaart, innen fast kahl, nur an der Spitze etwas behaarter.
Onagraceae.
404. +Epilobium angustifolium L. — ken, S. 342.
Konyam-Bay; spärlich an Abhängen und auf Strandebenen.
105. E. latifolium L. — ks S. 349. — Hausskw. S. 191.
Luetke-Hafen , verbreitet am Meeresstrande, 10. Aug. (17; fl. et fr.).
— Samen gut entwickelt.
106. E. anagallidifolium Lam. (teste HausskxEcuT). — Hausskw.
S. 152.
Póoten, grasiger, geschützter Abhang, nur an einer Stelle gefunden,
dort aber reichlich, 29. Aug. (46; fr.).
Halorragheae.
107. Hippuris vulgaris L. — Lenes. Il. p. 149. — Wars. I. p. 356.
Luetke-Hafen, Süßwasserlache; 12. Aug. (48°; fol.). — Metschygmen-
Bay, 7. Sept. (18; fr.).
Portulacaceae.
108. +Claytonia virginica L. — Tnaurv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 49.
Anadyr. — Cap Wankarem D: J. Mum).
109. C. acutifolia W., R. et S. — Keim. S. 355. — Wars. I.
p. 117.
Lorenz-Bay, 44. Aug. Dn: fl. et defl.). — Luetke-Hafen, an grasigen
Bergabhängen verbreitet, 12. Aug. (7; fl. et fr.).
Sin. St. Laur. (Cuau.).
462 E. Kurtz.
Crassulaceae.
110. Sedum Rhodiola (L. DC. — Kırıım. S. 346 (Rhodiola). —
Wars. I. p. 354.
Luetke-Hafen, sehr verbreitet am Strande und an Abhängen, 12. Aug.
(5; fl).
Ins. St. Laur. (Cuaw.). — Kamtschatka (Erman).
Grossularieae.
114. +Ribes rubrum L. f. propinqua (Turez.) Trautv. et Mey, Fl.
ochot. p. 140. — Kırıın. S. 342.
Konyam-Bay ; ziemlich häufig an Abhängen.
Saxifragaceae.
112. 1Saxifraga exilis Steph. — Excr., Mon. S. 402. — Lenee. Il.
p. 221.
St. Lorenz-Bay (Cnau.).
413. S. rivularis L. — Kırıım. S. 343.
Luetke-Insel, an feuchten Stellen, 44. Aug. (165°; fl. et fr.). —
Lorenz-Bay, 16. Aug. (465%; fol). — Tumkan, 28. Aug. (165°; fl. et fr.).
— Cap Wankarem (J. Murr; var.: hyperborea Hook.).
M4. S. rivularis L. var. stricta Engler in sched.
Luetke-Hafen, an quelligen Stellen, 42. Aug. (172; fr.).
Blüten rosa (?).
415. S. cernua L. — Kırıın. S. 343.
Luetke-Hafen, Strandwiesen, sumpfige Stellen, 6. Aug. (171; fl., fr.
spars.). — Cap Wankarem (J. Mura).
146. S. Hirculus L. — Kırıım. S. 343.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen häufig, 6. Aug. (159; fl., fr. immat.).
— Lorenz-Bay, 16. Aug. (159°; fl.).
417. 1S. neglecta Bray. — Encı., Mon. S. 129.
(S. vaginalis Turez.).
St. Lorenz-Bay (Cuam.).
118. S. stellaris L. var. comosa Poir. — Kurua S. 344
Luetke-Hafen, an quelligen Stellen, 12. Aug. (170; fl.). — Lorenz-Bay,
17. Aug. (170*; A. et defl.). — Cap Wankarem (J. Mon),
119. S. punctata L. — Kırıın. S. 344.
Luetke-Hafen, hochgelegene Wiesen, 7./8. Aug. (160; fl. et fr.). —
Plover-Bay (J. Murr). .
120. S. punctata L. var. Krauseana Engl. in litt. »Pusilla, foliis
duplo minoribus, floribus breviter pedicellatis in corymbum pauciflorum
congestis.«
Luetke-Hafen, 8. Aug. (169; fl).
Lenes. II. p. 220
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 463
191. S. davurica Pall. — Kısıım. S. 345.
Luetke- Hafen, 7. Aug. (162; fl. et fr.). — Osteap, Uédle, 24. Aug.
(162°; fl. et fr.).
122. S. hieracifolia W. et K. var. arctica Engl. in sched. Cf.
Kırıın. S. 345.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (163; fl.).
Blüten grünlich (getrocknet sehen sie bräunlich-purpurn aus).
123. S. decipiens Ehrh. var. caespitosa (L.) Engl. f. uniflora (R.
Br.) Engl. — Kırrım. S. 345.
Luetke-Hafen, 8. Aug. (173; fr.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (173*; fr.).
— Plover-Bay (J. Mum).
494. S. serpyllifolia Pursch. — Kısıım. S. 345.
Luetke- Hafen, auf den Höhen (hochgelegene Grasflächen), 7./10. Aug.
161; f). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (161*; fr.).
125. S. Eschscholtzii Stbg. — ku. S. 346.
Luetke-Hafen, an exponierten Stellen, 12. Aug. (158; fr.). — Lorenz-
Bay, 16. Aug. (158*; fr.).
126. S. bronchialis L. — Kırıım. S. 346.
Luetke-Hafen, Meerstrandwiesen, 9. Aug. (164; fl.). — Lorenz-Bay,
16. Aug. (164%; fl.). — Ostcap, Uedle, 24. Aug. (164°; fl.). — Póoten,
28. Aug. (1644; fol.). — Emma-Hafen, 13. Sept. (164°; fol.).
Blüten blassgelblich.
127. S. flagellaris Willd. em. — Excrrn, Monogr. S. 223.
Lorenz-Bay, grasige Abhänge, nur an einer Stelle gesehen, 16. Aug.
(166; fl. et fr. immat.). i
498. S. oppositifolia L. — Kırıım. S. 346.
Luetke-Hafen, Strandwiesen, 12. Aug. (168; defl. et fr.). — Lorenz-Bay,
17. Aug. (168^; fl. et fr.). — Plover-Bay (J. Mum).
199. Chrysosplenium alternifolium L. — Kırrım. S. 346.
Luetke-Hafen, verbreitet, meist verblüht; 40. Aug. (174; fr.). — Cap
Wankarem (J. Mum).
Sin. St. Laur. (Cnax.).
130. Parnassia parviflora DC. var, Kotzebuei (Cham. et Sehldl.)
m. — Cf. Kırıım. S. 343 (als Art).
Luetke-Hafen, auf niedrigen Wiesen und grasbewachsenen Bergab-
abhängen verbreitet, 8. Aug. (3; fl.). — Ebenda, 12. Aug. (3*; fr.).
Sin. St. Laur. (Cnan.).
Exemplaria ad 8,5 cm alta; folia interdum glanduloso-punctata, petala trinervia,
staminodia interdum setam unicam gerentia, capsula quadrivalvis. — n. 3% hat 4—3
Setae.
Man vergleiche die Bemerkungen über Parnassia parviflora in der vorhergehen-
den Abhandlung, der Flora des südöstlichen Alaska.
464 F. Kurtz.
131. P. palustris L. — Lenes. I., S. 264. — Wars. I., p. 330.
Lorenz-Bay, nur an einem Ort am Westende der Bay gefunden, 17. Aug.
(2; fl.). — Kleine Form.
Umbelliferae.
132. Ligustieum alpinum (Ledeb.) m. — Kg, S. 347 (Pachy-
pleurum).
Luetke-Hafen, an rasigen Abhängen, selten, 8. Aug. (64; fr.) — Uedle,
21. Aug. (64*: fr.).
Die Gattung Pachypleurum , von der LEDEBOUR II. p. 334 angiebt »vittae nullae «,
unterscheidet sich von Ligusticum typicum nur durch die Kleinheit ihrer Vittae (von
denen mitunter 4 in einem Valleculum vorkommen). Identisch hiermit ist Conioselinum?
gayoides Less. (Lenes. II. p. 291), wie schon KanEIN et KırıLow richtig vermuteten,
133. tSelinum Benthami Wats. I. p. 432.
Sin. St. Laur. (Cuax.).
134. 18. enidiifolium Turcz.— Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 22.
Anadyr.
135. iTilingia ajan ensis Reg. et Til. — Trautv. l. c. p. 22.
Anadyr.
136. Angelica silvestris L. — Leves. II. p. 996.
Emma-Hafen, 48. Sept. (63; fl. et fr.).
Sachalin (F. Scamipr).
137. Archangelica Gmelini (Wormsk.) DC. — Lenes. II. p. 361
(Goelopleurum). — Wars. I. p. 413.
Metschygmen-Bay, häufig auf Grasplützen nahe dem Meeresufer;
7. Sept. (63°; fl. et fr.).
Sonst nur noch am Emma-Hafen gesehen.
Angelica Archangelica L. (art, S. 347) wird wohl zu Archang. Gmelini DC. ge-
hören.
Cornaceae.
138. Cornus suecica L. — Lenes. II. p. 377. — Wars. I. p. 44.
Póoten, grasige Abhänge einer Schlucht, nur an einer Stelle gefunden,
28. Aug. (4; defl.).
II. Gamopetalae.
Caprifoliaceae.
139. Linnaea borealis L. — Leper. II. p. 399.
Luetke-Hafen, steinige Tundra am Rande einer Wiese, 18. Aug. a:
fl.). — Nur an einem Standort gefunden.
Kleinblättrige Form.
Rubiaceae.
140. tGalium boreale L. — Kırıım. S. 323.
Konyam-Bay; ziemlich häufig, besonders im Gebüsch; steigt bis zu
einigen hundert Fuß über dem Meeresspiegel empor.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel 465
Valerianaceae.
444. Valeriana capitata Pall. — Kırıım. S. 323.
Luetke-Hafen, an feuchten, grasigen Bergabhängen und an feuchten
Stellen der Riedgras-Tundra häufig, 8. Aug. (6; fl.).
Compositae.
142. Petasites frigidus (L.) Fries. — Kırıın. S. 321.
Luetke-Hafen, häufig auf Strandwiesen, 10. Aug. (127; fr.). — Cap
Wankarem (J. Mur).
143. Aster sibiricus L. f. subintegerrima Trautv., Fl. Boganid.
p. 161. — KorLLw. S. 320 (sub A. sibiricus L. f. Richardsonii Spr.). —
Lener. II. p. 475. — Gray, Syn. Fl. I. 2. p. 176.
Lorenz-Bay, 17. Aug. (130; fl).
Kleine Exemplare (12—144 cm); Strahl lila.
144. Erigeron uniflorus L. — Kırıın. S. 320.
Luetke-Hafen, verbreitet, 8. Aug. (118; fl.).
Sin. St. Laur. (Cuax., E. alpinus L.).
145. Solidago Virga aurea L. var. arctica DC. — ku. S. 320.
Luetke-Hafen, grasige Abhänge, 8. Aug. (125; fl).
Sin. St. Laur. (Cuaw.).
146. Matriearia inodora L. var. phaeocephala Rupr., Flor. Sa-
mojedor. p. 42. n. 468. — Lenes. II. p. 545 (sine var.).
Tunkan, ruderal, nur hier gesehen, 26. Aug. (129; fl.).
147. Chrysanthemum integrifolium Richards. — Kıeıın. 8.315 (sub
Leucanthemum).
Luetke-Hafen, in einer Thalschlucht neben Schneemassen; nur hier
gefunden, 12. Aug. (120; fl.).
Sin. St. Laur. (Cnax.).
148. C. arcticum L. — kat, S. 315 (sub Leucanthemum).
Luetke-Insel, flacher Meeresstrand, 14. Aug. (121; fl). — Cap Wan-
karem (J. Muir).
149. Artemisia borealis Pall. — Kyrrın. S. 315.
Lorenz-Bay, auf steiniger Tundra, 16. Aug. (134; l.).
Die verschiedenen Formen der A. borealis Pall. gehen sehr in einander über. Von
den vorliegenden Exemplaren entsprechen die kleineren ungeführ der var. Ledebouri
Bess., die größeren mit entwickelterem Blütenstande der var. Schauginii Bess. (cf.
Leder, II. p. 567 fT.).
150. cA. laciniata L. var. latifolia (Ledeb. sp.) Trautv. —
Kıeııman S. 316 (A. latifolia Ledeb.). — Vergi. Herner in Fl. Ostsibir. Ill.
9. p. 72—73.
Konyam-Bay, spärlich an einer Felswand.
151. A. vulgaris L. var. Tilesii Ledeb. — kurt, S. 316.
Luetke-Hafen, Ruderalpflanze, auf Strandwiesen, sehr verbreitet,
6. Aug. (138; fl.). — Pöoten, 28. Aug. (138^; fl.). — Metschygmen-Bay,
6. Sept. (138*; fl.). — Cap Wankarem (J. Murr).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd, 30
466 F. Kurtz.
Sin. St. Laur. (Gmam.).
Die Exemplare von Póoten. zeigen sehr schöne unterirdische Ausläufer.
152. A. glomerata Ledeb. — Koirrrw. S. 317.
Auf den Höhen nördlich vom Luetke-Hafen, 7./12. Aug. (137*; fl.).
— Lorenz-Bay, steinige Tundra, 16. Aug. (137; fl.).
Terr. Tschuktschor. (Parr). — Sin. St. Laur. (Cuawm.). — Fret.
Senjawin (Herb. Petrop.).
153. A. globularia Cham. in Besser. — Lenes. HI. p. 588. — Karrrw.
S. 348.
Luetke-Hafen, auf steiniger Tundra, 7. Aug. (135; fl.).
Sin. St. Laur. (Cuaw., Escnsen., Mertens). — Ins. St. Laur. (Escuscn.).
Blüten dunkelviolett (die der A. glomerata. Ledeb. sind gelb). — A. senjawinensis
Ledeb, II. p. 588 gehört eher hierher, nicht zur A. glomerata Ledeb., wie KJELLMAN an-
nimmt (auch A. Gray ist der ersteren Meinung; vergl. Syn. Fl. I. 2. p. 374).
154. CA. trifurcata Steph. f. heterophylla (Bess.) Herder in Fl.
Ostsibir. II. 2. p. 82.
Sin. St. Laur. (MERTENS).
155. A. norvegica Fr. — A. Gray, Syn. Fl. I. 2. p. 374. — Maxi-
movicz, Mél. VIII p. 533. — Kırrım. S. 317 (A. arctica Less.).
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen und grasigen Abhängen, verbreitet;
6./8. Aug. (136; fl.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (136°; fl.).
Die Pflanzen von der Lorenz-Bay repräsentieren eine höhere Form.
156. Antennaria alpina (L.) Gürtn. — ka S. 319.
Luetke-Hafen, an trockenen Bergabhängen, häufig, 8. Aug. (149; fl. et fr.).
157. A. alpina (L.) Gärtn. var. Frieseana Trautv. — Kssuum. l. c.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (119%; fr.).
158. Arnica alpina Olin. — Kırıım. S. 318. — A. Gray, Syn. FLT. 2.
p. 382.
Luetke-Hafen, auf hochgelegenen Wiesen, 8. Aug. (126; defl.).
159. Senecio resedifolius Less. — Kaum. S. 319.
Luetke - Hafen, Strandwiese, nur an einem Standort gefunden!
7./12. Aug. (128; fl.). — Emma-Hafen, Bergabhänge, 21. Sept. (128%; defl.).
Sin. St. Laur. (Cuaw.).
Blätter der Pflanzen von Emmahafen leierförmig bis fiederspaltig.
160. S, frigidus Less. — Kyzıım. S. 318 (sub Cineraria).
Luetke-Hafen, vereinzelt auf der Tundra, 7. Aug. (132; fl.). — Lorenz-
Bay, 17. Aug. (132^; (1). — Ostcap, Uédle, 21. Aug. (133; fl.). — Emma-
Hafen, Strandwiesen, 16. Sept. (131; defl.). — Cap Wankarem (J. Mum).
Sin. et Ins. St. Laur. (Cnaw., Herb. Acad. Petrop.).
161. Senecio paluster (L.) DC. y. laceratus Leper. II. p. 648.
Metschygmen-Bay, Sümpfe am Meer, nur einmal gefunden, 7. Sept.
(422; fr.).
Besonders durch die Behaarung ausgezeichnet; ühnlich lacerate Formen kommen
auch bei Berlin vor!
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 467
162. Saussurea alpina (L. DC. var. angustifolia (DC.) Reg. et
Til. — Kırıın. S. 321.
Luetke-Hafen, häufig an Bergabhängen; 6. Aug. (124; fl.). — Lorenz-
Bay, 16. Aug. (124°; fl.).
Sin. St. Laur. (nn),
163. Taraxacum vulgare (Lam.) Schrk. — kurt, S. 322 (T. offici-
nale Web.).
Luetke-Insel, auf Strandwiesen; 41. Aug. (193; fr.).
164. tT. phymatocarpum J. Vahl f. albiflora Kjellm. — Kern.
S. 322.
Konyam-Bay ; auf einer Strandebene sehr verbreitet.
Campanulaceae.
165. -Campanula uniflora L. — Kyerın. S. 323.
Konyam-Bay; spärlich an einer Bergwand.
166. +C. lasiocarpa Cham. var. nutans Trautv., Fl. Terr. Tschuk-
tschor. p. 26.
Anadyr.
Ericaceae.
167. Vaccinium Vitis idaea L. f. pumila Hornem. — Kasety.
S. 334.
Luetke-Hafen, verbreitet an grasigen Abhüngen; 7. Aug. (73; fl.).
— Ostcap, Uédle; 21. Aug. (73*; fl. purp.!).
168. V. uliginosum L. var. mucronatum Herder, Pl. Radd. IV,
1. p. 38. — Gray, Syn. Fl. IL 4. p. 23. — Ku, S. 335 (sub Myrtillus,
sine var.).
Luetke-Hafen; 8. Aug. (74; subdetl.).
169. Arctostaphylos alpina (L.) Spr. — Korrzw. S. 335.
Luetke- Hafen, auf der Tundra; 12. Aug. (75; fr.). — Lorenz-Bay,
16. Aug. (75°; fol.).
Sin. St. Laur. (Cnax.).
170. -Andromeda polifolia L. f. acerosa Hartm. — kat,
S. 336.
Lorenz-Bay. — Konyam-Bay.
171. Cassiope tetragona (L.) Don. — Kagrrx. S. 336.
Luetke-Hafen, an trockenen Stellen sehr häufig, 6./10. Aug. (69; fl.
et defl.). — Emma-Hafen, 16. Sept. (69%; fl.}. — Plover-Bay (J. Mum].
172. Bryanthus taxifolius (Pall. A. Gray. — kum, S. 333
(Phyllodoce coerulea [L.] Bab.).
Emma-Hafen, an rasigen Bergabhängen häufig, 14./30. Sept. (65; Tri,
173. Loiseleuria procumbens (L.) Desv. — Kaum. S. 334.
Luetke-Hafen, häufig an steinigen Abhängen, 10. Aug. (72; defl.).
30*
468 F. Kurtz.
174. tiRhododendron lapponicum L. a genuinum Herder, Flor.
Ostsibir. IV. 4. p. 61.
Arakamtschetschene (C. Warıicur).
175. +R. parvifolium Adams. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 27. — Leber. Il. p. 924.
Anadyr.
176. R. kamtschaticum Pall. — kurt. S. 334.
Luetke-Hafen, häufig auf steiniger Tundra, 7. Aug. (71; fl). —
Lorenz-Bay, 16. Aug. (in: defl.). — Ostcap, Uédle, 24. Aug. (71^; f).
— Pöoten, 28. Aug. (71*; fl.). — Plover-Bay (J. Muir).
Sin. St. Laur. (Cuaw.).
Nom. vernac.: »Uedljunajàt «.
177. Ledum palustre L. — kurt, S. 334.
Luetke-Hafen, häufig an steinigen Abhängen und auf der steinigen
Tundra, 7./12. Aug. (70; fl. et defl.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (705; defl.).
178. Pirola rotundifolia L. var. pumila Hook. — Kırıın. S. 333
(als P. grandiflora Rad.).
Lorenz-Bay, auf Grasplätzen am Strande, 17. Aug. (66; fr.). — Ost-
cap, Uédle, 21. Aug. (66°; 1l.).
179. +P. uniflora L. — Herber, Flor. Ostsibir. IV. 4. p. 87.
Sin. St. Laur. (Cuonis.).
Lentibularieae.
180. ;Pinguicula glandulosa Trtv. et Mey. — Tnavrv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 28.
Anadyr.
Primulaceae.
181. Primula nivalis Pall. — Kysıın. S. 330.
Luetke-Hafen, tiefliegende Wiesen nahe dem Meeresstrande hüufig,
10./12. Aug. (11; defl. et fr.). — Emma-Hafen, 15. Sept. (11*; fol.).
Ins. St. Laur. (Cuaw.).
182. P. nivalis Pall. var. pumila Ledeb. — Kszıın. l. c.
Luetke-Hafen, mit der Hauptform zusammen, 6. Aug. (44°; defl.
et fr.).
Sin. St. Laur. (nn).
P. Tschuktschorum Kjellm, (l. c. S. 331) ist als Varielät zu P. nivalis Pall. zu ziehen;
sie unterscheidet sich von der mitunter auch nur zweiblütigen var. pumila hauptsüchlich
durch die schmäleren und längeren Kelchzipfel.
183. ŅP. farinosa L. var. stricta Whlbg. — Tnaurv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 28.
Anadyr.
184. P. sibirica Jacq. var. borealis (Duby sp.) m. — Kırıın.
S. 332 (sp.).
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 469
Luetke-Hafen, auf tiefliegendem, steinig-sandigem Boden verbreitet,
8. Aug. (10; defl.).
Ins. St. Laur. (Cuam.).— Sin. St. Laur. (ded. Fıscner). — Beringsstr.
(Cnonis).
185. Androsaces ochotensis W. — kurt, S. 332 e. p.
Uédle, auf steiniger Tundra, einzeln, 21. Aug. A4; fr.).
Ochotsk (Merk, Herb. Pall., Herb. Willd.).
186. A, ochotensis W. var. arctica (Ch. et Schldl.) m. — Kyerın.
Luetke-Hafen, auf der steinigen Tundra verbreitet, 40. Aug. (13; fr.).
A. arctica Ch. et Schldl. ist eine durch den Habitus und die viel kleineren, dicht-
behaarten Blütter unterschiedene Varietüt der 4. ochotensis W. — Ein status vernalis,
wie TnaurvETTER will, kann A. arctica nicht sein, da Cnawisso's Exemplare im August
gesammelt sind und reife Kapseln tragen (Traurv., Fl. rip. kolym. p. 50).
187. A. villosa L. — Leper. I. p. 17.
Luetke-Hafen, an tiefliegenden Stellen polsterbildend, 8. Aug. (9;
defl. et f1.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (9*; defl. et fl.).
Sin. St. Laur. (Herb. Acad. Petrop.).
188. A. villosa L. var. latifolia Ledeb. — Kırıın. S. 332.
Luetke-Hafen, an feuchten Stellen nahe dem Strande, 6. Aug. (8; H.
— Lorenz-Bay, 16. Aug. (8*; subdell.).
Beringsstr. (Cnoms.). — Ins. St. Pauli (Cnam.). — Sin. et Ins.
St. Laur. (Cnaw.).
A. capitata W. in Herb. Berol. ist hiermit identisch.
189. +A. septentrionalis L. f. typica Herder, Flor. Ostsibir.
IV. f. p. 120.
Arakamtschetschene (C. Wnicur).
190. Dodecatheon Meadia L. var. frigida (Ch. et Schldl.) A. Gray,
Syn. Fl. Hl. 1. p. 57—58. — Kırıın. S. 332 (als Art).
Lorenz-Bay, 17. Aug. (141*; fr.).
Sin. St. Laur. (Cnam).
194. +Trientalis europaea L. f. arctica Ledeb. (lll. p. 24). —
kat. S. 330.
Konyam-Bay ; spärlich unter Gebüsch an einem Abhang.
Gentianeae.
192. Gentiana propinqua Richards. — Leves. Ill. p. 57.
Luetke-Hafen, verbreitet auf Wiesen am Meeresstrande, 15. Aug. (20;
fl.). — Lorenz-Bay, 17. Aug. (20° fl). — Arakamtschetschene (C. Wnrenr).
193. 6. tenella Rottb. — Lenee. III. p. 56. — Herpe, Pl. Radd. IV.
1. p. 450.
Lorenz-Bay, auf Wiesen am Meeresstrand verbreitet, 16./17. Aug.
(20^; fl. et fr.).
470 F. Kurtz.
194. G. prostrata Haenke. — Kirn. S. 323.
Luetke-Hafen, verbreitet auf Wiesen am Meeresstrand, 7. Aug. (21;
fl. et dell — Lorenz-Bay, 17. Aug. (21*; fl.).
Sin. St. Laur. (Gmam.).
195. 6. frigida Haenke « genuina Ledeb. — Ku. S. 324.
Luetke-Hafen, auf steiniger Tundra, 7./8. Aug. (23; fl.).
Sin. St. Laur. (Cnaw.).
196. 6. glauca Pall. «minor Ledeb. — Kırıın. S. 394.
Luetke-Hafen, 7./12. Aug. (22; fl. et fr.). — Pöoten, 98. Aug. (22*;
fl.). — Plover-Bay (J. Mum).
Sin. St. Laur. (Cuan.).
Polemoniaceae.
197. Polemonium coeruleum L. var. humile (W.) m. f. pulchella
(Bge. sp.) m. — Kyrıım. S. 328 (sine var. etc.) — Herber, Pl. Radd. IV. 4.
p. 202.
Luetke-Hafen, verbreitet auf Wiesen am Meeresstrande und an feuch-
ten Bergabhängen, 7./8. Aug. (19; fl).
Das Original des P. humile W. liegt im Herb. Willd. unter n. 3770. — Man ver-
gleiche die Bemerkungen über Polemonium coeruleum L, und seine Formen in der vor-
hergehenden Aufzählung der Alaska-Pflanzen S. 399.
Diapensiaceae.
198. Diapensia lapponica L. — Kırıım. S. 329.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (67; fr.). — Emma-Hafen, verbreitet auf der
steinigen Tundra und an steinigen Abhüngen, große Polster bildend (von
25 und mehr em im Durchmesser) 14. Sept. (67*; fl). — Plover-Bay
(J. Mum).
Kamtschatka (Erman, Cuam.).
Borraginaceae.
199. Mertensia maritima (L.) J. E. Gray. — Lenes. II. p. 132.
Luetke-Hafen, am Strande häufig, 9. Aug. (95; defl. et fr.).
Beringsstraße (Cnonis), Arakamtschetschene (C. WaicHr).
200. +M. kamtschatica A. DC. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 29. — Hrnnzn, Pl. Radd. IV. 4. p. 230. — A. Gray, Syn. FI. II. 1. p. 201
(sub M. paniculata Don).
Anadyr. .
201. Myosotis silvatica Hoffm. var. alpestrisKoch.— Kjrrtm. S.328.
Luetke-Hafen , auf Strandwiesen und an geschützten Bergabhängen,
8./19. Aug. (92; fl.).
Sin. St. Laur. (Cnaw.).
202. M. silvatica Hoffm. var. alpestris Koch, flore albo.
Luetke-Hafen, 12. Aug. (925; fl.).
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 471
203. Eritrichium nanum (Vill.) Schrad. var. villosum (Bge.) m. —
Kısıım. S. 397 (als Art). — Herven, Pl. Radd. IV. 4. p. 254 (als Art).
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen, 8. Aug. (94; fl. et defl.).
"In dem europäischen E. nanum Schrad. kann man alle Formen der asiatischen
E. villosum Bge., E. aretioides A. DC. und E. Chamissonis A. DC. finden; die var. platy-
phyllum Ledeb. des E. villosum Bge. ist schon ein Übergang zum typischen E. nanum
Schrad.
Scrophulariaceae.
204. -Castilleja pallida Kth. — Traurv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 30.
Anadyr.
205. Pedicularis verticillata L. — Kırıın. S. 324.
Luetke-Hafen , auf Wiesen verbreitet, 7. Aug. (100; fl.). — Póoten,
üppige Wiese, 30. Aug. (97; fr.); nur ein Standort.
Ins. St. Pauli et St. Laur. (Cnau.).
206. +P. amoena Adams. — Tnavrv. Le p. 30.
Anadyr. l
207. +P. lapponica L. — Tnavrv. l. c. p. 30.
Anadyr.
208. +P. euphrasioides Steph. — Trautv. l. c. p. 30.
Anadyr.
209. P. palustris L. f. arctica F. Schmidt. — Kırıım. S. 325.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (100*; fl.).
210. P. sudetica W. — ku. S. 325.
Luetke-Hafen, 7./12. Aug. (101 et 101^; fl.).
Ins. St. Laur. (Cnau.).
Die Formen lanata Walp. und gymnocephala Trtv. (1015) kommen hier durchein-
ander vor.
211. +P. Langsdorffii Fisch.
Cap Wankarem (J. Murr).
312. P, Langsdorffii Fisch. var. lanata (W.) A. Gray, Syn. Fl. IL 4.
p. 309. — kat, S. 326 (als Art).
Lorenz-Bay, stellenweise auf feuchten Wiesen, 17. Aug. (99; fr.).
Nom. vernac.: »Kadlkokónga«, essbar.
213. +P. Oederi Vahl. — Kerim. S. 326 (P. versicolor Whlbg.).
St. Lorenz-Bay. — Konyam-Bay.
214. P. capitata Adams. — Kırıım. S. 327.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen verbreitet, 7./12. Aug. (98; fr.).
Orobanchaceae.
215. +Boschniakia glabra C. A. Mey. — Traurv., Fl. Terr. Tschuk-
tschorum p. 32.
Anadyr.
472 F. Kurtz.
Selaginaceae.
216. Lagotis glauca Gärtn. — Kart. S. 394.
Uédle, 23. Aug. (96; fl.); auf Strandwiesen zerstreut.
217. L. Stelleri (Spr.) Rupr. — Kserın. l. c. (als var.).
Luetke-Hafen, 7. Aug. (96°; fl. et defl.). — Lorenz-Bay, 17. Aug.
(96^; fl. et defl.).
Sin. St. Laur. (Cnaw.).
Plumbaginaceae.
218. Armeria vulgaris L. f. arctica Gham., Ledeb. — Leper. NI.
p. 457. — Kerim. S. 329 (sub A. sibirica Turez.).
Lorenz-Bay, häufig; 46. Aug. (179; fl).
Beringsstr. (Cnoris). — Sin. St. Laur. (Cnam. ).
III. Monochlamydeae.
Polygonaceae.
219. Oxyria digyna (L.) Hill. — Korn. S. 361.
Luetke-Hafen, überall häufig, 8. Aug. (91; fr.). — Lorenz-Bay,
16. Aug. (91* fr.).
Sin. et Ins. St. Laur. (Cuaw .).
220. Rumex arcticus Trautv. — Kısıın. S. 360.
Lorenz-Bay, auf Strandwiesen, 17. Aug. (90; fr.).
221. R. domesticus Hartm. — Kırıınm. S. 361.
Konyam-Bay ; spürlich auf einem Bergabsatze.
222. R. graminifolius Lamb. — Kyrıın. S. 361.
Lorenz-Bay, 16./17. Aug. (89; fl. et fr.); auf grasigen Flächen am
Strande.
Nom. vernac.: » Nyrgät«,
223. Polygonum Bistorta L. — Kart. S. 359.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen häufig, 7. Aug. (87; fl).
Sin. St. Laur. (Cnaw.).
224. P. viviparum L. — kan S. 360.
Lorenz-Bay ; zerstreut auf trockenen grasigen Abhängen. — Konyam-
Bay; verbreitet, aber zerstreut; auf Strandebenen und an Bergwänden.
Von den Gebrüdern Krause als überall vorkommend notiert.
225. +P. Pawlowskianum Glehn (?). — Traurv., Fl. Terr. Tschuk-
tschor. p. 33.
Anadyr.
226. P. polymorphum Ledeb. var. frigida (Ch. et Sehldl.) Ledeb.
— Ktm. S. 360.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen häufig, 7. Aug. (88; fl.).
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 473
227. Koenigia islandica L. — Lenes. HI. p. 535.
Luetke-Hafen, an feuchten Stellen verbreitet, 10. Aug. (45; fl.) —
Uédle, 23. Aug. (19*; fl.). — Pöoten, 29. Aug. (15°; fr.).
Scheint aus Nordostasien noch nicht bekannt zu sein.
Empetraceae.
228. Empetrum nigrum L. — Leper. Ill. p. 555. Kanu. S. 347.
Luetke-Hafen, sehr reichlich an grasigen Stellen und reich fructifi-
cierend ; 7. Aug. (68; fr.).
Salicaceae.
229. +Salix hastata L. — Kırıım. S. 362.
Konyam-Bay; spärlich an Abhängen.
230. S. pirolifolia Ledeb. a. alnoides (Schang.) Andersson. —
DC., Prodr. XVI. 2. p. 957. — Lenes. III. p. 613.
Póoten, 28./30. Aug. (82 et 84; fol.).
Trotz verschiedener Abweichungen von den Diagnosen halte ich diese Weide für
S. pirolifolia Ledeb., die übrigens hóchstwahrscheinlich als var. zu S. hastata L. zu
ziehen ist, von der sie sich nur durch die Stipulae, das Amentum non foliatum und das
Germen villosum zu unterscheiden scheint,
231. S, pirolifolia Ledeb. b. orbiculata Ledeb. I. c. —
ANDERSS. l. c.
Luetke-Hafen, auf der Tundra, 42. Aug. (82°; fol.). — Uédle; 21. Aug.
(80^; fl. Q).
232. +S, fuscescens Anderss. — kaum, S. 362.
Konyam-Bay; ziemlich verbreitet an Abhängen und Uferabsätzen.
233. S. boganidensis Trautv. (?) — ku. S. 362. — ÅNDERSSON
in DC. Prodr. XVI. 2. p. 277.
Póoten, 28. Aug. (83; fol.).
234. +8. tay mirensis Trautv. — Kıeıım. S. 362.
Lorenz-Bay; ziemlich verbreitet auf Uferabhüngen. — Konyam-Bay:
spärlich auf Strandebenen, häufiger an Abhängen.
235. +S. lanata L. — kurt S. 362.
Konyam-Bay; spärlich an einem Abhang.
236. +S. Lapponum L. var. Trautvetteriana (Anderss.) Glehn.
et var. speciosa (Hook. et Arn.). Trautv. — Traurv., Fl. Terr. Tschuk-
tschor. p. 33—34.
Anadyr.
337. S. glauca L. — Kırıın. S. 363. — Anpenss. l. c. p. 280.
Lorenz-Bay, hüherer Straueh, Gebüsche bildend , auf Strandwiesen,
17. Aug. (78 et 81; fr.).
Tigil (Erman). Ä
An der Lorenz-Bay kommen 4 m hohe Gebüsche mit armsdicken Stämmen vor.
S. arctica Pall. und S. glauca L. unterscheiden sich nur durch die kürzeren Griffel,
die dichtere Behaarung der Kapseln und den hóheren Wuchs der letzteren von ein-
ander. Nun liegt aber aus Grönland S. glauca mit längerem Griffel vor, und ferner
474 F, Kurtz.
stimmt die S. glauca L. y latifolia von Ajan (Tiling n. 258) bis auf die kurzen Griffel und
die etwas kürzeren Kützchen sehr gut mit S. Pallasii Anderss. « crassijulis (Trautv.)
Anderss. überein. S. glauca, arctica und Pallasii dürften zu dem Formenkreise einer
Art gehören, und zwar ist S. Pallasii das verbindende Glied der beiden anderen,
238. S. arctica Pall. var. Pallasii (Anderss.) m. Vergl. ka,
S. 363. — Axnrnss. in DC., Prodr. XVI. 2. p. 285—286.
Luetke-Hafen. 7. Aug. (84^; Jet Q, fr.).
239. S. arctica Pall. var. Pallasii m. f. diplodyctia (Trautv.) m.
Vergl. DC., Prodr. XVI. 2. p. 285.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (84; fr.).
240. 1S. arctica Pall. 8. Brownei Anderss. f. fumosa (Turez.)
Anderss. DC., Prodr. XVI. 2. p. 286. — Kırıın. S. 363 (S. fumosa Turcz.).
Lorenz-Bay; spärlich auf Strandebenen.
241. +S, arctica Pall. var. nervosa Anderss. (S. cuneata Turez.) —
Tnavrv., Fl. Terr. Tsehuktschor. p. 36.
Anadyr.
242. 18. Chamissonis Anderss. — Kırıım. S. 363.
Lorenz-Bay; spärlich. — Konyam-Bay; ziemlich verbreitet an Ab-
hängen.
Sin. St. Laur. (Cnam. ; als S. serrulata Anderss. n. sp.)
243. N. Anglorum Cham. (S. phlebophylla Anderss.). — DC.,
Prodr. XVI. 2. p. 290. |
Luetke-Hafen, 10./12. Aug. (79; Q et jf). — Lorenz-Bay, 17. Aug.
(795; fol). — Péóoten, 28. Aug. (79°; fr.. — Emma-Hafen, 22. Sept.
(79*; fr.).
Ins. St. Laur. (Cuaw.; »S. anglorum« nob.)
Den asiatischen Standort hat ANpERssoN vergessen anzuführen.
244. S. ovalifolia Trautv. — kaum, S. 363. — Anpersson in DC.,
Prodr. XVI. 2. p. 291.
Luetke-Hafen, auf Strandwiesen, niederliegend, 7. Aug. (80; fr.). —
Uédle, 24. Aug. (80^; fr.). — Póoten, 28. Aug. (80%; fr.).
Ins. St. Pauli (Cnam. » S. myrtilloides L.?«).
Die n. 80 vom Luetke-Hafen entspricht ganz Cnauisso's S. myrtilloides f. 4! (Linnaea
VI. p. 539), die auch Anpersson zu S. ovalifolia Trautv. citiert.
245. 18. rotundifolia Trautv. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor.
p. 37. — Annznss. in DC., Prodr. XVI. 2. p. 999.
Anadvr.
Sin. St. Laur. (Cman.).
246. +S. berberifolia Pall. — Tnaurv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 35.
Anadyr.
247. S. reticulata L. — km S. 364.
Luetke-Hafen, an Abhängen häufig, 7./12. Aug. (77; fl. Q et fr.). —
Lorenz-Bay, 17. Aug. (77^; fol.).
Sin. St. Laur. (Cuaw.!.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 475
Ein Exemplar vom Luetke-Hafen hat Blätter bis zu 5 cm Länge und 5,5 cm
Breite.
248. +8. Arbuscula L. var. prunifolia Ledeb. — Tnavrv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 35.
Anadyr.
249. +S. nummularia (Turez.) Anderss. var. subretusa Anderss.
— Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 36.
Anadyr.
250. S. herbacea L. var. polaris (Wahlbg.) m. — Kırıım. S. 364
(als Art). — Anpensson in DC., Prodr. XVI. 2. p. 299 (p. spec.).
Luetke-Hafen, 7. Aug. (85; fr.). — Ostcap, Uédle, 21. Aug. (85* fr.).
Die vorliezende Weide ist eine forma foliis junioribus subtus longe adpresseque
albopilosis, capsulis glabris, manifeste pedicellatis, — Anpersson (Sal. Lapp. p. 87) sagt:
stylus elongatus; Wimmer (Sal. Europ. p. 127) giebt an: stylus mediocris. Die vor-
liegenden Exemplare haben einen stylus brevis. Die Blütter der vorliegenden Form sind
unterwürts mit langen, weiBen, angedrückten Haaren besetzt, und werden spáter kahl,
wie Wimmer dies (l. c. p. 426) von S. herbacea L. angiebt. Die Kapseln sind öfters sehr
deutlich gestielt, so z. B. bei Exemplaren, die Hartmann auf dem Dovrefjeld gesammelt.
Betulaceae.
251. Betula glandulosa Mehx. var. rotundifolia (Spach) Regel.
— kurt, S. 364.
Luetke-Hafen, verbreitet auf der Moostundra, 10. Aug. (76; fr. immat.).
Häufig auch an der Metschygmen-Bay gesehen.
252. -Alnaster fruticosus (Rupr.) Ledeb. Ill. 655. — Karrrx. S. 364
(Alnus ovata [Schrk.] J. Lge. var. repens (Wormsk.] J. Lge., Consp. Fl.
Groenl. p. 141).
Konyam-Bay ; ziemlich gemein an Abhängen.
B. Monocotyledones.
Orchideae.
253. -Peristylus viridis Lindl. — Kırıım. S. 356 (sub Coeloglossum).
Konyam-Bay; ziemlich gemein an Felswänden.
Liliaceae.
254. Lloydia serotina (L.) Rchb. — ka, S. 375.
Luetke-Hafen, an grasigen Abhängen und auf hochgelegenen Wiesen,
8. Aug. (181; fr). — Pöoten, 30. Aug. (182; fol.). — Emma -Hafen,
22. Sept. (181*; fr.).
Ins. et Sin. St. Laur. (Cnau.).
255. Allium Schoenoprasum L. 8. sibiricum Willd. — Lenes.
IV. p. 166 (sine var.). — Reser, Monogr. S. 78. n. 39 f.
Póoten, grasige Abhänge, nur hier beobachtet, 29. Aug. (178; fl.).
476 F. Kurtz,
Sin. St. Laur. (Cuaw.).
Schóne krüftige Exemplare, durchschnitllich 25—30 cm hoch, an die Pflanze der
Sudeten erinnernd,
Melanthaceae.
256. Veratrum album L. — Kırıın. S. 375.
Lorenz-Bay, 17. Aug. (180; fr. et fl.).
Sonst nur noch an grasigen Abhängen bei Póoten beobachtet.
257. Tofieldia coccinea Richards. — kg, S. 375.
Luetke-Hafen , häufig auf der steinigen Tundra, 7./10. Aug. (184; N.
et fr.). — Lorenz-Bay, 47. Aug. (184^; fl. et fr.).
Juncaceae.
258. Luzula Wahlenbergii Rupr. — Kasıın. 8, 373. — BUcHeNaU,
Monogr. Juncacear. (Encrer’s Jahrb. XII) p. 412.
Uëdle, steinige Tundra, nur einmal gefunden, 21. Aug. (175; fr.).
Eine verhältnismäßig niedrige, schmalblättrige Form.
259. L. arcuata Whlbg. f. latifolia Kjellm. — Kısıım. S. 374.
BucuENAU, l. c. p. 123.
Luetke-Hafen, verbreitet, 8. Aug. (177; fr.). — Osteap, Uédle, 21. Aug.
(177°; fr.).
Die von KJELLMAN a. à. O. nicht besonders erwähnte Färbung der Inflorescenzen
erinnert an L. pallescens Bess. — BUCHENAU (l. c. p. 125) bringt diese Form zu L. confusa
Lindeb. und vermutet in ihr einen Bastard von L. arctica und L. confusa.
260. L. arctica M. N. Blytt. — Bvcugxav, Krit. Verz. S. 50, 409. —
Exsrer's Jahrb. I. S. 144; Monographie l. c. p. 121.
Uédle, häufig auf der steinigen Tundra, 24. Aug. (184; fl.). — Luetke-
Hafen, 12. Aug. (176; fr.).
Die Bestimmung dieser Pflanze ist sehr unsicher ; die Exemplare von Uédle stimmen
in ihrer Kleinheit und Kahlheit, dem gedrängten Blütenstand und den breiten Blättern
gut mit Bucnenau’s Bemerkungen über L. arctica überein, aber die Perigonblätter sind
zugespitzt und die Bracteen etwas faserig-gefranst. Die Pflanze vom Luetke-Hafen
bildet einen noch deutlicheren Übergang zu L. confusa Lindeb.; sie besitzt eine Kapsel
mit kurzer Spitze, und ist höher, als es im allgemeinen die als L. arctica zusammen-
gefassten Formen sind, doch hat auch diese eine Rosette breiter, langzugespitzter, kahler
Blätter.
261. L. confusa Lindeb. — Kırıın. S. 373 (als var.). — BUCHENAU,
l. c. p. 124. — J. Lance, Consp. Fl. Groenl. p. 127.
Lorenz-Bay, auf der steinigen und auf der Moostundra, 16, Aug.
(176°; fr.). — Osteap, Uédle, 24. Aug. (176^; fr.). — Metschygmen-Bay,
4./5. Sept. (176°; fr.).
262. +L. spicata DC. — Becurwau l. e. p. 127.
Cap Wankarem (J. Mur).
Vergl. KJELLMAN l. c. p. 307.
263. Juncus castaneus Sm. — Karııman S. 373. — Bucnsxaul. c.
p. 402, — J. Lance l. c. p. 123,
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 477
Luetke-Hafen, auf der Tundra und an feuchten Stellen häufig; 8. Aug.
(183; fr.). — Lorenz-Bay, 17. Aug. (183°; fr.). — U&dle, 21. Aug. (1835; fr.).
26%. tJ. triglumis L. — Trautv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 38. —
Bucnenau l. c. p. 388. — J. Lance l. c. p. 123.
Anadyr.
265. J. biglumis L. — Ku. S. 373. — Bucarnau |. e. p. 387. —
J. Lange l. e. p. 122.
Luetke-Hafen, verbreitet an grasigen Abhängen, 10. Aug. (185; fr.).
— Lorenz-Bay, 16. Aug. (185°; fr.). — Uédle, 21. Aug. (185*; fr.). —
Póoten, 29. Aug. (185*; fr.).
Sin. St. Laur. (Cnam).
Cyperaceae.
266. Eriophorum Scheuchzeri Hppe. — Kirrts. p.373. — Borir.
I. p. 628.
Emma-Hafen, 16. Sept. (188°; fr.).
Perigonii laciniis crispulis.
267. +E. callithrix Cham. — kumm, S. 372.
Lorenz-Bay; spärlich auf feuchten, grasigen Stellen der Strandebene.
968. +E. russeolum Fr. — kg, S. 372.
Pitlekaj. — Lorenz-Bay; spärlich auf sumpfigen Stellen der Strand-
ebene.
BückELER (I. p. 629) hat E. Chamissonis Ledeb. als eigene Art, während er F.
russeolum Fr. als var. stoloniferum zu E. vaginatum L. stellt.
269. E. vaginatum L. — Kirzrrw. S. 372. — Borir. I. p. 629.
Luetke-Hafen, 8./10. Aug. (188; fr.). — Póoten, 29. Aug. (188^; fr.).
270. E. polystachyum G. var. angustifolium (Rth.) A. Gray, Man.
Ed. V. p. 566. — Kısıın. p. 372 (spec.). — Boxer. I. p. 631 (spee.).
Pöoten, 28. Aug. (189; fr. immat.).
371, +E. polystachyum L. var. latifolium (Hppe.) A. Gray l. c.
— Lipes. IV. p. 254.
Sin. St. Laur. (Herb. Berol.).
272. -Kobresia schoenoides (C. A. Mey.) Steud. — Lener. IV. p. 262.
— Bexer. I. p. 1437.
Sin. St. Laur. (Escnscn.).
273. Carex scirpoidea Mehx. — Kjem. p. 372. — Bekir. I.
p. 1451. — Lance, Groenl. p. 132.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (215; fr.).
274. €. stenophylla Whlbg. var. duriuscula (C. A. Mey.) m. —
Lener. IV. p. 270, et Besen. II. p. 1181 sub C. stenophylla Whlbg. y maci-
lenta Trev. — Lasse, Groenl. p. 134 (sp.).
Luetke-Hafen, Strandwiesen, 12.Aug. (216; fr.). — Pöoten, 29. Aug.
(216*; fr.).
478 F. Kurtz.
In der Beschaffenheit der Früchte steht diese Form in der Mitte zwischen C. in-
curva Lightf. und C. stenophylla Whlbg. Mit der Fruchtform der ersteren verbindet sie
den lebhaften Glanz des Perigyniums von C. stenophylla, von der sie sich aber durch
schwächere — bis zum Undeutlichwerden gehende — Nervatur des Rückens der
Schläuche unterscheidet. Der Habitus ist ganz der kleinerer Formen von C. stenophylla,
nur geben die dunkler gefürbten Kópfchen ihm etwas Abweichendes.
275. C.lagopina Whlbg. — Lepre. IV. p. 979. — Bekir. II. p. 1201.
Lance, Groenl. p. 135.
Luetke-Hafen, 10. Aug. (212; fr.).
276. C. glareosa Whlbg. — Lenes, IV. p. 285. ` Bekrn. H. p. 1205.
— Lange, Groenl. p. 137.
Lorenz-Bay, an feuchten sandigen Stellen; nur hier gesehen; 46. Aug.
(214; fr.).
277. C. alpina Sw. — Leper. IV. p. 286. — Bekir. II. p. 1350. —
Lance, Groenl. p. 138.
Luetke-Hafen, am Strande, 7./10. Aug. (213; fr.; forma squamis
margine albido-hyalinis).
278. C. atrata L. — Lepes. IV. p. 287. — Bekir. Il. p. 4354. —
Lange, Groenl. p. 439.
Lorenz- Bay, 16. Aug. (218; fr.). — Osteap, Uédle, 94. Aug. (218^;
fr. submatur.).
Die Schlüuche variieren sehr in der Farbe, und findet man an demselben Ort (z. B.
am Meerauge in der Tatra, im Riesengebirge) Exemplare mit gelblichen, mit dunkel-
purpurnschwarzen und mit gelblichen mit mehr oder weniger schwarzpurpurner
Färbung — besonders am oberen Ende — vor.
279. C. pulla Good. — Karıın. p. 369. — Bekir. I. p. 1370. —
Lance, Groenl. p. 453.
Lorenz-Bay, 17. Aug. (208*; defl.).
280. C. pulla Good. var. pedunculata Kjellm. — Kaum. p. 369.
Luetke-Hafen, 7./10. Aug. (208; defl.).
281. C. rigida Good. — Koerın. p. 374. — Boun, II. p. 1370. —
Lance, Groenl. p. 145.
Luetke-Hafen, 7./10. Aug. (209; fr.). — Lorenz-Bay, 16. Aug. (210%;
fr. submatur.).
282. C. aquatilis Whlbg. f. epigaea Laestad. — Kırıın. p. 371.
— Borger. ll. p. 4376.
Luetke-Hafen, 7./9. Aug. (207; fr. submatur.).
Eine ühnliche Form liegt mir aus Lappland (Quidrjodr, leg. kr, als C. stricta
Good, bestimmt, vor.
283. tC. caespitosa L. var. vulgaris Regel. — Tnaurv., Fl. Terr.
Tschuktschor. p. 39.
Anadyr.
284. +C. vaginata Tausch. — Kırıın. S. 370.
Konyam-Bay ; spärlich auf einem Gebirgsabsatz.
Die Flora der Tsehuktschenhalbinsel. 479
985. C. rariflora Sm. — Kırrım. p. 370. — Bon, Il. p. 1425. —
Lance, Groenl. p. 150.
Lorenz-Bay, *7. Aug. (205; fr.).
286. C. podocarpa R. Br. — Kırrın. p. 370.
Luetke-Hafen, 10. Aug. (221 ; Ui
Hier ist die bezügliche Stelle in der vorhergehenden Arbeit, S. 448, nachzusehen,
987. C.rotundata Whlbg. — Lepes. IV. p. 301. — Bekrm. ll.
p. 1430. — Laxaz, Groenl. p. 152.
Luetke-Hafen, höher gelegene Wiesen, 10./12. Aug. (219; dell.).
288. C. capillaris L. — Kerim. p. 369. — Bekir. ll. p. 1443. —
Lange, Groenl. p. 148.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (217; fr.).
289. +C. pedata Whlbg. — Lenes. IV. p. 292. — Bekir. II. p. 1446.
Sin. St. Laur. (Escuscn.).
290. +€. melanocarpa Cham. — ku. S. 370. — Lepre. IV.
p. 302, 303 (C. brachyphylla Turez. et C. inornata Turez.).
Konyam-Bay ; aber zerstreut und spärlich.
291, C. fuliginosa Stbg. et Hppe. var. misandra (R. Br.) m. —
Kerim. p. 370 (sp.). — Bekir. H. p. 1522 sub »C. fuliginosa Schk.«).
Lance, Groenl. p. 439 (sp.).
Luetke-Hafen, 7. Aug. (214; fr. submatur.).
(214°; fr.). — Osteap: Uédle, 21. Aug. (21 Ah; fr.).
Nach Lance (l. c.) bezieht sich Schkunr's Figur auf C. frigida All. (BoECKELER ist
dies entgangen); man thut daher besser, nach Kuxtn’s (Enum. pl. II. p. 435) Vorgang
St. et Hrre. als Autor zu C. fuliginosa zu citieren. — Zu C. misandra R. Br. gehört
auch die von der Un, it. 1828 ausgegebene »C. fuliginosa Schk. var. arctica, in alpibus
pr. Jerkind in Dovrefje!d «. Ich habe diese sehr passende Bezeichnung in der Litteratur,
soweit sie mir hier (Córdoba) zugänglich, nicht finden können, — Die mir vorliegenden
Exemplare der C. misandra R. Br. schwanken zwischen 6 und 28 em Länge.
292, C. ustulata Whlbg. — Ku, p. 369. — Boxer. ll. p. 1524.
Luetke-Hafen, 7. Aug. (214*; defl.).
Lorenz-Bay, 16. Aug.
Gramineae.
293. +Hierochloa pauciflora R. Br. — Kırıım. S. 368.
Lorenz-Bay ` spärlich auf feuchten, nicht bültigen Stellen der Strand-
ebene.
294. H. alpina (Sw.) R. et S. — Korrrx. S. 368.
Luetke-Hafen; /7./40. Aug. (187; fl.).
295. Alopecurus alpinus Sm. — Lenes. IV. p. 461.
Luetke-Hafen; 7./8. Aug. (186; fl.). — Cap. Wankarem (J. Mui).
Dichter behaart als schottische Exemplare (arista medio dorso affixa).
296. Phippsia algida (Sol.) R. Br. — Kırıım. S. 368 (sub Catabrosa).
Luetke-Hafen, auf eben vom Schnee verlassenen Stellen; 8. Aug.
(191; fr. immat.).
480 F. Kurtz.
297. Aretagrostis latifolia (R. Br.) Griseb. — Kırıın. S. 367 (sub
Colpodium).
Luetke- Hafen; 7./10. Aug. (190; Di — Lorenz-Bay; 16. Aug.
(190°; defl.).
298. Calamagrostis deschampsioides Trin. — Lenes. IV. p. 427.
— Bot. of Cal. II. p. 280.
Lorenz-Bay, niedrige sandige Stellen am Meeer; 16. Aug. (202; sub-
defl.). — Cap Wankarem (?; J. Mum).
299. +C. phragmitoides Hartm. — Kızıın. S. 368.
Konyam-Bay.
Diese Art wurde vom Grafen Warpsunc-Zkit an der Stschutschja (F. Kurtz, Auf-
zählung der von K. Graf W.-Z. im Jahre 4876 in Westsibirien gesammelten Pflanzen,
Berlin 1879, S. 62), und spüter bei karauly am unteren Jenissei (ca. 70° n, Br.) ge-
sammelt (die an dem letztgenannten Ort gesammelten Pflanzen werden demnächst ver-
üffentlicht werden).
300. ;Deschampsia caespitosa (L.) P. de Beauv. var. borealis
Trautv. — Tnavrv., Fl. Terr. Tschuktschor. p. 40.
Anadyr.
304. Poa laxa Haenke. — Leper. IV. p. 372.
Luetke-Hafen; 8. Aug. (193^; dell.)
o
302. P. arctica R. Br., Misc. Works um Ray Society I. p. 224—225.
— Lenes. IV. p. 373. — Kirrin. S. 367 (P. flexuosa Whlbg.).
Lorenz-Bay ; 16. Aug. (203; subdefl.). — Pöoten; 98. Aug. (1933;
defl.]. — Póoten; 31. Aug. (203*; defl.). — Metschygmen-Bay; 6. Sept.
(193°; defl.). — Cap Wankarem (J. Mum).
Die Pilanze von Póoten nähert sich den breitblättrigen Formen, wie sie z. B. in der
Schweiz vorkommen (Schwarzsee bei Zermatt; leg. NAGEL.
303. P. arctica R. Br. f. gracilis m.
Luetke-Hafen, Wiesen am Meer; 12. Aug. (193; fl. et subdefl.). —
Uedle ; 241. Aug. (1935; *^: defl.).
Fret. Senjawin (Exped. Lurrke). — Ochotsk, Kamtschatka, Una-
laschka (Herb. Berol.).
Diese Pflanzen sehen im Habitus der P, laga Haenke so ühnlich, dass ich sie als
P.laxa Haenke f. stenantha (Trin. sp.) m. bestimmte (P. stenantha Trin. kannte ich
damals nur aus der Diagnose; die in Hower’s Pacific Coast Plants als P. stenantha Trin.
ausgegebene Pflanze ist allerdings eine ganz andere Art, als die Pflanzen von der
BeringsstraBe); E. Haecker teilte mir dann mit, dass diese Pflanze wohl zu der viel-
gestalligen P. arctica R, Br. gehöre. Von den gewühnlichen Formen der P. arctica
R. Br. unterscheidet sich die f. gracilis durch ihre zarle, zierliche Gestalt, den lockeren
Blütenstand und die dunkler gefürbten Rispen.
304. P. arctica R. Br. var.
Lorenz-Bay; 47. Aug. (195; subdefl.).
Diese Form sieht der f. gracilis ähnlich, unterscheidet sich aber durch die steif
abstehenden Äste des Blütenstandes.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. 481
304. +P. pratensis L. f. humilis (Ehrh.) Kjellm. S. 366.
Konyam-Bay ; vereinzelt auf der Strandebene.
305. +P. pratensis L. f. ringens Laest. — ku, S. 366.
Konyam-Bay ; spärlich an Abhängen.
306. Trisetum subspicatum (L.) P. de Beauv. — ku S. 368.
— Lance, Grönl. S. 164.
Luetke-Hafen; 6./8. Aug. (198; subfl.). — Ostcap, Uédle; 21. Aug.
(194; subdefl.). — Pöoten; 29. Aug. (194*; defl.). — Metschygmen-Bay;
6. Sept. (194^; defl.).
307. T. subspicatum (L.) P. de B. f. mutica (Boland. in herb.)
G. Thurber. — Bot. of Cal. II. p. 296.
Luetke-Hafen; 7. Aug. (192°; subfl.).
308. Dupontia Fisheri R. Br. var. psilosantha (Rupr. m. —
Lenes. IV. p. 386 (sp.). — Lange, Grónl. p. 165 (sp.).
Lorenz-Bay ; 46. Aug. (200*; subfl.).
309. +Aretophila pendu lina (Griseb.) Anderss. — Kırıım. S. 367
(Arctophila effusa J. Lange).
Lorenz-Bay; ziemlich gemein auf feuchten Stellen der Uferabhünge,
namentlich in der Nähe der Tschuktschenzelte.
A. effusa Lge. scheint eine jener zweifelhaften Formen zu sein, die zwischen
A. pendulina Anderss. und A. fulva Rupr. in der Mitte stehen (vergl. TRAUTVETTER in Act.
Hort. Petrop. V. p. 438, und F. Kurtz, Waldburg-Zeil's Westsibirische Pflanzen S. 15
und S. 64).
310. Glyceria vilfoidea (Anderss. Th. Fries. — Lange, Grönl.
p. 170.
Póoten; 29. Aug., an nassen, sandigen Stellen dichte Rasen bildend,
selten blühend; 29. Aug. (197; defl.).
311. 6. angustata (R. Br.) Th. Fries. — Lepe». IV. p. 390. — LANGE,
Grönl. p. 174. — R. Br., Misc. W. Ed. Ray Soc. I. p. 223, 255.
Lorenz-Bay; 46. Aug. (194%; defl.).
319. Festuca ovina L. f. alpina (Gaud.) Koch. — Lancer, Grönl.
p. 179.
Luetke-Hafen , an trocknen Stellen, an Bergabhängen; 8. Aug. (201;
defl.). — Emma-Hafen; 22. Sept. (204; defl.).
Ich verstehe hierunter die Form, welche Lange l. c. als F. ovina L. y alpina (Gaud.)
Koch beschrieben. — Nach E. Hacker (Monogr. Festuc. europ. p. 147) ist unsicher,
was unter F. ovina L. B alpina Koch Syn. zu verstehen ist.
313. +F. rubra L. f. arenaria Osb. — Kızıın. S. 365.
Konyam-Bay ` spärlich an Abhängen.
314. F. altaica Trin. — Kırıım. S. 365. — Leper. IV. p. 354.
Pöoten; an Bergabhängen; 29. Aug. (199; defl.).
315. +Bromus ciliatus L. — Kızıın. S. 366 (Schoenodorus). — A. GRAY,
Manual Ed. V. p. 635.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 31
482 F. Kurtz.
Konyam-Bay; spärlich in Ainaster - Gebüsch an einem Abhange im
Innern der Bay.
St. Lorenz-Bay (Escnscu.).
316. Elymus mollis Trin. — KigLLw. S. 365.
Luetke-Hafen, überall am Strande; 9. Aug. (196; defl.).
317. +E. arenarius L. — Lenee. IV. p. 331.
Cap Wankarem (J. Muir).
War bisher von der Nordküste Asiens noch nicht angegeben und gehört wahr-
scheinlich zu den kahleren Formen von E. mollis Trin.
Cryptogamae.
(Pteridophyta).
Lycopodiaceae.
318. Lycopodium Selago L. — Lenes. IV. p. 496.
Luetke-Hafen, überall auf der steinigen Tundra; 7. Aug. (54; fol.). —
Lorenz-Bay, 12. Aug. (51*; fr.). — Uédle, 91. Aug. (51^; fr.).
319. L. alpinum L. — Lenes. IV. p. 498.
Emma-Hafen, Bergabhänge, nur hier beobachtet; 22. Sept. (52; fr.).
320. Selaginella rupestris Spr. — Lenes. IV. p. 500.
Emma-Hafen, zwischen Felsblöcken auf der Höhe; 24. Sept. (53; fr.)
Equisetaceae.
391. Equisetum arvense L. — Lenes. IV. p. 486.
Emma-Hafen, an feuchten Stellen verbreitet, doch selten fructificierend,
16. Sept. (50; fr. steril.).
322. E. variegatum Schleich. — Lepes. IV. p. 490.
Lorenz-Bay, 17. Aug. (50°; fr. fert.).
323. +E. scirpoides Michx. — Leper. IV. p. 491.
Lorenz-Bay (Cuaw.).
Filices.
324. Woodsia ilvensis (L.) R. Br. — Leper. IV. p. 510.
Emma-Hafen, in Felsritzen ; 22. Sept. (56*; fr.).
325. W. glabella R. Br. — Lenes. IV. p. 541.
Póoten, nur wenige Exemplare zwischen Felsblöcken gefunden;
31. Aug. (55; fr.).
396. Aspidium fragrans (L.) Sw. — Lenes. IV. p. 544 (Polystichum).
Metschygmen-Bay, in Felsritzen; 6. Sept. (54; fr.). — Emma-Hafen,
13. Sept. (54^; fr.).
327. Cystopteris fragilis (L.) Bernh. — Lepere. IV p. 516.
Póoten, 34. Aug. (56; fr.. — Metschygmen-Bay, 6. Sept. (56°; fr.).
Kleine Formen.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Musci.
Die von den Gebrüdern Krause auf der Tschuktschenhalbinsel ge-
sammelten Moose sind von Cart Mürter bearbeitet worden (Botanisches
Gentralblatt Bd. XVI. 4883. S. 1—47).
von ihm aufgeführt:
. Andreaea patens C. Müll. n. sp.
compacta C. Müll. n. sp.
— filiformis C. Müll. n. sp.
cuspidata C. Müll. n. sp.
— Krauseana C. Müll. n. sp.
assimilis G. Müll. n. sp.
Krauseellat) Tschuctschica C.
Müll. n. g. et sp.
. Aulacomnium turgidum Schw.
Polytrichum hyperboreum R. Br.
. — strictum Menz.
. — micro-capillare C. Müll. n. sp.
. — loricalyx C. Müll. n. sp.
. Catharinea Tschuctschica C.
Müll. n. sp.
. Tetraplodon mnioides Br. Eur.
. — Tschuctschicus C. Müll. n. sp.
. Funaria microstoma Br. Eur.
. Bryum inclinatum Br. Eur.
. — subobtusifolium C. Müll. n. sp.
. — calobalax C. Müll. n. sp.
. — utriculatun C. Müll. n. sp.
. — arcticum Br. Eur.
. — mirabile C. Müll. n. sp.
. — fornicatum C. Müll.
. — microblastum C. Müll. n. sp.
. — arenarium C. Müll. n. sp.
. — pyriforme L.
. — polymorphum Br. Eur.
. — cucullatum Schw.
. Paludella squarrosa Brid.
. Meesea uliginosa Hdw.
. — Tschuktschica C. Müll. n. sp.
. Bartramia macro-subulata C.
Müll. n. sp.
33
34
35
36.
31.
38.
39.
40.
DI
42.
43.
AA.
45.
46.
AT.
48.
49.
50.
91.
52.
53.
54.
55.
56.
57.
58.
59.
60.
61.
62.
63.
64.
65.
483
Die folgenden 75 Arten werden
Bartramia Krauseana G. Mull.
n. sp.
— fontana Hdw.
— Oederi Schw.
Conostomum boreale Sw.
Dicranum arcticum Br. Eur.
— Labradoricum C. Müll.
— polycarpum Ehrh.
Angströmia Wahlenbergiü C. Müll.
— virens C. Müll.
— cerviculata C. Müll.
Blindia crispula €. Müll.
Distichium inclinatum Br. Eur.
— capillaceum Br. Eur.
Encalypta rhabdocarpa Schw.
Pottia Heimii var. arctica C. Müll.
Trichostomum rubellum Rabenh.
— alpigenum Vent.
— obliquum C. Müll.
Barbula mucronifolia Schw.
— leptopyscis C. Müll. n. sp.
Ceratodon purpureus Brid.
Zygodon Lapponicus Br. Eur.
Orthotrichum perforatum C. Müll.
n. Sp.
— subperforatum C. Müll. n. sp.
— cribrosum C. Müll. n. sp.
— platyblepharis C. Müll. n. sp.
— imperfectum G. Müll. n. sp.
Grimmia'Doniana Sm.
— ovata Web. et M.
— canescens C. Müll.
— lanuginosa C. Müll.
— andreaeopsis C. Müll. n. sp.
Sphagnum cymbifolium Ehrh.
1) Nach Luspnpgrne (Revue bryologique, 4884. No. 2. p. 19) ist die Gattung Krause
ella mit Tetraplodon zu vereinigen.
31*
484
66. Hypnum sarmentosum Whlbg.
67. — brunneo-fuscum C. Müll.
n. Sp.
68. — Alaskanum Lesq. et James.
69. —- heteropterum Ahnf.
70. — abietinum L.
F. Kurtz.
74. Hypnum fastigiatum Bruch.
72. — aduncum Hdw.
73. — revolvens Sw.
7k. — riparium L. var.
75. — scorpioides L.
Die übrigen Kryptogamen sind nicht bearbeitet worden.
C. Alphabetisches Register zu den beiden vorher-
gehenden Arbeiten.
Abies subalpina Engelm. 333, 335, 337,
346, 348, 353, 425.
Acer glabrum Torr. 333, 343, 350,353, 369.
— rubrum L. 333, 343, 350, 369.
Achillea millefolium L. 387.
Aconitum Napellus L. 335, 346, 360, 433,
443, 453.
Actaea spicata L. 343, 360.
Adiantum pedatum L. 426.
Agropyrum dasystachium Vasey 343, 424.
— divergens Nees 343, 424,
— violaceum Lange 343, 424.
Agrostis alba L. 348, 420.
— canina L. 342, 346, 420,
— exarata Trin. 342, 420.
— vulgaris With. 420,
Alaria esculenta Grev. 352,
Allium Schoenoprasum L. 350, 353, 410
437, 446, 449, 475.
Allosurus acrostichoides Spr. 346, 426,
— Stelleri Rupr. 338, 346, 426.
Alnaster Alnobetula Schweinf. 330, 332,
334, 335, 343, 344, 348, 354, 405.
— fruticosus Ledeb. 475.
Alnus incana W. 330, 331, 343, 354, 353,
354, 405.
— rubra Bong. 405, 406.
Alopecurus alpinus Sm. 449, 479.
Alsine biflora Wahlb. 365.
Amelanchier canadensis T. et Gr. 340,343,
345,346,348, 354, 353,370.
Anaphalis margaritacea Bth. 342, 387.
Andreaea assimilis C.-Müll. 483.
— compacta C. Müll. 483,
— cuspidata C. Müll. 483.
DH
Andreaea filiformis C. Müll. 483,
— Krauseana C. Müll. 483.
— parvifolia C. Müll. 430.
— patens C. Müll. 483.
Andromeda polifolia L. 335, 350, 393, 467.
Androsaces ochotensis Willd. 446, 469.
— septentrionalis L. 340, 342, 350, 397,
449, 469.
— villosa L. 433, 435, 44^, 469,
Anemone multifida Poir. 332, 344,354,357.
— narcissiflora L. 335, 336, 348, 354, 357,
436, 445, 454.
— parviflora Michx. 336, 349, 356, 436,
445, 454.
— patens L. 349, 356, 454.
— Richardsoni Hook. 336, 349, 357, 445,
454.
Angelica Archangelica L. 464.
— silvestris L. 445, 464.
Angstrómia cerviculata C. Müll. 483.
— virens C. Müll. 483.
— Wahlenbergii C. Müll. 483.
Antennaria alpina Gärtn. 340, 342, 345,
348, 350, 387, 446, 466.
— carpathica Bl. et Fing. 345, 387.
Antitrichia curtipendula Brid. 430.
Aquilegia formosa Fisch. 344, 359.
Arabis alpina L. 340, 362.
— hirsuta Scop. 340, 344, 349, 364, 362.
— Holboellii Hornem. 344, 362.
— parryoides Kjellm. 439, 440, 448, 446,
454,
— petraea Lam. 344, 344, 364, 362, 454.
— retrofracta Graham 844, 362.
Archangelica Gmelini DC, 342, 383, 438.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Arctagrostis latifolia Griseb. 433, 435, 444,
480.
Arctophila effusa J. Lge. 484.
— pendulina Anderss. 448, 481.
Arctostaphylos alpina Spr. 335, 349, 393,
439, 446, 467.
— Uva-ursi Spr. 335, 340, 346, 349, 352,
353, 393.
Arenaria arctica Stev. 444, 457.
— elegans Cham. et Schlech. 457.
— lateriflora L. 344, 344, 366.
— macrocarpa Pursch 446, 457.
— peploides L. 332,341, 366, 435, 443, 457.
— physodes DC. 443, 457.
— Rossii R. Br. 443, 457,
— scandinavica Spr. 349, 365, 457.
— Tschuktschorum Regel 457.
— verna L. 340, 344, 347, 349, 365, 443,
457.
Armeria sibirica Turcz. 472.
— vulgaris L. 433, 435, 443, 444, 472,
Arnica alpina Olin. 347, 350, 389, 443,
445, 446, 466.
— Chamissonis Less. 347, 389.
— cordifolia Hook. 335, 339, 342, 348, 352,
389.
— latifolia Bong. 335, 348, 389.
— unalaschcensis Less. 350, 389.
Artemisia arctica Less. 388, 466.
— borealis Pall. 435, 446, 465.
— globularia Cham. 446, 466.
— glomerata Ledeb. 435, 443, 446, 466,
— laciniata L. 465.
— latifolia Ledeb. 465.
— norwegica Fries 338, 345, 347, 388, 433,
435, 443, 444, 445, 448, 466,
— trifurcata Steph. 448, 466.
-— vulgaris L. 342, 388, 433, 444, 447,465,
Aspidium aculeatum Sw. 427.
— fragrans Sw. 350, 427, 446, 482.
— Lonchitis Sw. 339, 346, 347, 427.
— munitum Kaulf. 427.
— rigidum Sw. 344, 427.
— spinulosum Sw. 344, 346, 349, 427.
Asplenium Filix femina Bernh, 344, 352,427.
Aster montanus Richards 386.
— peregrinus Pursh 348, 350, 386.
— sibiricus L. 342, 386, 433, 436, 444, 465,
— unalaschcensis Less. 386.
Astragalus alpinus L. 340, 344, 347, 349,
353, 369, 459.
— chorinensis Bunge. 459.
485
Astragalus frigidus Bunge 349, 370, 435,
445, 449, 459.
— Hypoglottis L. 369.
— Schelichowii Turez. 459.
Atrichum angustatum Br. et Schpr. 430.
Atriplex hastatum L. 341, 402.
— littorale L. 332, 344, 402.
Aulacomnium androgynum Schw. 430.
— turgidum Schw. 483.
Barbarea lyrata Ascherson 344, 364.
— vulgaris R. Br. 361.
Barbula leptopyxis C. Müll, 483.
— mucronifolia Schw. 483.
— ruralis Hdw. 430.
Bartramia fontana Hdw. 483.
— Krauseana C. Müll. 483.
— macro-subulata C. Müll. 483.
— Oederi Schw. 430, 483.
— pomiformis Hedw. 430.
Berula angustifolia Koch 343, 382.
Betula glandulosa Michx. 333, 335, 348,
349, 351, 353, 405, 433, 434,
438, 445, 475.
— papyracea Ait, 333, 343, 351, 352, 404.
— papyrifera Michx. 404.
Blindia crispula C. Müll. 430, 483.
Boschniakia glabra C. A. Mey.342, 404,471.
Botrychium lanceolatum Angstr. 343, 346,
426,
— matricariaefolium A. Br. 426.
— ramosum Ascherson 346, 347,349, 426.
— rulaceum W. 426.
Bromus aleutensis Trin. 342, 424.
— ciliatus L. 339, 342, 349, 423, 481.
— subulatus Griseb. 343, 423.
Bryanthus empetriformis A.Gray 335, 347,
348, 394.
— glanduliflorus A. Gray 335, 348, 350,
394,
— taxifolius A. Gray 439, 445, 467.
Bryum acutiusculum C. Müll. 430.
— arcticum Br. Eur. 483,
— arenarium C. Müll. 483.
— bullatum C. Müll. 430.
— calobolax C. Müll. 483.
— cucullatum Schw. 483.
— fornicatum C. Müll. 483.
— inclinatum Br. Eur. 483.
— microblastum C. Müll. 483.
— mirabile C. Müll. 483.
— polymorphum Br. Eur. 483.
— pyriforme L. 483.
486
Bryum stenotrichum C, Müll. 430.
— subobtusifolium C. Müll. 483.
— utriculatum C, Müll. 483,
Calamagrostis canadensis P. de Beauv. 342,
420,
— deschampsioides Trin. 433, 435, 443, 480,
— Langsdorffii Trin. 345, 420.
— neglecta Fries 342, 424.
— phragmitoides Hartm. 480.
— stricta Trin. 421.
Caltha palustris L. 330, 332, 342, 353, 359,
448, 452,
— leptosepala DC, 348, 349, 359.
Campanula lasiocarpa Cham. 335, 347, 348,
391, 467,
— rotundifolia L. 345, 394.
— Scheuchzeri Vill. 394,
— uniflora L. 467.
Capsella Bursa pastoris Mnch. 352, 364.
Cardamine bellidifolia L. 349, 362, 445, 446,
453, 454.
— digitata Richards. 433, 436, 442, 443, 445,
4854.
— hirsuta L. 344, 362.
— pratensis L. 433, 443, 453,
Carex adusta Boott 342, 416.
— alaskana Boeckeler 444,
— alpina Sw. 433, 443, 449, 478.
— aquatilis Whlbg. 342, 447, 433, 434,
443, 445, 478.
— atrata L. 435, 446, 449, 478.
— caespitosa L, 478.
— canescens L. 346, 347, 416.
— capillaris L. 339, 345, 347, 448,446, 479.
— circinata F. Kurtz 355,
— cryptocarpa C. A. Mey. 340, 341, 342,
345, 346, 350, 448.
— disticha Huds, 355, 446, 417,
— echinata Murr. 342, 446.
— festiva Dewey 339, 342, 347, 416,
— flava L. 345, 419.
— fuliginosa Stbg. et Hppe. 435, 446, 479.
— glareosa Whlbg. 342, 346, 416, 435,444,
449, 478.
— Gmelini Hook. 346, 417,
— gynocrates Wormsk. 332, 343, 444.
— Hoodii Boott 445.
— incurva Lightf. 345, 445.
— lagopina Whlbg. 449, 478.
— lenticularis Mchx, 339, 345, 347, 448.
— leporina L, 346, 416,
— Lyoni F. Kurtz 449.
F. Kurtz.
Carex macrochaeta C. A. Mey. 339, 342,
348, 418.
— melanocarpa Cham. 479.
— Mertensii Prescott 342, 344, 417.
— nardina Fries 350, 414.
— nigricans C. A. Mey. 348, 350, 415,
— Novae Angliae Schwein. 419.
— pedata Whlbg. 350, 419, 448, 479.
— pilulifera L. 347, 419.
*— podocarpa R. Br. 448, 446, 479,
— pulla Good. 340, 345, 350, 447, 433,
434, 436, 443, 444, 445, 446,478,
— pyrenaica Whlbg. 348, 445.
— rariflora Sm. 433, 436, 444, 478.
— rigida Good. 434, 435, 445, 446, 478,
— rotundata Whlbg. 434, 445, 446, 449, 479.
— rupestris All. 348, 415.
— Sartwellii Dewey. 339, 342, 347, 353,
416.
— saxatilis L. 447.
— scirpoidea Mchx, 350, 445, 446, 477.
— stellulata Good. 416.
— stenophylla 433, 444, 449, 477.
— Urbani Bcklr. 419.
— ustulata Wg. 446, 479.
— vaginata Tausch. 478.
Cassiope lycopodioides Don 335, 350, 393.
— Mertensiana Don 335, 348, 393,
—- Stelleriana DC. 333, 335, 348, 350, 393.
— tetragona Don 335, 350, 394, 446, 467.
Castilleja pallida Kth. 350, 400, 474.
— parviflora Bong, 348, 400.
— toluccensis Cham. et Sch!dl. 400,
Catharinea Tschuctschica C. Müll. 483,
Cerastium alpinum L. 367, 435, 444, 458.
— arvense L. 339, 344, 347, 367.
Ceratodon purpureus Brid. 483.
Chamaecyparis Nutkaensis Spach 333, 340,
4285.
Chimophila umbellata Nutt. 334, 347, 348,
395.
Chrysanthemum arcticum L. 342, 388,443,
465.
— integrifolium Richards 446, 465.
Chrysosplenium alternifolium L. 347, 378,
443, 444, 445, 463,
Cicuta maculata L. 332, 343, 382.
Cinna arundinacea L. 424.
— latifolia Griseb. 424,
— pendula Trin. 421.
Circaea alpina L. 343, 384.
Cladothamnus piroliflorus Bong.
Die Flora der Tschuktsehenhalbius el.
Claytonia acutifolia Willd. 445, 461,
— sarmentosa C. A. Mey. 349, 368,
— sibirica L. 343, 344, 368.
— virginica L. 464.
Cochlearia officinalis L. 344, 364, 445, 447,
456, 457.
Collinsia grandiflora Dougl. 342, 400.
— violacea Nutt. 400.
Collomia gracilis Dougl. 346, 398.
Comandra livida Richards. 343, 404.
Conioselinum Fischeri Hook. 383.
Conostomum boreale Sw. 483.
Coptis asplenifolia Salisb. 334, 343, 317,
359.
Coralliorrhiza innata R. Br. 407.
Cornus canadensis L. 334, 344, 347, 383.
— stolonifera Michx. 332, 343, 344, 354,
384.
— suecica L. 433, 445, 464.
Corydalis pauciflora Pers. 349, 360, 453.
Crepis nana Richards. 345, 390.
Cryptogramme acrostichoides R. Br. 426.
Cynodontium polycarpum Schpr. 430.
Cypripedium passerinum Richards. 345,409.
— pubescens Willd. 335, 347, 409.
Cystopteris bulbifera Bernh. 346, 355, 428.
— fragilis Bernh. 346, 354, 428, 437, 482,
Delphinium exaltatum Ait. 359, 360.
— Maydellianum Trautv. 453.
— pauciflorum Rchb. 436, 445, 453.
— scopulorum A. Gray 335, 341, 359, 360.
Deschampsia caespitosa P. de B. 341, 342,
345, 494, 480.
— holciformis Presl 346, 421.
Dianthus alpinus L. 456.
— sinensis L. 456.
Diapensia lapponica L. 336, 346, 396, 433,
439, 443, 446, 470,
Dicentra lachenaliaeflora Ledeb. 453.
Dicranum arcticum Br. Eur. 483.
— dipteroneura C. Müll. 430.
— Labradoricum C. Müll. 483.
— polycarpum Ehrh. 483.
Distichium capillaceum Br. Eur. 430,483.
— inclinatum Br. Eur. 483.
Dodecatheon Meadia L. 332, 336, 340, 342
350, 353, 396, 436, 469.
Draba alpina L. 349, 362, 436, 439, 445,
446, 454, 455.
— androsacea Whlbg. 455.
— arabisans Michx. 363, 364,
— aurea Vahl 349, 364.
487
Draba frigida Saut. 449, 455.
— incana L. 345, 349, 363, 445, 453.
— ramosissima Desv. 363, 364.
— repens M. B. 448, 455.
— stellata Jacq. 347,349, 363,364, 445,455.
— Tschuktschorum Trautv, 455.
Drosera rotundifolia L. 340, 380.
Dryas Drummondii Hook. 332, 339, 344,
347, 373.
— octopetala L. 336, 347, 372, 373, 442,
446, 459.
Dupontia Fisheri R. Br. 435, 484.
Echinospermum Redowskii Lehm. 338,
346, 399.
Elymus americanus Vasey et Scribner 341,
342, 424,
— arenarius L. 450, 482.
— mollis Trin, 344, 424, 433, 435, 443, 482.
Empetrum nigrum L. 335, 336, 310, 346,
348, 352, 353, 407, 434, 437, 439,
445, 447, 413.
Encalypta rhabdocarpa Schw. 430, 483.
Epilobium affine Bong. 381.
— alpinum L. 384.
— anagallidifolium Lam. 437, 445, 449, 461.
— angustifolium L. 334, 343,354, 381, 461.
— boreale Haußkn. 343, 384.
— glandulosum Lehm. 340, 381.
— Hornemanni Rchb. 346, 381.
— lactilorum Haußkn. 345, 384.
— latifolium L. 345, 353, 384, 443, 464.
— minutum Lindl. 340, 384.
— origanifolium Lam. 381.
— roseum Schreb. 384.
— spicatum Lam. 381.
Equisetum arvense L. 332, 344, 345, 429,
439, hhh, 482.
— scirpoides Michx. 482.
— variegatum Schleich. 345, 429, 436, hhh,
Erigeron acer L. 342, 387.
— alpinus L. 386.
— compositus Pursch 350, 387.
— elongatus Ledeb. 387.
— lanatus Hook. 350, 356.
— uniflorus L. 350, 386, 443, 444, 445, 465
Eriophorum callithrix Cham. 477.
— gracile Koch 414.
— polystachyum L. 348, 350, 444, 434,
437, 444, 448, 477.
— russeolum Fr. 477.
— Scheuchzeri Hoppe 345, 444, 434, 439,
444, 477.
488
Eriophorum vaginatum L. 433, 443, 477.
Eritrichium nanum Schrad. 433, 444, 474.
Erysimum cheiranthoides L. 364.
Euphrasia officinalis L. 345, 404.
Eutrema Edwardsii R. Br. 436, 445, 456.
Fatsia horrida Benth. et Hook. 334, 343,
347, 354, 383,
Fegatella conica Corda 434.
Festuca altaica Trin. 437, 446, 484,
— ovina L., 423, 446, 484,
— rubra L. 349, 346, 423, 484.
Fontinalis antipyretica L, 430.
Fragaria chilensis Duch, 342, 373.
Fritillaria Kamtschatcensis Gawl. 332, 342,
352, 353, 440,
Frullania chilcootensis Stephani 431.
— nisquallensis Sull. 4314,
Funaria microstoma Br. Eur. 483.
Galeopsis Tetrahit L. 402,
Galium Aparine L. 344, 344, 384, 385.
— asprellum Mx. 339, 385.
— boreale L. 340, 342, 348, 385, 464.
— trifidum L. 342, 344, 385.
— triflorum Michx. 344, 385.
Gentiana Amarella L. 335, 340, 342, 347,
348, 397.
— frigida Haenke 446, 470.
— glauca Pall. 335,348, 350, 398, 445, 470.
— propinqua Richards. 350,398, 433, 444,
449, 469,
— prostrata Haenke 433, 444, 470.
— tenella Rottb. 335, 348, 397, 433, 435
A45, 449, 469.
Georgia quinculata Ldbg. 430.
Geranium erianthum DC. 335, 339, 3414,
348, 368, 458,
Geum calthifolium Sm. 335, 348, 373.
— glaciale Fisch. 446, 460.
— macrophyllum Willd. 343, 373.
— Rossii DC. 433, 437, 439, 442, 443, 444,
445, 460,
Glaux maritima L. 332, 341, 397.
Glyceria angustata Th. Fries 423, 435, 481.
— distans Whlbg. 423.
— maritima Whlbg. 332, 341, 346, 493.
—- pauciflora Presl 332, 343, 423.
— vilfoidea Th. Fries 437, 444, 449, 484.
Graphephorum melicoides P. de Beauv.
344, 346, 422,
Grimmia andreaeopsis C. Müll, 483.
— canescens C. Müll. 483.
— Doniana Sm. 483.
H
F. Kurtz.
Grimmia lanuginosa C. Müll. 483,
— ovata Web. et M. 483.
Gymnomitrium concinnatum Corda 430,
— corallioides Nees 430.
Hedysarum boreale Nutt, 340, 344, 349,
351, 354, 370.
— Mackenzii Richards. 344, 370.
— obscurum L. 435, 445, 459.
Heracleum lanatum Michx. 334, 335, 339,
340, 343, 345, 348, 3514, 353, 383.
Heuchera glabra Willd. 338, 345, 378.
— micrantha Dougl. 339, 378.
Hieracium albiflorum Hook. 344, 390.
— gracile Hook. 335, 348, 390,
Hierochloa alpina R. et S. 338, 346, 350,
354, 449, 433, 444, 479,
-— odorata Fleisch. et Lindem. 342, 419.
— pauciflora R. Br. 479.
Hippuris vulgaris L. 332, 343, 344, 380,
437, 438, 444, 464.
Hordeum nodosum L. 424.
— pratense Hudson 424.
— secalinum Schreb. 342, 424.
Hylocomium loreum Schpr. 430.
— triquetrum Schpr, 430,
Hypnum abietinum L. 484.
— aduncum Hdw. 430, 484.
— Alaskanum Lesq. et James 484.
— brunneo-fuscum C. Müll. 484.
— exannulatum de Not. 430.
— fastigiatum Bruch. 484,
— heteropterum Ahnf. 484.
— Krausei C. Müll. 430.
— polyanthum Schreb. 430.
— reflexum Br, et Schpr. 430.
— revolvens Sw. 484.
— riparium L. 484.
— robustum Hook. 430.
— salebrosum Hoffm. 430.
— sarmentosum Whlbg. 484.
— stellatum Schreb. 430,
— scorpioides L. 484.
Hypopitys lanuginosa Nutt. 396,
Impatiens fulva Nutt. 341, 368.
Iris versicolor L. 342, 409.
— sibirica L. 332, 342, 409.
Juncus alpinus Vill. 345, 419,
— balticus Willd. 332, 344.
— biglumis L. 435, 446, 477.
— bufonius L 441.
— castaneus Smith 345, 412, 436, 444
445, 476.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Juncus Drummondii E. Mey. 350, 414.
— Lesueurii Bolander 344, 346, 354, 412.
— .Mertensianus Bong. 347, 350, 442.
— triglumis L. 477.
— xiphioides Mey. 412.
Jungermannia cordifolia Hook. 431.
— minuta Crantz 431.
— saxicola Schrad. 434.
— setiformis Ehrb. 431.
— ventricosa Dicks. 430.
Juniperus communis L. 333, 335, 340, 346,
348,354, 353, 425.
Kalmia glauca Lit. 335, 349, 394.
Kobresia schoenoides Steud. 448, 477.
Koenigia islandica L. 444, 473.
Krauseella Tschuctschica C. Müll. 483.
Lactuca leucophaea A. Gray 344, 391.
Lagotis glauca Gärtn. 444, 472.
— Stelleri Rupr. 433, 436, 444, 472.
Lathyrus maritimus Big. 332, 341, 374.
— paluster L. 344, 374.
Ledum latifolium Ait, 395.
— palustre L. 348, 350,394, 468,
Leptarrhena pirolifolia R. Br. 348, 376.
Ligusticum alpinum Kurtz 445, 464.
— scoticum L. 339, 382.
Linnaea borealis L. 336, 348, 350, 384, 446,
464.
Listera cordata R. Br. 334, 339, 344, 347,407.
Lloydia serotina Rehb. 350, 440, 446, 475.
Loiseleuria procumbens Desv. 335, 340,
345, 348, 349, 395, 446, 467.
Lonicera involucrata Banks 384.
Lupinus arcticus Wats. 348, 369.
— nootkatensis Donn. 332, 341, 351, 353,
369.
Luzula arctica Bl. 446, 476.
— arcuata Whlb. 348, 350, 411, 444, 476.
— campestris DC. 350, 414, 449.
— confusa Lindeb. 435, 445, 446, 476.
— parviflora Desv. 348, 411.
— spadicea DC. 348, 350, 414.
— spicata L. 348, 441, 450, 476.
— Wahlenbergii Rupr. 446, 476.
Lychnis affinis Vahl 365.
Lycopodium alpinum L. 439, 446, 482,
— annotinum L. 346, 428.
— clavatum L. 344, 346, 429.
— complanatum L. 346, 429.
-— sabinaefolium Hook. 429.
— Selago L. 336, 340, 346, 347, 350, 428,
446, 482.
489
Lycopodium sitchense Rupr. 336, 340, 346,
349, 350, 353, 428, 429.
Lysichiton Kamtschacensis Schott 334,
344, 347, 443.
Madotheca navicularis Nees 431.
— platyphylla Dum. 431.
Majanthemum bifolium Schmidt 334, 344,
347, 409.
Marchantia polymorpha L. 431.
Mastigobryum deflexum Nees 431.
Matricaria discoidea DC. 353, 388.
— inodora L. 443, 448, 465.
Meesea Tschuctschica C. Müll. 483.
— uliginosa Hdw. 483.
Melandryum apetalum Ledeb. 433, 436, 443.
456.
— involucratum Rohrb. 347, 365, 456.
Menyanthes Crista-galli Menzies 335, 339,
348, 398.
— trifoliata L. 344, 398.
Menziesia ferruginea Smith 334, 346, 394,
Mertensia kamtschatica A. DC. 470.
— maritima J. E. Gray 332, 344, 399,
435, 443, 449, 470.
— paniculata Don 350, 399.
Metzgeria pubescens Raddi 434.
Mimulus luteus L. 339, 400.
Mitella nuda L. 348, 378.
Mnium cuspidatum Hedw. 430.
— punctatum Hedw. 430.
Monotropa Hypopitys L. 334, 344, 347,
396.
Montia fontana L. 368.
— lamprosperma Cham. 344, 368.
Musenium divaricatum T. et Gr. 347, 382.
Myosotis silvatica Hoffm. 347, 400, 443,
hhh, 445, 470.
Myrica Gale L. 332,343, 344,354, 354, 404.
Nasturtium amphibium R. Br. 339, 364.
— curvisiliqua Nutt. 339, 361.
Nuphar advena Ait. 360.
Oenanthe sarmentosa Presl. 340, 382.
Orthotrichum cribrosum C. Müll. 483.
— imperfectum C. Müll. 483.
— perforatum C. Müll. 483.
— platyblepharis C. Müll. 483.
— speciosum Nees 430.
— subperforatum C. Müll. 483.
Osmorrhiza nuda Torrey 343, 382.
Oxyria digyna Campdera 346, 402, 440,
445, 447, 472.
Oxygraphis glacialis Bge. 452.
490
Oxylropis campestris DC. 340, 344, 344,
347, 349, 370, 459.
— Lamberti Pursch 344, 370,
— Maydelliana Trautv. 435, 445, 459,
— leucantha Bge. 459.
— Mertensiana Turcz. 436, 445, 446, 459.
— nigrescens Fisch. 348, 349, 353, 370,
444, 446, 458,
— podocarpa A, Gray 450, 459.
— strobilacea Bge, 459.
Paludella squarrosa Brid. 483.
Papaver nudicaule L. 442, 443, 446, 453.
Parnassia fimbriata Koenig 335, 336, 338
345, 348, 379.
— Kotzebuei Cham, et Schldl. 378, 379.
— palustris L. 332, 342, 378, 379, 136, 444,
464,
— parviflora DC. 342, 378, 379, 443, 444,
445, 463,
Parrya glabra Hook. 436, 449, 445, 446, 454.
— nudicaulis Regel 446, 454.
Pedicularis amoena Adams. 474.
— capitata Adams. 348, 350, 401, 433, 444,
414.
— euphrasioides Steph. 350, 404, 474, 474.
— hirsuta L. 350, 404.
— Langsdorffii Fisch. 436, 444, 447, ATA.
— lapponica L. 474,
— Oederi Vahl 474.
— palustris L. 404, 444, 474,
— sudetica Willd, 445, 447, 471.
— versicolor Whlbg. 474.
— verticillata L. 433, 444, 474.
Pellaea gracilis Hook. 426,
Peristylus viridis L. 342, 408, 475,
Petasites frigidus Fries 350, 388, 433, 444,
465.
— palmatus Gray 335, 348, 388.
Phegopteris Dryopteris Fée 349, 427.
— polypodioides Fée 344, 354, 497.
Phippsia algida R. Br. 446, 479.
Phleum alpinum L. 341, 345, 420.
— pratense L. 420,
Phyllodoce coerulea Bab. 467,
Physematium obtusum Hook. 338, 346, 428.
Picea alba Lk. 333, 337, 346, 354, 383, 425.
— sitchensis Carr. 333, 338, 343, 344, 346,
351, 352, 495,
Pinguicula glandulosa Trtv. et Mey. 468,
— vulgaris L. 342, 404.
Pinus contorta Dougl. 333, 336, 337, 346,
351, 352, 425,
’
F. Kurtz.
Pirola chlorantha Sw, 334, 344, 347, 395.
— grandiflora Rad, 468,
—- minor L, 334, 344, 347, 395. .
— rotundifolia L. 334, 347, 396, 436, 444.
468.
— secunda L. 334, 344, 347, 395.
— uniflora L. 334, 344, 347, 395, 448, 468.
Pirus rivularis Dougl. 333, 343, 354, 353,
376.
Plantago macrocarpa Cham. et Schldl. 342,
402.
— major L. 340, 402,
— maritima L. 332, 341, 402,
Platanthera dilatata Lindl. 348, 408.
— hyperborea Lindl. 344, 347, 408.
— unalaschcensis F. Kurtz 348, 408.
— stricta Lindl. 345, 408.
Pleurogyne rotata Griseb. 342, 398.
Poa alpina L. 347, 348, 350, 422.
— arctica R. Br. 336, 338, 346, 349, 422,
433, 435, 444, 448, 449, 480,
— caesia Sm. 422.
— cenisia All. 422.
— flexuosa Whlbg. 422,
— glauca M. Vahl 345, 346, 422.
— laxa Haenke 449, 480.
— pratensis L. 342, 429, 481.
Pogonatum alpinum Roehl 430.
— dentatum Menz. 430.
Polemonium coeruleum L. 345, 346, 350,
399, 433, 443, 444, 445, 470.
Polygonum aviculare L. 342, 403.
— Bistorta L. 440, 444, 447, 472.
— Pawlowskianum Glehn 472.
— polymorphum Ledeb. 444, 472,
— tenue Michx. 347, 403.
— viviparum L. 340, 344, 342, 350, 403,
AAA, 447, 472,
Polypodium falcatum Kellogg 340, 426.
— vulgare L. 346, 354, 496.
Polytrichum hyperboreum R. Br. 483.
— loricalyx C. Müll. 483,
— micro-capillare C, Müll. 483.
— strictum Menz. 483.
Populus balsamifera L. 334, 343, 344, 354,
352, 407.
Potentilla Anserina L. 332, 342, 375, 437,
444, 460,
— arguta Pursch 373.
— biflora Willd. 442, 446, 461.
— dissecta Pursch 340, 342, 348, 349,
373, 374,
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Potentilla elegans Cham. et Schl, 445, 446,
460,
— fragiformis Willd. 374, 375.
— fruticosa L. 340, 342, 348, 349, 353, 375,
464,
— gelida C. A. Mey. 374, 375.
— gracilis Dougl. 332, 342, 374.
— grandiflora L. 340, 342, 345, 347, 349,
374, 445, 460.
— nivea L. 442, 446, 449, 460.
— palustris Scop. 332, 343, 375, 448, 460,
— Sibbaldia F. Kurtz 340, 342, 349, 375,
437, 446, 460,
— stipularis L. 460.
Pottia Heimii C. Müll. 483.
Preissia commutata Nees 431.
Prenanthes alata A. Gray 342, 344, 353, 391.
Primula cuneifolia Ledeb. 350, 397,
— farinosa L. 468.
-— nivalis Pall. 433, 443, 444, 468.
— sibirica Jacq. 345, 350, 396, 397, 444,
468.
Pseudotsuga Douglasii Carr. 425.
Pteris aquilina L. 334, 349, 426.
Ptilidium ciliare Nees 431.
Racomitrium canescens Brid. 430.
— lanuginosum Brid. 336, 430.
— microcarpum Brid. 430.
Radula arctica Stephani 431.
— Krausei Stephani 431.
Ranunculus acris L. 332, 344, 352, 358, 452.
— affinis R. Br. 443, 449, 452.
— Chamissonis Schdl. 445, 454.
— Cymbalaria Pursch 344, 357.
— hyperboreus Rottb. 444, 4514.
— Lapponicus L. 452,
— multifidus Pursch 444, 451.
— nivalis L. 336, 349, 357, 358, 443, 445,
452.
— Nuttallii Gray 336, 348, 349, 357, 359.
— occidentalis Nutt. 332, 341, 359.
— orthorhynchus Hook. 340, 349.
— Pallasii Schlecht. 437, 444, 454.
— pygmaeus Wg. 444, 449, 452.
— recurvatus Poir. 340, 357.
— repens L. 332, 336, 340, 341, 349, 358.
— Schlechtendalii Hook. 358.
Rhinanthus Crista-galli L. 342, 401.
Rhodiola rosea L. 353.
Rhododendron Kamtschaticum Pall. 434,
435, 446, 468.
— lapponicum L. 448, 468.
491
Rhododendron parvifolium Adams. 468.
Ribes bracleosum Dougl. 342, 343, 348,
351, 380.
— hudsonianum Richards. 346, 354, 380,
— lacustre Poir, 332, 342, 343, 344, 351,
379.
— laxiflorum Pursch 332, 344, 345, 351,
379, 380.
— prostratum L'Hér. 345, 351, 353, 379,
380.
— rubrum L. 462.
Rosa nutkana Presl 332, 334, 343,
351, 376,
Rubus arcticus L. 437, 445, 461.
— Chamaemorus L. 349, 372, 433, 434,
439, 44h, 445, 447, A64.
— nutkanus Lindl. 332, 334, 343,
350, 351, 372.
— pedatus Sm. 334, 347, 348, 349, 372.
-— spectabilis Pursch 332, 343, 344, 351,
312.
— strigosus Michx. 332, 343, 344, 354, 372.
Rubus stellatus Sm. 343, 349, 372.
Rumex Acetosella L. 352, 403.
— arcticus Trautv. 444, 447, 472.
— domesticus Hartm. 472.
— graminifolius Lamb. 435, 444, 447.
— occidentalis Wats. 342, 352, 353, 403,
472.
— salicifolius Weinm. 342, 403.
Sagina Linnaei Presl. 457.
— nivalis Fr. 443, 457.
— occidentalis Watson 340, 367.
— procumbens L. 367.
Salicornia ambigua Mchx. 402.
— fruticosa L, 332, 344, 402.
Salix Anglorum Cham, 434, 445, 474.
— Arbuscula L. 475.
— arctica Pall. 334, 335, 349, 351, 406,
433, 434,443, 444, 445,473, A75,
— Barattiana Hook. 332, 333, 334, 343,
346, 354, 406, 407.
— Barclayi Anderss. 343, 407,
— berberifolia Pall. 474.
— boganidensis Trautv. 437, 445, 473.
— brachystachys Benth. 406.
— Chamissonis Anderss. 474.
— cuneata Turcz. 475.
344,
344,
— flavescens Nutt. 334, 334, 343, 354,
354, 406.
— fulcrata Anderss. 332, 335, 346, 348,
351, 406,
492
Salix fuscescens Anderss. 473.
— glauca L. 433, 436, 444, 473,
— hastata L. 473.
— herbacea L. 434, 444, 445, 475.
— lanata L. 473.
— Lapponum L. 473,
— nummularia Anderss. 475.
— ovalifolia Trautv. 433, 434, 444,445, 474,
— phlebophylla Anderss. 474,
— pirolifolia Ledeb. 434, 445, 446, 474,
— reticulata L. 348, 354, 406, 434, 436,
445, 446, 475.
— rotundifolia Trautv. 474,
— sitchensis Sanson 343, 351, 407,
— lajmyrensis Trautv. 473.
Sambucus racemosa L. 343, 351, 353, 384,
Sanguisorba canadensis L. 332, 342, 354,
375.
Sarcoscyphus sphacelatus Nees 430.
Saussurea americana Eaton 335, 348, 354,
390.
— alpina DC. 354, 390, 435, 445, 467.
Saxifraga bronchialis L. 336, 349, 377, 433,
435, 444, 463.
— cernua L. 444, 463,
— davurica Pall. 446, 463.
— decipiens Ehrh. 435, 446, 463,
— Eschscholtzii Sternb. 446, 463.
— exilis Steph. 336, 348, 349, 377, 449,
462.
— flagellaris Willd. 435, 449, 463.
— hieracifolia Waldst. et Kit. 446, 463,
— Hirculus L, 433, 444, 462.
— leucanthemifolia Michx. 336, 340, 345,
348, 350, 377.
— Lyalli Engl. 348, 377.
— Mertensiana Bong. 338, 345, 377.
— neglecta Bray 462.
— oppositifolia L. 336, 348, 350, 376, 433
434, 436, 444, 463.
— punctala L. 336, 345, 377, 440, 449
445, 446, 447, 462,
— rivularis L. 435, 444, 462.
— serpyllifolia Pursch- 434, 435, 4429, 445,
446, 463,
— sileniflora Sternb. 450,
— stellaris L. 444, 462.
— Tolmiei T. et Gray 336, 339, 350, 376.
— tricuspidata Retz 345, 377,
— virginiensis Mchx. 345, 377.
Scapania albescens Stephani 430.
— nemorosa Nees 430..
,
3
F, Kurtz,
Scirpus caespilosus L 414.
— paluster L. 341, 443,
— pungens Vahl 444.
— silvaticus L. 340, 344, 347, 348, 350,
414.
Sedum latifolium 344,
— palustre 335, 443, 446.
— Rhodiola DC. 336, 380, 443, 445, 462.
Selaginella rupestris Spr. 346, 428, 439, 446,
482.
Selinum Benthami F. Kurtz 342, 382, 383,
448, 464.
— cnidiifolium Turez, 464,
— Gmelini F. Kurtz 341, 342, 351, 382,
Senecio aureus L. 344, 345, 390,
— frigidus Less. 350, 390, 444, 445, 446,
466,
— paluster DC. 438, 443, 466,
— Pseud-Arnica Less. 389.
— resedifolius Less. 444, 445, 466.
— triangularis Hook. 335, 348, 389.
Shepherdia canadensis Nutt. 344, 354, 352,
404.
Sibbaldia procumbens L. 375.
Silene acaulis L. 336, 349, 365,435, 446, 465.
— tenuis W. 446, 456.
Sisymbrium pygmaeum Trautv. 456.
— Sophia L. 445, 456.
Sisyrrhynchium Bermudiana L, 409,
Solidago confertifolia DC. 386.
— Virga aurea L. 340, 342, 346, 350, 385,
386, 445, 465.
Sorbus sambucifolia Roem. 333, 343, 351,
376.
Sparganium simplex Huds. 344, 443.
Spergula arvensis L. 339, 367.
Spergularia salina Presl 340, 368.
Sphagnum cymbifolium Ehrh. 483.
— squarrosum Pers. 430.
Spiraea Aruncus L. 343, 354, 374.
— betulifolia Pall. 335, 339, 342, 343, 348,
350, 371, 437, 445, 459,
— discolor Pursch 339, 374.
— pectinata T. et Gray 336, 338, 345, 349,
371.
Spiranthes cernua Rich. 342, 408.
— decipiens Hook. 334, 344, 347, 408.
— Romanzoffiana Cham. 408.
Stellaria borealis Big. 332, 341, 343, 344,
366.
— crispa Cham. et Schldl. 344, 367.
— dicranoides Fzl. 435, 446, 449, 458.
Die Flora der Tschuktschenhalbinsel.
Stellaria glauca With. 458.
— graminea L. 443, 458.
— humifusa Rottb. 344, 367, 443, 457.
— longipes Goldie 340, 344, 347, 349, 366,
367, 435, 445, 458.
— media Cyrillo 352, 366.
— uliginosa Murr. 443, 458.
Streptopus amplexifolius DC. 334, 344,347,
352, 409.
Symphoricarpus occidentalis Hook, 342,
354, 384,
Taraxacum officinale Web. 444, 467.
— phymatocarpum J. Vahl 467.
— vulgare Schrk. 350, 391, 467.
Tellima grandiflora R. Br. 339, 378.
Tetraplodon mnioides Br. et Schpr. 430,483.
— Tschuctschicus C. Müll. 483.
Thalictrum alpinum L. 349, 356, 436, 445,
451.
— dioicum L. 335, 339, 344, 348, 356.
Thlaspi alpestre L. 349, 364.
Thuja excelsa Bgd. 425.
— gigantea Nutt. 333, 343, 351, 353, 424.
Tiarella trifoliata L. 334, 343, 347, 378.
— unifoliata Hook. 378.
Tilingia ajanensis Reg. et Til. 464.
Timmia austriaca Hedw. 430.
Tofieldia borealis Whlb. 332,
350, 440.
— coccinea Richards. 436, 446, 476.
— glutinosa W. 440.
Trichostomum alpigenum Vent, 483.
— obliquum C. Müll. 483.
— rubellum Rabenh. 483.
Trientalis europaea L. 342, 397, 469.
Trifolium repens L. 352, 369.
Triglochin maritimum L. 332, 344, 443.
— palustre L. 345, 443.
Trisetum subspicatum P. de Beauv. 345,
346, 424, 445, 449, 484.
Trollius laxus Salisb. 452.
— patulus Salisb. 452.
Troximon aurantiacum Hook. 348, 394.
340, 343,
493
Tsuga Mertensiana Carr. 333, 346, 354,
353, 425.
— Pattoniana Engelm. 333, 335, 337, 348,
354, 354, 495.
Ulota crispa Brid. 430.
Urtica dioica L. 352, 404.
Vaccinium caespitosum Michx. 335, 346,
348, 352, 399.
— myrtilloides Hook. 343, 354, 352, 392.
— ovalifolium Smith 334, 343, 347, 354,
352, 353, 392.
— Oxycoccos L. 336, 350, 393.
— parvifolium Smith 351, 352, 392.
— uliginosum L. 335, 348, 350, 352, 354,
394, 434, 439, 445, 467, 447, 467.
— Vitis idaea L. 335, 350, 352, 353, 392,
439, 445, 447, 467.
Valeriana capitata Pall. 347, 385, 4414,
445, 465.
Veratrum album L. 335, 346, 354, 4410, 436,
446, 476.
— viride Ait. 410.
Veronica alpina L. 335,
400.
— americana Schweinitz 340, 400.
Viburnum ellipticum Hook. 343, 351, 384.
— pauciflorum Pylaie. 332, 343, 344, 354,
353, 384.
Vicia gigantea Hook. 340, 374.
Viola biflora L. 343, 347, 365.
— blanda Willd. 343, 364.
— glabella Nutt. 365.
— Langsdorffii Fisch. 349, 364.
— palustris L. 456.
— sarmentosa Dougl. 339, 365.
— silvatica Fr. 344, 364, 365.
Woodsia glabella R. Br. 437, 446, 482,
— ilvensis R. Br. 439, 446, 482.
— scopulina DC. Eaton 338, 346, 354, 428.
Zostera marina L. 332, 437.
Zygadenus elegans Pursch 444.
— glaucus Nutt. 347, 444.
Zygodon Lapponicus Br. Eur. 483.
347, 348, 350,
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen
des tropischen Afrika.
Von
Joh. Buchwald.
(Mit Tafel IV—V.)
Arbeit aus dem Laboratorium des Kgl. botan. Gartens u. Museums zu Berlin.
Der Wert der Leguminosen für die Mitcharakterisierung der Vege-
tationsformationen im allgemeinen ist ein großer; wohl von keiner anderen
Pflanzenfamilie werden sie hierin übertroffen. Überall, wo das Klima
überhaupt phanerogame Vegetation zulässt, finden sich Vertreter dieser
Familie. Herr Prof. A. EnsLer wies mich darauf hin, dass gerade im
tropischen Afrika die Leguminosen bei der Zusammensetzung der Vege-
tationsformationen eine große Rolle spielen, und dass sie dort an allen
Formationen teilnehmen. Besonders aber machte er mich darauf auf-
merksam, dass unter ihnen nicht nur Repräsentanten sich befinden, die
einzig in Afrika vorkommen, sondern auch solche, die eine sehr weite Ver-
breitung nach anderen mehr oder weniger fernen Vegetationsgebieten be-
sitzen, oder deren nächste Verwandte wenigstens in jenen fernen Arealen
sich finden. Es ist eine Anzahl tropisch-afrikanischer Leguminosen zugleich
bekannt für die um das Mittelmeer herum gelegenen Vegetationsgebiete,
ferner für das südafrikanische, für das tropisch-asiatische bis nord-
australische und endlich für das tropisch-amerikanische Gebiet.
Die Richtigkeit dieses Hinweises und zugleich, wie bedeutend die
Verbreitung vieler afrikanischer Leguminosen in ferne Vegetationsgebiete
ist, werden nachfolgende Verzeichnisse derselben am besten klarlegen.
Ich habe versucht, die Verbreitung der einzelnen Arten möglichst genau
festzustellen, und das Ermittelte in Kürze den Verzeichnissen hinzugefügt.
Die Arten, welche in Afrika nur in den Hochgebirgen sich finden, habe ich
durch ein vorgesetztes A kenntlich gemacht.
Im tropischen Afrika und zugleich im mediterranen Vegetationsgebiet
kommen vor:
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 495
Ononis Cherleri L. Anthyllis Vulneraria L. m-b.
Medicago lupulina L. m-b. Lotus arabicus L.
M. orbicularis All. L. corniculatus L. m-b.
M. minima Lam. L. creticus L.
M. laciniata All. Biserrula Pelecinus L.
M. hispida Gürtn. Scorpiurus sulcata L.
M. truncatula Gürln. Vicia sativa var. abyssinica B. m-b.
Melilotus parviflora Desf. V. hirsuta Koch m-b.
M. gracilis DC. V. Faba L.
M. abyssinica Baker Pisum arvense L. var. abyssinica Alef. m-b.
Trifolium arvense L. m-b. Lathyrus pratensis L. m-b.
T. fragiferum L. m-b. L. sphaericus Retz.
T. procumbens L. m-b.
Von den 25 mediterranen Arten gehen 10 noch nördlicher dureh das
mittlere Europa. Sie sind oben mit m-b., d. h. mediterran-boreal be-
zeichnet. Durch die gemäßigte Zone der östlichen Halbkugel erstrecken
sich Medicago lupulina, welcher sich bis Sibirien und Indien findet, Tri-
folium arvense, Lotus corniculatus, letzterer auch auf den Gebirgen von
Vorderindien und in Australien, und Lathyrus pratensis mit ungefähr der-
selben Verbreitung wie Lotus corniculatus, nur fehlt er in Australien. In
Makaronesien und dem Mediterrangebiet sind verbreitet Medicago orbicu-
laris bis nach Mesopotamien, M. minima auch in Vorderindien, Trifolium
procumbens erstreckt sich durch ganz Europa und die Kaukasusländer,
Biserrula Pelecinus bis nach Kleinasien hinein und ferner noch Scorpiurus
sulcata. Melilotus abyssinica ist verbreitet von Südfrankreich bis Palästina,
Trifolium fragiferum erstreckt sich durch ganz Europa und von den Kanaren
durch das Mittelmeergebiet bis nach Turkestan, Ononis Cherleri dagegen
bis Südpersien und durch Arabien, Lotus arabicus von Griechenland bis
Balutschistan und durch Arabien. Nur in Mitteleuropa und dem Medi-
terrangebiet findet sich Anthyllis Vulneraria. AuBer in Europa kommt Vicia
hirsuta auch in Westsibirien, Vorderindien und auf Madeira vor; auf
letzterer Insel ist auch Melilotus abyssinica verbreitet. In Indien findet sich
ferner noch Lathyrus sphaericus. Eine der wenigen mediterranen Arten,
die zugleich im Kapgebiet vorkommen, ist Medicago laciniata. Die Haupt-
form der Vicia sativa wird in Mitteleuropa und dem Mediterrangebiet
gefunden. Schließlich findet sich Melilotus parviflora nach Ostindien,
China, Amerika und Südafrika verschleppt.
Die Zahl der Arten, welche im Mediterrangebiet Verwandte besitzen,
ist 24.
Es sind:
A Adenocarpus Mannii Hook. f. . . . . . | beide verwandt mit mehreren Arten des
AA. benguellensis Welw. . . . . . - Mediterrangebietes. So erstere mit A.
divaricatus L'Hérit., der von Spanien bis
Syrien vorkommt.
A Trifolium Steudneri Schweinf.. . . . . ` verwandt mit T. fragiferum L.
496
‚ umbellatum A. Rich.. .
. Quartinianum A. Rich. .
. acaule A. Rich. .
. Petitianum A. Rich. .
. semipilosum Fres. .
. cryptopodium Steud.. .
. tembense Fres.
. Johnstonii Oliv. .
. calocephalum A. Rich. .
T. simense Fres. .
. kilimandscharicum Taub..
A T. polystachyum Fres. "
T. subrotundum Hochst. et Steud.
A T. Rueppellianum Fres. .
Lotus tigrensis Baker. . . . . .
L. brachycarpus Hochst. et Steud. .
Cicer arietinum L. .
A Lathyrus Schimperi Engl. .
D
—
Joh. Buchwald.
verwandt mit T, Jaminianum Boiss. und
T. strangulatum H. von Sicilien; auch
nahe verwandt dem trop.-afr. T. sub-
rotundum Steud. et Hochst.
ühnlich dem T. pratense L. und T. medium L.
Alle 3 nahe verwandt mit T. pallescens
Schreb. und auch mit T. repens L. Mit
dem dritten der genannten ist noch
verwandt. Auch
sind beide mit T. repens in der nórdlich
gemäßigten Zone verwandt.
nahe dem T. Schimperi A, Rich.
Diese Pflanze steht den Arten der Section
Galearia, welche im Mittelmeergebiet
und in Abyssinien verbreitet ist, nahe.
Mit ihr stehen
in verwandtschaftlicher Beziehung.
ähnlich dem AT. bilineatum Fres. von
Abyssinien und etwas verwandt mit
T. hybridum L.
beide nahe verwandt mit L. arabicus L.
aus dem östlichen Mediterrangebiet ;
ferner mit L. hirsutus L. etwas verwandt.
besitzt mehrere verwandte Arten im óst-
lichen Mediterrangebiet und in Vorder-
asien.
Steht dem L. erectus Gay vom Mediterran-
gebiet am nächsten.
Im tropischen Afrika und zugleich in den afrikanischen Gebieten
südlich vom Wendekreis des Steinbocks kommen vor:
Albizzia fastigiata E. Mey. — N.
Acacia caffra Willd. — N
A. robusta Burch. — T. Karroo.
Dichrostachys nutans Benth. — T. N.
Pusaetha Wahlbergii (Harv.) O. Ktze. —
N. K.
Burkea africana Hook. f. — T.
Bauhinia Bowkeri Harv. — N.
Cassia Petersiana Bolle — N.
Peltophorum africanum Sond. — T.
Baphia racemosa Hochst. — N.
Calpurnia aurea Baker — N.
Lotononis Leobordea Burch. — Nm.
L. clandestina Benth. — Nm.
Crotalaria senegalensis Bacle — N.
C. lanceolata E, Mey. — N.
C. capensis Jacq. — N.
Medicago laciniata All. — K.
Trifolium africanum Ser. — T. N.
Psoralea obtusifolia DC. — T. N. K. Nm.
Indigofera alternans DC. — Nm.
I. daleoides Benth. — T. N.
I. endecaphylla Jacq. — K.
Tephrosia lupinifolia DC. — T. K.
T. longipes Meiß. — T. K.
Aeschynomene uniflora E. Mey. — N.
Desmodium Scalpe DC. — N.
D. paleaceum G. et P, — N.
Pseudarthria Hookeri W. et A. — N.
Alysicarpus Zeyheri Harv. — T.
Dalbergia multijuga E. Mey. — N.
Erythrina Humei E. Mey. — N.
E. tomentosa R. Br. — N. K.
Vigna Burchellii Harv. — N.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 497
V. marginata Baker — N. Dolichos axillaris E. Mey. — N.
V. triloba Walp. — T. N. Eriosema parviflorum E. Mey. — N.
V. lutea A. Gray — N. E. cajanoides Hook, f. — N.
Diese 39 Arten des südlichen Afrika stehen nur zu Gebieten des tro-
pischen Afrika in Beziehung. Es giebt außer ihnen noch viele tropisch-
afrikanische bis südafrikanische Arten, welche außerdem eine weite Ver-
breitung nach dem tropischen Asien, und einige, die eine solche nach dem
tropischen Amerika besitzen. Sie werden in den Tabellen für jene Gebiete
aufgeführt, und ihr Vorkommen in Südafrika wird dort bemerkt werden.
Von den genannten Arten erstreckt sich die bei weitem größte Anzahl über
die óstlichen Districte Südafrikas. Es finden sich námlich in Transvaal 2
und im Gebiet von Sulu-Natal 32. Die Kapcolonie erreichen bei weitem
weniger, es sind dies nur 4. Die betreffenden Arten sind durch die Zusätze
T., N. und K. gekennzeichnet, d. h. in Transvaal, im Sulu-Natalgebiet resp.
in der Kapcolonie vorkommend. Gleichfalls gering ist die Zahl der tro-
pischen Arten, die zugleich in dem südlichen Westafrika vorkommen; es
sind die 4 mit Nm., d. h. im Namaland verbreitet, bezeichneten Arten.
Medicago laciniata ist zugleich eine mediterrane Art. Crotalaria senegalensis
findet sich auch auf den Capverdischen Inseln, Desmodium Scalpe auf den
Maskarenen und Crotalaria lanceolata zugleich auf Mauritius.
Verwandte in Südafrika haben:
Bauhinia Kirkiü Oliv.. . 2 2 c. 2202. nahe verwandt mit B. Burkeana Benth. in
Transvaal.
Cassia Petersiana Bolle. . . . . . . . . nahe verwandt mit C. delagoensis Harv.
von Natal.
Hoffmanseggia Burchellii Benth. . . . . . nahe verwandt mit H. Sandersoniana Harv.
von Transvaal und Sulu-Natal.
Calpurnia aurea Baker. . . » e.. - - 5 Arten der Gattung in der Kapoolonie.
Lotononis Bainesü Baker . . . . . . . . nahe verwandt mit L. umbellata Benth. von
der Kapcolonie.
Crotalaria hyssopifolia Klotzsch . . . . . nahe verwandt mit C. globifera E. Mey.
von Transvaal bis zur Kapcolonie.
C. flexuosa Baker . . . - . «. « . - . « „nahe verwandt mit C. obscura DC. von
Sulu-Natal.
Psoralea andongensis Welw.. . . . . . . verwandt mit der Kapart P. Thomii Harv.
P. foliosa Oliv. e, * ähnelt zahlreichen Arten im Kapgebiet.
Indigofera nummularia Welw.. . . . . . nahe verwandt mit der kapensischen /.
ovata Thunb.
Sylitra angolensis Baker . . . . . . . . verwandt mit einer Kapspecies.
Von tropisch-afrikanischen Leguminosen besitzt auch die Flora Mada-
gascars mehrere Vertreter. Es sind vor allen:
A Tephrosia dichroocarpa Steud. D. paleaceum G. et P. — N.
Smithia strigosa Benth. D. hirtum G. et P. — N.
Stylosanthes Bojeri Vogel. Dolichos axillaris E. Mey. — K.
Desmodium mauritianum DC.
Botanische Jahrbücher. XIX, Bd, 32
498 Joh. Buchwald.
Diese Arten gehören nur der afrikanischen Flora an. Drei von ihnen
gehen.südlich über den Wendekreis hinaus. Desmodium mauritianum und
Dolichos axillaris finden sich auch auf der Insel Mauritius und Desmodium
paleaceum zugleich auf den von Madagascar nord westlich gelegenen Komoren.
Vier weitere tropisch-afrikanische Arten besitzen auf Madagascar nahe
Verwandte, nämlich:
Trachylobium Hornemannianum Hayne sehr nahe verwandt T, verrucosum Gürtn.
von Madagascar.
Poinciana elata L... . . . . . . .. nahe verwandtmit P.regia Bojer von Mada-
gascar. Erstere zugleich in Arabien.
A Tephrosia interrupta Hochst. et Steud. sehr nahe verwandt der oben genannten
T. dichroocarpa Steud.
A Aeschynomene Rueppellii Baker . . . . nahe verwandt A. laxiflora Bojer von Mada-
gascar.
Eine größere Zahl von Leguminosen des tropischen Nordost-Afrika ist
ostwärts bis nach Arabien verbreitet. Es sind:
Acacia mellifera Benth. Indigofera spinosa Forsk.
A. nubica Benth. I. semitrijuga Forsk.
A. Ehrenbergiana Hayne I. Hochstetteri Baker
A. tortilis Hayne I. arabica Jaub. et Spach.
A. holosericea Fres. Sesbania leptocarpa DC.
A Cadia varia L'Hér. Astragalus prolixus Sieb.
A Helminthocarpum abyssinicum A. Rich. A Colutea haleppica Lam.
Nur Arten, deren Gebiete östlich über Arabien nicht hinausreichen,
sind hier angeführt. Es sind 44 Arten. Drei davon reichen jedoch östlich
bis Scinde, Acacia holosericea, Indigofera semitrijuga, 1. Hochstetteri. Zu-
gleich auf den Kanarischen Inseln kommt Astragalus prolixus vor.
Am größten ist die Zahl der Arten, welche dem tropisch-asia-
tischen und dem tropisch-afrikanischen Vegetationsgebiete gemeinsam sind
Bisher sind folgende bekannt geworden :
Albizzia Julibrissin Boiv, C. calycina Schr,
A. amara Boiv. C. oricensis Roxb.
A. Lebbek Benth. C. striata DC.
Acacia Catechu Willd. ' Parochetus communis Ham.
A. pennata Willd. — N. Trigonella hamosa L. — K.
A. arabica Willd. — N. T. occulta Del.
Adenanthera pavonina L, Medicago denticulata Willd. — K.
Parkia biglobosa Benth. Indigofera echinata Willd.
Bauhinia tomentosa L. — N. I. linifolia Retz.
Cassia Sophera L. I. cordifolia Roth.
C. obovata Coll. I. viscosa Lam.
C. angustifolia Vahl I, pentaphylla L.
C. Absus L. I. parviflora Heyne — T.
C. nigricans Vahl I. trita L.
Sophora tomentosa L. — N. I. subulata Vahl
Crotalaria retusa L. I. paucifolia Del.
C. verrucosa L. I. hirsuta L. — südafr.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 499
Indigofera enneaphylla L. Alysicarpus rugosus DC, — K.
I. argentea L. Derris uliginosa Benth.
Tephrosia villosa Pers. Abrus pulchellus Wall. — N.
T. incana Grah. Glycine javanica L. — N.
Mundulea suberosa Benth. — N. Galactia tenuiflora W. et. — N.
Sesbania aegyptiaca Pers. Dioclea reflexa Hook. f.
S. aculeata Pers. — N. Phaseolus Mungo L.
Aeschynomene indica L. P. trinervius Hayne — N.
Diphaca cochinchinensis Lour. P. trilobus Ait.
Smithia sensitiva Ait. Dolichos biflorus L.
Stylosanthes mucronata Willd. D. uniflorus Lam.
Desmodium gangeticum DC. Vigna luteola Benth. — N.
D. lasiocarpum DC. Rhynchosia tomentosa Baill.
D. polycarpum DC, R. viscosa DC.
Uraria picta Desf. R. densiflora DC.
Alysicarpus monilifer DC.
Von diesen 65 Arten überschreiten in Afrika den südlichen Wende-
kreis 47 und reichen bis in die Districte von Sulu-Natal und des südwest-
lichen Kaplandes. Die sonstige Verbreitung der Arten über das tropische
Asien hinaus ist folgende. Die in Indien verbreitete Aeschynomene indica
geht ostwärts bis Japan; zugleich in dem indisch- malayischen Archipel sind
verbreitet Crotalaria retusa, die auch noch auf Madagascar und den Mas-
karenen vorkommt, Parochetus communis, Desmodium gangeticum, D. lasio-
carpum, D. polycarpum, Abrus pulchellus und Glycine javanica. Südlich
bis in das tropische Australien erstrecken sich Cassia Sophera, C. Absus,
letztere auch auf Madagascar, Crotalaria calycina, welche nördlich bis
China vorkommt, Indigofera linifolia, I. cordifolia, 1. viscosa, I. parviflora,
letztere auch auf den Kapverdischen Inseln, I. trita, I. hirsuta, die zu-
gleich auf Madagascar wild vorkommt und in Brasilien eingeführt ist,
Sesbania aegyptiaca , die in Europa oft kultiviert wird, S. aculeata, Di-
phaca cochinchinensis, Uraria picta, Derris uliginosa, welch letztere auch von
Madagascar bekannt ist, und die auch auf den Maskarenen verbreitete
Galactia tenuiflora. Albizzia Lebbek und Adenanthera pavonina, welche
beide im tropischen Asien verbreitet sind, werden in Afrika, die letztere
auch in Amerika nur als Zierbäume angepflanzt. Außer im tropischen
Afrika und Asien sind noch im tropischen Amerika folgende Arten ver-
breitet: Sophora tomentosa, Crotalaria verrucosa, auch auf Mauritius, C.
striata, auch auf Madagascar und den Maskarenen, Indigofera subulata,
welche dort vom westindischen Archipel bis Mexico vorkommt, Dioclea
reflexa und Vigna luteola. Weit verbreitet ist ferner noch als Unkraut Medi-
cago denticulata bis Japan, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, in
Chile und auf Neuseeland. Schließlich finden sich noch zugleich auf den
Maskarenen Rhynchosia tomentosa, R. viscosa, auf den Komoren Phaseolus
trinervius, in Arabien Indigofera parviflora, I. argentea, und auf den Kap-
verdischen Inseln Dolichos uniflorus.
32*
500 Joh. Buchwald.
Nahe Verwandte im tropisch-asiatischen Gebiet besitzen:
A Cantuffa exosa Gmel.. . . . . . . . . | nahe verwandt mit C. lacerans (Roxb.)
Taub. von Ostindien.
Astragalus venosus Hochst. . . . . . . | beide mit einigen Arten vom Himalaya
A. abyssinicus Steud.. . . . 2 . . .. | verwandt; letztere am nächsten mit A.
Burkeanus von Transvaal, ferner mit A.
gymnopodus Boiss. in Afghanistan.
Geissaspis psittacorhyncha (Webb.) Taub. auch auf den Kapverdischen Inseln, ver-
wandt mit G. cristata W. et A. in Indien.
Desmodium Dregeanum Benth.. . . . . südlich bis Natal, sehr nahe verwandt,
vielleicht identisch mit der ostindischen
D. Griffithianum.
A Shuteria africana Hook. f.. . . . . ` ist die einzige afrikanische Art dieser Gat-
tung, alle übrigen in Ostindien.
Flemingia rhodocarpa Baker. . . . . . sehr nahe verwandt der ostindischen F.
Grahamianum und F. Wailichii.
Eine ganz besondere Beachtung verdienen aber folgende Arten, welche
dem tropisch-afrikanischen und dem tropisch-amerikanischen Vegetations-
gebiet gemeinsam sind:
Acacia Farnesiana Willd. D. incanum DC.
Schrankia leptocarpa DC. Dalbergia ecastophyllum (L.) Taub.
Cassia laevigata Willd. D. monetaria L. f.
Caesalpinia pulcherrima Sw. Drepanocarpus lunatus G. F. Mey.
Indigofera Anil L. Pterocarpus esculentus Sch. et Th.
Aeschynomene sensitiva Sw. Bradburya virginiana (L.) O. Ktze.
Stylosanthes viscosa Sor. Vigna oblonga Benth.
Zornia tetraphylla Michx. — Südafr. V. vexillata Benth. — N.
Desmodium spirale DC. Rhynchosia caribaea DC. — N.
D. ascendens DC.
Von diesen 19 Arten sind in Afrika südlich vom Wendekreis des Stein-
bocks 3 anzutreffen. In Westindien finden sich Aeschynomene sensitiva,
Dalbergia ecastophyllum, D. monetaria, Drepanocarpus lunatus, welche süd-
lich bis Brasilien vorkommen, nordwärts bis Florida geht Dalbergia ecasto-
phyllum vor. In Süd- und Nordamerika ist Zornia tetraphylla weit ver-
breitet, und in Nordamerika nördlich bis Maryland findet sich Bradburya
virginiana. Amerikanischen Ursprungs dürften Cassia laevigata, welche so-
wohl in Afrika als auch in Australien, von wo sie ebenfalls bekannt ist,
nicht indigen zu sein scheint, und Indigofera Anil, die in Sierra Leone nur
sporadisch verbreitet ist, sein. Auch Acacia Farnesiana soll in Afrika nicht
einheimisch sein und aus Amerika stammen. Dieser Continent wird auch
für die Heimat der Caesalpinia pulcherrima gehalten. Nur angepflanzt in
Amerika ist Pterocarpus esculentus. Desmodium spirale findet sich zugleich
noch im tropischen Asien. Hier sind noch Sophora tomentosa, Crotalaria
verrucosa, C. striata, Indigofera subulata, Dioclea reflexa und Vigna luteola
anzuführen, deren Verbreitung im tropischen Amerika und tropischen
Asien bereits oben erwähnt ist. Auf Mauritius findet sich schließlich noch
Desmodium incanum.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 501
Verwandte im tropischen Amerika besitzen folgende Arten:
Pithecolobium altissimum Oliv.. . . . . . die Gattung ist hauptsächlich tropisch-
asiatisch und tropisch-amerikanisch.
Cassia podocarpa G. et P.. . . . . . . . nahe verwandt mit C. strobilacea H. B. K.
vom trop. Amerika.
C. Kirkü Oliv... . 5... Däbe verwandt mit der amerikanischen C.
Chamaecrista L.
Tephrosia Vogelii Hook. f. . . . . . . . verwandt mit T. toxicaria.
Aeschynomene pulchella Planch. . . . . . nahe verwandt der 4. interrupta Benth. von
Guiana.
Lonchocarpus Barteri Benth. . . . . . . nahe verwandt dem amerikanischen L.
nitidulus Benth. und L. rufescens.
Allen Tropenländern gemeinsame Arten sind:
Pusaetha scandens (L.) O. Ktze. — Südafr. Clitoria Ternatea L.
Cassia occidentalis L. — N. Teramnus labialis Spreng. — N.
C. Tora L. Mucuna urens DC.
C. alata L. M. pruriens DC.
C. mimosoides L. — N. Canavalia obtusifolia DC. — N.
Caesalpinia Bonducella Roxb. — N. C. ensiformis DC. — N.
Crotalaria incana L. Phaseolus adenanthus E. Mey.
Tephrosia purpurea Pers. Vigna lutea A. Gray — N.
Fabricia nummulariaefolium (L.) O. ktze. Rhynchosia minima DC. — N.
Abrus precatorius L. — N.
Zugleich in Südafrika kommen 10 der genannten 19 Arten vor. Cassia
alata und. Crotalaria incana sind wahrscheinlich allein in Amerika einhei-
misch, Fabricia nummulariaefolium ist dort erst eingeschleppt worden.
Rhynchosia minima ist auch von den Vereinigten Staaten von Nordamerika
bekannt. Zu den genannten Arten kommen noch einige hinzu, die als
Kulturpflanzen durch die Tropen der ganzen Welt verbreitet sind, nämlich
Phaseolus lunatus L., Vigna sinensis Endl., Pachyrrhizus angulatus A. Rich.,
deren Heimat unbekannt ist, Psophocarpus longepedunculatus Hassk., deren
Heimat ebenfalls nicht sicher bekannt ist und die mit P. tetragonolobus DC.
von Mauritius verwandt ist, Dolichos Lablab L. und Cajanus indicus Spreng.
Zu bemerken ist noch, dass auBer Phaseolus lunatus , welcher überhaupt
nur in der Kulturform bekannt ist, die übrigen Arten wild im tropischen
Afrika angetroffen werden.
Das vorstehende Verzeichnis dürfte zur Genüge darthun, dass gerade
die Tropenländer trotz der sehr groBen, trennenden Zwischenräume der
einzelnen Tropengebiete eine ziemliche Anzahl gemeinsamer und ver-
wandter Formen von Leguminosen beherbergen, und dass wenigstens
zwischen den Gebieten der alten Welt ein reger Austausch der Formen
stattgefunden haben muss. Ferner ist aus diesen Arten der Schluss zu
ziehen, dass die rein alpinen afrikanischen Leguminosen in anderen, fernen
Vegetationsgebieten nicht angetroffen werden. Nur die alpine Tephrosia
diehroocarpa Steud. ist Afrika und Madagascar gemein, und die Flora
Arabiens, welche überhaupt zu derjenigen Afrikas in enger Beziehung
502 Joh. Buehwald,
steht, hat an Hochgebirgsformen mit letzterer Cadia varia L'Hér., Helmin-
thocarpum abyssinicum A. Rich., Colutea haleppica Lam. gemein. Die Ur-
sache obigen Ergebnisses ist wohl einmal die isolierte Lage der afrikani-
schen Hochgebirge zu einander und zu denjenigen der übrigen Kontinente,
als auch besonders ihre Lage in dem Tropengürtel. Wie EwNGLER nach-
gewiesen hat (IT, ist eine Wanderung alpiner Formen zu einem Hochgebirge
von einem durch eine Ebene oder niedrige Gebirgszüge getrennten,
benachbarten Hochgebirge möglich, ohne dass eine tief herabreichende
Vergletscherung derselben eintreten musste. Die Pflanzen sind eben be-
fáhigt, ein begrenztes Plus von Würme zu ertragen, ohne in ihrer Entwick-
lung und in der Reifung ihrer Samen behindert zu sein. Infolgedessen können
hüufig alpine Formen eines Hochgebirges in niedere Regionen hinabsteigen
und zu benachbarten Hochgebirgen hinwandern. Es ist aber einleuchtend,
dass im Tropengürtel den Hochgebirgspflanzen eine Wanderung durch die
Ebene abgeschnitten ist, infolge der zu großen Wärme der letzteren; in
je hóheren Breitengraden daher die Gebirge liegen, um so leichter sind
solehe Wanderungen müglich. Im tropischen Afrika sind also den Pflanzen
der Hochgebirge die Wanderungswege über die Ebene gesperrt. Die Folge
ist, dass das Hochland von Abyssinien, das Kilimandscharogebirge, der
Runssoro, das Kamerungebirge, die Hochgebirge von Angola-Benguella
jedes seine eigene alpine Flora besitzen. Die Richtigkeit dieser Sätze wird
im weiteren Verlauf der Arbeit noch deutlicher hervortreten.
Das Ergebnis obiger Pflanzenlisten lässt vermuten, dass es von Interesse
sein dürfte, erstens die Verbreitungsmittel der tropisch - afrikanischen
Leguminosen zu studieren, zweitens die gegenwärtige Verbreitung der-
selben in Afrika festzustellen, und zu zeigen, wie die oben angedeuteten
Beziehungen zustande kommen konnten.
Den Untersuchungen liegt die Sammlung afrikanischer Leguminosen
des königlichen Herbars zu Berlin zu Grunde. Wie aus dem Vorhergehen-
den hervorgeht, wurden dieselben auf Veranlassung und unter Leitung von
Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. A. Ener, Director des königlichen botanischen
Gartens und Museums zu Berlin, ausgeführt. Diesem meinem hochverehrten
Lehrer möchte ich auch an dieser Stelle meinen ehrerbietigsten Dank aus-
drücken für seine in bereitwilligster und liebenswürdigster Weise erteilten
Belehrungen und Ratschläge. Außerdem fühle ich mich zu Dank ver-
pflichtet Herrn Prof. G. Scuwrinrurtn und Herrn Dr. P. Tausert, dem Be-
arbeiter der Leguminosen am genannten Museum. Herr Prof. G. Scuwein-
FURTH, der viele afrikanische Leguminosen an ihren Standorten zu be-
obachten oft Gelegenheit gehabt hat, hatte die große Liebenswürdig-
keit, die von mir weiterhin aufgestellten Formationslisten auf ihre Richtig-
4) Die Zahlen im Text weisen auf die entsprechende Nummer des Litteratur-
verzeichnisses hin.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 503
keit hin zu prüfen. Schließlich möchte ich noch Herrn Prof. P. Ascnerson
einige Worte des Dankes widmen, da er mir einerseits mehrfache Auskunft
über vorhandene Litteratur gab, andererseits mir seine reichhaltige Biblio-
thek in gütiger Weise zur Verfügung stellte.
Der Gang der Untersuchungen ist der, dass ich zunächst die Verbrei-
tungsmittel der einzelnen Arten untersuchte und dann die Verbreitung der
Arten, welche ein gemeinsames Verbreitungsmittel besitzen, oder deren
Verbreitungsmittel einen so unwesentlichen Unterschied aufweisen, dass
die Wirkung derselben als eine gleiche anzusehen ist, angebe. Da die Ver-
wendung und Wirkung der einzelnen Verbreitungsmittel und die Verbrei-
tung der zugehörigen Arten durch einfache Aufzählung derselben nach
Gattungen und Species, wie sie die systematische Pflanzenforschung zu
einander gestellt hat, nicht ersichtlich ist, so habe ich die Arten nach For-
mationen zu ordnen gesucht, soweit letzteres aus Litteraturangaben!) und
den Vermerken der Herbarzettel möglich war, und jeder Art die Verbrei-
tungsgebiete beigefügt. Zur genaueren Feststellung der Pflanzenverbrei-
tung in Afrika hat Herr Prof. Exeter vorläufig folgende Gebiete unterschie-
den, um dann später die mehr zusammengehörigen in srößere Gebiete zu
vereinigen. Die für diese Gebiete von mir angewandten Abkürzungen stehen
rechts vom Gleichheitszeichen. Es soll bedeuten z. B. Kil: Kl. auf dem
Kilimandscharo im gleichnamigen Vegetationsgebiet vorkommend.
4. Etbaigebirgsland =Etb: 44. Sansibar = Sans: 47. Seengebiet = Seeg:
Saturba = 8. Sensibar-Insel = Si. Madi — M.
3. Erythraea = Eryth: Sansibarküste = Sk. Unjoro = Unj.
Massaua = M. Tanga — T. Uganda = Ug.
3. Abyssinien = Abyss: Pangani — P. Russori — R.
Tigre — T. Dar-es-Salám =D. Bukoba = Bk.
Amhara — A. 12, Mossambik = Moss: Karague = K.
Kalabad = K. Mossambik = M. Urega = Ur.
Schoa = Sch. Quilimane = Q. Unjamwesi = Ujw.
4. Somalihochland = Somh: 13. Usagara-Usambara=U-U : Bangweolesee = Bg.
5. Gallahochland = Gallh: Usagara — Usg. 18. Nyassaland — Nyass:
6. Somalitiefland = Somt: Usambara = Usb. Schire = Sch.
7. Nubien = Nub: Mlalo — M. 49. Sambesigebiet = Samb:
8. Tibesti-Darfur = T-D: Nyika — N. 20. Sofala-Gasaland = S-G:
9. Kordofan-Sennaar=K-S: 44. Massaisteppe = Massst: 21. Makalaka - Limpopo =
Berber — B. 45. Kilimandscharo = Kil: M-L:
Chartum = Ch. Kilimandscharo = K. 39, Transvaal — Tr:
Melaemme = M. Kibo — Kb. 33. Sulu-Natal = S-N:
40. Ghasalquellengebiet = Kimawensi = Km. Natal — N.
Ghaq: 16. Massaihochland=Massh: Pondoland — P.
Bongo — B. Kenia — Ke. 34. Senegambien = Sen:
Dschur =D. Kikuju = Ki. 95. Sierra-Leone = S-L:
Nyam-Nyam = N. Lykipia = L. 26. Ober-Guinea = Ob-6:
Mombuttu — M. Baringosee — B. Cap Palmas — Cp.
4) Namentlich ExcLEn: Über die Hochgebirgsfl. d. trop. Afr. p. 239—273.
504 Joh. Buchwald,
Liberia — Li. Malimba = M. Huilla = H.
Accra = A. Fernando Po = F-P. 34. Oberes Kongogebiet —
Togo — T. Insel Principe — P. Ob-K:
Lagos = Lg. San Thomé = Th. Baschilange = B.
27. Oberes Nigergebiet = 31. Gabun-Laongo = G-L: 35. Kunenegebiet = Kun:
Ob-N: Gabun — G. Owambo = 0.
28. Tsadseegebiet = Ts: Laongo = L. 36. Damara-Namaland =
29. Niger-Benue = N-B: Tschintschotscho = T. D-N:
Nigermündung = Nm. 32. Angola u. unteres Kongo- Damaraland = D.
Nupe = N. gebiet = A-K: Namaland = N.
Benue = B. Angola = A. 37. Karroogebiet = Karr:
30. Kamerungebiet = Kam: Kongo = K. 38. Südwestlich Kapland =
Kamerungebirge = K, Pungo Andongo = P-A. S-K:
Barombi = B. Malandsche = M.
Batanga = Bt. 33. Benguella = Ben:
Von Vegetationsformationen berücksichtige ich folgende, als deren
wichtigste ich voranstelle :
I. Gehölze. Diese mögen gegliedert werden in Gehölze
1. des Berghochwaldes oder Regenwaldes,
2. des Buschwaldes der Gebirge,
3. des Ufer- resp. Küsten waldes,
4. der Savannen. Hieran schließe ich die
II. Gebüschpflanzen, die im Schatten unter den Büschen slehen,
III. Savannen- oder Steppenpflanzen, welche trockene Standorte lieben,
IV. Wüstenpflanzen,
V. Bergwiesenpflanzen,
VI. Flussuferpflanzen,
VII. Sumpf- und Wasserpflanzen,
VIII. Meeresstrandpflanzen.
Besonders zwei Vegetationsformationen enthält das tropische Afrika,
den Wald und die Savanne. Letztere überwiegt bedeutend und tritt
namentlich im Osten des Erdteils auf, während der Wald das Kongobecken,
die Guineaküsten, einen schmalen Streifen der Ostküste und einen Teil der
oberen Nilländer bedeckt (3) 1).
Südlich von dem Wüstengebiet der Sahara beginnt eine Steppenzone,
welche im Westen bei den Gebirgszügen von Akir ihren Anfang nimmt
und naeh Osten hinzieht, nórdlich erreicht sie das Hochland von Tibesti,
bedeckt dann den nórdlichen Teil des Gebietes von Kordofan und erreicht
südlich von Chartum den Nil, ihn hier überschreitend und am rechten
Ufer hinab bis an das Etbaigebirge begleitend. Diese Steppe bildet ein
Übergangsgebiet zu der eigentlichen, großen, afrikanischen Savannen-
region, die sich von der Gegend von Chartum nach Westen und Süden in
zwei gewaltigen Streifen hinzieht. Sie bedeckt den größten Teil der oben
genannten Gebiete. Der von Chartum aus nach Westen ziehende Streifen
überzieht den sogenannten Sudan, nur in den oberen Nilländern wird er
1) Vergl. DnupE, Atlas der Pflanzenverbreitung (BERGHAUS’ physikalischer Atlas.
Abt. V). Florenkarte 6,
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 505
dureh reichen Urwald unterbrochen. Der nach Süden ziehende Streifen
der Savanne bedeckt namentlich das Gebiet der großen, ostafrikanischen
Seen und das von diesen östlich gelegene Tafelland Ostafrikas. Dann
wendet er sich nach Westen und erreicht ungefähr zwischen den Mündungen
des Kongo und des Kunene die Westküste des Continentes. Die Savannen-
region scheint besonders für das Hochland charakteristisch. Nur im Kongo-
becken, an der Guineaküste und dem Abfall des ostafrikanischen Tafel-
landes zur Ostküste wird sie durch Urwald verdrängt.
Auf.der Savanne selbst, die nicht als endloses, einfórmiges Grasland
zu denken ist, findet sich häufig reiche Baum- und Strauchvegetation. In-
folge der Dürre sind auf den Savannen des tropischen Afrika Akazien und
andere Mimosoideen besonders häufig, vor allem dornige Arten und niedrige
Formen, neben denen hochstämmige Bäume seltener sind. Erstere bilden
die charakteristischen Bestandteile der Savannen-Buschwälder. Die Regen-
menge bestimmt wahrscheinlich auch in der Savannenregion das Vorkom-
men hochstämmiger Wälder. In den höheren Regionen des Hochlandes,
wo die jährliche Regenmenge und die natürliche Feuchtigkeit des Bodens
eine größere ist, kommt daher häufig der sogenannte Regenwald oder Hoch-
wald der Gebirge zur Ausbildung, welcher jedoch in den Höhen von meh-
reren 1000 m oft sich mit Gebirgsbuschwald vermischt und schließlich in
den obersten Regionen in letzteren übergeht.
Auch die Waldgebiete, welche sich auf die obengenannten drei Regio-
nen beschränken, sind nicht als ununterbrochene hochstämmige Urwälder
vorzustellen, sondern sie sind häufig von Gras- und Gebüscheampinen
durchsetzt. Hochstämmiger Wald begleitet fast nur die Flussufer und ist
in der Nühe der Meeresküste zu finden.
Das westafrikanische Waldgebiet beginnt im südlichen Teil von Sene-
gambien und erstreckt sich nach Süden bis zum Kongobecken, welches es
vollständig überzieht. An der Ostküste Afrikas beginnt das Waldgebiet
ungefähr am Äquator und zieht von dort in einem schmalen Streifen an
der Küste entlang südlich bis zur Delagoabay.
Die Mittel, durch welche die Pflanzen ihre Verbreitung bewerk-
stelligen, sind zweierlei Natur. Die einen, welche Hırpesrann (12) die Ver-
breitungsagentien nennt, wirken activ, indem sie die Früchte und Samen
von der Mutterpflanze fortführen und nach verschiedenen Richtungen hin
verstreuen; die anderen nennt er die Verbreitungsausrüstungen, welche an
den Pflanzen selbst sich befinden müssen. Als Verbreitungsagentien unter-
scheidet man allgemein erstens die Bewegung der Luft, d. h. den Wind,
zweitens das Wasser, drittens die Tiere und viertens die Einrichtungen,
welche infolge von Turgescenz und Austrocknung die mechanische Öffnung
zahlreicher Trockenfrüchte veranlassen. Infolge dessen möge auch die Be-
trachtung der Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika
in vier den Agentiep entsprechende Abschnitte eingeteilt werden.
506 Joh, Buchwald,
Während in den drei zuerst genannten Fällen die Agentien und die
Ausrüstungen zur Verbreitung von einander verschieden sind, und erst
durch ihr gemeinschaftliches Zusammenwirken die Pflanze einen Vorteil
erzielen kann, so liegen im letzteren Falle beide zusammen. Es lassen sich
hier nicht das Agens, die Austrocknungsverhältnisse und die Turgescenz
von den Ausrtistungen gesondert betrachten. Da die mechanische Aus-
streuung der Samen wohl das häufigst auftretende und meist bekannte
Verbreitungsmittel der Leguminosen ist, so soll sie zuerst behandelt und
ihr Mechanismus an dieser Stelle eingehender besprochen werden.
I.
Leguminosen, welche ihre Samen mechanisch ausstreuen.
Genaue Untersuchungen über trockene Pericarpien im allgemeinen
sind von Kraus (22), HiLDEBRAND (13), Steingrinck (34) u. (35) und Zimmermann (39)
ausgeführt worden. Während die drei letzteren Autoren aus den anato-
mischen Befunden den Oeffnungsmechanismus zu erklären suchten, hat
Kraus die trockenen Pericarpien nur anatomisch untersucht. Die Beobach-
tungen dieser Autoren, die sich jedoch nur auf wenige einheimische
Gattungen der Papilionaten beschränken, habe ich an der Hülse einer
Caragana spec. als richtig befunden. Sehr abweichend aber verhält sich
die Hülse der von mir untersuchten afrikanischen Vigna sinensis Endl.,
deren Structur folgende ist.
An den Klappen dieser Art lassen sich vier Schichten deutlich vonein-
ander unterscheiden. Eine äußere und eine innere Epidermis; unter
der Außenepidermis folgt eine Parenehymschicht und zwischen dieser
und der inneren Epidermis eine Zellschicht, welche nach Kraus die Hart-
schicht zu nennen ist.
Die Außenepidermis enthält zwei Zelllagen. Die Zellen der äußeren
Lage sind von gewöhnlicher Gestalt; ihre Wände sind dünn. Von auffal-
lender Form sind aber die Zellen der zweiten Lage. Sie sind langgestreckt,
spindelfórmig, im Querschnitt etwas oval. Ihre Länge beträgt 175—245 y,
ihre Breite 24—28 u. Nach den Rändern der Klappen hin nimmt ihre
Länge bedeutend ab. Die Wände dieser Zellen sind stark verdickt und
lassen nur ein enges, spaltartiges Lumen übrig. Sie sind quellbar und
nicht verholzt. Concentrierte Schwefelsäure löst sie auf; Jodjodkali färbt
sie bräunlichgelb und Saffranin carminrot; ein Zusatz von Phloroglucin mit
Salzsäure übt keine Wirkung auf sie aus. Die Richtung der spindelför-
migen Zellen ist eine schiefe zum Verlauf der Fruchtachse. Sie ziehen
vom hinteren Teil der Bauchnaht zum vorderen Teil der Rückennaht
(Fig. 4).
Das der Außenepidermis folgende Parenchym ist hier wie überall
stets der Träger der Gefäßbündel und etwa vorhandener Secretionsorgane.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 507
Die Zellen sind dünnwandig und rundlich, enthalten Chlorophyll und
schlieBen zwischen sich Intercellularlücken ein.
Die Hartschicht ist die bei weitem mächtigste der Schichten. Bei
der untersuchten Vigna-Hülse sind zwei ziemlich gleichmäßig mächtige
Teile der Hartschicht zu unterscheiden, deren Elemente verschieden ge-
baut sind.
Die Zellen des ersten äußeren Teiles sind langgestreckt, an den
Enden schräg abgestutzt. Ihre Länge schwankt zwischen 175 u und 210 p
und ihre Breite beträgt 28 y. Die Wände sind verdickt, jedoch nicht regel-
mäßig. An den Wänden, welche parallel der Hülsenoberfläche liegen,
stehen in einiger Regelmäßigkeit Querleisten von verschiedener Dicke und
Form, welche in das Lumen der Zellen hineinragen. Die Leisten verlaufen
an ihrem freien Rand bald spitzwinklig, bald flach, bald sind sie abgerun-
det. Betrachtet man die Zellen von den Seitenwänden aus, so erscheinen
die Zwischenräume zwischen den Leisten der beiden anderen Wände wie
trichterförmig gestaltete Tüpfel von auffallender Weite. Die Seitenwände
selbst sind stets tüpfellos (Fig. 2).
Die Elemente des zweiten inneren Teiles der Hartschicht sind
ebenfalls langgestreckt, prosenchymatisch. Sie sind spindelförmig und von
bedeutender Länge und zeigen die Eigenschaften gewöhnlicher Bastzellen.
Die Länge schwankt von 210—260 u und mehr, breit sind sie 28—35 y.
Nahe den Rändern der Klappen nimmt die Länge ab, ebenso ist es der Fall
mit den Zellen des ersten Teiles. Die Zellwände sind verdickt, aber gleich-
mäßig in der ganzen Schicht. Das Lumen ist ziemlich bedeutend.
Die Elemente beider Teile sind quellungsfähig und etwas verholzt.
Concentrierte Schwefelsäure schwärzt sie, ohne sie aufzulösen. Ein Zusatz
von Phlorogluein mit Salzsäure rötet sie, während Schwefelsäure-Anilin sie
grünlich-gelb färbt.
Die Richtung der Zellelemente der ganzen Hartschicht ist auch eine
schiefe zur Fruchtachse, aber als wesentlich ist hervorzuheben, dass die
Richtung ihrer Elemente diejenige der spindelförmigen Außenepidermis-
zellen rechtwinklig schneidet. Sie verlaufen also von dem basalen Teil der
Rückennaht zum apicalen Teil der Bauchnaht. Eine Nebenfunction der
Hartschicht ist wohl die, dem Pericarp die nötige Festigkeit zu geben und
den eingeschlossenen Samen Schutz zu gewähren.
An den von den oben genannten Autoren untersuchten Objecten ist
die Hartschicht stets nur aus einer Sorte von Elementen zusammengesetzt,
nämlich nur aus den spindelförmigen. Die Gliederung der Hartschicht in
zwei Gewebe mit verschieden gebauten Elementen dürfte daher vielleicht
als eine neu aufgefundene Thatsache anzusehen sein. Diese Sonderung in
zwei Schichten ersetzt eine Eigenschaft der gleichfaserigen Hartschicht, die
von den Autoren an ihren Objecten beobachtet ist, der entsprechenden
508 Joh. Buchwald.
Schicht bei Vigna aber fehlt, und auf die weiter unten näher eingegangen
wird.
Die Zellen der inneren Epidermis sind dünnwandig, enthalten
Chlorophyll und sind für den Oeffnungsmechanismus ohne Belang.
Am Rande der Klappen läuft je ein bandförmiges Bündel paralleler
Gefäße hin, welche die Energie des ganzen Mechanismus zwar verringern,
jedoch in kaum merklicher Weise. Die Bündel sind der Parenehymschicht
eingelagert. Während an oder kurz vor den Punkten, wo die Gefäßbündel
der aufeinander liegenden Klappen sich berühren, die oben genannten Ge-
webe zurücktreten, werden die Bündel an der Berührungsfläche durch ein
Verbindungsgewebe zusammengefügt. Das Aufspringen der Hülsen ge-
schieht in diesem Verbindungsgewebe durch Zerreißen desselben (Fig. 3).
Bei Vigna sinensis besteht dasselbe von außen bis innen aus mehreren
Schichten von je zwei Collenchymzellen. Gerade durch den Umstand, dass
hier nicht dünnwandiges Gewebe vorhanden ist, wird die zu erzielende
Wirkung beim Aufspringen der Hülsen noch vermehrt. Die Collenchym-
zellen mit ihren verdiekten Kanten lösen sich sehr schwer aus dem Ver-
bande. Daher stellt das Gewebe der Spannung, welche durch das Ein-
trocknen namentlich der Hart- und Außenepidermiszellen entsteht, einen
bedeutenden Widerstand entgegen. Wenn derselbe endlich überwunden
ist und der Riss erfolgt, so entsteht ein starker Ruck, der im Stande ist,
die Samen sowohl vom Funiculus loszureißen, als auch sie außerdem noch
eine mehr oder weniger große Strecke fortzuschleudern. Die Spannkraft
hat sich jetzt in actuelle Energie umgewandelt. Im Momente des Aul-
reißens der Hülsen tritt sofort eine Krümmung der Klappen ein, wodurch eine
größere Möglichkeit der Samenverbreitung erzielt wird. Würde die Hülse
ohne die nachfolgende Krümmung aufreißen, so würden alle Samen in
gleicher Richtung geschleudert werden; durch die sofort eintretende Krüm-
mung aber und dadurch, dass das Aufreißen und die Biegung der Hülsen
von der Spitze zur Basis fortschreitet, wird die Schleuderrichtung der
Samen in jedem Moment eine andere. Ein weiterer Erfolg der eintreten-
den Krümmung ist der, dass beim Einrollen der Klappen die Windungen
immer enger werden, sodass auch die etwa beim Aufspringen noch fest-
sitzenden Samen zur Seite aus den Windungen herausgeschoben und eben-
falls mit einem Ruck losgerissen werden.
Das Aufspringen der Vigna-Hülsen findet seine Ursache hauptsäch-
lich in hygroskopischen Spannungen in der Hartschicht und der Außen-
epidermis, die dadurch hervorgerufen werden, dass die ihrer Lage nach
sich kreuzenden Elemente beider Gewebe in der Querrichtung stärker als
in der Längsrichtung contractil sind (35).
Das Einrollen der Klappen beruht hauptsächlich auf den Eigen-
schaften der Hartschicht allein. An den von den genannten Autoren unter-
suchten Hülsen zeigen die Hartschichtfasern nicht eine gleichmäßige
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 509
Verdickung ihrerZellwünde, sondern dieselben nehmen von außen nach innen
an Stürke zu, sodass die innerste Schicht der Hartzellen die dieksten Wünde
besitzt, also auch hier bei der Einschrumpfung die größte Kraft entwickelt
werden kann. Da nun, wie bereits gesagt, die Contraction in der Rich-
tung des tangentialen Querdurchmessers der Hartfasern bei eintretender
Schrumpfung am größten ist (35), so zwingt diese die Klappen zu einer
Einrollung nach einwärts, deren Achse parallel den Hartfasern liegt.
An der Vigna-Hülse fehlt die angegebene Eigenschaft der Hartfaser-
schicht; die Wände der spindelförmigen Zellen sind überall gleich dick,
dafür tritt hier die Gliederung der Schicht in die beiden oben beschrie-
benen Gewebe ein. Da die Krümmung der Hülsen hier ebenfalls nach ein-
wärts stattfindet, so folgt, dass auch hier in der inneren Schicht die
Schrumpfung größer sein muss, als in der äußeren, und eben auf dieser
ungleichen Contraction beruht das Einrollen.
Gering ist die Mitwirkung der Außenepidermis beim Einrollen der
Hülsen. Es ist noch hervorzuheben, dass die Contraction der Außenepi-
dermiselemente in der Richtung (Längsrichtung) am schwächsten ist, in
welcher (Querrichtung) die Spannung der Hartelemente am stärksten ist,
wodurch eine Mitwirkung der ersteren beim Einrollen fast gleich Null wird,
dagegen auf einen hindernden Einfluss zu schließen ist. Die Richtigkeit
des Schlusses wird durch das Experiment bestätigt. Von der Außenepider-
mis befreite Hülsen krümmten sich bedeutend stärker, als diejenigen im
normalen Zustande.
Das Aufrollen der Klappen geschieht, wie schon bemerkt, in pfropfen-
zieherähnlicher Weise. Die einzige Ausnahme bilden die holzigen Klappen
der Pentaclethra macrophylla Benth., welche ca. 65—100 cm lang und 10 cm
breit werden. Bei trockener Witterung springen die Hülsen mit lautem
Knall auf, rollen die Klappen der ganzen Länge nach uhrfederartig auf von
der Spitze an nach außen und schleudern mit sehr bedeutender Gewalt die
schweren gegen 7 cm langen und 2,5—5 em breiten und glänzenden Samen
meterweit fort. Der Hauptunterschied im anatomischen Aufbau dieser merk-
würdigen Hülsenklappen ist der, dass die hygroskopischen, stark contrac-
tilen, prosenchymatischen Gewebe erstens parallel der Fruchtachse, und nicht
schräg zu ihr verlaufen, zweitens nicht eine continuierliche Schicht dar-
stellen, wie es bei den übrigen Gattungen der Fall ist, sondern in einzelne
Bündel aufgelóst und von dünnwandigem Gewebe umschlossen sind (24) !).
Alle anderen Fälle, in denen mir bekannt gewordene, afrikanische
Leguminosen ihre Hülsen elastisch óffnen, geschehen nach der oben be-
schriebenen Weise. Die aufzuzählenden Fülle gehören meist zu den Papilio-
naten und zwar zu den Gruppen der Genisteae, Trifolieae, Loteae, Galegeae,
4) Näheres über den anatomischen Bau und besonders über die Contractilität dieser
Klappen siehe Oriver, Note on the structure and mode of dehiscence of the legumes of
Pentaclethra macrophylla Benth. in Trans. Linn, Soc. XXIV, Pl. XXXVII, London 1864.
510 Joh. Buchwald.
Vicieae und Phaseoleae. Ferner gehören hierher wenige Arten der Gattung
Cassia; z. B. C. zambesiaca Oliv., C. nigricans Vahl, C. Absus L. und
C. mimosoides L. Die Gestalt der zu nennenden Papilionatenhülsen variiert
sehr. Sie sind der Länge nach zweiklappig, meist membranis oder lederig,
einfächerig, seltener zwischen den einzelnen Samen mit Querwänden ver-
sehen, häufig mehrsamig, bisweilen nur einen Samen besitzend.
Von den Genisteen sind die sehr schmalen 1,5 mm breiten, vielsamigen
Hülsen der Lotononis-Arten, die Hülsen von Lupinus und von Argyrolobium
zu nennen. Zu den Trifolicen gehüren Ononis, Parochetus und Trigonella
mit den geschnäbelten, oft sichelfórmig gekrümmten , wenig- oder viel-
samigen Hülsen. Elastisch aufspringende Hülsen unter den Loteae besitzt
nur Lotus selbst. Sie sind linear, gerade, etwas aufgetrieben und zwischen
den meist kleinen Samen septiert. Nur fünf Gattungen der Galegeae sind
hierherzustellen: Cyanopsis, Indigofera, Tephrosia, Microcharis, Sesbania.
Die langen und schmalen Hülsen vieler Índigofera-Arten springen häufig
elastisch auf, oft jedoch öffnen sie sich nur längs der Bauchnaht wie eine
Balgfrucht. Vertreter der Vicieae sind Vicia, Pisum, Lathyrus und Abrus.
Die meisten Vertreter dieses Typus enthält die letzte und größte Gruppe
der Papilionaten, die Gruppe der Phaseoleae. Centrosema, Clitoria, Glycine,
Teramnus, Erythrina, bei der häufig auch nur die Bauchnaht sich öffnet,
Galactia, Cajanus, Dioclea, Canavalia, Physostigma, Phaseolus, Vigna, Pachyr-
rhizus, Rhynchosia und Eriosema sind die von mir beobachteten Gattungen.
In der nun folgenden Aufzählung der mit obigen Verbreitungsmitteln
ausgerüsteten Arten nach Formationen und geographischen Verbreitungs-
gebieten sind noch folgende Abkürzungen zur Anwendung gekommen.
1. trop. = in den Tropenländern verbreitet,
2. trop. as. = im tropischen Asien vorkommend.
3. ind.-mal. = im indisch-malayischen Gebiet verbreitet.
^. trop. amer. = im tropischen Amerika verbreitet.
5. süd-afr. — in Süd-Afrika verbreitet.
6. mad. = auf Madagascar vorkommend.
7. arab. = in Arabien verbreitet,
8. med. = im mediterranen Vegetationsgebiet vorkommend.
9. med.-bor. = mediterran-boreal, d. h, im vorigen Gebiete und auch nórdlich
von diesem, in der nördlich gemäßigten Zone von Europa verbreitet.
Stehen obige zu einer Art gesetzten Abkürzungen in Klammern, z. B.
(med.), so bedeutet dies, dass die betreffende Species zwar nicht im medi-
terranen Gebiet vorkommt, aber eine ihr nahestehende Form dort ver-
breitet ist.
Ein vor einen Namen gesetztes A bedeutet auch hier, dass die be-
treffende Art nur im Hochgebirge vorkommt. Wie bereits oben bemerkt,
hat Herr Prof. Schweisrurtn die von mir aufgestellten Formationslisten auf
ihre Richtigkeit hin geprüft. Die von ihm für die einzelnen Formationen
als typisch bezeichneten Arten habe ich mit einem ! versehen.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 511
Gehólze des Uferwaldes.
Pentaclethra macrophylla Benth. ! Erythrina senegalensis DC.
Sen: S-L: Kam: Bt. F-P. Th. G-L: G. T. Sans: Sen: S-L: N-B:
E. excelsa Baker
N-B:
Savannengehölze.
Erythrina Humei E. Mey.! E. Livingstoniana Baker!
Samb: S-G: S-N: Samb:
E. lomentosa R. Br.!
Abyss: T. Nub: Ghaq: Seeg: K. U-U: Samb: S-N:
Die Gehölze des Uferwaldes beschränken sich auf das Waldgebiet der
Westküste von Senegambien südlich bis zum Kongo; nur Pentaclethra macro-
phylla findet sich auch im Uferwald der Ostküste Afrikas. Letzterer Baum
tritt nach den Berichten von Mann!) im Kamerungebiet auf der Insel
St. Thomé so zahlreich auf, dass seine Samen zum Gewinnen eines Öles
benutzt und seine langen, holzigen Hülsenklappen von den Eingeborenen
zu Feuerungsmaterial gesammelt werden. Durch das mechanische Aus-
streuen der Samen scheinen diese Gehölze nicht gut befähigt, neue Gebiete
der Ausbreitung zu gewinnen, dagegen in den besetzten Gebieten die In-
dividuenzahl sehr leicht zu vergrößern.
Die Verbreitung obiger Savannengehölze ist nur eine geringe. Sie
finden sich alle drei in den hügeligen Regionen des Sambesistromgebietes;
A reicht nach den bisherigen Forschungen bis in das Sofala-Gasaland, 2 süd-
wärts bis Natal. Die weiteste Verbreitung besitzt Erythrina tomentosa, die
durch das ganze östliche Savannengebiet bis nach Abyssinien hinauf ver-
breitet ist. Ihre Samen sind noch der Verbreitung durch die Vogelwelt
angepasst.
Gebüschpflanzen.
Die zu dieser Formation zu stellenden Arten müssen besser in drei
Formationen aufgelöst werden. Zur ersten wären die Gewächse zu stellen,
welche mitten in den Gebüschen am Grunde derselben ranken, starke
Feuchtigkeit beanspruchen, ängstlich Licht und Sonne meiden und nur im
absoluten Schatten gedeihen können. Zweitens in Gewächse, die zwar im
Schatten der Gebüsche stehen, in ihnen ranken, ihre Sprosse und Blüten
aber der Sonne zukehren. Drittens in Arten, welche nur am Rande der
Gebüsche stehen, etwas Schatten bevorzugen, sonst aber dem Licht und
der Sonne zugängliche trockene Standorte fordern. Letztere bilden den
Übergang zu den in freier Sonne trockene Standorte bedeckenden Steppen-
pflanzen. Diese Sonderung musste jedoch unterbleiben, da die Beschaffen-
heit der Standorte mir von den Gebüschpflanzen nur sehr vereinzelt genauer
bekannt geworden ist.
4) In OLıver (24), in Transactions l. c.
512
Argyrolobium | abyssinicum, Jaub. et
Spach. |
Abyss: T. Nub: K-S: Ch.
A A. remotum Hochst. l
Abyss: A. T.
A A. dorycnoides Baker
Abyss:
A A. aequinoctiale Welw.
Ben : H.
A A. virgatum Baker
Abyss.:
Indigofera hirsuta L.! — trop. as.
T-D: Ghaq: Sans: Si, Moss: Seeg:
Unj. U-U: Samb: S-N: N. Sen:
Ob-G: T. N-B: Kam: Th. G-L:
A-K: A. P-A. Ben: H.
A 1. longebarbata Engl.
Abyss: A.
A I. alboglandulosa Engl.
Abyss:
N I. Spachii Baker
Abyss:
A I. Quartiniana A. Rich,
Abyss: T,
A 1. atriceps Hook. f.
kam K.
secundiflora Poir.
Abyss: T. Nub: Kil: Kl. Seeg: Unj.
U-U: S-L: Sen: N-B:
. endecaphylla Jacq.
Abyss: T. K. Nub: U-U: Samb:
Tr: S-N: N. Sen: Ob.-G : A. Lg.
Kam: Th. A-K: A. K. P-A. Ben:
H.
I. phyllanthoides Baker
DU: Ben: H.
A L arrecta Hochst. !
Abyss: T. K. K-S : Kil: Kl.
I. emarginella Steud. !
Abyss: T. Seeg: K. A-K: P-A,
A L Oliveri Schweinf.
Massh: Ki.
A Tephrosia interrupta Hochst. et Steud.
(mad.).
Abyss: T. A.
T. bracteolata G. et P. !
Abyss: T. Nub: Ghaq: U-U: M. Sen:
Ob-K: B. A-K: M. T-A.
Abrus precatorius L.! — trop.
Abyss: T. U-U: Samb: S-N: N. Sen:
S-L: N-B: Kam: T-P. A-K: A.
P-A.
~
DM
Joh. Buchwald.
A. pulchellus Wall.! — ind.-malay.
Sen: S-L: N-B: N. S-N: P.
A. Schimperi Hochst.'
Abyss: Nub: Seeg: M. U-U:
Clitoria Ternatea L.! — trop.
Abyss: T. Nub: U-U: K-S: Moss:
Samb: Sen: S-L: N-B: A-K: A.
P-A.
A Shuteria africana Hook. f. — (trop. as.).
Abyss: Kam: K. l
Glycine javanica L.! — trop. as.
Abyss: T. K-S: M. Sans: Si. U-U:
Nyass: Sch. S-N: G-L: G. A-K:
P-A. Ben: H.
G. hedysaroides Willd.
U-U: Ob.-G: A-K: K. A.
Canavalia obtusifolia DC. ! — trop.
Moss: Samb: S-N: N, P. Sen: S-L:
N-B: G-L: L. A-K: K. A.
C. ensiformis DC.! — trop.
Abyss: K-S: Ch. U-U: Samb : SN:
N. Sen: S-L: N-B: A-K: A. P-A.
A Phaseolus Schimperi Taub.
Abyss: T.
A Vigna oblongifolia A. Rich. !
Abyss: K.
V. membranacea A. Rich.
Abyss: T. Nub: U-U:
V. vexillata Benth.! — trop. amer.
Abyss: T. U-U: Usb. Seeg: Unj.
Samb: Sen: S-L: Ob.-G : A. Cp.
N-B: Ob.-K: A-K: K. P-A. Kun
A V. Schimperi Baker
Abyss:
V. ornata Welw.
Abyss: Samb: U-U: A-K: P-A.
Ob.-K: B.
V. triloba Walp.!
Samb: Tr: S-N: N. P. A-K: A. P-A.
V. sinensis Endl.! — trop.
Abyss: T. Nub: Samb: Kil: Kb. Kw,
Sen: Ob.-G: T. N-B: Kam: F-P.
V. luteola Benth.! — trop. as. — trop.
amer.
Nub: Sans: S-N : N. P. Sen: Ob.-N:
Ob.-G: T. A. N-B: Kam: Ob.-K:
B. A-K: A. Ben: H.
V. oblonga Benth.! — trop. amer.
Kam: F-P. und an der Westküste
Afrikas in Guinea bis zur Kongo-
mündung.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika.
V. lutea A. Gray! — trop.
Samb: S-N: N.
Pachyrrhizus angulatus A Rich.! — trop.
Ghaq: D. Seeg: M. Sen:
Abyss:
Ob.-G:
Dolichos Lablab L.! — trop.
Abyss: T. Nub: Massh:
Uj. U-U: Samb: S-N:
A-K: A. M. P-A. Kun:
D. axillaris E. Mey.! — mad.
Abyss: Samb : S-N: N. P. A-K ; P-A.
Ben: H.
D. uniflorus Lam. ! — trop. as.
Abyss:
D. biflorus L.! — trop. as.
U-U: Moss: Samb: S-N: N. Ob.-K:
B. A-K: A. P-A.
A D. formosus A, Rich.
Abyss: T. Gallh:
A D. maranguensis Taub.
Kil: Kl. U-U : Usb.
Cajanus indicus Spreng.! — trop.
Nub: Seeg: Unj. Sans: U-U: Samb:
Ob.-K:
S-L: Ob.-G: Kam: F-P.
B. A-K: K. A. P-A.
Rhynchosia resinosa Hochst.
Abyss: T. Nub: Massh: Ob.-K: U-U:
Ug.
R. flavissima Hochst. ! — (süd-afr.).
Abyss: T. K. K-S: Ch. M. U-U:
Seeg: K.
N. N-B:
513
A R. elegans A. Rich.
Abyss: T. A.
R. viscosa DC.! — trop. as.
Abyss: Nub: Seeg: Ug. K. U-U: Ny.
R. minima DC.! — trop.
Abyss: Nub: S-N: N. Sen: S-L:
Ob.-G:
A Eriosema cordifolium Hochst. !
Abyss: A.
E. polystachyum Baker
Abyss: T. Sch. U-U:
E. parviflorum E. Mey.
Massh: K. Seeg: K. Sans: Si. S-N:
N. P. Kil: Kl. U-U: Sen: S-L:
N-B:
A E. longepedunculatum A. Rich.
Abyss: T.
E. cajanoides Hook. LI
Nub: Kil: Kl. Nyass: Samb: Moss:
S-N: N. P. U-U: Usb. Sen: S-L:
Ob.-G: T. N-B: A-K: K. P-A.
E. glomeratum Hook. f. !
U-U: Sans: Si. Sen: S-L: Ob.-G: T.
N-B: G. L. G. A-K: K. P-A.
A E. robustum Baker
Abyss:
E. flemingioides Baker!
Abyss: T. Seeg: M.
Von den angeführten Gebüschpflanzen haben einige eine sehr weite
Verbreitung in Afrika, wührend das Verbreitungsareal gewisser anderer
Arten ein sehr beschrünktes ist. Einige der ersteren stehen auch zu
außerafrikanischen Gebieten in Beziehung. Abrus precatorius, Clitoria
Ternatea, Canavalia obtusifolia, C. ensiformis, “Vigna sinensis, V. lutea,
Pachyrrhizus a angulatus , Dolichos Lablab, Cajanus indicus und Rhynchosia
minima sind allgemein tropisch. In Afrika sind diese Arten nicht nur
in den Culturformen, sondern in den wilden Formen weit verbreitet. Es
finden sich im tropischen Afrika und zugleich im tropischen Asien In-
digofera hirsuta, Abrus pulchellus, Glycine javanica, Dolichos uniflorus,
D. biflorus, Rhynchosia viscosa und zugleich im tropischen Asien und tro-
pischen Amerika Vigna luteola, nur zugleich auf letzterem Continente
V. vexillata, V. oblonga.
` [n Afrika selbst weit verbreitet sind folgende: Indigofera endecaphylla,
I. hirsuta, Abrus precatorius, die oft an Euphorbien rankende Clitoria Ter-
natea, Vigna vexillata, Dolichos Lablab, Cajanus indicus; sie kommen in
allen Gebieten des tropischen Afrika vor, ebenso scheint es mit Vigna sinensis
und mit V. luteola zu sein. Tephrosia bracteolata erstreckt sich von Abys-
Botaniscke Jahrbücher. XIX. Bd. 33
514 Joh. Buchwald.
sinien quer durch Afrika in südwestlicher Richtung nach Angola hin. Alle
diese Arten, sowie auch die am Rande des Buschwaldes schlingende Glycine
hedysaroides, finden sich also gleichmäßig sowohl in der Savannenregion
als in dem Waldgebiet. Dagegen treten Indigofera secundiflora, Pachyr-
rhizus angulatus fast nur in der Savannenregion des Sudan von Senegambien
bis Abyssinien auf, erstere außerdem noch südlich bis zum Kilimandscharo-
gebiet, Eriosema parviflorum nur in der Savannenregion der östlichen Ge-
biete bis zum Sambesigebiet, auch Dolichos Lablab findet vorzugsweise in
der Savannenregion und Dolichos axillaris nur in ihr seine Verbreitung.
Ebenso Vigna triloba und Dolichos biflorus, welche von der Westküste von
Angola und Benguela bis zur Ostküste sich erstrecken. Glycine javanica
findet sich an der ganzen Ostküste und an der südlichen Westküste, Cana-
valia obtusifolia dagegen an der ganzen Westküste und an der Ostküste nur
südlich von Mosambik. Ebenso verhält es sich mit C. ensiformis, die aber
auch in Abyssinien angetroffen wird. Sowohl im Waldgebiet der Ost- als
auch der Westküste kommt Eriosema glomeratum vor, nur in demjenigen
der Westküste südlich bis zum Kongo Vigna oblonga.
Diesen Arten mit weiter Verbreitung in Afrika stehen andere mit be-
schränkten Arealen gegenüber, welche ohne Ausnahme zu außerafrikani-
schen Gebieten keine Beziehungen aufweisen. Jene finden sich zum
größten Teil sowohl in der Tiefebene wie im Hochland, diese aber fast aus-
schließlich im Hochland. Es sind die 24 mit einem AN, versehenen Arten.
So finden sich Argyrolobium remotum, A. dorycnioides, A. . virgatum, Indi-
gofera longebarbata, I. 1. alboglandulosa, I. Spachii, I. Quar finiana, Tephrosia
interrupta, Phaseolus ER himperi, Vigna oblongifolia, 1 V. Schimperi, Rhynchosia
elegans, Eriosema cordifolium, E. longepedunculatum und E. robustum nur
auf dem Hochland von Abyssinien, Indigofera Oliveri nur auf dem Massai-
hochland, Dolichos maranguensis allein auf dem Kilimandscharogebirge,
Indigofera atriceps nur auf dem Kamer ungebirge, Argyrolobium aequinoctiale
im Hochland von Huilla in Benguela. Shuteria africana kommt gemeinsam
im Hochgebirge von Abyssinien, auf dem Runssoro und im Kamerungebirge,
Dolichos formosus in Abyssinien und dem Gallahochland, Indigofera arrecta
in Abyssinien und auf dem Kilimandscharo vor.
Aus Vorhergehendem ist zu schließen: Für rein alpine Formen der
Leguminosen ist es kaum möglich das Verbreitungsareal zu vergrößern oder
auf andere ferne Hochgebirge vorzudringen. Häufig sind diese Arten ihren
llochgebirgen endemisch. Den übrigen Arten, welche keine so engen
Anforderungen an Klima und Bodenverhältnisse stellen, fällt es leicht, die
Areale zu vergrößern. Damit soll indessen nicht gesagt sein, dass dasselbe
auch für andere Familien gilt.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 515
*
Steppenpflanzen.
Als Steppenpflanzen sind Pflanzen trockener Standorte zusammen-
gestellt, welche durchaus nicht immer zur Steppe gehören, da sie häufig
auf beschrünktem Raum gedeihen. Viele dieser Pflanzen tragen dazu bei,
die ausgedehnten Savannen Afrikas zusammensetzen, die anderen leben
auf trockenen Triften, welche sich am besten an die Steppe anschließen
lassen. Unterirdische, verdickte Stengel und Rhizome oder Knollenbildungen
befähigen meist die Arten, die Trockenzeit zu überdauern und am Beginn
der Regenzeit wieder auszutreiben und die Steppen mit frischem Grün zu
bedecken, nachdem die oberirdischen Teile während der trockenen Jahres-
zeit vollständig zusammen getrocknet oder auch abgebrannt sind.
Cassia Absus L.! — trop. as.
Abyss: T. K. K-S: Ghaq: D. U-U:
Samb: Tr: Sen: Ob.-G: T. N-B:
N.
C~ zambesiaca Oliv.!
Samb:
C. nigricans Vahl! — trop. as. (trop.
amer.).
Abyss: T. K. T-D: K-S: Ghaq: B.
Sen:
C. mimosoides L.! — trop. as. (trop.
^ amer.).
Abyss: T. K. Ghaq: N. D. Kil: Kl.
Seeg: K. U-U: Tr: S-N: N. P.
Ob.-G: T. Ob.-K: B. A-K: K.
Lolononis tenuis Baker
Kun: O.
N L. dicholoma Boiss.
— Abyss: T.
Lotus arabicus L.! — medit.
Abyss: T. Samb: Sen:
Indigofera linifolia Retz.! — trop. as.
Abyss: Nub:
I. tetrasperma Schum. et Thonn.!
Sen: Ob.-G: A. N-B:
I. cordifolia Roth.! — trop. as.
^ Abyss: Nub: K-S:
I. erythrogramma Welw.
— . Ob.-K: B. A-K: A, P-A. Ben: H.
I. capitata Kotschy !
Ghaq: B. Seeg: M. Sen: Ob.-K: B.
A-K: K.
LL spinosa Forsk. ! — arab.
Abyss: Nub:
A I. suaveolens Jaub. et Spach.
Abyss: T.
I. parvula Del.
Abyss. T. Nub: U-U:
I. viscosa Lam. — trop. as.
7 Abyss: K. T. Nub: U-U: Sans: Si.
Moss: Q. Sen: Ob.-N:
I. pentaphylla L. — trop. as.
7^ Abyss: Seeg: M. Sans: U-U: Moss:
Samb: S-L:
I. medicaginea Welw.
— Ob.-K: B. A-K: P-A.
I. subulata Vahl! — trop. as., trop. amer.
^ Sans: Si. Sen: N-B.:
I. paucifolia Del. ! — trop. as.
Abyss: T. Nub: Samb: Ts: Ben:
I. allernans DC.
^ Kun: O. D-N: N. S-N: P. S-K:
I. Schimperi Jaub. et Spach. !
Abyss: Nub: U-U: Samb:
I. semitrijuga Forsk.! — arab.
Abyss: Nub: K-S:
I. argentea L.! — trop. as., arab.
= Abyss: T. Nub:
Tephrosia lupinifolia DC. !
^0 KS: Tr: Sen: Ob.-N: Ob-K: B. A-K:
K. A.
T. callipes Welw.
7 A-k: A.
. dichroocarpa Steud. — madag.
Abyss: T.
T. bracteolata Gmel. et Per.!
= Abyss: T. Nub: Ghaq: M. Sen:
Ob.-K: B. A-K: M. P-A.
T. subtriflora Hochst.
Abyss: T.
T. anthylloides Hochst. !
— Abyss: T. Nub: K-S: M. Sen:
T. linearis Pers. !
Nub: Ghaq: B. U-U: Sen: Ob.-N:
A-K: K. A,
de
33*
516 Joh, Buchwald,
A T. Meyeri Joannis Taub. Samb; S-G: Sen: S-L: Ob.-G:
Kil: Kl. A. A-K: A, P-A.
T. villosa Pers, — trop. as. Vigna parviflora Welw.
U-U: Sans: Si. Samb: Kun: O.
T. incana Grah. — trop. as. A V. spartioides Taub.!
Abyss: U-U: Ny. Samb: A-K: A. Abyss:
T. Apollinea DC. ! — arab, A Rhynchosia Grantii Baker
Abyss: T. Nub: Seeg: Unj.
T. purpurea Pers. ! — trop. A Eriosema tuberosum Hochst.!
Abyss: T. Nub: U-U: Moss: Q. Abyss: T.
Eine ziemliehe Anzahl der genannten Steppenpflanzen besitzt eine
weite auBerafrikanische Verbreitung. Allgemein tropisch ist Tephrosia
purpurea. lm tropischen Afrika finden sich und zugleich im tropischen
Asien Cassia Absus, C. nigricans, C. mimosoides, Indigofera linifolia, I. cor-
difolia, AL viscosa, I. pentaphylla, I. paucifolia, I. argentea, Tephrosia villosa,
T. incana , und zugleich im tropischen Asien und tropischen Amerika
Indigofera subulata, und zugleich im mediterranen Gebiet Lotus arabicus.
Im Gegensatz zu den Gebüschpflanzen sind die Steppenpflanzen mehr
auf die Savannenregionen im centralen Afrika beschränkt und dringen
nicht so zahlreich in das Grasland der Waldgebiete ein, ausgenommen die
Arten, welche, wie z. B. Indigofera pentaphylla, Tephrosia bracteolata,
Glycine javanica u. a. ebenso oft unter Gebüschen im Schatten, als auch in
der trockenen Steppe gedeihen. Von den angeführten 40 Arten sind ca. 35
allein auf die Savannengebiete und Abyssinien beschränkt, und nur fünf
finden sich auch in der Waldregion des Kongobeckens. Indigofera subulata
scheint allein im Waldgebiet sowohl der Ost- als der Westküste auf trocke-
nen Grasplätzen vorzukommen.
Im östlichen Savannengebiet südlich von Abyssinien und bis zur West-
küste von Angola-Benguela finden sich Cassia mimosoides, Indigofera capi-
tata, Tephrosia bracteolata, T. linearis , T. incana. Nur in der Savannen-
region südlich des Kongobeckens kommen Indigofera erythrogramma, 1.
medicaginea, Tephrosia capillipes vor; nur in den Savannengebieten des
Sudan Cassia nigricans, Tephrosia anthylloides und schließlich im ganzen
Savannengebiet Indigofera viscosa, I. paucifolia, Tephrosia lupinifolia, T.
purpurea und Indigofera pentaphylla, welche letztere Art jedoch den Sa-
vannen südlich des Kongo fehlt.
Im ganzen Kongobecken und der Waldregion von Ober-Guinea scheint
sich Indigofera tetrasperma zu finden, und Cassia Absus schließlich kommt
ziemlich an allen Punkten des tropischen Afrika vor, nur den Gebieten süd-
lich vom Kongo bis zum Kap fehlt sie.
Oben sind auch mehrere Arten angeführt, welche in Abyssinien und
der Steppenzone von Nubien, Kordofan-Sennaar die westliche Grenze ihrer
Verbreitung erreicht haben, aber nach Osten über Arabien und noch weiter
durch Persien, Afghanistan und Belutschistan und schließlich nach Ost-
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 517
indien und auch dem tropischen Australien ihre Verbreitung bewerkstelligt
haben. Bis Arabien reichen Indigofera spinosa, I. semitrijuga, I. argentea,
Tephrosia Apollinea, bis zum tro ‚pischen Asien respective tropischen Australien
gehen Indigofera linifolia und I. cordifolia.
Jene Arten besitzen große Areale. Ihnen gegenüber stehen, ebenso
wie bei den Gebüschpflanzen, eine Reihe Formen mit nur kleinen
Arealen. Sie gehören zum größten Teil wieder der Hochgebirgsflora an
und haben, mit Ausnahme von Tephrosia dichroocarpa, die auch auf Mada-
gascar vorkommt , zu andern Gebieten keine Beziehungen.
Im Hochland von Abyssinien allein kommen Lotononis dichotoma, In-
digofera suaveolens, Tephrosia dichroocarpa, T. subtriflora, Vigna spartioides,
Eriosema tuberosum, auf dem Kilimandscharo Tephrosia Meyeri Joannis und
auf dem Hochplateau von Unjoro Rhynchosia Grantii vor.
Auch von den Steppenpflanzen mit elastisch aufspringenden Hülsen
gilt die Regel, dass sie ein großes Areal einnehmen, soweit die Ge-
biete zusammenhängen; wenn dieselben aber getrennt liegen, ist ein
Austausch der Formen unmöglich, wie die angeführten Hochgebirgsarten
beweisen.
Wüstenpflanzen.
Lotononis Leobordea Benth.! — arab. Indigofera spinosa Forsk.! — arab.
— Abyss: T. D-N: N. ^. Abyss: Nub:
Lotos Garcini DC. — arab. Tephrosia Apollinea DC.! — arab.
— Nub: — Abyss: T. Nub:
Indigofera argentea L.! — arab., trop. as. T. nubica Baker
Abyss: T. Nub: — Abyss: K-S:
Außer der letzten sind die übrigen fünf Arten auch in den Wüsten
Arabieņs verbreitet; Indigofera argentea reicht sogar bis nach Ostindien,
und Lotononis Leobordea östlich von Arabien durch die Oeden von Persien,
Belutschistan und Afghanistan. Zugleich findet sich diese Art in den Wüsten
des Damara-Namalandes, in der Kalahariwüste.
Bergwiesenpflanzen.
A Argyrolobium Schimperianum Hochst. L. corniculatus L. — medit.-boreal.
Abyss: T. K-S: ~ Abyss: T. Gallh:
A A. fulvicaule Hochst. Indigofera trigonelloides Jaub. et Spach
Abyss: = — arab. — Abyss:
A A. ramosissimum Baker I. astragalina DC.
~ Abyss: A. — Sen: Ob.-N: Ben:
Parochetus communis Hamilt. — trop. as. A I. heterocarpa Welw.
Kil: Kl. Samb: |. Ben: H.
A Lotus tigrensis Baker — (medit.) A Tephrosia dimorphophylla Welw.
` Abyss: T. Gallh: - Ben: H.
A L. brachycarpus Hochst. — (medit.) Lathyrus pratensis L. — medit.-boreal
Abyss: T. — Abyss: Sch.
518 Joh. Buchwald.
L. sphaericus Retz — medit. A L. Schimperi Engl. — (medit.)
Abyss: T. Abyss: A.
Die angeführten 14 Bergwiesenpflanzen zeigen nur kleine Ver breitungs-
areale in Afrika. Parochetus communis kommt außerdem noch im indisch-
malayischen Gebiet und Indigofer a trigonelloides noch in Arabien vor,
Lathyrus sphaericus zugleich noch im mediterranen Gebiet und Lotus corni-
culatus noch im mediterran-borealen Vegetationsgebiet. 3 haben im medi-
terranen Gebiet nahe Verwandte. 8 der Arten kommen ausschließlich im
Hochgebirge vor und zwar 6 im Hochland von Abyssinien und 2, nämlich
Indigofer a heterocarpa und Tephrosia dimorphophylla, auf hohen W eiden und
Waldwiesen im Hochland von Huilla in Benguella. Diese 8 Arten gehören
nicht zu denen, welche zugleich in außerafrikanischen Gebieten weite Ver-
breitung besitzen.
Die Wirkung des vorliegenden Ver breitungsmittels bei den Ber gwiesen-
pflanzen entspricht vollständig den Resultaten ,
Steppenpflanzen erhalten wurden,
welche für Gebüsch- und
nämlich dass die nur Hochgebirge be-
wohnenden Arten meist kleine Verbreitungsarcale einnehmen.
Flussuferpflanzen.
Lotus nubicus Hochst.
Abyss: K-S:
Indigofera nigricans Vahl
"Wb Ob.-N:
I. nigritana Hook. f.
^0 N.-B: Ob.-N:
I. sparsa Baker
Abyss:
I. geminata Baker
~ NB:Ob.-N:
I. Binderi Kotschy
^ — Ghaq:
I. fulgens Baker
~ Nyass:
Tephrosia Vogeli Hook. f.!
"^ Seeg: Unj. Sans:
A-K : A. P-A. Ob.-K:
T. elongata Hook. f.
"o N-B: Ob.-N:
T. concinna Baker
^ N-B: Ob.-N:
U-U: Nyass: Sch.
Samb: S-L: Ob.-G: Kam: F-P. St-Pr.
T. densiflora Hook. f.
"NB: Ob.-N :
T. pulchella Hook. f
~ N-B: Ob.-N:
Sesbania punctata DC. !
Abyss: T. Sch. Nub: U-U: Sen: Ob.-
G: A-K: P-A
S. pachycarpa DC. !
Abyss: T. Nub: Sen: Ben:
S. aegyptiaca Pers.! — trop. as.
^ Nub: Seeg: Unj. U-U: Sen: Ob.-G:
S. aculeata Pers.! — trop. as.
Samb: Moss: S-N: Sen: Ob.-G: Ob.-
N: N-B:
Vigna nilotica Hook. f. !
Abyss: Nub: U-U: Usg. Samb: Sen:
V. luteola Benth. ! — trop. as., trop. amer.
© Nub: Sans: S-N: N. P. Ob.-N: Ob.-K:
B. A-K: P-A. Ben: H
V. coerulea Baker
Samb:
Pflanzen, die gelegentlich einmal an Flussufern gesammelt werden,
sind hier nicht aufgenommen, sondern nur solche,
anderen Standorte als Flussufer bekannt geworden sind.
obige 19 Arten echte Begleitpflanzen der Flussläufe zu sein.
system des Weißen Nil sind eigen:
von denen mir keine
Es scheinen also
Dem Strom-
Lotus nubicus, Indigofera Binderi; nur
an den Gebirgsbächen des abyssinischen Hochlandes gedeiht Indigofera
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 519
sparsa; den Ufern des Nyassasees und den Stromgebieten östlich desselben
im Nyassagebiet ist eigen Indigofera fulgens, dem Sambesistromsystem Vigna
coerulea, dem System des Nigerstromes Indigofera nigricans, I. nigritana,
I. geminata, Tephrosia elongata, T. densiflora, T. concinna, T. pulchella. Jene
Arten gehören je einem größeren Stromgebiet an. Andere sind weiter über
mehrere Stromsysteme zugleich verbreitet. Tephrosia Vogelii scheint an
den Ufern aller tropisch-afrikanischen Flüsse zu gedeihen, ebenso Ses-
bania aculeata, die jedoch dem südwestlichen Afrika fehlt. Sesbania punc-
tata und Vigna luteola finden sich an den Stromufern der Savannenregion
und V. nilotica an denjenigen von Abyssinien bis zum Sambesigebiet. Im
ganzen Sudan ist Sesbania aegyptiaca an den Stromufern verbreitet. Die
letzteren Arten haben noch Beziehungen zu anderen Gebieten. Sesbania
aegyptiaca und S. aculeata finden sich noch im tropischen Asien, Vigna
luteola im tropischen Asien und tropischen Amerika. u
Die über mehrere Stromgebiete Afrikas und sonst noch weiter ver-
breiteten Arten verfügen über ein ferneres Verbreitungsmittel , welches
ihre Samen schwimmfähig macht t), und ihnen so eine weitere Verbreitung
ermöglicht. |
Sumpfpflanzen.
Lotononis Bainesii Baker N Vigna heterophylla A. Rich.
Kun: Abyss. T. K.
Teramnus labialis Sprengl. — trop. A V. radicans Welw.
Abyss: T. Sch. Nub: Seeg: U. S-N: P. 7 Ben: H.
N. Sen: A-K: P-A. Ob.-N: N V. abyssinica Taub.
Abyss: T. K.
Teils nach den Vermerken auf den Herbarzetteln, teils nach Litteratur-
angaben sind jene Arten als Sumpfpflanzen aufgeführt. Nach SCHWEINFURTH
ist jedoch keine der Arten eine typische Sumpfpflanze, sondern sie sind
teils, wie Teramnus labialis, zu den Schatten liebenden Gebüschpflanzen,
teils zu den Steppenpflanzen zu stellen. 3 der Arten sind Hochgebirgs-
pflanzen, 2 im Hochgebirge von Abvssinien, 1 im Hochland von Huilla in
Benguela. Eine ist allgemein tropisch, die übrigen sind auf kleine Areale
in Afrika beschrünkt, was für Sumpfpflanzen bisweilen vorkommt.
Meeresstrandpflanzen.
Als Meeresstrandpflanzen kommen Gewächse in Betracht, welche ent-
weder auf den Sanddünen der Meeresküste gedeihen oder aber in den
Mangrovewäldern der tropischen Küsten leben. An der Ostküste Afrikas
findet sich nach Senmen (29)?) Mangrove an der Küste des Roten Meeres. Über
das Vorkommen derselben an der Somaliküste ist bisher nichts bekannt
geworden. Indessen tritt dieselbe südlich vom Aequator in großer Üppig-
keit auf und erstreckt sich bis Natal hinab über den südlichen Wendekreis.
4) Siehe weiter unten »Das Wasser als Agens der Verbreitung «.
2) pag. 86.
590 J. Buchwald.
Àn der westafrikanischen Küste kommt ebenfalls Mangrove vor, über die
Ausdehnung derselben ist mir nichts Näheres bekannt geworden; sicher ist
nur nach Vocer (44)!), dass an der Küste von Sierra Leone bis zur Kamerun-
küste Mangrovewälder vorhanden sind. Die Zusammensetzung und das
Vorhandensein der Mangroveformation überhaupt ist abhängig von der jähr-
lichen Regenmenge. Da in Afrika die Regenmengen an den Küsten bedeu-
tend geringer sind als z. B. in dem indisch-malayischen Gebiet, so ist die
Zahl der in der Mangrove Afrikas lebenden Leguminosengewächse eine bei
weitem geringere infolge des größeren Salzgehaltes des Wassers und Bodens.
Nach Scuweinrurtn fehlen in der afrikanischen Mangrove Abrus precatorius,
Glycine javanica, Canavalia obtusifolia, C. ensiformis und andere schlin-
gende Leguminosen vollständig, welche Scuınper (29) als stets vorhanden in
der indisch-malayischen Küstenbewaldung aufführt.
Lotononis clandestina Benth. I, daleoides Benth.
^ Ben: Im Sande der Seeküste. — Auch ^ Ben: Im Sande der Seeküste. — Auch
im Binnenland. im Binnenlande,
Indigofera arenaria A. Rich.! Tephrosia lupinifolia DC.
^ Nub: Auf Sanddünen und Sandfel- ^^ A-K: K. Im Sande der Seeküste. —
dern, — Auch im Binnenlande. Auch im Binnenlande,
I. paucifolia Del. — trop. as. T. disperma Welw.
— ` Nub: Auf Korallenfelsen an der Küste, Kun: Im Küstensande.
— Auch im Binnenlande. Dioclea reflexa Hook. f. — trop. as., trop
I. maritima Baker ^ amer.
Kun: Häufig im Sande der Seeküste, An der afrikanischen Ost- u, West-
küste, schlingend.
Ich habe nur die Standorte angegeben, die das Vorkommen der Arten
an der afrikanischen Küste bekunden. Weiteres Vorkommen in Afrika soll
durch die Bemerkung »auch im Binnenlande« angedeutet sein,
Nur an der Westküste Afrikas scheint Lotononis clandestina, Indigofera
maritima, Tephrosia disperma und Dioclea reflexa, nur an der Ostküste In-
digofera arenaria sich zu finden. Nur Indigofera paucifolia und Dioclea
reflexa kommen zugleich noch im tropischen Asien, letztere außerdem im
tropischen Amerika vor.
Über das Vorkommen der Arten mit elastisch aufspringenden Hülsen
steht kurz Folgendes fest: Das Ausstreuen der Samen geschieht stets nur
über die allernächste Umgebung der Mutterpflanzen. Die Arten können
daher nur größere Areale bekleiden, soweit diese in direetem Zusammen-
hang stehen; weite trennende Zwischenriume können sie nicht über-
springen.
Gehölze dieser Art giebt es nur wenige. Sie stehen meist in größeren
Gruppen zusammen, ihre Gebiete sind meist geringe. Gebüsch- und
Steppenpflanzen nehmen sehr große Gebiete ein, soweit die Formen gleich-
mäßig im Hochland und in der Ebene gedeihen, Hochlandsformen dieser
1) Voser in Hooger, Niger Flora, London 1849.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 521
Formationen dagegen, ferner Bergwiesenpflanzen, Wüsten- und zuweilen
Sumpfpflanzen bedecken nur kleine Areale, da die mit gleichen Bedingungen
ausgestatteten Gebiete stets mehr oder weniger weit von einander liegen.
Meist sind diese Arten ihren Gebieten endemisch. Flussuferpflanzen ge-
hóren nur einem Stromsystem an, wenn die Samen nicht noch besondere
Schwimmvorrichtungen besitzen. Ist letzteres der Fall, so sind sie über
viele Stromgebiete und in außerafrikanischen Gebieten verbreitet. Ähnlich
verhält es sich mit den Meeresstrandgewächsen.
I.
Der Wind als Agens der Verbreitung.
Als weiteres Verbreitungsagens ist die Bewegung der Luft zu be-
trachten. Die schwachen Bewegungen der Luft, die man allgemein mit
dem Namen »Zug« belegt, wie sie in dem heißen Afrika schon durch den
starken Temperaturwechsel von Tages- und Nachtzeit hervorgerufen werden,
kommen hier kaum in Betracht, da es unter den Leguminosensamen keine
so kleinen und so leichten giebt, dass sie frei in schwach bewegter Luft, wie
etwa die Sporen der Moose und Gefäßkryptogamen, schweben können. Nur
die stärkeren Schwankungen der Luft, die Winde, können von Einfluss
auf die Verbreitung der Leguminosensamen sein.
Im Folgenden mag nun untersucht werden, in welcher Weise die
Samen und Früchte mehrerer tropisch-afrikanischer Leguminosen zur Ver-
breitung durch den Wind geeignet sind. Diese Anpassungen lassen sich
leicht auf drei Gruppen zurückführen. In die erste Gruppe sind diejenigen
Samen zu stellen, welche an sich selbst zur Windverbreitung geeignet
sind, sei es durch ihre geringe Größe und ihren anatomischen Aufbau,
oder aber durch ihre äußere flache Gestalt. Zur zweiten Gruppe stelle ich
diejenigen Leguminosen, deren Samen ein Transportmittel in den Peri-
carpien gegeben ist. Diese letzteren sind entweder indehiscent oder sie
springen unelastisch auf; sie sind gegliedert oder nicht gegliedert, einfach
oder mit mehr oder weniger breiten Flügeln versehen. In die dritte Gruppe
endlich stelle ich diejenigen mannigfachen Wanderausrüstungen, welche
sich nicht am Samen oder dem Pericarp, sondern an anderen Teilen der
Pflanze in der Nachbarschaft der Früchte finden. Hierher gehören auch
einige kleinere Hilfsmittel, durch welche die Pflanzen die Wirkung ihrer
Wanderapparate zu erhöhen suchen. Bevor ich auf die einzelnen Gruppen
näher eingehe, bemerke ich noch, dass in den durchaus meisten Fällen die
Anpassungen der Pflanzen an die Verbreitung durch den Wind auf das
Princip der Oberflächenvergrößerung zurückzuführen, und dass die Mittel
und Wege, welche die Pflanzen eingeschlagen haben, um die Oberflüchen-
vergrößerung ihrer Fortpflanzungskórper zu erzielen, sehr mannigfaltig sind.
522 Joh. Buchwald.
Gruppe 1.
Körnchenförmige Flugorgane(2)!). In die erste Gruppe gehören
zunächst diejenigen Leguminosensamen, welche bei geringer Größe be-
deutende Leichtigkeit besitzen. Ihre Gestalt ist meist eine kugel- oder
nieren- bis stübchenfórmige mit dem Durchmesser von 0,5—1 mm. Bei-
spiele mit derartig kleinen Samen liefern die Gattungen Lotononis (L. dicho-
toma Boiss.), Argyr olobium (A. abyssinicum Jaub. et Spach.), Ononis, Trigo-
nella (T. mar itima Del., T. laciniata L .), Lotus er corniculatus L., L. arabicus
L., L. “nubicus Hochst.), GA a (I. procera S. et T., I. 1. erythrogr amma
Welw.), Glycine (G. javanica L.), Tephrosia (T. Aug DEN, Microcharis.
Samen mit sch wammigen Geweben. Bei größeren Samen
wird die Dichtigkeit durch den anatomischen Bau des Cotyledonengewebes
verringert. Dasselbe zeigt eine schwammige, lufthaltige Structur. Da in
dem Capitel »Das Wasser als Agens der Verbreitung« Samen zu nennen
sein werden, welche ihre Schwimmfähigkeit denselben Structurverhält-
nissen in den Cotyledonen verdanken, und da diese Structurverhältnisse
nicht nur sehr wichtige Anpassungserscheinungen der Pflanzen an die
Verbreitung durch Wasser, sondern auch bedeutend häufigere und wert-
vollere als an diejenige dureh Wind sind, so will ich bier, um später
Wiederholung zu vermeiden, nicht auf den Bau dieser Cotyledonen näher
eingehen. Solche schwammige Structur in den Cotyledonen besitzen die
Samen vieler Phaseoleen, z. B. Erythrina?) (E. tomentosa Br.).
Rinnen bildende Hülsen. Die oben charakterisierten Samen
sind jedoch meist viel zu schwer, um bei schwächerer Luftbewegung sich
eine kurze Zeit schwebend zu erhalten. Sie würden bei der Reife der
Hülsen direct zu Boden fallen und, dort einmal angelangt, selbst von
stärkeren Winden kaum mit fortgenommen werden. Die Pflanzen müssen
mithin so organisiert sein, dass ihre Samen aus den Hülsen stets nur bei
starker Bewegung der Luft herausfallen. Letzteres ist in der That der Fall.
Bei manchen Leguminosen öffnet sich die Hülse nämlich bei der Reife nach
Art einer Balgfrucht nur in der nach oben gekehrten Bauehnaht, während
die Rückennaht geschlossen bleibt. Auf diese Weise wird eine Rinne ge-
bildet, in der die Samen, dem Gesetz der Schwere folgend, liegen bleiben,
bis ein kräftiger Windstoß sie heraus- und davonführt.
Die Hülse von Rothia hirsuta Baker öffnet nur die Bauchnaht und
bildet so für ihre kleinen Samen eine Rinne. Ebenso die meisten zwei-
bis mehrsamigen Indigofera-Arten der Section Euindigofera. Erythrina
lomentosa R. Br. und andere Arten dieser Gattung schaffen für jeden ihrer
4) DincLer: Die Bewegung der pflanzlichen Flugorgane, München 4889, gruppiert
die durch Wind verbreiteten Samen und Früchte der Pflanzen in 12 Haupttypen, für die
er der Bequemlichkeit halber kurze Bezeichnungen vorschlägt. Die körnchenförmigen
Flugorgane bilden seinen Haupttypus II, auch Körnchenflieger (Mohntypus) genannt.
2j Siehe unten p. 546.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 523
Samen eine besondere Kammer, in der er seiner Entführung durch den
Wind harrt, dadurch, dass zwischen den einzelnen Samen der Hülse sich
die Pericarpwände einschnüren, so dass der Same nur durch eine enge
Spalte der Bauchnaht hinaus gelangen kann. Viele Astragalus-Arten endlich
bilden eine doppelte Rinne, die dadurch hervorgebracht wird, dass von der
nach unten gewendeten Rückennaht sich in das Innere der Hülse ihrer
gesamten Lünge nach eine doppelte Scheidewand einstülpt, die mit der
Bauchnaht nicht verwächst; auf diese Weise entstehen, obgleich beide
Nühte aufspringen, zwei Rinnen, in welche die Samen zu liegen kommen.
Die bisher behandelten Samen drehen sich beim Fall nicht; ihre Fall-
geschwindigkeit ist eine sehr große, und in ruhiger Luft bewegen sie sich
lotrecht zum Erdboden(2)t.
Ueber die Verbreitung der hierher gehórigen Arten ist Folgendes zu
bemerken. Die Arten mit sehr kleinen Samen und diejenigen, deren Samen
schwammiges Cotyledonengewebe besitzen, óffnen ihre Hülsen mehr oder
weniger elastisch und schleudern die Samen fort; auch die Arten, welche
. für die Samen Rinnen zum Ruhen bilden, thun letzteres nicht immer, son-
dern nur häufig, mit Ausnahme der Rothia hirsuta Baker und der Astra-
galus-Arten, welche die Rinnen stets bilden. Die Verbreitung der ersteren
Arten ist daher bereits im vorigen Capitel behandelt.
Rothia hirsuta ist ein Kraut der Steppe, das nur selten in Afrika gefunden wird. Es
ist bekannt aus Abyss: T. Nub: Ob.-K: B. A-K: Ben: H
A Astragalus abyssinicus Steud. kommt nur in den Bergwiesen Abyssiniens vor. —
~~ (Himalaya).
A. venosus Hochst. ist eine Steppenpflanze, die in Abyss: T. Seeg: Uj: — (Himalaya
” verbreitet ist.
A. prolixus Sieb. endlich ist eine Wüstenpflanze, die in Abyssinien und in Arabien
verbreitet ist.
Scheibenfórmige Flugorgane(2)7. Bei den Samen mit schwam-
miger Structur im Cotyledonengewebe wird die Vergrößerung der Ober-
fläche unter Beibehaltung der mehr oder weniger kugeligen Gestalt durch
Auseinanderrücken der einzelnen Teilchen, bei den folgenden jedoch durch
sehr starkes Abplatten der Samen erreicht. Die Samen sind dünn und
flach, sehr stark zusammengedrückt, pergamentartig, bilden eine kreis-
oder eiförmige Scheibe. Theodora africana (Baill.) Taub. und Baphia (B.
nitida Afz.) besitzen flache, kreisrunde Samen, erstere solche von dem Um-
fang eines Markstückes. Die eiförmigen Samen einiger Albizzia-Arten (A.
amara Boiv.) und von Piptadenia africana Hook. f. sind sehr stark zusam-
mengedrückt, namentlich an den Ründern, so dass diese einen dünnen,
1) Nüheres über die Fallbewegung dieser Samen siehe DiNcLEn l. c. Haupttypus II
und II.
2) DixcLER l. c. Die scheibenfórmigen Flugorgane, Haupttypus V. Scheibendreh-
flieger (Aspidosperma-Typus).
-
524 Joh. Buchwald.
hüutigen, peripherischen Flügelrand um die etwas dickere Mitte zu bilden
scheinen (Fig. 4).
Nach Dixsrer’s (2)!) Untersuchungen ist die Bewegung dieser Körper
folgendermaßen. Die Fallbewegung verläuft unter wenig beschleunigten
Drehungen um im Raum horizontal liegende Flächenachsen und weicht stark
von der lotrechten ab. Bei horizontaler Fallstellung findet der stärkste An-
griff durch den Luftwiderstand in der Mitte der Unterfläche statt wegen des
erschwerten Abflusses der Luft nach den Seiten und wegen der dort statt-
findenden stärkeren Zusammenpressung der Luft, nach den Seiten zu nimmt
der Druck ab. Der flache Körper schwebt demnach gleichsam auf einer in
die Mitte der Unterseite eingesetzten Spitze. Bei der geringsten Neigung
aber verschiebt sich sofort der Hauptangriffspunkt der Luft zur abwärts
gesenkten Seite hin und wirkt dort in Folge dessen aufwärts drehend um
die durch den Schwerpunkt gehende horizontale Flächenachse. Der Körper
dreht sich nun sofort in seine alte Gleichgewichtslage, infolge der dabei
erzeugten, lebendigen Kraft überschreitet er aber dieselbe, so dass sich
jetzt das Spiel auf der andern Seite wiederholt. Bei der stets zunehmen-
den Fallgeschwindigkeit und der dadurch zunehmenden Größe des Luft-
widerstandes steigern sich die Schwankungen, bis sie schließlich eine halbe
Umdrehung erreichen und diese überschreiten, worauf dann der Luft-
widerstand die einmal eingeleitete Drehung in derselben Richtung weiter
beschleunigt. Es ist selbstverständlich, dass, je höher solche Körper herab-
fallen, desto mehr die Wirkung des Luftwiderstandes an ihnen zur Geltung
kommen kann. Die mir bekannt gewordenen, mit derartigen Flugkörpern
ausgestatteten Leguminosen-Arten sind hohe und große Bäume oder
Sträucher von 10 m und mehr Höhe. Ihre Verteilung auf die Formationen
ist folgende.
Gehölze des Hochwaldes.
Piptadenia africana Hook. f. P, Schweinfurthü Taub.
Ghaq: M. S-L: N-B: Kam: B. G-L: in Ostafrika bis zu den Mombuttu be-
A-K: A, P-A. kannt.
Gehólze des Gebirgsbuschwaldes.
Baphia angolensis Welw, Baphia barombiensis Taub,
Gehölze des Uferwaldes.
Piptadenia africana Hook. f. Baphia polygalacea Baker
Ghaq: M. S-L: N-B: Kam: B. G-L: S-L: N-B: Kam: F-P.
A-K: A. P-A, B. pilosa Baill.
P. Sehweinfurthii Taub. G-L: G.
in Ostafrika bis zu den Mombuttu be- B. nitida Afz.
kannt. |». S-L: N-B: Kam: F-P. Bt. G-L:
Theodora africana (Baill.) Taub. B. maxima Baker
Kam: Bt. | Kam: Bt.
A) Deen Le Haupttypus V.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 525
B. pubescens Hook. f. B. longepedicellata Taub.
N-B: ` Ob.-K: B.
B. chrysophylla Taub. B. Preussii Taub.
Ob.-K : B. Kam: B.
B. cuspidata Taub.
GL:
Savannengehölze.
Albizzia amara Boiv.! — trop. as. Baphia chrysophylla Taub.
Abyss: K-L: “Ob.-K: B.
Mit wenigen Ausnahmen sind die angeführten Gehölze in den Gebieten
der Westküste verbreitet. Meist ist von ihnen nur ein kleines Verbrei-
tungsareal bekannt. In Bezug auf ihre Verbreitungsmittel schließen sich
diese Arten denjenigen, welche die Samen mechanisch ausstreuen , direct
an. Die Hülsen öffnen sich ebenfalls mehr oder weniger elastisch und
werfen die flachen Samen heraus. Wahrscheinlich stehen diese Gehölze
ebenfalls immer zu größeren Gruppen vereint in den Wäldern. Das Vor-
kommen der Piptadenia, welche zugleich dem Berghochwald und dem Ufer-
wald angehört, ist etwas ausgedehnter als dasjenige der übrigen Gehölze.
Sie ist bekannt für die Gebiete von der Sierra Leone bis nach Angola, und
östlich ist sie bis zum Seegebiet und dem Kilimandscharo vorgedrungen.
Im allgemeinen aber scheint das vorliegende Verbreitungsmittel wenig
günstig für Gebietserweiterungen der Pflanzen zu sein und kommt auch
nur wenig zur Anwendung. Sehr weite Verbreitung hat nur Albizzia
amara. Sie kommt im tropischen Asien vor und findet in Abyssinien und
Kordofan die westliche Grenze des Vorkommens. Ihr Areal kann jedoch für
die Wirkung des Verbreitungsmittels nicht in Betracht gezogen werden, da
nur selten bei sehr großer Trockenheit die Hülsenklappen aufspringen. Die
Art wird weiter unten bei den Arten mit plattenförmigen Flugorganen noch
einmal herangezogen werden müssen.
Gruppe 2.
Bei den bei weitem meisten Leguminosen, welche die Verbreitung
ihrer Samen dem Winde verdanken, ist das Verbreitungsmittel nicht in
den Samen selbst zu suchen. Die Samen ruhen hier in den nicht aufsprin-
genden Fruchthüllen, um erst nach Verwitterung der Hülle frei zu werden
und keimen zu können. In diesem Falle muss natürlich das Verbreitungs-
mittel von der einschließenden Hülle getragen werden. Das Pericarp dieser
Leguminosenfrüchte bildet demnach für die Samen eine Samara, entweder
für mehrere Samen nur eine Hülle oder für je einen Samen eine besondere
Hülle. Das letztere tritt in zwei verschiedenen Weisen ein. Erstens, in-
dem die Hülse überhaupt nur einen Samen entwickelt, zweitens, indem
zwischen den vielen Samen der Hülse die Endocarpien verwachsen, und in
der Verwachsungslinie die Hülsen sehr oft, jedoch nicht immer in einzelne
526 Joh, Buchwald,
geschlossen bleibende Teile zerfallen. Die letztere Art von Hülsen werden
Gliederhülsen genannt.
Das Princip der Oberflächenvergrößerung der Samen wird in dieser
Gruppe durch die Hülle zur Anwendung gebracht. Die Dichtigkeit der
Flugkörper wird häufig durch zwischen Hülle und Samen liegende Luft-
räume verringert.
Kleine Flughülsen mit luftführendem Hohlraum. Kleine
indehiscente Hülsen resp. Hülsenglieder von kugeliger oder länglicher Ge-
stalt mit einem Durchmesser von nur wenigen Millimetern, dann etwas
größere, dafür aber platte oder solche, wo zwischen Samen und Pericarp
ein verhältnismäßig weiter Luftraum liegt, sind zunächst zu erwähnen.
Zahlreiche Gattungen der Gruppe der Hedysareae sind hierher zu stellen,
z. B. die rundlichen oder an beiden Enden zugestutzten, kleinen Hülsen-
glieder von Fabricia (F. nummulariaefolia TL." O. Ktze., F. rugosa. O. Ktze.),
von Cyclocarpa stellaris Afz., die flachen Glieder von Uraria picta. Desv.,
von denen das letzte im Kelch verborgen bleibt, ebenso von Smithia (S.
sensitiva, Ait., S. strigosa Benth.), die stark zusammengedrückten, quadra-
tisch bis kreisförmigen oder etwas convexen Glieder von Desmodium (D.
umbellatum Welw. [Fig. 5], D. lasiocarpum DC., D. Scalpe DC.) und Aeschy-
nomene (A. uniflora E. Mey., A. indica L.), ferner Pseudarthria (P. Hookeri
W. et A.), Stylosanthes (St. mucronata Willd.), Diplíaca (D. verrucosa [P. B.]
Taub., D. bibracteata [Hochst. et Steud.] Taub.), Alhagi (A. maurorum Desv.),
Ornithopus (O. coriandrinus Hochst.) und andere. Aus anderen Sectionen
Helminthocarpum abyssinicum A. Rich. und die Gattung Melilotus (M. abyssi-
nica Baker).
Savannengehölze.
Diphaca cochinchinensis Lour. — trop. as. D. Kirkii (S. Moore) Taub.
"Si N-B: Kam: Th. A-K: A. P-A. ^ Sans: Sk. kil: U-U:
Nach Scnmprn 201 auch in Ost-Afrika. Desmodium mauritianum DC. — madag.
D. bibracteata (Hochst. et Steud.) Taub.! — Sans: S-L: N-B: Kam: Th. Ob.-G: G-
— Abyss: T. Sen: L:G. A-K: K. P-A.
Diphaca cochinchinensis ist im tropischen Afrika sehr weit verbreitet,
sowohl an der West- als an der Ostküste. Scamper 29) führt es unter den
Driftpflanzen auf. Die Samen dieses Gehölzes werden also auch vom Wasser
verbreitet. Letzterem Agens verdankt es sicherlich sein gleichzeitiges Vor-
kommen in Asien, Australien und Afrika. Auch Desmodium mauritianum
ist an der Ost- und besonders Westküste Afrikas verbreitet. Die beiden
andern Diphaca-Arten besitzen nur kleine Areale in Afrika.
Gebüschpflanzen.
A Aeschynomene pygmaea Welw. A A. abyssinica (A. Rich.) Taub,
" Ben: H ^. Abyss: Sch.
A A, Rueppellii Baker — (mad.). A A. kilimandscharica Taub.
Abyss: ~ Kil: Kl.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 527
A A. siifolia Welw. Abyss: Kil: Kl. U-U: Usb. Samb:
A-K: P-A. S-N: Kam: K. F-P. A-K: P-A.
Desmodium Scalpe DC.! — trop. as. Ben: H.
Die genannten Aeschynomene-Arten nehmen sehr kleine Areale ein und
sind wahrscheinlich denselben indigen. Dies hat seinen Grund in ihrem
ausschließlichen Vorkommen im Hochland. Desmodium Scalpe dagegen ist
im ganzen tropischen Afrika verbreitet; außerdem kommt es noch im tro-
pischen Asien vor.
Steppenpflanzen.
Stylosanthes erecta Beauv.! Uraria picta Desv.! — trop. as.
— Kil: S-N: N. Sen: S-L: N-B: G-L: G. =~ Ghaq: D. N. Seeg: M. Samb: S-L:
A-K: K. A. P-A. Ob-G: A. N-B: G-L: Ob-K: B. A-K:
St. mucronata Willd. ! — trop. as. A. P-A.
Abyss: T. Massh: U-U: Usb. Samb: Pseudarthria Hookeri W. et A.!
Moss: Tr: Sen: A-K: P-A. ` Abyss: Kil: Kl. Seeg: K. Unj. U-U:
Usb. Sans: Si. Moss: S-N: A-K:
Desmodium gangeticum DC.! — trop. as.
Abyss: K. Ghaq: D. Sans: Si. U-U:
Samb: Ob-G: A. A-K: P-A.
K. P-A.
Fabricia monilifera (L.) O. Ktze.! — trop. as.
Abyss: T. K-S: Darfur.
D. lasiocarpum DC. ! — trop. as. F. nummulariaefolium (L.) O. Ktze.! — trop.
— Nub: Ghaq: B. Sans: Si. U-U: Moss: ^ Nub: Ghaq: N. Sans: Si. Samb: Sen:
S-L: Sen: N-B: G-L: G. A-K: M. S-L: G-L: T. Ob-G: Ob-N: N-B:
K. P-A. Kam: Th. A-K: K. A. P-A.
D. ascendens DC. — trop. amer. F. rugosa O. Ktze.! — trop. as.
Sen: S-L: N-B: Kam: Th. F-P. Bt. — Abyss: T. K. K-S: Ghaq: D. Seeg:
G-L: G. Ben: H. K. Ug. Sans: Si. Sk. U-U: Moss:
D. triftorum DC. — madag. Q. Samb: Sen: Ob-N: N-B: Nm.
S-L: N-B: G-L: T. A-K: K. A-K: P-A.
Die genannten Arten besitzen im tropischen Afrika weite Ver-
breitungsgebiete. Desmodium lasiocarpum , Uraria picia, Fabricia num-
mulariaefolium und F. rugosa kommen an fast allen Punkten des tropi-
schen Afrika vor. Ebenso scheint Stylosanthes erecta vorzukommen. Diese
Art fehlt jedoch im tropischen Nordost - Afrika. In Abyssinien und dem
ganzen Savannengebiet finden sich Stylosanthes mucronata und Desmodium
gangeticum. Im östlichen Savannengebiet bis nach Angola hin ist Pseudar-
thria Hookeri verbreitet. Allein in den Westdistrieten haben Desmodium
ascendens und D. triflorum ihr Vorkommen. Erstere Art stammt, ihrer
gleichzeitigen weiten Verbreitung im tropischen Amerika nach zu schließen,
aus letzterem Continent. Fabricia monilifera bedeckt die Steppenzone von
Darfur und Kordofan-Sennaär und reicht dann ostwärts von Abyssinien bis
nach Indien. Von den genannten weitverbreiteten Arten ist 1 allgemein
tropisch, 6 kommen zugleich noch im tropischen Asien und 4 im tropischen
Amerika vor.
528 Joh. Buchwald.
Bergwiesenpflanzen.
Melilotus abyssinica Baker! — (med.) A Aeschynomene glabrescens Welw.
^ Abyss: ` Ben: H.
A Helminthocarpum abyssinicum A. Rich.! A A. mimosifolia Vatke
^— arab. ^ — Massh:
Abyss: T. Gallh :
Im tropischen Afrika kommen die obigen Arten nur im Hochgebirge
vor und sind infolge dessen wenig verbreitet. Melilotus abyssinica ist außer-
dem einer mediterranen Art verwandt.
Sumpfpflanzen.
Aeschynomene uniflora E. Mey. A. aspera L.
Sans: S-N: N. Ob-N: Ob-K: B, Samb: Nyass: Sch, N-B: A-K: P-A.
A A. Schimperi Hochst. A A, dimidiata Welw.,
~ Abyss: T. Ghaq: U-U: Usb. A-K: M, Ben: H.
A. indica L.! — trop. amer. A. cristata Vatke — madag.
— Abyss: K. K-S: Darf: Ghaq: B. M. Sans: A-K: M,
Massh: U-U: Samb: Sen: Ob-G: Smithia sensitiva Ait. | — trop. as.
A. A-K: A. Abyss: T. Sch. 7
A A. Telekii Schweinf. A S. elegans Taub.
Massh: Ki. U-U: Usb. U-U: Usb:
Diese Sumpfpflanzen sind meist zugleich Flußuferpflanzen. An der
Verschleppung ihrer Früchte und Samen nimmt daher nicht nur der Wind,
sondern auch das Wasser teil. Letzteres bewirkt die Ausdehnung über ein
zusammenhängendes Flusssystem , während das erstere Agens namentlich
wohl an den Quellflüssen der größeren Ströme im Hochland die Verbreitung
von einem Flussgebiet in benachbarte verursacht. Die 3 nur dem Hoch-
land angehörigen Arten finden sich in je einem kleinen Gebiet, während
Aeschynomene indica im ganzen Afrika vorkommt, sowie im tropischen
Amerika. Die ihr nachstehende A. aspera ist ebenfalls ziemlich weit über
Afrika verbreitet. Smithia sensitiva ist bis jetzt nur aus Abyssinien bekannt,
hat aber außerdem noch weite Verbreitung bis nach Indien, Sie findet
sich auch noch auf Madagascar.
Meeresstrandpflanzen.
Diphaca verrucosa (P.B.) Taub. D. cochinchinensis Lour. — trop. as.
~ Inden Mangrovewäldern d, Westküste. Im tropischen Ost- und Westafrika.
Nach Voger's(14)!) Tagebuch findet sich Diphaca verrucosa in den
Mangrovewäldern der Flussufer. Dasselbe gilt wahrscheinlich von D. cochin-
chinensis.
Kreisscheibenförmige Hülsenglieder(2)2. Ganz flache, kreis-
förmige Glieder, welche nur durch einen dünnen Stiel miteinander zusammen-
hängen, besitzen die Hülsen der Acacia arabica Willd. | (Fig. 6) und A. Kirkii
1) VocEL in Hooker l. c.
2, DiscLER l. c. Haupttypus V.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 529
Oliv. Von beiden kommt die erstere, ein Savannengehölz, zugleich in
Arabien und ostwärts davon bis Afghanistan und Indien vor. Im tropischen
Afrika findet sich das Gehölz fast überall in der Savanne. Es ist bekannt aus
Abyss: Nub: K-L: B. Ghaq: Sen: Ob.-N: Samb: Nyass: Sch. A-K: S-N: N. — arab.,
trop. as.
Schraubenflieger(2)!). Bei Cantuffa exosa Gmel. (Fig. 7) trägt das
schwach biconvexe Pericarp auf einer Seite einen länglichen, steifen, unsym-
metrisch gebauten, schiefen Flügel, dessen einer Rand verdickt ist. A Can-
tuffa exosa ist nahe verwandt mit der in Ostindien verbreiteten C. indica
(A. Rich.) Taub. Sie ist ein Savannenstrauch des Hochlandes des tropischen
Nordost-Afrika, wo sie bis jetzt bekannt ist aus dem Hochgebirge von
Abyss: T. Kil: Kl. U-U: Usb.
Die Fallbewegung der Cantuffa-Hülsen findet unter beschleunigter,
horizontaler Drehung um eine verticale Raumachse statt!). Da die zu beiden
Seiten der Achsen der Kórper liegenden Flüchen sehr ungleich sind, so wird
dadurch eine Schieflage des Organs bewirkt. Beim Beginn des Fallens
müssen sich die Organe zunächst richtig einstellen. Dies wird dadurch be-
wirkt, dass der Luftwiderstand verhältnismäßig stärkere Verzögerung in
der Fallbewegung der leichten Teile des Organs erzeugt, welche ver-
ursacht, dass Drehungen stattfinden, um die schwereren Teile nach abwärts
und die leichteren nach aufwärts zu drehen. Sobald also nicht nur das
schwere Hülsenende, sondern auch die schwere Kante des Flügels etwas
nach unten abwürts geneigt ist, beginnt die sehr charakteristische, von nun
an dauernd gleich gerichtete horizontale Drehung um eine im Raum verti-
cale Achse, die durch den Schwerpunkt des Kórpers geht.
Convex scheibenfórmige Flugorgane(2)2). Die kreisfórmigen,
stark biconvexen Hülsen von Plerocarpus sind mit mehr oder weniger breiten,
dünnhäutigen, peripherischen Flügelrändern versehen, die bei Pterocarpus
erinaceus Poir. (Fig. 8) die Breite der Hülsen übertreffen. Die Oberfläche
der Hülse ist bei letzterer Art mit dichten, langen, starren, aber geraden
Borsten besetzt. Hierin erblicke ich kein weiteres Verbreitungsmittel,
sondern nur ein Schutzmittel der Samen gegen Tiere, aus dem Grunde,
weil die Borsten gerade und glatt und nicht hakenförmig gekrümmt sind
und senkrecht zur Oberfläche der Hülsen stehen.
Gehölze des Uferwaldes.
Pterocarpus simplicifolius Baker | P. tinctorius Welw. !
N-B: N. ~ Ghaq: M. Kam: B. G-L: G. A-K: A.
1) DisctER l. c. Haupttypus XII. Die länglich plattförmigen Flugorgane mit einer
schwach belasteten Längs- und einer stark belasteten Kurzkante oder die »Schrauben-
flieger« (Ahorn-Typus).
2) Diserer l. c. VI, die convex-scheibenförmigen Flugorgane oder Napfflieger
(Eremocarpus-Typus).
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 34
530 Joh. Buchwald.
Savannengehölze.
P. erinaceus Poir. ! P. lucens. G. et P.!
^ U-U: Usg. Sans: Sen: Ob-N: Ob-G : T. Abyss: K. T. Samb: Sen:
G-L: G. A-K: A.
Jene Gehölze haben zu auswärtigen Gebieten keine Beziehungen. In
Afrika nehmen sie verhältnismäßig kleine Gebiete ein. Pterocarpus tinc-
torius findet sich im westlichen Waldgebiet bis nach Angola, P. simplici-
folius ist bis jetzt nur im Niger-Benuegebiet beobachtet. Größer ist das
Areal der beiden Savannengehölze. P. erinaceus tritt auf im Waldgebiet
der Ost- und Westküste und in den Savannen von Senegambien und Angola,
P. lucens dagegen nur in Abyssinien und den Savannen von Senegambien
und dem Sambesigebiet. Die weiteste Verbreitung besitzt P. erinaceus. Die
Ursache davon ist möglicher Weise in der oben erwähnten Sehutzvorrichtung
der Früchte gegen Feinde zu sucken, welche diese Art vor den übrigen
Arten der Gattung voraus hat.
Plattenfórmig zweiflügelige Flugorgane(2)!. Einezweiflügelige
Samara besitzen die Samen der Gattung Pusaetha (Fig. 9). Die vielgliederige
Hülse ist breit und flach, rings um die einzelnen Samen ist das Endocarp
verwachsen, nur eine dünne Luftsehicht zwischen sich und.dem einge-
schlossenen Samen lassend. Bei der Reife lóst sich das Epi- und Mesocarp
in Streifen los von dem papierdünnen Endocarp, welches nach den Hülsen-
rindern hin noch in feine häutige Flügel, die in gleicher Ebene liegen,
ausgezogen ist. Darauf fallen aus dem von den Gefüfbündeln gebildeten,
festen Rahmen die Glieder einzeln heraus. So geschieht es bei Pusaetha
abyssinica (Steud.) O. Ktze., P. sudanica (Schweinf.) O. Ktze. u. a.; bei
P. Wahlbergii (Harv.) O. Ktze. löst sich das Epicarp nicht vom Endocarp.
as ganze Pericarp ist hier dünnhäutig.
Uferwaldgehölze.
P. Wahlbergii (Harv.) O. Ktze.! P. africana (G. et P.) O. Ktze.
Nyass: S-N : N-B: ^ — Sen: S-L: N-B: Kam: F-P. B.
Savannengehülze.
P. sudanica (Schweinf.) O. Klze. ! P, abyssinica (Steud.) O. Ktze. !
Abyss: K. Somh: Ghaq: N-B: N. Abyss: Seeg: Ug. K. S-L: Ob-G: T.
Ob-K: B. A-K: P-A. Ben: H.
P. abyssinica gehört zu den zahlreichen Arten, welche von den Ge-
bieten der Westküste Afrikas nach Osten vordringen und im Seegebiet die
östliche Grenze erreicht haben. Sie kommt außerdem noch in Abyssinien
vor. P. africana ist nur im westlichen Waldgebiet gefunden worden, wäh-
rend P. sudanica eine Charakterschlingpflanze des Savannenbuschwaldes
ist urid vom westlichen Waldgebiet bis Abyssinien und dem Somalilande
4) DisGLER l. c. zu Haupttypus IX gehörig,
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 531
reicht. P. Wahlbergü erstreckt sich auch über das Gebiet östlich vom
Nyassasee bis Sulu-Natal.
Flügelwalzenförmige Flugorgane(2)!). In dem von Dincer
aufgestellten Haupttypus »Die flügelwalzenfórmigen Flugorgane«, worunter
er drei- bis mehrflügelige Organe versteht, welche entweder aus einem stern-
förmigen, länglichen Körper ohne besondere Flügel, oder aus einem länglich-
rundlichen Körper bestehen, dem der Länge nach häutige Flügel angesetzt
sind, sind von Leguminosenhülsen der äußeren Form nach zwei Arten
zu stellen. Es sind Tetrapleura tetraptera (Benth.) Taub. und Psophocarpus
longepedunculatus Hassk. Wegen der Größe und Schwere der Hülse dieser
Arten ist jedoch an eine Verschleppung der Samen durch den Wind nicht
zu denken. Wahrscheinlich findet sie durch Tiere, hauptsüchlich Affen
statt. Bei der ersteren Art tragen die langgestreckten holzigen Klappen
auf der Rückenflüche je eine starke, kielartige Leiste von halber Klappen-
breite, so dass im Querschnitt eine regelmäßig vierstrahlige Sternfigur zu
Stande kommt. Die Hülsen des in den übrigen Tropenländern häufig culti-
vierten, in Afrika aber wild wachsenden Psophocarpus longepedunculatus
sind 5—8 em lang und im Querschnitt fast viereckig, 6—7 mm dick und
tragen an jeder der vier Kanten einen dünnen, etwa 3mm breiten, häutigen
Flügel.
Tetrapleura tetraptera (Benth.) Taub. ist ein Uferwaldgehölz. In Afrika
findet es sich an der ganzen Guineaküste bis nach Angola. Psophocarpus
longepedunculatus Hassk. ist sehr weit über Afrika verbreitet, bis jetzt be-
kannt aus
Sen: N-B: Np. Kam: A-K: K. Samb: U-U: Usb.
Blasig aufgetriebene Flugorgane (2)?). Fälle, in denen vermit-
telst einer Luftschicht zwischen Samen und der umschließenden Hülle die
Flugfühigkeit der Wanderapparate vergrößert ist, sind bereits genannt. Es
waren kleine, einsamige Hülsen oder Hülsenglieder. Aber auch bei viel-
samigen Hülsen finden wir solche Vorrichtungen. Entsprechend den vielen
Samen muss die Luftschicht bedeutend stärker sein. Solche Hülsen zeigen
daher ein aufgeblasenes Aussehen, ihre Wände sind sehr dünn, meistens
glatt. Sie haben kugelige bis länglich walzenförmige Gestalt von sehr ver-
schiedener Größe (Fig. 10). Am Erdboden liegend werden sie leicht vom
Winde fortgerollt.
Über die Bewegung der blasig aufgetriebenen Flugorgane ist nach
Dinsrer (2)2) kurz Folgendes zu bemerken. Die ganz typisch gestalteten,
gleichmäßig gebauten Formen drehen nicht und besitzen eine ziemlich
4) DiscLER l. c. Die flügelwalzenfórmigen Flugorgaue, Haupttypus VIIE oder
Walzendrehflieger (Halesia- Typus).
2) DiNGLER Le Die blasig aufgetriebenen Flugorgane, Haupttypus III oder Blasen-
flieger (Cynara-Typus).
t 34*
532 Joh. Buchwald.
indifferente Gleichgewichtslage. Diese Organe sind eigentlich nicht als Flug-
körper, sondern viel eher als Rollkörper zu betrachten, welche der Wind
über die sie beherbergenden, meist trockenen Felder hinrollt und nur bei
aufsteigender Richtung und größerer Stärke stellenweise emporhebt. Sie
rollen wie Kugeln.
Derartig aufgeblasene Hülsen besitzen die Gattungen Crotalaria, Co-
lutea, Lessertia, Cicer u. a. Ihre Verteilung auf die Formationen ist folgende:
Gebirgsbuschwaldgehólz.
A Colutea haleppica Lam.! — arab.
"` Abyss: Gallh:
Dieser Strauch findet sich häufig in einer Höhe von 2400—3000 m auf
dem Hochland von Abyssinien und im Hochplateau des Gallalandes.
Gebüschpflanzen.
A Crotalaria holoptera Welw. A C. natalitia Meisn.
~ A-K: P-A. ^ Seeg: K. Kil: Kl. A-K: P-A.
4 C. cylindrostachys Welw. C. intermedia Kotschy
^ Ben:H. ^ Abyss: Ghaq: D. Seen: Ug. Kam:
A C. anthyllopsis Welw. Th. A-K : M. P-A.
= Abyss: A-K: M. P-A. Ben: H. ` C. striata DC. — trop. as., trop. amer.
C. ononoides Benth. ^ Abyss: Nub: Ghaq: D. Seeg: Unj.
Ghaq: B. Seeg: K. Sans: Si. S-L: K. Kil: Kl, Sans: Samb: Moss:
Ob-G : T. Ob-K :: B. A-K: M. P-A. S-N: N. Ob-G: T. Sen: N-B:
C. cistoides Welw. N. Kam: Th. A-K: A. P-A. K.
Seeg: K, A-K: P-A. Ben: H. Ben: H.
C. lachnocarpa Hochst. A C. platycalyz Steud.
Abyss: T. N-B: N. Ob-G: T. G-L: Abyss: T,
G. Ob-K: B. A-K: M. P-A. Ben: C. astragalina Hochst.
H. ^ Abyss: T. K. Nub: Ghaq: N. D.
A C. lachnocarpoides Engl. C. cleomifolia Welw.
^ Abyss: T. A. ^ Seeg: K, Ob-G: T, A-K: P-A.
Sechs der Arten besitzen kleine Areale; essind die Hochgebirgsformen.
Ihr Vorkommen in getrennten Hochlündern ist bemerkenswert. Zwei von
ihnen sind im abyssinischen Hochlande einheimisch, eine im Hochland von
Pungo-Andongo in Angola und eine in demjenigen von Huilla in Benguella ;
eine ist dem Hochland von Abyssinien und dem von Angola-Benguella
gemein; die letzte endlich findet sich auf dem Kilimandscharo, dem Hoch-
land des nórdlichen Seegebietes und im Hochland von Angola. Die übrigen
Arten sind in Afrika weiter verbreitet. C. lachnocarpa tritt auf in den Ge-
bieten der Westküste und reicht nach Osten bis zum Seegebiet und Abys-
sinien. Im ganzen óstlichen Savannengebiet kommt C. intermedia, und im
ganzen tropischen Afrika und zugleich im tropischen Äsien und tropischen
Amerika findet sich C. striata. Die Gebüscherotalarien können demnach
weite Verbreitung besitzen; nur Hochgebirgsarten sind auf kleine Areale
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 533
beschränkt. Erstere sind Arten mit großen, vielsamigen Hülsen, letztere
solche mit meist nur kleinen ein- bis zweisamigen Früchten.
A
Steppenpflanzen.
Crotalaria glauca Willd. !
C. florida Welw.
Abyss: T. Sch. Seeg: Unj. M. Samb: A-K: M. Ben: H.
Ghaq: B. Sen: S-L: N-B: Ob-G: C. maxillaris KL!
T. Ob-K: B. A-K: K. A. M. P-A. Abyss : T. Ghaq: Samb: Moss:
C. stenoptera Welw.
7 Ben: H.
C. Vogelii Benth.
Ghaq: D. Ob-N : N-B:
C. Leprieurii G. et P.
Sen: Ob-G: T.
C. spinosa Hochst.
Abyss: T. Nub: Ghaq: N. Samb:
A-K: A, P-A.
C. cephalotes Steud.
Kam: F-P. A-K: P-A.
C. incana L.! — trop.
——. Abyss: T. Sen: S-L:
C. fulgida Baker
Kun: 0.
C. lathyroides G. et P,
Sen: S-L : Ob-K: B.
C. lanceolata E. Mey.
Ghaq: Sans: Si.
Massh : Moss:
C. lupinoides Hochst. !
A-K: M.
Sk. Samb: Nyass:
S-G: S-N: N. P.
Abyss: T. Seeg: M. Mass: H. N-B: Nub: K-S: B. Ch.
N. A-K: P-A. C. recta Steud.
C. hyssopifolia Kl, — (südafr.) Abyss: T. Seeg: K. Samb:
^ Abyss: Seeg: K. Moss: C. pycnostachya Baker
C. goreensis G. et P. Abyss: T. Nub:
Abyss: T. Nub: Sen: S-L: Ob-N: A Lessertia benguellensis Baker
Kun: O.
Von den 48 angeführten Arten ist der größte Teil, etwa 11, nur für
wenige Gebiete bekannt. Zu ihnen gehüren die beiden Hochgebirgsarten.
Die anderen Arten sind weiter verbreitet; so die auch in Gebüschen vor-
kommende C. glauca, welche in fast ganz Afrika verbreitet ist. C. goreensis
findet sich an der Westküste bis Angola und reicht östlich nach ; Abyssinien
und Nubien. Im Savannengebiet der Ostküste ist überall C. lanceolata vor-
handen. Außer der in den Tropenländern allgemein verbreiteten C. incana
hat keine der obigen Arten zu außerafrikanischen Gebieten Beziehungen.
Wüstenpflanzen.
Crotalaria thebaica DC. C. ebenoides Walp.
^ Nub: K-S: B. Ch. |». Sen:
C. Jamesii Oliv.
C. albicaulis Franch,
C. petiolaris Franch. |
T. laxa Franch.
C. dumosa Franch.
C, argyraea Franch. }
Außer C. podocarpa, welche sowohl in den wüsten Gebieten am Rande
der Sahara als auch in den steinigen Óden des Damaralandes sich findet,
kommen die genannten Arten nur in einem sehr beschránkten Gebiet vor.
In der eigentlichen afrikanischen Wüste findet sich allein C. thebaica ; die
anderen sind mehr die Bewohner von Steppen, die indes Wüstencharakter
C. arenaria Benth.
~ Sen:
C. podocarpa DC.
— Abyss: T. Nub: K-S: Moss:
maral:
Sen: Da-
*ejsnxreuiog
534 Joh, Buchwald.
tragen, in denen meist als Charaktergehülz zugleich Acacia spirocarpa
Hochst. verbreitet ist. Die Hülsen der Arten sind meist sehr klein.
Bergwiesenpflanzen.
A Crotalaria spartea Baker A C. pisicarpa Welw,
S-L: Ben : H, Ben: H.
A C. Webwitschii Baker A C, ervoides Welw.
A-K : P-A. Ben: H.
A C. polygaloides Welw. A C. Vatkeana Engl.
" S-L: A-K: P-A. Abyss :
A C. cyanea Baker
Die Bergwiesen-Crotalarien scheinen nur in sehr kleinen Gebieten
verbreitet zu sein und haben zu fernen Gebieten keine Beziehungen.
Flussuferpflanzen.
C. verrucosa L. — trop.-as., trop.-amer. C. Grantii Baker C. cylindrocarpa DC.
T S-L: GL G. Sans: Nilgebiet : Sen: G-L: G.
Die erste der 3 genannten Flussufer-Crotalarien findet sich in Afrika
sowohl an der Westküste, als auch an der Ostküste. Außerdem kommt sie
im tropischen Asien und im tropischen Amerika weit verbreitet vor. Die
beiden andern beschränken sich auf Afrika allein. Alle 3 besitzen sehr
große stark aufgeblasene Hülsen.
Sumpfpflanzen.
C. oriwensis Roxb. — trop.-as. C, spec. (Holst).
7 Abyss: T. U-U : Usb.
In Afrika sind beide nur für je ein Gebiet bekannt. Die erstere ist eine
ostindische Art, die in Abyssinien ihre westliche Grenze erreicht hat.
Strandgewüchse.
Wirkliche Strandpflanzen sind selten unter den Crotalarien, Nur in
Nubien und Arabien kommen einige Arten wie C. microphylla Vahl und C.
striata DC. häufiger am Meeresstrande vor. Beide Arten gehören aber der
Wüstensteppe an, welche dort bis an das Meer hinausreicht. Die oben
genannten von FnawcneT beschriebenen fünf Crotalaria-Arten!) aus der
Somaliküste sind hier noch einmal zu erwähnen.
In Betreff der Verbreitung der Gattung Crotalaria in Afrika ergiebt
sich ferner, dass im allgemeinen die Arten, welche große, stark aufgeblasene
Hülsen besitzen, wie einige Gebüschpflanzen, z. B. C. lachnocarpa, C. nata-
litia, C. intermedia, C. striata, ferner die Steppenpflanzen C. glauca, C.
spinosa, die Flussuferpflanze C. verrucosa weiter verbreitet sind, als die
mit nur kleinen Hülsen versehenen Arten, wie z. B. die Gebüschpflanzen
C. holoptera, C. cylindrostachys, C. anthyllopsis, ferner die Steppenart C.
4) s. p. 533.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 535
florida und fast alle Wüstenarten. Auch die Arten, welche dem Hochland
allein angehören, wie z. B. die Bergwiesenarten, gedeihen nur in be-
schränkten Gebieten.
Die länglich plattenförmigen Flugorgane(2)'). Sehr häufig
stellen indehiscente Hülsen plattenförmige Flugorgane dar. Es sind dünne,
lederartige, sehr breite und mehr oder weniger lange, stark zusammen-
gepresste Hülsen. Ihre Breite wird zuweilen noch durch einen Flügelrand
längs der Bauchnaht oder längs beider Nähte vergrößert. Im Anschluss
hieran sind die meist dünnhäutigen Hülsen zu erwähnen, welche zwar auf-
springen, aber weder mit einem Ruck noch mit darauf folgender Schrauben-
drehung ihrer Klappen ; sie springen eben unelastisch auf. Bei ihnen bleiben
selbstverständlich die Samen am Funiculus hängen und werden während
oder nach dem Abfall der Klappen von der Mutterpflanze gelegentlich vom
Winde erfasst und am Erdboden hingeweht.
Plattenförmige Flugorgane besitzen in ihren Hülsen die meisten
Albizzia-Arten, einige Arten von Acacia und Cassia, ferner Gleditschia,
Parkinsonia, Biserrula, Dalbergia , Lonchocarpus u. a. Bei den Albizzia-
Arten sind die Hülsen breit linealisch, gerade, flachgedrückt, dünn,
trocken, oft häutig, erreichen eine Länge bis zu 35 cm und eine Breite von
31/—5 em. Ähnlich, aber bedeutend schmäler und mehr lederartig sind
die Hülsen der Gleditschia africana Welw. Die sehr dünnen, pergament-
artigen Hülsen mancher Acacia-Arten (A. laeta R. Br., A. Lahai Steud. et
Hochst.) (Fig. 11), ferner von Cassia (C. acutifolia Del.) und Dalbergia (D.
melanoxylon G. et P. (Fig. 12], D. Hildebrandtü Vatke) umschließen nur
1— 92 sehr flache Samen. Schließlich seien noch die Hülsen von Biserrula
Pelecinus L. erwähnt. Sie sind lang und schmal, von den Nähten aus stark
zusammengedrückt, so dass dieselben direct auf einander liegen und die
Mitten der Klappen scharfe Kanten bilden, welche noch mit breiten Süge-
zähnen besetzt sind und dadurch die Breite der Hülse vergrößern, in der-
selben Weise wie es Flügelränder thun. Wirkliche Flügelränder zur Ver-
größerung der Fläche besitzen an der Bauchnaht die länglichen Hülsen der
Mezoneurum-Arten (M. Benthamianum Baill.) (Fig. 13), ferner der Calpurnia
aurea Baker und Dequelia brachyptera (Baker) Taub. Besonders stark zu-
sammengedrückt an den Nahträndern ist die Hülse des Peltophorum afri-
canum Sond., so dass sie gleichsam mit zwei Flügelrändern versehen ist.
Unelastisch aufspringende Hülsen, an deren Klappen die Samen
hängen bleiben, um mit diesen zusammen vom Winde fortgetragen zu wer-
den, besitzen zahlreiche Gattungen und Arten. Die Klappen dieser Hülsen
sind stets leicht, dünnhäutig oder strohig, zuweilen ziemlich breit und von
sehr verschiedener Form. Mit wenigen Ausnahmen sind die Arten der Gat-
4) Dissen l. e, Die länglich plattenförmigen Flugorgane, Haupttypus IX oder die
Plattendrehflieger (Ailanthus- Typus).
536 J. Buchwald,
tung Acacia (A. mellifera Benth. (Fig. 14], A. Seyal Del.) hierher zu stellen,
ferner Milletia, Leucaena glauca Benth., Poinciana elata L. und zahlreiche
Cassia-Arten (C. occidentalis L. , C. obovata Coll., C. nigricans Vahl u. a.).
C. alata L. verbreitert die Klappen durch zwei nahe an den Nahtründern
stehende Flügel. Ebenso ist die breitere Hülse einiger Mucuna-Arten
beschaffen wie diejenige der M. quadrialata Baker aus Ostafrika,
Auch Dichrostachys nutans Benth. und Acacia spirocarpa Hochst., so-
wie A. stenocarpa Hochst. sind hier zu erwähnen. Die Hülsen dieser Arten
sind lang und schmal, aber vielfach gewunden. Die Hülsen eines Blüten-
standes verschlingen sich in einander, so eine wirre, kugelige Masse bil-
dend, welehe am Erdboden liegend leicht vom Winde weitergerollt wird.
Über die Fallbewegung der länglich plattenfórmigen Hülsen ist nach
Dineren (2)!) Folgendes zu bemerken. Die Bewegung findet unter sehr be-
schleunigter, senkrechter Rotation um die Lüngsachse statt. Die Fall-
gesehwindigkeit ist sehr verzügert. Da diese Organe in Bezug auf ihre
Lüngsachse kein stabiles Gleichgewicht besitzen, so beginnen gleich am
Anfang des Fallens Schwankungen um die Lüngsachse. Dieselben steigern
sich, bis sie in gleicher Weise, wie es bei den kreisrunden, scheibenfórmi-
gen Flugkörpern oben bereits geschildert ist, in eine Rotation um die Längs-
achse übergehen. Die zu diesem Typus gehörigen Arten gehören meist
kletternden Lianen oder Bäumen und Sträuchern an. Ihre Verteilung auf
die Formationen ist folgende.
Gehölze desBerghochwaldes.
A Albizzia Schimperiana Oliv. A A. hecatophylla Steud.
Abyss: A. |». Abyss: Seeg : M.
4 A. angolensis Welw. A Gleditschia africana Welw.
= A-K: P-A. | ~ A-K: P-A. M. Ben: H.
A. Welwitschii Oliv. A Dalbergia multijuga E. Mey.
~ G-L: G. A-K: P-A, Samb: S-N:
A A. maranguensis Taub. A Lonchocarpus pallescens Welw.
Kil: Kl, A-K : P-A.
A Milletia ferruginea Baker
Abyss: T.
Nur Albizzia Welwitschü findet sich zugleich in den Uferwäldern der
Ost- und der Westküste Afrikas. Alle übrigen Arten sind bisher nur vom
Hochland bekannt. Ihre Verbreitungsgebiete stimmen mit den bisherigen
Ergebnissen überein. Sie sind als Gebiete von Hochgebirgsgewächsen nur
klein. Keine der Arten kommt zugleich außerhalb Afrikas vor,
1) Dincer l. c. Haupttypus IX.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 537
Gehölze des Gebirgsbuschwaldes.
Albizzia anthelmintica A. Droen. ! A. glaucophylla Steud. !
Abyss: Samb: Nyass: Sch. Sans: Abyss: Nub: K-S:
Sk. A-K: A A, abyssinica Hochst. !
A A. versicolor Welw. Abyss:
A-K: P-A. Nyass: A A. xiphocarpa Hochst. !
AA. coriaria Welw. Abyss:
A-K : P-A. A. etbaica Schweinf. !
A. ferruginea Benth. _ Eryth: S. Abyss: T. Nub; K-S; B.
Abyss: Sen: Ch. Ben:
A Acacia Lahai Steud. et Hochst, ! Cassia Arereh Del. !
Abyss: T. Abyss: Nub: K-S: S,
A A. venosa Hochst.! Dalbergia Bakeri Welw.
Abyss: T. Kam: K. A-K : P-A.
Von diesen Gehülzen des Gebirgsbuschwaldes ist dasselbe zu sagen
wie von denjenigen des Gebirgshoehwaldes. Meist finden sie sich aus-
schließlich im Hochgebirge. Ihre Gebiete sind klein, und zu anderen
Tropengebieten haben sie keinerlei Beziehungen.
Gehólze des Uferwaldes.
Albizzia fastigiata E. Mey. Cassia abbreviata Oliv.
S-L: Sen: Ob.-G: Lg. S-N: N. P. Samb: Nyass:
A. Brownei Walp. Peltophorum africanum Sond.
Sen: S-L: N-B: Kam: A-K: P-A, ^ Ob.-k: Tr. Ben: H. Kun: O.
A. Welwitschi Oliv. Dalbergia pubescens Hook. f.
G-L: G. A-K: P-A. ` Sen: N-B: Kam: A-K: P-A.
Acacia ataxacantha DC. ! Lonchocarpus sericeus H. B. K. !
Moss: A. N-B: Sen: - Sen: S-L: N-B: Kam: St.-Th. A-K: K.
A. pennata Willd. ! — trop. as. L. cyanescens Benth. !
~ Abyss: Seeg: Uj. K. Ghaq: M. B. Kil: ` Sen; S-L: N-B: Kam: F-P.
Kl. Nyass: Sch. S-N: N. Ben: H. L. Barteri Benth.! — (trop. amer.)
S-L: Kam; B. G-L: G, Ob.-K: B. ^ Sen: N-B: A-K: K.
Mehrere dieser Arten haben eine ziemlich weite Verbreitung in Afrika.
An der ganzen Westküste finden sich Albizzia Brownei, Dalbergia pubes-
cens, Lonchocarpus sericeus, L. Barteri, von denen die letztere im tropischen
Amerika zwei nahe Verwandte besitzt. Nur im westlichen Waldgebiet findet
sich Albizzia fastigiata und Lonchocarpus cyanescens, von denen die erstere
auch in Südafrika vorkommt. Ueber ganz Afrika und zugleich im tropi-
schen Asien ist Acacia pennata verbreitet. Dieses Gehölz findet sich dem-
nach auch in den afrikanischen Savannen.
Savannengehölze.
Albizzia amara Boiv.! — trop. as. Acacia mellifera Benth.! — arab.
Abyss: T. K-S: Seeg: Massst: Abyss: Nub: K-S: B. Ob-N: Somalh:
A. brachycalyx Oliv. A. laeta R. Br.!
Seeg: (nördlich.) ^ Abyss: Nub:
A. Petersiana Bolle 4. nigricans Oliv.!
Samb: Nyass: — Nyass: Sch.
538 Joh. Buchwald.
A. pennata Willd.! — trop, as.
Abyss: Seeg: Uj. Kil: Kl. Nyass: Sch.
Ghaq: M. B. S-N: N. S-L: Kam:
B. G-L: G. Ob.-K: B. Ben: H.
A. Sieberiana DC.
Seeg: M. Sen: N-B: A-K: P-A.
A. Catechu Willd.! — trop. as.
Abyss: K. K-S: S. Seeg: M. Samb:
Ghaq : D. Moss:
A. caffra Willd.
A-K: P-A. Kun: O. Ob-K: S-N: P.
A. nubica Benth, !
Abyss: Nub: K-S: B. Ch,
A. Seyal Del. !
" Abyss: T. A, Nub: K-S: B. Ch. Samb:
Tsads: Sen: 12—160 n, Br.
A. stenocarpa Hochst. !
Abyss: T, Nub: Ghaq: Seeg: K.
A. spirocarpa Hochst. !
Abyss: Nub: K-S: Somalh:
A. verugera Schweinf. !
Abyss: Nub: Gbaq:
Cassia Petersiana Bolle
Abyss: Somalh : Moss :
C. alata L, — trop.
` S-L: Tsads: G-L: Ob.-G: T. Kam:
Dichrostachys nutans Benth. !
Abyss: Nub: Samb: Nyass: Tr:
Sen: S-L: N-B: Ob.-K: A-K: K-
A, Ben: H.
D. platycarpa Welw.
A-K: P-A. `
Mezoneurum Benthamianum Baill.
~ Sen: S-L:
AM. angolense Welw.
T A-K: P-A.
AM. Welwitschianum Oliv.
A-K: P-A. M.
Dalbergia melanoxylon G. et P.!
Abyss: T. Nub: K-S: Seeg: M. Ghaq:
D. Moss: Samb: Sen;
D. saxatilis Hook, f.
Sen: S-L: N-B:
Millettia macrophylla Hook. f,
^. Kam: F-P. G-L: G.
Lonchocarpus laxiflorus G. et P. !
` Abyss: Nub: Seeg: M. Samb: Moss:
Nyass: Sch. Sen: Ob-K: A-K:
Den Hochgebirgsformen Mezoneurum angolense und M. Welwitschianum
mit sehr kleinen Verbreitungsarealen stehen mehrere andere Arten mit
ausgedehnten Gebieten gegenüber. Albizzia amara ist in Asien weit ver-
breitet und erreieht die Westgrenze in dem tropischen Nordost-Afrika. Im
ganzen Sudan finden sich Acacia Seyal und A. mellifera, welch letztere sich
bis nach Arabien hinüberzieht. Im östlichen Savannengebiet breitet sich
A, Catechu, die auch in Indien vorkommt, im Savannengebiet südlich des
Kongobeckens bis hin nach Natal A. caffra aus. In der schmalen. Steppen-
zone von Kordofan-Nubien bis naeh Abyssinien kommt A. laeta und A.
spirocarpa vor. Ueberall in der Savanne sind Dalbergia melanoxylon und
Lonchocarpus laxiflorus vorhanden. Cassia alata ist nur von den west-
lichen Districten bekannt, während Acacia Sieberiana von dort zum See-
gebiet vorgedrungen ist. Ueberall in Afrika, sowohl im Waldgebiet als in
der Savannenregion ist Acacia pennata und Dichrostachys nutans vorhanden,
von denen das erstere auch im tropischen Asien verbreitet ist.
Gebüschpflanzen.
Zu dieser Formation ist einzig Cassia occidentalis L.! zu stellen. In
Afrika findet sie sich hüufig auch an sumpfigen Stellen und ist dort be-
kannt von
Abyss: T. K-S: B. Ch. S-N : Ob.-G: A. T. Lg. S-L: G-L: A-K: K. Ob.-K: — trop.
Außerdem findet sich die Pflanze auch in den übrigen Tropen weit ver-
breitet und tritt dort häufig als Ruderalpllanze auf.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 539
Steppenpflanzen.
Cassia acutifolia Del. !
Abyss: T. Nub: K-S: B. Ch. Ob-N:
Die Art findet sich nur in der schmalen Übergangssteppe südlich der
Sahara.
Wüstenpflanzen.
Acacia tortilis Heyne! — arab. Cassia obovata Coll.! — trop. as.
Nub: K-S: Ch. B. Sen: Abyss: Nub: Sen: Ob-N: Ts.:
Beide Arten finden sich im Sudan am südliehen Rande der Sahara
verbreitet; letztere Arl kommt auch noch im tropischen Asien vor.
Gruppe 3.
In den beiden ersten Gruppen dieses Kapitels erörterte ich eine Reihe
von Verbreitungsmitteln, die entweder von den Samen selbst oder von
ihren Fruehthüllen getragen wurden. In diesem Abschnitt komme ich zu
Wanderausrüstungen, die in andern Teilen der Blüten oder Pflanzen liegen.
Der dem Fruchtknoten einer Blüte nächste Blütenblattkreis sind die Staub-
blätter. Obwohl zuweilen bei einigen Leguminosen die Staubfäden ins-
gesamt oder nur einzelne stehen bleiben und am Grunde der Frucht einen
haarartigen Büschel bilden, wie ich es z. B. an den Hülsen der Acacia
mellifera Benth. öfters gesehen habe, so ist dennoch zu bemerken, dass
nirgends von den Staubgefäßen eine pappusähnliche Haarkrone gebildet
wird, die stark genug wäre, die Früchte durch die Luft zu tragen.
DieBlumenkronenblütterals Flugorgane. Beispiele, in denen
von den Blumenkronenblättern allein ein fallschirmartiges Flugorgan ge-
bildet wird, kommen wahrscheinlieh ebenfalls nicht vor. Bei Rhynchosia
(R. calycina G. et P. und R. tomentosa Baill.) bildet zwar die Krone einen
breiten und schönen , horizontal abstehenden Rand um die Frucht. Ob sie
wirklich die Funetion eines Fallschirmes übernimmt, erscheint mir sehr
zweifelhaft. Sichere Beobachtungen über diese Pflanze liegen nicht vor.
Die Hülsen dieser Lianen springen elastisch auf und rollen sich schrauben-
artig ein, aber die 1—2 Samen sitzen am Funiculus meist so fest, dass sie
nicht fortgeschleudert, sondern nur seitlich aus den Windungen der
Klappen herausgeschoben werden. Das Ganze ist umrahmt von den per-
sistierenden, steifen, dunkelroten Blumenblättern. Da die erbsengroßen
Samen blaugrau und weniger auffällig sind, so glaube ich, dass die rote
Blumenkrone, welche, zumal die Blüten in einem traubigen Blütenstand
angeordnet sind, nicht einzeln abzufallen scheinen und weithin sichtbar
sind, dazu beiträgt, Tiere, namentlich Vögel, anzulocken , welche die
Samen verzehren und verbreiten. Von weitem gesehen, glaubt man auch
wirklich, schöne große Blüten vor sich zu haben und nicht bereits reife
Früchte.
540 Joh, Buchwald.
Der Kelch als Flugorgan. Häufiger bildet der Kelch für Legu-
minosenfrüchte ein Flugorgan, entweder für sich allein oder im Verein mit
der Krone. Beispiele, in denen der ganze Kelch oder nur ein oder zwei
Zipfel desselben besonders lang und breit entwickelt sind und einen Fall-
schirm oder ein flügelartiges Organ vorstellen, sind mir bei tropisch-afrika-
nischen Leguminosen nicht bekannt geworden, könnten aber hei Platy-
sepalum auftreten, dessen obere Kelchzipfel stark verlängert sind. Bei
ihnen dient der Kelch nur zu anderen Zwecken. Die in Betracht kommen-
den Pflanzen sind meist Kleepflanzen mit küpfchenfórmigen Blütenständen,
deren Blüten nach der Samenreife nicht einzeln abfallen, sondern als ganze
Köpfchen verweht werden. In ihnen dient der trockenhäutig werdende
Kelch in sehr geeigneter Weise dazu, das Ganze zu verdichten und für den
Wind weniger durchlässig zu machen, ohne besonders viel Masse dabei zu
verwenden. Zum Auffangen des Windes eignen sich zwei weitere Vor-
richtungen. Entweder sind die Kelche und Kelchzipfel mit langen und
feinen Haaren dicht besetzt wie bei Trifolium arvense L. und Verwandten,
oder die Kelche sind kahl, dafür aber papierdünn und blasig aufgetrieben.
Ein bekanntes Beispiel für den letzteren Fall bildet T. fragiferum L., ferner
T. Steudneri Schweinf., Anthyllis Vulneraria L. und viele jedoch nicht afri-
kanische Astragalus-Arten. Bei letzteren fallen die Blüten meist einzeln
von dem Blütenstande ab. So weitgehende Haarverfilzungen in den Blüten-
köpfchen, wie sie bei den mediterranen T. radiosum Whlbg. (= T. nidi-
ficum Gris.) und T. globosum L. bekannt sind, habe ich an tropisch-afrika-
nischen Trifolium-Arten nieht beobachtet.
Nach den Merkmalen, welche Dixarzn (2)!) für seinen Haupttypus »Die
blasig aufgetriebenen Flugorgane« aufstellt, sind die in der 3. Gruppe bisher
erwühnten Flugvorrichtungen in diesen Typus zu stellen. Über die Be-
wegung dieser Flugorgane habe ich bereits oben das Notwendigste ange-
geben.
Berg wiesenpflanzen.
Trifolium arvense L, — med.-boreal. A T. semipilosum Fres. — (med.).
Abyss: T. Sch. Abyss: Kil: Kl,
AT. umbellatum A. Rich. — (med.). AT. Petitianum A. Rich. — (med.).
= Abyss: = Abyss: T.
A T. anum ^. Rich, — (med.). A T. cryptopodium Steud. — (med.).
yss:
Abyss:
AT. acaule Steud, — (med.). , "n
Abyss: T. procumbens L. — med.-boreal.
A T. Schimperi A. Rich. Abyss:
^ — Abyss: T. simense Fres. — (med.).
A T. calocephalum Fres. — (med.). Abyss: T. Sch. Massh: Lk. N-B:
— Abyss: A. Kam: K. F-P,
AT. multinerve A. Rich, AT. kilimandscharicum Taub. — (med.).
— Abyss: T. kil: Kl.
1) Dincer l, c. Haupttypus III. Blasenflieger (Cynara- Ty pus).
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 541
A T. Rueppellianum Fres. — (med.). A T. tembense Fres. — (med.).
^ Abyss: ` Abyss: T. A.
A T. bilineatum Fres. — (med.). A T. Johnstonii Oliv. — med.-boreal.
Abyss: Gallh: Kil:
T. africanum Ser. — südafr. Anthyllis Vulneraria L. — med.-boreal.
Abyss: S-N: ^. Abyss:
Sumpfpflanzen.
T. fragiferum L.! — med.-boreal. A T. polystachyum Fres. — (med.).
^ Abyss: Abyss: A. Gallh: Kil: Kl. Moss:
NT. Steudneri Schweinf. ! — (med.). Ben: H.
B Abyss: T. subrotundum Hochst. et Steud. —
AT. umbellatum A. Rich. — (med.). (med.).
— Abyss: Abyss: Gallh: Kil: Kam: F-P, Ben:
A, T.calocephalum Fres. — (med.). H. Kun: 0.
Abyss: A.
Von den angeführten 23 Arten stehen die meisten zu auDerafrikanischen
Gebieten in Beziehung. 4 sind mediterran-borealen Ursprungs, 4 ist zu-
gleich in Südafrika zu Hause, und 46 haben im mediterranen resp. medi-
terran-borealen Vegetationsgebiet nahe Verwandte. Die Verbreitung der
Arten in Afrika selbst ist meist nur gering, da der größte Teil von ihnen
(16) nur auf Gebirgswiesen gedeiht. Im Hochland von Abyssinien námlich
12; in Abyssinien und dem Gallahochland T. bilineatum, in Abyssinien und
auf dem Kilimandscharo allein. T. kilimandscharicum und T. Johnslonii. Die
Sumpfpflanze T. polystachyum findet sich auf mehreren getrennten Hoch-
gebirgen Afrikas zugleich, nämlich in Abyssinien, im Gallahochplateau, auf
dem Kilimandscharo, um 4500 m auf Bergwiesen im Mossambikdistriet und
in Huilla in Benguella. Von den übrigen Trifolium-Arten haben nur T.
simense und T. subrotundum eine größere Ausdehnung in Afrika.
Abgesehen von den Hochgebirgsformen mit nur kleinen Verbreitungs-
gebieten, hat das vorliegende Verbreitungsmittel die anderen Arten befähigt,
grofle Areale bis nach Mitteleuropa hinein einzunehmen , und ist mithin als
ein für diese Arten günstiges Verbreitungsmittel anzusehen. Jedenfalls ist
es auch die Ursache gewesen, dass dieser Typus von Trifolium nach den
afrikanischen Hochgebirgen gelangt ist, wo er sich zu eigenartigen Formen
entwickelt hat.
Die Deckblätter als Flugorgane. Bisher hatte ich es stets mit
Teilen der Blüte zu thun, welche die Verbreitung durch Wind begünstigten.
Jetzt komme ich zu einigen Beispielen, wo die Ausrüstungen zur Verbrei-
tung von anderen Teilen der Pflanzen herühren, nämlich vom Deckblatt.
Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden. Erstens derjenige, wo jede Blüte
und Frucht in der Achsel eines oder mehrerer Deckblätter steht, und
zweitens, wo ein ganzer Blütenstand vom Deckblatt getragen wird. Ein
Beispiel der ersten Möglichkeit ist Geissaspis psittacorhyncha (Webb)
Taub. (Fig. 15). Sie besitzt einen wickelartigen Blütenstand, und jede der
kleinen Hülsen steht in der Achsel eines vielmal größeren , nierenförmigen
542 Joh, Buchwald,
Deckblattes, dessen Rand noch mit feinen, langen Wimpern besetzt ist. Da
die Deckblätter direct am Fuße der Frucht ansitzen und ihr dicht anliegen,
so haben sie dieselbe Wirkung wie ein peripherischer Flügelrand um die
Frucht. Ähnlich ist es bei der Gattung Zornia (Z. diphylla Pers. und Z.
tetraphylla Michx.). Die Deckblütter der ersteren Art stehen zu zweien am
Grunde der schmalen Hülse und liegen congruent aufeinander; sie sind ei-
fórmig und schließen sich der zweigliedrigen Hülse an. Bei Z. tetraphylla
sind auBerdem noch zwei sehr kleine Deckblütter vorhanden, die keine Be-
deutung für die Verbreitung der Art haben. Hierher gehören ferner noch
die Arten der Gattung Flemingia. Beispiele, in denen ein ganzer Blüten-
stand in den Achseln von einem oder mehreren Deckblättern steht, liefert die
Gattung Trifolium. Auch hier liegt das Deckblatt dem Köpfehen dicht an
und kann nur dazu beitragen, die Masse des Köpfchens gegen Winddurch-
lássigkeit zu verdichten.
Gebüschpflanzen.
Geissaspis psittacorhyncha (Webb.) Taub. — (trop. as.)
—
Sen: S-L: Kapverdische Inseln :
Steppenpflanzen
Zornia diphylla Pers. — (mad.). Flemingia faginea Baker — (trop. as.).
7 Abyss: T. K. Nub: Seeg: Uj. Ug. 77 Sen:
Samb: Moss: Sen: S-L: Ob-N: F. oblongifolia Baker — (trop. as.).
Ob-G: T. A-K: A. P-A, M Samb:
Z. tetraphylla Michx. — amer. F. rhodocarpa Baker — (trop. as.].
= S-N: N. Ben: H. Samb:
Außer Zornia diphylla, welche überall in der afrikanischen Steppe zu
finden ist, haben diese Arten keine große Verbreitung in Afrika. Z. tetra-
phylla kommt noch in Amerika vor. Geissaspis psittacorhyncha ist mit einer
indischen Art, der @. cristata W. et A. verwandt, auch die Flemingien
haben zahlreiche Verwandte im tropischen Asien.
Obgleich die in den beiden letzten Gruppen dieses Kapitels angeführten
Leguminosen-Früchte an sich geeignet sind, durch Wind verbreitet zu wer-
den, so hat dennoch die Natur einige weitere Vorrichtungen getroffen, um
die Flugfähigkeit der Organe zu erhöhen. Bei fast allen genannten, größeren
Gruppen giebt es einige Arten, bei denen der Umfang der Flugorgane ver-
größert wird, ohne dass zugleich das Gewicht erheblich vermehrt wird.
Letzteres wird erreicht durch einen mehr oder weniger dichten Haarbesatz,
der entweder gleichmäßig über die ganze Oberfläche der Hülse verteilt
oder an der Basis derselben etwas dichter ist. Bei anderen Arten wird die
Fallhöhe ihrer Flugorgane vergrößert, und so die Möglichkeit, vom Winde
erfasst zu werden, erhöht. Dies geschieht auf zweierlei Weise, indem ent-
weder die Hülsen oder Blütenstiele sehr bedeutend verlingert werden, so
dass die Hülsen weit über die übrigen Teile der Pflanze hinausragen, oder
indem die Pflanzen sich zu Kletterern ausbilden, an anderen Gewächsen
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 543
oder festen Körpern emporklimmen und von der erreichten Höhe aus die
Samen und Früchte verstreuen. Der erstere Fall kommt nur an niederen
Kräutern vor.
IM.
Das Wasser als Agens der Verbreitung.
Specifische Anpassung der Pflanzen im allgemeinen an die Verbreitung
durch Wasser kommt nur selten vor. Sehr häufig befähigen die Vorrich-
tungen, durch welche die Pflanzen ihre Samen und Früchte den bereits
oben besprochenen Agentien anpassen, dieselben mit Hülfe des Wassers
ihre Verbreitungsgebiete ebenfalls zu vergrößern. Es können natürlich nur
solche Pflanzen in Betracht kommen, die entweder in oder am Wasser der
Flüsse und Seen oder in Ufersümpfen oder endlich an der Meeresküste,
namentlich in den Mangrovewäldern leben. Bei vielen der in den beiden
vorhergehenden Kapiteln genannten Pflanzen der Flussufer, einigen Sumpf-
pflanzen und den Bewohnern der Mangrove werden daher öfters die Samen
und Früchte neben den Anpassungen an die Verbreitung durch Wind oder
an diejenigen durch Turgescenz der Hülsen auch Schwimmfähigkeit zeigen.
Von folgenden afrikanischen Arten, die entweder an Flussufern oder in
Ufersümpfen oder in Ufergebüschen leben, steht die Schwimmfähigkeit der
Samen fest:
Mimosa asperata L.
77 Sehr häufig und weit verbreitet im
trop. Afr.
Neptunia oleracea Lour.
Weit verbreitet im trop. Afrika.
Crotalaria verrucosa L.
trop. as., trop. amer.
C. cylindrocarpa DC.
u trop. Westafrika.
Tephrosia Vogelii Hook. f.
Sehr weit im trop. Afrika verbreitet.
Weitere Tephrosia spec.
Mehrere Indigofera spec.
Sesbania punctata DC.
Weit im trop. Afrika verbreitet.
S. aegyptiaca Pers.
trop. as.
S. aculeata Pers.
- trop. as.
Aeschynomene Elaphroxylon (G. et P.) Taub.
Überall im trop. Afrika,
Abrus precatorius L.
trop.
Physostigma venenosum Balf. 1)
^ Im trop. Westafrika,
Vigna nilotica Hook. f.
Im trop. Afrika weit verbreitet.
Dioclea reflexa Hook. f.
trop. amer.
Canavalia obtusifolia DC.
trop.
C. ensiformis DC.
— trop.
Glycine javanica L.
l trop. as.
Teramnus labialis Spr.
trop.
Rhynchosia minima DC.
|. trop.
In den Mangrovewäldern der tropisch-afrikanischen Küste gedeihen:
Pusaetha scandens Benth.
trop. — Auch im Binnenland.
Caesalpinia Bonducella Roxb. !
u trop.
4) P. TAUBERT, Über das Vorkommen der Gattung Physostigma in Ostafrika und
einige morphologische Eigentümlichkeiten derselben, Ber. d. Deutsch. bot, Ges, 1894.
XII. 3. berichtet als ein Curiosum, dass vor kurzem einige Samen obiger Art bei Sylt
aufgefischt wurden.
544
Sophora tomentosa L.
= trop. as., trop. amer. — Auch im
Binnenland.
Crotalaria striata DC.
— trop. as., trop. amer. — Auch im
Binnenlande,
C. incana L.!
— trop. — Auch im Binnenlande.
Indigofera enneaphylla L. !
— Sehr weit verbreitet im trop. Afrika.
Stylosanthes mucronata Willd.
: trop. as, — Auch im Binnenlande.
Aeschynomene indica L. !
>~ trop. amer.
Diphaca verrucosa (P. B.) Taub. !
~ trop. Westafr.
Joh, Buchwald.
D. triflorum DC.
|... mad. — Auch im Binnenlande,
D. umbellatum DC.!
© trop. as. — Ostafr, Inseln.
Fabricia nummulariaefolium (L.) O. Ktze, |
trop. — Auch im Binnenlande.
Mucuna urens DC.
trop. — Auch im Binnenlande.
Vigna lutea A. Gray!
/— trop. — Auch im Binnenlande.
V. luteola Benth. !
trop. as., trop. amer. — Auch im
Binnenlande.
Dalbergia ecastophyllum (L.) Taub. !
trop. afr. Westküste. — trop. amer.
Drepanocarpus lunatus G. F. M.!
D. cochinchinensis Lour. !
trop. as. — Auch im Binnenlande.
Desmodium polycarpum DC. !
- trop. as. — Ostafr. Inseln.
trop. afr. Westküste. — trop. amer.
Deguelia trifoliata Lour, !
trop. afr. Westküste. — trop. amer.
Die wenigen genannten Arten dürften wohl hinreichend den weit-
gehenden Einfluss des vorliegenden Agens auf die Verbreitung der Pflanzen
darthun. Keins der übrigen Agentien ist im Stande, die Arten so weit und
so schnell über die Erde zu verbreiten wie das Wasser. Von den 38 Arten
sind über alle Tropenländer 11 verbreitet; dem tropischen Afrika und zu-
gleich dem tropischen Asien und tropischen Amerika gehören an: Crota-
laria verrucosa, C. striata, Dioclea reflexa, deren Hülsen auch, jedoch nur
selten, aufspringen, und Vigna luteola; dem tropischen Afrika und zugleich
dem tropischen Asien gehören an: Stylosanthes mucronata, Diphaca cochin-
chinensis, Desmodium polycarpum , D. umbellatum, Sesbania aegyptiaca,
S. aculeata ` Glycine javanica; dem tropischen Afrika und zugleich dem
tropischen Amerika gehören an: Aeschynomene indica, Dalbergia ecasto-
phyllum, Drepanocarpus lunatus, Deguelia trifoliata. Weite Verbreitung im
ganzen tropischen Afrika zeigen Mimosa asperata, Neptunia oleracea, Indi-
gofera enneaphylla, Tephrosia Vogelii, Sesbania punctata, Aeschynomene
Elaphroaylon, Vigna nilotica; nur den westlichen Distrieten des tropischen
Afrika gehören an: Crotalaria cylindrocarpa, Physostigma venenosum,
Diphaca verrucosa. l
Von denals in den Mangrovewäldern des tropischen Afrika vorkommend
bezeichneten Arten scheinen 7 ausschließlich in diesen sich zu finden, von
diesen Diphaca verrucosa, Dalbergia ecastophyllum , Drepanocarpus lunatus,
Deguelia trifoliata nur in den Mangrovewäldern der tropischen Westküste.
Desmodium polycarpum und D. umbellatum sind außer von Asien bisher nur
von den ostafrikanischen Inseln bekannt. Die übrigen Arten finden sich
meist im afrikanischen Binnenlande weit verbreitet.
Obgleich die Wirkung der Schwimmfähigkeit eine sehr große ist, so
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 545
ist die Zeitdauer der Schwimmfähigkeit keine unbegrenzte. Nach einer
mehr oder weniger langen Zeit hört die Schwimmfähigkeit häufig auf und
die Körper sinken unter. Gurry (40) stellte über die Zeitdauer der Schwimm-
fähigkeit mehrerer Driftsamen der Keeling- oder Cocosinseln im Victoria-
Institut zu Buitenzorg interessante Versuche an, deren Resultate SCHIMPER
in seinem »Die indo-malayische Strandflora«(29) 1) betitelten Werke ebenfalls
tabellarisch mitteilt.
Die Frage, ob Samen, die mehrere Wochen dem Einfluss des Wassers,
besonders des Meerwassers ausgesetzt sind, noch keimfähig sind, ist nach
Scnmmper’s Beobachtungen im allgemeinen zu bejahen.
Die Eigenschaften, auf welche die Schwimmfähigkeit der Samen und
Früchte obiger Arten zurückzuführen ist, sind verschiedenartige. Das
geringe specifische Gewicht der Samen wird fast ausnahmslos durch Auf-
speicherung größerer Luftmengen erreicht. Nach der Art und Weise, wie
letzteres geschieht, stelle ich mehrere Kategorien auf.
Schwimmende Hülsenklappen. Den einzigen Fall, in dem eine
Mitwirkung der Luft nicht vorhanden ist, bilden die Arten, deren Klappen,
obgleich sie aufspringen, meist die Samen nicht wegschleudern. Die in das
Wasser fallenden Hülsenklappen sind häutig bis strohig, sehr breit und
schwimmen mit den Samen, welche erst nach Verfaulen des Funieulus sich
ablösen. Die Samen selbst sind schwer und sinken unter, wahrscheinlich in-
folge der großen Stärkemenge, deren specifisches Gewicht bekanntlich ziem-
lich bedeutend und welche in dem Cotyledonengewebe aufgespeichert ist.
Hierher gehören Sesbania (S. punctata DC., S. aegyptiaca Pers., S. aculeata
Pers.), Abrus (Ap precatorius L. und andere spec.), Neptunia oleracea Lour.
Schwimmfrüchte und Schwimmsamen mit luftführenden
Hohlräumen. Den einfachsten Fall, wo die geringe Dichtigkeit auf das
Vorhandensein von luftgefüllten Hohlráumen zurückzuführen ist, bilden
solehe Früchte, die von den Samen, oder solche Samen, die von den Coty-
ledonen nicht ausgefüllt werden. Durch den entstandenen Luftspalt wird
das specifische Gewicht geringer als dasjenige des Wassers, obgleich meist
Hülle und Kern für sich schwerer als Wasser sind. Für derartige Samen stellt
van Tıesnen (37) die Regel auf: »que dans toutes les plantes, une fois isolé et
débarassé de l'air adhérent à sa surface, l'embryon est plus lourd que l'eau«.
Von Früchten sind hierher zu stellen: die sehr großen Hülsenglieder
der Pusaetha scandens (Benth.) O. Ktze., ferner die kleinen mit sehr geringen
Luftspalten versehenen Hülsenglieder der Aeschynomene-Arten (A. indica L.,
A. elaphroxylon [G. et P.] Taub.), Mimosa asperata L., deren Hülsen auch
dér Verbreitung durch Tiere angepasst sind, Diphaca (D. verrucosa [P. B.|
Taub., D. cochinchinensis Lour.), Stylosanthes mucronata Willd., Desmodium
(D. polycarpum DC., D. triflorum DC., D. umbellatum DC.) (Fig. 5» Fabricia
4) p. 459.
Botanische Jahrbücher. XIX. Dd. 35
546 Joh. Buchwald.
nummulariaefolium, die Hülsen von Dalbergia ecastophyllum, Deguelia trifo-
liata (Fig. 46), Drepanocarpus lunatus (Fig. 17), Dioclea reflexa. In diesen
ist stets nur 4 Same von der weiteren Hülle umschlossen; bei den Crota-
laria-Arten (C. striata DC., C. verrucosa L., C. cylindrocarpa DC. , C. in-
cana L.) umschließen die stark aufgeblasenen Hülsen 2 bis mehrere Samen.
Samen mit luftführendem Hohlraum besitzen: Mucuna urens DC.
(Fig. 19), Physostigma venenosum Balf. (Fig. 20), Vigna lutea A. G., Caesal-
pinia Bonducella Roxb. (Fig. 18). ” 7
Von der ersten Reihe beansprucht nur Pusaetha scandens (Benth.) O.
Ktze. ein größeres Interesse. Die Glieder dieser Riesenhülsen sind sehr groß,
fast quadratisch, stark biconvex und mit äußerst hartem, holzigem Pericarp
versehen, das die Samen vor jeder Beschädigung Jahrelang zu schützen
geeignet ist. Solche Glieder werden häufig von Seefahrern auf der hohen
See angetroffen, wo sie von den Meeresströmungen an die fernsten Gestade
getragen werden. Der Same selbst ist flach, mit brauner, glänzender Testa
bekleidet und füllt die Hülle bei weitem nicht aus.
Größeres Interesse verdienen ferner die Samen der zweiten Reihe. Sie
sind durch eine starke und sehr feste Samenschale gegen Reibung am Ufer
und gegen die Brandung geschützt. Ihre Festigkeit verleiht ihnen namentlich
die äußere Zellschicht, welche aus schmalen, langen, bei Caesalpinia Bon-
ducella z. B. 224 u langen Prismenzellen zusammengesetzt ist. Die Samen
von Mucuna urens (Fig. 19) sind linsenförmig, dunkelhellbraun, mit breiter,
schwarzer Raphe versehen. Die Cotyledonen und das hypocotyle Glied
liegen der Samenschale direct an, die ersteren bilden je eine concav-con-
vexe Linse, die ihre concaven Flächen einander zukehren, so dass zwischen
ihnen ein großer Luftraum besteht. Ebenso verhält es sich mit den bohnen-
lörmigen Samen von Physostigma venenosum (Fig. 20) und nach Scnmrer (29)!)
auch mit Vigna lutea A. Gray. Bei Caesalpinia Bonducella dagegen liegt
der Luftraum zwischen der harten, grauen, mit helleren Linien gezeich-
neten Testa und dem viel kleineren Samenkern, der bei Erschütterung des
Samens ein Klappern verursacht.
Samen mit schwammigem Cotyledonengewebe. Hierher
gehören zumeist Arten, welche in der Nähe des Wassers leben und ihre
Samen mechanisch ausstreuen. Die ins Wasser fallenden Samen sind
schwimmfähig. Zumeist gehören Phaseoleen hierher: Canavalia (C. obtusi-
folia DC., C. ensiformis DC 1. Erythrina tomentosa Br., Teramnus labialis
Spr., Vigna (V. nilotica Hook. f., V. abyssinica Taub., V. luteola Benth.),
Rhynchosia minima DC., ferner aus anderen Gruppen Sophora tomentosa L.,
Tephrosia-Arten (T. Vogelii Hook. f.), Indigofera-Arten. Die Samen füllen
bei ihnen die einschließende Testa ganz. Es ist kein größerer Luftraum im
Innern vorhanden. Das geringe speeifische Gewicht des Embryo verursacht
4) p. 164.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 547
die Schwimmfähigkeit. Van Tırsnen (37) hat von einigen solchen, von der
Hülse befreiten Leguminosensamen die Dichtigkeit als kleiner als 4 be-
stimmt, während die Dichtigkeit der Samenschale bedeutend größer ist.
Es tritt uns nun die Frage entgegen, was die Ursache der geringen Dichtig-
keit der Samen ist. Zu diesem Zweck ist es nötig, die Structur der Keim-
blätter derselben zu untersuchen, aus der die gesuchten Ursachen leicht
abzuleiten sind.
Um den Bau des Cotyledonengewebes der schwimmenden Samen besser
zu verstehen, wird es gut sein, zunüchst die Struetur bei den übrigen,
nicht schwimmenden Samen einer näheren Betrachtung zu unterziehen.
Letztere habe ich von zweierlei Form !) gefunden. Erstens: das Gewebe
der Cotyledonen ist verschiedenartig. Unter der (morphologisch) oberen
Epidermis der Keimblätter liegen 2—3 Schichten schmaler, langgestreckter
Palissadenzellen, die lückenlos, Seite an Seite aneinander schlieBen. Darauf
folgt bis zur unteren Epidermis hin eine dicke Lage verhältnismäßig kleiner,
polyedrischer oder rundlicher Zellen, die zwischen sich nur geringe Luft-
räume freilassen. Beide Gewebe haben demnach verschiedene Dichtigkeit.
Solche Samen schwimmen nicht. Hierher gehören Cassia (C. goratensis
Fres., Fig. 91), Parkinsonia (P. aculeata L.), Sesbania (S. punctata DCL
Zweitens: Das Gewebe der Cotyledonen ist gleichartig. Es ist von der
oberen bis zur unteren Epidermis aus isodiametrischen, bald polyedrischen
ohne oder mit nur engen Luftlücken, bald rundlichen Zellen, die etwas
größere Lufträume umschlieBen, zusammengesetzt. Sie entsprechen dem
unteren Gewebe der ersten Form. Hierher gehört die größte Zahl der Gat-
tungen, z. B. Abrus precatorius L.
Der zweiten Form schlieBt sich das Keimblattgewebe der oben ge-
nannten, schwimmenden Samen an. Es ist gleichartig. Die Zellen sind
sehr groß und stark abgerundet. Je größer solche Zellen sind, um so größer
werden die zwischen ihnen liegenden Intercellularlücken und Gänge,
welche stets zum größten Teil mit Luft gefüllt sind. In dieser großzelligen,
lufthaltigen, schwammig aussehenden Structur ist die Ursache der Schwimm-
fähigkeit der Samen zu suchen (Vigna nilotica Hook. f.).
IV.
Die Tiere als Agens der Verbreitung.
Die Tiere kónnen in zweierlei Weise die Verbreitung der Pflanzen be-
wirken. Erstens indem sie die Früchte oder Samen als Nahrung zu sich
4) VAN Tıesnen stellt in seiner bereits mehrmals citierten Arbeit (37) für die Structur
des Cotyledonengewebes von Leguminosensamen 3 Typen auf. TypusI und III sind
identisch mit den oben beschriebenen beiden Formen. In seinem Typus II beschreibt
der Autor das Gewebe als homogen, von der oberen bis unteren Epidermis aus langge-
streckten, prosenchymatischen Zellen bestehend , analog dem oberen Gewebe des ersten
Typus. Als Beispiele werden die Gattungen Cassia, Ceratonia, Soya genannt. Diesen
Typus habe ich an tropisch-afrikanischen Leguminosen-Arten nicht beobachtet,
35*
r
548 Joh. Buchwald.
nehmen und die Samen unverändert oder ohne Beeinträchtigung der Keim-
fähigkeit den Darmkanal der Tiere wieder verlassen. Derartige Fortpflan-
zungskörper müssen wenigstens zum Teil fleischiger Natur sein. Zweitens
indem die Früchte und Samen den Tieren äußerlich am Fell anhaften und
von ihnen verschleppt werden. Demgemäß werden in diesem Kapitel nach-
einander die Samen und Früchte von fleischiger Beschaffenheit und die-
jenigen, welche Kleb- und Klettvorrichtungen zum Anhaften besitzen, zu
betrachten sein.
Gruppe 4.
Inwieweit im tropischen Afrika Leguminosensamen von Tieren ver-
breitet werden, darüber liegen keine Beobachtungen vor. Nur aus ana-
logen Fällen der bei uns beobachteten Thatsachen kann man auf ein gleiches
Verhältnis zwischen Tieren und Pflanzen im tropischen Afrika schließen,
und ist auch wohl dazu berechtigt, da die Tiere und Pflanzen sich in der
Hauptsache in der ganzen Welt zu einander gleich verhalten. Man kann
daher annehmen, dass alle saftigen und fleischigen Leguminosenfrüchte
Tieren zur Nahrung dienen.
Schutz der Samen gegen Verdauung. Die Samen können den
Darmkanal der Tiere nur dann unverletzt und noch völlig keimfähig ver-
lassen, wenn sie besonders geschützt sind. Dies geschieht durch eine harte
oder sehr feste Samenschale, die im Stande ist, den Magen- und Darm-
säften zu widerstehen. Insbesondere verleiht der Samenschale die äußere
Zellschicht starke Widerstandsfähigkeit. Sie besteht aus dicht aneinander
schließenden, langgestreckten, sechseckigen Prismenzellen, wie z. B. bei
den Samen der Cassia goratensis Fres. Dass derartige Samen, die Tierleiber
passiert haben und vom Fruchtfleisch entblößt sind, ebenso gut keimen wie
Samen unversehrterFrüchte, ist wiederholt experimentell nachgewiesen (12)!);
solche Samen sind sogar im Stande, aus dem Dünger, den die Tiere mit
ihnen von sich geben, einen großen Vorteil zu ziehen.
Geruch und Geschmack der Früchte. Veranlasst zu dem Ge-
nuss der Früchte werden die Tiere durch den besonderen Geruch und Ge-
schmack, welche dieselben auszeichnen. Auffallend ist hierbei der Umstand,
dass diese Früchte im unreifen Zustande den Geruch und Geschmack nicht
besitzen. Die Individuen unter den Früchten, welche diese Eigenschaft am
stärksten entwickelt haben, werden von Tieren zuerst aufgesucht und einer
Verbreitung ihrer Samen am sichersten sein. Im Gegensatz zu den saftigen
Früchten haben die Trockenfrüchte keinen besonderen Geruch und Ge-
schmack.
Färbung der Samen. Während Geschmack und Geruch die Früchte
den Tieren lieb machen, zeigt die Färbung derselben ihnen an, wo sie sie
finden. In den meisten Fällen nehmen reife, saftige Früchte eine vom
4) p. 33.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 549
umgebenden Laub der Mutterpflanze verschiedene Farbe an und werden da-
durch bemerkbar. In anderen Fällen, die sich namentlich bei Leguminosen
finden, werden die schön bunt und leuchtend gefärbten Samen überhaupt
erst nach völliger Reife sichtbar, nachdem die als Schutz dienenden Peri-
carpien sich geöffnet haben. Zahlreiche Beobachtungen (12)!) sind bekannt,
dass Tiere, besonders Vögel, im allgemeinen lebhaft gefärbte Früchte den
weniger ins Auge fallenden vorziehen.
Da, wie bereits erwähnt, die Samen von der Beschaffenheit sein müssen,
dass sie unverdaut den Darmkanal der Tiere passieren, so werden sie nur
dann noch zur Keimung gelangen, wenn sie nicht selbst durch saftiges Ge-
webe die Tiere zum Genuss anlocken, sondern andere Teile der Frucht
diese Eigenschaft besitzen. Leguminosen entwickeln dieselbe an zwei
verschiedenen Stellen. Entweder ist das Pericarp, d. h. die Hülsenklappen,
diekfleischig, seine Zellen sind mit einem oft süßen, zuckerhaltigen Saft
angefüllt — meist ist das Mesocarp so ausgezeichnet, seltener das Endo-
carp — oder eine saftig-fleischige Wucherung des Funiculus, der sogenannte
Arillus, umhüllt ganz oder zum Teil die Samen.
Verbreitung der Arten durch Vierfüßler. Die großen, fleischi-
gen Hülsen werden meist nur von vierfüßigen Säugetieren, namentlich
Affen, verspeist. Durch angenehmen, süßen Geruch und Geschmack zeich-
nen sich aus die Hülsen einiger Cassia-Arten, ferner Tamarindus indica L.
(Cassia Tora L., C. laevigata Willd., C. Sophora L., C. goratensis Fres., C,
Sieberiana DC.) Die langen, linealen, eingekrümmten Hülsen von Tama-
rindus indica zeigen unter dem dünnen, zerbrechliehen Exocarp ein breiiges
Mesocarp und dichtes, lederartiges, zwischen den zahlreichen harten Samen
gefächertes Endocarp. Durch großen Gehalt an Traubenzucker im Meso-
carp zeichnen sich die Arten von Prosopis aus (P. oblonga Benth.). Das
gleiche Verbreitungsmittel vermutet ScHwEINFURTH für die Hülsen der von
ihm in den oberen Nilländern gesammelten Tetrapleura Schweinfurthii Taub,
Sie ähneln in Form und Größe sehr den Hülsen von Prosopis oblonga Benth.
Im getrockneten Zustande sehen die mit starkem, langem Stiel versehenen
Hülsen der Cordyla africana Lour. zum Verwechseln essbaren Feigen ühn-
lich. Auch besitzen sie den süßen Geruch derselben. Ferner ist die Gat-
tung Parkia zu erwähnen (P. biglobosa Benth., P. africana Br.), deren harte
Samen in einen weichen Fruchtbrei eingebettet sind. Die Hülsen der Tou-
natea madagascariensis (Desv.) Baill. sind rund, dick, mit sehr starkem, mit
Gummilücken angefülltem Pericarp und dickfleischigem Endocarp versehen.
Auch die schwarzen, sammetfilzigen, in der Sierra Leone »velvet tamarind«
genannten Früchte von Dialium guineense Willd. zeiehnen sich durch den
Besitz eines zerbrechlichen Exocarps und eines saftigen, breiartigen, röt-
lichen Endocarps aus, welches den harten Samen wie ein Samenmantel
1) p. 33.
550 Joh. Buchwald,
umhüllt. Vielleieht ist auch die Frucht von Trachylobium Hornemannianum
Hayne, des Kopalbaumes, hierher zu stellen. Das Pericarp ist sehr harz-
reich und umschließt 2—3 Samen, welche in eine rotbraune Pulpa ein-
gebettet sind. Zum Schluss ist noch die Frucht von Detarium senegalense
Gmel. (Fig. 22) zu erwähnen. Ihr Same wird nicht, wie in den übrigen
Fällen durch eine harte Testa geschützt, sondern das Endocarp der Hülse,
welches eine knöcherne Beschaffenheit zeigt, umschließt ihn, ihn nach Art
der Steinkerne sehützend. Die Hülse selbst ist rund, dick, mit krustigem,
brüchigem Exocarp und einem von starken, netzartig verbundenen Fasern
durchsetzten Mesocarp, welches saftig und essbar ist, versehen.
Über die Verbreitung der genannten Arten steht Folgendes fest.
Gehölze des Uferwaldes.
Prosopis oblonga Benth. ! Tamarindus indica L.!
Sen: N-B: K-L: ^. Abyss: K-S: Ghaq: D. Massst: U-U:
Parkia biglobosa Benth. — trop. as. Ug. Sans: Moss: K. Nyass: Sch.
— Ghaq: Sen: S-L: G-L: G. Samb: Sen: Ob-G: A.
Detarium senegalense Gmel. Dialium guineense Willd. !
7" Ghaq: B. Sen: N-B: K-S: Berem. ^ Sen: S-L: Ob-G: A. N-B: Ob-K:
Ost- und Westafrika. Cassia Sieberiana DC.
Trachylobium ` Hornemannianum Hayne. ~ K-S: Sen: S-L:
(med.).
Sans: Nyass. Moss: Samb:
Savannengehölze.
Cassia goratensis Fres.! Cordyla africana Lour.
Abyss: K-S: Kil: Kl. Samb: Ben: H. Ghaq: D. Samb: S-G: Sen:
Tetrapleura Schweinfurthii Taub.! Tounatea madagascariensis (Desv.) Baill.
Obere Nillünder. ~ Massst: Seeg: M. Nyass: Samb: N-B:
Tsd: Ben: H.
Gebüschpflanzen.
Cassia Tora. L.! — trop.
Weit verbreitet durch d. trop. Afr. (Oliv.),
Von diesen namentlich durch Säugetiere verbreiteten Arten ist Cassia
Tora allgemein tropisch und Parkia biglobosa kommt außer in Afrika zu-
gleich im tropischen Asien vor. Die übrigen Arten gehören nur afrikani-
schen Gebieten an. Alle scheinen ziemlich große Verbreitungsareale zu
besitzen. Demnach muss der Einfluss der Tiere auf ihre Verbreitung ein
günstiger sein. Fast überall in Afrika, sowohl in der Savanne als auch im
Waldgebiet sind zu finden Tamarindus indica, Cassia Tora, Tounatea ma-
dagascariensis. Hauptsächlich in den Waldgebieten der Westküste sind
verbreitet Parkia biglobosa und Dialium guineense. Dagegen in der öst-
lichen Savanne von Abyssinien südlich und bis Benguella kommt Cassia
goratensis vor, nur in einigen Gebieten derselben Trachylobium Horne-
mannianum, Im nördlichen Savannengebiet des Sudan gedeihen Prosopis
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 551
oblonga, Detarium senegalense, Cassia Sieberiana und Teirapleura Schwein-
furthüi. u =
Verbreitung der Leguminosen durch Menschen. Wie weit
der Mensch an der Verbreitung der Leguminosensamen unfreiwillig, teils
durch Ausspeien der Samen genossener Früchte , teils durch Verbreitung
derselben mit den Excrementen teilnimmt, lässt sich unmöglich feststellen ;
sicher ist nur, dass er nicht selten Verschleppung der Samen bewirkt.
Bewusst verbreitet der Mensch durch Cultur keine andere Pflanzenfamilie
in so umfassender Weise, wie die verschiedenen Gattungen und Arten der
Familie der Leguminosen. Wegen ihres bedeutenden Gehaltes an Stärke-
mehl und Eiweißstoffen spielen die mehligen Samen zahlreicher Leguminosen
im Haushalt des Menschen eine sehr wichtige Rolle. Wegen dieser Eigen-
schaften finden viele Arten, namentlich der Papilionaten, wie Arachis,
Voandzeia, Cicer, Lens, Lathyrus, Pisum , Vicia, Phaseolus, Dolichos, Vigna,
Cajanus, Lotus, Lupinus die ausgedehnteste Verbreitung und werden überall
in den Tropen cultiviert. Viele Hülsen, die einen süßen Fruchtbrei ent-
halten, wie Hülsen von Tamarindus, Dialium, Detarium, Cassia, Prosopis
u. a. werden als Obst genossen und angepflanzt. Zahlreiche Arten werden
zur Viehzucht als Futterpflanzen benutzt und häufig eultiviert. So die
Samen von Arachis, Vicia, Pisum, Lens, Lupinus-Arten u. a., ferner als
Futterkräuter eultiviert werden Trifolium, Medicago, Melilotus, Trigonella,
Anthyllis, Lupinus, Ornithopus, Onobrychis, Vicia und Pisum-Arten und viele
andere mehr. 5 | u
Vögel als Verbreiter der Samen. Bisher war nur die Rede von
Früchten und Samen, die durch Säugetiere, einschließlich des Menschen,
ihre Verbreitung finden. Eine größere Zahl anderer Pflanzen ist haupt-
sächlich auf die Vogelwelt angewiesen. Da Vögel meist nicht im Stande
sind, ganze Hülsen zu verschlingen und als Nahrung zu verwenden, so
kommen für sie nur einesteils die einfachen, kleinen Samen, andernteils
die mit Arillus ausgestatteten in Betracht. Öfters ist die Vermutung aus-
gesprochen worden, dass Erbsen, Bohnen und zahlreiche andere Hülsen-
früchte dadurch verbreitet werden, dass Vögel, sie fressend, dieselben im
Kropf aufbewahren. Bleibt der Vogel am Leben, so werden die hetreffenden
Samen verdaut und sind für die Fortpflanzung der Art verloren; wird er
aber getötet, sei es durch Raubtiere, sei es durch Verunglücken oder Krank-
heit, so gelangen die Samen zur Erde und kónnen, wenn der Platz günstig
ist, keimen und heranwachsen. FockE (6 u. 7) hat einen solchen Fall beobach-
tet, aber er sagt selbst: »Man wird sich schwer entschlieBen, zu glauben,
dass eine Pflanzenart gerade der Verbreitung durch zufällig umkommende
Vögel angepasst sein sollte.« Es ist aber überhaupt nicht zu vergessen, dass
viele Erscheinungen der Pflanzenverbreitung nur auf selten eintretende
Zufälligkeiten und nicht blos auf Anpassung zurückzuführen sind. Einer
weiteren Möglichkeit werden wohl häufiger die in den Kropf gelangten
552 Joh. Buchwald, .
Samen ihre Befreiung verdanken. Wenn die Alten die Brut füttern, so
würgen sie aus dem Kropf die aufgeweichten Samen wieder in den Schnabel
zurück, um sie den Jungen zu reichen. Hierbei kommt es üfters vor, dass
der eine oder andere Same daneben fällt und verloren geht. Vielleicht
entgehen auch von Samen, die gleichzeitig in großer Menge gefressen werden,
einige der mechanischen und chemischen Einwirkung des Verdauungs-
tractus.
Lebhaft gefärbte Samen. Zur Verbreitung durch Vögel sind die
lebhaft gefärbten Samen mancher Hülsenfrüchte geeignet. Am auffallendsten
sind die zweifarbigen Samen einiger Ormosia-Arten , der Arten von Abrus
(A. precatorius L.), von Erythrina (E. tomentosa Br., E suberifera Welw.)
und von Rhynchosia phaseoloides DC., bei denen die Samen zum größten
Teil glänzend zinnoberrot gefärbt sind, die Umgegend des Hilum aber ist
tiefschwarz und glänzend. Einfach rot sind die Samen der Adenanthera
pavonina L. und Cadia varia L'Hér. Auch bei Canavalia-Arten besitzt der
Same häufig eine hellrote oder blendend weiße Testa.
Die Verbreitung der Adenanthera pavonina in Afrika ist bis jetzt noch
schlecht bekannt. Nach Orrvrn (23) !) scheint dieser Uferwaldbaum zweimal
dort beobachtet zu sein, einmal im Gabun-Laongo-Gebiet und einmal im
Gebiet óstlich vom Nyassasee. Sonst kommt dieses Gehülz noch im tropi-
schen Asien verbreitet vor.
A Cadia varia L'Hér.! findet sich in Arabien, in der Erythräa, Abys-
sinien und im Somalihochland im Gebirgsbuschwald. Sie findet sich also
in mehreren nicht zu fern von einander gelegenen Hochländern, welches
Vorkommen möglicher Weise auf die Verbreitung der Samen durch Vógel
zurückzuführen ist. Die Verbreitung der anderen genannten Arten ist
bereits in früheren Kapiteln angegeben.
Samen mit Arillargebilden. Dass die mit großem, fleischigem
Arillus ausgestatteten Samen der Verbreitung durch die Vogelwelt angepasst
sind, folgt daraus, dass der Arillus stets lebhaft rot oder gelb gefärbt ist
und den Samen schon von weitem sichtbar macht. Die Testa des Samens ist
hart. Die großen, ellipsoiden, schwarzen Samen der Intsia-Arten (I. brac-
teata [Vogel] O. Ktze., I. africana [Smith] O. Ktze.) besitzen einen hellgelben
bis roten becherförmigen Arillus (Fig. 25). Bei Copaiba umschließt der rote
Samenmantel (C. coleosperma [Benth.] O. Ktze.) den ganzen Samen, ferner
gehört hierher Pithecolobium, bei welchem der Funiculus häufig zu einem
dicktleischigen Arillus erweitert ist. Von großen Vögeln werden diese Samen
mit einem Mal verschlungen und die unverdaulichen Reste werden ent-
weder aus der Cloake entleert oder als sogenannte Gewölle in großen
Klumpen aus dem Magen durch den Schnabel ausgebrochen. Ebenso wie
Raubvögel die Federn, Haare und Knochen der verschlungenen Beute
1) p. 329.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 553
wieder auswerfen, so thun es auch manche Pflanzen fressende Vógel mit
den unverdaulichen Samenteilen. Kleine Vögel begnügen sich, nur die
Fleischteile vom Samen abzufressen. Diejenigen von ihnen, welche an Ort
und Stelle letzteres Geschäft vornehmen und den befreiten Samen an der
Mutterpflanze stehen lassen, sind als unberufene Gäste anzusehen, in gleicher
Weise wie es unberufene Insecten giebt, die, um den Honig aus der Blüte
zu erhalten, nicht den gewöhnlichen Weg gehen, auf dem sie die Blüte
zugleich befruehten würden, sondern die Blüten von außen anbeißen, z. B.
bei Corydalis-Arten den Sporn anbohren und aus ihm den Honig entnehmen.
Andere kleine Vógel, die nur den Arillus abfressen, kónnen für die Ver-
breitung sehr wirksam sein, wenn sie die Samen erst in ihr Nest oder an
andere Orte schleppen, um das Fleisch abzupicken.
Gehölz des Berghochwaldes.
N Copaiba coleosperma (Benth.) O. Ktze.
Im Batokahochland.
Gehölze des Uferwaldes.
Pithecolobium altissimum Oliv. Intsia bracteata (Vogel) O. ktze.
7 N-B: Kam: Bt. ^. S-L: Sen:
Copaiba copallifera (Benn.) O. Ktze. I. africana (Smith) O. Ktze.
- S-L: - Sen: N-B: N.
Obige Waldbäume haben ohne Ausnahme nur kleine Verbreitungs-
areale. Die Uferwaldgehölze finden sich nur in Gebieten der Westküste,
und Copaiba coleosperma ist nur im Batokahochland in Südcentralafrika zu
Hause. Eine Mitwirkung der Vögel an der Verbreitung der Gewächse in
ferne, weitgelegene Gebiete ist scheinbar nicht vorhanden, sondern wahr-
scheinlich ist nur eine Vermehrung der Individuenzahl in den bereits be-
setzten Gebieten den Vögeln zu verdanken.
Schwerfrüchtige Arten. Als Anhang möge noch einer Reihe von
Früchten und Samen Erwähnung gethan werden, denen ohne weiteres ein
Verbreitungsmittel nicht anzupassen ist. Es sind große, schwere Früchte
oder Samen , die einmal reif, von der Mutterpflanze losgelöst, mit großer
Gewalt infolge ihrer Schwere senkrecht zur Erde fallen und hier in großer
Zahl liegen bleiben. Die Samen und Früchte enthalten wegen der Größe
eine Menge von Nährstoffen. Vielleicht ist es richtig, diesen Umstand als
Ersatz eines Verbreitungsmittels anzusehen. O. W. Focke(6) vermutet das-
selbe für die schweren Samen der Kastanien und Eichen. Die Größe der
Samen ist den keimenden Pflanzen nur von geringem Nutzen, denn kleine
Samen anderer Arten keimen ebenso leicht und gut, während sie für die
Tierwelt außerordentlich wertvoll ist. Die in Betracht kommenden Gewächse
sind meist große Gehölze von langer Lebensdauer, welche jährlich viele
Hundert von Samen und Früchten hervorbringen. Es ist ihnen daher ein
großer Nutzen, wenn letztere von Tieren gefressen werden, voraussichtlich,
554 Joh. Buchwald.
dass dieselben einige von den Samen verschleppen. Tieren gehen aber
stets Samen, die sie in großer Menge als Nahrungsmittel forttragen, ver-
loren, sei es zufällig, sei es auf der Flucht, sei es in den Vorratskammern,
die sie für schlechte Zeiten in Erdlöchern, unter Moos- oder Flechtenpolstern
anlegen.
Schwere, große Samen besitzen Berlinia acuminata Sol., Vouapa-Arten,
eine Tounatea spec. und andere. Schwere, nicht aufspringende Hülsen be-
sitzen die oben bereits als essbares Legumen hervorbringend genannten
Arten. Hierher ist auch die bereits beschriebene Hülse der Tetrapleura
tetraptera (Benth.) Taub. zu stellen.
Berlinia acuminata ist ein 10—20 m hoher Baum des Uferwaldes. Er
ist bekannt bisher aus:
S-L: N-B: Mn. Kam: B. Bt. G-L: Nyass: ,
also von dem Waldgebiet der Westküste wahrscheinlich nach Osten bis zur
Küste vorkommend. Die Bäume stehen nicht selten in größeren Gruppen
im Urwald bei einander.
Gruppe 2.
Im vorigen Teil trugen die Tiere dazu bei, die Verbreitung der Samen
zu bewerkstelligen, indem sie dieselben als Nahrung benutzten. Es fand ein
Austauschen von Vorteilen statt. Die Tiere hatten den Vorteil, Lebensmittel
in den Pflanzen oder deren Früchten zu finden, und die Pflanzen denjenigen,
als Ersatz ihre Samen von dem Standort mehr oder weniger weit fortgeführt
zu sehen. Bei den in diesem Abschnitt zu behandelnden Pflanzen liegt der
Vorteil allein auf Seiten der Pflanzen, und die Tiere sind unfreiwillige
Verbreiter derselben. Es sind dies mit Kleb- oder Klettvorrichtungen
versehene Pflanzen. Ich kenne keine Leguminosen, bei denen die Samen
selbst Trüger jener beiden Verbreitungsmittel sind, sondern sie werden
zum gróften Teil von den umhüllenden Pericarpien oder von der ganzen
Pflanze getragen.
Die in Betracht kommenden Tiere sind hauptsächlich wollhaarige Vier-
füBler. Daher ist es nicht auffallend, dass die zu erwähnenden Pflanzen
meist nur niedriger Natur sind, die wirklich die Kleb- und Klettorgane
den vorüberstreifenden Tieren anheften können. Nur an niedern Sträuchern
oder Kräutern und nur an kleinen Früchten, nie dagegen an hohen Bäumen
oder an großen, schweren Früchten, oder an Früchten, die aufspringen und
die Samen herausschleudern, werden derartige Vorrichtungen sich finden.
Arten mit klebrigen Hülsen: Verbreitung durch Klebrigkeit der
Hülsen findet sich nur bei den Gattungen Hoffmanseggia (H. Burchellü
Benth.) und Adenocarpus (A. benguellensis Welw., A. Mannii Hook. f.). Bei
beiden Gattungen ist die Oberfliche der Hülsen mit kleinen, gestielten
Drüsen besetzt, welche ein klebriges Secret ausscheiden. Die Hülse der
Hoffmanseggia Burchellii zeichnet außerdem noch ein dichter Besatz von
weichen, kleinen Borsten aus. Infolge der Klebrigkeit kónnen die Hülsen
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika, 555
am Boden grasenden Tieren an den Füßen, respective dem Maule haften
bleiben und kleinere Strecken vertragen werden.
Steppenpflanze.
Hoffmanseggia Burchellii Benth.!
Südcentralafr, S-N:
Gebirgsbuschwaldgehölze.
AAdenocarpus Mannii Hook. LI — (med.). AA. benguellensis Welw.! — (med.).
^ Kil: Kl. U-U: Usb. Kam: K. F-P. ` Ben:
Die Adenocarpus-Arten sind Hochgebirgspflanzen. Bemerkenswert ist
das gleichzeitige Vorkommen von A. Mannii im Hochgebirge von Usambara,
auf dem Kilimandscharo, dem Kamerunberg und dem Clarence Pic auf
Fernando Po. Die beiden anderen Arten besitzen nur kleine Areale.
Klettpflanzen im allgemeinen. Häufiger als die Anheftung der
Hülsen an Tierleiber vermittelst eines Klebstoffes ist diejenige, in der Hülsen
oder andere Teile der Pflanzen mit Haken, Stacheln oder Borsten besetzt
oder in der Hülsen nur mit schiefgerichteten kleinen Rauhigkeiten ver-
sehen sind. Es ist hierbei zu bemerken, dass nur Stacheln und Borsten,
die hakig gebogen oder schief auf der Unterfläche aufsitzen , Klettorgane
vorstellen, die geraden, senkrecht stehenden dagegen nur als Organe zum
Schutz zu betrachten sind, wie es z. B. bei der mit zahlreichen, kräftigen,
scharfen Stacheln besetzten Hülse der Caesalpinia Bonducella Roxb. und
den breitgefltigelten , biconvexen Früchten von Pterocarpus erinaceus Poir.
der Fall ist. Über das thatsächliche Vorkommen der Verbreitung von
Pflanzen durch Anhaften der Früchte an wollige Tierleiber sind zahlreiche
Beobachtungen bekannt. Alle Wollindustriestädte zeigen bei uns in ihrer
Umgegend häufig eine Flora, die Vertreter fremder Länder in groBer Zahl
aufweist. Das bekannte Beispiel ist der Port Juvenal bei Montpellier, ein
Feld, auf dem lange Zeit hindurch auslündische Wolle gereinigt und ge-
trocknet wurde. Auf ihm hat sich fast ein kleiner botanischer Garten an-
gefunden. Goprox(9) hat in einer Abhandlung alle ausländischen Pflanzen,
die er selbst und andere dort gesammelt, zusammengestellt. An Legumi-
nosen sind besonders die Gattungen Medicago mit 8 Arten, Trigonella mit 7,
Trifolium mit 16 Arten, im ganzen 12 ) Gattungen mit 45 Arten genannt.
Kletthülsen. Ueber tropisch-afrikanische Leguminosen dieser Art
ist Folgendes zu bemerken. Von Mimosoideen sind die Gattungen
Mimosa und Schrankia zu erwähnen. Die ganze Oberfläche der Mimosa
asperata L. -Hülsen ist mit dichten, etwas schräg gestellten Borsten bedeckt.
Sie werden entweder als Ganzes verschleppt, oder einzelne Glieder der-
selben können sich von dem einen festen Rahmen bildenden, randständigen
Gefäßbündeln loslósen. Durch letzteres Verhalten wird die Verschleppung
besonders gefördert. Die Ränder der sichelförmig gebogenen Schrankia
leptocarpa DC.-Hülsen sind mit einem Kranz von schräg gestellten, gebogenen
556 Joh, Buchwald.
Stacheln besetzt, von denen die auf der convexen Rückennaht stehen-
den länger und zahlreicher sind als die am concaven Rande (Fig. 24).
Zahlreicher sind Vertreter von Kletthülsen unter den Papilionaten. Am
wichtigsten ist die Gattung Medicago. Die Arten dieser Gattung variieren
sehr in Gestalt und Drehungsrichtung ihrer gewundenen Hülsen. Manche
besitzen Stacheln, andere nicht. Von den Arten mit nieren- oder sichel-
förmigen Hülsen, z. B. M. lupulina L., hat nur M, radiata L. (Fig. 25) am
convexen Rande kurze Stacheln. Die Hülsen werden wegen ihrer breiten
Fläche und Leichtigkeit auch vom Winde verweht. Andere Arten besitzen
Hülsen mit mehreren spiraligen Umgängen. Diejenigen von ihnen, die am
Außenrande keine Stacheln, sondern höchstens kleine Höcker tragen, sind
nur für Windverbreitung geeignet, z. B. M. orbicularis All. Die übrigen
sind am Außenrande stachelig. Bei M. minima Lam. (Fig. 26) und M. laci-
niata All. sind die Stacheln hakig gekrümmt, bei M. denticulata Willd. und
M. tentaculata Willd. dagegen gerade oder nur wenig gebogen. Einige
andere Papilionaten besitzen sodann in den zahlreichen, hakigen Stacheln
und Borsten der Hülsenflächen geeignete Haftapparate. So haben z. B. In-
digofera echinata W. (Fig. 27) krummstachelige Hülsen. Aehnlich sind die
Hülsen einiger Diphaca- Arten. Vortreffliche Anpassungen an die Ver-
schleppung zeigen mehrere Gattungen der Section Hedysareae, z. B. Scor-
piurus sulcata L. (Fig. 28). Die Hülsen sind hier ganz mit mehr oder weniger
gekrümmten Stacheln besetzt. Die Hülsen der im tropischen Afrika nicht
verbreiteten Hedysarum-Arten sind mit zahlreichen, hakig umgebogenen
Stacheln überzogen. Auch Taverniera. lappacea DC. hat krummstachelige
klettende Gliederhülsen. Andere Formen von Haftorganen besitzen die
Hülsen der ‚Onobrychis-Arten. Es findet sich dort eine Art gezähnter Kamm
und starke Stacheln,, die geeignete Klettorgane abzugeben im Stande sind
Uferwaldgehólz.
Schrankia leptocarpa DC. — trop. amer.
Ob-G: Cp. Ac.
Steppenpflanzen.
Indigofera echinata Willd. — trop. as. Taverniera lappacea DC. !
Sans: Sk, Ob-G: Sen: Nub:
` Bergwiesenpflanzen.
Medicago lupulina L.! — med.-bor. M. truncatula Gaertn.! — med.
Abyss: ^. Abyss:
M. laciniata All.! — med. — südafr. Onobrychis Richardii Baker
= Abyss: Kapl: Abyss:
Außer Mimosa asperata hat wahrscheinlich auch Indigofera echinata im
tropischen Afrika größere Verbreitung und findet sich jedenfalls von der
West- bis zur Ostküste. Schrankia leptocarpa ist nur an der Westküste von
Oberguinea gefunden und kommt gleichzeitig im tropischen Amerika vor.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 557
Die wild lebenden afrikanischen Medicago-Arten finden sich nur im Hoch-
land von Abyssinien, wo sie die südliche Grenze ihres Vorkoınmens erreicht
haben, außer M. . laciniata, welches zu den wenigen mediterranen Gewächsen
gehört, die auch in Südafrika wild vorkommen. Die sonst noch von Abyssi-
nien bekannten, oben nicht verzeichneten Medicago sp. (M. orbicularis All.,
M. minima Lam., M. denticulata Willd., M. hispida Gaert.) und auch Scor-
piurus sulcata L. werden dort nur cultiviert. 7
Abgesehen von ihrem Vorkommen in Afrika sind die angeführten Arten
in anderen Gebieten weit verbreitet, nur Taverniera lappacea ist allein in
Nubien zu Hause und Onobrychis Richardii allein aus Abyssinien bekannt.
Die meisten der von mir namentlich gemachten Leguminosen - Kleb-
und Klettpflanzen erreichen im Hochland bedeutende Höhen. Die Ursache
ist vielleicht die, dass in Folge der Kleb- und Klettbarkeit die Hülsen, ein-
mal von Tieren an hohe Standorte verschleppt, nicht leicht vom Wind ins
Thal zurückgeführt werden, sondern leicht am Boden im Grase oder an
anderen Körpern anhaften können. So findet sich Adenocarpus benguellensis
Welw. nur in hohen Gebirgen in Benguella, A. Mannii Hook. f. nach
Preuss (26) auf dem Kamerunberge von 2000—3500 m, ferner auf dem Pic
Clarence, nach H. Meyer !) von 4900—3500 m auf dem Kilimandscharo und
nach C. Horst!) auf den Bergen von Usambara. Die obigen Medicago-Arten
gedeihen in Abyssinien meist von 2000—3000 m Höhe. -
Weitere Klettvorrichtungen. Bei einigen Trifolium-Arten sind
die langborstigen oder mit kleinen Häkchen besetzten Kelche resp. Kelch-
zipfel zu Klettorganen geworden, bei andern Arten dieser Gattung kónnen
durch die bleibenden, hakig gekrümmten Griffel Haftvorrichtungen ge-
schaffen werden. Diese Einrichtung findet sich auch an anderen Papilio-
naten, z. B. bei den meisten Arten der Gattung Glycine, ferner bei Teram-
nus labialis Spreng., dann bei Arten von Crotalaria (C. senegalensis Bacle.)
und zahlreichen Arten von Astragalus. Hakig gekrümmte Griffel besitzen
schließlich Stylosanthes (St. mucronata W.) — Solche hakigen Griffel können
oft als Haftorgane dienen, doch kann man sie auch für Schüttel- und Schleu-
derapparate ansehen, wie E. Hurn(18) sie auffasst.
Ein weiterer Umstand, der das Kletten der Hülsen herbeiführen kann,
ist der, dass der Blütenstiel zurückgekrümmt ist, wodurch die Hülsen eine
nach unten gerichtete Stellung einnehmen. Die geraden, mit kurzer und
scharfer Spitze versehenen Hülsen können sich so leicht in das Wollhaar
vorübereilender Tiere einhaken und abgerissen werden. Zuweilen ist die
Hülse selbst noch sichelfórmig gebogen, dann zeigen die Hülsenspitzen
nach oben und außen. Auch sie sind leicht im Stande, sich in weiches Fell
festzuhaken. Beispiele liefern die Gattungen Indigofera (I. tinctoria L., I.
hirsuta L., I. Anil L.), Anthyllis und Tr igonella. Bei T. hamosa L. ist der
1) In EscLEn (5) p. 249.
558 Joh. Buchwald.
kurze Blütenstiel zurückgebogen, der Griffel der geraden Hülse von gleicher
Länge wie diese, jedoch gebogen und nach oben und außen gerichtet. An
seiner Spitze sitzt ein kleiner Widerhaken.
Mit kleinen, wohl fühlbaren Rauhigkeiten sind die Hülsenglieder der
Wasserpflanze Aeschynomene Elaphroscylon (G. et P.) Taub. besetzt. Dieser
Eigenschaft der Hülse verdankt die Pflanze möglicher Weise ihre aus-
gedehnte Verbreitung über zahlreiche Wassergebiete, die mit einander
nicht in Zusammenhang stehen. An den Füßen und dem Gefieder der
Wasservögel haftend, können sie leicht von einem Wasserlauf zum andern
verschleppt werden. Auch die im frischen Zustande durch klebriges Drüsen-
secret haftenden Hülsen von Hoffmanseggia und Adenocarpus, die bereits
oben erwähnt sind, besitzen trocken in den gestielten Drüsen Vorrichtungen,
die sie zum Kletten geeignet machen.
Zum Schluss sind noch die zahlreichen Leguminosen zu erwähnen,
deren ganzer Pflanzenkörper mit mehr oder weniger langen Dornen besetzt
ist, welche einerseits wohl meist als Schutzmittel, andererseits wohl aber
auch, und dies besonders bei stark gekrümmten Formen, z. B. bei vielen
Acacia-Arten, als Verbreitungsmittel anzusehen sind.
Es bleibt übrig, zwei Ausrüstungen zu erwähnen, welche nicht An-
passungen an die im Vorhergehenden besprochenen vier Agentien sind.
Dieselben dienen weniger der Verbreitung der Pflanzen über weite Areale
als vielmehr der siegreichen Behauptung und sicheren schrittweisen Aus-
dehnung auf einmal erworbenen Standorten. Diese Ausrüstungen bestehen
einerseits in der Fähigkeit einiger Arten, die Früchte unterirdisch zu reifen,
andererseits in der Entwicklung von Ausläufern.
Geocarpe Pflanzen. Hier sind zwei Gattungen zu nennen, Arachis(A.
hypogaea L.) und Voandzeia (V. subterranea Th.), welche ihre Früchte unter-
irdisch zeitigen. Besitzen solche Pflanzen ausschließlich subterrane Früchte,
so werden sie seit Treviranus (38) als geocarpe bezeichnet, im Gegensatz
zu den die Früchte oberirdisch reifenden oder aerocarpen Pflanzen. Durch
Geocarpie der Früchte sind noch 3 weitere afrikanische, jedoch nicht
tropisch-afrikanische Leguminosen-Arten ausgezeichnet, Trifolium sub-
terraneum L., Trigonella Aschersoniana Urb.(?), Astragalus hypogaeus Ledeb.
Die Vorrichtungen, welche bei geocarpen Gewächsen sämtliche Frucht-
knoten, nachdem sie meist oberirdisch geblüht haben, in das Erdreich
treiben, woselbst die Früchte zur Reife kommen, ist sehr verschieden ').
Ein Nutzen dieses Verhaltens liegt darin, dass die Früchte vor den Zähnen
weidender Tiere sicher gestellt werden, namentlich vor den kurz abwei-
denden Schafen, vor denen die Pflanzen sich nicht schützen können, trotz
ihres niedrigen am Boden hinkriechenden Wuchses. Wenn man aber in
dem Verhalten dieser Früchte ein Verbreitungsmittel sehen will, so können
) siehe Litteraturverz, 20 u. 24,
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 559
dieselben nur von unterirdisch lebenden Wüblern verschleppt werden,
denen sie zur Nahrung dienen, aber gelegentlich wieder verloren gehen.
Ausläufer. In den meisten besprochenen Fällen lagen die Ver-
breitungsmittel der Pflanzen teils im Samen, teils in den Früchten. Ein
weiteres und letztes Verbreitungsmittel, das in seiner Wichtigkeit nicht zu
unterschätzen ist, obgleich es zwar nicht die Größe der Erfolge der bisher
besprochenen Fälle erreicht, aber an Sicherheit und Schnelligkeit sie häufig
übertrifft, besitzen manche Gattungen in der Fähigkeit, Ausläufer zu ent-
wickeln. Wie schnell eine Verbreitung durch Ausläufer vor sich gehen
kann, können wir leicht auf unsern Äckern beobachten an den sogenannten
Ackerunkräutern. Ein Feld wird in Kurzem, wenn es nicht verhindert wird,
vollständig von den Ausläufern dieser Kräuter durchzogen. Auch fördernd
für die Verbreitung und siegreiche Behauptung eines Terrains ist die Fähig-
keit, welche an nur wenigen Leguminosen-Arten beobachtet ist, nämlich
an den Knoten der Stengel, wo dieselben den Boden berühren, Wurzeln zu
treiben. So befähigt sind manche Arten der Gattungen Parochetus, Dolichos
und Neptunia. '
Verzeiehnis der benutzten Litteratur.
4. DE CANDOLLE, Pflanzenphysiologie II. Übersetzung von RoEPkEn.
2. H. DingLer, Die Bewegung der pflanzlichen Flugorgane. München 1889.
3. O. Drupe, Atlas der Pflanzenverbreitung. — BERGHAUS, physikalischer Atlas, Abt. V.
Gotha 4887.
4, A. ENcLER, Entwickelungsgeschichte der Pflanzenwelt. Leipzig 4879.
5. —— Über die Hochgebirgsflora des tropischen Afrika. Berlin 1892.
~ 6. 0. W. Focke, Die Verbreitung der Pflanzen durch Tiere. Kosmos X. 1881— 82.
7. —— Die Verbreitungsmittel der Leguminosen. Abhandl. des naturw. Vereins zu
Bremen V. 1878.
Die Wanderfähigkeit der Bäume und Sträucher. Osterr.-bot. Zeitschr. XXIV.
9. Gopron, Florula Juvenalis. Nancy 4854.
10. Gurry, The dispersal of plants as illustrated by the Flora of the Keeling or Cocos-
islands. Transactions of the Victoria-Institute 1890.
44. Harvey et SonDer, Flora Capensis II.
12. F. HirpEsRAND, Die Verbreitungsmittel der Pflanzen. Leipzig 1873.
13, —— Die Schleuderfrüchte und ihr im anatomischen Bau begründeter Mechanismus.
Jahresbücher für wissensch. Botanik IX. 1873—74.
14. HookEn, Niger-Flora. London 4849,
15. E. Hurg, Systematische Übersicht der Pflanzen mit Schleudervorrichtungen. Abh.
d. nature, Vereins zu Frankfurt a. O. VIII. 1890.
~ 46. —— Anpassung der Pflanzen an die Verbreitung durch Tiere. Kosmos IX. 4881.
47. —— Verbreitung der Pflanzen durch die Excremente der Tiere. Monatl. Mitteil. d.
naturw. Vereins z. Frankfurt a. O. VI u. VII und Samml. naturw. Vorträge Ill.
Berlin 4889,
Klettpflanzen mit besonderer Berücksichtigung ihrer Verbreitung durch Tiere.
Bibliotheca botanica IX. Cassel 4887.
19. —— Die Wollkletten. Sammlung nature, Vorträge IV. Berlin 1892.
560 Joh. Buchwald.
20.
21,
22.
23.
24.
E. Huru, Über geocarpe, amphicarpe und heterocarpe Pflanzen. Samml. naturw.
Vorträge III. Berlin 4890.
—— Über Bohrvorrichtungen im Pflanzenreich. Monatl. Mitteil. d. naturw. Vereins
zu Frankfurt a. O. I. 4884. II.
Knaus, Über den Bau trockener Pericarpien. Jahrb. für wissenschaftl. Botanik V.
1865—67.
OrivEn, Flora of tropical Afrika. London 1874.
Note on the structure and mode of dehiscence of the legumes of Pentaclethra
macrophylla Benth. Transactions ofthe Linnean Society XXIV, with plate XX XVIII,
London 1864.
5. PFEIFFER, Die Arillusgebilde der Pflanzensamen. Bot. Jahrb. XIII. Bd. 1894.
. Preuss, Die Besteigung des Kamerunberges. Mitteil. aus den deutschen Schutz-
gebieten, Berlin 4892.
27. Tu. Rarrn, Icones carpologicae. I. Leguminosae. London 1849.
28. A. Ricuanp, Flora abyssinica. II.
29. SCHIMPER, Die indo-malayische Strandflora. Jena 489.
30. G. SCHWEINFURTA, Beiträge zur Flora Aethiopiens.
31. —— Pflanzengeographische Skizze des gesamten Nilgebietes und der Uferlünder
des roten Meeres. PETERMANN’S geogr. Mitteil, 1868.
32 Im Herzen von Afrika. Leipzig 1878.
33. SıEvErs, Afrika, Leipzig u. Wien 4891.
34. STEINBRINCK, Untersuchungen über die anatomischen Ursachen des Aufspringens der
Früchte. Inauguraldiss. Bonn 4873.
35 Über den Öffnungsmechanismus der Hülsen. Berichte d. deutsch. bot. Ges. l.
Berlin 4883.
36. TAUBERT, Die Leguminosen. EnGLER-PrANTL, Die natürl. Pflanzenfamilien. III. 3.
Leipzig 4891—92.
37. Van TiEcuEM , Légéreté spécifique et structure de l'embryon de quelques légumi-
neuses. Bull. de la soc. de France XXI. Paris 4874.
38. TREVIRANUS, Amphicarpie und Geocarpie. Bot. Zeitung XXI. 1863.
‘ 39. ZIMMERMANN, Über mechanische Einrichtungen zur Verbreitung der Samen und
Früchte. Jahrb. f. wissensch. Botanik XII.
Erklürung der Figuren auf Taf. IV u. V.
Fig. 4. Vigna sinensis Endl. Querschnitt durch die Außenepidermis des Pericarps
senkrecht zur Lüngsrichtung der Zellen.
Fig. 29. V. sinensis Endl. Eine isolierte Zelle aus dem äußeren Gewebeteile der Hart-
schicht des Pericarps.
Fig. 3. V. sinensis Endl. Querschnitt durch die Randpartie (Bauchnaht) der Hülse.
a. die Gefäßbündel. b. das Verbindungsgewebe der Klappen.
Fig. 4. Piptadenia africana Hook. f. Ein Same.
Fig. 5. Desmodium umbellatum DC. Eine Hülse.
Fig. 6. Acacia arabica Willd. Teil der Hülse,
Fig. 7. Cantuffa exosa Gmel. Eine Hülse.
Fig. 8. Pterocarpus erinaceus Poir. Eine Hülse.
Fig. 9. Pusaetha sudanica (Schweinf.) O. Ktze. Ein Hülsenglied.
Fig. 10. Colutea haleppica Lam. Eine Hülse.
Fig. 44. Acacia Lahai Steud, Eine Hülse.
Fig. 12. Dalbergia melanoxylon G. et P. Eine Hülse.
Fig. 13. Mezoneurum Benthamianum Baill. Eine Hülse.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
Fig.
44.
45.
16.
1T.
48.
19,
20.
21.
32.
Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afrika. 561
Acacia mellifera Benth. Hülsenklappe mit Samen.
Geissaspis psittacorhyncha (Webb.) Taub. Eine Hülse mit Deckblatt.
Deguelia trifoliata (Lour.) Taub. Eine Frucht.
Drepanocarpus lunatus G. F. M, Eine Frucht.
Caesalpinia Bonducella Roxb. a. Ein Same. b. Querschnitt durch denselben.
Mucuna urens DC. Querschnitt durch den Samen.
Physostigma venenosum Balf. Querschnitt durch den Samen.
Cassia goratensis Fres. Structur des Keimblattgewebes.
Detarium senegalense Gmel, Eine Frucht, an der Spitze ist das Exocarp ab-
gelóst.
23.
24,
25.
26.
27.
28.
Intsia africana (Sm.) O. Ktze. Ein Same mit Arillus.
Schrankia leptocarpa DC. Eine Hülse.
Medicago radiata L. Eine Hülse.
M. minima Lam. Teil einer Windung der Hülse.
Indigofera echinata Willd. Eine Hülse.
Scorpiurus sulcata L. Eine Hülse.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 36
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis.
Auctore
Ignatio Urban.
Particula II.
Myrtaceae
auctore I. URBAN.
Die Myrtaceen Westindiens sind seit 1828, dem Erscheinen des dritten
Bandes von DE Caxporrr's Prodromus zum ersten Male wieder von Dr. Orro
K. Bzna in seiner »Revisio Myrtacearum Americae hucusque cognitarum«
(Linnaea Band 27, 28 und 30) im Zusammenhange bearbeitet worden. Die
einzelnen Teile dieser Arbeit erschienen nicht in den Jahren, welche die
Titelblätter der Bände angeben, sondern nach freundlicher Mitteilung des
Herrn Prof. Garcke, des späteren Herausgebers der Linnaea, wie sich aus
den Umschlägen der einzelnen Hefte ergab, in folgenden Jahren:
Band XXVII, Heft 4, Bogen 1—8, Seite — 1—128: November 1855.
» » » 2—3, » 9—24, Seite 129—384: Januar 1856.
» » » A, » 25—32, Seite 385—542: Februar 1856.
Band XXIX, Heft 2, Bogen 13—16, Seite 207—256: Juni 1858.
» » » 3, » 47, Seite 257—964: September 1858.
Band XXX, Heft 6, Bogen 41—45, Seite 647—713: März 1861.
Die von Bzna bearbeiteten Myrtaceen der Flora Brasiliensis (Vol. XIV,
pars ll. welche bereits im 27. Bande der Linnaea der Nummer nach citiert
wurden, erschienen:
Pars I: Myrteae: 45 m. Maji 1857.
» Il: Barringtonieae, Lecythideae, Granateae: A m. Februarii 1858.
» HI: Supplementum: 45 m. Januarii 1859.
Die Denel sche Bearbeitung gründete sich auf ein für damalige Zeiten
recht betrüchtliches Material (Herb. Berol., Monac., horti bot. Petropol.,
Vindob., Richard., besonders reich an westindischen Myrtaceen, jetzt im
Besitze des Pariser Museums, Schlechtendal., jetzt in Halle, Sonder.,
jetzt in Melbourne, Sprengel., jetzt im Berliner Museum u. a.) und lieferte
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 563
unserm Florengebiete deshalb eine große Menge neuer, gut beschriebener
Arten. Da aber manche auf ungenügende Exemplare gegründet, manche
der Verwandtschaft nach nicht hinreichend erkannt wurden, und da endlich
Berg im Jahre 48614 noch nicht wusste, dass die von ihm benutzten und
zum Teil als Novae species beschriebenen Sacna'schen Pflanzen des Herbar
Richard. bereits von Rrcnamp selbst im Jahre 18451) in Sacna's Cuba bear-
beitet worden waren, so wird ein beträchtlicher Teil der Brmc'schen
Species hinfällig. Dessen ungeachtet verdient Bere nicht den Vorwurf,
welcher in der Grıiszracn’schen Äußerung (Flor. p. 239) versteckt liegt: »I
omit all those of Berg’s species which I have not seen, as in every case
where I had the opportunity of comparing his authentic specimens, they
proved to be old West Indian species«. — Das Brne'sche Myrtaceenherbar,
in welchem fast alle der von ihm beschriebenen Arten sich vorfinden, ge-
hört jetzt dem botanischen Museum zu Berlin an.
Dagegen besaß Griszracn für die oft sehr feinen, aber meist sehr con-
stanten Merkmale besonders in der Gattung Eugenia keinen sonderlichen
Blick ; außerdem waren die von ihm auf Grund der Beschreibungen vor-
genommenen Identificierungen nicht immer glücklich?). Die dadurch ent-
stehenden Ungenauigkeiten und irrigen Bestimmungen wurden in Bezug
auf die Flora Cuba's zum großen Teile bereits durch Wrıcur und SAUVALLE
1873 richtig gestellt; einige andere rectificierte KragRskou in seinen » Myr-
taceae ex India occidentali« in Botanisk Tidsskrift Bd. 17 (Kopenhagen), von
welchen p. 248—256 (im Heft 3) nach freundlieher Mitteilung des Autors
am 30. Nov. 1889, p. 257—992 (im Heft 4) am 20. Aug. 1890 erschienen,
während die Sonderabdrücke der ganzen Arbeit bereits im April 1890 ver-
teilt wurden. Dass dessen ungeachtet noeh viel zu thun übrig blieb, wird
aus der folgenden Darstellung hervorgehen.
Die Frage, in welcher Weise die Myrteen-Gattungen abzugrenzen
seien, ist trotz der zahlreichen Arbeiten noch keineswegs befriedigend
gelóst worden. Die zur Verfügung stehenden Charaktere sind entweder bei
offenbar naher Verwandtschaft variabel, oder gruppieren sich derartig un-
glücklich, dass gut und scharf abgegrenzte Verwandtschaftskreise selten
zu Stande kommen, ja dass die Endglieder mancher größerer Genera zu
4) Mit Unrecht schreibt B. D. Jackson (Guide Lit. Bol. p. 369) der franz. Ausgabe in
Oktav die Jahreszahl 1838—42 zu. Es bezieht sich diese Jahreszahl nur auf den Band
der Zellenpflanzen, während der die polypetalen Dicotyledonen enthaltende, gerade wie
Band X der spanischen Ausgabe, die Jahreszahl 1845, trägt. Die französische Ausgabe
ist jedoch als älter anzusehen, wie es auch durch Jackson im Kew Index mit Recht zum
Ausdruck gelangt, nicht blos weil in der ersten Hälfte durch Beifügung der Gattungs-
diagnosen und noch ausführlicheren Bemerkungen der Text ein viel umfangreicherer
ist, so dass die Folio-Ausgabe als ein Excerpt aus jener erscheint, sondern besonders
deshalb, weil die letztere auch Species aufführt, welche der Oktav-Ausgabe noch fehlen,
z. B. Clusia alba.
2) Man vergleiche z. B. die Anm. I. auf Seite 579.
36*
564 I. Urban.
Gattungen ganz anderer Tribusse hinneigen. Der Habitus spielt gar keine
Rolle: man kann an einem der Art nach unbekannten sterilen Exemplare
meist niemals die Gattung erkennen, und umgekehrt können äußerlich
kaum zu unterscheidende, in Blüten vorliegende Exemplare ganz verschie-
denen Gattungen, ja Gruppen angehören. Diese Verhältnisse werden viel-
leicht künftige Bearbeiter nötigen, die Gattungen enger zu begrenzen und
eine größere Anzahl von Genera wieder herzustellen, bez. zu schaffen.
Myrteae.
I. Calycolpus Berg.
1. C. glaber Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 379 et in Mart. Flor.
Bras. XIV. I. 411.
Campomanesia glabra Benth. in Hook. Journ. Bot. II (1840). p. 319.
Psidium fluviatile Miq. in Linnaea XXII (1849). p. 169 (ex Berg), —
non Rich.
Calycolpus ovalifolius Berg! in Linnaea XXVH (1856). p. 579; Grisb.
Flor. 241.
Eugenia latifolia Willd. herb. n. 9519 (Vahl ded., sine patriae indi-
catione), — non Aubl.
Habitat in Trinidad: Grueger n. 244, Bot. Gard. Herb. n. 1302.
Praeterea in Guiana! et Brasilia septentrionali (ex Berg).
II. Myrtus Linn.
2. M. elliptiea Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1873) p. 59.
Psidium rotundatum Grisb.! Cat. (1866) p. 285, — non p. 92.
Habitat in Cuba: Wright n. 2457 p. p., 3558.
Obs. Flores et semina (vermibus destructa) non vidi; sed stigma et (ex WRIGHT et
SAUvV.) semen et embryo certe Myrti. — Psidium rotundatum, quocum a cl. GRISEBACH Con-
fusa, pube deficiente v. obsoleta, foliis 4,5 mm longe petiolatis, subtus glabris, in sicco
brunneis, margine integris , nervis lateralibus manifestis, pedunculis 3-plo tenuioribus
omnino diversum,
3. M. Sagraea Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 710.
Habitat in Cuba: Ramon de la Sagra.
Obs. I. An Psidii species juxta Ps. calycolpoides Grisb. collocanda ?
Obs. Il. Species duae antecedentes habitu valde ad Eugeniam brevipedem A. Rich.
el affines accedunt.
4. M. communis Linn. Spec. 1 ed. 1 (1753). p. 471; DC. Prodr. III. 259 ;
Mayc. Barb. p. 207.
Myrtus Oerstedeana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 405.
?Myrtus salutaris Knox: Cal. (1857). p. $8, — non H.B.K.
Var. B. microphylla Willk. in Willk. et Lange Prodr. Fl. Hisp. II
(1880). p. 191.
Myrtus sparsıfolia Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 402 (lusus foliis
plerisque alternis, ovario piloso).
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 565
Colitur in hortis insulae St. Croix: Oersted; Barbados ex Maycock.
— Var. B. St. Croix: Oersted {sine dubio culta); Martinique: Duss
n. 1839. — Patria regio mediterranea et Madeira,
III. Psidium Linn. (1737).
(Guajava Moehr. 1736).
a. Alabastra apice quoad calycem aperta; ovarium 5—6-loculare.
5. P. Cattleianum Sabine in Trans. Hort. Soc. Lond. IV (1822, read
Oct. 1820). t. 41! ; Cattley ibidem p. 545; Lindl. Coll. (1821). t. 16!; Edw.
Bot. Reg. VIII. t. 622!; Kiaersk. in Warm. Symb. XXXIX. 28.
Psidium variabile et Ps. coriaceum O. Berg! in Linnaea XXVII (1856).
p. 572 et in Mart. Fl, Bras. XIV. I. p. 401.
Guajava humilis et Cattleyana O. Ktze. Rev. I (1891). p. 239.
Purple Guava Jam., Goyavier prune Martin. v. Goyavier de
St. Martin Guadel. ex Duss.
Arbuscula tortuosa 3—5 m alt., ramis divaricatis. Flor. m. April., Majo.
Colitur in Jamaica ex Bull. Bot. Dep. n. 3; Guadeloupe: Duss
n. 2498, 2993; in Martinique: Duss n. 1848; indigena in Brasilia.
b. Alabastra clausa; ovarium 5—6-loculare.
6. P. Guajava!) Linn. Spec. I. ed. I (1753). p. 470; Hitchc. Bah.
p. 85.
Psidium pyriferum Linn. Spec. II. ed. I (1762). p. 672; Lam. Enc. II.
p. 16 et Ill. Gen. t. 446 f. II: Lun. Jam. I. p. 350; Descourt. Fl. Ant. Il.
p. 20. t. 72!; Bot. Reg. XIII. t. 1079!; Wikstr. Guad. p. 68; DC.
Prodr. III. 255; Mayc. Barb. 205; Rich. Ess. Fl. Cub. 580 et in Sagra
Cub. X. 276; Macf. Jam. II. 106; Stahl! Est. IV. p. 90; Krug Ic. t. 254 [. 2!
Psidium pomiferum Linn. Spec. II. ed. I (1762) p. 672; Lam. Enc. III.
p. 17 ; West, St. Croix p. 289; Tuss. Ant. Il. t. 22!; Wikstr. St. Barth.
p. 424 ; DC. Prodr. III. 254; Schlecht.! in Linnaea V. 198 et XIII. 412;
Rich. Ess. Fl. Cub. 880 et in Sagra Cub. X. 276; Knox Cat. p. 87; Bello!
Ap. I. 270; Stahl Est. IV. 88; Krug lc. t. 254. f. 1!
Guaiava pyriformis Gürtn. Fruct. I (1788). p. 185. t. 58!
Psidium sapidissimum Jacq. Schoenbr. III (1798). p. 62. t. 566!
? Psidium vulgare Rich. in Act. soc. h. par. p. 410 (nomen tantum).
Psidium Guayava Raddi Mem. 1821. p. 2 (ex DC.); Berg! in Linnaea
XXVII. p. 566 et in Mart. Fl. Br. XIV. I. p. 596 ; Sauv. Cub. 45; Kiaersk.!
in Bot. Tidsskr. XVII. p. 289 et in Warm. Symb. XXXIX. p. 28; Kew Bull.!
Nr. 81. p. 252.
Psidium ponuferum B. sapidissimum DC. Prodr. III (1828). 254.
Psidium Guava a. pomiferum et B. pyriferum Grisb. ! Kar. (1857). p. 65.
4) Cum synonymis praesertim tantum Antillanis.
566 1. Urban.
Psidium Guava Grisb.! Flor. (1860). p. 241 el Cat. 91 ; Egg.! St. Croix
p. 148 et Virg. Isl. p. 52; Gardin. and Brace Bah. p. 581.
Guajava pyrifera O. Ktze. et var. pomifera O. Klze. Rev. 1 (1891).
p. 259.
Guaiava alba acida, fructu rotundiori Pluk. Alm. 181. 1.195. f. 4!
Malo punicae affinis pomifera etc. Sloane Cat. Jam. p.199 et Hist. II. 165.
Psidium fruticosum etc. P. Br. Jam. p. 258.
Guayaba v. Guayava Cub., Doming. et Portor., Goyavier Guadel.
et Martin. ex Duss, Guava Baham. ex Gard. et Vincent. ex Egg., Gujava-
tree St. Croix er West et Egg., Guayabo cotorrero vel Guayabo del
Perú Cub. ex Rich. et Sauv., Bav Plum Baham. ev Gardin., Guayava
pera Portor. ex Sint. et Stahl (form. pyriformis).
Frutex 3—4 m v. arbuscula v. arbor 5—8 m alta, floribusalbis. Flor.
praesertim Maio, Jun., sed etiam Oct., Dec. et Jan., fruct. Sept. usque Dec.
Habitat in ins. Bahamens. ex Gardin. et Hitche.: Cuba: E. Otto
n. 235, ad Caños : Eggers n. 5378, prope Habana: Torralbas n. 353; Grand
Cayman ex Hitche.; Jamaica, Blue Mountains: Bot. Dep. Herb. (W.
Harris) n. 5117; Haiti: Jacquemont, Jaeger n. 40, Poiteau; Sto. Domingo
prope Altamisa 300 m alt.: Eggers n. 2442, MayerhofT; Puerto-Rico
prope Bayamon, in Sierra de Luquillo, prope Yabucoa, Aybonito, Mayagtüez:
Eggers ed. Rensch n. 278^, Krug n. 434, Schwanecke, Sintenis n. 272,
1444, A444”, 5038, 5207, Stahl n. 492, Wydler n. 144; St. Thomas:
Eggers ed. Toepfl. n. 278, C. Ehrenberg n. 12; St. Croix ex West;
St. Barthelemy ex Wikstr.; Antigua ex Berg; Guadeloupe: Duss
n. 2992, Read; Martinique: Duss n. 1850, Hahn n. 498, 499, Plée,
Sieber n. 134, Steinheil; St. Lucia ex Berg; St. Vincent: Eggers
n. 6775, 7020^, Smith n. 827; Barbados ex Maye.; Grenada: Eggers
n. 6484; Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 2345; praeterea a Mexico usque
ad Brasiliam australem divulgatum et in orbi vetere cultum.
Var. B. Cujavillum Kr. et Urb.
Psidium Cujavillus Burm. Fl. Ind. (1768) p. 114 (ex Rumph. Amb. I.
p. 145. t. 491).
Psidium angustifolium Lam. Enc. III (1789). p. 17.
Psidium pumilum Vahl Symb. II (1791). p. 56; Spreng.! Syst. II. 489;
DC. Prodr. III. 252; Wikstr. Guad. 68 ; ? Knox Cal. 87.
Psidium pumilum var. Guadalupense DC.! Prodr. III (1828). p. 255;
Berg! in Linnaea XXVII. 565.
Psidium fragrans Macf. Jam. II (1850). p. 108 (ex descr., sed non sine
dubio).
Psidium Guava var. pumilum Grisb.! Flor. (1860). p. 241 et Cat. 91;
? Egg. St. Croix 118.
Guajava pumila O. Ktze. Rev. I (1891). p. 240.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 567
Habitat in Cuba: Wright n. 2466; Jamaica ex Grisb.; St. Thomas?
ex Knox; St. Croix? ex Eggers; Guadeloupe: Bertero; praeterea in
Asia austro-orientali et continentali et insulari divulgata.
Obs. Varietatem quamquam in orbi novo rarissimam ex omnibus Psidii speciebus
solam in orbi vetere indigenam esse vix credibile est.
7. P. Guineense Sw. Prodr. (1788). p. 77 et Flor. II. 881; DC.
Prodr. IH. 255.
Psidium polycarpum A. Anders. (edid. Lamb.) in Trans. Linn. Soc. AI
(1813). p. 251. t. 17!; DC. Prodr. HI. 255; Berg! in Linnaea XXVII.
368 et in Marl. Fl. Bras. XIV. I. p. 398; Grisb. Flor. 241.
Psidium Araga Raddi Memorie 1821. p. 5. t. 1 (ex DC.) et Opusc. Sc.
IV. 854 (ex Berg); DC. Prodr. III. 255; Berg! in Linnaea XXVII. 567 et
in Marl. Fl. Bras. XIV. I. p. 597 ; Kiaersk. in Bot. Tidsskr. XVII. 289 el
in Warm. Symb. XXXIX. 25.
Guajava Guineensis O. ka, Rev. I (1891). p. 239.
Guajava polycarpa O. Ktze. l. c.
Gouiave de l'Afrique Doming. ex Sw.; Goyavier fraise Guadel.
et Martin. ex Duss.
Arbuscula ramulis plus minus horizontalibus, fructibus gustu Fragariae
vescae (ex Duss).
Colitur in Sto. Domingo ex Swartz; Jamaica: Bot. Dep. Herb.
n. 898; Guadeloupe: Duss n. 2198*; Martinique: Duss n. 595, 657;
Hahn n. 498; indigena in Trinidad (ex Anderson) et in America tropica
continentali, ubi late dispersa.
Obs. Antecedenti simile, sed foliorum nervis lateralibus minus numerosis et sicco
non impressis facile distinguendum.
c. Alabastra clausa; ovarium 3—4 -loculare.
a P. montanum Sw.! Prodr. (1788). p. 77 et Flor. II. 879; Lun.
Jam. I. 550; DC. Prodr. IH. 255 (p. p.]; Macf. Jam. II. 108; Berg! in
Linnaea XXVII. 575; Grisb.! Flor. 242.
?Psidium aromaticum Descourt. Flor. Ant. V (1827). p. 229. t. 964!
non Aubl.
Guajava montana O. Ktze. Rev. 1 (4891). p. 240.
Psidium arboreum maximum etc. P.-Br. Jam. (1756). p. 259.
Habitat in Jamaica; Swartz in herb. Willd. n 9476, ad Fairfield :
Wullschlaegel n. 833, in Blue Mountains, ad Tweedside, Chester Vale:
Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5003, 5026, 5122, 5156, 5201, 5333.
Obs. In statu vivo ulterius observandum, an el quae varietates condendae sint.
»lt bears a very good fruit which, when ripe, perfumes the air for a considerable
distance from the tree, and the negro boys are very fond of it« W. Hanns in literis.
9. P.? pulverulentum Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis pube
brevissima ferruginea pulverulenta indutis; foliis 3—6 mm longe petiolatis
ovalibus v. obovatis, apice rotundatis v. obtusissimis, basi rotundatis,
7—9 em longis, 4—5 cm latis, dimidio v. ultra longioribus quam latioribus,
568 I. Urban.
nervo medio supra planiusculo, lateralibus densissime reticulato-anastomo-
santibus, supra minus v. obsolete, subtus magis prominentibus, non
pellueido-punctatis, ad nervum medium Supra basin et praesertim ad
petiolos ferrugineo-pulverulentis, caeterum glabris, subcoriaceis.
Psidium cordatum Grisb.! Flor. (1860). p. 242 p. p. (nempe quoad
specimina. Jamaic.), — non Sims.
Rami vetustiores teretes flavido-cinerascentes, hornotini subangulati v. com-
pressiusculi. Folia nervis lateralibus 7—8 sub angulo er. 60? abeuntibus subrectis
longe a margine arcuato-conjunctis, punctis ullis utrinque non conspicuis, margine
recurvata, utrinque nitidula,
Habitat in Jamaica: Marsh (ex herb. Grisb. sine llor.; deest in herb.
Kew.).
Obs. Psidium amplexicaule Pers. (Ps. cordatum Sims) glabritie caulis, foliis 4—3 mm
longe petiolatis, inferne latioribus, basi subcordalis, nervis subtus non prominulis nec
reticulatis, vix conspicuis, subtus creberrime et minute nigro- punctatis jam in regione
vegetativa optime distinguendum.
10. P. amplexieaule Pers. Enchir. II (1807). p. 27 ; Spreng. Syst. II.
489, O. Berg! in Linnaea XXX. 707.
Psidium cordatum Sims in Curt. Bol. Mag. XLIII (1816). t. 1779!;
Spreng. Syst. II. 489; DC. Prodr. III. 236 ; Berg! in Linnaea XXVII.
976; Grisb. Kar. 65 et Flor. 242 (p. p.); Egg.! St. Croix et Virg. Isl. 52 el
Suppl. 16; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 289.
' Guajava amplexicaulis O. Ktze. Rev. I (1891). p. 240.
Mountain Guava Tortol. ex Egg., Sperry Guava in ins. Virg.
ex Egg.
Frutex 2,5—4 malt. Flor. Maio—Jul. et Dec. ex Ecc.
Habitat in St. Thomas ex Berg; St. Jan in montibus sylvaticis :
Richard; Tortola in Sage mountains 400 m alt.: Eggers n. 3190; St.
Groix (cult) ex Berg; Nevis (specimen solitarium) ex Sims; Guade-
loupe (eult.) ex Berg.
d. Alabastra clausa ; ovarium 2-, raro 3-loculare.
11. P. nummularia Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1873). p. 44.
Eugenia nummularia Wr. in Grisb.! Cat. (1866). p. 86 (excl. synon.
Berg. ).
Habitat in Cuba in vertice montis Guajarba: Wright n. 9458.
Obs. Quoad foliorum formam re vera Calyptranthi nummulariae Berg simile,
quae foliis utrinque laevibus nec densissime elevatim punctatis statim differt,
12. P. rotundatum Grisb. cum var. triflorum Grisb.! Cat. (1866). p. 92
(non p. 285); Sauv. Cub. p. 44.
Habitat in Cuba oce., in sylvis depressis prope Toscano, Manglares et
in distr. Bahia Honda: Wright n. 2456, 2457.
Obs. A P. Guayabita, cui valde affine, foliis apice rotundatis, floribus minoribus
diversum.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 569
13. P. parvifolium Grisb.! Cat. (1866). p. 94 (non p. 285).
Psidium nitidum Wr. et Sauv. in Sonn. Cub. (1875). p. 44.
Habitat in Cuba districtu Bahia Honda m. April. flor.: Wright
n. 2463.
Obs. I. A specie sequente foliis 2,5—3 mm longe petiolatis obovatis apice rotun-
datis v. subemarginatis 4,5—2,5 cm longis 1—1,5 cm latis, nervo medio supra pro-
minulo v. vix impresso, pedicellis cr. 15 mm longis, alabastris apice manifeste apiculatis,
ovario anguste obovato multiovulato diversum.
Obs. II. Petala 4, non ut cl, Griszsach descripsit nulla.
Var. B. planifolium Kr. et Urb. foliis margine planis, alabastris
obsoletius apiculatis, floribus verisimiliter majoribus.
Habitat in Cuba: Wright n. 3556.
14. P. minutifolium Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis tetragonis
glabris; foliis 1—1,5 mm lonze petiolatis subrhombeo-obovatis v. anguste
obovatis acutiusculis v. obsolete et obtuse acuminatis, ad basin subcuneatis,
0,8—1,2 cm longis, 0,5—0,7 cm latis, er. dimidio longioribus quam latiori-
bus, nervo medio supra inferne impresso, lateralibus non conspicuis,
coriaceis margine recurvatis; floribus in axillis foliorum solitariis; pedi-
cellis folia aequantibus v. superantibus; alabastris globulosis apice rotun-
datis; ovario (ante anthesin) anguste oblongo 2-loculari.
Psidium parvifolium Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. p. 45, — non Grisb.
Frutex 3—5 m altus. Rami vetustiores teretes brunnei v. cinerascentes, horno-
tini brunnei glanduloso-punctati. Folia punctis glandulosis subtus creberrimis
prominulis, supra plus minus impressis non pellucidis notata, zlabra, supra nitida ob-
scure viridia, subtus brunnescentia. Flores ex axillis euphyllorum v. hypsophyllorum,
albi; pedicelli 0,7—1 cm longi filiformes subteretes glabri; prophylla lanceolato-
linearia obtusa 0,6—0,8 mm longa, satis longe persistentia. Calyx ante anthesin
clausus, non apiculatus, extrinsecus glanduloso-granulatus, posterius in lobos intus ferru-
gineo-pulverulento-pilosos usque ad staminum insertionem solutus. Petala 4 in
alabastro orbicularia concava glabra. Discus staminiger brevissime pilosus. Ovarium
ovulis in quoque loculo er. 5. Bacca junior ovali-globulosa, sub calyce valde
constricta.
Habitat in Cuba orientali prope Baracoa, in summo monte Yunque :
Wright s. n.
Obs. Exemplaria hujus speciei in herb. cl. GuisEsACHI sub nomine Ps, parvifolii
Grisb. ab ipso inscripta, sed in diagnosi Ps. parvifolii nequaquam adhibita. Cl. WRIGHT
plantam sub nomine » Pimenta parvifolia Wr.« ad cl. GrisErAcHıum missam verum Ps.
parvifolium sistere ratus speciem antecedentem iterum descripsit.
e. Alabastra apice aperta, Sepala initio brevissime v. breviter libera, posterius usque
ad staminum insertionem secedentia. Ovarium 2-loculare.
15. P. Guayabita Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 581 et in Sagra’s
Cuba X. p. 277; Berg! in Linnaea XXX. 703; Grisb.! Cat. 91 (cum var.
oblongata et angustifolia); Sauv. Cub. 45.
Guajava guajabita O. Ktze. Rev. I (1891). p. 240.
Guayabo del Pinar v. Guayabita del Pinar Cub. ex Rich. et
Sauv.
570 L Urban.
Habitat in Cuba: Wright n. 2436, 2436*, in Vuelta de Abajo:
Valenzuela.
f. Sepala ante anthesin libera; ovarium 2-loculare,
16. P. calycolpoides Grisb.! Pl. Wright. (1860). p. 185 et Cat. 91;
Sauv. Cub. p. 45.
Habitat in Cuba: Wright n. 1495, 1196 (formae inter sese paullo
diversae).
Obs. Calycis lobi 4, ut videtur, in alabastris jam plane discreti et posterius parum
v. vix profundius secedentes sicut in specie sequente transitum ad Myrtum offerunt.
17. P. Wrightii Kr, et Urb. ramis hornotinis pilis brevissimis pa-
tentibus v. patulis albidis vestitis; foliis 2—2,5 mm longe petiolatis ovali-
bus v. ovatis apice rotundatis v. plerumque subemarginatis, basi truncatis
v. obsolete cordatis 2,5—3 cm longis, 4,5—2 cm latis, dimidio usque fere
duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra superne prominulo,
inferne planiusculo, lateralibus subtus vix v. parum, supra magis pro-
minulis et obsolete anastomosantibus, punetis glandulosis supra parum,
subtus paullo magis prominulis crebris, sed parcis tantum pellucidis, mar-
gine integris, rigide coriaceis; pedicellis glabris 4,5—2 cm longis; se-
palis 4, majoribus ovatis fere 3 mm longis, minoribus vix supra 2 mm
longis triangulari-semiovalibus; ovario glabro 2-loeulari, loculis 9—10-
ovulatis.
Psidium cordatum var.? parvifolium Grisb.! Cat. (1866). p. 91.
Psidium? cordatum Sauv. Cub. (1875). p. 44.
Rami hornotini teretiusculi v. superne obtuse angulati. Folia in specimine
nostro plus minus alterna, nervis lateralibus 6—8 sub angulo cr. 60 ? abeuntibus ante
marginem manifeste conjunctis, praeter puncta glandulosa subtus minutissime punctu-
lata, supra ad et inferne juxta nervum medium et praesertim ad petiolos brevissime
albido-pilosa, nitida, subtus glabra opaca, margine plus minus recurvata. Pedicelli
(in connexu cum planta mihi non visi) »summi aggregati« (ex Gnisp.), compressiusculi
glabri; prophylla decidua. Sepala (post anthesin visa) verisimiliter ab initio usque
v. fere usque ad staminum cyclum libera et posterius non profundius soluta, basi lata,
apice obtusa v. rotundata, coriacea utrinque glabra glandulis subpellucidis notata, ad
staminum insertionem breviter et dense pubescentia. Ovarium obovatum extrinsecus
et vertice glabrum; ovula in quoque loculo placentis prominulis et inter sese connatis
2—3-seriatim affixa.
Habitat in Cuba: Wright n. 2455.
Obs. Psidium amplexicaule Pers. (Ps. cordatum Sims) ramulis glabris, foliis pluries
majoribus breviter ovatis supra vix nitentibus non pellucido-punctatis, nervis supra non
prominulis, floribus pluries majoribus, calyce in lobos irregulares soluto intus brevissime
piloso, ovario (in flore unico examinato) 3-loculari toto coelo diversum est.
Species nomine tantum nota, oblivione digna.
Psidium aromaticum Knox Cat. (1857). p. $7, non Aubl. — St.
Thomas.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, Il. 571
IV. Calyptropsidium Berg.
48. C. Sintenisii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII(1890). p. 280. fig. 10
et tab. 15. fig. B.!
Arbor 5—8 m alta; fruct. obscure virid.
Habitat in Puerto-Rico in silva primaeva Sierra de Luquillo a monte
Jimenes ad cacumen montis Yunque 1300 m alt.: Sintenis n. 1347.
Obs. Valde affine speciei sequenti, sed glabritie, foliis duplo majoribus chartaceis
minus v. vix acuminatis, pedicellis longioribus et verisimiliter floribus multo majoribus
diversum. Prius in statu fructifero tantum, posterius in florifero solum cognitum.
19. C. Sartorianum Kr. et Urb.
Mitranthes Sartoriana Berg! in Linnaea XXIX (1858). p. 248.
Calycorectes protractus Grisb.! Cat. (1866). p. 284; Sauv. Cub. p. 40.
Psidium Sartorianum Niedenzu! in Engl. u. Prantl Nat. Pfl.-Fam. HI. 7
(1895). p. 69.
Frutex 3-metralis, habitu omnino Psidii e grege cubensium. Calyx supra
ovarium non cupuliformi-productus; sepala sub anthesi calyptratim conjuncta, ca-
Iyptra latere altero ovario longe adhaerente, caeterum circumcirca lobulos calycis
(partis staminiferae plerumque plus minus incisae) relinquente. Petala (in alabastro)
evoluta 5 subinaequalia, non ut cl. GRISEBACH indicat nulla. Ovarium 2—93-loculare;
ovula in quoque loculo 40—145, placentis bilamellatis recurvatis affixa.
Habitat in Cuba occidentali prope Hanabana: Wright (a. 1865)
n. 3557; — praeterea in Mexico prope Mirador: Sartorius.
Obs. Ob calycis structuram generi Calycorectis omnino alienum.
V. Pimenta Lindl.
Pimenta Lindl. Coll. (1821) in textu ad tab. 19; Berg Handb. Pharm. Bot.
5 edit. vol. 1 (1855). p. 558 et in Linnaea XXVII. p. 422. — Myrti v.
Caryophylli v. Eugeniae spec. auctorum.
Flores 4-meri. Stigma peltato-convexum, stylo duplo crassius,
obliquum v. subverticale. Ovarium 2-loculare; ovula in quoque loculo
solitaria, rarissime casu bina, e funiculo sub apice dissepimenti prodeunte
pendula. Embryo 2—2!/,-spiralis. — Species unica.
20. P. officinalis Lindl. foliis parum variabilibus, 10—20 mm longe
petiolatis, ovalibus usque elliptieo- oblongis, utrinque saepissime sub-
aequaliter angustatis v. ad basin paullo magis protractis, apice obtusis
el saepius subemarginatis, raro rotundatis, nervis tertii ordinis tenuiter
anastomosantibus v. obsoletis; floribus semper 4-meris, minoribus; sepalis
apice rotundatis, calycis tubo supra ovarium breviter v. brevissime pro-
ducto; petalis 4,8—9,5 mm longis; ovario extrinsecus pulverulento- v.
breviter sericeo-incano; baccis breviter globulosis usque globoso-piri-
formibus, 4—6 mm longis, 4—6,5 mm diametro, 2-, raro | -spermis.
Myrtus Pimenta Linn. Spec. plant. I. edit. I (1755). p. 472; Ortega
Hist. nat. de la Malagueta ó Pimienta de Tavasco, Madrid 1780, 54 p. (quoad
plantam Mexicanam); Sw. Obs. p. 202; Plenck Icon. Plant. med. IV. p. 70.
572 I. Urban.
t. 375! (icon mala); Willd.! Spec. II. 975 et herb. n. 9581; Lun. Jam. II.
66; Spreng.! Syst. II. 484; Hayne Arzn. Gew. IX. t. 57! (var. a longifolia
et B brevifolia); Descourt. Fl. Ant. II. p. 291. t. 215 (sed flor. 5-mer.);
Nees Plant. medic. II. t. 998 !; Guimp. u. Schlecht. Pharm. Gew. I. p. 181.
t. 967; Woodv. Medic. Bot. III. p. 541. t. 194!
Myrtus Pimento Sandm. Flor. Jam. in Linn. Amoen. Acad. V (1759).
p. 979 (nomen tantum); Gaertn. Fruct. I. p. 185. t. 58. f. 1! (sed calyce
erronee à-crenato); Tuss. Flor. Ant. IV. p. 32 (p. p.). t. 42. fig. color.! (sed
flore erronee ö-mero).
Caryophyllus Pimenta Mill. Gard. Dict. VIII edit. (1768) n. 2 ex Ind.
kew. I. 447.
Myrtus cytrifolia. Poir. in Lam. Enc. IV (1797). p. 410 (ex synon. et
deser.).
Myrtus Pimenta var. longifolia Sims Bot. Mag. XXIX (1809). t. 1256!
(sed character generis et flores in icone 5-meri ad Amomis spectant).
Eugenia Pimenta DC. Prodr. III (1828 )- p. 285 (cum var. a. longifolia
et B. ovalifolia, excl. descr. embryonis ); Mayc. Barb. p. 212; Rich. Ess. Fl.
Cub. p. 592 et in Sagra's Cuba X. p. 284; Macf. Jam. II. 125; Berg
Charakt. Arzn. Pl. p. 94. t. 64. f. 469!
Pimenta officinalis Lindl. Coll. (1821 ) in textu ad tab. 19 ; Berg! Handb.
Pharm. Bot. III. edit. I. (1855). p. 359 (cum var. a. longifolia! . y. ovali-
folia !, à. tenuifolia, e. Tabasco, non var. D. Cumanensis) et in Linnaea XXVII.
p. 422; A. Gray ap. Grisb. Pl. Wr. p. 183; Hemsl. Biol. I. 409 ; Kiaersk.
in Bot. Tidsskr. XVII. p. 289; Niedenzu in Engl. u. Prantl. Nat. Pflanzen-
Fam. IIT. 7. p. 72 et fig. F—H in p. 71.
Pimenta vulgaris Lindl. in Loud. Encycl. (1829) p. 418; Wight Illustr.
Ind. Bot. II. p. 412—143 (sub Piminta) t. 97* or 122. f. 7!; Walp. Rep. V.
p.736; Grisb.! Flor. 240 et Cat. p. 94; Gard. and Brace Bah. p. 981 ;
Hitche. Bah. p. 85.
Myrtus Tabasco Schlecht. et Cham. in Linnaea V (4850). p. 559 ; Schlecht.
ibid. XIII. p. 414 fer descr.), — non’ Willd.
Pimenta aromatica Kostel. Allg. med. pharm. Fl. IV (1855). p. 1525.
Eugenia, micrantha Bertol. Flor. Guat. ( 1840) p. 22 et Act. Bon. 1840
p. 422 (ex Berg).
Pimenta communis Benth. in Benth. et Hook. Gen. I (1867). p. 717.
Pimenta acris Duth. in Hook. Fl. Ind. II ( 1879). p. 412 (ex nom. vern.),
non Wight.
Pimenta Pimenta Cockerell in Bull. Torr. Bot. Club XIX (1892). p. 95.
Myrcia Pimento Solander Msc. in herb. Banks ap. Sims l. c.
Caryophyllus aromaticus americanus, lauri acuminatis foliis Pluk. Alm.
(1692) p. 88. t. 155. f. 4!
Myrtus arborea aromatica foliis laurinis Sloane Cat. (1696) p. 161 et
Hist. II. p. 76. 1.191. f. 41; Hugh. Barb. p. 145. t. 10*!
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 573
Caryophyllus 2. foliis oblongo-ovatis glabris alternis P. Br. Jam. (1756).
p. 247.
Piper Jamaicense Herb. Blackw. cent. IV (1760). t. 585!
Pimienta Malaguetta v. Toute Epice v. Poivre de la Ja-
marque Cub. ex Rich.; Pimiento Cub. ex Eggers, Piementa v. Ja-
maica-pepper-tree v. All-spice-tree Jam. ex Sloane etc., Pimento
Jam. ex P. Br.; Bay Berry Tree Barbad. ex Hugh.; Poivre de la
Jamaique, Myrte Piment, Myrte toute-épice, Bois d'Inde,
Boisz amour Antil. gall. ex Descourt.; Pimienta de Tabasco Mexic.
ex Schiede ap. Schlecht. et Cham., Xocoxochitl Mexic. (Hernand.) ex
Ortega, et Schlecht.
Arbor 3—40 m alta, Flor. April. — Aug., sed etiam Jan.
Habitat in Cuba: E. Otto n. 205, Sagra n. 297, Wright n. 479, ad La
Clarita 800 m alt.: Eggers n. 5182; Jamaica e. gr. ad Bellevue 1500 m
alt., in Blue Mountains ad St. Andrews: Alexander, Eggers n. 3771, Read,
Bot. Dep. Herb. (W. Cradwick etc.) n. 5041, 5049*, 5042®; — praeterea in
Mexico prope Mapilque in sylvis umbrosis: Schiede ex Schlecht. et Cham.,
Gostarica in monte Aguacate: Oersted ex Berg; cult. in Ind. occid.,
Costarica: Hoffmann n. 405, 745, Ind. orientali.
Obs. I. Opinio populi Jamaicensis arbores hujus speciei esse masculinas aut femi-
neas, a cl. P. Browne l. c. omnino negatur, a cl. Swartz (Obs. p. 202) contra affirmatur.
Ex cl. MacrApyeN arbores hermaphroditae omnino fertiles et aliae cum androeceo magis
evoluto et gynaeceo minore steriles inveniuntur.
Obs. II. Quomodo autores et inter eos optimi Amomis et Pimenta tum in descrip-
tionibus tum in iconibus iterum iterumque confundere potuerint, jam ob characteres in
specierum diagnosi indicatos ne de ovulis embryoneque dicam incredibile est.
VI. Amomis Berg.
Amomis Berg Handb. pharm. Bot. 3 edit. vol. I (1855). p. 559 el in Lin-
naea XXVII. p. 416. — Myrti v. Caryophylli v. Myrciae v. Eugeniae v. Pi-
mentae spec. auctorum.
Flores 5-meri. Stigma suboblique punctiforme, stylo supero non
crassius. Ovarium 2-loculare; ovula in quoque loculo 6—7, placentae
peltatae e parte dissepimenti superiore prodeunti ad marginem affixa, late-
ralia subhorizontalia, inferiora pendula. Embryo involuto-spiralis, spira
vix plus quam 4-cyclica. — Species unica.
21. A. earyophyllata Kr. et Urb. foliis valde variabilibus, saepe in
eodem specimine, 4—12 mm longe petiolatis, obovatis, ovalibus, ellip-
ticis v. elliptico-oblongis, apice rotundatis v. emarginatis, interdum bre-
viter acuminatis, utrinque creberrime nervosis, nervis tertii ordinis eleva-
tim reticulato - anastomosantibus; floribus semper 5-meris, majoribus;
sepalis plerumque acutatis, calyeis tubo supra ovarium brevissime v. vix
producto; petalis 3,5—4 mm longis; ovario extrinsecus glabro; baccis
574 I. Urban.
obovatis v. breviter ovalibus, 8—10 mm longis, 5—7 mm diametro, 2—8-
spermis.
Myrtus caryophyllata Jacq. Obs. II (1767). p.4 et Sel. Amer. pict.
p. 75; Descourt. Fl. Ant. III. p. 287. t. 244! , — vix Linn. Spec. I. ed. I
(1753). p. 472.
Caryophyllus racemosus Mill.! Gard. Dict. VIII edit. (1768) n. 5 (specim.
orig. odore aromatico gaudet).
Myrlus Pimenta Ortega Hist. nat. de la Malaqueta 6 Pimienta de Tavasco,
. Madrid 1780, 54 p. (quoad plantam Portoricensem) et tab. ! ; West St. Croix
(1795) p. 290 e loco nat., — non Linn.
Myrtus acris Sw. Prodr. (1788) p. 79 (excl. var. b) et Flor. II. 909
(excl. syn. Pluk.); West St. Croix p. 291; Willd. Spec. II. 975 (non herb.
n. 9568 qui est Eugenia fragrans); Lun. Jam. I. 75; Kern. Hort. semperv.
t. 699 ex Pritz. Icon. ; Colla Hort. Rip. p. 94; Spreng. Syst. II. 487; Nees
Plant. medic. Suppl. t. 90 !
Myrtus aromatica Poir. in Lam. Enc. IV (1797). p. 410 (ex deser.).
Myrtus Pimenta var. latifolia Roxb. Hort. Bengh. (1814). p. 57 ex Wight
el Arn. ; Lodd. Bot. Cab. II. t. 178!
Myrtus Pimento Tuss. Fl. Ant. IV (1827). p. 52 p.p. t. 12. fig. 141—411!
Myrcia acris DC.! Prodr. IIl (1828). p. 245; Mayc. Barb. p. 209;
Hook. im Curt. Bot. Mag. t. 5155! (descript. et icon ovulorum erronea) ;
Macf. Jam. Il. 109 (loculos erronee 1-ovulatos descripsit].
Myrcia pimentoides DC. ! I. c. p. 245 (eccl. syn. Poir.).
Myrtus pimentoides Nees Plant. medic. Suppl. (1855). t. 89!
Eugenia acris Wight et Arn. Prodr. Fl. Ind. or. I (1854). p. 554; Walp.
Rep. II. 182 (excl. syn. nonn. ).
Pimenta citrifolia Kostel. Allg. med. pharm. Fl. IV (1855). p. 1525.
Pimenta acris Kostel. Allg. med. pharm. Fl. IV (1853). p. 1526; Wight
Illustr. Ind. Bot. IT (1858—48). p. 15. t. 97* or 122. f. 6! (sub Piminta);
Walp. Rep. V. 756; Grisb.! Flor. 241 (cum var. a. et 8. pimentoides); Egg.
St. Croix p. 148 et St. Croix and Virg. Isl. p. 52; Bello! Ap. I. 270;
Stahl! Est. IV. 71; Gard. and Brace Bah. 581 ; Kiaersk. ! in Bot. Tidsskr.
AVII. p. 288; Niedenzu! in Engl. u. Prantl Nat. Pflfam. IIl. 7. p. 72 et ic.
D. E. in p. 74; Kew Bull.! n. $1. p. 252; Krug Ic. t. 256!
Amomis acris Berg! Handb. Pharm. Bot. III. edit. I (1855). p. 559
(cum var. a. parvifolia!, B. grandifolia !, y. obtusata!) et in Linnaea XXVII.
417; Grisb. Kar. p. 65.
Amomis Pimento Berg! Handb. Pharm. Bot. l. c. p. 559 (cum var.
a. Surinamensis ex descr. p. 540 et 8. Jamaicensis !) et in Linnaea XXVII.
p. 418 (eacl. syn. Willd.).
Amomis pimentoides Berg Handb. Pharm. Bot. l.c. p. 540 et in Lin-
naea XXVII. p. 420 (ex descr., excl. syn. Lam.) ; Grisb. Kar. p. 65.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 575
Amomis oblongata Berg! Handb. Pharm. Bot. l. c. p. 940 (cum var.
a. occidentalis p. p.! et B. orientalis ex descr.) et in Linnaea XXVII. p. 421.
Pimenta officinalis p. Cumanensis Berg! Handb. Pharm. Bot. III.
edit. I (1855). p. 539 et in Linnaea XXVII. p. 424.
Pimenta vulgaris Grisb. Kar. (1857). p. 65; Bello! Ap. I. p. 270;
Stahl Est. IV. 75; Krug Ic. t. 255. f. à!, — non Lindl.
Pimenta Pimento Grisb.! Flor. (1860). p. 244.
Myrcia coriacea var. Jacquiniana Grisb. Cat. (1866). p. 86 (ex numero
Wright.), — non Grisb. Flor. p. 254.
Pimenta acuminata. Bello Ap. I (1881). p. 270; Stahl Est. IV. p. 75;
Krug. Ic. t. 255. f. 2!
Myrtus cotinifolia Willd. Herb. n. 9579! ap. Berg in Linnaea XXVII.
p. 418.
Myrtus Tabasco Willd. Herb. n. 9580! ap. Berg l c. p. 424, — non
Schlecht. et Cham.
Myrtus Pimenta ovalifolia Wall. Cat. 3624 p. ex Nees l. c.
Myrtus Pimenta rotundifolia Wall. Msc. ap. Berg l. c. 421.
Caryophyllus aromaticus Americanus folio et fructu oblongo polyspermo
Pluk. Alm. (1692). p. 88. t. 155. fig. 2!
Caryophyllus 4. foliis oblongo-ovatis oppositis P. Br. Jam. (1756).
p. 247.
Achourou Carib. ex Descourt.; Bois d'Inde v. Bois haut-goüt
Antill. ex Descourt.; Bay Rum Tree, Wild Cinnamon, Bay Berry
Tree Baham. ex Gard. et Brace; Wild Cinnamon v. Wild Clove tree
Jam. ex P. Br. et Macf., Ausü v. Auzü v. Guayavita v. Limoncillo
‚v. Malagueta v. Pimienta malagueta Portor. ex Bello, Krug, Stahl et
Sin; Bayleaf v. Black Cinamom inc. St. Croix ex Egg. et West,
Naked-boy Nigrit. inc. St. Croix ex West; Bay Berry Tree Antig. ex
Sw.; Bois d'Inde Guad., Martin. el Grenad. ex l'Hermin., Duss, Lunan;
Bay-tree Vincent. ex Smith; Tabasco Venez. ex Humboldt.
Frutex v. arbor 3—15 m alta, fruct. maturis paene nigris. Flor. Apr.—Aug.,
fruct. m. Sept.
Var. B. grisea Kiaersk. foliis subtus brevissime et adpresse pilosis,
demum glabrescentibus, inflorescentiis plus minus puberulis v. tomento-
sulis, ovario extrinsecus dense ineano-tomentoso.
Pimenta acris var. grisea Kiaersk. ! in Bot. T idsskr. XVII (1890). p. 289.
Amomis oblongata var. a. occidentalis p. p. Berg! Handb.. Pharm. Bot.
III. edit. I (1855). p. 340 et in Linnaea XXVII. p. 421.
? Pimenta vulgaris Egg. St. Croix (1876) p. 118 et St. Croix and Virg.
Isl. p. 42, — non Lindl.
Pimenta Pimento Bello! Ap. I (1881). p. 270; Stahl! Est. IV. 72;
Krug Ic. t. 255. fig. 11, — non Grisb.
Pimenta acris Kiaersk.! l. c. p. 288 p. p.
576 l. Urban.
Limoncillo v. Malagueta v. Pimienta Porlor. ex Bello, Gundl.,
Sint., Stahl; Cinnamon-Bush in St. Croix et ins. Virg. ex Egg.
Flor. m. Jun., Jul.
Habitat in Cuba: Sagra n.300, Wright n. 2443; Jamaica: Alexander;
Sto. Domingo ex auct. veter. et Grisb.; Puerto-Rico in sylvis pri-
maevis prope Bayamon, Maunabo, Cayey, Cabo-Rojo, Lares, Añasco, Rincon:
Bertero, Krug n. 438, 440, Sintenis n. 737, 2399, 5061, 5226, 5526, 5648,
6046, Stahl n. 494; Vieques ex Eggers; St. Croix ex Eggers; Bar-
buda: Nicholls; Antigua: Wullschlaegel et ex P. Br.; Gu adeloupe in
alt. 250—400 m: Duchassaing, Duss n. 2209, P’Herminier, Krauss in hb.
Cand.; Dominica: Imray n. 323, Nieholls n. 38, 108, 109, 441; Mar-
tinique: Duss n. 1940, 1843, Hahn n. 4434, 1510, Isert in hb. Haun.;
St. Lucia: Ramage; St. Vincent in mount Andrews 400 m alt.: Smith
n. 1289*; Barbados ex Hughes et DC.; Grenada ex Lunan; Tobago
prope Frenchfield in sylvis interioribus 470 m alt.: Eggers n. 5533;
Trinidad: Sieber n. 402, Dot. Gard. Herb. n. 1371, 2336, 2336^; prae-
lerea in Venezuela: Bredemeyer, Humboldt in herb. Willd. n. 9580, et
Guyana ex Berg, et cult. in ins. Baham. et in India orientali. — Var. g.
in Puerto-Rico in sylvis montanis prope Bayamon, Caguas, Sierra de
Luquillo in monte Jimenes, prope Los Mameyes ad Playa grande, prope
Adjuntas, Mayagüez: Bertero n. 396, Eggers hb. pr. n. 1349, Gundlach in
herb. Krug n. 680, Schwanecke, Sintenis n. 1245, 4390, 4192, Stahl
n. 493; ins. Virginicae et St. Groix ex Eggers (deest in herb. Haun.);
Tortola: Eggers n. 3196 (herb. Haun.)
Obs. I. Ut cl. Kiaknskou |, c. rectissime animadvertit, species Bergianas et Grise-
bachianas ne sub titulo varietatum quidem defendendae sunt.
Obs. II. Quibus characteribus formae microphyllae a Myrcia panniculata et ab Eu-
genia fragrante discernendae sint, in observatione speciei priori adjecta invenies p. 579.
Obs. III. Specimen Swanrzit originarium in herb. Holm. deest; aliud ejusdem
herbarii a cl. Swanrz in Jamaica collectum et hoc nomine (non ab eo ipso) determinatum
est Eugenia fragrans Willd.
VII. Mitranthes Berg.
22. M. Ottonis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 316 et XXX.
p. 700; Grisb. Cat. 86; Niedenzu! in Engl. u. Pranil Nat. Pflanzenfam. IH.
7 (1895). p. 72.
Myrcia coriacea var. acutifolia Grisb. Cat. (1866) p. 86 (ex specim.
herb. Brem.).
Calyptranthes Ottonis Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875) p. 40. +
Chytraculia Ottonis O. Kize. Rev. I (1891). p. 258.
Habitat in Cuba: Ramon de la Sagra, Wright n. 2419, ad ripam
amnis S. Juan m. Maio flor.: Otto n. 972.
23. M. Eggersii Niedenzu in Engl. et Prantl, Nat. Pflanzenfam. HI,
7 (1895). p. 72.
Lith. Anst. Julius Kiinkhardt, Leipzig.
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Verlag v.Wilh.Engelntann Leipzig.
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» 50 '» » » » » » » D » T» » 8S0 » 1.50.
» 60 » » » » D » » 7.20, gi » » 80 » 1.80.
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» 80 » » » » » » » 9.60, » » Uo» 80 » 2.40.
» Ou » » » » » n » 10.80, » » » 80» 2.10.
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bücher« werden an den Herausgeber, Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in
Berlin W. Motzstrasse 89 erbeten. Im Interesse einer raschen und
sicheren Veröffentlichung liegt es, dass dieManusecripte völlig druckfertig
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Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Vorlesungen über Bacterien
von
A. de Bary
Professor a, d. Universität Straßburg.
Zweite verbesserte Auflage.
Mit 20 Figuren in Holzschnitt. gr. 8. 1887. .4 3.—.
- Vergleichende Morphologie und Biologie
Pilze, Mycetozoen und Bacterien
von
Dr. A. de Bary
Professor an der Universität Straßburg.
Mit 198 Aeren, gr 8. 1884. geh. M 13.—, geb. M 15—.
Erundzüge der Systematik " speciellen Pflanzenmorphologie
Nach der vierten Auflage
des Lehrbuchs der Botanik von J. Sachs
neu bearbeitet von
Dr. K. Goebel
Professor an der Universität Rostock.
Mit 407 Abbildungen in Holzschnitt. gr. S. 1882. geh. .# 12.—, geb. .4 13.75.
Das reizleitende Gewebesystem der Sinnpflanze.
Eine anatomisch-physiologische Untersuchung
von
Dr. G. Haberlandt
9. 0, Professor der Botanik an der Universität Graz.
Mit 3 lithographirten Tafeln. gr.8. 1890. .4 4.—
Pflanzenphysiologie.
Ein Handbuch des Stoffwechsels und Kraftwechsels in der Pflanze
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Professor an der Universitàt Tübingen.
Zwei Bünde. Mit 82 Holzschnitten. gr. 8. 1881. geh. Æ 18.—; geb. .4 19.75.
I. Band: Stoffwechsel. Mit 39 Holzschnitten. M 8.—.
IL Band: Kraftwechsel. Mit 43 Ten, M 10.—.
Diesem Hefte liegt bei: ein Prospekt über Neuere botanische Werke aus
dem Verlage von Ferdinand Enke in Stuttgart,
Druck von Breitkopf & Hürtel in Leipzig.
EN
Botanische Jahrbücher
für
Systematik, Pflanzengeschichte
und
Pflanzengeographie
herausgegeben
von
A. Engler.
Neunzehnter Band.
V. Heft.
Leipzig
Verlag von Wilhelm Engelmann
b / |
1895. |
A |
Ee ———— ^ e P AC
Ausgegeben den 26. Februar 1895.
Seite
I. Urban, Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Par-
ticula II. (Schluss). .—. EEN dl 577—681
Litteraturberieht.
Benson, M., Contributions to the Embryology of the Amentiferae. Part I. 8
Durand, Th., et H. Schinz, Conspectus florae Africae ou Énumération des
plantes d'Afrique. Vol. V. (Monocotyledoneae et Gymnospermeae) 16
Hesse, R., Die Hypogaeen Deutschlands. Bd. II. Die Tuberaceen und Elaphomy-
GBR“. ie ee N en 13
Karsten, G., Morphologische und biologische Untersuchungen über einige
Epiphytenformen der Molukken . . . . . Dae Vu Let ue, 11
Korshinsky, S., Untersuchungen über die russischen Adenophora-Arten . 14
Schulz, A., Grundzüge einer Entwickelungsgeschichte der Pflanzenwelt Mittel-
europas seit dem Ausgang der Tertiärzeit. . . . . . . . .. ee 1
Tavel, F. von, Bemerkungen über den Wirtswechsel der Rostpilze . . . . 13
Trimen, H., A Handbook to the Flora of Ceylon, containing descriptions of
all the species of flowering plants, indigenous to the Island and Notes
on their History, Distribution and Uses. Part lr, . 7
Eingegangene neue Litteratur. 18—41
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Monographia Juncacearum
von
Franz Buchenau.
Mit 3 Tafeln und 9 Holzschnitten. gr. 8. 1890. æ 12.—.
(Sep.-Abdr. a. Engler's Botan. Jahrb. Bd. XIL)
Untersuchungen
über
mikroskopische Schäume und das Protoplasma.
Versuche und Beobachtungen
zur Lösung der Frage nach den physikalischen Bedingungen
der Lebenserscheinungen
von
0. Bütschli.
Mit 6 lithogr. Tafeln und 23 Figuren im Text. gr. 4. 1892. M 24.—.
Versuch
einer
Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt,
insbesondere der Florengebiete seit der Tertiärperiode
Dr. Adolf Engler
ord. Professor der Botanik an der Universität Kiel,
I. Theil: Die extratropischen Gebiete der nürdlichen Hemisphüre. Mit einer chromo-
lithographischen Karte. gr.8. 1879. 7
II. Theil: Die extratropischen Gebiete der südlichen Hemisphüre und die tropischen
Gebiete. Mit einer pflanzengeographischen Erdkarte. gr. 8. 1882. 4 11.—
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 571
Myrcia splendens Grisb.! Flora (1860) p. 254 p. p. (nempe quoad specim.
Imrayan.), — non DC.
Marlieriopsis Eggersii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 282 et
ic. fig. 414 et tab. 44. fig. A!
Caconier Dominic, er Ramage.
Arbor alta, floribus albis brunneo-tinctis (ex Raum.) v. arbuscula superne
valde ramosa, flóribus albis odoratissimis (ex Duss). Flor. April (ex Ecc.), Jun. (ex Ran.)
Jul., Aug. (ex Duss).
Habitat in Guadeloupe ad Matelyane in Haut Matouba: Duss n. 3463;
Dominica e. gr. ad Sugarloaf prope Prince Ruperts: Eggers herb. pr.
n. 1064, ed. Toepff. n. 723, Imray n. 100, Ramage; St. Vincent in mon-
tibus ad St. Andrews 660 m alt.: Smith n. 1751.
Obs. In speciminibus Vincentinis calyx sub anthesi plerumque in lobos binos so-
lutus v. etiam integer in calyptram circumseissus observatur , quam ob rem genus Mar-
lieriopsis Kiaersk, asservari non potest.
VIII. Campomanesia R. et P.
24. C. aromatica Grisb. Flor. (1860) p. 242 (eccl. syn. Berg. et patr.
Martinique) ; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 279.
Psidium aromaticum Aubl. Guian. I (1773). p. 495. t. 491! ; Vahl
Ecl. III. p. 50; DC. Prodr. III. 255; Berg in Linnaea X. VII. p. 559 (excl.
syn. Descourt.).
Habitat in Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 29335, praeterea in Guiana.
IX. Myrcia DC.
a. Calyx inter staminum insertionem et ovarium cupuliformi-productus, Ovarium
glabrum subglabrumve.
25. M. panniculata Kr. et Urb.
?? Caryophyllus cotinifolius Mill. Gard. Dict. VITI. ed. (1768) n. 4.
Eugenia panniculata Jacq. ! Collect. TI (1788). p. 108. tab. 5. f. 1!
Myrtus acris var. b. Sw. Prodr. (1788) p. 79.
Myrtus coriacea. Vahl! Symb. II (1791). p. 59; Sw. Flor. H. 912;
Spreng. Syst. V. 487.
Myrtus cotinifolia Poir. in Lam. Enc. IV (1796). p. 410; Descourt. Fl.
Ant. IT. p. 149. t. 105! (eccl. syn. Jacq.).
Eugenia marginata Pers.! Syn. II (1307). p. 28; DC. Prodr. HI. 285;
Berg in Linnaea XXVH. 292.
Eugenia acetosans Poir. in Lam. Enc. Suppl. III (1815). p. 125; DC.
Prodr. III. 283 (excl. patria); Egg. St. Croix and Virg. Isl. 51.
Myrtus marginata Spreng. Syst. IT (1825). p. 488.
Myrtus acetosans Spreng. Syst. II (1825). p. 488 (excl. patria).
Myrcia coriacea DC.! Prodr. III. (1828). p. 245; Mayc. Barb. 208;
Grisb.! Flor. 254 (cum var. Swartziana, Jacquiniana et Imrayana);? Saw.
Cub. p. 40; Egg.! St. Croix p. 117 ei St. Croix and Virg. Isl. 50 (var. Im-
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 37
578 L Urban.
rayana); Stahl! Est. IV. 74; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 256 (cum
variet.) et in Warm. Symb. XXXIX. p. 89; Kew Bull.! Nr. 81. p. 252.
Aulomyrcia Jacquiniana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 69.
Aulomyrcia coriacea Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 70 etl. c. XXX.
p. 662 (var. parvifolia).
Eugenia fragrans Knox Cat. (1857) p. 82 (ex loc. nal.), — non Willd.
? Myrcia coriacea var. reticulata Grisb. Pl. Wr. (1860) p.182 el
Cat. 86 (excl. var. Swarlziana, Jacquiniana et acutifolia).
Aulomyrcia acetosans Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 662.
Eugenia acidula Rich. herb. ex Berg in Linnaea XXX. p. 662.
Eugenia pulchella Rich. herb. ex: Berg. l. c.
Myrtus cotini-folio Plum. Cat. (1705) p. 19.
Myrtus foliis alternis ovatis. Plum. ed. Burm. Pl. Amer. (1759) p. 205
t. 208. f. 27!) (lusus foliis alternis, cf. Poir. in Lam. Enc. IV. 411).
Hoja menuda Portor. ex Stahl; Petit mérisier v. bois de
St. Lucie v. bois Fustet Guadel. ex Duss; Murise chien Domin. ea.
Ramage; Bois mérisier v. bois petite feuille Martin. ex Duss; Bois.
grier in St. Lucia er Ramage; Wild Bay-Berry Tree Barbad. ex
Hughes (et Mayc.). `
Valde variabilis quoad habitum, altitudinem, indumentum, foliorum
formam, magnitudinem, consistentiam, nervaturam folia primum tenuiora
et magis retieulato-venosa saepe postremo erassiora, rigidiora et subavenia
fiunt), inflorescentiae ortum et longitudinem florumque numerum et paullo
etiam quoad magnitudinem florum atque fructuum. Materies ampla ad
varietates condendas mihi nondum sufficit.
Frutex 3—4 m v. arbor 5—18 m alta ligno duro flexibili, inflorescentiis
plerumque sanguineis, floribus albis, fructibus rubris, demum nigrescentibus.
Flor. Maio—Jul., fruct. Jul.
Habitat in Guba?: Wright n. 1199, 1204 (nec flores nee fructus vidi) ;
Haiti: ex Persoon, Plumier et Grisebach; in Puerto-Rico in fruticetis
litoralibus et sylvis umbrosis prope Bayamon, Cayey, Aybonito, Rincon,
Manati: Plée n. 900, Riedlé, Sintenis n. 2079, 2098, 2317, 5553, 6761,
Stahl n. 499; St. Thomas in sylvis altis »Crown« 500 m alt. : Eggers ed.
Toepff. n. 755; St. Jan 300 m alt.: Eggers n. 3141; St. Croix in Mount
Eagle: Richard; Antigua: Wullschlaegel n. 217; Guadeloupe in
reg. inf. et media 410—600 m alt.: Bertero, Duss n. 2199, 2207, 2724, 3449,
3516, 3517, L'Herminier, Perrottet n. 244 ; Dominica: Imray, Ramage,
eirca Grande Soufriere 750 m alt.: Duss n. 204 ; Martinique in regione
infera et media: Aquart, Duss n. 192, 1260; St. Lucia: Ramage; St.
Vincent a mari usque ad 500 m alt. in fruticetis et sylvis: Eggers n. 6796,
Smith n. 338, 851, 1802; Barbadoes, in sylva Turner's Hall Wood: Eggers
n. 7147 ; — praeterea Brasilia ex Kiaersk.
1) Haec figura eliam Eugeniam fragrantem Willd. offerre posset.
d
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 519
Obs. I. Ob materiem nimis mancam non sine dubio Myrciam coriaceam var. reti-
culatam foliis valde reticulato-nervosis insignem huc laudavi (Wright n. 4199, 1201). E
caeteris numeris Wrightianis a cl. GnisEsAcu huic speciei adscriptis est n. 2421 teste hb.
Grisb. p. p. Eugenia cristata Wr. et Sauv., p. p. Myrcia Valenzuelana Grisb. (forma
parvifolia, fructifera), n. 2443 ex herb. Bremen. Amomis caryophyllata Kr. et Urb.,
n. 2419 ex herb. Bremen. Mitranthes Ottonis Berg, — n. 2420, 4497, 4498 mihi non visi
et in herb. Gotting. desiderati.
Obs. II. Ad nonnullas hujus speciei formas Eugenia fragrans et formae Amomis
caryophyllatae microphyllae habitu simillimo tam arcte accedunt, ut primo intuitu vix
v. ne vix quidem discernendae sint, Re vera autem toto coelo differunt: Myrcia panni-
culata tubo calycino supra ovarium cupuliformi-producto, ovario extrinsecus glabro
subglabrove plerumque 3-loculari, ovulis in quoque loculo 2 e basi ascendentibus,
cotyledonibus contortuplicatis, radicula aequicrassa circuitum cotyledonum 1/59—3/,
cingente iisque sigmoideo-incumbente, Eugenia fragrans tubo calycino supra ovarium
non producto, ovario extrinsecus fere semper albo-sericeo 2-loculari, ovulis in quoque
loculo 9—22, placentae laminuliformi e dissepimenti parte superiore prodeunti pluri-
seriatim extrinsecus affixis, cotyledonibus subplanis sibi accumbentibus, radicula aequi-
crassa circuitum colyledonum 1/;—1/, cingente iisque plus minus incumbente non sig-
moidea raro perbrevi, Amomis caryophyllata tubo calycino supra ovarium brevissime v.
vix cupuliformi-producto, ovario extrinsecus glabro v. in var. incano-sericeo 2-loculari,
ovulis in quoque loculo 6—7 placentae peltatae e parte dissepimenti superiore pendenti
ad marginem insertis, cotyledonibus minimis sibi accumbentibus, in centro embyronis
obviis, radicula monocyclica crassissima colyledonibus multoties longiore.
26. M. androsaemoides Kr. et Urb.
Aulomyreia androsaemoides Berg in Linnaea XXX (1861). p. 661.
var. B. parvifolia Kr. et Urb. foliis 3—5 mm longe petiolatis ovatis
v. subanguste ovatis, 4—6,5 cm longis, 2—2,5 em latis, subtus crebrius
pellueido-punctatis.
Habitat in insula Cayenne: Richard. — Var. in Trinidad ad op-
pidum Arima et in sylvis ad Caroni m. Nov., Dec. flor.: Eggers ed. Toepff.
n. 1096, ed. Rensch n. 1137.
Obs. Habitu M. panniculatae, quae foliis brevius petiolatis rotundatis v. obovatis,
nervo medio supra manifeste prominente, punctis pellucidis multo parcioribus, inflores-
centiis magis corymbosis, bracteis supremis pluries longioribus, floribus dimidio
majoribus differt.
27. M. Valenzuelana Grisb.! Cat. (1866). p. $6; Sauv. Cub. 40.
Eugenia Valenzuelana Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 595 el in Sagra
Cuba X. p. 284.
Aulomyrcia Sagraea Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 655.
Myrcia coriacea var. Swartziana Grisb.! Cat. (1866). p. 86 p. pẹ, —
non Grisb. Flor.
Pimienta Cub. ex Rich. v. Pimiento cimarron Cub. ex Wr.
el Sauv.
Habitat in Cuba: Wright n. 1498 p. p., 2421 p.p., 2442, locis humidis
partis occidentalis Vuelta de Abajo m. Dec. flor.: J. M. Valenzuela.
Obs. I. Non Ricuanp qui genus Myrciae ab Eugenia separare noluit, sed GRISEBACH
plantam generi Myrciae primum adscribens est autor nominis antepositi.
37*
580 L Urban.
Obs. Il. A M. coriacea var. reticulata Grisb. praesertim foliis glabris, in sicco
ubtus sordide maculatis, nervo medio supra plus minus impresso, lateralibus (ipsis)
upra crassioribus distinguenda; an specifice satis diversa?
28. M. dumosa Kr. et Urb. ramulis hornotinis ad apicem pilis minu-
tissimis adpressis obsitis, plerumque mox glabrescentibus; foliis 3—5 mm
longe petiolatis, obovatis v. subanguste obovatis, apice obtusis v. bre-
vissime et obtusissime acuminatis, ad basin cuneatis, 3—7 em longis,
1,5—3 em latis, dimidio usque vix duplo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra canaliculato-impresso, lateralibus” utrinque prominulis
et plus minus manifeste reticulato-anastomosantibus, subtus creberrime
punetatis, glabrescentibus v. glabris, subcoriaceis; inflorescentiis multi-
floris corymbosis folium subaequantibus v. superantibus, bracteis deciduis;
floribus subsessilibus; calyeis tubo extrinsecus glabro subglabrove, supra
ovarium cupuliformi-producto, sepalis semiorbieularibus v. triangulari-
semilunaribus; petalis 2,5 mm longis; baccis globosis, 8—19 mm diam.
Aulomyrcia dumosa Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 656.
Goyavier petites feuilles v. Goyavier montagne Guad.ex Duss.
Arbuscula erecta, 2—3 m alta, ligno duro. Rami vetustiores cinerei v. sub
cortice dehiscente et delabente brunnei, hornotini compressi. Folia nervis lateralibus
8—12 sub angulo 60—70? abeuntibus ante marginem conjunctis, supra obscure viridia
nitidula non v. obsolete impresso-punctata, subtus punctis creberrimis manifestis pro-
minulis, serius non pellucidis nolata, juniora subtus ad nervum medium v. utrinque
brevissime pilosula, serius glabrescentia. Inflorescentiae exaxillisfoliorum mediorum
v. supremorum prodeuntes 20—40-florae, 4—7 cm longae; pedunculus 2—3,5 cm longus
compressus; ramuli inferiores divisi sicut superiores in cymam 3-floram abeuntes
glabrescentes; pedicelli subnulli v. florum lateralium specie usque 8 mm longi, re vera
autem ramulum sistentes; prophylla ovato-oblonga cr. 0,3 mm longa decidua. Ca-
lycis tubus turbinatus, glanduloso-punctatus; lobi 5, raro 4 inaequales, apice rotun-
dati v. subtruncati, majores 0,6—0,8 mm longi, 4,5—1 ,8 mm lati, minores 0,4—0,6 mm
longi, 4—1,5 mm lati, omnes subcoriacei, extrinsecus subglabri, intus minutissime
sericei. Petala alba suborbicularia apice rotundata membranacea integra v. hinc
illinc nonnulla irregulariter denticulata et ovata, dorso quoad non obtecta brevissime
pilosula, nervis e basi 3—5, glandulis parum conspicuis, Stamina numerosa ; antherae
rotundalae. Stylus 4—4,5 mm longus praesertim ad et supra medium breviter ad-
presse pilosus, ad apicem attenuatus; stigma parvum, Ovarium vertice glabrum,
2-loculare; ovula in quoque loculo 2 e basi adscendentia, Bacca »rubescens« den-
sissime elevatim glanduloso-punctata, pericarpio tenui. Semina plerumque 2, semi-
globosa, testa brunnea nitida elastica. Radicula elongata, embryonis partes 4/,
cireumcingens et praeterea Supra insertionem geniculato- v. sigmoideo- inflexa ;
cotyledones liberae contortuplicatae.
Habitat in Guadeloupe in sylvis et locis siccis saxosis calidis 100—
850 m alt., e. gr. Grande Découverte, Houelmont, m. Jun., Jul. flor.: Duss
n. 2727, 3206, 3207,3515; Martinique: Dussn. 1950; St. Lucia in Fonds
St. Jacques 600 m alt.: Ramage; praeterea in Guiana Gallica: Richard.
Obs. Habitu formis quibusdam M. panniculatae praesertim var. Imrayanae Grisb.
simillima, quae tamen nervo foliorum medio supra prominente, punctis subtus mullo
parcioribus, sepalis majoribus, ovario plerumque 3- -loculari, seminibus 3—4, radicula
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 581
breviore ad insertionem non serpentina, colyledonibus minus contortuplicatis facile
distinguenda.
29. M.? Gundlachii Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis glabris v. ad
apicem pilis pareissimis brevissimis adpressis obsitis; foliis 3—4 mm longe
petiolatis, obovatis v. obovato-oblongis, apice rotundatis, ad basin cuneatis,
3,5—4,5 em longis, 1,5—2 em latis, 2—2!/,-plo longioribus quam latiori-
bus, ad nervum medium supra subsulcatis, sed ipso non v. vix impresso,
lateralibus dense retieulato-anastomosantibus, utrinque praesertim subtus
prominentibus, crebro et ratione grosse pellueido- punetatis, utrinque
glabris, rigidis coriaceis; infloreseentiis pannieulatis v. minoribus sub-
racemosis paucifloris; ovario 2-loeulari, ovulis in quoque loculo solitariis.
Rami vetustiores teretes cine ascentes, hornotini brunnei plus minus compressi.
Folia nervis lateralibus 8—10 su» angulo 60—70? abeuntibus subrectis, aliis minus
regularibus hine illine interjectis, omnibus ante marginem recurvatum v. revolutum
conjunctis, punctis pellucidis supra subimpressis, subtus prominulis et bene conspicuis,
supra v. utrinque nitidula, subtus in sicco brunnescentia. Inflorescen tiae ad basin
ramorum hornotinorum v. vetustiorum ex axillis hypsophyllorum (an semper?) nascentes
6—135-florae, glabrae, non glanduloso-tuberculatae; bracteae inferiores deciduae,
superiores paullo longius persistentes triangulares v. triangulari-lanceolatae cr, 0,5 mm
longae; pedicelli subnulli v. usque 4,5 mm longi; prophylla minuta. Flores »albes-
centese. Alabastra tantum mihi visa, obovato-turbinata glabra vix 2 mm longa.
Sepala 5, raro ^ inaequalia, exteriora minora, triangularia v. triangulari-semiorbicu-
laria; tubus calycinus supra ovarium cupuliformi- productus, intus glaber. O varii
dissepimentum latere altero liberum et hic ovuligerum, ovulis e basi ascendentibus,
funiculo crasso insidentibus.
Habitat in Cuba in Pinal de los Hondones: Linden n. 1772.
Obs. An propter loculos 1-ovulatos re vera hujus generis, an genus proprium,
floribus adhuc juvenilibus seminibusque deficientibus dijudicare nondum possumus,
30. M. edulis Kr. et Urb. ramulis novellis compressis. pilis bre-
vibus strigosis obsitis sed cito. glabrescentibus; foliis 5—8 mm longe pe-
tiolatis obovatis v. breviter ovalibus, apice rotundatis v. acumine per-
brevi obtusissimo praeditis, basi cuneatis v. obtusissimis et perpaullo in
petiolum protraetis, 6—12 cm longis, 4—7,5 cm latis, cr. dimidio longio-
ribus quam latioribus, nervis lateralibus supra non v. plerumque parum
impressis supra obsolete, subtus manifeste reticulato-anastomosantibus,
utrinque pilis parcis tenuibus obsitis v. glabrescentibus, chartaceis,
pellucido-punetatis; inflorescentiis panniculatis folio brevioribus v. postremo
aequilongis, bracteis persistentibus, floribus subsessilibus v. usque 2 mm
longe pedicellatis; calycis tubo extrinsecus ad basin adpresse piloso, cae-
terum glabro subglabrove, supra ovarium cupuliformi-producto; sepalis
valde inaequalibus, semilunaribus usque breviter orbieularibus; petalis
vix 3 mm longis; baccis globulosis.
Aulomyrcia edulis Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 657.
Arbor 13 m v. ultra alta. Rami vetustiores teretes brunnescentes, hornotini
superne compressi, glandulis parvis brunneis notati. Folia petiolis suberosis, nervo
medio supra profunde impresso, lateralibus 8—10, aliis tenuioribus plerumque inter-
582 |, Urban.
jectis sub angulo 60—700 abeuntibus supra tenuibus, subtus bene prominentibus 2,5—4
mm ante marginem conjunctis, punctis glandulosis supra non, subtus parum prominulis
brunnescentibus, in sicco supra obscura opaca, subtus brunnea nitidiuseula, margine
plana v. angustissime subrecurva. Inflorescentiae axillares solitariae multiflorae
4—12 cm longae breviter rufo-pubescentes, demum glabrescentes; pedunculi 1—4 cm
longi compressi bracteae triangulares obtusae 4—4,5 mm longae, Calycis tubus obco-
nicus; lobi 4 v. 5 apice rotundali 0,5—2,5 mm longi, margine brevissime ciliati,
extrinseccus glabri, intus breviores sub apice adpresse pilosuli, intimus plerumque
tenuior petaloideus. Petala 5 suborbicularia membranacea, nervo e basi solitario
ramoso. Stamina numerosa; antherae connectivum dorso apice glanduloso-incrassatum,
Stylus glaber 3,5 mm longus superne attenuatus; stigma punctiforme. Ovarium
vertice glabrum, 2-loculare, ovulis in quoque loculo 2 e basi ascendentibus, Bacca
calycis limbi residuis coronata glabra, glanduloso-punctata 10—13 mm diametro.
Habitat in St. Vincent in sylvis supra Buccament valley 400 m alt.
et prope Layru ad Leeward side 330 m alt. et in cacumine St. Andrews
660 malt., m. Jul. flor.; H. H. et G. W. Smith n. 918 (hb. Kew.), 1553, 1733;
praeterea Guiana Gallica: Richard.
Var. 8. Dominicana Kr. et Urb. foliis ovalibus in acumen 1—2 cm
longum obtusiusculum contractis, basi rotundatis, 14—24 em longis, 7—
14 em latis, duplo longioribus quam latioribus; stylo 5 mm longo.
Belle montaigne Dominic. ex Ram., Goyavier bois Guad. ex Duss.
Arbuscula flor, albis. Bacca sphaeroidea v. subdidyma 42—15 mm longa,
15—20 mm lata.
Habitat in Guadeloupe in sylvis Ravine- Chaude: Duchassaing, Duss
n. 3510; Dominica in sylvis Layon, m. Jun. flor.: Ramage (hb. Kew.).
34. M. leptoelada DC.! Prodr. III (1828). p. 244; Grisb.! Flor. 711;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 256.
Aulomyreia leptoclada Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 40 (excl.
syn. Poir.).
Myrcia divaricata Bello Ap. (1881) n. 506; Siahl! Est. IV. 76,—
non DC.
Myrcia Kegeliana Kiaersk.! l. c. (1889). p. 254 (p. p.), — non Berg.
Guayavacon v, Guayabacon Portor. ex Pagan, Sintenis, Stahl,
Bois Guépois Guad. ex Duss.
Frutex 2—4 m v. arbor 5—10 m alla, floribus albis odoratis, bacca (ex STAHL)
»morada« v. (ex Duss) nigra. Flor. Majo—Aug., Nov., Jan., fruct. Mart., Junio, Sept., Oct.
Habitat in Jamaica: Dr. Wright (hb. Kew.); Sto. Domingo: Ber-
tero (hb. Berol. et Cand.); Puerto Rico in sylvis montaniset primaevis prope
Bayamon, in Sierra de Luquillo 500 m, ad Yabucoa, Maricao, Anasco: E gers
s. n., J. B. Pagan in herb. Krug n. 1512, Schwanecke n. 77, Sintenis n.
256, 1052, 1712, 5257, Stahl n. 497; in Guadeloupe 500—800 m. alt.:
Duchassaing, Duss n. 2204, 3514, l'Herminier; Dominica: Eggers hb. pr.
n. 991; Martinique in montanis Trois ilets Diamant: Duss n. 193; St.
Vincent in montibus prope Calvary ` Anderson (hb. Kew.), Eggers n. 6988,
Guilding (hb. Kew.); in Trinidad in sylvis ad Caroni et las Cuevas:
Grueger n. 213, Eggers ed. Rensch n. 1157.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 583
b. Calyx inter staminum insertionem et ovarium non cupuliformi-productus
(cf. n. 33). Ovarium sericeum.
39. M. splendens DC.! Prodr. HI (1828). p. 244 (excl. var.); Berg!
in Linnaea XXVII. 105 (cum var. obscura, genuina et micropora); Grisb. !
Kar. 67 et Flor. 254 (p. p.) et Pl. Wr. 182 et Cat. 86; Sauv. Cub. 40; Bello!
Ap. n. 508; Stahl! Est. IV. 73; Kiaersk.! in Bol. Tidsskr. XVII. 255; Kew
Bull.! Nr. 81. p. 252; Krug Ic. t. 225, 224!
Myrtus splendens. Sw.! Prodr. (1788). p. 79 et Fl. Ind. occ. IT. 907.
Eugenia, periplocifolia Jacq. Coll. H (1788). p. 108 t. 4!
Eugenia microcarpos Lam. Enc. IH (1789). p. 201 (excl. var. —
e; descr.).
Eugenia divaricata Lam. l. c. p. 202 (quoad syn. Plum., Nicols., patr.
Sto. Domingo et pro parte quoad descript.).
Eugenia laxiflora Poir. in Lam. Enc. Suppl. HI (1815). p. 125 (ex descr;
deest in mus. Florent.).
Myrtus pallens Spreng.! Syst. II (1825). p. 483 (sed descr. cum
specim. orig. parum convenit) — non Vahl.
Myrcia divaricata DC. Prodr. IIT (1828). p. 245 (p. p.J.
Myrcia Sororia DC.! Prodr. III (1828). p. 245; Bello! Ap. n. 507.
Myrcia Sprengeliana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 109.
Eugenia pallens herb. Kunth., — non Poir.
Myrtus foliis laurinis, baccis e caeruleo nigris Plum. Cat. (1705). p. 18.
Myrtus foliis ovato-lanceolatis Plum. ed. Burm. Amer. (1759). p. 202 1.
208 fig. 1!
Rama-menuda Portor. ex Egg. et Sint., Hoja menuda Portor. ex
Bello, Krug, Pagan, Sintenis, Bois baguette Martin. ex Duss, Mérisier
petite feuille Guadel. ex Duch. et Duss.
Variat foliis ovatis usque anguste lanceolatis, plus minus longe acu-
minatis, basi rotundatis v. obtusis, rarius acutis, sed semper breviter
(2—4 mm longe) petiolatis, baccis globulosis, globoso-ovalibus v. obovatis.
Frutex. v. arbuscula 3—8 m v, arbor — 40 m alta, floribus albis v. (ex
LINDEN) roseis, fructibus (ex Sintesis) inilio viridibus, dein albis, maturis nigris v. nigro-
coeruleis v. (ex Kruc, Swartz et SranL) coccineis. Flor. Majo-Sept., fruct. Sept.-Jan.
Habitat in Cuba: Wright n. 170, prope Santiago in monte Libano:
Linden n. 1949; in Jamaica: Wright ex Grisb.; in Haiti in montibus
Furey et prope Morne de l'hópital 1075 m alt.: Picarda n. 828, 846, Swartz
in herb. Holm.; in Sto. Domingo in sylvis 325—1900 m alt. prope Puerto-
Plata, ad Arroyo de la nuez, Altamisa, Jarabacoa, Valle nuevo: Eggers n.
2089, 9438, 2149, 2418, 2679, Schomburgk n. 155*; in Puerto Rico in
sylvis et fruticetis prope Bayamon, Zarzal, Juncos, in Sierra de Luquillo, de
Jimenez, Yahucoa, Hato grande, Cayey, Barranquitas, Utuado, Maricao, Las
Marias, Mayagüez, Afasco, Manati: Bertero, Eggers ed. Toepff. n. 1046,
Gundlach in herb. Krug n. 1476, Krug n. 445, J. B. Pagan in herb. Krug
584 L Urban.
n. 458, 1523, Sintenis n. 253, 1368, 1368^, 2056, 2381, 2475, 2648, 9713,
5034, 5269, 5298, 5996, 6674, Stahl n. 461^, 496, Wydler n. 316; in
St. Thomas: Riedlé (an re vera ex hac insula anne ex Puerto Rico?);
Guadeloupe vulgaris, praesertim locis saxosis calcareis 250—500 m
alt.: Duchassaing, Duss n. 2994, 3513, Forsström in hb. Holm., l'Herminier
(hb. Berol. et Gand.); Martinique: Duss n. 197, Plée n. 672, Sieber
n. 138; St. Lucia: Forster, Ramage; St. Vincent in 330 m alt. usque
ad mare: Smith n. 400; Tobago in sylvis montanis prope Frenchfield :
Eggers n. 5605; Trinidad: Sieber n. 411, 449,
Obs. Icon Plumieriana t. 208 f. 4 sine ulla dubitatione ad hanc speciem pertinet et
ob petiolorum brevitatem formamque foliorum, quae cum speciminibus Picardanis ma-
gnitudine quoque plane conveniunt, et ob formam fructuum (paullo ampliatorum), sed
non ad Myrciam divaricatam Grisb. usque ad hunc diem in Sto. Domingo non col-
lectam, ut autores omnes putaverunt, — Specimen in hort, Paris. sub nomine Myrti lauri-
foliae olim cultum sterile a cl. Lamarck (sub Eugenia divaricata pro parte) descriptum
et in herb. Candolleano! et Parisiensi! asservatum ob glabritiem ramulorum et folio-
rum juniorum, eorum formam ac nervaturam certe non ad nostram speciem pertinet,
verisimiliter ne ad Myrciae quidem genus, sed ad Eugeniam azillarem Willd. Exemplar
Martinicense a cl. Lamarck sub eodem nomine indicatum teste folio musei Parisiensis
verisimiliter Eugenia aeruginea DC. est.
33. M. stenoearpa Kr. et Urb. ramulis hornotinis pilis minutissimis
adpressis vix conspicuis obsitis; foliis 4—6 mm longe petiolatis, ellip-
tico-oblongis v. oblongo-lanceolatis, basi aeutis v. paullum in petiolum
angustatis, apice plerumque satis longe et obtuse acuminatis, 5—7 em
longis, 4,5—2,5 em latis er. 3-plo longioribus quam latioribus, nervo medio
supra prominulo v. inferne subimpresso, lateralibus utrinque aequaliter
prominulis et densissime reticulato-anastomosantibus, crebro pellucido-
punetulatis, crassiuscule chartaceis; inflorescentiis panniculatis multifloris,
ramulis extremis cymulam 3-floram praebentibus, cujus flos intermedius
sessilis, laterales 1—2 mm pedicellati sunt; calycis tubo extrinsecus dense
sericeo-incano, supra ovarium breviter cupuliformi-producto, sepalis semi-
orbicularibus v. breviter orbicularibus; petalis 2—2,5 mm diametro; baccis
oblongis v. ovali-oblongis 5—7 mm longis, 9,5— 3 mm crassis.
Myrcia multiflora Grisb. ! Flor. (1860) p. 254, — non DC.!
Rami vetustiores teretes brunneo-cinerascentes, hornotini compressi, Folia
nervis lateralibus 40—14 sub angulo 65—700 abeuntibus subrectis, aliis paullo tenui-
oribus interjectis, nervo marginali conjunctis, supra nitida obsolete v. vix impresso-
punctulata, glabra, basi et ad petiolum brevissime v. obsolete adpresse pilosula , subtus
pallidiora, prominenti-punctulata glabra. Inflorescentiae ex axillis foliorum supe-
riorum solilariae v. accessoria adjecta binae folia aequantes v. paullo superantes 4—6 cm
longae; pedunculus 4—2 cm longus compressus, sicut ramuli brevissime pilosulus ;
bracteae et prophylla decidua. Calycis tubus turbinatus; lobi 5, raro 4, subaequales
apice rotundati, 0,8—1 mm longi, 1,3—1,5 mm lati, margine ciliolati, utrinque brevissime
adpresse pilosi, glandulis parum conspicuis, Petala suborbicularia apice rotundata,
membranacea, margine obsolete crenulata et ciliolata, dorso quoad non obtecta brevis-
sime pilosula, nervis e basi 3—5, glandulis ad medium paucis. Stamina numerosa.
Stylus 4,5 mm longus subglaber medio subgeniculatus, superne attenuatus, stigmate
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 585
parvo capitato. Ovarium vertice sicut inter staminum 'insertionem breviter pilosum,
3-loculare, ovulis in quoque loculo 2 e basi ascendentibus. Bacca minute tuberculata
et obsolete pilosula, in sicco nigrescens, endocarpio tenui. Semen solitarium inferne
lateraliter sulcatum; testa flavo-brunnea nitida elastica. Radicula elongata plus quam
semen dimidium cingens, praeterea ad insertionem sigmoideo-curvala, subquadrangu-
laris, lateraliter sulcata; cotyledones liberae plicatae et subcontortuplicatae.
Habitat in Trinidad ad St. Anns: Crueger (herb. Kew.), Bot. Gard.
Herb. n. 4294, 1294, 1636, 3636.
Obs. M. multiflora DC. ramulis glaberrimis, pedicellis longioribus, calycis tubo ex-
trinsecus glabro, baccis globosis 2-spermis differt (Herb. Willd. n. 9567! et Candoll.! ;
Eugenia multiflora Rich. mus. Paris.!); M. splendens DC. mea sententia arctius accedit,
i
sed foliis brevius (2—4 cm longe) petiolatis, basi rotundatis v. obtusis, floribus majo-
ribus, baccis globulosis v. obovatis recedit.
34. M. berberis DC.! Prodr. III (1828). p. 254; Miq.! Stirp. Sur.
p. 56; Berg! in Linnaea XXVII. 101 et in Mart. Fl. Bras. XIV. I. p. 170.
? Myrtus divaricata Ham. Prodr. (1825) p. 49 (excl. synon.).
Eugenia paniculaeflora Steud. in Flora 1845. p. 762 (ec Berg).
Myrcia Kegeliana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 99 et in Mart. Fl.
Bras. XIV. I. p. 168 (cum variet.); Kiaersk. in Bot. Tidsskr. XVII. p. 254
(excl. specim. Pagan. J.
Myrcia reticulata Berg! in Linnaea XXVII (1853). p. 101.
Myrcia coumetoides Berg! in Linnaea XXVI (1854). p. 102 (forma
grandifolia, foliis usque 17 cm longis et usque 7,5 cm latis).
Myrcia divaricata Grisb.! Flor. (1860) 254 (excl. syn. Plum., Kunth.
et patria Sto. Domingo) ; ? Kew Bull. n. 81. p. 252, — non DC.
Myrtus Berberis Mart.! Msc. ap. DC. l. c. p. 254.
Goyavier bätard Martin. ex Duss, Gin Dominic. ex Ramage, Bois
Cravier Dominic. ex Eggers.
Species valde variabilis, foliis ovatis usque lanceolatis, breviter v.
longissime aeuminatis, nervis secundariis rectis v. subarcuatis, baccis obo-
vatis, ovalibus v. oblongis, 8—15 mm longis.
Arbuscula 3—7 m alta, floribus albis, fructibus rubris ex (Ramage). Flor.
Maio, Jun.—Aug., fruct. m. Mart.
Habitat in Puerto-Rico in sylvis Sierrae de Luquillo ad montem
Jimenes: Sintenis n. 4822; Montserrat: Ryan (herb. Haun.); in Guade-
loupe 400—950 m alt.: Duss n. 2721, in cacumine de la Découverte
1200 m (forma alpestris): Duss n. 2720, Savane à Mulet: Duss n. 3446 ;
Dominica 600—100 m alt.: Eggers herb. pr. n. 30, 732, 1042, ed.
Toepff. n. 453, Imray n. 339, Nicholls n. 124, 128, Ramage; Martinique
passim in savannis: Duss n. 494, 196, 594, 1249, Sieber Suppl. n. 47; S.
Lucia: Duss; St. Vincent in 500—600 m alt.: Smith n. 1759; Tobago: Gle-
mens n. 28; Trinidad: Sieber n. 220; praeterea in America australi.
Obs. A M. splendens DC. foliis basi plus minus acutis. et petiolis 5—8 mm longis et
forma fructuumque magnitudine facile dignoscenda, Sed specimina Portoricensia foliis
3—4 mm longe petiolatis, basi obtusis v. rotundatis, inflorescentiis depauperatis gaudent,
EN
586 L Urban,
quanquam habitu bene cum M. berberis congruunt; fructus adhuc ignoti — an varietas,
an species propria?
35. M. Martinieensis Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis juven-
tute pilis brevissimis sericeis obsitis, sed cito glabrescentibus; foliis 4,5—
3 mm longe petiolatis ovatis, basi rotundatis, apice plus minus longe obtuse
acuminatis, 3,5—6,5 cm longis, 4,5—4 cm latis dimidio usque duplo longio-
ribus quam latioribus, nervo medio praesertim inferne subimpresso, latera-
libus utrinque subaequaliter et tenuiter prominulis, dense reticulato-ana-
stomosantibus, utrinque glabris, subtus sparse elevatim punetatis, punctis
in foliis junioribus tantum pellucidis, erassiuseule chartaceis; inflorescentiis
pannieulatis paueifloris folium subaequantibus v. superantibus, bracteis
deciduis; floribus sessilibus v. brevissime pedicellatis; sepalis semiorbi-
eularibus v. suborbicularibus; fructibus obovato-oblongis v. oblongis, 19—
16 mm longis, 6—7 mm diametro.
Bois de basse blanc v. bois de fer blane Martin. ex Duss.
Arbuscula 3—4 m alta, Rami vetustiores brunnei, hornotini in sicco nigres-
centes, superne subcompressi. Folia nervis lateralibus 8—12 sub angulo 60—70°
abeuntibus subrectis v. paullo arcuatis, aliis minus conspicuis hinc illinc interjectis, ante
marginem recurvatum conjunctis, utrinque glabra, nitida et brunnea. Inflorescen-
tiae ex axillis foliorum superiorum v. summorum solitariae 8—1 5-florae, 3—5 cm longae
glabrescentes; pedunculus 1—2 cm longus subcompressus ; pedicelli fructiferi nulli v.
usque 2cm longi. Sepala (e fructu) 5 apice rotundata 1—1,2 mm longa, latiora 2,
angustiora 4,5 mm lata, pellucido-punctata, margine brevissime ciliata, utrinque glabra
subcoriacea, tubo inter staminum insertionem et ovarii a picem non producto. Stylus
parce pilosus. Bacca sepalis curvatis coronata, ad staminum insertionem brevissime
pilosa, extrinsecus initio tenuiter pilosula, posterius glabrescens, depresse tuberculata,
in sicco nigrescens, pericarpio mediocri. Semen solitarium anguste ovale; testa flavo-
brunnea nitida elastica, inferne ab umbilico utrinque latiuscule, sed levissime sulcata,
Radicula elongata plus quam semen dimidium cingens et praeterea ad insertionem
sigmoideo-curvata, subquadrangularis, lateraliter sulcata ; cotyledones liberae contortu-
plicatae.
Habitat in Martinique in Piton du Corbet, Piton Gelée, Morne Jacot:
Duss n. 191, 624, 1251.
Obs. Habitu M. Gollmerianae Berg, quae pube caulis, foliis longius petiolatis, basi
subacutis, minus nitidis, nervis lateralibus impressis, calyce dense albo-sericeo differt.
M. berberis DC. ex Antillanis proxima recedit foliis 5—8 mm longe petiolatis, basi plus
minus acutis, tenuioribus, margine non recurvatis, ovario dense sericeo-piloso.
36. M. Ramageana Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis sicut inflores-
centiis brunneis et minutissime pulverulento-pilosis; foliis 4—6 mm longe
petiolatis, ovatis v. latiuscule ovalibus, basi obtusissimis v. rotundatis,
apice in acumen mediocre v. breve obtusum plus minus abrupte angustatis,
12—16 cm longis, 6—10 cm latis, dimidio usque duplo longioribus quam
latioribus, nervis supra plus minus impressis, utrinque, praesertim supra,
densissime reticulato-anastomosantibus, supra glabris, subtus minute et
adpresse pilosulis crassiuscule chartaceis, punctis pellueidis non promi-
nentibus; inflorescentiis panniculatis folio brevioribus, bracteis deciduis ;
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. 1. 587
floribus terminalibus sessilibus, lateralibus 3—4 mm longe pedicellatis;
sepalis orbicularibus v. triangulari-orbieularibus; fructibus junioribus
2-loeularibus obovato-oblongis.
Ra mi vetustiores nigrescentes glabri cortice longitudinaliter dehiscente, hornotini
compressi. Folia nervis lateralibus 42—14 sub angulo 65—70? abeuntibus sub-
curvalis, nervo marginali (v. subbinis) inter sese conjunctis, punctis pellucidis non
crebris, in foliis vetustioribus vix conspicuis, utrinque nitida, subtus pallidiora. In-
florescentiae ut videtur ex axillis foliorum summorum, 6—9 cm longae; pedunculus
2,5—3,5 cm longus, ramulis oppositis, extremis flores 2—3 gerentibus. Sepala (in
statu longe deflorato) 5 subaequilonga, apice rotundata, concaviuscula, 2,3—2,5 mm
longa, 2,5—2,7 mm lata, subcoriacea, extrinsecus minutissime pilosula, intus glabra,
glandulis paullo prominentibus pellucidis notata. Fructus junior vertice toto bre-
vissime pilosus, inter staminum insertionem et ovarii ipsius apicem circumcirca pro-
funde sulcatus.
Habitat in St. Lucia in Fonds St. Jaeques 600 m alt., m. Oct. coll.:
Ramage.
Obs. Accedit ad M. grandifloram (Bg.) quae pube caulis atque inflorescentiae
tomentosa, foliis longius petiolatis, obtusis, axibus inflorescentiae duplo crassioribus,
sepalis semiorbicularibus differt; ex Antillanis habitu maxime affinis M. deflexa DC.,
sed pube caulis et inflorescentiae item tomentosa, foliis longius petiolatis, inflorescentiis
confertioribus, floribus lateralibus subsessilibus longe diversa.
37. M? Pagani Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis ad apicem
ferrugineo-villosis, cito glabrescentibus; foliis 4—9 mm longe petiolatis,
ovalibus usque elliptico-oblongis, basi acutis, apice obtusis, raro rotun-
datis, utrinque aequaliter v. ad apicem paullo magis angustatis, 10—16 cm
longis, 4—9 em latis, vix duplo usque triplo longioribus quam latioribus,
nervis lateralibus supra vix prominulis et obsolete, subtus manifeste re-
ticulato-anastomosantibus, juventute pubescentibus, mox glabrescentibus,
erassiuscule chartaceis, punctis pellucidis posterius obscuris, utrinque non
conspicuis.
Ausú Portor. ex Sint.
Arbor 20 malta. Rami vetustiores subteretes pallide brunnei v. cinerascentes
glabri, hornotini compressi, utrinque late sulcati, ad apicem pilis longiusculis patulis
ferrugineis dense villosi, sed cito glabrescentes. Folia nervo medio supra sulcato im-
presso, lateralibus 42—45 sub angulo cr. 65° abeuntibus, subtus crassiuscule promi-
nentibus, aliis tenuioribus interjectis, satis longe a margine arcuatim conjunctis, ante
marginem ipsum nervum tenuem praebentia, tenuiter pellucido-punctata, punctis
postremo obscuris, juniora supra adpresse pilosa, subtus ad nervum medium ferru-
gineo-villosa, caeterum breviter pubescentia, sed mox glabrescentia, margine plana
subplanave. Flores et fructus ignoti.
Habitat in Puerto-Rico in sylvis primaevis Sierra de Lares: Sintenis
n. 6220.
Obs. Myrcia edulis, quae habitu similis est, ramulis hornotinis breviter strigosis,
foliis longius petiolatis fere semper obovatis, nervis lateralibus supra plerumque
subimpressis, punctis pellucidis subtus prominulis recedit et sine dubio specifice
diversa est.
38. M. deflexa DC.! Prodr. III (1828). p. 244.
Eugenia deflexa Poir.! in Lam. Enc. Suppl. IH (1815). p.124.
588 L Urban.
Myrtus deflexa H.B.K.! Nov. Gen. VI (1825). p. 142
Myrcia Humboldtiana DC.! Prodr. (1828). p. 256; Berg! in Linnaea
XXVII. p. 120 (cum var. Orinocensis et Caribaea).
Eugenia panniculata Sieb.! ap. Presl in Oken’s Isis XXI (1828). p. 274
(nomen tantum) — non Lam. nec Jacq.
Myrcia ferruginea Berg ! in Linnaea XXVII. 90 (cum var. Mar tinicensis
et Domingensis); Grisb.! Flor. 255 et Cat. $6; Bello! Ap. n. 505 (cum var.);
Stahl! Est. IV. p. 77; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 255; Kew Bull.!
Nr. 81. p. 252; Krug Ic. t. 220 et 221!, — non DC.
Myrcia Duchassaingiana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 88; Grisb.
kar. 67.
Myrcia sulcata Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 667.
Myrtus longifolia Willd. herb. n. 9562!
Eugenia mollis Willd. herb. n. 9498 !
Eugenia sulcata L. Cl. Rich. herb. ex Berg.
Cieneguillo s. Cieniguillo Portor. ex Bello, Stahl, Krug, Sint.,
Guépois Guadal. ex Duch., Goyavier montagne Guadal, ex Duss,
Goyavier bätard Martin. ex Duss.
Frutex 4—6 m v. arbor usque 48 m alta ligno duro. Folia valde variabilia:
ovalia, ovata, ovato-oblonga, elliptica, oblonga usque lanceolata. Baccae albae, nunc
paene globulosae, nunc plus minus ovales. Flor. (ex Snt.) m. Jul., fruct. m, Oct.
Var. B. Dussii Kr. et Urb. ramis novellis et inflorescentiis longius
et densius velutinis, alabastris crassioribus, calyce explanato 8 mm (nec
5 mm) diametro, petalis 5 mm (nec 3 mm) longis, stylo longiore et altius
(in 3/, alt.) piloso.
Goyavier bois Martin. ex Duss.
Arbuscula 2—4-metralis foliis ovatis abrupte acuminatis ad marginem latissime
recurvatis v. revolutis, fructibus ovalibus v. breviter ovalibus ad basin paullo magis
attenuatis usque 42 mm longis, 9 mm diametro.
Habitat in Cuba: Wright n. 2422: in Sto. Domingo: Poiteau (et
in herb. Cand.), in via ad Constanza: Rob. Schomburgk n. 61; in Puerto-
Rico in sylvis primaevis prope Bayamon, in Serra de Luquillo in monte Ji-
menes et ad Banadero 800 m alt., Serra dé Juncos, de Jimenes, prope Aybonito,
inter Peñuelas et Adjuntas, prope Adjuntas, Maricao, Utuado, Mayagüez:
Eggers ed. Toepff. n. 1045, Gundlach in herb. Krug. n. 452, Krug n. 442,
Riedlé (herb. Desfont., nunc Florent., specimen Poiretii originarium), Sin-
tenis n. 495, 4504, 1982, 2053, 9137, 2668, 4308, Stahl n. 558, 1447; in
Guadeloupe 500—900 m alt.: Duchassaing, Duss n. 9726; Dominica:
Duss, Eggers (herb. Haun.), Imray n. 341; Martinique, satis rara: Duss
n. 195, 649, 4244, Hahn s. n., Sieber n. 137; St. Vincent in sylvis
montanis: Smith n. 1761; Trinidad ex Grisebach; praeterea ad flumen
Orinoco: Humboldt et Bonpland, in Guyana: Richard. — Var. in
Martinique in Morne de la Calabasse et Morne St. Martin, locis vento
expositis: Duss n. 658.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 589
Obs. Myrcia ferruginea DC.! (Cayenne leg. Patris) foliorum forma satis bene con-
venit, sed toto coelo diversa bracteis persistentibus, alabastris ante anthesin paene
clausis, calyce supra ovarium alte cupuliformi-producto, petalis calyptratim deciduis
etc.; est nihil aliud nisi Krugia ferruginea Urb.
X. Marlierea Camb.
39. M. glomerata Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 14.
Myrciaria Trinitatis Berg in Linnaea XXVII (1856) p. 556 (ex descr. el
numero Sieber.).
Stenocalyac Plumieri Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 698.
Eugenia Plumieri Niedenzu! in Engl. u, Prantl Nat. Pflanzenfam. HI. 7
(1895). p. 82.
Muscadier v. muscade de la Martinique ex Berg et Isert, Bois
muscade Martin. ex Duss, Bois de bas ibidem ex Isert.
Arbor parva erecta gracilis (ex Duss). Bacca sphaeroiden 415—148 mm longa,
20—25 mm diametro, plus minus manifeste 42-costata, costis nunc sub epicarpio plicato
absconditis, glabra, pericarpio cr. A mm crasso. Semen solitarium subcompressum,
testa pericarpio adhaerente. Cotyledones ita dispositae, ut altera ad baccae apicem,
altera ad ejus basin versus sita sit, aequales s. subinaequales, plane liberae, dense glan-
duloso-punctatae, margine radiculam fere circularem latam impressam mentientes;
radicula ipsa brevissima, sed manifesta. — Floret Nov., Dec., fruct. April., Majo (ex
Duss), Oct. (ex Haunn).
Habitat in Martinique passim in sylvis superioribus Case Pilote,
Grand Fond, circa Fontaine Absalon: Duss 659, Hahn n. 1087 (hb. Kew.),
Isert a. 1787 (hb. Haun.), Plée n. 727, Richard; S. Lueia: Anderson
(hb. Kew.); Trinidad: Sieber n. 151; praeterea in Guiana Anglica:
Rich. Schomburgk.
Obs. I. Omnia specimina quoad pubem, folia, flores etc. omnino congruunt.
Obs. Il. Multis rationibus Mouririam rhizophorifoliam Tr. (Guildingia psidioides Hook.
Bot. Misc. I. 492 t. 30) in memoriam revocans, quae ex GUiLDING apud Hooker incola
Martinicae esse dicitur, sed temporibus recentioribus in hac insula reperta non est.
Nostra planta foliis longe acuteque acuminatis, floribus ad lignum vetustum arcte ses-
silibus, calyce extrinsecus sericeo-villoso, staminibus numerosis, antheris longitrorsum
dehiscentibus, defloratis suborbicularibus statim dignoscenda.
40. M. Cubensis Kr. et Urb.
Calycorectes Cubensis Grisb.! Cat. (1866). p. 90; Sauv. Cub. p. 40.
»Frutex gracilis 3—5 m altus«. Flores in axillis foliorum 1—pauci sessiles, brac-
teis nonnullis et prophyllis semiorbiculari-triangularibus obtusis minimis suffulti. Calyx
in alabastro plane clausus, supra ovarium alte cupuliformi-productus, sub anthesi in
valvas 4 subaequales secedens, post anthesin supra ovarium ipsum annulariter abscissus
et basi subconnata deciduus; sepala ipsa subnulla. Petala contra cl. WniGuTH et
GnisEpACRII opinionem evoluta, valvis calycinis sub apice unilateraliter insidentia obo-
vata v. subspathulata, 0,5—1 mm longa, margine ciliato-fimbriata, Stamina in tubo
calycino alte ascendentia; antherae didymae, connectivo glanduliformi. Stylus 3 mm
longus usque supra medium pilis suberectis obsitus; stigma obsoletum. Ovarium in
calycis tubum convexo-prominulum et hoc loco pilosulum, caeterum glabrum, 2-locu-
lare; ovula in quoque loculo 2 e basi ascendentia. »Bacca globosa nuda rubra,
12—15 mm diametro. Cotyledones textura Eugeniae conlormes, tamen di-
stinclae«,
590 I, Urban.
Habitat in Cuba occidentali, in districtu S. Christobal: Wright
n. 2435.
Obs. Habitu, ut jam cl. Griseracn monuit, Eugeniae floribundae similis, sed cum ea,
sicut sequens, re vera etiam nonnullis organis floralibus conjuncta,
^1. M. Dussii Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis pulve-
rulento-pilosis; foliis 2,5—6 mm longe petiolatis, ovatis, ellipticis v. ellip-
tico-oblongis obtusis v. plerumque obtuse acuminatis, ad basin cuneatis,
2—4 cm longis, 0,8—2 cm latis, 2—2'/5-plo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra solemniter prominente, lateralibus tenuiter v. supra
tenuissime prominulis, densissime pellucido-punetatis, chartaceis v. sub-
coriaceis margine subrecurvatis; inflorescentiis ad nodos defoliatos sessilibus
umbelliformibus paucifloris, pedicellis 1—3 mm longis; alabastris obovato-
ovalibus glabris; stylo 6—7 mm longo, ovario 2- v. 3-loculari.
? Psidium montanum Mazé in Bull. Soc. Bot. France XXX (1885 ). p. 105
(nomen tantum) — non Sw.
Gérisier montagne Guad. ex Duss.
Arbuscula 4,5—3 m (ex Duss) v. arbor 8—40 m (ex Sintesis) alta. Rami
vetustiores brunnescentes v. cinerascentes, glabrescentes, hornotini pilis minutis paten-
libus v. sursum subcurvatis dense obsiti. Folia nervo medio subtus minus prominente,
lateralibus 9—42 sub angulo cr. 600 abeuntibus, supra postremo subinconspicuis, subtus
obsolete v. vix anastomosantibus, ante marginem tenuiter conjunctis, punctis supra non
v. vix, subtus magis prominulis inaequalibus, utrinque nitidula, supra obscure viridia,
subtus pallidiora. Inflorescentiae 1—6-florae, rhachi valde abbreviata v. nulla ;
bracteae suborbiculares margine pilosae cr. 0,5 mm longae; pedicelli obsolete pulveru-
lento-pilosi, crassiusculi; prophylla -semiorbicularia vix 0,5 mm longa. Flores albi
odorati. Alabastra apice obtusissimo subexcavala , sepalis. 4 indicatis sed connatis
plane clausa, (eum ovario) 3—4 mm longa, 2 mm crassa. Calyx supra ovarium longe
eupuliformi-productus sub anthesi usque ad medium in valvas 3—4 recurvatas intus
pulverulento-pilosas solutus, postremo supra ovarium circumcirca scissus et cum petalis
staminibusque deciduus; sepala ipsa brevissima, Petala 4 forma varia obovata, orbi-
cularia v, rhombea, 0,6—1,2 mm longa, utrinque pulverulento-pubescentia, lobis
calycinis paullo sub apice latere altero inserta, Stamina numerosa in tubo calycino
alte ascendentia, in alabastro usque ad basin cupulae inflexa;'antherae quadrato-orbi-
culares. Stylus glaber ad apicem attenuatus plus minus arcuatus; stigma minutum.
Ovarium obovatum; ovula in quoque loculo 2 e basi ascendentia.
Habitat in Puerto-Rico prope Adjuntas in monte Cienega ad La
Lucia: Sintenis n. 4345; Guadeloupe in sylvis Savanae à Mulets et in
Morne Matelia (Haut Matouba) alt. 900—1200 m, m. Majo, Jun. flor.: Duss
n. 2750.
Obs, Specimina Portoricensia floribus fructibusque carentia ob characteres vegetativos
omnino congruentes huc laudavi.
42. M. Sintenisii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1889). p. 252
el ic. p. 255 fig. 2 el tab. 13 fig. A!
Frutex 3—4 m altus, floribus flavis, antheris obscurioribus. Floret m. Junio.
Habitat in Puerto-Rico in Sierra de Luquillo ad montem Jimenes:
Sintenis n. 1476.
Obs. Habitu Calyptranthi cordatae Berg (e Brasilia) valde affinis.
Additamenta ad coguitionem florae Indiae occidentalis, Il. 591
43. M. Guildingiana Kr. et Urb. glaberrima; foliis 4—7 mm
longe petiolatis, breviter ovalibus, ovatis v. ellipticis, basi acutis v. cunea-
tis raro rotundatis, apice breviter v. longius obtuse acuminatis, 8—15 cm
longis, 4,5—6,5 cm latis, dimidio usque 3-plo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra impresso, lateralibus supra tenuiter, subtus paullo
magis prominulis obsolete retieulato -anastomosantibus, punctis subpellu-
eidis non v. difficile conspicuis; inflorescentiis plerumque e nodis ligni
vetustioris A—pluribus pannieulatis, bracteis deeiduis, floribus in apice
ramulorum 2—3 sessilibus; petalis 4; baccis globosis.
Psidium | Guildingianum Grisb.! Flor. (1860). p. 242 (excl. descr.
semin.): Kew Bull. n. $1. p. 252.
Arbor elata, Rami vetustiores brunneo-cinerascentes teretes, hornotini plus
minus compressi. Folia nervis lateralibus 46—20 sub angulo 70? abeuntibus, aliis
tenuioribus intermixtis nervo marginali conjunctis, supra nitida, subtus pallidiora, non
punctata, chartacea. Inflorescentiae 4—6 cm longae; pedunculus 2—5 cm longus
subcompressus. Calyx sub anthesi in lobos 4—5 inaequales reflexos usque inter sta-
minum insertionem irregulariter fissus, quoad integer turbinatus 2,5 mm longus, supra
ovarium cupuliformis. Petala suborbicularia v. semiovalia, basi lata truncata, apice
rotundata, 1,5—2 mm longa, 2—2,3 mm lata, nervis e basi subternis parum ramulosis,
inferne parce glanduloso-punctata, membranacea. Stamina numerosa. Stylus 5 mm
longus ad apicem attenuatus ; stigma breviter capitatum. Ovarium 2-loculare, placentis
ad apicem liberis, sed sibi accumbentibus, ovulis in quoque loculo 2 ad basin loculi
affixis. Bacca (non plane matura) 7 mm diametro, calyce persistente coronata.
Habitat in St. Vincent in sylvis ad caeumen Wallilabo valley 500 m
alt. : Guilding, H. H. et G. W. Smith n. 1735, 1738.
Obs. I. Specimina florifera et fructifera mihi visa quoad foliorum formam valde
diversa sine dubio ad eandem speciem pertinent.
Obs. II. Quia ex ovario 2-loculari certe 4-ovulato bacca cum »seeds many in 4
cells« nasci non potest, fructus a cl. GurskBAcH examinatus aut ad aliud genus pertinet,
aul ope insectorum multicellosus factus est.
XI. Calyptranthes Sw. (1788).
(Chytraculia P. Br. 1756).
Die Blütenstünde bei den meisten westindischen Arten, z. B. C.
syzygium, chytraculia, Sintenisü, enneantha, capitulata, rostrata ete. bilden
an der Spitze der Zweige meist eine Scheindolde von 4 Strahlen, denen oft
noch zwei Laubzweige als fünfter und sechster Strahl hinzugefügt sind.
Die Dolde kommt auf folgende Weise zu Stande: Die Terminalknospe der
Zweige verkümmert oder treibt nicht aus; die Producte aus den Achseln
der beiden obersten Laubblätter verkümmern entweder ebenfalls, oder sie
wachsen in Laubzweige aus; aus den Achseln der beiden untersten (basal
stehenden) schuppenfórmigen hinfälligen Blätter dieser Laubzweige bezw.
jener beiden unentwickelten Knospen gehen nun die Blütenstände hervor!).
4) Wie die aus zahlreichen (4—15) Strahlen bestehenden Scheindolden von C. um-
belliformis zu Stande kommen, ließ sich an dem trockenen Materiale, an welchem die
basalen Schuppen längst abgefallen waren, nicht recht feststellen.
592 [. Urban.
Bei C. rostrala und Cubensis, ebenso bei Mitranthes Ottonis sind die beiden
Seitenknospen etwas gestielt. Wachsen diese dann in Laubzweige aus, so
wird der Ursprung der Inflorescenzen als Achselproducte hinfälliger Brac-
teen aus dem unteren Teile jener Laubzweige besonders deutlich.
Eine Verarmung jener Dolden tritt dadurch ein, dass von den 4 ba-
salen Schuppen 1—3 steril bleiben, eine Bereicherung z. B. bei C. sericea
dureh etwas schwächer entwickelte unterständige Beiknospen. Die Inflores-
cenzen selbst sind meist Rispen, bisweilen Küpfchen, z. B. bei C. capitulata,
oder bei C. Wilsoni auf Einzelblüten reduciert. Letzteres ist auch bei C.
Krugii der Fall, wo außerdem die Einzelblüten sitzend sind; da die seit-
lichen Laubknospen gewöhnlich austreiben, so entsteht hier später eine
ziemlich regelmäßige Dichotomie in der Zweigbildung (vgl. hierüber auch
kippen. in Bot. Tidsskr. XVII. 248). '
Wächst die terminale Laubknospe in einen Laubzweig aus, wie bis-
weilen bei C. elegans und immer bei C. sericea, so stehen die Inflorescenzen
zu je zweien oder durch unterständige Beiknospen vermehrt zu drei bis
vieren scheinbar in den Achseln tiefer abgehender Laubblätter, sind natür-
lich aber auch hier kein wahres Achselproduct, sondern Producte der
Schuppen von Kurzzweigen.
Anders ist das Verhalten von C. pallens. Hier gehen die Blütenstände
als primäre Achselproducte aus den Achseln der beiden obersten Laub-
blätter hervor. Eine Vermehrung derselben um zwei weitere kleinere findet
bisweilen durch unterständige Beisprosse statt; natürlich stehen diese 4
Inflorescenzen alsdann in einer Ebene in der Mediane der Blätter, nicht wie
oben im Kreuz. Übrigens fand ich auch an einem Zweige von C. chytra-
culia dasselbe Verhältnis, während andere Zweige die Blütenstände, wie
oben geschildert, entwickelten.
Die Bekleidung der westindischen Arten besteht aus zweiarmigen
Haaren, welche einem kurzen Stielehen aufsitzen. Bisweilen sind die Arme
sehr ungleich entwickelt, so z. B. bei C. Krugij,
a. Folia ampla (8—15 cm longa, 4—8 cm lata); inflorescentiae panniculatae
pedunculatae,
44. C. Forsteri Berg ramulis glabris; foliis 2—4 mm longe petiolatis
forma variis, ovatis, ovalibus v. latiuscule ovalibus, basi rotundatis et
subcordatis v. angustioribus obtusis, nune acutis, apice in acumen longi-
tudine varium obtusum subsubito contractis, 8—13 cm longis, 3,5—8 cm
latis, plus quam dimidio usque 92!/,-plo longioribus quam latioribus,
„nervis lateralibus supra tenuiter prominulis et obsolete anastomosantibus;
subtus prominentibus et cum venis interjectis manifeste reticulatis, punctis
in foliis junioribus subpellucidis, postremo non conspicuis, glabris, sub
anthesi chartaceis, postremo subcoriaceis; inflorescentiis panniculatis folio
aequilongis, paucifloris, bracteis deciduis, pedicellis 4—8 mm longis v. sub
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 593
flore terminali subnullis; calyce in lobos scisso v. ealyptratim soluto; peta-
lis 4 (v. 2 ex Bere) inaequalibus obovatis v. orbicularibus; bacca breviter
globosa 44—18 mm longa, 15—20 mm lata.
Calyptranthes Forsteri Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 25.
Chytraculia Forsteri O. Ktze. Rev. (1891). p. 258.
Arbor 3—5 m alta. Rami vetustiores brunnei v. cinerascentes, Folia nervo
medio supra non v. parum prominulo v. inferne canaliculato-subimpresso, lateralibus
42—16 sub angulo 70—80? abeuntibus ante marginem inter sese conjunctis, utrinque
tenuiter v. postremo vix punctata. Inflorescentiae ex axillis foliorum mediorum v.
summorum 4—3, ut videtur ex ramulo valde abbrevialo nascentes, nunquam re vera
terminales, 5—42 cm longae glabrae; pedunculus 2—6 cm longus; bracteae (ex unica
tantum visa) oblique suborbiculari-ovatae inaequilaterae 3 mm longae, 2,5 mm latae;
ramuli alterni v. suboppositi; prophylla decidua. Alabastra eloboso-piriformia calyce
plane clausa, brevissime et obtuse apiculata, ante anthesin A mm longa v. (ex Berg) ovalia
7 mm longa. Calyx in lobos 2—3 inaequales post anthesin plus minus persistentes
reflexos dirumpens aut circumcirca sese solvens et calyptratim deciduus , intus glaber
chartaceus. Petala apice rotundata, pro flore parva, 3,5—4 mm longa, 2,5—3 mm lata
subinaequilatera inaequalia, non glanduloso-punctata, nervo e basi solitario ramoso,
glabra, margine obsolete crenulata. Stamina numerosa, in alabastro inflexa ; filamenta
usque $ mm longa; antherae parvae didymae, longitudinaliter dehiscentes. Stylus
6—7 mm longus glaber, supra medium geniculatus; stigma minutum. Ovarium
glabrum, intervallo inter stamina et stylum lato concavo, breve semiglobosum 2-loculare,
ovulis in quoque loculo 2 collateralibus. Bacca »viridis rubro-maculata «, apice nuda
breviter globosa, sublaevis, pericarpio crustaceo. Semen solitarium subreniforme
13 mm latum, 46 mm longum, 44 mm crassum ; testa pericarpio adhaerens. Cotyle-
dones inter sese liberae, inaequales, altera crassiore, altera duplo tenuiore sed inferne
latiore et illi subineumbente; radicula longissima seminis partem 8/4 annulari-circum-
dans, non exacte in cotyledonum commissura, sed in sulca cotyledonis alterius sita.
Habitat in St. Lucia: Anderson (herb. Kew.), herb. Sonder. (ex herb.
Forster.), in collibus litoralibus: Duss n. 213, 1258, in editis Fonds St.
Jacques 300—600 m alt. m. Nov. flor., m. Oct. fruct.: Ramage.
Obs, I. Plantam Ramageanam ad speciem Bergianam pertinere e descriptione vix
ntelligi potest. Sed folium, flores et icon ab ill. BARONE DE MUELLER ex herb. Sonderiano
nunc Melbournensi benevole mecum communicata rem in dubio non relinquunt, Folia
exemplaris Dussiani inter folia ampliora basi subcordata v. rotundata Ramaceı et folia
angustiora basi cuneata Forster bene intermedia ` flores ulterioris quam illi speciminis
Ramageani paullo majores; omnes aliae notae omnino congruunt,
Obs. II. Ob calycis rationem inter genera Calyptranthis et Marliereae intermedia ;
certe C. obtusae Benth. (Marliereae obtusae Berg) Guianensi arcte affinis.
45. €. Tobagensis Kr. et Urb. (n. sp.) glabra; foliis 6—8 mm longe
petiolatis, ovalibus v. ovali-elliptieis ad basin cuneatis, apice in acumen cr.
1,5 em longum er. 2 mm latum subaequilatum obtusum valde abrupte con-
tractis, 42—15 cm longis, 5—6 em latis, er. 21/5-plo longioribus quam la-
tioribus, nervo medio supra valde impresso, lateralibus supra vix conspicuis,
subtus prominulis, vix v. parum retieulato-anastomosantibus, punctis pelluci-
dis sparsis, chartaceis; inflorescentiis panniculatis folio duplo brevioribus
multifloris, bracteis deciduis, pedicellis fructiferis 4—12 mm longis; baccis
globulosis 13—14 mm longis, 14—16 mm crassis.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 38
594 I. Urban,
Arbuscula. Rami vetustiores subteretes, hornotini compressi. Folia nervis
lateralibus er. 42 sub angulo cr, 79° abeuntibus subcurvatis, aliis tenuissimis hinc illinc
interjectis, ante marginem conjunctis, punctis pellucidis supra non, subtus vix prominulis,
supra obscura, subtus paullo pallidiora. Inflorescentiae (fructiferae) ex axillis folio-
rum superiorum v, summorum solitariae 5—6 cm longae glabrae v. glabrescentes; pe-
dunculus cr. 4 cm longus subteres. Flores ignoti. Stylus 6,5—7 mm longus subaequi-
crassus glaber. Bacca apice subnuda granulata glabra, pericarpio in sicco crustaceo
cr. 0,5 mm crasso. Semen solitarium; testa endocarpio adhaerens. Embr yosubhamato-
curvatus; radicula elongata, dimidia allera inferior glabra in cotyledonum sulca sita
partem seminis latiorem cingens quadrangularis, altera brevior pubescens a cotyledoni-
bus obtecta; cotyledones liberae valde contortuplicatae.
Habitat in Tobago in sylvis primaevis montis Morne d'or 500 m alt.,
m. Nov. fruct.: Eggers n. 5898.
Obs. Ob analogiam loborum calycis ! —2 persistentium cum iis C. Forsteri, quae
foliis brevius petiolatis basi rotundatis v. subcordatis, coriaceis brevius et minus abrupte
acuminatis, nervo medio supra planiusculo, lateralibus dense reticulato-conjunctis dis-
crepat, generi Calyptranthis ad interim attribui.
b. Folia mdiocria; inflorescentiae pedunculatae panniculatae v. trichotomae.
16. C. decandra Grisb. ramulis hornotinis pilis adpressis albidis deci-
duis obsitis; foliis 4,5—3 mm longe petiolatis, obovatis v. subrhombeo-obo-
vatis, apice rotundatis v. obtusissimis, inferne cuneatis, 3,5—4 cm longis,
2—3 cm latis, vix dimidio longioribus quam latioribus, nunc aliis oblongis
intermixtis, nervo medio supra superne prominulo, inferne saepius subim-
presso, lateralibus supra prominulis et hine illine anastomosantibus, subtus
obsoletioribus , non pellucido-punctatis, initio utrinque praesertim subtus
brevissime et adpresse albido-pilosulis, subcoriaceis; inflorescentiis pauei-
floris folio brevioribus, floribus in apice ramulorum 3 confertis; alabastris
ovato-globosis 1,5 mm longis cr. 4 mm crassis obtuse apiculatis, glanduloso-
granulatis; staminibus cr. 10; stigmate valde evoluto, stylo duplo crassiore
peltato.
Calyptranthes decandra Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 481 (excl. specim.
Wright.) et Cat. p. 8 p. p.
Arbor (ex RucrtL). Rami superne iterum iterumque dichotome divisi cortice
pallide griseo v. albescente obtecti teretes glabri, hornotini teretiusculi superne com-
pressi, lineis 2 decurrentibus notati, pube dibrachia. Folia nervis lateralibus cr. 7 sub
angulo cr. 50? abeuntibus, aliis tenuioribus praesertim supra intermixtis, ante marginem
conjunctis, supra dense v. densissime tenuiter impresso-punctata, subtus punctis brun-
neis v. nigrescentibus prominulis tenuibus inaequalibus dense adspersa, supra nitida,
subtus paullo pallidiora opaca, cito glabrescentia, margine recurvata. Inflorescentiae
ex apice ramulorum annotinorum A—4 abeuntes cum ramulis vegetativis 0—9 umbelli-
formes, 4,5—2 cm longae, adpresse pilosulae trifidae 5—9-florae; pedunculus
1,2—1,5 cm longus compressus, vix carinalus; bracteae deciduae; flores sessiles v.
terminalis interdum pedicellatus; prophylla ovato-triangularia, 0,3—0,4 mm longa.
Alabastra pilis brevissimis albidis adspersa. Calycis tubus sub anthesi cupuliformis
0,8—1 mm longus, Petala non observata, Antherae quadrangulo-rotundatae. Ova-
rium 2—3-loculare; ovula in quoque loculo 2. Baccae (juniores) globulosae,
Habitat in Cuba: Wright n. 2460 p. p., prope Punta brava: Rugel n. 713.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 595
Obs. I, Species distinctissima , a cl. GnISEBACHIO ipso cum Eugenia cristata Wr. et
Sauv. confusa nec a cl. WRicuT et SAUVALLE recognita ideoque hoc loco iterum descripta;
cum sequente, a qua floribus minutis oligandris statim dignoscitur, ab aliis caeteris folio
apice rotundato v. obtusissimo et stigmate longe recedit.
Obs. II. Numerus Wrightianus 1203 (in statu fructifero) a cl. GuisEpAcu huc lauda-
tus est teste ejus herbario Mouriria spathulata Grisb., a qua differt foliis apiculatis, v.
valde affinis, n. 2460 p. p. est Eugenia cristata Wr. et Sauv.
47. €. Pieardae Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis pilis ad-
pressis ferrugineis cito deeiduis obsitis; foliis 4—5 mm longe petiolatis,
obovatis v. orbieularibus, basi rotundatis v. obtusis, raro subacutis
apice rotundatis, 4—5 cm longis, 2,5—4,5 em latis, vix usque dimidio
longioribus quam latioribus, nervo medio supra superne vix prominulo,
inferno sulcato, lateralibus utrinque praesertim subtus tenuiter prominulis
obsolete anastomosantibus, punctis pellucidis creberrimis et densissimis
in foliis junioribus tantum conspicuis, glabris, demum coriaceis; inflores-
centiis paucifloris, folium paullo usque dimidio superantibus, floribus in
apice ramulorum 3 confertis; alabastris globoso-ellipticis 4 mm longis,
2,7 mm crassis, 0,7 mm longe obtuse acuminatis, erassiuscule glanduloso-
granulatis; staminibus numerosis; stigmate valde evoluto, quam stylus
triplo crassiore peltato.
Frutex elegans 1—2 m altus. Rami vetustiores subteretes cinerascentes, horno-
tini brunnei superne ‚subcompressi et bisulcati nec angulati, pilis brevissimis fusi-
formibus dibrachiis obsessi, mox glabrescentes. Folia nervis lateralibus 7—10 sub
angulo 55—650 excurrentibus, aliis tenuioribus intermixtis, ante marginem conjunctis,
supra tenuiter impresso-punctata, subtus nigrescenti-punclata, supra nitida, subtus
pallidiora, margine recurva. Inflorescentiae ex apice ramulorum annotinorum
3—4 abeuntes cum ramulis vegetativis 4—2 umbelliformes, 5—8 cm longae, adpresse
pilosae, panniculatae, ramulis accessoriis nullis, 9—20-florae; pedunculus 3,5—6 cm
longus compressus et praesertim superne bicarinatus; bracteae subfoliaceae, inferiores
ovato-oblongae usque 5 mm longae, superiores lanceolato-lineares, 2 mm longae, sed
omnes mox deciduae; prophylla lanceolato-linearia 4,5—2 mm longa; flores sessiles
albi. Alabastra pilis dibrachiis adpressis ferrugineis brevissimis obsessa. Calycis
tubus sub anthesi campanulatus 2,5 cm longus. Petala libera nulla. Stamina usque
7,5 mm longa; antherae rotundatae. Stylus pilis parcis obsitus, 6,5 mm longus.
Ovarium 2-loculare.
Habitat in Haiti prope Pétionville, locis subhumidis gregarie crescens,
m. Maio florif.: Picarda n. 1123.
48. C. syzygium Sw. Prodr. (1788). p. 79 (sub C. Zuzygium) et Flor.
II. 919; Lun. Jam. I. 62; DC. Prodr. III. 257; Rich. Ess. Fl. Cub. 578 et in
Sagra Cub. X. 275; Macf. Jam. I. 111; Berg in Linnaea XXIX. 211; Grisb.!
Flor. 252 et Cat. 85; Sauv. Cub. p. 59; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 251.
Myrtus Zuzygium Linn. Syst. X. ed. H (1759). p. 1056 et Spec. II.
ed. 1. 675; Elmgr. Pug. Jam. in Linn. Amoen. V (1759). p. 598.
Calyptranthes rigida Macf. II (1850). p. 110 (ex descr. et specim. Alex.).
— non Sw.
Chytraculia Suzygium O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
38*
596 L Urban,
Suzygium fruticosum foliis ovatis etc. P. Br. Jam. (1756). p. 240
1.7 f. 2!
Myrto del rio Cub. ex Sauv.
Arbuscula v. frutex 3—4 m altus, floribus albis. Flor. m. Jun., fruct.
Sept.-Dec.
Habitat in Cuba: Wright n. 24413; Jamaica: Alexander, Macfadyen
(hb. Kew.), in Blue Mountains prope St. Andrews, Newcastle, Guava Ridge,
ad Tweedside: Bot. Dep. Herb. (W. Harris et Isaaes leg.) n. 5027— 929,
9040, 5073—75, 5178, 5324, 5338; in Sto. Domingo: Poiteau, prope
Puerto-Plata in fruticetis ad rupes litorales: Eggers n. 2590,
48^. C. umbelliformis Kr. et Urb. (n. sp.) glaberrima, foliis 4—6 mm
longe petiolatis, late rhombeo-ovalibus v. ovalibus v. supremis ovali-oblon-
gis, ad basin cuneatis et in petiolum protractis, apice breviter v. brevissime
et obtusissime acuminatis, 4—5 em longis, 2—3 em latis dimidio v. fere
duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra plano v. ad basin
obsolete suleato, lateralibus utrinque parum v. obsolete prominulis, subtus
non, supra parum manifeste et dense reticulato-anastomosantibus, non
pellucido- punetatis, subeoriaceis; inflorescentiis multifloris, folia supe-
rantibus, floribus in apice ramulorum 3 confertis sessilibus; alabastris
anguste obovatis, 3,5—4 mm longis, 2 mm crassis glaberrimis, brevissime
v. manifeste apieulatis; stigmate parvo punctiformi.
Frutex v. arbuscula 3—6 m alta. Rami teretes, hornotini compressi non cari-
nati. Folia nervis lateralibus 7—9 sub angulo cr. 609 abeuntibus ante marginem con-
junctis, supra crebro et minute impresso-punctulata, subtus minute brunneo-punctulata,
supra nitida obscure viridia, subtus multo pallidiora, margine recurva. Inflores-
centiae inapice ramorum 4—15 umbelliformes, nunc praeterea ad nodum praecedentem
obviae sed parciores, saepe ramulis 1—2 vegetativis intermixtis, 5—7 cm longae, 15—27-
florae; pedunculus 3—5 cm longus dorso convexus, lateraliter carinatus, intus subplanus;
bracteae et prophylla decidua; flores sessiles v, intermedii crasse et brevissime pedi-
cellati, rosei. Alabastra in sicco rubro-brunnea minute v. obsolete glanduloso-punctata,
Calycis tubus turbinatus 2,5—3 mm longus. Stamina numerosa usque 6 mm longa;
antherae quadratae v. didymae. Stylus 6 mm longus glaber, superne parum attenua-
tus. Ovarium 2-loculare.
Habitat in Jamaica, in Blue Mountains ad Vinegar Hill m. Aug. florif.:
Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5300.
Obs. C. syzygium Sw. affinis foliis basi minus productis, nervo medio supra pro-
minente, inflorescentiis in apice ramorum paucis, praesertim floribus 3—40 mm longe
pedicellatis et alabastris globoso-obovatis cr. mm crassis, C.glabrescens praeter alias
notas nervo foliorum medio supra impresso, pube inflorescentiae, forma et magnitudine
alabastri omnino discrepant.
49. €. glabrescens Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis pilis erectis
ferrugineis cito deciduis obsitis; foliis 6—7 mm longe petiolatis, ovalibus
v. ovali-elliptieis, ad basin cuneatis, apice obtusissime et breviter v. bre-
vissime acuminatis, 6—8 cm longis, 3—4,5 cm latis, cr. duplo longioribus
quam latioribus, nervo medio supra inferne impresso, lateralibus supra
parum, subtus magis prominulis tenuissime v. obsolete reticulato-ana-
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 597
stomosantibus, tenuiter et creberrime pellucido-punctatis, postremo glabres-
centibus, chartaceis; inflorescentiis multifloris, folium aequantibus v. paullo
superantibus, floribus in apice ramulorum 2—3 confertis; alabastris glo-
boso-obovatis 3 mm longis, vix supra 2 mm crassis 0,5 mm longe mucro-
nulatis; stigmate parvo capitellato.
Arbor 20 malta. Rami vetustiores hinc illinc dichotomi brunnescentes v. cine-
rascentes glabri obsolete et obtuse angulati, hornotini superne subcompressi v. sub et
inter folia leviter bisulcati nec carinali, Folia nervis lateralibus 12—44 sub angulo
60—700 abeuntibus paullo curvatis, aliis tenuioribus interjectis, omnibus ante mar-
ginem conjunctis, punctis supra subimpressis, subtus prominulis, utrinque breviter el
parce pilosula v. posterius glabrescentia, supra parum nitentia, obscure viridia, subtus
pallidiora. Inflorescentiae in apice ramulorum annotinorum plerumque quaternae
panniculatae 5—8 cm longae, initio breviter et adpresse ferrugineo-pilosae, posterius
praeter calycis basin glabrescentes; pedunculus 2,5—4 cm longus vix compressus,
bracteae deciduae; ramuli oppositi, inferiores plerumque accessorio aucli, iterum
ramulosi et in apice cymulam 2—3-floram gerentes, cujus flores aut sessiles
aut intermedius usque 4 mm longe pedicellatus, laterales subsessiles sunt; pro-
phylla decidua. Floresalbi. Alabastra globoso-obovata ad basin attenuata, basi v.
inferne persistenti-pubescentia, superne glabrescentia. Calyptra chartacea glanduloso-
punctata. Calycis tubus inter stamina et ovarium cupuliformi-productus, intus glaber.
Petala 2—3 oblonga 4,5 mm longa v. deformata v. nulla. Stylus 6,5 mm longus
glaber ad apicem attenuatus. Ovarium 2-, raro 3-loculare, loculis ope placentae et
prominentiis parietis iterum subbilocellatis.
Habitat in Qu ba ad RioJipiro 150 m. alt., m. Maio flor.: Eggers n. 5404.
Obs. Inter C. syzygium et C. chytraculia quasi intermedia, sed bene distincta;
prior glabritie omnium partium, foliorum nervo medio lato supra prominente, floribus
omnibus pedicellatis fere duplo majoribus, posterior pube in ramulis hornotinis et
inflorescentiis persistente tomentosa, foliis ovato-oblongis longe acuminatis, alabastris
obsolete apiculatis, floribus duplo minoribus discrepant.
50. €. Tussaceana Berg in Linnaea XXVII (1855). p. 25; Grisb.
Flor. 255.
Calyptranthes rigida Tuss. Flor. Ant. III (1824). t. 26! — non Sw.
Chytraculia Tussaceana O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Habitat in Jamaica prope St. Anns, m. Aug. flor. (ex Tussac).
51. C. ehytraeulia Sw. Prodr. (1788). p. 79 et Flor. II. 921; Lun.
Jam. I. 61; DC. Prodr. HI. 257 (excl. patria St. Thomas el Guadeloupe);
Rich. Ess. Fl. Cub. 579 et in Sagra Cub. X. 275; Macf. Jam. II. 111; Grisb.!
Flor. 252 et Pl. Wr. 180 et p. p. Cat. 85; Sur, Cub. p. 40 (excl. syn. ), —
non Hemsl.! Biol. I. 408 (quae est C. pendula Berg).
Myrtus Chytraculia Linn. Syst. X. ed. 11 (1759). p. 1056 et Spec. I.
ed. I. 675 (excl. syn. Pluken.); Elmgr. Pug. Jam. in Linn. Amoen. V
(1759). p. 598.
Calyptranthes Chytraculia var. genuina Berg! in Linnaea XXVII (1855).
p. 27.
Chytraculia arborea O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Chytraculia arborea foliis ovatis etc. P. Br. Jam. (1756). p. 259. t. 97. f. 2!
Bastard Green Hart Jam. ex Browne.
598 L Urban.
Arbor 8 m alt., foliis breviter ovatis v. breviter ovalibus usque lanceolatis,
semper plus minus longe acuminatis, flor. albis (ex Essens). Flor. Mart.—Maio (ex Sw.
et Eac.), Jul. (ex Rıcn.), Jul., Aug., sed etiam Nov, in Jamaica, fruct. Dec.
Habitat in Cuba: Wright n. 163, 179, 388, ad Rio Purial 200 m alt.:
Eggers n. 5433; Jamaica: Alexander, Bertero, prope Cokley ad St. Mary's,
Port Royal Mountains, in Blue Mountains prope St. Thomas, Newcastle :
Bot. Dep. Herb. (E. Campbell, W. Cradwick, W. Harris) n. 5031—35,
5037, 5082, 5085, 5100.
52. C. pallens Grisb.! Kar. (1857). p. 67 el Flora 253 el Cat. 85;
Egg.! St. Croix p. 117 et St. Croix and Virg. Isl. p. 50; Kiaersk.! in Bot.
Tidsskr. XVII. 250 (p. p.); Fawc. in Bull. Bot. Dep. Jam. No. 11. p. 6.
Calyptranthes Chytraculia West St. Croix (1795). p. 291 (ex patria);
Nutt. Sylv. I. p. 101. t. 26!; Grisb.! Cat. 85 (p. p., nempe quoad n. 2415);
Chapm. Fl. South. Un. Stat. p. 151; Sarg. Sylv. V. 56. t. 208! — non Sw.
Eugenia pallens Poir. in Lam. Enc. Suppl. HI (1815). p. 122.
Myrtus zuzygium Wilstr. Guadel. (1827). p.68 (ex patria — non Linn. J.
Calyptranthes Syzygium Schlecht.! in Linnaea V (1830). p. 198; Grisb.
Kar. p. 68, — non Sw.
Calyptranthes Chytraculia var. B. ovalis. Berg!, y- trichotoma Berg!,
ò. pauciflora Berg!, s. zuzygium Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 27 et
28 (excl. syn.); Egg. St. Croix and Virg. Isl. p. 50.
Arbuscula 4—5 m alt. Floret in Cuba m. Jun., Jul., in St. Thomas Jul., Aug.
Habitat in Ke y insulis, e. gr. in Key Largo prope Florida solo corallino:
Curtiss n. 986 (sine flor. nec fruct.); Key West: Blodgett ex Nutt., Garber,
Palmer n. 164, Rugel n. 234; Miami: Garber; in Cuba prope La Fer-
mina: Wright n. (260), 2445, prope Matanzas: Rugel n. 626 (hb. Gotting.);
Jamaica propeKingston: Alexander; Haiti prope Marquissant: C. Ehren-
berg n. 250; Cayman Islands: Fawcett (hb. Kew.; St. Thomas in
sylvis rara: C. Ehrenberg, Friedrichsthal n. 350 (hb. Vindob.), Riedlé;
St. Croix: Eggers s. n; Guadeloupe in fruticetis caleareorum et locis
saxosis litoralibus: Bertero, Duchassaing, Duss n. 3512, l'Herminier.
Obs. C. Costaricensis Berg vix nisi pube et inflorescentiae ortu diversa.
53. C. Sintenisii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1889). p. 250.
Calyptranthes chytraculia Bello! Ap. (1881). p. 270; Krug Ic. t. 2191,
— non Sw.
Calyptranthes pallens Kiaersk.! l. c. (1889) (p. p. nempe specim. Port.).
Hoja menuda v. Limoneillo Portor. ex Pagan, Limoncillo de
monte Portor. ex Sint.
Frutex 3—4 m v. arbor usque 40 m alt. Fruct. m. Jun.
Habitat in Sto. Domingo prope Puerto-Plata ad flumen S. Marco 40 m
alt.: Eggers n. 2686; Puerto-Rico in Sierra de Luquillo in sylvis ad mon-
tem Jimenes, prope Añasco: J. B. Pagan in herb. Krug n. 444, 1515, Sin-
tenis n. 1662; Martinique: Plée n, 794 (an re vera ex hac insula, anne
ex Puerto-Rico ?).
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 599
Obs. Affinis est C. pallens Grisb. (nec, ul cl. Kiaraskov voluit, C. syzygium). Notae
differentiales praeter inflorescentiarum ortum (cf. supra) sunt haecce: C. Sintenisii ramu-
los novellos, inflorescentias, folia juniora subtus pilis adpressis parcis obsita, postremo
glabrescentia, folia in acumen abrupte contracta, alabastra globoso - obovata, inferne
subcontracto-attenuata, calycis tubum breviter conicum, margine supero reflexum
ideoque in fructu perbrevem, baccam 6—7 mm diametro praebet; C. pallens ramos ju-
niores adpresse sericeos, folia supra inferne ad nervum medium et subtus tenuiter seri-
ceo -pilosa, demum glabrescentia, plerumque non abrupte acuminata, inflorescentias et
alabastra ferrugineo-, illas postremo cinerascenti-sericeo - tomentosula, alabastra obo-
vata v. obovato-oblonga, inferne sensim attenuata, calycis tubum subanguste turbina-
tum, margine supero non reflexum ideoque in fructu breviter cylindraceum, baccam 4
ad 5 mm diametro offert. —- Specimina Portoricensia et Domingensia fructifera in apice
ramulorum inflorescentiae nudorum cicatrices 2 — 3 florum delapsorum demonstrant,
quam ob rem inflorescentiae sub anthesi in glomerulos 2—3-floros excurrerunt, ut exem-
plaria florifera Martinicensia; Sintenisiana ramulis hornotinis teretibus, omnia caetera
subteretibus et lineis 2 prominentibus decurrentibus gaudent.
54. C. elegans Kr. et Urb. (n. sp.) glabra; foliis 4—2 mm longe petio-
latis, ovatis, ovalibus v. subrhombeo-ovalibus, basi acutis v. cuneatis, apice
plerumque breviter v. brevissime et obtusissime acuminatis, 2,5 — 3,5 cm
longis, 4,3— 2 cm latis, dimidio usque duplo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra anguste sulcato-impresso , lateralibus supra vix, subtus
paullo magis prominulis, obsolete reticulato-anastomosantibus, creberrime
subpellucido-punctatis, chartaceis v. demum crassiuscule chartaceis; in-
florescentiis panniculatis multifloris folia dimidio usque duplo superantibus,
floribus in apice ramulorum ternis sessilibus; alabastris obovatis, apice bre-
vissime v. vix apiculatis, vix 2 mm longis, 4 mm diametro; stigmate puncti-
formi; baccis globulosis, 4—5,5 mm longis, 5—6 mm crassis.
Bois bagette v. bois petite feuille Martin. ec Duss.
Arbuscula elegans erecta. Ra mi vetustiores subteretes cortice brunneo v. cinera-
scente dehiscente obtecli, juniores lineis 2 e foliorum commissuris decurrentibus anci-
pites. Folia nervis lateralibus 8— 40 sub angulo cr. 60? abeuntibus ante marginem
conjunctis, punctis tenuissimis supra subimpressis, subtus brunnescentibus et subpro-
minulis, supra nitidula, subtus pallidiora opaca. Inflorescentiae in apice ramorum
annotinorum v. etiam ad nodos antecedentes plerumque quaternae 5—8 cm longae gla-
brae; pedunculus 4,5 — 4 cm longus parum compressus; bracteae et prophylla decidua;
ramuli inferiores saepius ternatim approximati, nunc alterni, omnes cymula 3-flora ter-
minati. Floresalbi. Calycis tubus sub anthesi campanulatus vix 2 mm longus, inter
staminum insertionem et ovarium profunde cupuliformis glaber; calyptra elanduloso-
punctata crassiuscule membranacea. Stylus 4 mm longus glaber ad apicem ipsum
attenuatus. Ovarium 2-loculare, placentis superne liberis sed sibi contiguis, ovulis in
quoque loculo 2. Baccae densissime slanduloso - punctatae, pericarpio tenui. Semi-
na 4, raro 2; testa straminea nitida elastica. Radicula elongata carnea quadrangularis
lateraliter sulcata, cotyledoni alteri sigmoideo- incumbens ; cotyledones contortuplicatae
sordide virides.
Habitat in Martinique, haud rara in collibus ad Morne Vert, Case-
Pilote, Marin ete.: Duss n. 205; St. Lucia: Anderson (hb. Kew.).
Obs. Habitu C. Thomasianae Berg affinis, quae pube ferruginea foliis 6 mm longe
petiolatis, obovatis v. plerumque obovato-oblongis coriaceis, nervo medio supra non v.
vix impresso, lateralibus magis arduis diversa est.
600 I. Urban.
55. C. obovata Kr. et Urb. (n. sp.) glabra; foliis 1,5 — 2,5 mm longe
petiolaus obovatis v. anguste obovatis, apice obtusissimis v. plerumque ro-
tundatis, basi sensim angustatis v. cuneatis acutis, 2,5 em longis, 4—2 em
latis, dimidio usque duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra
superne non, inferne sensim magis impresso, lateralibus supra prominulis
et subanastomosantibus, subtus obsoletioribus et non conjunelis, creberrime
pellueido-punctatis, chartaceis.
Rami plerumque dichotome divisi, vetustiores epidermide cito delapsa pallide
brunnei teretes, hornotini lineis 2 e foliorum commissuris decurrentibus notati. Folia
nervis lateralibus 8—10 sub angulo cr, 45? abeuntibus, punctis supra minutissimis brun-
neis, subtus minutis prominulis, adulta supra nitida, subtus multo pallidiora, margine
subrecurva. Flores et fructus ignoti.
Habitat in Tortola: Eggers n. 3217.
Obs. Affinis praecedenti quae foliis brevius petiolatis, obtusissime acuminatis, nervo
medio supra superne etiam impresso, subtus magis et distincte prominente, lateralibus
multo minus arduis discrepat, Fortasse varietas hujus speciei.
56. C. Faweettii Kr. et Urb. (n. sp.) glabra: foliis 3—5 mm longe pe-
tiolatis, anguste ovatis v. ovato-lanceolatis, apice satis longe sed obtuse
acuminatis, basi acutis v. subcuneatis, 3—4,5 em longis, 4,2—1,7 cm
latis, 2!/,—3-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra impresso,
lateralibus supra non conspicuis v. tenuissime impressis, subtus tenuiter
v. tenuissime prominulis non v. obsolete anastomosantibus, non pellueido-
punetatis, coriaceis; inflorescentiis pannieulatis satis multifloris, folia
aequantibus v. paullo superantibus; floribus in apice ramulorum ternis
sessilibus, raro lateralibus breviter pedicellatis; alabastris obovatis v.
melius (sectione longitudinali) subrhombeis, obtuse acuminatis 3 mm longis,
4,8 mm crassis glabris sublaevibus ; stigmate punctiformi.
Frutex v. arbuscula 2—5 m alta. Rami brunnei v. cinerascenles, cortice de-
hiscente et desiliente, postremo teretes, annolini et hornotini bicarinati, Folia nervis
lateralibus 7—8 sub angulo cr. 600 abeuntibus ante marginem conjunctis, supra punctis
leviter impressis donata, subtus non punctata, supra nitida, subtus pallida, margine
recurvala. Inflorescentiae ex apice ramorum usque 4 abeuntes, cum ramulis
plerumque 2 vegetativis in pseudoumbellam collectae, 3—5 cm longae glabrae, panni-
culatae, ramulis accessoriis nullis, 15—30-florae; pedunculus 1—3 cm longus com-
pressus el subbicarinatus; bracteae et prophylla decidua. Flores rosei. Calycis tubus
infundibuliformis 4,5 mm longus. Stamina numerosa; antherae didymae. Stylus
5 mm longus glaber superne sensim attenuatus. Ovarium biloculare; ovula in quoque
loculo 2 basi affixa. Bacca sphaeroidea 5—6 mm diametro.
Habitat in Jamaica in Blue Mountains, e. g. prope St. Andrews, m.
Sept. flor.: Bot. Dep. Herb. (W. Harris et C. F. Sullivan leg.) n. 50114,
5036, 5223.
Obs. C. elegans Kr. et Urb. foliis brevius petiolatis brevius et obtusius v. vix acumi-
natis tenuioribus, inflorescentiis folia duplo superantibus, calycis tubo inferne ovato,
alabastris multo minoribus obovatis apice rotundatis, abrupte brevissime apiculatis,
C. Thomasiana Berg foliis vix v. non acuminalis, nervo medio supra non impresso,
inflorescentiis rufo-tomentosulis, alabastris obovatis apice rotundatis, obsolete et
obtuse apiculatis recedunt. C. rigida Sw., quae habitu similis, ramulis gracilibus, inflo-
rescentiis 3-floris, alabastris globulosis etc. plane diversa est,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II. 601
57. €. Thomasiana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 26; Egg.!
St. Croix and Virg. Isl. p. 50 et Suppl p. 16; Kiaersk.! in Bot.
Tidsskr. XVII. 252.
Chytraculia Thomasiana O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Arbusculav.frutex3 m alt., flor. albis. Flor. Maio—Junio.
Habitat in St. Thomas: Riedle, ad Bolongo et in Signalhill in sylvis
300—400 m. alt.: Eggers s. n.
58. €. Bergii Kr. et Urb. ramulis hornotinis adpresse et laxe albido-
sericeo-pilosis, mox glabrescentibus; foliis 1,5—4 mm longe petiolatis
obovatis v. elliptico-oblongis, ad basin subeuneatis, nunc in petiolum
paullo angustatis, apice obtusissimis v. rotundatis, 3—4 «cm longis,
1,5—2 em latis, 2—9!/5-plo longioribus quam latioribus, nervo medio
supra superne prominulo v. planiuseulo, inferne plus minus impresso, late-
ralibus supra in juventute satis, in statu adulto vix prominulis, subtus
magis prominulis, punctis supra ereberrimis non pellueidis, subtus brevis-
sime albido-sericeis, demum glabrescentibus, postremo rigide chartaceo-
coriaceis: inflorescentiis trichotomis 9-lloris, folium aequantibus v. dimidio
brevioribus, floribus in apice ramorum ternis sessilibus; alabastris breviter
obovatis obsolete et obtuse apiculatis; baccis breviter globulosis cr. 4,5 mm
longis, 6 mm diametro.
Calyptranthes Thomasiana var, obscura Berg! in Linnaea XXX (1861).
p. 652; Grisb.! Cat. p. 83 p. p. (nempe quoad specim. fruchf.).
Rami vetustiores teretes grisei glabri, hornotini compressiusculi, lineis e foliorum
commissura decurrentibus binis elevatis notati, brunnei, glandulis parvis nigrescentibus
granulati. Folia nervis lateralibus 7—40 sub angulo 30—450 abeuntibus, nunc aliis
tenuioribus interjectis, interdum reticulato-anastomosantibus, ante marginem con-
juactis, punctis creberrimis supra impressis, subtus prominulis nigris v. inconspicuis,
supra glabra subnitidula, margine plana v. recurvata. Inflorescentiae in
apice ramorum annotinorum plerumque quaternae 2—3 cm longae, initio adpresse
pilosulae, demum glabrescentes; pedunculus 4—2 cm longus compressus; ramuli
3 aequilongi 4—9 inm longi; bracteae deciduae; prophylla ovato-oblonga 4 mm longa
decidua, Alabastra 2,5 mm longa, apice rotundata, brevissime praesertim ad basin,
albido-pilosa. Calycis tubus inter staminum insertionem el ovarium cupuliformis,
intus elaber. Baccae obsolete pilosulae, glanduloso-granulatae.
Habitat in Cuba: Ramon de la Sagra, Wright n. 2418.
Obs. C. Thomasiana Berg pube in partibus juvenilibus, praesertim in inflorescentia
ferruginea, foliis longius (cr. 6 mm Jonge" petiolatis, brevissime et obtusissime, sed
plerumque manifeste acuminatis, nervis lateralibus subtus obsoletis, inflorescentia fere
semper multiflora, alabastris obovato-turbinatis diversa,
59. C. enneantha Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875). p. #0.
Habitat in Cuba: Wright n. 3547.
60. C. graeilipes Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875). p. 59.
Calyptranthes Thomasiana var. obscura Grisb.! Cal. (1866). p. 85 p. p.
(nempe quoad. specim. flor.), — non Berg.
Habitat in Cuba: Wright n. 2417.
602 I. Urban.
c, Inflorescentiae folio pluries breviores, brevissime pedunculatae v. sessiles, pluriflorae.
61. C. sericea Grisb.! Flor. (1860). p. 255; Kiaersk.! in Bot.
Tidsskr. XVI. 250.
Debasse Trinit. ex Crueg.
Arbor 5 m alta, flor. albis. Flor. m. Oct. (ex Feel,
Habitat in Dominica: Imray; Martinique: Duss n. 1245; Tobago
prope Frenchfield in sylvis interioribus, 330 m. alt.: Eggers n. 5538;
Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 1297.
Obs. Aflinis C. fasciculata Berg Guianensis foliis floribusque majoribus differt.
Var. (? Hahnii Kr. et Urb. inflorescentiis (fructiferis tantum notis)
sessilibus v. subsessilibus, floribus ob axes omnes valde abbreviatos in
axillis foliorum glomeratis, foliis paullo brevius petiolatis, in acumen ple-
rumque minus longum protractis.
Bois de basse rouge Martin. ex Duss.
Frutex 1—3 m altus. Baccae globosae 7—9 mm diametro, glanduloso-granulatae
et inter glandulas brevissime sericeae. Semen solitarium; testa nitida straminea v.
brunnescens elastica. Embryo reniformi-curvatus; radicula elongata seminis partes
3/4 cingens in sulca cotyledonum contortuplicatarum sita quadrangularis.
Habitat in Martinique, in sylvis montanis, m. Mart. (ruct.: Duss
n. 203, 618, Hahn n. 548, 1481.
d. Inflorescentiae capitalae pluriflorae pedunculatae nunc (in C. capitulata) subsessiles.
62. C. capitulata Wr. in Sauv. Cub. (1875). p. 59 (sphalmate sub
capilulata).
Marlieria elliptica var. Cubensis Grisb.! Cat. (1866). p. 86.
Habitat in Cuba: Wright n. 2462.
63. €. mierantha Wr. in Grisb.! Cat. (1866). p. 85; Sauv. Cub.
p. 59 (excl. synon.).
Habitat in Cuba oceidentali prope Salado: Wright n. 9414.
64. C. punctata Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 181 et Cat. p. 83 (excl.
synon.); Sauv. Cub. p. 59.
Habitat in Cuba secus rivulos prope Monteverde: Wright n. 1904.
e. Inflorescentiae 3-florae, pedunculatae.
65. C. ferruginea Kr. et Urb.
Eugenia ferruginea Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 591 et in Sagra
Cub. X. p. 283.
Calyptranthes cuprea Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 655.
Chytraculia cuprea O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Eugenia albicans Rich. herb. ex Berg, — non L. Cl. Rich.
Habitat in Cuba in Vuelta de Abajo: Valenzuela.
Obs. A C. punctata Grisb., cui cl. autor speciem Bergianam sub titulo synonymi
conjunxit, foliis acutis v, breviter acuminatis, subtus cupreo-sericeis, pedunculis duplo
tenuioribus 3-floris bene diversa.
Additamenta ad cognitionem florae [ndiae occidentalis. II. 603
66. C. rigida Sw.! Prodr. (1788). p. 80 et Flor. II. 925; Lun. Jam. I.
62; DC. Prodr. III. 257; Berg! in Linnaea XXVII. p. 52; - Grisb.! Flor.
255 et Pl. Wr. 181 et Cat. $6; Sauv. Cat. 40
Chytraculia rigida O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Var. apicata Wr. in Grisb. Cat. (1866). p. 86.
Habitat in Cuba: Wright n. 166; Jamaica in summis montibus
Catharine Hill paroechiae St. Andrews: Swartz in herb. Willd. n. 9587.
— Var. in Cuba: Wright n. 2416.
67. C. Cubensis Berg! in Linnaea XXIX (1858). p. 215; Sauv. Cub.
p. 40.
Chytraculia Cubensis O. Ktze. Rev. I (1891). p. 258.
Habitat in Cuba prov. Guinea m. Sept. flor.: Linden n. 2213.
Obs. A cl. Grisebach cum sua C. rostrata confusa, sed ramulis hornotinis tere-
tibus, petiolis 5—7 mm longis, foliis ovalibus v. ovali-oblongis facile distinguenda.
68. C. rostrata Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 181 et Cat. p. 86 (excl.
syn. Berg.); Sauv. Cub. 59.
Frutex v. arbuscula, alabastris viridulis, demum badiis, staminibus
flavidis. Flor. m. Jun., fruct. m. Jan.
Habitat in Cuba in sylvis densis prope Monteverde: Wright n. 174,
1216.
f. Inflorescentiae uniflorae, pedunculatae.
69. C. calyptrata Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 181 et Cat. p. $5; Sauv.
Cub. 39.
Habitat in Cuba: Wright n. 165.
70. €. Wilsoni Grisb.! Flor. (1860), p. 255.
Habitat in Jamaica, Eastern peak of John Crow Hill near Bath,
1000 m alt.: Wilson n. 335.
v. Inflorescentiae uniflorae sessiles ideoque ad nodos flores 4—4 obvii.
71. €. Krugii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1889). p. 248. Fig. I
in p. 249, lab. 11 C! |
Frutex 2—4 m alt., staminibus albis. Flor. m. Jul.
Habitat in Puer to- Rico in Sierra de Luquillo in monte Jimenes et
in summo monte Yunque: Sintenis n. 1472, 1473.
79. €. rotundata Grisb. Pl. Wr. (1860). p. 181 et Cat. $6; Sawv.
Cub. 40.
Frutex 3—4-metralis, baccis rubris.
Habitat in Cuba in praeruptis prope Monteverde: Wright n. 1215.
Obs. An re vera ex affinitate C. Krugii?
l Species dubiae sedis.
73. C. nummularia Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 652.
Chytraculia nummularia O. Ktze. Rev. I (1891). p. 238.
Habitat in Sto. Domingo: Richard.
601 |. Urban.
XII. Krugia Urb.
in Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. X1 (1895). p. 575.
Calycis tubus quoad adnatus perbrevis, supra ovarium eupuliformi-
produetus, in alabastro breviter apertus, lobis 5 inaequilongis, 9 interiori-
bus longioribus inferne corollae adnatis, posterius non profundius seceden-
übus. Petala er. 3 conglutinata, sub anthesi cum lobis ealycis adnatis
calyptratim decidua. Stamina oo-seriata, libera filamentis filiformibus;
antherae subdidymae, loculis parallelis longitudinaliter dehiscentibus.
Ovarium 2-loculare; stylus filiformis, superne attenuatus, stigmate parvo;
ovula in loculis 2 collateralia. Bacca calycis limbo coronata. Semina
2—3; embryonis radicula longissima incurva. Cotyledones contortu-
plicatae. — Arbor habitu Myrciae, incola Indiae occidentalis et Guianae.
Obs. Genus Marlieriae et Calyptrantho affine, a priore petalis cum sepalis 2 calyp-
tratim deciduis et calyce non profundius diviso, ab ulteriore corolla calyptram formante
diversum.
74. K. ferruginea Urb. ramulis annotinis cito glabrescentibus, hor-
notinis solemniter ferrugineo- villosis; foliis 5—8 mm longe petiolatis,
ovalibus v. ovali-elliptieis, basi acutis v. obtusis, apice in acumen plus
minus longum obtusum plerumque subito angustatis, 8—14 cm longis,
4—6 cm latis, er. duplo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus
supra tenuiter, subtus magis prominentibus, creberrime et tenuiter pellu-
eido-punctatis, junioribus pubescentibus, posterius glabrescentibus; in-
llorescentiis pannieulatis folio 2—3-plo brevioribus, bracteis persistentibus,
pedicellis nullis; alabastris obovato-globosis vix 3 mm longis; sepalis quoad
liberis semilunaribus; baccis globosis v. breviter globosis 6—8 mm diam.
Eugenia ferruginea Poir. ! in Lam. Enc. Suppl. III (1815). p. 124.
Myrcia ferruginea DC.! Prodr. HI (1828). p. 243; Kew Bull. !Nr. Sl.
p. 252 p. p., non aliorum.
Marlierea acuminata Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 13.
Marlieria elliptica Grisb.! Flor. (1860). p. 255.
hrugia elliptica Urb. ! in Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1895). p. 576.
Arbor usque 20 m alta. Ramuli annotini brunnei v. cinerascentes, cortice sae-
pius dehiscente. Folia nervo medio supra impresso, lateralibus 14—48, tenuioribus
aliis interjectis, reticulato-anastomosantibus, in nervum marginalem conjunctis, supra
nitida, tenuissime v, obsolete impresso-punctulata, subtus opaca pallidiora plerumque
manifeste punctata, juniora supra brevissime pilosa v. tomentosula, subtus ferrugineo-
tomentoso-villosa, sed mox glabrescentia, chartacea. Inflorescentiae ex axillis
foliorum binorum summorum solitariae, 3—6 cm longae, cum bracteis et calyce ferru-
gineo-villoso-tomentosae; pedunculus 4—2 cm longus; bracleae late triangulares ob-
tusae v. obtusiusculae 2,5—1,5 mm longae; flores in apice ramulorum glomerati; pro-
phylla triangulari-suborbicularia 4—1,3 mm longa obtusa. Sepala inaequilonga,
longiora (petalis subadnata) 4 mm, breviora 0,3—0,5 mm longa, haec persistentia et sub
anthesi patentia v. subreflexa. Petala membranacea glanduloso-punctata. Stamina
in alabastro inflexa, evoluta 4—5 min longa. Stylus glaber 6—6,5 mm longus. Ovarium
perbreve semiglobosum. Bacca apice calycis residuis coronata, ad apicem et basin
pilosa, caeterum glabra, elevatim glauduloso-punctata, pericarpio crustaceo. Semina
DN
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. ll. 605
mulua pressione inaequalia ; testa laevis nitida chartacea elastica. Cotyledones con-
tortuplicatae, altera basi sagittata magis extera alteram plus minus amplectens; radicula
elongata seminis partes 3/, cireumcingens, praesertim in cotyledonis prioris sulca sita.
Habitat in St. Vincent in sylvis montium St. Andrews rara, 500—
800 m alt., m. Junio flor. et fruct. in eadem arbore: Smith n. 259, 1758;
Trinidad in sylvis ad Caroni: Eggers in herb. Haun. n. 1426, ed. Rensch
n. 4134, ad St. Anns: Crueger; praeterea in Guiana Gallica ad Cayenne:
Patris (herb. Candoll.), Richard (herb. Haun.), Anglica: Rich. Schomburgk
n. 907. Vidi specimen Poiretii originarium in herb. Florent.
XIII. Gomidesia O. Berg.
5. 6. Lindeniana Berg! in Linnaea XXIX (1858). p. 208; Grisb.!
Pl. Wr. 180 et Cat. 85, — non Myrcia Lindeniana Berg! in Linnaea
XXVII (1855). p. 86.
Myrcia Fenzliana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 121 (nomen
nudum) et in Mart. Flor. Bras. XIV. 1 (1857). p. 196, — non Gomidesia
Fenzliana Berg! in Linnaea XXVII (1855). p. 9 (nomen nudum) et in Mart.
Flor. Bras. XIV. I (1857). p. 20.
Myrcia Lindeniana Wr. et Sauv.! Cub. (1875). p. 40. — non Berg.
Myrcia Sintenisii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 257 et in
Warm. Symb. XXXIX. 110.
Cieneguillo Portor. ex Sint.
Frutex 3 m v. arbor 5—10 m alt., floribus albis odoratis, baccis inilio
viridibus v. flavis, dein flavis, postremo nigris, — Flor. Jun.—Sept., fruct. April.—Jun.
Habitat in Cuba in monte Lomo del Gato, in monte de la Clarita 800 m
alt., prope la Guinea: Eggers n. 5177, Linden n. 2133, Wright n. 462; in
Haiti in monte Furcy 1500 m alt.: Picarda n. 819, 1018; in Puerto-Rico
in sylvis primaevis inter Bayamon et Aguas Buenas 500 m alt., prope
Aybonito, Barranquitas, Adjuntas, Lares: Sintenis n. 967, 2399’, 4041,
4436, 6080, Stahl n. 720; in Montserrat: Ryan in Herb. Haun. ; prae-
terea in Brasiliae prov. Minas Geraés: Sellow n. 986, 1125.
Obs. I. Si genus Gomidesiae asservatur, nomen »Gomidesia Lindeniana«, si Gomidesia
cum Myrcia conjungitur, nomen »Myrcia Fenzliana« prioritatis causa praeferendum
ideoque Gomidesia Fenzliana cum cl. Kıaerskou (in Warm. Symb. XXXIX. p. 409) in
Myrciam Ilheosensem Kiaersk. mutanda est.
Obs. II. Habitu formis Myrciae ferrugineae, praesertim var. Dussii simillima, sed
bracteis superioribus longe persistentibus, lobis calycinis triangularibus (nec rotundatis),
baccis sublaevibus (nec granulato-tuberculatis) et praesertim antheris statim dignoscenda.
XIV. Eugenia Linn.
Den Ausgangspunkt für die mannigfaltigen, aber keinerlei Sehwierig-
keiten darbietenden Blütenstände der Gattung Eugenia bilden Einzel-
blüten aus der Achsel der Laubblätter verlängerter diesjähriger Seitenzweige.
606 I. Urban.
Hieraus ergeben sich durch weitere Differenzierung für die westindischen
Arten folgende Abänderungen:
4. Nur die Achseln der unteren Blätter eines Zweiges sind fruchtbar.
2. Diese fruchtbaren Blätter sind zu Schuppen reduciert, z. B. bei
E. ligustrina und Verw., E. brevipes.
3. Der Zweig wächst oberhalb des obersten fruchtbaren Schuppen-
blattpaares nieht weiter, sondern bildet hier eine geschlossen bleibende
Laubknospe. Dadurch entstehen die häufigen paarzühligen Trauben z. B.
bei E. biflora und Verw., E. Domingensis und Verw. Selten ist die termi-
nale Laubknospe in eine Blüte umgewandelt, so häufig bei E. biflora var.,
E. Harrisii, fast immer bei E. Fadyenü. Wenn die Laubknospe sofort in
einen Zweig auswüchst, was ausnahmsweise bei sonst traubigen Inflores-
cenzen geschehen kann, z. B. E biflora var. ludibunda (leg. Sınrenis), oder
bei den Sto. Domingo-Exemplaren von E. mucronata gegenüber den
Gubensischen derselben Art, so gewährt der Blütenstand auf den ersten
Blick einen in der Gruppe ungewohnten Anblick.
4. Durch Stauchung der Hauptachse der Inflorescenz entstehen die
Blütenbüschel von E. procera und Verw., E. pseudopsidium und Verw.
9. Werden auch die Nebenachsen (Pedicelli) unterdrückt, so resultieren
die Köpfchen, besonders gern an älteren entblätterten Zweigen, z. B. bei
E. floribunda und Verw.
6. Eine Vermehrung der Blütenstünde in den Blattachseln findet statt
durch das Auftreten unterständiger Beiknospen z. B. bei E. axillaris und
Verw., oder dadurch, dass die unteren basal stehenden Bracteen keine
Einzelblüten, sondern wiederum Blütenstünde hervorbringen, letztere
besonders gern an den Knoten entblätterter Zweige (zusammengesetzte
Knüuel).
7. Werden die Vorblätter fruchtbar, so entstehen in Cymen auslaufende
Rispen oder Corymben z. B. bei E. umbraculifera, E. fragrans und Verw.,
E. Vincentina.
Terminale Inflorescenzen finden sich nur ausnahmsweise und nur bei
einzelnen Individuen, z. B. bei E. biflora var. ludibunda (Sintenis n. 6803),
indem die Laubblätter an der Spitze der Zweige allmählich kleiner werden
und in Einzelblüten führende Bracteen übergehen.
Der Embryo ist entweder gar nicht differenziert, indem die Kotyle-
donen und die Radicula eine einzige ungegliederte Masse bilden, so bei
E. biflora und Verw., oder die Radicula ist deutlich zu erkennen, aber mit
den Kotyledonen völlig verwachsen, oder die Spitze der Radieula ist frei,
oder die Kotyledonen sind auf einem mehr oder weniger breiten Mittel-
felde, welches sieh der Lünge nach durch den Embryo zieht, frei, sonst
aber verwachsen, so bei den meisten Arten, oder die Kotyledonen und die
Radicula sind ganz frei bei E. fragrans.
Die von mir gebildeten Gruppen umfassen mit wenigen Ausnahmen
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, Il. 607
solche Arten, welche nach meiner Meinung durch nahe Verwandtschaft
zusammengehóren; die vorangestellten Charaktere erheben jedoch nicht
den Anspruch, dass man danach immer die Gruppen wiedererkennen kann.
a. Folia 0,5—1,5 cm longa coriacea. Flores 4—pauci axillares subsessiles v. breviter
pedunculati.
76. E. vitis-idaea Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1875). p. 42.
Habitat in Cuba prope Monteverde, Yateras, m. Maio flor.: Wright
n. 3554.
71. E. melanadenia Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis pilis brevibus
patulis sursum curvatis dense indutis; foliis er. 4 mm longe petiolatis ova-
libus v. ovali-oblongis utrinque rotundatis, 0,8—1,5 cm longis, 0,4—0,7 em
latis, dimidio usque 21/,-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra
obsolete prominulo v. subsulcato, subtus sub apice non conspicuo, inferius
parum prominente, lateralibus 3 — 5 supra parum v. vix, subtus non con-
spicuis, subtus crasse nigro-punctatis, coriaceis glabris v. glabrescentibus;
floribus in axillis foliorum solitariis v. binis subsessilibus; sepalis 4, majo-
ribus obovatis apice rotundatis 1,8—92 mm longis, minoribus semiovalibus;
ovario extrinsecus glabro, 2-loculari, ovulis in quoque loculo 4— 5.
Myrtus cerasina Spreng. ! Syst. II (1825). p. 481 (excl. descr. pedun-
culorum), — non Vahl.
Eugenia cyphophloea Grisb.! Cat. (1866). p. 87 (quoad plantam
Nr. 2449, excl. descr.).
»Frutex debilis 0,7 —2 m altus« (ex Wn.). Rami vetustiores teretes albescentes
glabrescentes cortice rimoso, sed non desiliente, hornotini in sicco brunnei. Folia glan-
dulis initio bene, postremo vix v. non pellucidis supra parum tuberculato-prominulis,
subtus bene manifestis nigris v. medio nigrescentibus obsita, rigida, glabra v. supra
praesertim ad nervum medium parce pilosula, plana v. supra ad nervum medium leviter
sulcata, supra nitida, subtus brunnescentia, margine incrassato recurvata. Bracteae
minutae; pedicelli subnulli; prophylla triangulari - orbicularia v. breviter ovata obtusa
pilosula 0,4—0,5 mm longa. Sepala chartacea, ad marginem attenuata, superne ciliata,
utrinque glabra, dorso glanduloso-tuberculata. Petala obovata 4 mm longa membra-
nacea margine supero ciliata, ad medium glanduloso-punctata, nervis e basi cr. 5. Fi-
lamenta numerosa; antherae orbiculares. Stylus 4 mm longus glaber, ad apicem
attenualus; stigma minutum. Ovarium breviter obovatum, apice inter staminum in-
sertionem brevissime pilosum, circa stylum ipsum glabrum.
Habitat in Cuba in sylvulis prope Toscano, m. Jun. flor. : Wright n.
2449; Sto. Domingo: Bertero n. 375.
Obs. Specimina optime congruentia ; descriptio floris ex exemplari Wrightiano. E.
vitis-idaea Wr. et Sauv. affinis ramulis hornotinis minutissime patenti-pilosulis, foliis apice
emarginatis, ad basin cuneatis, nervo medio supra impresso, floribus minoribus, sepalis
majoribus vix 4 mm longis, ovario semigloboso longe distat, E. cyphophloea Grisb. vera
recedit foliis majoribus, minus crassis, inferne cuneato angustatis, utrinque creberrime
et multo tenuius punctatis, sepalis longioribus semiovalibus 4,3 mm longis, antheris
ovalibus duplo majoribus, stylis 6,5 mm longis et praesertim ovarii loculis 12—44-
ovulalis.
608 |. Urban.
78. E. alpina Willd.! Spec. II. (1800). p. 961; DC. Prodr. IH. 265;
Macf. Jam. II. 115; Berg! in Linnaea XXVII. 141; Grisb.! Flor. 256;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 257.
Myrlus alpina. Sw.! Prodr. (1788). p. 77 et Flor. II. 885; Lun.
Jam. I. 557.
Myrtus rigida Sw. in herb. ex DC.
Habitat in Jamaica in cacumine montium caeruleorum, m. Nov. et
Dec. flor.: Alexander, Bot. Dep. Herb. n. 887, Swartz in herb. Willd. n.
9507, Blue Mountains Peak et Monkey Hill, m..Jun., Sept. flor.: Bot. Dep.
Herb. (W. Harris) n. 5004— 6.
19. E. Pieardae Kr. et Urb.
Eugenia microphylla L. Cl. Rich. ! Msc. apud Berg in Linnaea XXX (1861).
p. 672, — non A. Rich.
Frutex 1—4,50 m altus (ex PICARDA).
Habitat in Sto. Domingo: L. Cl. Richard (mus. Paris.); Haiti in Morne
Tranchant 1900 m. alt.: Picarda n. 1009.
b. Folia 3—5 cm longa glabra v. glabrescentia. Flores magni; sepala (deflorat(a majora
4—5 mm longa.
80. E. Camarioca Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1873). p. 42.
Psidium parvifolium Grisb.! Cat. (1866). p. 285, — non p. 91.
Frutex 3—4 m altus. Baccae rubro-aurantiacae, globosae 412—1415 mm diam.
Habitat in Cuba in cacumine de las Tetas de Camarioca: Wright n.
2552.
Obs. Psidium parvifolium differt ramulis hornotinis tetragonis glabris, foliis brevius
petiolatis obovatis 4,5—3 cm longis, nervis lateralibus non v. vix conspicuis nec relicula-
lis, coriaceis rigidis, calyce in lobos subirregulares acutiusculos scisso.
81. E. megalopetala Grisb.! Cat. (1866). p. $9; Sauv. Cub. p. 40.
Cerezo del pinar Cub. ex Sauv.
Habitat in Cuba occid. prope S. José: Wright n. 2444.
c. Folia 1—2 cm longa, concava, apice in mucronem rigidum pungentem producta.
Flores in axillis foliorum solitarii breviter pedunculati.
82. E. retivenia Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1873). p. 44.
Eugenia mucronata Grisb.! Cat. (1866). p. 88, — non Berg.
Habitat in Cuba: Wright s. n.
Obs. E. mucronata Berg foliis membranaceis v. chartaceis planis, mucrone bre-
vissimo v. obsoleto non pungente, nervo medio impresso, floribus duplo minoribus,
ovario adpresse pubescente obovato etc. toto coelo diversa.
d. Cubenses. Folia 4—5 cm longa, subtus evenia glabra, Flores in axillis foliorum et
ad apices ramorum 4—6 glomerati v. subcorymbosi, pedunculo communi nunc paullum
evoluto.
83. E. rigidifolia A. Rich.
Var. œ. genuina Kr. et Urb. foliis oblongo- v. lanceolato-linearibus
v. linearibus 4—8- plo longioribus quam latioribus, sepalis majoribus
2— 2,3 mm longis.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II. 609
Eugenia, rigidifolia A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 585 et in Sagra
Cuba X. p. 279; Berg! in Linnaea XXX. p. 679 (cum var. angustifolia et
var. latifolia); Grisb.! Cat. p. 87 (non Flor. p. 741); Sauv. Cub. p. 40.
Birijí de hojas menudas Cub. ex Sauv.
Habitat in Cuba prope S. Marcos: Wright n. 2450, in montibus partis
oecidentalis Vuelta de Abajo, m. Mart. flor.: Valenzuela.
Var. B. phillyreifolia Kr. et Urb. foliis oblongo-ellipticis er. 3-plo
longioribus quam latioribus, sepalis majoribus 2,5—3 mm longis.
Eugenia phyllireaefolia A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 585 et in
Sagra Cuba X. p. 279; Berg! in Linnaea XXX. p. 680; Grisb. Cat. 87 ;
Sauv. Cub. p. 40.
Myrtus Sagraea Grisb.! Cat. (1866). p. 90 p. p., — non Berg.
Habitat in Cuba: Wright n. 2439 p. p., 3549, in montosis partis
occidentalis Vuelta de Abajo m. Mart. flor.: Valenzuela.
84. E. xystophylla Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 196; Soup,
Cub. p. 45.
Habitat in Cuba ad ripam fluminis S. Juan et in sylvis montanis Ta-
buresa et Calajabos: E. Otto n. 237.
85. E. rimosa Wr. et Sauv. ramulis hornotinis minutissime patenti-
pilosulis; foliis 2—2,5 mm longe petiolatis ovatis v. anguste ovatis obtuse
v. acute acuminatis, basi rotundatis v. acutiusculis 2—3 em longis, 1—
1,3 em latis er. 2-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra
anguste impresso, subtus superne parum, inferne magis prominente, latera-
libus subtus non, supra non v. vix conspicuis, glandulis supra granulato-
prominulis, glabris, rigide coriaceis; floribus 3—6 glomeratis sessilibus v.
subsessilibus; sepalis 4 rotundatis apieulatis er. 4,5 mm longis; petalis
obovatis 2,5—3 mm longis; ovario extrinsecus albido-sericeo, 2-loculari,
ovulis 2—3-seriatis.
Eugenia rimosa Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875). p. 40 (nomen
nudum).
Myrtus Sagraea Grisb.! Cat. (1866). p. 90 p. p., — non Berg.
Rami vetustiores teretes cinerascentes cortice rimoso, hornotini subcompressi.
Folia posterius non pellucido-punctata, subtus plus minus manifeste nigro-punctulata,
in sicco brunnescentia, margine integro v. obsolete crenulato recurvato. Flores in
axillis foliorum et ad apices ramulorum ; prophylla ovato-acuminata 4,2—1,5 mm longa
ovario aequilonga pilosa glanduloso-verruculosa. Sepala longiora orbicularia brevis-
sime apiculata breviora semiorbicularia, manifeste apiculata s. mucronata subcoriacea,
margine dense et breviter ciliata, intus minutissime sericea, extrinsecus glabra glan-
duloso-tuberculata. Petala apice rotundata 2mm lata, superne dense glanduloso-punc-
tata et margine brevissime ciliata, nervis e basi 5 v. 7. Stamina numerosa; antherae
defloratae orbiculares. Stylus 3,5 mm longus glaber; stigma minutum. Ovarium
vertice parum productum et glabrum. Discus staminiger breviter pilosulus.
Habitat in Cuba: Wright n. 2439 p. p., 3550.
Obs. E. zystophylla valde affinis foliis majoribus 2,5—5 cm longis magis acumi-
natis supra laevibus, nervo medio subtus magis prominente, floribus majoribus , sepalis
acuminatis, stylo 4,5—5 mm longo differt.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd, 39
610 L Urban.
e. Cubenses. Folia 4—2 cm longa subtus pilosula et demum glabrescentia aut sericea,
evenia, Flores in axillis foliorum 4—2, brevissime pedicellati. Sepala omnia longe
acuminata.
86. E. scaphophylla Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1873). p. 41.
Eugenia revoluta Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 182 et Cat. 87, — non
Berg.
Eugenia sylvicola Wr. et Sauv.! in Soup, Cub. (1873). p. 41. (nomen
nudum).
Semina 4 v. 2, si solitaria, subhippocrepiformi-curvata, si bina, latere ventrali
profunde sulcata. Coty ledjones plane conferruminatae, radicula non conspicua.
Habitat in Cuba: Wright n. 167, 171, in collibus Rangel ad rivulum
Veinti-cinco: Wright n. 3554, prope Pinal de St. Ana 800 m alt., m. April.
flor.: Eggers n. 5006. `
87. E. revoluta Berg! in Lungen XXIX (1858). p. 224; Sauv. Cub. 40.
Habitat in Cuba prope Santiago in montibus Sierra Maestra m. Jul.
flor.: Linden n. 2007 et in collibus aridis ad El Cobre: Linden 2060.
f. Cubenses. Folia 1—3,5 cm longa, subtus sericea non venosa. Flores in axillis v. ad
apicem ramorum 4—5 sessiles v. brevissime pedicellati. Sepala mutica v. apiculata.
88. E. tubereulata DC.! Prodr. III (1828). p. 275; Deless. Ic. sel. II.
p. 43. 1. 76!; Rich.! Ess. Fl. Cub. 587 et in Sagra Cuba X. 280; Berg! in
Linnaea XXVII. 183.
Myrtus tuberculata H. B. K.! Nov. Gen. VI (1823). p. 148.
Eugenia revoluta Willd. herb. n. 9520, — non Berg.
Bacca breviter ovata 7—8 mm longa, 6 mm diametro, glanduloso-tuberculata,
pericarpio crustaceo, 4-sperma, Semina reniformia, sed mutua pressione angulata,
testa adnata. Cotyledones omnino conferruminatae, valde geniculato-curvatae; radi-
cula libera brevis cotyledonibus 3—4-plo brevior inflexa,
Habitat in Cuba: Greene, prope.Habana fl. m. Sept., Oct.: Ramon de
la Sagra, ad Regla: Humboldt et Bonpland, in Monte de Manati, m. Febr.
fruct.: Eggers n. 4770.
Obs. Placentae breviter lamelliformi-dilatatae, ut in Myrto, sed plus minus con-
natae, stigma minute capitatum Eugeniae, embryo curvatus forma Myrti.
89. E. heterophylla A. Rich. ramulis hornotinis brevissime patenti-
pubescentibus; foliis 2—3 mm longe petiolatis, obovatis, ovatis v. ellip-
ticis (v. ex Rıcı. oblongo-linearibus) ,- apice Sbtusis v. acutis et brevissime
apiculatis, ad basin cuneatis, 2—3 cm longis, 4—2 cm latis dimidio usque
duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra solemniter impresso,
lateralibus supra tenuiter prominulis nunc obsoletis, hine illine ramosis sed
non reticulatis, subtus inter pubem parum v. non conspicuis, supra glan-
dulas nune parcas vix prominulas v. subimpressas gerentibus, sublaevibus,
subtus albide sericeo-pilosis, pube demum minus conspieua, coriaceis,
margine recurvatis; floribus in axillis foliorum 4—4 subsessilibus v. usque
2 mm longe pedicellatis; sepalis 4, orbicularibus v. semiovalibus apiculatis
v. breviter mucronatis 4,5—1,8 mm longis; petalis 3,5—4 mm longis;
ovario 2-loculari, ovulis er. 3-seriatis ; baccis globulosis.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 611
Eugenia heterophylla A. Rich. Ess. Fl. Cub. (1845). p. 586 et in Sagra
Cub. X. p. 280 (ex descr.).
Eugenia tuberculata var. 8. uniflora Berg in Linnaea XXX (1861).
p. 682.
Eugenia tuberculata Grisb.! Cat. (1866). p. 87 (cum var. uniflora om-
nino identica) ; Sauv. Cub. 40, — non DC.
Grajo inc. Cub. ex Sauv.
Rami vetustiores cinerascentes glabrescentes, glandulis parvis brunneis plus
minus conspicuis obsessi. Folia nervo medio subtus crasse prominente , lateralibus
10—20 sub angulo 70—75? abeuntibus ante marginem conjunclis, supra nitida in sicco
obscure brunnea glabrescentia, subtus pallide brunnea, punctis non v. vix pellucidis.
Bracteae 2—14,5 mm longae ovato-oblongae obtusae pilosae; prophylla ovario aequi-
longa triangulari-acuminata cr. 4,5 mm longa. Sepala margine dense pubescentia,
dorso ad medium puberula, glanduloso-tuberculata, intus brevissime sericea chartacea.
Petala rotundata glanduloso-punctata, dorso praeter pilos parcos brevissimos supra
basin obvios glabra membranacea. Stylus 4 mm longus glaber superne geniculatus.
Ovarium albo-sericeum, vertice inter staminum inserlionem brevissime pilosum, circa
stylum glabrum. Bacca (junior) globulosa minute granulata.
Habitat in Cuba: Wright n. 2437, 2445.
Obs. E.tuberculata, quacum ab auctoribus confusa est, foliis 4—2 mm longe petio-
latis, magis conformibus oblongis v. obovato-oblongis, margine revolutis, supra tuber-
culato-rugulosis recedit.
g. Portoricensis heterophylla. Folia 0,8—1,5 cm longa, nervo medio supra prominulo.
90. E.? Bellonis Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis glabris sub-
glabrisve; foliis 4—2,5 mm longe petiolatis, quoad formam in eodem speci-
mine valde variabilibus, exacte ovatis, basi et apice rotundatis, obsolete
apiculatis 1,2—1,5 em longis, 0,8—1,3 cm latis, v. ovato-ellipticis, ob-
longis usque lanceolato-linearibus et hisce utrinque subaequaliter angusta-
tis acutis, 4,5—0,8 cm longis, 0,7—0,15 cm latis, nervo medio supra pro-
minulo, lateralibus 4—7 utrinque prominulis reticulato-anastomosantibus,
plus minus pellueide punetatis , supra nitidissimis, crassiuscule chartaceis.
Fruticulus 5—35 cm altus ramosissimus squarrosus. Rami vetustiores pallide
brunnei teretes, hornotini subquadrangulares glabri v. ad apicem parcissime et brevis-
sime pilosuli, atro-purpurei. Folia nervis lateralibus sub angulo 50—40? abeuntibus
ante marginem conjunctis, glandulis minutis vix prominulis, sed utrinque conspicuis,
subtus subbrunnescentibus, supra laete viridia, subtus paullo pallidiora, margine plana
v. parum recurvata. Flores et fructus ignoti.
Habitat in Puerto-Rico prope Guanica inter saxa montis el Maniel:
Sintenis n. 3687.
Obs. Species nulli alii Indiae occidentalis arctius affinis.
h. Folia oblonga usque linearia 4—7 cm longa, nervis lateralibus prominulis v. obsoletis,
e medio sub angulo 55—70? abeuntibus (vix omnes arctius affines).
91. E. iteophylla Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis glabris; foliis
3—4 mm longe petiolatis, oblongo-lanceolatis apice rotundatis, ad basin
39*
612 [. Urban.
cuneatis et aculis, 4—6 cm longis, 4—1,5 cm latis 31/,—4-plo longioribus
quam latioribus, nervo medio supra latiusculo superne prominulo inferne
applanato v. supra basin in medio perpaullum impresso, lateralibus utrinque
prominulis parum reticulato-anastomosantibus, glandulis subtus minutis
densis prominulis, supra vix conspicuis v. obsoletis, non pellucidis, glabris
chartaceis, margine planis, sepalis 4 apice rotundatis; ovario extrinsecus
glabro.
Rami vetustiores in sicco brunnei, dense elevatim punctati, teretes, hornotini
plus minus compressi, non v. vix punctati. Folia nervis lateralibus 8—10, aliis tenuio-
ribus saepe intermixtis, sub angulo 550—700 abeuntibus ante marginem conjunctis, supra
in sicco nigrescentia, nitidula, subtus brunnea. Flores (alabastrum unicum tantum
vidi) in axillis foliorum (summorum) sessiles ; prophylla semiorbicularia. Se pala in
alabastro valde imbricata, semiorbicularia glaberrima dense glanduloso-punctata
chartacea. Petala 4.
Habitat in Cuba prope Santiago ad Brazo de Cauto m. Aug.:
Linden n. 2445.
Obs. Habitu similis E. reticulari Berg, quae ramulis Junioribus patenti-pilosis, foliis
ad apicem magis angustatis, utrinque densissime reticulatis, pedicellis (4 —3 ex quaque
axilla) $5—20 mm longis eximie patenti-pilosis, ovario tomentoso omnino diversa.
92. E. retieularis Berg! in Linnaea NXVII (1836). p. 170.
Habitat in Haiti: C. Ehrenberg n. 442, Picarda n. 33.
Obs. Insignis foliis supra marmoratis, dimorphis, infimis cujusvis ramuli breviter
ovalibus v. obovatis apice saepius excisis v. retusis 2—2,5 cm longis, 4,2—1,8 cm latis,
caeteris oblongis v. oblongo-lanceolatis apice obtusis 4—5 cm longis 4—4,5 cm latis,
93. E. pilosula Kr. et Urb.
sugenia angustifolia Berg! in Linnaea XXVII ( 1856). p. 159 (excl.
descriptione florum fructuumque et syn. Plum. ], — non Lam.
Habitat in Haiti: Bertero 859.
Obs. Pro varietate angustifolia praecedentis habere posses, sed folia sunt multo
angustiora, basi rotundata et subcordata, apice acuta v. mucronulata, subtus subavenia,
supra non maculata, utrinque puberula. — Ab E. angustifolia, cui habitu similis, pube
folioruni brevi patente, foliis basi rotundatis et subcordatis, nervis e medio supra sub
angulo cr. 60? abeuntibus densissime et prominenti-reticulatim anastomosantibus, subtus
obsoletis sine dubio specifice diversa. — Flores et fructus ignoti.
i. Folia angustelinearia usque ovata, 1—7 cm longa, semper acuta et spinuloso-mucronata
(cf. 94 b.), evenia v. venis crebris valde v. satis arduis (sub 20—600) praedita.
«. Folia linearia glabra.
94. E. oligandra Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis pilis minu-
tissimis curvulis dense obsitis; foliis 0,5—1 mm longe petiolatis exacte
linearibus, ad basin ipsam angustatis, apice obtusis v. rotundatis, mucro-
natis, 4—1,5 em longis 0,6—1 mm latis, er. 15-plo longioribus quam
latioribus, nervo medio supra non conspicuo v. parum prominulo, latera-
libus utrinque nullis, pellucido- punctatis, punctis subtus prominulis
brunnescentibus, glabris, margine planis; floribus ex axillis solitariis,
pedicellis 10—12 mm longis; sepalis 4, majoribus breviter obovatis, apice
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 613
rotundatis et emarginatis 4,5 mm longis; petalis 3 mm longis; staminibus
40—12; ovario extrinsecus glabro 2-loculari, ovulis in quoque loculo 2—3.
?ugenia rosmarinifolia Grisb.! Cat. (1866). p. 87 p. p.; Sauv. Cub. 45,
— non Poir.
Rami velustiores brunnei teretes glabri cortice dehiscente. Folia supra obso-
letius, subtus manifeste, praesertim juxta marginem glanduloso-punctata, supra opaca,
subtus pallidiora. Flores ad basin ramulorum hornotinorum ex axillis bractearum
lanceolato-linearium vix 4 mm longarum solitarii; pedicelli tenues glabri; prophylla
ovato-acuminata cr. 4 mm longa margine brevissime ciliata. Sepala majora ad basin
parum angustata, breviora orbicularia apice rotundato obsoletissime apiculata, 4,2 mm
longa, omnia margine supero brevissime ciliolata, utrinque minutissime adpresse pilosa
chartacea. Petala ovata supra basin brevissime stipitiformi-angustata, apice rotundata,
3 mm lata, nervis e basi 3, supra basin trifurcatione 7, parce glanduloso-punctata mem-
branacea. Discus staminiger glaber. Stamina longiora 2—2,5 mm longa; antherae
defloratae orbiculares. Stylus vix 2,5 mm longus glaber; stigma ovatum. Ovarium
breviter obovato-obconicum.
Habitat in Cuba oce.: Wright n. 2451.
Var. 8. Maenabiana Kr. et Urb. ramulis pilis manifestioribus rectis ob-
sitis; foliis 2,5—3 mm latis, apice rotundatis, non v. obsolete apiculatis,
nervis lateralibus subtus tenuibus conspicuis ante marginem conjunctis,
textura membranaceis. — An specifice diversa sit, floribus deficientibus
non eruendum.
Eugenia rigidifolia Grisb.! Flor. (1864). p. 711, — non Rich.
Eugenia rosmarinifolia Grisb.! Cat. (1866). p. 87 p. p., — non Poir.
Habitat in Jamaica: Mac Nab.
Obs. E. anguslifolia Lam. foliis multo majoribus nervis in formis anguslissimis
multo magis arduis, parce et obsoletius glanduloso-punclatis, margine revolutis, floribus
multo majoribus, staminibus 35—40, ovulis crebrioribus recedit.
B. Folia subtus sericea.
95. E. linearis Rich.! Msc. apud Berg in Linnaea XXX (1861). 675 (cum
var. longifolia Berg! p. 675 et var. parvifolia Berg! p. 674).
Habitat in Sto. Domingo: L. Cl. Richard.
Obs. Ut recte monuit cl. Berc, ab E. angustifolia foliis supra minute verruculosis,
subtus sericeis, floribus subsessilibus diversa. Fere eandem ralionem ad E. odoratam
habet ac E. angustifolia var. angustissima ad var. latifoliam , sed formae intermediae
nondum observatae sunt.
96. E. odorata Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 171 (cum var.
a. longifolia et B. parvifolia Berg).
Habitat in Sto. Domingo: Rob. Schomburgk n. 52, 59.
y. Folia glabra v. subtus obsolete adpresse pilosa.
97. E. angustifolia Lam.
Variat ramulis obsolete et minutissime v. manifeste patenti - pilosis,
foliis 0,8—2 mm longe petiolatis, subtus subglabris v. pilosulis, 2—6 cm
longis, margine recurvatis v. revolutis, pedicellis ex axillis kataphyllorum
v. euphyllorum prodeuntibus, 7—25 mm longis glabris v. pilosulis, sepa-
614 I. Urban.
lis vix apiculatis v. manifeste mucronato-acuminatis, ovario glabro v. sericeo,
loculis 3—441-ovulatis, praeterea :
Var. a. angustissima Kr. et Urb. foliis linearibus 1,5— 6 mm latis,
8—25-plo longioribus quam latioribus.
Eugenia angustifolia Lam. Enc. III (1789). p. 205; DC. Prodr. III.
265.
Myrtus rosmarinifolia Pers.! Syn. II (1807). p. 30; Spreng. Syst. II.
479.
Eugenia rosmarinifolia Poir. ! in Lam. Enc. Suppl. HI (1813 ). p. 129;
DC. Prodr. IIl. 265.
Myrtus angustifolia Spreng. Syst. II (1825). p. 479, — non Linn.
Eugenia rosmarinifolia var. œ. angustissima Berg! in Linnaea XXVII
(1856). p. 160.
? Myrtus pomifera, alia, foliis longis et angustis Plum. Cat. (1705).
p. 18.
? Myrtus foliis linearibus etc. Plum. ed. Burm. p. 202 t. 207 f. 2!
Var. f. latifolia Kr. et Urb. foliis lanceolatis v. lanceolato - linearibus
7—12 mm latis, &—7-plo longioribus quam latioribus.
Eugenia rosmarinifolia var. B. latifolia Berg! in Linnaea XXVII (1856 J.
p. 161.
Habitat var. a, in Haiti: Bertero, C. Ehrenberg n. 178, hb. Juss.,
Picarda n. 690, Richard (mus. Paris.). — Var. f. in Haiti in fruticetis: C.
Ehrenberg n. 214, Picarda n. 46, 864, Richard (mus. Par.).
Synonyma Plumieriana ob baccas amplas »sphaericas pomosas 3-spermas« nequa-
quam certa, quam ob rem specimina originaria in herb. Surian. musei Parisiensis verisi-
militer asservata comparanda erunt. In nostris exemplaribus baccae obovatae v. breviter
ovales 5—7 mm longae 1—spermae inveniuntur.
98. E. mucronata Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 172; Kiaersk.!
in Bot. Tidsskr. XVII. 261.
Eugenia crenulata var. B. Cubensis Berg! in Linnaea XXVH (1856).
p. 244; Sauv. Cub. p. 45.
Eugenia pallens Grisb.! Pl. Wr. (1860). p. 182 et Cat. p. 88 p. p., —
non DC.
Myrtus fruticulosa Poepp. herb. ex Berg l. c. p. 244.
Frutex densus 0,30 m altus, floribus albis. Baccae rubrae (ex EaGERs), breviter
ovales v. globulosae 3—5 mm longae, 3—4 mm diametro, plerumque 4 - spermae.
Semen breviter ovale cr. 3 mm longum, 2—2,5 mm crassum. Cotyledones spatio
valde angusto mediano excepto inter sese omnino conferruminatae.
Habitat in Cuba: Wright n. 1211 p. p.. ad Coral-falso Partido de las
Piedras in sylvis paludosis, m. April. flor. : Poeppig; in Sto. Domingo:
Rob. Schomburgk n. 42, prope Jarabacoa ad La Hagua 600 m alt., m. Majo
flor.: Eggers n. 2034”, in saxosis ad Rio Bahuati: Eggers n. 2031.
Obs. Specimina Cubensia Wrightiana et Domingensia bene congruunt, quamquam
in inflorescentiis adspectum diversum praebent. Illinc flores plerumque 2 inter sese gem-
mam in statu fructifero nondum evolutam gerunt, hinc gemma mox in ramulum excres-
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 615
cit, ut flores in ejus hypsophyllorum et euphyllorum axillis solitarii appareant. — Pubes
ramulorum minutissima patens densa, nec sericea, foliorum subtus parce et brevissime
sericea v. deficiens (cf. BERG).
d. Folia subtus breviter pilosula.
og. E. Ehrenbergiana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 155.
Frutex petalis albis (ex JACQUEMONT).
Habitat in Haiti: C. Ehrenberg, Picarda n. 37, in fruticetis ad Port-
au-Prince: Jacquemont, in nemoribus montosis ad Marquissant: Jacquemont
(forma paullo recedens).
100. E. intermedia Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 285.
Myrtus cuspidata Willd. herb. n. 95487 — non Berg.
Baccae globosae 7 mm diametro, glabrescentes, densissime glanduloso - verru-
culosae, pericarpio tenui, Semina cr. 3, dorso convexa, intus planiuscula v. bifacialia,
ad umbilicum subemarginata 5—6 mm longa, cr. 4 mm lata. Cotyledones conferru-
minatae.
Habitat in Haiti: Poiteau (nec Humboldt, ut cl. Berg indicavit.) .
Obs. A praecedente, cui habitu similis, nervis minus arduis, sub angulo cr. 60°
abeuntibus et inflorescentia facile distinguitur.
j. Folia 2—4 cm longa, nervis lateralibus utrinque 42—15 supra plus minus impressis,
subtus sericea. Ovarium et calyx adpresse pilosulum.
101. E. plieatula Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1875). p. 40.
Bacca globosa 8—10 mm diametro 4—2-sperma glandulosa. Semen, si soli-
tarium , globuloso- reniforme elevatim punctatum, testa endocarpio solubili adhaerente,
Cotyledones conferruminatae.
Habitat in Cuba cirea Matanzas: Wright n. 3548.
k. Folia 3,5—9 cm longa, nervis lateralibus utrinque 42—48 supra plus minus impressis.
subtus pube nigrescente v. evanescente notata. Ovarium et calyx tomentosum.,
109. E. lineata DC. var. a. ramulis novellis et foliis junioribus bre-
viter albido-villosis, pilis patentibus v. curvulis; petalis »ovato-lanceolatis«.
Eugenia lineata DC. Prodr. III (1 828). p. 275 ; Berg! in Linnaea XX VII.
200 et (cum var. racemosa mihi non visa) XXX. p. 685.
Myrtus lineata Sw. ! Prodr. (1788). p. 78 et Flor. Il. p. 891.
Habitat in campestribus montium Sto. Domingo: Swartz in herb.
Willd. n. 9554.
Var. 8. Bergiana Kr. et Urb. ramulis novellis et foliis junioribus praeter
pubem brevem plus minus patentem floecoso-pubescentibus; petalis penta-
gono-orbicularibus.
Eugenia Bergiana Grisb. ! Pl. Wr. (1860). p. 182 (excl. syn. Berg. ) et
Cat. 88.
Eugenia lineata Sauv. Cub. (1875). p. #1.
Guairajecillo v. Guairajillo Cub. ex Sauv.
Frutex 2—3 m alt. v. arbor 6 m alt., floribus albis.
Habitat in Cuba in pinetis et praeruptis prope Monteverde, m. April.
— Jul. flor.: Eggers n. 5101, Wright n. 41194, 1200.
616 I. Urban.
Obs. An variet, Cubensis et Domingensis etiam aliis notis differant, ob materiem
wartzianam valde mancam eruere non potui, Specimina Cubensia quoque inter sese
discrepant: Eggersiana floribus sessilibus v. subsessilibus, bracteis ovalo-acuminatis, se-
palis triangularibus vix v. parum acutatis, Wrightiana n. 4194 floribus manifeste pedun-
culatis, bracteis oblongo-acuminatis, sepalis triangulari-lanceolatis acuminatis gaudens,
quibuscum ramuli duo Eggersiani satis congruunt; exemplar Wright n. 4200 bracteas
oblongo-acuminatas et sepala breviter triangulari-ovata apiculata praebet.
103. E. Isabeliana Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. (1590). p. 272 el icon
p. 275 et tab. 8 RI
Habitat in Sto. Domingo in Savannah de Cupey ad montem Isabel de
la torre 360 m alt. veris. m. Jul. flor.: Eggers n. 2680.
Obs. Praecedenti arcte affinis, sed foliis longius acuminatis et mucronalis, nervis
lateralibus magis arduis facile distinguenda,
l. Initio brevissime pilosa, mox glabrescens. Folia orbiculari-obovata v. obovata,
2—3,5 cm longa, nervis lateralibus 4—6, Flores ad axillas 2 sessiles.
104. E. Haitiensis Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis brevissime
adpresse pilosis; foliis 29—3 mm longe petiolatis, orbiculari-obovatis v.
obovatis brevissime et acute v. obsolete acuminatis, ad basin plus minus
sensim angustatis, 2—3,5 cm longis, 1,5—3 em latis, parum usque dimidio
longioribus quam latioribus, nervo medio ad apicem non v. vix, inferne
magis et anguste impresso, lateralibus parcis utrinque prominulis, supra
paullo magis conspicuis et obsolete anastomosantibus, subtus non venulosis,
glandulis supra non, subtus parum conspicuis, pallide brunneis non pellu-
cidis, glabris, erassiuscule chartaceis; floribus in ramulis valde abbreviatis
plerumque 2 sessilibus; sepalis ^, longioribus breviter ovatis obtuse et
obsolete apieulatis 2,5 mm longis; ovario 2-loculari, ovulis in quoque
loculo 6—7.
Frutex. Rami vetustiores albido-cinerei teretes glabri, hornotini superne com-
pressi. Folia hinc illinc subalterna, nervis lateralibus 4—6 sub angulo 55—600 abeun-
libus, ante marginem conjunctis, supra nitidula, subtus pallidiora in sicco flavo-brunnea,
prima juventute adpresse pubescentia, cito glabrescentia, margine recurvata. Flores
ad basin ramulorum abbreviatorum, quisque ex axilla bracteae linearis obtusae crassius-
culae 4,5 mm longae, albi; prophylla lanceolato-linearia obtusa 1,5—1,8 mm longa
cr. 0,6 mm lata, extrinsecus minute pilosula. Sepala in aestivatione imbricata, longiora
2 mm lata, breviora orbiculari-triangularia 2 mm longa, margine brevissime ciliata,
dorso pilis brevissimis obscure brunneis adpressis obsita, intus glabra chartacea. Petala
non vidi, Stamina numerosa; antherae defloratae suborbiculares. Discus staminiger
brevissime pilosulus. Stylus 4 mm longus glaber; stigma parvum globulosum.
Ovarium obovato-globulosum extrinsecus brevissime adpresse pilosum, placentis
prominentibus, ovulis cr. 3-seriatis,
Habitat in Haiti in planitie (plaine) solo calcareo v. arenoso: C.
Ehrenberg n. 413.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 617
m. Initio saltem breviter pubescens. Folia 2—7 cm longa, 0,8—3,5 cm lata. Pedicelli
2—4 in axillis foliorum, 5—12 mm longi. Sepala longiora 2—3,5 mm longa, Pelala
chartacea v. coriacea. Bacca 7—41 mm diametro.
405. E. punieifolia DC. Prodr. 111 (1828). p. 267 var. a. typica Kr.
et Urb.
Myrtus punicifolia H. B. K.! Nov. Gen. VI (1825). p. 149.
Eugenia vaga Berg var. punicaefolia Berg! in Mart. Fl. Bras. XIV. 1
(1857). p. 258; Kiaersk. in Warm. Symb. XXXIX. p. 125.
Eugenia calycolpoides Grisb.! Flor. (1860). p. 258 (excl. syn.).
Habitat in Trinidad: Crueger (ex Grisb.); praeterea Venezuela:
Humboldt et Bonpland in herb. Willd. n. 9516; Guiana Batava: Wull-
schlaegel n. 4467, Brasilia ex Kiaersk.
Obs. Planta Guianensis a cl. GnuisEkBACH l. c. laudata (Wullschlägel n. 4467) omnino
convenit cum specimine cel. Huwsorpri et BosptAspt originario, quod jam cl. KiAERSKOU
in herb. Krug et Urb. adnotavit.
Var. 8. brachypoda Kr. et Urb.
Eugenia dipoda DC. var. brachypoda DC. Prodr. HI (1828). p. 268.
Eugenia vaga Berg var. brachypoda, brasiliensis et rigida Berg! in Mart.
Fl. Bras. XIV. I (1857). p. 258 et 259.
Eugenia brevipes Grisb.! Cat, (1866) 88; Sauv. Cub. 42 — non
A. Rich.
Ovarium obovato-turbinatum glabrum laeve 2-loculare; ovula in quoque loculo
cr. 9, placentae mediae hoc loco paullo incrassatae peltatim affixa, 3-seriata. Bacca ovalis
10—11 mm longa, 7—8 mm crassa, sepalis erectis v. incurvis coronata, glanduloso-
punctata glabra, exocarpio carnoso. Semen solitarium ovale latere paullo sub
medio affixum, testa endocarpio laxe accumbente, ab embryone soluta, crassiuscula
elastica pallide brunnescente. Embryo ovali-subreniformis 7—8 mm longus, ventre
leviter et obtusissime emarginatus, dorso usque supra apicem et basin fere in 8/4 cir-
cuitus radiculam latam inter colyledones impressam et adnatam praebens; cotyledones
parte tertia mediana oblique ad apicem latiore excepta conferruminatae.
Habitat in Guba: Wright n. 2440; praeterea in Guiana Anglica:
Rich. Schomburgk n. 464, Guiana Batava: llb. Berg.; in Brasiliae prov.
Alto Amazonas: Martius.
Obs. E. brevipes A. Rich. foliis supra rugulosis, subtus verruculoso-glandulosis,
pedunculis brevioribus et crassioribus, ovario sericeo, baccis globosis statim dignoscenda.
106. E. albieans Rich. ramis glabris; foliis 4À—6 mm longe petiolatis
ovatis usque oblongo-lanceolatis, basi acutis, apice plus minus acuminatis,
3—7 cm longis, 4,3—3,5 cm latis, 2—3-plo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra impresso, lateralibus tenuiter prominulis v. obsoletis,
foliis junioribus pilis simplicibus sericeo-fulvis obsitis, cito glabrescentibus,
non pellucido-punctatis, crassiuscule chartaceis; floribus in axillis euphyl-
lorum 2—4, pedicellis 7—12 mm longis; sepalis 4 orbicularibus v. obo-
vatis, apice rotundaiis v. truncatis, longioribus 3—3,5 mm longis; petalis
coriaceis ovatis; ovario 2-loculari, ovulis in quoque loculo er. 15; baccis
globulosis v. obovato-globulosis, 10—11 mm diametro.
618 L Urban.
Eugenia albicans L. Cl. Rich. Msc. ed. Berg in Linnaea XXX (1861).
p. 699.
Stenocalya: albicans O. Berg! l. c. p. 698.
Bois cendre inc. Martin. ex Duss.
Arbuscula 4—5-metralis. Rami vetustiores griseo-brunnei, hornotini rufo-
brunnei glabri v. ad apicem brevissime et adpresse pilosi. Folia ovata v. ovalia, basi
acuta in petiolum protracta, apice manifeste acuminata, acumine obtuso 4—7 cm longa
2,5—3,5 cm lata, duplo longiora quam latiora, nervis lateralibus 40—12 sub angulo
60? abeuntibus, utrinque tenuiter prominulis, subtus vix, supra paullo manifestius reti-
culato-conjunctis, superiora nunc ovato- v. oblongo-lanceolata, minus acuminata,
3—4 cm longa 1,3—1,8 cm lata, 21/5—3plo longiora quam latiora, venis parcioribus
minus conspicuis v. subobsoletis, omnia subtus minutissime et densissime v. obsolete
punctulata, supra opaca, in sicco fusco-atra, juniora pube densa brevi adpresse sericea
pallide flava cito decidua, subtus pube densa brevissima adpressa pulchre fulva, posterius
pallidiore et caduca obsessa et post pubem pallide v. brunneo-cinerea, margine angustis-
sime recurvo. Flores ex gemmis solitariis, raro binis 3—4, interdum ex infimo nodo
ramuli superne foliati solitarii; pedicelli cum bracteis, prophyllis, ovario et calycis
parte exteriore ferrugineo-tomentosi; prophylla ovato-oblonga acuta v. breviter acumi-
nata 2 mm longa. Sepala valde concava crasse coriacea intus glabra. Petala obtusa
5 mm longa, coriacea, dorso parce pilosa, postremo glabrescentia, nervis non conspicuis.
Stamina 4,5 mm longa. Stylus glaber 5 mm longus ad medium geniculatus.
O varium vertice circa stylum brevissime pilosum, turbinatum ; ovula e placenta media
peltatim prodeuntía, 4—5 seriata. Bacca sepalis incurvatis coronata glanduloso-punc-
tata glabrescens, pericarpio duro, in sicco cr. 0,7 mm crasso. Semen solitarium, testa
pericarpio adhaerente, ab embryone soluta. Embryo subreniformis, lateraliter inferne
obtuse emarginatus, cr. 9 mm longus, 7 mm latus, 6 mm crassus, ad basin paullo magis
attenuatus, a basi ipsa usque supra medium dorsum radiculam impressam et adnatam
sensim attenuatam praebens; cotyledones subaequales sic concretae, ut restet inter-
vallum tantum angustum planum ad apicem dilatatum.
Habitat in Guadeloupe, in summo monte Morne-Caraibe, m. Sept.
flor.: Richard; in Martinique, in sylvis umbrosis haud frequens: Duss
n. 914, 1244.
n. Flores v. inflorescentiae in parte ramulorum hornotinorum inferiore ex axillis squa-
marum v. etiam euphyllorum imorum solitaria. Caetera variabilia. — Species non omnes
inter se arctius affines.
107. E. ligustrina Willd.! Spec. H (1800). p. 962; DC. Prodr. II.
265 (excl. syn. Myrt. cerasina Spreng.); Camb. in St. Hil. Fl. Bras.
mer. Il. 258; Mayc. Barb. 210; Rich. Ess. Fl. Cub. 585 et in Sagra Cub.
X. 278; Macf. Jam. IT. 112; Grisb.! Kar. 65 et Flor. 259 et Pl. Wr. 182
et Cat. 88; Sauv. Cub. p. 44; Egg.! St. Croix 148 et St. Croix and Virg.
Isl. p. 52; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 261; Kew Bull.! n. 81. p. 252.
Myrtus ligustrina Sw.! Prodr. (1788). p. 78 et Flor. II. 885 (descr.
p. p. mala); Spreng. Syst. Il. 480.
Myrtus cerasina Vahl! Symb. 1 (1791). p. 57; West St. Croix p. 217;
Willd. Spec. II. 968; Lun. Jam. 1. 98.
Stenocalyx ligustrinus Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 512 et in
Mart. Flor. Bras. XIV. 1. 545 et 629 (cum variet.).
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II. 619
Eugenia buxifolia Bello Ap. I. 271; Krug Ic. t. 222!, — non Willd.
Arbor baccifera, myrti folio latiore etc. Sloane Cat. (1696). p. 172 et
Jam. II. 107.
Birijí Cub. er Sauv.; Black cherry Jam. ex Sloane; Granadilla,
Hoja menuda, Palo de multa Portor. ex Sint.; Mérisier Guad.
ex Duch.
Frutex 4—2 m v. arbor usque 6 m alta. Folia lanceolato-oblonga usque ovali-
elliptica, 2,5—5 cm longa, 1—2 cm lata, apice obtusa, raro brevissime et obtuse acumi-
nata, saepius obsolete emarginata, basi acuta, nervo medio supra longitrorsum solem-
niter impresso, Flores albi, in ramulorum hornotinorum parte inferiore ex axillis
squamarum superiorum lanceolato -linearium v. anguste spathulatarum 5—10 mm
longarum (squamis imis brevioribus et confertioribus sterilibus) solitarii; pedicelli 10—
40 mm longi. Sepala 4—5 mm longa. Petala 8—12 mm longa. Stigma punctiforme.
Ovula in quoque loculo 10—14, placentae mediae hoc loco valde incrassatae, caeterum
tenui 4—5-seriatim insidentia. Bacca globulosa, 6—8 mm diametro, glanduloso-punc-
tata, caeterum laevis, laete coccinea (ex Sw. et Rıca.), nigra (ex SLOANE). Semina 14—
3, testa crassiuscule membranacea, si solitaria subreniformia. Cotyledones in medio
longitrorsum liberae, caeterum conferruminatae; radicula omnino nulla. — Flor. m.
Maio — Jul., fruct. Jul., Aug., sed etiam m. Maio.
Habitat in ins. Bahamens. ex Grisb.; in Cuba in sylvis siccis:
Poeppig, Wright n. 469, prope Santiago in Savana del Sattadero: Linden
1985, prope Arroyo Hondo in sylvestribus: Eggers n. 5363, circa Jagua:
Sagra n. 299; Jamaica: Dr. Wright (herb. Kew.), Port Royal mountains
m. Jul. fruct.: Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5231; Sto. Domingo:
Hb. Commerson n. 556, 557, Mayerhoff, Swartz in herb. Willd. n. 9508,
ad Las Lavas: Rob. Schomburgk n. 80*, prope Santiago in sylvis ad Llano
Rafael et ad Palmar: Eggers n. 4794; Puerto-Rico prope Fajardo,
Coamo, Guánica, Salinas de Cabo rojo in sylvis litoralibus et convalli flu-
minum: Plée n. 734, Sintenis n. 750, 1317, 3251, 3524; St. Thomas ad
Jumbee Gut in fruticetis 100 m alt.: Eggers ed Toepff. n. 346, Oersted;
St. Croix: Pflug (herb. Haun.); St. Jan ex Eggers; Antigua ex Grisb.;
Guadeloupe locis aridis saxosis siccis 15—200 m alt. : Bertero, Duchas-
saing, Duss n. 2210, l'Herminier; Dominica ex Grisb.; Martinique
locis saxosis siccis prope mare: Duss n. 198, 1954, Hahn n. 1502;
St. Vincent in sylvis siccis usque 500 m alt.: Powell n. 85, Smith
n. 1552; Trinidad: Sieber n. 145, Bot. Gard. Herb. n. 3690; praeterea
in Brasilia.
Obs. In hae specie denticuli lineares intrapetiolares, quos in aliis quoque Eugeniae
speciebus saepe observavi, maxime conspicui, etiam post prophylla linearia valde caduca.
108. E. longipes Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 150; Chapm.!
Flor. South Un. Stat. II. edit. p. 620; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 274.
Frutex 0,3 m altus v. arbor parva, foliis ovatis Gap), oblongo-ovalibus, ellip-
ticis, obovatis v. oblongis (Ecc. et Cunr.). Flores albi. Ovarium 2- v. 3-loculare, v.
(ex KraEnsk.) etiam 4-loculare; ovula in quoque loculo 48— 25, placentis superne
liberis er. 4-seriatim longitrorsum affixa. Baccae fructibus Vaccinii vitis idaeae similes
(ex CURT,),
620 I, Urban.
Habitat in Florida: Cabanis; in No-name Key m. Jun. flor.: Cur-
tiss n. 985*; in me Baham. New Providence in pinetis m. Febr. flor.:
Eggers n. 4298*.
Obs. Habitu E. ligustrinae Willd. similis, sed longe distat foliis basi obtusis, nervo
medio supra non impresso, floribus ad basin ramulorum hornotinorum e foliis imis
squamiformibus prodeuntibus, prophyllis ovatis subfoliaceis, sepalis breviter ovatis,
petalis 6—7 mm longis, stigmate magis evoluto quam stylus paullo crassiore, numero
alque insertione ovulorum etc.
109. E. Bahamensis Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 266.
fig. 4 et t. 8. fig. A!
Habitat in ins. Baham. New Providence: Brace n. 419 (herb. Kew.),
Acklins Island, m. Febr. flor.: Eggers n. 3917.
Obs. Sequenti arcte affinis; utrum re vera ex affinitate praecedentium, an potius
juxta E. leiocarpa v. E. brevipes ponenda, semina adhuc ignota demonstrabunt.
110. E. orbieularis Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 678.
Eugenia rotundifolia L. Cl. Rich. ! Msc. ap. Berg l. c., — non Casar.
Habitat in ins. Barbuda (»Barboude« mus. Par., non Barbados, ut cl.
Berg scripsit): Richard.
Obs. Habitu Psidii.
111. E. retinadenia Wr. et Sauv.! in Saw. Cub. (1875). p. 45.
Pedicelli e bracteis deciduis infimis ramulorum hornotinorum solitarii, 4—
6 mm longi.
Habitat in Cuba en las lomas de Rangel, m. Jun. flor., — Febr. fruct.:
Wright n. 2432, 3553 (herb. Kew.).
112. E. uniflora Linn. Spec. I. ed. I (1753). p. 470 et II. ed. I.
p. 675; Grisb.! Kar. p. 65 et Flor. p. 259 el Cat. p. 88; Sauv. Cub. p. 44;
Egg. St. Croix p. 118 et St. Croix and Virg. Isl. p. 52; Sarg. Sylv. V. 41;
Kew Bull. Nr. S1. p. 255.
Myrtus brasiliana Linn. Spec. I. ed. I (1755). p. 471 et II. ed. I.
p. 674 (excl. syn. Plum., Br. et Sloan.); Euphr. St. Barth. p. 201; Wikstr.
St. Barth. p. 421.
Plinia rubra Linn. Mant. (1771). p. 245; Vell. Fl. Flum. V. t. 46!
Plinia pedunculata Linn. fil. Suppl. (1781). p. 255; Curt. Bot. Mag.
t. 475!
Eugenia Michelii Lam. Enc. III (1789). p. 205; DC. Prodr. III. 265.
Eugenia? Parkeriana DC.! Prodr. III (1828). p. 271.
Stenocalyx Michelii Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 510 et in Mart.
Fl. Bras. XIV. I. 557.
Arbor brasiliana, myrti-laureae fol. inod. Comm. Hort. Amst. I (1697 ).
p. 175. t. 89!
Myrtus indica, foliis rigescentibus Till. Cat. hort. Pis. (1725). p. 117
t. 44!
Eugenia indica, myrti folio deciduo Mich. Nov. Gen. / 1729). p. 226
t. 108 !
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 621
Cerezo de Cayena Cub. ex Sauv., Surinam cherry in ins. Dan.
ex Egg.; Gerise-cóte, Gerise à cötes, Cerise de Cayenne Guadal.
et Martin. ex Duss; Gerisier musqué Guad. ex Duch.
Arbuscula 3—4m v. arbor usque 40 m alta, Ovarium 2-loculare; ovula 8—14
in quoque loculo, placentae mediae hoc loco incrassatae peltatim affixa. Bacca breviter
globulosa, 8-costata, nigrescens, edulis. Semen solitarium convexum, basi concavius-
culum, testa membranacea. Cotyledones medio plus minus liberae, caeterum con-
ferruminatae; radicula impressa et connata subtus ad latus breviter subconspicua, sed
non prominens nec libera. — Flor. m. Mart, — Aug. (ex Feel m. Jan. in Jamaica.
Habitat in ins. Baham. ex Grisb. ; Cuba ex Grisb.; Jamaica in the
mountains of Port Royal: Marsh n. 1471, Blue Monntains: Bot. Dep. Herb.
(W. Harris) n. 5080; Sto. Domingo: Poiteau; in St. Thomas et
St. Croix inquilina ex Egg.; St. Barthelemy cult. ex Euphr. et
Wikstr.; Antigua cult. ex Berg et Grisb.; Guadeloupe alt. 0—780 m,
frequens circa Basse-Terre, in Camp Jacob, Gombeyre, in montibus Baillif:
Duchassaing, Duss n. 2204; Dominica: Imray n. 576 (herb. Kew.);
Martinique in montibus Pécheur: Duss n. 1214, 1255; St. Vincent:
Guilding (herb. Kew.); Trinidad: Lockart (herb. Kew.), Sieber n. 245,
Bot. Gard. Herb. n. 2345; praeterea in Guiana (ex Berg et Grisb.),
Brasilia et Argentina; inquilina in Angola, Réunion, Mauritius,
Asia tropica.
Obs. Eugenia Zeylanica Willd. Spec. II (1800). p. 963 et herb. n. 95051 (Myrtus
Willdenowii Spreng. Syst. II. 480 [excl. patria Portorico], Eugenia? Willdenowii DC.
Prodr. III. 265) a cl. Durne in Hook. Flor. Ind. Il. 505 et a cl. Sansext Sylva V. p. 41
inter synonyma E. uniflorae Linn. enumerata et re vera habitu persimilis recedit foliis
coriaceis, ovario non costato, sepalis semi-v. suborbicularibus margine non fimbriatis
et est nihil aliud nisi Eugenia Mooniana Wight (e Ceylon).
113. E. Vincentina Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis obsoletis-
sime pilosulis; foliis 4—6 mm longe petiolatis, ovatis v. ovato-ellipticis,
basi acutis, longe et anguste acuminatis apice ipso obtuso, 9—-15 cm longis,
3—6 cm latis, 21/,—3-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra
impresso, lateralibus 7— 9 densissime reticulato- anastomosantibus ante
marginem dupliciter conjunctis, pellueido-punctatis, glabris membranaceis,
margine obsolete erenulato planis; inflorescentiis in ramulorum hornotino-
rum parte inferiore ex axillis squamarum superiorum deciduarum et eu-
phyllorum imorum prodeuntibus eymosis 3—5-floris, floribus 8—14 mm
longe pedicellatis vel terminali sessili; sepalis longioribus orbiculari-ovatis
v. ovatis 2—2,3 mm longis; petalis 4,5—5 mm longis; ovario 2-loculari,
ovulis in quoque loculo 3 ex apice placentae pendulis.
Arbor usque 20 m alta. Rami hornotini cinerascentes teretes, hornotini praeser-
tim superne compressi, pilis perbrevibus sub lente valida conspicuis patulis parcis obsiti
subparce glanduloso-punctati. Folia nervis lateralibus sub angulo 50— 65° abeuntibus,
supra manifeste sulcatis, aliis tenuioribus hinc illinc intermixtis, late a margine arcuatim
conjunclis, nervo altero tenuiore prope marginem ipsum longitrorsum currente, tertia-
riis etc. utrinque prominulis, punctis pellucidis erebris supra brunnescentibus , subtus
prominulis, supra ad nervum medium obsolete perbreviterque pilosula, caeterum glabra,
622 [. Urban.
subtus paullo pallidiora. Pedunculus tenuis 4,5—2 cm longus glaber glanduloso-punc-
tatus; bracteae ovatae obtusae cr. 4 mm longae; pedicelli laterales oppositi v. suboppo-
siti; prophylla breviter ovata v. subrotunda obtusa cr. 0,8 mm longa. Sepala longiora
1,8 mm lata, breviora suborbicularia 4,5 mm longa, omnia apice rotundata, margine
brevissime fimbriata chartacea glanduloso-punctata. Petala obovata cr. 3,5 mm lata
membranaceo-chartacea, inaequaliter glanduloso-punctata, nervis e basi 3—5, margine
breviter ciliata, dorso quoad in aestivatione externa subtilissime pilosula. Stamina
longiora usque 5 mm longa; antherae ovatae. Stylus fere 4 mm longus subrectus
glaber, ad apicem attenuatus ; stigma convexum styli apice vix latius. Ovarium breviter
obconicum extrinsecus glabrum; ovula orbicularia,
Habitat in St. Vincent in sylvis ad leeward side rara 200—500 m
alt., m. April. flor.: H. H. et G. W. Smith n. 1521.
Obs. Vix ex affinitate praecedentium,
o. Folia 5—16 cm longa. Inflorescentiae racemosae, raro subpanniculatae. Ovula lami-
nulae e parietis parte suprema abeunti insidentia. Embryo latere altero aream amplam
subimpressam praebens.
a. Prophylla basi remota. Ovula in quoque loculo 10—14.
114. E. Fadyenii Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis pilis dibrachiis
plus minus ferrugineo-tomentosis v. glabrescentibus; foliis 9—14 mm longe
petiolatis, ovalibus v. elliptieis, basi cuneatis v. acutis et paullum in petio-
lum protractis, apice vix v. breviter et obtuse acuminatis, 13—6 em longis,
6—3 em latis, plus quam duplo usque triplo longioribus quam latioribus,
nervis lateralibus supra tenuiter, subtus magis prominentibus et grosse
reticulatis, punetis pellucidis creberrimis densissimis inaequalibus notatis,
tenuissime et adpresse pilosis, demum glabrescentibus, chartaceis v. po-
stremo subcoriaceis; inflorescentiis racemosis 7—14-floris, rarissime panni-
eulatis usque 25-floris, petiolum 9—4-plo superantibus ferrugineo-tomen-
tosis, pedicellis 42—3 mm longis, superioribus sensim deerescentibus,
prophyllis triangulari-lanceolatis, basi plane disjunctis; sepalis 4, longio-
ribus suborbieularibus 3 mm longis; petalis suborbicularibus v. obovato-
orbicularibus; ovario 2-loculari, ovulis 3—4-seriatis, in quoque loculo
410—144.
Eugenia chrysophylloides Macf. Jam. II (1850). p. 124 (ex descr.), —
non DC.
Eugenia Gregü Grisb.! Flor. (1860). p. 238 (quoad descript., syn. Macf.
el patriam Jamaica) et Cat. p. 88, — non DC.
Frutex 3—5 m altus, ramis densis, vetustioribus brunneis v.albescentibus. Folia
nervo medio supra impresso, lateralibus 40—413 sub angulo 50—650 abeuntibus, ante
marginem conjunctis, supra nitida, minutissime pulverulento-punctata, subtus minute
brunneo-punctata, margine plus minus recurvata. Inflores centiae 1—2, raro 3 ex
axillis foliorum, 2—5 cm longae, fere semper flore terminali gaudentes; pedunculus 3—
15 mm longus, sicut rhachis, pedicelli, bracteae et calyx pilis dibrachiis ferrugineo-
tomentosus ; bracteae inferiores ovato-triangulares obtusae vix 1 mm longae, superiores
lanceolato-lineares obtusiusculae 2—3 mm longae, plus minus persistentes v. deciduae;
prophylla vix 1 mm longa. Sepala valde inaequalia, majora apice rotundata concava
3 mm longa, 3—3,5 mm lata, minora breviter triangularia v. orbiculari-triangularia
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 623
obtusa, 4,5—2 mm longa, omnia subcoriacea, extrinsecus praesertim ad marginem ad-
presse ferrugineo-pilosa, intus sericea. Petala alba, apice rotundata, 4,5—5 mm longa
et lata, margine supero breviter ciliata, membranacea glabra glanduloso-punctata, nervis
e basi 3 v. 5 ramosis, Stylus 7—8 mm longus, inferne pilis parcis obsitus, medio geni-
culatus ; stigma punctiforme. Ovarium turbinatum vertice glabrum; ovula laminulae
minutae e parietis parte superiore prodeunti insidentia, plurima subhorizontalia, infima
subpendula. Bacca oblonga, rubra (ex Macr.).
Habitat in Cuba in montibus Hongolozongo m. Aug. flor.: Linden -
n. 2424; Jamaica: Alexander, in Port Royal Mountains, Blue Mountains
m. Aug. flor.: Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5008, 5009, 5251.
Var. ß. glabra Kr. et Urb. foliis, ramulis et inflorescentiis glaberrimis.
Baccae oblongo-cylindraceae 43—20 mm longae, 7—9 mm crassae, transversim
subteretes, tenuiter glanduloso-punctatae, pericarpio in sicco cr. 0,5 mm crasso.
Semen solitarium, fructui conforme, testa membranacea endocarpio et embryoni arcte
accumbente, Embryo a dorso paullo compressus, latere altero paullo minus convexus
et hoc fere toto loco aream obsolete impressam praebens, hamo nullo; cotyledones plane
conferruminatae, intus cavitates crebras parvas resiniferas foventes; radicula nulla.
Habitat in Jamaica in Blue Mountains prope St. Andrews, m. Dec.
fruct.: Bot. Dep. Herb. (C. Nicholls) n. 5039.
Obs. I. Ab E. Domingensi et affinibus praeter ovula duplo numerosiora prophyllis
infra ovarium abeuntibus idque omnino non obtegentibus basi plane disjunctis facile
recognoscenda.
Obs. Il. E. chrysophylloides DC. (Surinam leg. Kappler n. 787) foliis duplo brevius
petiolatis basi rotundatis, inflorescentiae rhachi valde abbreviata v. subnulla ideoque
floribus fasciculatis, calyce duplo minore, E. Gregii DC. foliis subtus lepidoto-canescen-
tibus, inflorescentiis brevibus vix 4 cm longis lepidiformi-tomentellis, floribus multo
majoribus, embryone a latere subcompresso, radicula unciformi-prominente omnino
recedunt.
8. Prophylla fere semper basi connata. Ovula in quoque loculo 5 (4—6).
145. E. aeruginea DC.! Prodr. ITM (1828). p. 285; Berg in Linnaea
XXVII. p. 290; Grisb.! Flor. p. 237 p. p. (nempe quoad specim. florif.) ;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 257.
Eugenia Domingensis Berg ! in Linnaea XXVII (1856). p. 296 et XXIX.
p. 244 (cum var. genuina et p. 245 var. membranacea); Grisb.! Pl. Wr. 182
et Cat. p. 88; Sauv. Cub. p. 41; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 259.
Eugenia calyculata Bello! Ap. I. (1881). p. 271; Stahl Est. IV. p. 82;
Krug Ic. t. 225!
Eugenia tetrasperma Stahl! Est. IV (1886). p. 80, — non Bello.
Myrtus aeruginea Forsyth in herb. er DC.
Guasávara Portor. ex Krug, Sint., Stahl, Guayabacon Portor. ex
Stahl.
Arbor elata 6—20 m alta, pube nunc ferruginea nunc albescente. Folia plerum-
que elliptica v. elliptico-oblonga, nunc oblongo-lanceolata, acuminata, semper subtus
glandulis inaequalibus brunnescentibus manifeste prominentibus obsita, glabra v. subtus
pilis minutis dibrachiis adspersa. Inflorescentiae racemosae, 6—414-florae, pilis
dibrachiis plus minus obsitae; pedicelli 3—10 mm longi; bracteae persistentes. Flores
albi. Sepala majora 2—3 mm longa. Placenta ex suprema ovarii parte abiens, ope
624 L Urban.
laminulae cum pariele conjuncta, verticaliter posita, 5(4—6)-lobulata; ovula pro quo-
que loculo 5 (4—6) e lobulis supremis subhorizontalia, caetera pendula. Baccae luteae
(ex WRIGHT, verisimiliter immaturae), atro-violaceae (ex BELLO, Krug, MAvERuorF), ovales,
12—18 mm longae, 410—415 mm crassae, pericarpio cr. ! mm crasso. Semen solita-
rium, testa ab embryone soluta. Embryo ovalis v. breviter ovalis rectus, a latere sub-
compressus, latere altero aream amplam subimpressam, rugulosam, obscuriorem prae-
tens et hoc loco testae longius adhaerens; cotyledones plane conferruminatae, intus
cavitates parcas resiniferas foventes; radicula punctiformis obsoleta, — Flor. Maio—
Aug., fruct. Sept., Dec., Febr.
Habitat in Cuba: Wright n. 164, 1202, in montibus ad Hongolozongo.
Linden n. 2427, ad Sattadero: Linden n. 2000; Jamaica ex Grisb.; Sto.
Domingo: Bertero n. 319, Mayerhoff, Schomburgk n. 36, in sylvis ad La
Vega, prope Jarabacoa, ad flumen Muñoz 150—600 m alt.: Eggers n. 9075,
2100», 2328, 2457; Puerto-Rico in sylvis prope Bayamon, Yuncos,
Yabucoa, Guánica, Mayagtiez, Arecibo: Gundlach in herb. Krug n. 457,
Krug n. 456, Sintenis n. 2508, 2653, 3872, 3872^, 5047, 5113, Stahl n. 96,
100, 497°; Dominica: Imray n. 184 p. p. (specim. flor.), ad Laudat:
Eggers herb. pr. n. 104; Martinique: Duss n. 190^; St. Vincent:
Anderson (herb. Kew.); Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 2346, 2995.
116. E. Eggersii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 268. fig. 5
et tab. 12!
Guasávara Portor. ex Sint.
Frutex 3—4 m altus v. arbor formosa 5—20 m alta, flor. albis, baccis viridibus,
postremo rubescentibus (»colore cerasino«). Variat longitudine petiolorum, magnitudine
foliorum, rhachi inflorescentiae et pedicellis plus minus glanduloso-verrucosis sicut
ovario glabris v. pubescentibus. — Flor. m. Maio—Jul., Sept., Nov., fruct. Sept., Oct.
Habitat in Puerto-Rico in Sierra de Luquillo, de Naguabo, de Ya-
bucoa, prope Aybonito, inter Pefiuelas et Adjuntas in sylvis primaevis:
Eggers herb. pr. n. 1499, ed. Toepff. n. 1028, Sintenis n. 1528, 1711, 1846,
1953, 2611, 2875, 41180^, 5048^, 5113, 5303, 5390, Stahl n. 1120.
Obs. Ab E. Domingensi praeter baccas sphaeroideas crassiuscule glanduloso-gra-
nulatas indumento (in inflorescentia) simplice, foliis vivis obscure viridibus, siccis brun-
nescentibus, bracteis acutis facile distinguenda.
117. E. ehrysobalanoides DC. ! Prodr. III (1828). p. 285.
Habitat in Guadeloupe m. Maio—Jun. flor.: Duss n. 27285, l'Hermi-
nier, Perrottet in herb. DC.
Obs. Ab E. Domingensi affini foliis latioribus saepe plus minus grosse undulato-
crenatis, bracteis ovatis, pilis inflorescentiae simplicibus diversa; baccae adhuc ignotae.
118. E. Trinitatis DC.! Prodr. III (1828). p.280; Berg! in Linnaea
XXVII. p. 287; Grisb.! Flor. 257.
Myrtus dioica Sieb. ! Fl. Trin. n. 94 ap. DC. l. c., — non Linn.
Bois petite feuille Martin. ex Duss.
Arbuscula elegans 3—5 m alta. Inflorescentiae racemosae 20—40-florae.
Sepala longiora 4—1,3 mm longa. Baccae globulosae, 6—7 mm diametro. Semen
solitarium, Embryo a testa liber; cotyledones conferruminatae, latere altero aream
amplam subimpressam rugulosam praebentes, intus cavitales salis amplas resiniferas
foventes,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. ll. 625
Habitat in Martinique: Duss n. 199, 1256 ; Trinidad: Sieber n. 94.
Obs. Specimina Duss. fructifera tantum obvia cum Sieberianis omnino congruunt.
119. E. Cruegeri Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis pilis simpliei-
bus brevissimis adpressis ideoque difficile conspicuis dense obsitis; foliis
7—9 mm longe petiolatis, ovali-elliptieis, basi paullo in petiolum protractis
acutis, apice satis longe acuminatis, 7—8 cm longis, 3—4 em latis, plus
quam duplo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus supra tenuissi-
mis v. obsoletis, subtus prominulis, tenuiter v. obsolete anastomosanti-reti-
eulatis, densissime pellucido-punctatis, punctis supra subimpressis, subtus
non conspicuis, chartaceis; inflorescentiis racemosis 6—8-floris folio brevi-
oribus plus minus manifeste pubescentibus, bracteis deciduis, pedicellis
12—5 mm longis; sepalis 4, majoribus semiorbieularibus v. semiovalibus
2—2,5 mm longis; petalis obovato-cuneatis; ovario 2-loculari, loculis 5-
ovulatis; bacca sphaeroidea.
. Eugenia riparia Grisb.! Flor. (1864). p. 711, — non DC.
Arbor 8m alta, Rami vetustiores brunnescentes, cortice dehiscente sed non
desiliente, glandulis ad ramulos non conspicuis. Folia nervo medio supra anguste im-
presso, lateralibus 12—45 sub angulo 60—70? abeuntibus, ante marginem ipsum con-
junctis, supra obscure viridia glabra subglabrave, subtus pallidiora, pilis brevissimis
simplicibus adpressis difficile conspicuis adspersa, margine plana. Inflorescentiae
ex axillis foliorum solitariae, pilis quam in caule longioribus et superne subpatentibus;
bracteae ovato-triangulares 4,8—2 mm longae; prophylla triangularia v. suborbiculari-
Iriangularia acuta, ad basin versus connata, 4,2—4,8 mm longa. Sepala longiora 3,5—
4 mm lata, breviora semiorbicularia v. breviter semiorbicularia, 4,5—2 mm longa,
3 mm lata, omnia apice rotundata, utrinque breviter et adpresse albido-pilosa coriacea,
slandulis numerosis, sed extrinsecus non conspicuis, Petala 7 mm longa, superne 3,5—
4mm lata, nervis e basi 7—9, glabra, dense glanduloso-punctata. Stamina numero-
sissima 6—7-seriata, longiora usque 14 mm longa. Stylus 7—8 mm longus sub apice
curvatus glaber; stigma obsolete capitatum., Discus staminiger obsolete et brevissime
pilosus. Ovarium extrinsecus 8-costatum, breviter et dense pilosum; ovula e laminula
cum parietis apice conjuncta prodeuntia, summa subhorizontalia, caetera plus minus
pendula. Baccae (non plane maturae) brevissime pilosae et glanduloso-punctatae, ultra
8 mm diametro.
Habitat in Tobago juxta Great Dog River in sylvis montis Putney Hill
300 m alt., m. Oct. flor.: Eggers n. 5804; Trinidad: Crueger.
Obs. E. riparia DC. (Brasiliensis), re vera affinis, petiolis duplo crassioribus, foliis
multo majoribus 14—22 cm longis, brevissime acuminatis margine revolutis crassiori-
bus, racemis 9—15-floris recedit.
p. Pubes simplex. Inflorescentiae racemosae, Sepala majora 1—3 mm longa. Seminis
testa plerumque membranacea endocarpio arcte accumbens. Embryo, si semen solita-
rium, apice plus minus concavus; radicula impressa non conspicua dÉ
a. Ovarium extrinsecus sericeum v. pubescens.
420. E. Jamaicensis Berg ramis novellis apice breviter et adpresse
albido-pilosis; foliis 5—7 mm longe petiolatis ovali-oblongis, satis longe
4) Series quoad species Jamaicenses difficillima, locis natalibus iterum iterumque
examinanda.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 40
626 L Urban.
acuminatis, acumine obtuso saepe apiculato, basi acutis, 6—9 cm longis,
2—3 cm latis, 21/,—3-plo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus
12—16 supra tenuissime, subtus manifeste prominentibus et subreticulato-
anastomosantibus, densissime pellueido-punctatis, punctis supra non con-
spicuis, subtus obsolete prominulis, margine obsolete undulato-crenatis
planis submembranaceis glabris; inflorescentiis cr. 4 em longis 6—10-
floris, brevissime et adpresse pilosulis, bracteis ovatis acutis v. acuminatis;
pedicellis 4—7 mm longis; sepalis subaequalibus ovatis breviter acumi-
natis (in alabastro tantum observatis); ovario 2-loculari, ovulis in quoque
loculo 5—7.
Eugenia Jamaicensis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 257.
Habitat in Jamaica: Cuming n. 66.
121. E. Alexandri Kr. et Urb. ramis novellis apice breviter v. brevis-
sime et adpresse pilosis caeterum glabris; foliis 4—7 mm longe petio-
latis ovali-oblongis v. oblongis, basi subacutis, obtusis v. rotundatis, satis
longe acuminatis, acumine obtuso et apieulato v. acuto, 8—5 em longis,
3—1,7 cm latis, 21/,—3-plo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus
10—14 supra obsolete prominulis v. subimpressis, subtus prominentibus
et tenuissime v. obsolete reticulatis, utrinque praesertim subtus densissime
tubereulato-punctatis punctis bene pellucidis inaequalibus, supra brevis-
sime pilosulis, subtus subglabris, margine minute crenatis, submembrana-
ceis v. charlaceis, subplanis; inflorescentiis 6—8-floris, 4—2 cm longis
brevissime adpresseque pilosulis, bracteis obtusis, pedicellis 3—7 mm longis;
sepalis majoribus 2—2,3 mm longis, breviter et latiuscule orbicularibus v.
semiovalibus, apice rotundatis v. subtruncatis, minoribus breviter semi-
orbieularibus; ovario 2-loculari, ovulis in quoque loculo 30—40, 5— 6-seriatis.
Myrtus disticha Sims Bot. Mag. (1805). t. 867!, — non Sw.
? Eugenia virgultosa Macf. Jam. II. (1850). p. 122, — non DC.
Eugenia disticha Grisb.! Flor. (1860). p. 257 p. p., — non DC.
Eugenia pallens Grisb.! I. c. p. p., — non DC.
Rami vetustiores brunnescentes glabri, Folia nervo medio supra canaliculato-
impresso, lateralibus sub angulo cr. 60? abeuntibus subarcuatis, supra obscura nitidula.
Inflorescentiae ex axillis 1—9 subsessiles; bracteae saepius deciduae, semiorbiculares
usque triangulares 0,6—4 mm longae; prophylla breviter triangulari- semiorbicularia
obtusa, inter sese paullo connata, cr. 0,6 mm longa. Sepala majora 2,5—3 mm lata,
minora apice truncata 4—1,5 mm longa, omnia chartacea, margine brevissime ciliata,
intus brevissime sericeo- pilosa, extrinsecus subglabra et dense glanduloso- punctata.
Petala orbicularia v. ovato-orbicularia, apice rotundata 5—6 mm longa membranacea,
minutissime pilosa, margine breviter ciliata, glandulis brunneis notata, nervis e basi 3,
exterioribus ramosis, bene conspicuis, Stamina cr. 6mm longa. Ovarium obconicum
adpresse et brevissime albido-sericeum, vertice fere usque ad stylum brevissime pilosum;
ovula secus medium placentae superne bifurcatae densissime affixa. Stylus $—6 mm
longus ad apicem subfalcato-curvatus, caeterum rectus glaber. Bacca (ex Sms) sphaerica,
12—13 mm diametro, 3-sperma.
Habitat in Jamaica: Alexander, in montibus partis septentrionalis
ex Sims.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 627
Obs.. Ab E. Jamaicensi habitu simillima pube foliorum, floribus verisimiliter duplo
majoribus, sepalis apice rotundatis, ovulis numerosis, ab E. disticha foliis longius petio-
latis, nervis lateralibus multo minus numerosis, punctis pellucidis ereberrimis, numero
ovulorum, forma baccae etc. diversa.
122. E. Grisebachii Kr. et Urb. ramis hornotinis brevissime et dense
pilosis; foliis 6—3 mm longe petiolatis, oblongo- lanceolatis v. lanceo-
latis, basi acutis, superne magis sed sensim angustatis, longe et saepius
subfaleato-acuminatis, acumine ipso breviter mucronato, 8—4 em longis,
3—1 cm latis, 3— 4-plo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus supra
parum prominulis, subtus manifeste prominentibus et plus minus retieu-
latis, subtus elevatim, sed subparce, supra obsoletius subpellueido-punctatis,
integris erassiuscule charlaceis, initio pilosulis, posterius glabrescentibus,
margine reeurvatis; inflorescentiis 6—10-floris 2—3,5 em longis, breviter
pilosis, bracteis acuminatis, pedicellis 7—12 mm longis; sepalis longioribus
2—2,5 mm longis, breviter ovalibus, apice rotundatis, brevioribus tri-
angularibus v. orbiculato-triangularibus apiculatis; ovario 2-loculari, ovulis
in quoque loculo 15—19, 4-seriatis; baccis globulosis 5—6 mm diametro.
Eugenia virgultosa Grisb.! Pl. Wr. (1860). 182 et Cat. 88; Sauv.
Cub. 41, — non DC.
Rami vetustiores pallide v. cinereo-brunnei, cortice rimoso v. desiliente, hornotini
brunnescentes, pilis plus minus sursum curvatis. Folia nervo medio supra impresso,
lateralibus 40—20 sub angulo 55? abeuntibus, nervis marginalibus subbinis, supra niti-
dula, punctis vix v. parum elevatis medio impressis minus manifestis, secus nervum
medium minute pilosula, subtus punctis elevatis inaequalibus notata, breviter et ad-
presse pilosula v. glabrescentia, Inflorescentiae axillares subsessiles v. usque ! cm
longe pedunculatae; bracteae saepe alternae, 1—2 mm longae, inferiores triangulares v.
ovato-triangulares, hinc illine steriles, superiores ovato-lanceolatae; axes juveniles sicut
bracteae et sepala albido-pubescentia, posterius pilis brevibus plus minus sursum
curvatis et glandulis brunneis obsessa; prophylla ovato-acuminata 4,2—1,3 mm longa.
Sepala majora apice rotundata obsolete v. non apiculata, minora manifeste apiculata
v. acuminata vix 1,5 mm longa, utrinque plus minus sericeo-pilosa chartacea. Petala
ovata v. orbiculari-ovala obtusa 4,5—5,5 mm longa membranacea, margine breviter
ciliata, in facie glandulis brunneis notata, nervis e basi 7—9 valde conspicuis. Stamina
numerosa 5—6 mm longa. Ovarium obconicum vertice inter staminum insertionem
manifeste et dense pilosulum, circa stylum ipsum glabrum ; ovula placentae basi et apice
exceptis affixa. Stylus 5—6 mm longus subsigmoideus glaber v. hinc illinc pilo obsitus.
Bacca sepalis patentibus coronata tuberculis crebris brunneis glandulosa glabrescens,
3-sperma. Semina paullo sub apice baccae affixa, angulata, endocarpio arcte
aceumbentia, testa tenuis membranacea. Cotyledones conferruminalae.
Habitat in Cuba: Wright n. 171.
193. E. disticha DC. ramulis hornotinis superne breviter v. bre-
vissime adpresse pilosis v. sericeis; foliis 2—4 mm longe petiolatis
ovalibus v. anguste ovalibus, mediocriter acuminatis, acumine acuto v.
mueronato, basi rotundatis, 6—9 cm longis, 2,5—4 em latis, 2—2'/,-plo
longioribus quam latioribus, nervis lateralibus 46—24 supra tenuissime
impressis, subtus prominulis et tenuissime v. vix reticulato-anastomosanti-
bus, modice pellucide punetatis, punctis supra non conspicuis, subtus sub-
40*
628 I. Urban.
parcis prominulis, margine integro subintegrove planis chartaceis, utrinque
breviter v. brevissime adpresse pilosis, posterius glabrescentibus ; inflores-
centiis er. 1 em longis v. brevioribus, &—6-floris, brevissime et adpresse
pilosulis, bracteis triangularibus v. ovatis obtusis v. acutis 0,8—4,9 mm
longis, pedicellis 1,5—3 mm longis; sepalis inaequalibus, majoribus 1,5 mm
longis orbieularibus apice rotundatis, minoribus semiorbiculari-triangulari-
bus acutatis; ovario obovato, 2-loculari, ovulis in quoque loculo 13—4 6,
placentae bifurcatae 2-seriatim affixis; baccis (ex Sw.) ovatis rubris 9—4-
spermis v. (ex Lixpr.) obovatis v. oblongis purpureo-brunneis 2—8-spermis.
Eugenia disticha DC. Prodr. III (1828). p. 974; Berg! in Linnaea XXVII.
p. 288; Grisb.! Flor. 257 (p. p. el excl. syn. Jacq.).
Myrtus disticha Sw.! Prodr. (1788) p. 78 et Flor. II. 894; Willd.!
Spec. H. 971; Lindl. Coll. t. 19!
Myrtus horizontalis Vent. Malm. (1805). t. 60!
? Eugenia virgata Macf. Jam. II (1850). p. 121 (ex descr., sed inflor.
magis evolutis), — non Gardn. (1845).
Habitat in montibus Jamaicae: Alexander, Swartz (non West) in
herb. Willd. n. 9574 (deest in herb. Holm.); vidi cultam ex horto Celsiano.
124. E. bifiora DC. Prodr. III (1828). p. 276.
Var. a. virgultosa Kr. et Urb. foliis ovatis v. ovato-oblongis v.
oblongis, longe v. longissime et anguste acuminatis, 1,5—3 em latis, 21/,—4-plo
longioribus quam latioribus, utrinque adpresse pubescentibus, pube subtus
erebriore, postremo praesertim supra evanescente v. persistente, nervis
lateralibus 9—15 supra manifeste impressis, subtus prominentibus; bracteis
ovato- v. oblongo-acuminatis; ovario extrinsecus obsolete 4- v. 8-costulato;
baccis 5—6 mm diametro.
Myrtus virqullosa Sw.! Prodr. (1788) p. 79 el Flor. II. 905 (excel. syn.
Plum.); Willd.! Spec. II. 972; Lun. Jam. I. 558; Spreng. Syst. H. 486
(exel. syn.).
Eugenia, virgullosa DC. Prodr. III (1828). p. 280 p. p.; Berg! in Lin-
naea XXVII. p. 286 p. p.; Grisb. Flor. 257 p. p.
Eugenia acutiloba DC.! l. c. p. 281; Macf. Jam. II. 125 (ea deser.).
Eugenia acuminatissima Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 284 (nomen
tantum) et in Mart. Flor. Bras. XIV. I (1857). p. 313, — non Miq.
Rod wood Jam. ex Swartz.
Ramuli pilis brevissimis patentibus dense obsiti, pilis aliis longioribus adpressis
plerumque intermixtis, nunc albido-strigulosi. Folia 3—5—7 mm longe petiolata,
acumine acuto v. obtusiusculo, 5—8 cm longa, margine integra subintegrave, punctis
pellucidis supra impressis, subtus non conspicuis, chartacea v. chartaceo-coriacea, In-
florescentiae 8—1 0-florae, brevissime pilosae v. plus minus adpresse albido-pubes-
centes; bracteae ovato-acuminatae, 2—3 mm longae; pedicelli 3—8 mm longi. Sepala
longiora 4,5—2 mm longa apice rotundata, breviora plus minus apiculata v. mucronato-
acuminata v. omnia acuminata. Petala 3—3,5 mm longa. Stylus 4—4,5 mm longus.
Ovarium extrinsecus albido- v. pallide ferrugineo-sericeum ; ovula in quoque loculo
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, Il. 629
9—48, 2-seriata placentae e pariete medio prodeunti affixa. Baccae oblique globulosae,
latere altero magis convexo, glanduloso-granulatae. Semina 4—3, sub baccae apice
affixa, testa embryoni adhaerente. Embryo reniformis, inferne convexus, apice plus
minus excavatus et aream impressam plus minus manifestam praebens; cotyledones
conferruminatae ; radicula non conspicua.
Habitat in Jamaica, m. Aug. flor., m. Nov. fruct.: Swartz in herb.
Willd. n. 6569, Tussac in herb. DC., in Blue Mountains: Bot. Dep. Herb.
(W. Harris) n. 5014, 5015, 5022, 5044*, 5079, 5084, 5185, 5200,5240, 5241,
5242 (ad. var. à acced.), 5243, 5248, 5208, 5289, 5291, 5301, 5336, 5349
(ad var. y vergens); praeterea Brasilia sept.: Spruce n. 1863.
Var. 3. Wallenii Kr. et Urb. foliis oblongis usque oblongo-lanceolatis
longissime protracto-acuminatis, 0,7—1,5 em latis, 3—5-plo longioribus
quam latioribus, utrinque parce pilosulis v. supra glabrescentibus v. sub-
glabris, nervis lateralibus 10—15 supra non conspicuis v. impressis, subtus
prominulis v. parum manifestis; bracteae ovato-acuminatae; ovario plus
minus manifeste 4—8-costato; baccis 4—7 mm diametro.
Eugenia Wallenii Macf. Jam. 11 (1850). p. 118 (ez descr. et specim. lecto).
Eugenia modesta Berg! in Linnaea XXVI (1836). p. 280 p. p., — non DC.
Eugenia modesta var. Jamaicensis Berg! in Mart. Flor. Bras. XIV. I
(4857). p. 514.
Eugenia Hartii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVI (1890). p. 271. f. 6. t9 B!
Rami hornotini ad apicem minutissime v. pulverulento-pilosuli, pilis aliis longiori-
bus adpressis nunc intermixtis. Folia 2—4 mm longe petiolata, acumine obtusiusculo
v. acuto, 3,5—6 cm longa, punctis pellucidis supra impressis, subtus non conspicuis,
coriacea v. chartaceo- coriacea. luflorescentiae 5—14-, saepissime 7 -florae,
tomentosulae v. sericeo-strigulosae, flore terminali saepe obvio; bracteae 1,5—2 mm
longae; pedicelli 3—7 mm longi. Sepala longiora 1—4,2 mm longa, suborbicularia,
apice rotundata v. obsolete v. manifeste apiculata, breviora manifeste mucronato-
acuminata. Petala 3,5—4 mm longa. Stylus 4—5 mm longus. Ovarium extrin-
secus albido-sericeum ; ovula in quoque loculo 71—40, placentae e pariete medio prodeunti
biseriatim inserta, superiora ascendentia, inferiora pendula. Baccae oblique globulosae
v. obovato-globulosae. Semina 4—5.
Habitat in Jamaica m. Jun., Sept., Nov. flor., m. Sept. fruct.: Herb.
Hooker, Mac Fadyen (herb. Kew.), near Woodculter's Gap, in Blue Mountains:
Bot. Dep. Herb. (W. Harris, J. H. Hart) n. 1048, 5043, 5045, 5046, 5047,
5077, 5078, 5081, 5083, 5129, 5229. 5269, 5287, 5288, 5290, 5299.
Obs. E. modesta DC. (e Brasilia) foliis multo tenuioribus, minus acuminatis glabris,
nervo medio subtus multo tenuiore, lateralibus multo magis arduis, supra conspicuis,
subtus anastomosantibus omnino diversa (flores non vidi).
Var. y. pallens Kr. et Urb. foliis ovatis usque lanceolatis, vix usque
satis longe acuminatis, 1,5—3 em latis, 2—3 !/5-plo longioribus quam latiori-
bus, utrinque glabris v. ad nervum medium pilosulis, nervis lateralibus
8—14 utrinque tenuissime prominulis et obsolete retieulatis v. vix con-
spieuis; bracteis ovatis obtusis v. acutis; ovario seetione transversa orbiculari;
baccis 6—40 mm diametro.
630 L Urban.
Myrtus biflora Linn. Syst. X. ed. 11 (1759). p. 1036 et Spec. II. ed. I.
674; Elmgr. Pug. Jam. in Linn, Amoen. V (1759). p. 598; Lun. Jam. I.
307; Spreng. Syst. II. 482.
Caryophyllus fruticosus Mil. Gard. Diet. ed. VIII (1768). n.5.
Myrtus pallens Vahl! Symb. II (1791). p. 97; Spreng. Syst. II. 485
(excl. syn. Poir.).
Eugenia biflora DC. Prodr. HI (1828). p. 276; Berg in Linnaca
XXVII. 246.
Eugenia pallens DC. Prodr. II (1828). p. 284; Berg in Linnaea XXVII.
p. 280.
Eugenia dumosa Macf. Jam. II (1850). p. 125 (eo descr.), — non DC.
Eugenia commutata Berg! in Linnaea XXVI (1856). p. 174.
Eugenia, virgullosa Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 265 p. p.
Caryophyllus fruticosus foliis lanceolatis oppositis, floribus geminatis
alaribus P. Br. Jam. (1756) p. 248. t. 25. f. 5!
Rami juniores brevissime patenti-pilosi v, pilis suberectis longioribus adspersi v.
subsericei. Folia 3—8 mm longe petiolata, acumine apice plerumque rotundato v.
obtuso, raro (n. 5057) acuto, 4—6,5 cm longa, punctis pellucidis supra impressis v. non
conspicuis v. parum prominulis, subtus plerumque tenuiter prominulis saepe brunnes-
centibus, subcoriacea v. charlaceo-coriacea, margine integra v. undulato-crenulata v.
suberenulata. Inflorescentiae 2-, 4- v. usque 40-florae, breviler pubescentes v.
tomentosulae; bracteae 1—2 mm longae; pedicelli 5—15 mm longi. Sepala longiora
1,8— 2,5, in fructu usque 3 mm longa, Petala 4—5 mm longa. Stylus 5—6 mm longus.
Ovarium extrinsecus albido-sericeum; ovula in quoque loculo 8— 12, placentae
laminuliformi e pariete supra medium prodeunti insidentia. Baccae oblique obovato-
globulosae, 4- v. 2-spermae.
Habitat in Jamaica: Marsh n. 894 (herb. Kew.), Purdie (herb. Kew.),
Swartz in herb. Willd. n. 9556, in Blue Mountains e. gr. prope Newcastle:
Bot. Dep. Herb. (W. Harris, Hart) n. 904, 1419 p. p., 5012, 5018, 5019,
5057, 5232, 5270; loco non indicato: herb. Vahl in herb. Haun. (Banks ded.).
Obs. Fortasse a varietatibus praecedentibus specifice diversa, si characteres mihi
ignoti e modo crescendi, colore fructuum sumti accedunt.
Var. ò. Judibunda Kr. et Urb. foliis orbieulari-ovalibus, ovalibus v.
obovatis, in acumen plerumque mediocre contractis, 2—3,5 em latis, dimidio
usque duplo longioribus quam latioribus, glabris v. praesertim ad nervum
medium pilosulis, nervis lateralibus 6—10 supra tenuiter prominulis v.
obsoletis, raro tenuiter subimpressis, subtus prominentibus et sub-
anastomosantibus v. tenuiter prominulis; bracteis orbiculari-triangularibus
v. ovalis, obtusis v. acutis; ovario sectione transversa orbiculari; baccis
6—8 mm diametro.
zugenia ludibunda Bertero! Msc. ed. DC. Prodr. III (1828) p. 280;
Berg! in Linnaea XXVII. p. 174 (excl. descr. baccae).
Eugenia glabrata Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 295 p.p.; Egg.
St. Croix and Virg. Isl. p. 51, — non DC.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 631
Eugenia. Richardiana Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 694 (petiolis
9—12 mm longis).
Eugenia Portoricensis Stahl! Est. IV (1886). p. 82, — non DC.
Eugenia virgullosa Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 265 p. p.
Myrtus monticola Vahl herb.? ex: Puer. ap. DC. I. c. 280, — non Sw.
Hoja menuda Portor. ex Sint., Pitangueira Portor. ex Stahl.
Frutex v. arbuscula 2—5 m alta v. arbor 6 m alta. Ramuli hornotini et in-
florescentiae pilis minutis brevissimis pilosuli v. raro brevibus et suberectis vestili.
Folia 3—7 (raro — 42) mm longe petiolata, acumine obtuso, raro acuto, 4—6,5 cm
longa, punctis pellucidis supra parum prominulis v. obsolelis, subtus prominentibus v.
vix conspicuis, chartacea v. subcoriacea, margine integra v. obsolete crenulata. In-
florescentiae 6—12-florae; bracteae 0,8—1,5 mm longae; pedicelli 3—12 mm longi.
Sepala longiora 4,5—2 mm longa, orbicularia v. semiovalia, breviora semiorbicularia
v. breviter triangularia, omnia apice rotundata v. breviora plus minus obsolete apiculato-
acutata. Petala obovato-orbicularia 3—4,5 mm longa, margine breviter ciliata alba.
Stylus 4—6,5 mm longus subaequicrassus v. sub apice attenuatus; stigma manifestum,
sed parvum, Ovarium extrinsecus albo-sericeum, raro subglabrum; ovula in quoque
loculo 4— 9, placentae sub apice loculi inserta, pendula biseriata. Baccae sphaeroideae
subobliquae glanduloso-punctatae, initio virides, dein flavae, postremo rubrae (ex SINT.).
Semen solitarium, rarius bina, sub apice baccae affixum, testa membranacea, endo-
carpio et embryoni arcte accumbente, embryone propterea concutendo in sicco non
crepitante. Embryo parum v. manifeste curvatus, latere altero (plus minus concavo)
suboblique ad apicem baccae spectante aream amplam plus minus impressam ruguloso-
plicatam pallidam praebens; cotyledones plane conferruminatae v. area mediana longi-
trorsum angusla liberae, intus cavitates resiniferas fovens; radicula impressa non
conspicua.
Habitat in Sto. Domingo: Bertero n. 565, Mayerhoff, Prenleloup
n. 184, prope Puerto-Plata 300 m alt. in sylvis: Eggers n. 1685; Puerto-
Rico in fruticetis (litoralibus) et montibus caleareis m. April., Majo florif.,
prope St. Juan, Bayamon, Cabeza de S. Juan, Juncos, Fajardo, Manati,
Morovis, Dorado: Schwanecke n. 78, Sintenis n. 941^, 944°, 1306, 1913,
1947, 6644, 6673, 6803, 6820, 6833, Stahl n. 104, 491, 496"; St. Croix:
Herb. Berg.; Antigua: Richard.
Obs. Huc spectat specimen musei Hauniensis ex herb. M. Vahl. »Myrtus dumosus
Ind. occid.« et ab alia manu »M, virgultosus H. V.« inscriptum, sed ob folia juniora quoque
glabra et inflorescentias folium dimidium fere aequantes 6—10-floras nequaquam typum
Vahlianum (Myrtus dumosus Vahl Symb. II [4794]. p. 57, Eugenia dumosa DC. Prodr. II.
376) sistere potest.
Var. e. lancea Kr. et Urb. foliis ovali-oblongis usque lanceolatis, in
acumen plerumque longum produetis, raro sensim angustatis, 1-—2 cm latis,
31/, —h-plo longioribus quam latioribus; caeterum ut var. à.
Myrtus virgultosa Vahl Symb. 11 (1791). p. 58, — non Sw.
Eugenia lancea Poir. in Lam. Encycl. Suppl. HI (1815). p. 125; DC.
Prodr. III. 280; Berg! in Linnaea XXVII. 285; Grisb. Kar. 67.
Myrtus lancea Spreng. Syst. II (1825). p. 482.
Myrcia? Thomasiana DC.! Prodr. IH (1828). p. 244; Berg in Lin-
naea XXVH. p. 116.
632 L Urban,
Eugenia virgultosa DC. Prodr. HI (1828). p. 280 p. p.; ? Mayc. Barb.
211; Schlecht.! in Linnaea V. p. 199; Berg! in Linnaea XXVII. 286 UE ;
Egg.! St. Croix 117 et St. Croix and Virg. Isl. 1; Bello! Ap. I. 271; Kiaersk.!
in Bot. Tidsskr. XVII. p. 263 p. p.
Habitat in Puerto-Rico prope Fajardo et prope Camuy: Gundlach in
herb. Krug n. 450 "7. Sintenis n. 1860; St. Thomas: ex herb. Deless. in
herb. DC., Eggers ed. Toepff. n. 154, 347, C. Ehrenberg, Ravn in herb.
Haun., Ridley; St. Croix: Eggers; Barbados ex Mave.
Obs. Inter var. praecedentem , cui arctissime affinis, et var. pallens quasi inter-
media, ab ulteriore floribus minoribus et ovulis paucioribus altius affixis diversa.
125. E. suleivenia Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis apice brevis-
sime patenti-pilosis, posterius glabrescentibus; foliis 10—19mm longe petio-
latis, ovatis v. ovato-ellipticis, basi rotundatis v. angustioribus subacutis,
apice satis longe sed latiuscule acuminatis, 8—10 em longis, 3—5 em latis,
2— 2! /5-plo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus supra impressis,
subtus prominulis, punctis pellucidis supra subimpressis, coriaceis glabris,
margine vix recurvato integris; inflorescentiis 2—5 em longis 10—416-floris
breviter et dense patenti-pilosis, bracteis late triangularibus v. ovato-
triangularibus obtusis v. acutis 0,8—1,5 mm longis, pedicellis 3—6 mm
longis; sepalis longioribus apice subtruncatis 1,5 mm longis, brevioribus
obsolete apiculatis; ovario semigloboso v. semiovali, extrinsecus albido-
sericeo, ovulis 4—5-serialibus, in quoque loculo 17—22: bacca oblique
globulosa 2-sperma.
Folia acumine rotundato v. obluso, nervo medio sulcato-impresso, lateralibus
8—12 sub angulo er. 60? abeuntibus, obsolete v. non anastomosantibus, ante marginem
conjunctis, crebro pellucido-punctata, punctis subtus prominulis brunneis v nigricanti-
bus, supra nitidissima subtus opaca. Inflorescentiae ex axillis euphyllorum laterales
et in apice ramorum, gemma apicali non evoluta, pseudoterminales; bracteae deciduae;
prophylla triangularia obtusiuscula cr. 0,8 mm longa, basi vix connata, Sepala longiora
breviter orbicularia, breviora breviter semiorbicularia v. semilunaria 0,8 mm longa,
omnia subcoriacea, extrinsecus dense glanduloso-punctata et brevissime pilosa. Petala
et stamina valde decidua. Stylus 4,5—5 mm longus subaequicrassus v. sub apice paullo
attenuatus. Ovula placentae laminuliformi e pariete supra medium prodeunti densis-
sime insidenlia. Baccae glanduloso-granulatae, 5 mm diametro (an etiam majores ?),
plerumque 2-spermae. Semina sub baccae apice affixa, testa membranacea col yledoni-
bus et endocarpio arcte accumbente. Em bryo subreniformis, latere interiore concavius-
culus; cotyledones conferruminatae; radicula non conspicua.
Habitat in Jamaica in Blue Mountains m. Aug. flor. et fruct.: Bot.
Dep. Herb. (J. H. Hart) n. 5049.
Obs. E. Harrisii var. grandifolia, cujus habitus aequalis, foliis basi aculis, in-
florescentia et ovario glabris, pedicellis longioribus, floribus majoribus, ovulis paucioribus
2-seriatis, baccis ovali-oblongis pleiospermis differt.
B. Ovarium extrinsecus glabrum.
126. E. Harrisii Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis glabris; foliis
6—12 mm longe petiolatis ovatis v. ovato-oblongis, raro oblongo-lanceolatis,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 633
basi plerumque obtusis v. rotundatis, nunc acutis, apice longe v. satis longe
et obtuse acuminatis, 5—8 cm longis, 4,5—4 cm latis, 2—4-plo longiortbus
quam latioribus, nervis lateralibus supra plerumque tenuiter impressis,
subtus tenuiter v. vix prominulis, punctis pellucidis plus minus obsoletis,
supra impressis, coriaceis, glabris, margine plus minus recurvato integris
subintegrisve; inflorescentiis 1—3,5 cm longis 7—11-floris glabris, bracteis
triangularibus obtusis 0,5—1 mm longis, pedicellis tenuibus 5—12 mm
longis; sepalis longioribus apice rotundatis 1,5—1,8 mm longis, brevioribus
nunc obsolete acutatis; ovario breviter obovato, extrinsecus glabro, ovulis
2-serialibus, in quoque loculo 9— 14; bacca ovali v. obovata 2—7-sperma.
Var. 8. grandifolia Kr. et Urb. foliis 12—16 mm longe petiolatis,
10—12 em longis, bracteis triangularibus acutis usque ovato- lanceolatis
acuminatis I—2 mm longis, pedicellis floriferis 0,5 mm crassis, floribus
majoribus, sepalis longioribus 2,5—3 mm longis.
Frutex 1,5—3 m altus. Ramuli brunnescentes v. cinerascentes cortice saepe di-
rumpente et desiliente, hornotini glanduloso-punctati. Folia nervo medio supra impresso,
lateralibus 8—14 sub angulo cr. 60° abeuntibus non v, parce et obsolete anastomosantibus,
ante marginem conjunctis, punctis subtus minulis brunneis v. nigrescentibus v. obsoletis.
Inflorescentiae ex axillis foliorum solitariae racemosae, nunc e basi lateraliter
ramosae et subpanniculatae, rarius binae superpositae, plerumque flore terminali sub-
sessili insignes glabrae; pedunculus 0—145 mm longus; bracteaeimae plerumque steriles;
pedicelli floriferi cr. 0,3—0,5 mm crassi; prophylla triangularia acuta v. breviter acuminata,
margine breviter pilosa 0,5—1! mm longa. Sepala longiora orbicularia v. ovato-
orbicularia, breviora semiorbicularia v. suborbicularia, omnia subcoriacea plus minus
punctata, margine brevissime pilosa. Petala rosea v. interdum alba, orbiculari-ovata
v. subobovata 2,5—3 mm longa cr. 2,5 mm lata, crebro glanduloso- punctata, margine
brevissime pilosa. Stylus cr. 3 mm longus, praesertim sub apice attenuatus, valde
deciduus; stigma manifestum, sed parvum. Ovarium transversim teres, 2-loculare ;
ovula placentae ad medium affixa. Bacca 8—10 mm longa, 6—8 mm diametro,
glanduloso-punctata. Semina testa pallide flava chartaceo-cartilaginea elastica embryoni
plus minus laxe accumbente induta. Embryo dorso convexus, mutua pressione venire
angulatus, circumcirca glanduloso - punctatus; cotyledones conferruminatae; radicula
adnata a dorso ad ventrem transiens semen fere dimidium cingens.
Habitat in Jamaica in Port Royal Mountains, Blue Mountains, e. g. in
Mount Hybla, prope Portland Gap: Purdie (herb. Kew.), Bot. Dep. Herb.
(W. Fawcett, W. Harris etc.) n. 1150, 4419 p. p, 5010, 5017, 5020, 5024,
5056, 5058, 5182, 5211, 5239, 5256, 5282, 5283, 5297, 5305, 5311, 5353.
— Var. ibidem: W. Harris n. 5048. — Flor. Jun.— Sept.
Obs. I. Specimen Fawcettianum (n. 5010) discum circa stylum amplum a staminum
insertione callo prominente disjunctum offert.
Obs. II. E. biflora DC. var. pallens (Vahl) foliis simillima recedit petiolis brevioribus,
nervis foliorum lateralibus supra non impressis, inflorescentiae pube, ovario extrin-
secus sericeo, forma baccis, numero seminum, E. disticha DC. foliis 2—4 mm longe petio-
latis, acute acuminatis chartaceis v. tenuiter chartaceis, juventute saltem pubescentibus,
indumento inflorescentiae.
127. E. crenata Berg ramulis hornotinis glabris; foliis 4—5 mm longe
petiolatis anguste ovatis v. ovato-oblongis, raro oblongo-lanceolatis, basi
634 |. Urban.
obtusis v. plerumque acutis, ad apicem modice aeuminato-angustalis, acu-
mine lato apice ipso rotundato, 4—6 em longis, 1,5—2,5 cm latis, 2!/—
3-plo longioribus quam latioribus, nervis lateralibus supra vix conspicuis,
subtus tenuissime prominulis, creberrime pellucido-punctatis, punctis
utrinque prominulis nigrescentibus, chartaceis, margine plano manifeste
crenatis; inflorescentiis 1—2 em longis 4—8-floris glabris; bracteis tri-
angularibus obtusis 0,5—0,8 mm longis; pedicellis filiformibus 12—6 mm
longis; sepalis longioribus apice rotundatis 4,5 —1,8 mm longis, breviori-
bus obsolete acutatis; ovario anguste obovato, extrinsecus glabro ; ovulis
2-seriatis in quoque loculo er. 7.
Eugenia crenata Berg! in Linnaea XXVH (1856). p. 226.
Eugenia pallens Grisb.! Flor. (1860). p. 257 p.p., — non DC.
Ramuli vetustiores cinerascentes cortice dirumpente et desiliente, hornotini
glanduloso-punctati. Folia nervo medio supra solemniter impresso, lateralibus 8—140
sub angulo 50—60° abeuntibus subirregularibus, punctis subtus minutis, supra inae-
qualibus, glaberrima. Inflorescentiae ex axillis foliorum solitariae v. raro geminae
glabrae; pedunculus 4—3 min longus; pedicelli vix 0,3 mm crassi; prophylla trian-
gularia acuta, margine breviter pilosa 0,7 mm longa. Sepala longiora breviter ovalia
v. ovali-orbicularia, breviora semiorbiculari-triangularia duplo minora, omnia chartacea,
manifeste glanduloso-punctata, margine breviter pilosula. Petala obovato-ovalia 3 mm
longa fere 2 mm lata membranacea, crebre et inaequaliter glanduloso-punctata, margine
brevissime pilosula. Stylus cr. 3 mm longus praesertim sub apice altenuatus; stigma
manifestum, sed parvum. Ovarium laeve, apice inter staminum insertionem glabrum
subglabrumve 2-loculare; ovula placentae ad medium inserta.
Habitat in Jamaica prope Fairfield : Wullschlaegel n. 836.
q. Inflorescentiae glabrae v. pilis simplicibus minutis patenti-pilosae, nunquam sericeae.
Sepala 0,5—1,3 mm longa. Embryo apice plus minus concavus; radicula impressa et
adnata lateralis, longitudine !/3—!/5 circuitus embryonis aequans.
a. Inflorescentiae pauci-(4 —1-)ftorae. Baccae globosae.
138. E. crenulata Willd.! Spec. II (1800). p. 961; DC. Prodr.
III. 277.
Myrtus crenulata Sw.! Prodr. (1788). p. 78 et Flor. II. 889; Spreng.
Syst. II. 482.
Eugenia crenulata var. Domingensis Berg! in Linnaea XXVII (1856).
p. 244 et XXX. p. 692.
Petit bois d'Inde Hail. ex Picarda.
Arbuscula v. frutex 2,5—4 m altus. Ramuli hornotini (etiam speciminis
originarii) pilis patulis v. sursum curvatis brevissimis dense obsili. Folia obovata,
rotundala, subrhombea v. rhombeo-orbicularia, apice obtusa v. rotundata, basi acuta v.
subcuneata, 0,7—2 cm longa, margine supero plus minus manifeste crenulata, nervo
medio non v. vix impresso, lateralibus utrinque non conspicuis v. subtus (raro etiam
supra) parcis (3—5) tenuiter prominulis. Inflorescentiae subsessiles v. brevissime
pedunculatae, typice 2-florae, gemmam non evolutam inter florum insertionem gerentes,
rarius A- v. (ex Sw.) 3— 4-florae; pedicelli cr. 2 mm longi; prophylla ovata obtusa:
Sepala longiora semiovalia 0,8—1 mm longa. Petala alba ovata vix 2mm longa, dense
glanduloso-punctata. Stylus 3,5 mm longus. Ovarium 2-loculare; ovula in quoque
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 635
loculo 4—6 laminulae e pariete supra medium abeunti insidentia. Bacca globosa 3—
4 mm diametro, rubra (ex Sw.), glanduloso-punctata, Semen solitarium, testa endo-
carpio adhaerente, ab embryone soluta. Embryo depresse globosus, apice subimpres-
sus, juxta concavitatem vix plicato-costulatus, caeterum laevis, a dorso usque ad latus
alterum radiculam impressam cum cotyledonibus connatam cr. 1/5 circuitus embryonis
cingentem praebens; cotyledones conferruminatae. — Flor. Jul., fruct. Dec.
Habitat in Haiti: Swartz in herb. Willd. n. 9499, in Morne de l'hôpital
1075 m alt.: Picarda n. 834, 847, prope Payan 800 m alt.: Picarda n. 203;
in Sto. Domingo: L. Cl. Richard, in Valle de Constanza 1170 m alt.:
Eggers n. 2258.
Obs. Eugenia crenulata var. Cubensis Berg foliis multo majoribus ovatis apice
aculis v. brevissime apiculatis, nervo medio supra anguste impresso, lateralibus crebris,
floribus plerumque solitariis omnino recedit; haec est ipsa E. mucronata Berg.
8. Inflorescentiae pluri- v. multiflorae. Baccae sphaeroideae v. globosae.
199. E. monticola DC. Prodr. 1H (1828). p. 275; Wihstr. Guad.
p. 68; Macf. Jam. II. 117; Egg.! St. Croix p. 117 et St. Croix and Virg.
Isl. p. 51;? O. Ktze. Rev. 1. 259.
Myrtus monticola Sw.! Prodr. (1788). p. 78 el Flor. II. 898; Spreng.
Syst. 1. 484.
Eugenia foetida West! St. Croix (1795). p. 290 /nomen tantum) ; Rich.
ap. Pers.! Syn. M (1807). p. 29; DC. Prodr. Ill. 265 (excl. patria);
? Knox Cat. p. 82; Grisb. Kar. p. 69 p. p.
Eugenia fetida B. Poir. ' in Lam. Enc. Suppl. Il (4813). p. 129.
Myrtus foetida Spreng. Syst. II (1825). p. 481 p. p. (excl. patria).
Eugenia (casearioidi valde affinis) DC.! Prodr. IH (1828). p. 275.
Eugenia buxifolia var. parvifolia Schlecht. ! in Linnaea V (4850). p.199.
Eugenia flavo-virens Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 184 (cum var.
a. pallida et p. 185 B. obscura) ; Egg. ! St. Croix and Virg. Isl. p. 51; Stahl!
Est. IV. 86 p. p.
Eugenia Poiretü Berg! l. c. p. 186 (excl. syn. Cand., Poir., Spreng.) ;
Grisb. Flor. p. 256 (ex descr.) et Cat. ! 87 ; Sauv. Cub. p. 45; Egg. St. Croix
and Virg. Isl. p. 51; Bello! Ap. p. 271; Stahl! Est. IV. 79; Kiaersk.! in
Bot. Tidsskr. XVII. p. 261 (excl. syn. Spreng.); Krug Ic. t. 226! (mala).
Eugenia foetida œ. genuina Berg l. c. p. 211.
Eugenia obtusata Willd.! ed. Berg in Linnaea XXVII (4856). p. 240 et
herb. n. 9487; Grisb. Flor. 257 (eo descr.).
Eugenia buxifolia var. Poiretü Grisb. Kar. (1857). p. 67 fea descr.).
Eugenia insularis Berg! in Linnaea, XXIX (1858). p. 258.
Eugenia canescens Berg ! in Linnaea XXIX (1858). p. 259.
Eugenia buxifolia Grisb.! Flor. (1860). p. 256 (excl. syn.) et Pl. Wr.
p. 182, — non Willd.
Eugenia Baruensis Balb.! Msc. ap. Berg l. c. XXIX. 258; Kew Bull.!
n. 81 (1895). p. 252. — non Jacq. ^
Eugenia myrtifolia herb. Balb. ap. Berg l. c. XXIX. 258, — non alior.
636 I. Urban.
Biriji Cub. ex Sauv., Hoja menuda v. Bi riji Portor. er Stahl,
Bois petites feuilles Martin. ex Duss.
Frutex 1,5—3 m v. arbor 5—10 m alta, valde variabilis. Folia torsione inter-
nodiorum saepius disticha, ovata usque anguste lanceolata, sed semper ad apicem
longius, quam ad basin angustata, attamen semper obtusa, 4,5—4 cm longa, 0,5—2 cm
lata, nervo medio supra non v, raro leviter impresso, lateralibus infimis plus minus ar-
duis, nunc caeieris subaequalibus, laevia, tenuiter v, grossiuscule punctulata. Inflores-
centiae petiolos usque folium dimidium aequantes, subglomeratae usque racemosae;
pedicelli 1—5 mm longi; prophylla minuta, rotundata v. plerumque triangularia obtusa,
plerumque libera. Sepala longiora 4—1,3 mm longa. Petala fere semper 2mm longa.
O vula in quoque loculo 6—8. Baccae initio virides, dein flavae, postremo nigrescentes
(luteae ex EcGERs, sed veris. immaturae, rubrae ex MacrADvEN). Caetera omnia, prae-
sertim baccae et embryo, ut in E. buxifolia, quacum formis intermediis (specim, Berter,
et Marsh. e Jamaica, Eggers. e St. Thomas-Flaghill, e St. Croix) sine dubio conjuncta. —
Flor. m. Jun. —Sept., fruct. Oct.—Dec,
Habitat in Cuba: Wright n. 1213, 1244; Jamaica: Bertero, Mac-
fadyen (herb. Kew.), Marsh, Purdie (herb. Kew.), Swartz in herb. Haun. et
Holm., Bot. Dep. Herb. (Cardwick, Harris) n. 5053, 5055, 5059, 5061,
5062, 5250, 5260, 5302, 5304, 5309,5313; Sto. Domingo: Bertero n. 869,
Rob. Schomburgk n. 27*, prope Puerto-Plata in fruticetis ad montem Isabel
de la torre 100 m alt.: Eggers n. 2790; Puerto-Rico in sylvis primaevis
et fruticetis litoralibus prope Bayamon, Yuncos, Fajardo, Cayey, Coamo,
Isabela, Quebradillas: Bertero n. 226, Gundlach in herb. Krug n. 1450,
Plée n. 651^, 967, Sintenis n. 1414, 1450, 1651, 1945, 1946, 1985, 2161),
2458, 3146, 3192, 3260, Stahl n. 99, 498, 737; St. Thomas ad Flaghill
200 m, ad St. Peter 360 m.: Eggers ed. Toepff. n. 50, Ehrenberg n. 240,
Oersted n. 18; St. Jan ad Dennis Bay: Eggers n. 3054, Ravn (herb. Haun.);
St. Croix: Benzon (herb. Haun.), Eggers (herb. Haun.), Richard (herb.
Par.), West (herb. Haun.); Guadeloupe: Duchassaing, Duss n. 2723;
Martinique: Duss n. 209, 1253; St. Vincent: Smith n. 904: Beequia:
Smith B. n. 72; Trinidad ex Grisebach.
Var. f. latifolia Kr. et Urb. foliis 4—8 em longis, 1,5 4,5 em latis.
Myrtus Baruensis Spreng. ! Syst. II (1825). p. 484 (specim. Guad.).
Eugenia Baruensis var. p. latifolia DC.! Prodr. III (1828). p. 275
(pubescentia minuta autorem effugit).
Myrtus Capuli Schlecht. et Cham.! in Linnaea V (1850). p. 561.
Eugenia glabrata Macf. Jam. II (1850). p. 118 (ex descr.); Grisb.!
Cat. p. 88, — non DC.
Eugenia Capuli Berg! (cum var. a. micrantha) in Linnaea XXVII
(1836). p. 258 el (cum var. y. rigida) ibid. XXIX. p. 238.
Eugenia coffeaefolin var. parvifolia Berg! in Linnaea XXIX (1858).
p. 251.
Eugenia axillaris Balb.! ap. Berg l.c. p. 2325 Grisb.! Flor. p. 256 p. p.,
— non Wild.
Eugenia pallens Grisb.! Flor. (1860). p. 257 (specim. Guad. ],— non DC.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 637
Eugenia Baruensis Spreng.! Msc. im pl. Bert. (ex Guadel.) ap. DC.
Prodr. IH. p. 275, — non Jacq.
Eugenia latifolia Spreng.! Msc. in herb. Balb. ap. DC. Prodr. l. c., —
non Aubl.
Mérisier Guadel. ex Duss.
Habitat in Cuba: Wright n. 1206, 4207 (formae inter sese diversae,
prior ad E axillarem accedens); Jamaica in Blue mountains: Alexander,
Bertero, Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5051, 5103 (ad E axillarem acc.),
5329; Sto. Domingo: Bertero n. 870; Guadeloupe 280—480 m alt.:
Bertero, Duchassaing, Duss n. 2723", l'Herminier; Martinique: Duss
n. 489°, 1253?; Tobago prope Frenchfield in sylvis montanis 600 m alt.:
Eggers n. 5597; Trinidad: Fendler n. 502 (herb. Kew., forma baccis
sphaeroideis); praeterea in Mexico: C. Ehrenberg n. 1187, Schiede.
Obs. Varietas nostra sine dubio plures »microspecies« continet, quas investigationi-
bus futuris commendo,
130. E. buxifolia Willd.! Spec. II (1800). p. 960 et herb. n. 9525;
DC. Prodr. III. 275; Macf. Jam. II. 116; Nutt. Sylva 1. p. 108. t. 291;
Grisb.! Kar. 67 et Cat. 87 (excl. syn. Willd.); Chapm. Fl. South. Un. Stat.
p. 151; Sauv.! Cub. 42; Egg.! St. Croix p. 117 et St. Croix and Virg. Isl.
p.90; Gard. and Brace Bah. p. 580; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 258;
Hitche. Bah. 86; Sarg. Sylv. V. p. 45. t. 206!
Myrtus buxifolia Sw.! Prodr. (1788) p. 78 et Flor. H. 899 (cum var.);
Lun. Jam. I. 558: Spreng. Syst. II. 484 (excl. patr. Mex. et syn. Kunth.).
Myrtus axillaris Poir.! in Lam. Enc. IV (1797). p. 412; Willd. herb.
n. 9564 !, — non Sw.
Eugenia maleolens Pers.! Syn. II (1807). p. 29.
Eugenia myrtoides Poir. in Lam. Enc. Suppl. HI (1815). p. 125 (ex
descr.).
Eugenia felida Poir. in Lam. Enc. Suppl. 111 (1815). p. 129.
Myrtus foetida Spreng. Syst. II (1823). p. 481 p. p. (excl. patria).
Myrtus Poireti Spreng. ! Syst. II (1825). p. 485.
Eugenia foetida var. inaleolens DC. Prodr. HI. 265.
Eugenia Poiretii DC.! Prodr. H1 (1828). p. 274.
Eugenia sessiliflora Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 587 et in Sagra
Cuba X. p. 280; Grisb. Cat. $8; Sauv. Cub. 45, — non DC.
Eugenia macrostemon Berg in Linnaea XXVH (1856). p. 188 (ex descr.;
specim. orig. in museo Berol. nunc desideratur).
Eugenia triplinervia Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 190 (cum var.
latissima, obovata, buxifolia p. 191, laevigata, oblongata, angustifolia p. 192,
excl. syn. Myrt. sessiliflora Spr.).
Eugenia lateriflora Grisb.! Flor. (1860) p. 256 (excl. patr. St. Croix),
Pl. Wr. p. 182 et Cat. 88 ; ? Gard. and Brace Bah. 581, — non Willd.
Eugenia foelida Vahl! in herb. Juss. ap. Pers. l. c.
——!
ER
638 [. Urban.
Eugenia. Smithit Spreng. Msc. ex Berg L c. 191.
Eugenia {non Myrtus, ut Berg scripsit) fragrans Spreng.! Msc. ap. Berg
l. c., — non Willd.
Eugenia axillaris Spreng.! Msc. ap. DC. I. c. 274, — non Willd.
Eugenia unedifolia Spreng.! Msc. ap. Berg l. c. p. 192.
Gurgeon Stopper v. Spanish Stopper Florid. ex Sarg., Guai-
rago de hojas ovaladas Cub. ex Sauv., Guairajillo Cub. ex Moral.,
Hoja menuda Port. ex Sint.
Frutex 2—5 m v. arbor usque 7 m alta, valde variabilis. Rami hornotini pilis
brevibus v. brevissimis v. minutissimis patentibus raro sursum curvatis obsiti, nunc
subglabri, rarissime glaberrimi. Folia quam maxime variabilia, 1—4 mm longe petio-
lata, petiolis rubris, obovata usque oblongo-lanceolata, ad basin plus minus cuneata apice
rotundata v. saltem minus quam ad basin angustata, raro ovalia basi obtusa, 2,5—7 cm
longa, 0,8—3 cm lata, glabra v. raro brevissime pilosula, supra laevia v. granulato-
punctata, nervo medio supra non impresso, nunc inferre secus medium anguste sulcato,
lateralibus inferioribus v. infimis valde arduis margini subparallelis, raro caeteris con-
formibus, Inflorescentiae 4—4 ex axillis foliorum, petiolum aequantes v. duplo
raro triplo superantes, nunc brevissime glomeratae, raro laxiflorae. Sepala longiora
0,6—1! mm longa, semiorbicularia usque breviter ovata. Petala 1,5—2,5 mm longa,
orbicularia v. obovata, alba v. (ex Schomb.) roseo-colorata. Stylus 3—5 mm longus.
Ovarium semiglobosum, pulverulento-pilosum; ovula in quoque loculo 5—7, 3—4-
seriata, rarissime 44—16, 4—5-seriala, superiora subhorizontalia, caetera plus minus
pendula, laminulae e pariete medio v. superiore prodeunti insidentia. Baccae globosae,
nigrae v. (ex Ehrenberg) rubro-virides, glanduloso-punctulatae, 4—6 mm diametro, nunc
ictu insectorum irregulariter gibbosae. Semen 4, raro 2, tesla endocarpio arcte
accumbente, ab embryone soluta brunnescente chartacea elastica, Embryo sphaeroideo-
reniformis, apice concaviusculus, sed aream impressam circumscriptam non praebens,
plus minus ruguloso-plicalus v. sublaevis, a dorso fere usque ad apicem in Ua — 1/4
circuitus radiculam impressam cum cotyledonibus connatam saepe difficile conspicuam
offerens; colyledones plane conferruminatae; radicula apice non v. vix prominens. —
Flor. praesertim m. Jun., Jul., Aug., sed etiam Oct., fruct, m. Jan., Febr.
Habitat in Florida: Cabanis, in Meris Island, Indian River in
litoribus rupestribus: Gurtiss n. 985; in Key West et aliis Key insulis
eommunis ex Sargent; ins. Baham. New Providence ad Foxhill in sylv.:
Eggers n. 4243, Hog Island: Eggers n. 4083, 4506, Cat Island ex
Hitche., Long Island: Eggers n. 4031, 4040, Crooked Island ex
Hitehe.; Cuba: Sagra n. 296, Wright n. 1613, 2441, prope Habana:
Morales n. 30, 32, Torralbas n. 152, 309, 310, 312, prope Santiago ad
Morro et Saltadero: Linden n. 1992, 2163; Jamaica, praesertim in Blue
mountains: Bertero n. 2322, Marsh, Swartz in herb. Willd. n. 9565, Bot.
Dep. Herb. n. 5025, 5063—65; Haiti: Bertero n. 317, 866, Ehrenberg
n. 204, Jaeger n. 349 (forma inter E. buxifoliam et monticolam), Picarda n. 45,
498, 696, 799, 801, 806, 1119, 1191, 1192, 1245, 126%, 1965, Poiteau
(etiam in herb. Cand.), Swartz in herb. Holm.; Sto. Domingo prope Puerto-
Plata, ad montem Isabel de la Torre, Puerto grande, Santiago, Agua in
sylvis et rupibus calcareis: Eggers n. 2324, 2373, 2521, 2577, 2585, 2713,
herb. Lamarck n. 203, Mayerholf, Rob. Sehomburgk n. 48*; Puerto-Rico
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 639
prope Guanica et Salinas de Cabo-Rojo in sylvis litoralibus: Sintenis n. 538,
3477, 3658; St. Thomas ex Eggers; St. Croix: Benzon, Eggers, Ravn
(herb. Haun.).
Obs. I. Singulare est specimen cl. BEnrERO! Jamaicense (E. triplinervis vor. latissima
Berg) non solum ob folia pro longitudine latissima obovata v. breviter obovata 3— 4,5 cm
longa, 2—3 cm lata, sed etiam glabritie ramulorum juniorum perfecta. An re vera huc per-
tineat, floribus fructibusque deficientibus non omnino certum est. A formis F. fragrantis
similibus nervo medio supra non impresso, lateralibus infimis arduis margini parallelis
facile distinguendum.
Obs. II. Specimina cls. Montre et TonnALsAsm nonnulla foliorum pube, nervis
omnibus aequali modo excurrentibus, basi folii obtusa insignia, sed formis inlermediis
in typum transeunt.
Obs. III. Specimina Curtissiana miro modo ovulis 14—13, interdum usque 46, in
quoque loculo gaudent, sed caeterum non recedunt.
Obs. IV. An in hac specie formae biologicae, aliae staminibus paucis, aliae nume-
rosis occurrant?
131. E. axillaris Willd.! Spec. H (1800). p. 970; Poir. in Lam. Enc.
Suppl. IH. 126: DC.! Prodr. III. 274; Macf. Jam. II. 115; Berg! in
Linnaea XXVII. 201 ; Grisb.! Kar. p. 66 et Flor. p. 256 p. p. ; Egg.! St.
Croix p. 117 et St. Croix and Virg. Isl. p. 51; Gard. and Brace in Proc.
Acad. Nat. Sc. Phil. 1889. p. 581; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVH. 257.
? Eugenia carthagenensis var. B. baruensis Jacq. Sel. Amer. (1765
p. 155 et id. pict. p. 74.
Myrtus axillaris Sw.! Prodr. (1788). p. 78 et Flor. II. 901; West St.
Croix p. 290? ; Lun. Jam. I. 438; Spreng. Syst. II. 485 (excl. syn. Kunth.
et patr. Amer. austr.).
Eugenia Baruensis Jacq. ! Coll. IH (1789). p. 185 et Ic. rar. III. p. 6.
t. 486; A. Rich.! Ess. Fl. Cub. p. 589 et in Sagra Cub. X. p. 282; Berg!
in Linnaea XXVII. 199; Grisb.! Cat. p. 87; Sauv. Cub. p. 45 (excl. syn.) ;
Hitchc.! Bah. p. $6 (sphalmate sub E. Barnensis).
? Myrtus glabrata Euphr. St. Barthel. (1795). p. 201: Wikstr. St. Barthel.
p. 421, Guad. p. 68.
Eugenia Guadalupensis DC.! Prodr. III (1828). p. 275 (excl. syn. alter.
Spreng.); Berg! in Linnaea XXIX. 257.
Eugenia verrucosa A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 389 et in Sagra
Cub. X. p. 281 (forma latifolia, sed caeterum non recedens).
Eugenia Yumuryensis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 254; Sauv.
Cub. p. 44
Eugenia Cabanisiana Berg! l. c. p. 253.
Eugenia, Matanzensis Berg! l. c. p. 255; Sauv. Cub. p. 44.
Eugenia glabrata Grisb.! Kar. (1857). p. 66, — non DC.
Eugenia monticola Grisb. ! Flor. (1860). p. 256 (excl. syn. E. foetida
Berg) et Cat. p. 87; Chapm. Fl. South. Un. Stat. p. 151; Gard. and Brace
in Proc. Acad. Nat. Sc. Phil. 1889. p. 580; Sarg. Sylva V. 45. t. 207 !, —
non DC,
pe
640 I. Urban.
Eugenia pallens Grisb.! Flor. (1860). p. 257 p. p., — non DC.
Psidiastrum dubium Bello Ap. I (1881). p. 272; Krug Ic. t. 227 !
Eugenia buxifolia Spreng. ! in herb. ap. DC., — non Willd.
Eugenia divaricata Willd. ! herb. n. 9515 ap. Berg, — non Benth.
Eugenia flavo-virens Stahl! Est. IV (1886). p. 86 p. p., — non Berg.
Stopper v. White stopper Florid. ex Sargent, Stopper, Broad-
leaved v. Red Rod-wood Baham. ex Gard. et Brace; Guairage
v. Guairaje Cub. ex Wr. et Moral., Guairajillo Cub. em Rich.:
Merisier Guad. ex Duss, Merisier sauvage, Merisier à cochon
Guad, e; Duch..
Frutex 2—4 m v, arbor 6—42 m alta. Rami novelli glaberrimi, Folia 5—8 mm
longe petiolata, late ovata usque oblonga, basi acuta, in petiolum protracta, raro rotun-
data, apice obtusa v. plerumque breviter v. longius obtuse acuminata, 4—8 cm longa,
1,5—5,5 cm lata, glandulis utrinque plus minus v. vix prominentibus, Inflores-
centiae ex axillis 1—3, racemulosae, petiolum aequantes v. breviores; prophylla
minuta rotundata, inferne v. fere ad apicem connata. Sepala longiora 0,6—0,8 (0,5—
1) mm longa, semiorbicularia v, semiovalia. Petala alba orbicularia v, rarius obovata
1,8—2, raro —3 mm longa. Stylus 3—4 mm longus, Ovarium glabrum v. rarissime
minutissime scabriuscule pilosum, semiglobosum v. semiovale, laeve v. glanduloso-
punctatum, ovulis in quoque loculo 5—8, laminulae e parietis parte suprema v. superi-
ore prodeunti insidentia cr.3-seriata. Baccae, si normaliter evolutae, quod rarum est,
sphaeroideae nigrescentes transversim teretes v, longitrorsum obtusissime 4- v. 8-co-
statae, glanduloso-punctatae, 7—10 mm diametro, saepius tamen ictu insectorum defor-
malae: aut valde rugosae v. irregulariter gibbosae, lignescentes (Eugeniaverrucosa Rich.,
Psidiastrum dubium Bello, qui cavitates vermium pro seminibus cassis habuit) et saepius
usque 16 mm diametro ampliatae, multicellosae, aut rugosae et cortice brunneo v.
cinereo desiliente obtectae, pericarpio valde incrassato, cavitate valde angusta, plerum-
que solitaria, saepius tantum 3—5 mm crassae, aut piriformes v. obovatae (veris, fructus
Myrti axillaris Sw.) v. subglobosae, superficie non mutata, sed multicellosae. Semen
solitarium sub apice affixum, testa endocarpio arcte accumbente, ab embryone soluta,
brunnescente chartacea elastica, Embryo breviter sphaeroideus , apice plus minus ex-
cavatus, sed aream impressam circumcinctam non praebens, a lateribus ad cavitatem
plus minus irregulariter plicato-costulatus, a dorso medio usque ad latus alterum in
!/5—!|4 circuitus radieulam impressam cum cotyledonibus connatam non semper mani-
festam offerens; cotyledones plane conferruminalae, intus cavitatibus minutis resiniferis
instructae; radicula apice vix prominens, — Flor. plerumque m, Jul., ex Egg. m. Aug.—
Oct.; fruct. m. Febr., Mart., sed etiam Sept.—Dec., in Florida a Nov. sensim usque
ad April.
Habitat in ins. Bermudas: Lefroy (herb. Kew., forma baccis globoso-
piriformibus); Florida: Cabanis, Rugel n. 229 (herb. Kew.), ad Indian
river solo conchoso: Curtiss n. 984; ins. Key dictis ex Sargent; ins. Ba-
ham. Long Island: Eggers n. 4019, Fortune Island: Eggers n. 3805;
Cuba: Sagra n. 306, Valenzuela n. 21, Wright n. 473, 2425, 2428, prope
Habana: Morales n. 31, prope Matanzas: Poeppig, Torralbas n. 307, in
rupibus ripae fluminis Yumury ad Matanzas: Poeppig, prope Guanabacoa:
Torralbas n. 32, prope Jagua: herb. Sagra, prope Santiago in Sierra
Maestra: Linden n. 2029; Grand Cayman: Hitchcock; Jamaica:
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 641
Alexander, Macfadyen, Purdie (herb. Kew.), Swartz in herb. Willd.
n. 9596, Bot. Dep. Herb. (Harris etc.) n. 1083, 4451, 5013, 5050, 5052,
5054, 5060, 5066—68, 5070, 5076, 5086, 5087, 5418, 5284, 5285, 5303,
5322, 5393; Haiti: Poiteau; Puerto-Rico prope Bayamon, Penuelas,
Sabana grande, San German, Guänica, Cabo-Rojo, Lares, Rincon in decli-
vibus et montibus umbrosis: Sintenis n. 906, 3665, 3866, 3958, 4736,
5555, 6125, Stahl n. 572; St. Croix: Benzon (herb. Haun.), Eggers (herb.
Haun.); Antigua: Wullschlägel n. 224; Guadeloupe alt. 280—500 m:
Bertero, Duchassaing, Duss n. 2722; ins. Baru pr. Carthagenam: Jaequin.
Obs. I. Planta cl. Jacavını in Sel, Amer, descripta cum ea quae in Coll. tractata est
et in herb. Willd. sub n, 9485 asservalur, identica est, si »pedunculi communes brevis-
simi« ramuli valde abbreviati et »partiales elongati fere semipollicares« rhachis inflores-
centiarum ipsa sunt, quod non omnino certum est.
Obs. II. Specimina septentrionalia flores minores (sepalis 0,6—0,8, petalis plerum-
que orbicularibus, 1,8—2 mm longis), australia flores paullo majores (sepalis 4 mm,
petalis plerumque obovatis 3 mm longis) offerunt.
Obs. III. Specimina cl. VALENZUELAE quasi transitum ad E. glabratam DC. sistunt
propter ramulos et inflorescentias minutissime scabriuscule pilosula, folia longe acu-
minata, ovula plerumque 2-seriata; baccae ignotae. Caeterum haec exemplaria habitu
E. ftoribundae simillima sunt.
Obs. IV. Specimen Cubense Sagraeanum flores in capitula ovata 2 cm longa e
bracteis subulatis imbricatis conflata mutalos offert.
Obs. V. CL Swartz suae Myrto axillari baccas ovalas attribuit; sed specimen
ALEXANDRI omnino congruens fructus sphaeroideos habet.
Obs. VI. Ab E. monticola et buxifolia in universo glabritie ramulorum et inflores-
centiarum, longitudine petiolorum, magnitudine foliorum fruetuumque diversa et fere
semper facile recognoscenda. |
Var. 9. mierocarpa Kr. et Urb. baecis globosis 5—6 mm diametro,
embryone dorso laevi, lateribus et apice vix costulato.
Eugenia monticola Hitchc. ! Pl. Bah. (1893). p. 86, — non DC.
Habitat in ins. Baham. New Providence in Blue Hills: Eggers
n. 4252, Hitchcock, Hog Island in sylvestribus: Eggers n. 4500, Long
Island: Eggers n. 40407.
132. E. Galalonensis Kr. et Urb. ramis vetustioribus glabris; foiiis
5—6 mm longe petiolatis ellipticis v. elliptico-oblongis ad basin sensim
angustalis acutis, apice longiuscule acuminatis, acumine valde angustato
ipso obtuso, 12—6 em longis, 4—2 em latis, 91/,—3-plo longioribus quam
latioribus, nervo medio supra impresso, utrinque tenuiter nervosis, supra
glaucis glabris, subtus pallidioribus brevissime et adpresse pilosis minute
subpellueido-punctatis, margine planis, membranaceis v. tenuiter charta-
ceis; inflorescentiis ex axillis 1—2 perbrevibus 2—6- floris 3—8 mm
longis, bracteis obtusis; pedicellis (fructiferis) 3—4 mm longis; sepalis
cr. 0,8 mm longis triangularibus obtusis; baecis globulosis 5—6 mm
diametro.
Eugenia disticha var. Galalonensis Grisb.! Cat. (1866). p. 88.
Eugenia disticha? Sauv. Cub. (4873). p. 45 — non DC.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 41
642 I. Urban.
Guairage Cub. ex Sauv.
Ra mi vetustiores brunnei. Folia nervis lateralibus 12—145 sub angulo 65— 70°
abeuntibus rectis utrinque tenuiter prominulis et subreticulato-conjunctis, supra punctis
creberrimis parum v, vix prominulis, subtus obsoletis plerumque non prominentibus,
pube brevissima densa subsericea obtecta, Inflorescentiae rhachis petiolo cr. duplo
brevior cum pedicellis brevissime pubescens; bracteae breviter ovatae v. triangulari-
ovalae obtusae 0,6—0,7 mm longae extrinsecus tomentosulae; prophylla triangularia
obtusa inter sese satis alle connata. Sepala in fructu arcte conniventia chartacea.
Bacca (immatura) minute tuberculata glabrescens.
Habitat in Cuba: Wright n. 2427.
Obs. E. disticha DC. forma foliorum atque textura, bracteis sepalisque multo
majoribus, baccis ovoideis plane diversa est. E. axillaris Willd., cujus formis nonnullis
similis est, recedit foliis latiuscule v. late et plerumque brevius acuminatis, rigide charta-
ceis v. subcoriaceis glabris. An re vera hujus sectionis?
y- Inflorescentiae pluri- v. multiflorae. Baccae ovales.
133. E. glabrata DC. Prodr. HI (1828). p. 274; Berg! in Linnaea
XXVII. p. 292 p. p. (nempe quoad specim. Swartz.).
Myrtus glabrata Sw.! Prodr. (1788). p. 78 et Flor. II. 903; Spreng.
Syst. II. 483.
Eugenia affinis DC.! Prodr. III (1828). p. 272 (excl. patr. Portorico);
Berg! in Linnaea XXVII. 203 et XXIX. 250.
Frutex 4,5 metralis (ex Sw.. Rami novelli minutissime scabriuscule pilosuli.
Folia 5—7 mm longe petiolala, ovata vel elliptica, basi rotundata v. acuía, apice longe
vel satis longe sed obtuse acuminata, Inflorescentiae petiolum aequantes v. paullo
superantes, minutissime v. minute pilosulae; prophylla exigua semiorbicularia. Se pala
longiora semiovalia 1—1,9 mm- longa obtusa v. rotundata. Petala3 mm longa obo-
vato-rotundata. Stylus 5—6 mm longus. Ovarium obovatum plus minus manifeste
longitrorsum costulatum, minutissime pilosulum; ovula in quoque loculo 6—9, pla-
centae fere ad basin biseriatim inserta. Baccae ovales 10—11 mm longae, 6 mm dia-
metro, nigrae succosae (ex Sw.), interdum ictu insectorum monstrosae multicellosae
obovatae, Semen solitarium (v. interdum 2 ex Sw.), testa pericarpio adhaerente, ab
embryone soluta brunnescente crassa elastica. Em bryo ovalis apice sublateraliter
excavatus, ad apicem versus plus minus plicato-rugulosus, latere altero radiculam im-
pressam vix in !/4 circuitus cum cotyledonibus connatam offerens; cotyledones con-
ferruminatae, intus cavitates parvas resinigeras praebens; radiculae apex non prominens.
Habitat in Sto. Domingo in fruticetis montium: Bertero, Mayerhoff,
Swartz in herb. Willd. n. 9572. fol. 1; in Haiti in planitie prope 'ayan
800 m alt.: Picarda n. 175; ?Jamaica prope Chester Vale, Blue moun-
tains: Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5069, 5102.
Obs. Descriptio e specim. Domingensibus. Si exemplaria Jamaicensia in statu
fruclifero lantum nota (ramulis novellis glabris, baccis ovali-oblongis 414—143 mm longis)
re vera huc pertinent, haec species E. axillari DC. sub titulo varietatis associanda erit.
r. Inflorescentiae pilis simplicibus minutis patenti-pilosae, nunquam sericeae. Sepala
longiora 1—1,3 mm longa. Baccae transversim ovales, Embryo apice obtuse emargi-
natus; radicula impressa dorsalis et lateralis, longitudine 3/, circuitus embryonis aequans,
134. E. farameoides A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 588 et in
Sagra's Cuba X. p. 281: Grisb. Cat. p. AN (cum var. verrucosa).
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, I. 643
Eugenia Sagraea Berg! in Linnaea XXX (1861). p. 690.
Folia 4—8 mm longe petiolata, ovata v. ovalia, obsolete v. breviter et obtuse
acuminata, 3,5—40 cm longa, 2—5 cm lata, nervo medio supra superne prominente,
inferne planiusculo, Racemuli 4 v. 2 (superpositi), petiolos subaequantes v. fere duplo
longiores, 6—8-flori; prophylla in cupulam connata. Sepala longiora 4—1,3 mm
longa, breviter orbicularia v. semiorbicularia. Ovarium extrinsecus albido-pulveru-
lentum, 2-loculare; ovula in quoque loculo 7—9, placentae mediae peltatim affixa,
2—3-seriata. Baccae transversim ovales 5—6 mm longae, 7—8 mm latae, 5-—6 mm
crassae, dense glanduloso-punctatae, pericarpio tenui. Semen solitarium, testa
pericarpio adhaerente ab embryone soluta. Embryo transversim positus ovalis sub-
curvatus, apice obtuse emarginatus, dorso et apice altero radiculam latam impressam
adnatam praebens; cotyledones conferruminatae, intus cavitates resiniferas foventes;
radicula ipsa nulla.
Habitat in Cuba: Wright n. 2429, 2447, in Vuelta de Abajo:
Valenzuela.
s. Folia 5—10 cm longa. Inflorescentiae racemoso-umbelliformes, ,4—40- florae, rhachi
quam petiolus multo breviore, pilis dibrachiis strigosae. Ovula parieti medio affixa
2-seriata, in quoque loculo 8—40.
135. E. laevis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 177.
Zugenia Baruensis DC.! Prodr. III (1828). p. 275 (excl. syn. Spreng.
et patr. Baru), — non Jacq.
Eugenia subverticillaris Berg! in Linnaea XXIX (1858). p. 255.
Eugenia Prenleloupii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 275.
fig. 8 et tab. 7. fig. B.
Folia supra minutissime et densissime punctata. Inflorescentia et calyx
pilis dibrachiis albidis v. pallide ferrugineis obsita. Prophylla ovata v. triangulari-
lanceolata basi plane disjuncta, sub ovario abeuntia idque omnino non obtegentia,
0,5—0,7 mm longa. Sepala longiora 4,5—2 mm longa. Stylus glaber v. parce pilosus.
Habitat in Haiti: C. Ehrenberg (herb. Hat", Poiteau, ad Anse à Veau
m. Jul. flor.: Picarda n. 1262; Sto. Domingo m. Maio flor.: herb. Gandoll.,
Prenleloup n. 183.
Obs. Specimen Dora a Prenleloupianis nonnisi foliis subangustioribus, sepalis
brevioribus, stylo glabro recedit, — Descriptiones binae Bergianae salis discrepant,
quamquam specimina originaria specifice diversa non sunt.
L Folia 2,5—6 em longa, 4,5—3 cm lata. Flores ex axillis foliorum plures umbellati
(v. si gemma inflorescentiae terminalis in ramulum enascitur, ex axillis squamarum in-
feriorum hujus ramuli solitarii); pedicelli 3—20 mm longi. Sepala longiora 0,4—3 mm
longa. Baccae 4,5—9 mm diametro.
136. E. confusa DC. Prodr. III (1828). p. 279 (ea. descr. et syn. cit.,
deest in herb, Candoll.); Berg! in Linnaea XXVII. 152; Grisb. Kar. p. 65.
Eugenia. filiformis Macf. Jam. II (1850). p. 116 (ex descr. et specim.
lecto).
Eugenia pallens Egg. St. Croix (1876) p. 117 et St. Croix and Virg. Isl.
p. 94 (e descr. et syn. laud.), — non DC.
Eugenia procera Sarg. Reports Tenth Cens. Un. Stat. IX (1884). p. $9 p.p.
(ea ipso), — non Poir.
41*
644 L Urban.
Eugenia Garberi Sarg.! in Gard. and For. II. (Jan. 1889). p. 28. fig. 87 !
in pag. 29 el Sylva V. 49. t. 209!
Eugenia. Krugii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 259. tab. 9 A!
Eugenia floribunda Spreng.! in herb. Balb. ap. DC. I. c., — non West.
Myrtus (non Eugenia, ut Eggers scripsit) nitida Vahl! in herb. Haun. ap.
Egg. l. c.
Red Stopper in ins. Key., White Stopper Baham., , Sieneguillo
Porlor. ex Sint.; Gromberry in St. Croix et ins. Virgin. ex Egg.
Arbor 47—20 m alta, floribus albis, baccis subglobosis v. obovatis coccineis mono-
spermis (ex SarG.). — Flor. m, Sept., fruct. m. Mart., April. ex Sanc, in ins. Key., flor.
Sept. — Nov. in ins. Virg. ex Ecc.
Habitat ad oram Floridae australis in ins. Key West: Garber, Elliott's
Key solo corallino: Curtiss n. 983; Old Rhodes: Curtiss ex Sargent; ins.
Baham. New Providence in Blue Hills: Eggers n. 4488; Jamaica below
Trafalgar, Port Royal mountains: Macfadyen (herb. Kew.); Puerto-Rico
prope Maricao in sylvis montis Alegrillo: Sintenis n. 940; Ins. Virgin. et
St. Croix ex Eggers (deest in herb. Haun.); Antigua: Nicholson (berb.
Kew. ex Sargent); Guadeloupe: Beaupertuis, Bertero n. 598; Dominica:
Imray n. 24 (herb. Kew.).
137. E. rhombea Kr. et Urb. ramulis glabris; foliis 3—6 mm longe
petiolatis, ovatis v. ovato-ellipticis v. ovato-oblongis v. rhombeis, breviter
v. mediocriter v. satis longe acuminatis, acumine lato obtusissimo et rotun-
dato, basi rotundatis usque acutis, 2,5—6 cm longis, 1,2—3 em latis, vix
duplo usque 2'/5-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra parum
v. vix prominulo, inferne v. supra basin paullo sulcato, lateralibus supra
parum, subtus magis prominulis et plus minus anastomosantibus, bene v.
vix pellucido-punctatis, punctis subtus brunnescentibus v. nigrescentibus,
postremo crasse chartaceis, supra plus minus opacis; floribus in axillis
foliorum 2—8, ex inflorescentiis 1—2 valde abbreviatis prodeuntibus, pedi-
cellis 5—15 mm longis glabris; sepalis longioribus suborbicularibus crasse
chartaceis er. 2,5 mm longis; ovario semigloboso v. breviter obeonico
glaberrimo, ovulis in quoque loculo 44—15; baccis sphaeroideis v. oblique
sphaeroideis, 6—7 mm longis, 8—9 mm diametro v. (ex Sargent) etiam
majoribus.
Eugenia. procera. Nutt.! Sylva I (1842—54). p. 106. t. 285; Chapm.
Flor. South. Un. Stat. p. 151; Egg.! SI. Croix p. 117 et St. Croix and Virg.
Isl. p. 52 p. p.; Wats. Bibl. Ind. 558; Sarg.! Sylva V. n. 47. t. 208!, —
non Poir.
fugenia foetida var. B. maleolens Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 211;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVI. 259, — non DC.
Eugenia foetida y. rhombea Berg ! in Linnaea XXVH (1856). p. 212.
Eugenia foetida d. parvifolia Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 212;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVIL. p. 239.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II. 645
Eugenia. foetida Grisb. Kar. (1857) p. 65 p. p., — non Vahl nec Rich.
ap. Pers.
Stopper in ins. Key dictis ex Sargent.
Arbor 6—8 m alta (ex Berg et SancENT) v. arbuscula 3 m alla (ex Ser), Baccae
(ex EHRENBERG) rubro-caeruleae, v. (e SancENT) aurantiacae latere altero rubrae, postremo
nigrescentes, exocarpio carnoso glanduloso-punctato, pericarpio fere 4 mm crasso.
Semen solitarium, testa brunnea nitida elastica crassiuscula ab embryone postremo
soluta. Embryo ovalis obsolete curvatus, non glanduloso - punctatus; cotyledones
conferruminatae (an semper?); radicula minuta punctiformis. — Flor. in Key ins. m.
April., Maio, fruct. m, Sept. — Nov.
Habitat in Florida: Cabanis; in Key West communis: Blodgett,
Palmer n. 161, Rugel n. 226, 227 (herb. Kew.), Sargent; in Umbrella
Key ex Sargent; Bahamas: herb. Kew.; Haiti in collibus: Ehrenberg
n. 203; Sto. Domingo: Bertero n. 865, Mayerhoff; Puerto Rico prope
Ponce in sylvis litoralibus: Sintenis n. 4884: St. Thomas ex Berg;
St. Groix ad Springgut Bakker: Eggers s. n., Richard (mus. Par.), West
(herb. Haun.); Antigua: Wullschlägel n. 225 (herb. Mon.); Guadeloupe:
Duchassaing.
Obs. I. E. procera Poir. pube ramulorum brevi, floribus (calyce) et baccis multo
minoribus etc. ab hac specie statim dignoscenda,
Obs. II. E. maleolens Pers. = E. foetida Vahl in herb. Juss. = E. fetida Poir. est
forma intermedia inter E. buxifoliam et monticolam; E. foetida Rich. ap. Pers. = E. fetida D.
Poir. est E. monticolae DC. forma (E. flavo-virens Berg), secundum specimina herb.
Jussiaea ni nunc Parisiensis, ubi altera sine patriae indicatione, altera cum patria St. Croix,
nec Cayenne ut cl. Poret et DECANDOLLE scripserunt, invenitur.
138. E. procera Poir.! in Lam. Enc. Suppl. III (1815). p. 129 (excl.
patr. Nouvelle-Espagne veros. sphalmate pro Hispaniola); DC. Prodr. HI.
268; Mayc. Barb. 211; Berg! in Linnaea XXVII. 207 (excl. syn. Nutt.);
Grisb. Kar. 65 et Flor. 258 et Pl. Wr. 182 et Cat. $8; Soup, Cub. p. 45;
Egg.! St. Croix p. 117 et St. Croix and Virg. Isl. p. 52 p. p. (excl. syn.);
Kiaersk! in Bot. Tidsskr. XVH. 262.
Myrtus procera. Sw.! Prodr. (1788) p. 77 et Flor, II. 887; Spreng.
Syst. II. 481 (excl. patr. Nov. Hisp.).
Myrtus Patrisü Spreng.! Syst. 11 (1825). p. 480 p. p.
Myrtus brachystemon DC.! Prodr. III (1828). p. 240; Berg in Lin-
naca XXVII. 410.
Eugenia Baruensis Grisb. Kar. p. 66 (ex ipso), — non Jacq.
Eugenia pallens Grisb.! Pl. Wr. (1860) p. 182 et Cat. p. 88 p. p., —
non DC.
Arbre à petites feuilles Doming. (ex Sw.), Hoja menuda Portor.
[ex Sint.), Black cherry v. Rock-myrtle inc. St. Croix er Egg.), Tall
Myrtle Barb. (ex Mayc.).
Arbor 6—10 m alta (ex Sw.) v. frutex 3 m alt, (ex Ecc). Baccae nigrae (ex
Ess.) breviter ovales v. globulosae 4,5—5 mm diametro, exocarpio carnoso glanduloso-
punctato. Semen solitarium, testa brunnea laevi nitida elastica crassiuscula ab embry-
one soluta. Embryo subreniformis, latere altero leviter emarginatus 4 mm longus,
646 I. Urban.
3 mm latus, vix supra 2 mm crassus, intus cavilates nullas resiniferas praebens; coty-
ledones plane conferruminatae; radicula punctiformis.
Habitat in Cuba: Wright n. 1214 p. p., 1612, 2434, ad Arroyo Hondo
in sylvestribus: Eggers n. 4772 (herb. Kew.), in fruticetis ad Las Pailas:
Eggers n.5450; Jamaica in Port Royal mountains m. Jul. fruct.: Bot. Dep.
Herb. (W. Harris) n. 5244: Haiti: C. Ehrenberg; Sto. Domingo:
Poiteau, Swartz in herb. Willd. n. 9552, in sylvis ad Llano Rafael 300 m
alt.: Eggers n. 1909, in sylvis ad Cerrogordo prope Tamboril 450 m alt.:
Eggers n. 1941; Puerto-Rico: Bertero, Plée n. 651, prope Maunabo in
sylvis primaevis: Sintenis n. 5998; St. Thomas ad Kathrinebjerg Gut et
ad St. Peter: Eggers ed. Toepff. n. 51, Krebs (herb. Haun.); St. Jan in
Kingshill 330 m alt.: Eggers n. 3449; St. Croix: Benzon (herb. Haun.),
herb. Berg., Eggers (herb. Haun.), Richard (mus. Paris.); Antigua: herb.
Berg.; Martinique ex DC. et Berg; Barbados ex Mayc.
Obs. Pedicelli speciminis originarii sunt 5—6 mm longi, non subpollicares, ut cl.
Swanrz ipse indicat, °
139. E. Dussii Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis glabris; foliis 4—8 mm
longe petiolatis, ovatis v. ovalibus, apice obtusissimis v. rotundatis, basi
acutis et in petiolum protractis, 4—5,5 em longis, 2—3,5 cm latis, dimidio
v. fere duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra impresso,
lateralibus suprà parum v. vix prominulis, subtus manifestius conspicuis
subreticulato-anastomosantibus, densissime minuteque pellucido-punctatis,
chartaceis v. erassiuscule chartaceis; floribus ad nodos defoliatos 4—10,
pedicellis 4—7 mm longis brevissime patenti-pilosis; sepalis longioribus
semiorbicularibus usque fere semilunaribus 0,4—0,7 mm longis; ovario
semigloboso v. semiovali glaberrimo 2-loculari, ovulis in quoque loculo
er. 12; baccis depresse globulosis 5 mm longis, 6—7 mm diametro.
Merisier montagne Guadel. ex Duss.
Arbuscula erecta 2—3 m alta. Rami vetustiores albido-cinerascentes, hornotini
plus minus compressi. Folia nervis lateralibus 5—7, sub angulo 50— 70? abeuntibus,
ante marginem subdupliciter conjunctis, punctis creberrimis supra perpaullo prominu-
lis, subtus brunnescentibus, supra nitida obscure viridia, subtus pallidiora glabra
margine vix recurvata., Flores e ramulis 4—3 valde abbreviatis; bracteae semilunares
minutae vix 0,3 mm longae, margine brevissime et dense pilosae; pedicelli tenues 0,2—
0,3 mm crassi. Sepala breviora semilunaria, omnia apice rotundata v, fere truncata,
margine brevissime pilosula chartacea, ad marginem membranacea, glanduloso-punctata
utrinque glabra. Petala obovata 4 mm longa, nervis e basi lata 6—7, membranacea,
glanduloso-punctata. Stamina numerosa; antherae (defloratae) ovatae. Stylus 5—
6 mm longus crassiusculus glaber, supra medium hamato-recurvus, ad apicem attenua-
tus; stigma capitatum. Ovarium glanduloso-granulatum ad staminum insertionem
glabrum; ovula e media placenta radiatim prodeuntia, 3—4-seriata. Baccae sub-
inaequilaterae, latere altero plerumque subsulcatae, dense glanduloso - punctatae,
minute pilosulae v, glabrescentes, pericarpio tenui, Semen solitarium, plerumque
transversim, raro verticaliter positum, reniforme er. 6 mm longum, 5,5 mm latum,
4,5 mm crassum, testa flava laevi nitida elastica crassiuscula, ab embryone soluta.
Embryo reniformi-curvatus, ad insertionem profunde excisus, intus cavitates minutas
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 647
resiniferas fovens; cotyledones ad dorsum versus spatio brevi liberae, caeterum plane
conferruminatae; radicula nulla.
Habitat in Guadeloupe in sylvis prope Bains jaunes et in via usque
ad Savane à mulets alt. 4000—1200 m rara: Duss n. 2200 (fruct.); St.
Lucia: Anderson (herb. Kew.) (flor.).
Obs. Species vix ex affinitate trium priorum, fortasse arctius ad E. pseudopsidium
accedens.
u. Glabrae. Folia 6—17 cm longa, 3—8 cm lata. Pedicelli 4—20 in axillis foliorum,
3—20 mm, raro—40 mm longi. Sepala longiora 4—5 mm longa. Baccae globosae 9—18 mm
diametro.
440. E. pseudopsidium Jacq.
Var. o. genuina Kr. et Urb. calycis lobis majoribus 4—4,5 mm, petalis
6—7 mm, stylis 5,5—7 mm longis.
Eugenia pseudopsidium Jacq. Enum. Car. (1760). p. 25 et Sel. Amer.
p. 152. t. 95! et id. pict. p. 74. t. 140! el Amer. Gew. t. 156!; DC. Prodr.
IH. 268; Berg! in Linnaea XXVII. 176 (excl. syn. Spreng. et patr. Port. J;
Grisb. Kar. p. 65 (non Flor. p. 258); Knox Cat. p. $2; Egg.! St. Croix
p: 448 et St. Croix and Virg. Isl. p. 52; Mazé Guadel. p. 105.
Eugenia Thomasiana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 185.
Eugenia Portoricensis Grisb. Kar. (1897). p. 65; Egg. ! St. Croix and
Virg. Isl. p. 52, — non DC.
Bastard Guava v. Christmas Cherry inc. Virgin. ex Egg.; Goya-
vierdes montagnes Guadel. ex Duss; Goyavierbätard Martin. ex DC.
Frutex 3m v. arbor 5—8 m alta ligno duro, floribus albis. Flor. April.—
Dec., fruct. m. Dec., Jan.
Habitat in St. Thomas, in sylvis Flaghill: Eggers ed. Rensch
n. 4184, Oersted; St. Jan in sylvis Kingshill et Bordeauxhill 260—330 m
alt.: Eggers n. 3008, 3133; St. Croix: herb. Vahl in mus. Berol.; Mont-
serrat: Herb. Haun.; Guadeloupe in montibus inter Gourbeyre et le
Vieux Fort rara 490 m alt.: Duss n. 2729; Martinique in sylvis satis
rara: Duss n. 190, Hahn n. 1282.
Var. B. Portoricensis Kr. et Urb. calycis lobis majoribus 2—3 mm,
petalis 3—4,5 mm, stylis 3,5—5 mm longis.
Eugenia Portoricensis DC.! Prodr. III (1828). p. 266 (cum var. bre-
vipes); Berg! in Linnaea XXVII. p. 180 (excl. patr. St. Croix).
Myrtus Willdenowii Spreng.! Syst. H (1823). p. 480 (excl. syn. et
patria Ceylon].
Eugenia pseudopsidium Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 176 (quoad
patr. Portor.) et XXIX. 228; Bello! Ap. 271; Stahl! Est. IV. 84 (eccl. syn.
nonn.); Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 262 (excl. syn.); Krug le. t. 252!
Stenocalya: Portoricensis Berg! in Linnaea XXIX (1858). p. 246 (excl.
patr. St. Croix).
648 I. Urban.
Eugenia latifolia Spreng.' Msc. in herb. Balb. apud DC. Prodr. l. c.,
— non Aubl.
Eugenia Zeylanica Balb.! Msc. in Linnaea XXIX. p. 228, — non Roxb.
Quiebra hacha Portor. ex Gundl.
Frutex 0,5—3 m v. arbor 3—8 m alta, foliis nitidis, floribus albis v. (ex STAHL)
roseis, Bacca (ut in var. «) initio viridis, dein flava, postremo rubra (ex Sınt.). Semen
solitarium, testa endocarpio adhaerente. Embryo globoso-reniformis, 9—11 mm
longus, 8—9 mm latus et crassus; cotyledones aequales inter sese conferruminatae,
parte mediana libera ad radiculam valde angustata, ad marginem oppositum sensim
dilatata, dorso in 3/4 circuitus radiculam inter cotyledones impressam adnatam prae-
bentes; radicula ipsa brevissima uncinato-prominula. — Flor. Sept.— Nov. , fruct, Sept.
— Jan.
Habitat in Puerto-Rico in sylvis primaevis et montibus umbrosis,
raro in fruticetis litoralibus prope Bayamon, Yabucoa, Maunabo, Aybonito,
Coamo, Mayagüez, Aguada, Lares, Quebradilla, Manati: Bertero, Bredemeyer
in herb. Willd. n. 9506 fol. 2, 9509 fol. 3, Gundlach in herb. Krug n. 161,
Krug n. 453, Sintenis n. 2848, 3060, 3178, 5008, 5009, 5214, 5759, 6230,
6694, Stahl n. 946.
^ Obs. Specimina Portoricensia a typo in statu fructifero etiam ob calycem minorem
facile recognoscenda sunt. Exemplaria ex insulis Virginicis allata aeque ac Portori-
censia, nervis foliorum adultorum secundariis et tertiariis subtus magis prominentibus,
punctis subtus brunnescentibus v. nigrescentibus plerumque non pellucidis, pedunculis
fructiferis paullo gracilioribus a typo recedunt.
141. E. Lambertiana DC.! Prodr. II (1828). p. 270; Berg in Lin-
naea XXVII. p. 220; Grisb.! Karib. 65 (excl. syn. Eug. Duchass.) et Flora 258 ;
Mazé Guadel. p. 105; Kew Bull. n. 81. p. 252 p. p.
Myrtus pseudopsidium Spreng.! Syst. II. (1823). p. 481 (excl. syn.).
Eugenia smaragdina Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 218 (cum var.
a. angustifolia, B. rigida et y. brevipes). .
Eugenia pseudopsidium Grisb.! Flor. (1860) p. 258 (excl. syn. et patr.
Portor.); Kew Bull.! n. 81. p. 253.
Eugenia flavo-nigra L. Cl. Rich.! Msc. edid. Berg in Linnaea XXX (1861).
p. 691 (cum var. Guadalupensis Berg! et Martinicensis Berg!)
Merisier Guad. ex Duss.
Arbuscula 3—4 m v. arbor usque 20 m alta, floribus albis, fructibus aurantiacis.
Foliorum forma variabilis: lamina ovata basi rotundata apice breviter et obtusissime
acuminata usque oblonga v. oblongo-lanceolata, basi acula, apice longe et acute acumi-
nata, textura membranacea usque crasse chartacea, petiolis 5—10 mm longis. Flores
albi odoratissimi. Prophylla minima, 0,5—1 mm longa, apice purpureo- maculata.
Sepala valde inaequalia, majora breviter ovata 1,8—2,5 (3) mm longa, minora triangulari-
semiorbicularia 4—1,5 mm longa. Petala 4,5 mm longa. — Fl. Mart., April., Jun., Jul.,
fruct. Dec.— Mart., Junio.
Habitat in Montserrat: herb. Haun.; Guadeloupe alt. 500—700 m:
Duchassaing, Duss n. 2208, 2211, 3447, L. Cl. Richard; Dominica: Imray
n. 480, 439 (herb. Kew.), Ramage; Ma rtinique: Duss n. 188", 605,
1259, Hahn n. 1209 (herb. Kew.), L. Cl. Richard; St. Vincent in sylvis
170—500 m alt.: herb. Cand., Smith n. 487.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 649
Obs. I. Ab E. pseudopsidio Jacq., quacum embryone omnino congruit, pedicellis in
axilla foliorum 5—15 (nec 4—2) et glandulis baccae plus minus prominentibus satis
amplis crebris (nec parcis minutis v. deficientibus) facile distinguenda,
Obs. II. Var. brevipes Bergiana foliis 3—4 mm longe petiolatis, pro longitudine
parum acuminatis, baccis (monstrosis tantum obviis) laevibus recedere videtur. — Alia
forma (Martinique : Duss n. 1259) foliis ovatis acuminatis, punctis pellucidis inaequalibus,
pedicellis fructiferis tenuioribus 0,6—0,8 mm crassis, baccis densissime elevatim
slanduloso-tuberculatis, sepalis majoribus cr. 3 mm longis insignis. — Tertia (Dominica:
Imray n. 439) foliis oblongo-lanceolatis 2—2,5 cm latis, baccis 7—8 mm diametro differt.
An et quae varietates condendae sint, ob materiem nondum sufficientem hoc tempore
affirmare non possum.
142. E. Tapaeumensis Berg ramulis glabris; foliis 5—41 mm longe
petiolatis exaete ellipticis v. elliptico-oblongis basi acutis paullum in petio-
lum protractis, apice obtusis v. brevissime et obtuse acuminatis 7—12 em
longis, 3—5 cm latis, cr. 2!/;-plo longioribus quam latioribus, nervo medio
supra superne non, inferne plus minus impresso, lateralibus utrinque aequa-
liter prominentibus retieulato-anastomosantibus, punctis ereberrimis minutis
utrinque prominulis, subtus nigris non v. (luce permeante obscure viridi)
vix pellueidis, chartaceis; floribus in axillis v. ad nodos subglomeratis
4—10, pedicellis 5—8 mm longis: sepalis 4, longioribus semiorbicularibus
vix 4 mm longis, brevioribus breviter semiorbicularibus v. late triangulari-
semiorbieularibus 0,7 mm longis; ovario 2-loculari, ovulis in quoque loculo
42—15; bacca globosa 9 mm diametro.
Eugenia Tapacumensis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 222 (cumvar.).
Bois grillé Martin. ex Duss.
Rami vetustiores brunnei v. cinerascentes plicato-striati, hornotini pallide brunnei
glaberrimi compressiusculi. Folia nervis lateralibus 42—41 4, aliis tenuioribus utrinque
interjectis, sub angulo 50— 60? abeuntibus ante marginem conjunctis, nervo altero tenuiore
ad marginem ipsum conspicuo, supra nitidissima brunnea v. obscure viridia, subtus nitida
pallidiora, margine plano v. parum recurvato subundulata. Inflorescentiae rhachis
(ramus valde abbreviatus) usque 5 mm longa; bracteae 0,5—0,7 mm longae, semi-
orbiculares; pedicelli fere 0,5 mm crassi, fructiferi non elongati, glanduloso-granulati,
minutissime scabriusculi; prophylla inter sese basi connata triangulari-ovata rotundata
v. obtuse et brevissime acuminata 1,5—2 mm longa subcoriacea persistentia. Sepala
in aestivat. margine parum imbricata 1,5 mm lata utrinque glabra, margine obsolete et
brevissime pilosula subcoriacea. Petala obovata cr. 7 mm longa chartacea. An-
therae ovatae. Stylus 9 mm longus superne attenuatus et arcuato-curvatus. Ova-
rium exacte globosum extrinsecus et apice inter staminum inserlionem glabrum, circum
stylum brevissime ferrugineo-pilosum, ovulis cr. 4-seriatis. Bacca (non plane matura)
minute et densissime granulato-punctata, pericarpio 0,6 mm crasso.
Habitat in Martinique m. Sept. —Nov. flor.: Duss. n. 188, 1243; ?
St. Vincent in sylvis Wallilabo Valley 330 m alt.: Smith n. 1737 (herb.
Kew., specimen sterile foliis 10—17 em longis, 6—8,5 cm latis); praeterea
in Guiana Gallica: Rich. Schomburgk n. 1352.
Obs. Habitu maxime affinis E. smaragdinae var. brevipes Berg, quae foliis 4—5 mm
longe petiolatis, nervo medio supra manifeste impresso, lateralibus sub angulo 65—70 °
abeuntibus, punctis pellucidis parcis subtus non conspicuis, baccis non granulato-
punctatis differt.
650 L Urban.
143. E. gryposperma Kr. et Urb. (n. sp.) glabra; foliis sessilibus
breviter ovatis, basi cordatis, apice breviter v. brevissime et obtusissime
acuminatis, 9—5 em longis, 8—3,5 cm latis, parte tertia longioribus quam
latioribus, nervo medio supra impresso, lateralibus utrinque subaequaliter
prominentibus reticulato-anastomosantibus, ereberrime pellucido-punctatis
chartaceis; floribus in axillis foliorum superiorum v. summorum 1—4,
pedicellis 5—15 mm longis; sepalis 4, longioribus ovatis 5 mm longis,
brevioribus semi- v. triangulari-suborbicularibus 4 mm longis; ovario
2-loculari, ovulis in quoque loculo er. 10; bacca globosa 12—15 mm diam.
Arbuscula erecta elegans 2—3,5 m alta. Rami vetustiores teretiusculi brunnei
v. cinerascentes cortice non dehiscente, hornotini superne plus minus compressi. Folia
nervis lateralibus 6—9 sub angulo 70—80? abeuntibus subirregularibus, nunc rectis
nunc subcurvatis, satis longe a margine arcuato-conjunctis et iterum ante marginem ipsum
tenuiter communicantibus, punctis inaequalibus supra parum, subtus magis prominulis
brunnescentibus, utrinque nitidula, subtus paullo pallidiora. Florum bracteae basales
minutae; pedicelli glanduloso-granulati; prophylla persistentia semiorbicularia v. semi-
ovata apice rotundata 0,6—0,8 mm longa. .Sepala (in alabastris et deflorata tantum
mihi visa) in aestivatione valde imbricata, apice obtusa v. rotundata chartacea, glandulis
pellucidis notata, utrinque et ad staminum insertionem glabra, margine brevissime
ciliata. Ovarium extrinsecus et vertice planiusculo glabrum. Bacca sepalis persistenti-
bus plus minus patentibus coronata glabra, minute glanduloso-granulata, pericarpio
crustaceo 4 mm crasso. Semen 4, rarius 2, testa endocarpio adhaerente, si solitaria reni-
formia, dorso convexo leviter bisulcata, ventre emarginata, latere altero uncum brevem
planiusculum emittente qui in pericarpii concavitatem intrat, si bina latere ventrali
applanata, unco minus prominente. Cotyledones conferruminatae, ut videtur valde
inaequales, altera tenuiore alteram multo crassiorem semiamplectente,
Habitat in Martinique, in montibus Vauclin: Duss n. 214, 1949.
v. Glabrae. Folia 5—412 cm longa, 3,5—8 cm lata. Pedicelli in axillis foliorum 1—6
(nunc rhachi usque 1,5 cm elongata), 4-flori, 10—40 mm longi, crassi. Sepala longiora
7—10 mm longa. Baccae globosae 15—30 mm diametro.
444. E. Stahlii Kr. et Urb.
Myrtus Stahlii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 286 et fig. 15
in p. 287 el tab. 7. fig. A!
Guayabota v. Limoncillo Portor. ex Sint.
Arbor 5—20 m alt., floribusalbis. Flor. Jun., Jul.
Habitat in Puerto-Rico in sylvis montanis primaevis Sierra de
Luquillo ad montem Jimenes, prope Adjuntas et Peñuelas: Sintenis n. 1332,
1332", 1332°, 4384, 4424, 4636, Stahl n. 944, 4098.
145. E. Sintenisii Kr. et Urb.
Myrtus Sintenisii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 284 el fig. 12
in p. 285 et tab. 10!
Frutex 2—4 m v. arbor 5—7 m alta, floribus albis, purpureo-maculatis, baecis
maturis viridi-rubescentibus. Flor. m. Aug., fruct., m. Nov.
Habitat in Puerto-Rico in Sierra de Luquillo summo monte Yunque,
in Sierra de Naguabo: Sintenis n. 4477, 1833, 5395.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 651
Obs. Species antecedentes ob affinitatem cum E, pseudopsidio et aff. arctissimam
vix in genere Myrti (sect. Eugeniomyrtus Kiaersk.) retinendae. Embryo hujus seriei
tantum magis curvatus ita ut pars lateris ventralis superior et inferior sese attingat.
Cotyledones (e materie alcoolica) in parte dimidia mediana semilunari, quae ad latus
alterum angustior, ad alterum sensim dilatata et ad marginem producta est, liberae,
caeterum conferruminatae.
w. Folia 9—30 cm longa, 5—43 cm lata. Flores ad nodos umbelliformes v. rhachi pro
foliis brevi insidentes plures. Sepala longiora 2,5—5 mm longa. Baccae ovales v. oblongae,
nunc striatae, nec costatae.
146. E. Duchassaingiana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 225.
Arbuscula 3—4 m alta v. arbor parva tortuosa. Folia subtus pilis fusiformibus
(sub microscopio conspicuis) obtecta. Baccae »luteae« ellipticae v. oblongae, 15—30 mm
longae, 8—12 mm crassae, densissime granulato-glandulosae, glabrescentes, pericarpio
cr. 0,7—1 mm crasso, monospermae. Seminis testa endocarpio adhaerens. Embryo
oblongus v. oblique ovalis paullo compressus, superne lateraliter (ad insertionis locum)
profunde emarginatus, glanduloso-punctatus et intus cavitates minutas resiniferas fovens ;
cotyledones latere insertioni opposito spatio brevi liberae, caeterum conferruminatae;
radicula non conspicua. — Fruct. m. Jan.
Habitat in Guadeloupe in sylvis umbrosis montium e. gr. inter
Gourbeyre et Vieux fort, 480 m alt.: Duchassaing, Duss n. 2725; in
Martinique in sylvis e. gr. Morne Rouge (Savane Chazot), Forét de la
Calebasse: Duss n. 910, 1252, Hahn n. 1262, Isert in herb. Haun. et Willd.
n. 9531 (anno 1784).
147. E. Greggii Poir. in Lam. Enc. Suppl. III (1815). p. 126 (excl.
patria); DC. Prodr. IIl. p. 280; Berg in Linnaea XXVII. 291; Grisb. Kar. 67
el Flor. 258 (quoad syn. Gaertn., Sw., DC. et loc. nat. Dominica el Trinidad).
Myrtus Gregü Sw. Prodr. (1788) p. 78 et Flor. II. 896 (ex deser.).
Greggia aromatica Gürln. Fruct. I (1788). p. 168. t. 55! .
Eugenia Sieberiana DC.! Prodr. III (1828). p. 277; Berg! im Lin-
naea XXVII. 251 et XXX. 690 (cum var. crassifolia).
Bastard gloves Barbad. ex Gürtn.
»Arbuscula 4—6 m alta, erecta, valde ramosa ramis subirregularibus habitu
neglecto, foliis rigidis subtus albicantibus, floribus albidis.« Flor. Majo, Jun., fruct.
m. Dec., Jan.
Habitat in Guadeloupe in Houelmont, in faucibus Belos prope Basse
terre 440 m alt.: Duss n. 2205, 3445; Dominica: J. Gregg ex Swartz (in
Prodr. »Antigua«; deest in herb. Holm.); Martinique in Grosse Morne et
in apricis montosis Parnassi territorii et passim in faucibus regionis inferioris
juxta rivulos: Duss n. 187, 1248, Hahn n. 641 (herb. Kew.); St. Lucia:
Anderson (herb. Kew.); Barbados ex Gürtner; Trinida d: Sieber
n. 222. l
148. E. brachystachya Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 501; Grisb.
Kar. p. 67.
Habitat in Guadeloupe in sylvis montanis m. Aug. flor.: Duchassaing,
Duss n. 3540”.
652 L Urban.
149. E. Marshiana Grisb. glabra; foliis 10—20 mm longe petiolatis
ovalibus v. plerumque ovatis v. ovato-oblongis, apice obtusis, nunc exciso-
emarginatis, basi rotundatis v. truncatis et tune saepius obsolete subeorda-
lis, v. acutis et paullulum in petiolum protractis, 9—15 cm longis, 3,5—
8 cm latis, 2—2'/,-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra im-
presso v. ad apicem prominulo, lateralibus utrinque plus minus prominulis
et plus minus manifeste reticulato-anastomosantibus, pellueido-punctatis,
coriaceis v. chartaceo - coriaceis; floribus ad nodos plerumque defoliatos
fasciculatis 4—20, pedicellis 5—192 mm longis; sepalis ^, longioribus ovatis
4—5 mm longis, brevioribus semilunaribus v. semiorbiculari-triangula-
ribus 1,5—3,5 mm longis; petalis obovatis chartaceo-coriaceis; ovario 2-,
raro 3-loculari, ovulis in quoque loculo 30—40.
Eugenia Marchiana Grisb.! Flor. (1860). p. 258.
Salis variabilis, Rami vetustiores cinerascentes, hornotini glabri. Folia nervis
lateralibus 8—14 sub angulo 50—70? abeuntibus, utrinque prominulis v. elevatim pro-
minentibus, nunc obsolete, nunc manifeste reticulato-anastomosantibus, ante marginem
dupliciter conjunctis, punctis supra non conspicuis, subtus plerumque manifestis,
glabra nitida, margine plerumque recurvata. Flores ad nodos ramulis (rhachidibus)
abbreviatis solitariis v. pluribus insidentes; bracteae caducae; pedicelli glabri, nunc
sublaeves, nunc glanduloso-punctati; prophylla orbicularia v. late triangularia apice
rotundata v. obtusa, latere altero basi connata, 4,5—3 mm longa. Sepala jam sub
anthesi basi ad latera abrupta, caeterum persistentia, apice rotundata, coriacea v. char-
laceo-coriacea, utrinque glabra, margine nunc hinc illinc brevissime ciliata. Petala
valde caduca apice rotundata 7 mm longa cr. 5 mm lata, nervis e basi cr. 7 obscuris.
Stamina numerosa pluriseriata; antherae ovatae, dorso supra basin affixae. Stylus
8—9 mm longus, superne valde attenuatus; stigma minutum. Discus circa stylum
glaber, ad staminum insertionem brevissime pilosus v. tomentosulus. O varium semi-
globoso-obconicum, extrinsecus glabrum; ovula 5—7-seriata , placentae laminuliformi
e pariete medio prodeunti densissime insidentia, marginalia radianlia, caetera subhori-
zontalia. Baccae (juniores) ovales (8mm longae, 5 mm crassae), ex GmiisksAcu globosae
10 mm diametro,
Habitat in Jamaica in sylvis prope Manchester: Marsh n. 1915, ad
Portland Gap, in Blue Mountains ad Morris’ Gap ete. : Bot. Dep. Herb. (W.
Cradwick, W. Harris, C. N. Nicholls) n. 5004, 5002, 5007, 5071, 5072,
5258, 5334. — Flor. m. Jul., Aug., Dec., Febr.
Obs. I. An formae duae proveniant, altera foliis basi rotundatis v. truncatis, baccis
globosis (Mansn, Bot. Dep. herb. n. 5001, 5002), altera foliis anguslioribus, basi acutis,
floribus paullo minoribus, baccis ovalibus (Bot. Dep. Herb. n. 5007, 5072, 5258), bota-
nicis Jamaicensibus dijudicandum est. Quoad folia specimina n. 5074 intermedia sunt.
Obs. II. In insula St. Vincent haec species non invenitur, ut Kew Bull. n. 84. p. 253
ex Grisb. Flor. erronee excerpsit. Cl. GmisEmaCH l. c. p. 239 »specimens collected in
S. Vincent (Anders.), and in Trinidad must be compared with E. latifolia Aubl.« dicit.
x. Folia 7—20 cm longa acuminata. Baccae longitrorsum 8—12-costatae.
150. E. Serrasuela Kr. et Urb. ramis glabris; foliis 5—6 mm longe
petiolatis, ovato-oblongis, breviter et obtuse acuminatis 13 cm longis, 6 cm
latis, nervis conspicuis prope marginem arcuatim connexis, pellucido-
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, Il. 653
punetatis, coriaceis, margine recurvis; floribus in ramulorum apice congre-
gatis subsessilibus, 5-meris; sepalis ovatis; ovario semigloboso lanuginoso ;
baeca globosa costata pubescente, 25 mm diametro; semine solitario.
Eugenia costata Bello Ap. I (1881). p. 272; Stahl Est. IV. 85, — non
Cambess.
Serrasuela Portor. ex Bello.
Arbor cortice rimoso, ramis eylindrieis. Folia supra lucida. Bacca calycis
limbo reflexo coronata subexsucca, nempe sarcocarpio tenui luteo, fructum Pimentae
acris redolente, epicarpio coriaceo, costis tumidis apicem fructus non attingentibus.
Semen testa lignosa tenui inclusum, embryone globoso indiviso.
Habitat in Puerto-Rico prope Anones ex Bello.
Obs. Non vidi; descriptio ex Berto l. c. — Multae notae communes sunt cum
Marlierea glomerata Berg quae pube ramulorum, foliis longe acuteque acuminatis, flori-
bus ad lignum vetustum arcte sessilibus, cotyledonibus plane liberis omnino diversa est.
151. E. oetopleura Kr. et Urb. (n. sp.) ramis hornotinis apice pilis
brevissimis adpressis dibrachiis ferrugineis dense obsessis, mox glabres-
centibus; foliis 8—10 mm longe petiolatis, ovalibus v. ovali-elliptieis, basi
acutis, paullum in petiolum protractis, plus minus longe acuminatis, acu-
mine ipso obtuso, 7—13 em longis, 3—5,5 cm latis cr. 2!/;-plo longioribus
quam latioribus, superioribus interdum oblongo-lanceolatis 3—2 em latis
et usque 4-plo longioribus quam latioribus, nervo medio supra impresso,
lateralibus supra tenuibus non retieulatis, subtus prominentibus subparce
v. obsolete reticulatis, utrinque densissime pellucido-punetatis integris
chartaceis; inflorescentiis racemosis 2—8-floris petiolo aequilongis v. bre-
vioribus sericeo- v. obsolete pilosis, bracteis obtusis, pedicellis 4A—8 mm
longis; floribus &-meris; sepalis majoribus orbieularibus v. semiovalibus,
2,5—3 mm longis, minoribus breviter semiorbicularibus, apice rotundatis;
ovario 2-loculari; baccis obovato-ovalibus 12—15 mm longis, 8—10 mm
diametro, 8-costatis.
Eugenia aeruginea Grisb.! Flor. (1860). p. 257 p. p. (nempe quoad
specim. fruct.) — non DC.
Coumari Guad. ex Duss.
Arbuscula v. frutex 2,5—5 m altus rectus, ligno duro compacto rubes-
cente, ramis interdum pendentibus (ex Duss). Ramuli brunnei glabri v. horno-
lini superne, praesertim sub petiolis bifariam, brevissime et adpresse pilosi.
Folia nervis lateralibus 40—12 sub angulo 60—65° abeuntibus ante marginem con-
junctis, sed nervum marginalem non formantibus, supra plus minus nitentia obscure
viridia v. in sicco brunnescentia, minutissime pulverulento-punctulata et densissime
plus minus elevatim, nunc obsolete punctata, subtus multo pallidiora, densissime et
minute nigro-punctata, punctis pellucidis parvis numerosissimis bene conspicuis, glabra.
Inflorescentiae ex axillis foliorum 4, rarius 2; rhachis sicut pedicelli et bracteae
pilis brevissimis minutis adpressis dibrachiis ferrugineo-sericeae; bracteae ovatae v.
ovato-lanceolatae obtusae 4—1,5 mm longae ; prophylla ovato-triangularia obtusa, 0,8—
1 mm longa, basi inter sese parum connata. Sepala valde inaequalia, majora 2,5—
3mm longa, 2,8—3 mm lata, minora 1—4,5 mm longa, omnia concava chartacea v.
subcoriacea, nervis non, glandulis vix conspicuis, utrinque adpresse et brevissime
ferrugineo-sericea, in fructu erecta et superne inflexa, Petala obovata 3,5—4 mm longa
CM C eer
654 [. Urban.
membranacea, ad basin crassiora, glanduloso-punctata, nervis e basi cr. 5, margine
glabra. Stamina numerosa, longiora 4—5 mm longa; antherae suborbiculares. Stylus
5—5,5 mm longus, supra medium geniculatus glaber, superne attenuatus; stigma mi-
nutum. Ovarium obconico-turbinatum, extrinsecus pilis ferrugineis pulverulento-
indutum, vertice circa stylos pilosum, carnosum, inferne solidum , superne 2-loculare ;
ovula in quoque loculo 42—48 placentae supra medium parietis prodeunti 3—4-seriatim
dense peltatim affixa. Baccae pulverulento-pilosae v. demum glabrescentes, tenuiter
granulato-punctatae, pericarpio erustaceo. Semina ! v. 2 lateraliter sub apice affixa,
si solitaria, obovato-oblonga, testa membranacea. Cotyledones spatio mediano
angusto excepto inter sese connatae, valde inaequales, angustiore supra latioris apicem
hamato-transgrediente, sed ei arcte accumbente ; radicula vix conspicua.
Habitat in Guadeloupe in sylvis Bains jaunes el la Savane à mulets
600—1000 m: Duss n. 2759, 3270; Dominica: Imray n. 484 p.p.; in
Martinique in Piton du Grand Fond, in Morne Rouge (Calvaire): Duss
n. 200, 619, 1257, Hahn n. 1354 (herb. Kew.).
Obs. Habitu affinis E. brachystachyae Berg, quae foliis 5 mm longe petiolatis, basi
obtusis v. rotundatis, nervis binis marginalibus, exteriore tenui, interiore crasso
notatis et verisimiliter fructu longe recedit; E. Greggii foliis breviter et obtuse acumi-
natis, nervo medio supra prominente, floribus duplo majoribus, baccis non costatis
omnino differt. Cum E. aeruginea DC. omnino nulla affinitas est.
152. E. Marowynensis Miq. ramis hornotinis glabris; foliis 7—10 mm
longe petiolatis, obovato-ellipticis v. elliptico-oblongis obtuse acuminatis,
supra medium latissimis, ad basin sensim angustatis, basi ipsa in petiolum
attenuatis, 15—20 em longis, 5,5—7 cm latis, er. 3-plo longioribus quam
latioribus, nervo medio supra ad apicem versus prominulo, ad basin sensim
magis impresso, lateralibus utrinque (subtus magis) prominulis et retieulato-
anastomosantibus, densissime pellucido-punctatis integris chartaceis; in-
florescentiis in axillis foliorum v. ad nodos defoliatos capituliformibus e
10-floris, pedicellis 0,5—2,5 mm
racemis pluribus abbreviatis formatis 5
longis; floribus 4-meris; sepalis majoribus ovatis apice rotundatis 2 mm
longis; ovario 2-loculari obovato, 8- v. sub-19-costato.
Eugenia Marowynensis Miq. Stirp. Sur. (1851). p. 59 (e deser.); Berg!
in Linnaea XXX. p. 684.
Myrciaria Marowynensis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 555.
Eugenia Sinemariensis Grisb.! Flor. (1860). p. 258, — non Aubl.
Rami brunnei v. cinerascentes. Folia nervis lateralibus 40—42 sub angulo 55—
65" abeuntibus, aliis minus regularibus intermixtis, ante marginem dupliciter arcuato-
conjunctis, punctis utrinque vix prominulis, nitida glabra, margine non v. vix recurvata.
Bracteae semiorbiculares cr. 0,5 mm longae; prophylla inter sese disjuncta, orbiculari-
triangularia obtusa 0,5—0,7 mm longa. Sepala majora 2 mm, minora 4 mm longa sub-
coriacea parce glanduloso-punctata, utrinque glabra, margine minutissime pilosula.
Petala orbiculari-ovalia, 5—6 mm longa, 4—5 mm lata, crassiuscule chartacea, ad
marginem tenuiora glabra, nervis e basi cr. 7, parce glanduloso-punctata. Stamina
numerosissima; antherae ovatae, Stylus 42—43 mm longus glaber aequicrassus ad
apicem tantum attenuatus; stigma depresse capitellatum. Discus inter staminum in-
sertionem glaber. Ovarium glabrum, ovulis 5—6 in quoque loculo, 2-seriatis.
Habitat in Trinidad: Crueger (»perhaps only naturalized« ex
Grisb.), eult.: Trin. Bot. Gard. Herb. n. 1319; praeterea in Surinam.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I. 655
y. Folia 5—7 cm longa, subtus initio sicut ramuli juniores pube dibrachia ferrugineo-
tomentosa. Flores in axillis pauci glomerati sessiles,
153. E. diseolorans Wr. et Sauv. ramulis hornotinis ferrugineo-
tomentosis, pube dibrachia; foliis 5—7 mm longe petiolatis, plerumque
ellipticis, nune elliptieo-lanceolatis v. obovatis, apice et basi obtusis,
5—7 em longis, 4,5—3 em latis, 2—4-plo longioribus quam latioribus,
nervo medio supra subimpresso v. ad apicem prominulo, lateralibus pro-
minulis densissime reticulato-anastomosantibus, junioribus utrinque solem-
niter ferrugineo - tomentosis, posterius supra glabrescentibus, subtus
pulverulentis, non pellucido-punetatis, chartaceis, margine parum v. vix
recurvatis; floribus in axillis foliorum 2—4 glomeratis sessilibus; sepalis 4
rotundatis 2—3 mm longis; petalis obovatis 4 mm longis; ovario 2-locu-
lari, ovulis er. 3-seriatis.
Eugenia? discolorans Wr. et Sauv.! in Sauv. Cub. (1875). p. 4l (nomen
nudum).
Marlieria glomerata Grisb.! Cat. (1866). p. $6, — non Berg.
Frutex gracilis 5 m altus, Rami vetustiores glabri brunnei v. cinerascentes,
dense glanduloso-granulati, Folia nervis lateralibus 10—144 sub angulo 60—70° ab-
euntibus, aliis hinc illinc interjectis, supra ante marginem (nunc duplicato-)conjunctis,
subtus inter pubem paullo crassioribus sed non reticulatis, pube dibrachia, supra
posterius brunneo-viridia, subtus pube sensim pallescente, postremo albido-viridi et
pulverulenta. Bracteae rotundatae 4—1,8 mm longae. Alabastra ferrugineo-
tomentosa. Sepala ab initio libera, in aestivatione imbricata, majora semiovalia 3 mm
longa, minora breviter orbiculata 2 mm longa, extrinsecus tomentosa, intus glabra,
lenuiter carnosula, facile discindenda. Petala apice obtusa 2,5 mm lata glabra mem-
branacea, giandulis parcis grossis notata, nervis e basi 7—9. Stamina numerosa;
filamenta 3—4 mm longa ; antherae defloratae ovales. Stylus 5 mm longus, ad medium
geniculatus, parce pilosus; stigma minutum, Ovarium extrinsecus ferrugineo-tomen-
tosum, apice ad staminum inserlionem brevissime pilosulum, circa stylum glabrum,
ovulis in quoque loculo cr. 40,
Habitat in Cuba in distrietu S. Cristobal: Wright n. 2461.
Obs. Nulla ratio, cur Wnicur et SAUVALLE speciem generi Eugeniae cum dubio
inseruerint.
z. Folia 2—6 cm longa, sessilia v. breviter (usque 3,5 mm longe) petiolata. Flores ad
nodos plerumque defoliatos plures sessiles. Sepala majora 0,8—1,3 mm longa. Ovarii
loculi 12—18-ovulati.
155. E. cordata DC.
Frutex v. arbor 4—40 m alta, Prophylla semiorbicularia minima 0,3—0,4 mm
longa. Sepala majora semiorbicularia v. semiovalia, apice rotundata, 0,8—4,3 mm
longa, minora semilunaria duplo breviora, intus glabra. Petala orbicularia v. orbi-
eulari- obovata 2—2,5 mm longa, plus minus dense glanduloso-punctata, Stylus
3,5—5 mm longus. Ovarium extrinsecus glabrum, 2-loculare, ovulis in quoque loculo
12—18. Bacca (e specim. Sint. n. 4349) purpurea, calyce persistente v. plus minus
deciduo, plerumque transversim ovalis, raro obtusissime trigona, 4—5 mm longa,
6—8 mm lata, 4—7 mm crassa, v. (e specim. Eggers.) oblique globosa v. junior obo-
vato-globosa, glanduloso-punctata, pericarpio tenui, 4-, raro 2-sperma. Semina trans-
versim posita, si bina collateralia, testa membranaceo-chartacea elastica embryoni laxe
656 L Urban.
accumbente. Embryo 5—6,5 mm longus, 3—4 mm crassus, non glanduloso-punctatus,
in !/—3/; lateris alterius radiculam impressam adnatam obsolete offerens; cotyledones
in parte media valde angusta lineari liberae v. omnino conferruminatae; radicula ipsa
apice altero punctiformi-prominula. — Flor. m. Sept.—Nov. (ex Ece. et Sir.) v. Majo
(ex Smita), fruct. Majo (ex Sınt.).
Var. æ. genuina Kr. et Urb. foliis 0—2 mm longe petiolatis, ovalis
v. breviter ovatis, basi rotundatis v. subtruncatis, plerumque subeordatis,
apice obtusis v. rotundatis.
Myrtus cordata. Sw. Prodr. (1788). p. 78 et Flor. II. 895 (ex descr.;
specim. authent. deest in herb. Holm.); Vahl! Symb. II. 57; West St. Croix
290; Willd.! Spec. II. 971; Spreng. Syst. IT. 479.
Myrtus ramiflorus Vahl ap. West St. Croix (1795). p. 290 (ex deser.).
Tricera cordifolia Willd. Spec. IV (1805). 539 et herb. n. 17585!; DC.
Prodr. XVI. I. p. 21.
Buxus cordifolia Spreng. Syst. III (1826). p. $47; Baill. Mon. Bux.
p. 70.
Eugenia cordata DC. Prodr. HI (1828). 272; Schlecht.! in Linnaea V.
199; Berg! in Linnaea XXVII. 195; Knox Cat. p. 82; Grisb. Kar. p. 66;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 258 (cum var. ovata Kiaersk. l. c.].
Eugenia sessiliflora Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 194 p. p. (exel.
syn. Spreng.), — non Vahl.
Eugenia. lateriflora Egg.! St. Croix (1875). p. 117 et St. Croix and
Virg. Isl. p. 94 (saltem quoad formam foliis ovatis), — non Willd.
Habitat in Puerto-Rico prope Adjuntas in sylvis primaevis montium
Cerrote et Cienega: Sintenis n. 4319, 4416; in St. Thomas in sylvis et
fruticetis vulgaris: Eggers ed. Toepff. n. 345, Ehrenberg n. 269, Oersted;
St. Croix: Eggers in herb. Haun., Pflug in herb. Willd. n. 9555, Richard
(mus. Par.); St. Jan ex Berg et Eggers.
Var. 8. Sintenisii Kr. et Urb. foliis 4—3,5 mm longe petiolatis,
ovalibus v. obovatis, basi acutis v. plus minus cuneatis, raro obtusis, apice
rotundatis.
Eugenia. sessiliflora DO. Prodr. HI (1828). p. 275? (ecl. syn. omn.;
specim. orig. deest in herb. Cand.); Berg! in Linnaea XXVII. 194 p. p.
(excl. syn. Spreng.); Grisb.! Kar. p. 66 et Flor. 256 (excl. syn. Spreng.);
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 262; Krug Ic. t. 251!, — non Vahl.
. Eugenia lateriflora Egg. St. Croix (1876). p. 117 et St. Croix and
Virg. Isl. p. 94 p. p. (ex descr.), — non Willd.
Eugenia Sintenisii. Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 265 et ic.
p. 264 et tab. 7 C!
'Murta Portor. ex Krug.
Habitat in Sto. Domingo?: Bertero ex DC.; Puerto-Rico prope
Cayey: Sintenis n. 2104, 2224, prope Aybonito in declivibus: Sintenis
n. 2867; St. Thomas, St. Groix, St. Jan ex Eggers deser. (non in
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 657
herb. Haun.); Tortola: Richard (mus. Par.) Antigua: Wullschlaegel
n. 229, 223 (herb. Berol. et Mon.); Martinique: Duss s. n.; St. Lucia:
Anderson (herb. Kew.); St. Vincent in saxosis prope mare m. Majo flor.:
Smith n. 1558; Mustique Island m. Jun. flor: Smith n. 145; Becquia
Island: Smith n. 133 (herb. Kew.).
Obs. Myrciaria ? stirpiflora Berg! (Eugenia trunciflora Rich.!, ex insula St. Jan)
quoad foliorum formam cum speciminibus grandifoliis var. « bene congruit, sed con-
sistentia crasse coriacea et margine revoluto diversa. An species propria? Folium vidi
ex museo karisiensi ; flores et fructus nunc ibi deesse videntur.
aa. Folia 4—45 cm longa apice obtusa v. rotundata. Flores ad nodos defoliatos 1—plures
sessiles, pro genere inter majores v. ampli. Sepala 4—12 mm longa. Ovarii loculi multi-
ovulati. — Species vix arctius inter sese affines.
455. E. sessiliflora Vahl! Symb. III (1794). p. 64; Egg. St. Croix
p. 147 et St. Croix and Virg. Isl. p. 51; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 265.
Eugenia sessiflora Vahl ap. West St. Croix (1795) p. 290 (nomen nudum).
Eugenia lateriflora Willd.! Spec. II (1800). p.961; DC. Prodr. III. 272;
Berg! in Linnaea XXVH. 195; Grisb. Kar. p. 66.
Eugenia. laterifolia Pers. Syn. II (1807). p. 29 (ex deser.).
Myrtus sessiliflora Spreng. Syst. I1 (1825). p. 479 (ex deser.).
Flores albi 12 mm diametro; baccae globosae roseae 17—23 mm diametro,
Flor. m. Jul. —Oct. (ex Egg.).
Habitat in St. Thomas in Cowell's Hill ex Eggers; St: Croix: West
in herb. Willd. n. 9504.
156. E. catingiflora Grisb.! Cat. (1866). p. $9.
Eugenia actiniflora Sauv. Cub. (1875). p. 701.
Arbuscula 7—10 m alta, corolla alba, antheris viridi-luteis. Bacca sepalis
coronata globosa glabra laevis cr. 12 mm diametro, pericarpio in sicco cr. 0,5 mm crasso,
4-sperma. Semen superne lateraliter affixum, testa crassa rigida endocarpio adhaerente,
ab embryone soluta. Embryo non glanduloso-punctatus; radicula impressa adnata
eum in La circuitus cingens; cotyledones plane conferruminatae.
Habitat in Cuba oce. in districtu Bahia Honda prope S. Marcos: Wright
n. 2424, ad Rangel m. Jul. fruct.: Wright n. 2424 (mus. Brem.).
Obs. Specimen verisimiliter cl. SAUvALLEI originarium ex »instituto 24 ensefianza«
Habanensi misit cl. J. I. TonnALBAS.
157. E. jambosoides Wr. in Grisb.! Cat. (1866). p. $9; Sauv. Cat.
p. 44.
Pomarosa cimarrona Cub. ex Sauv.
Frutex 3 m altus, corolla alba.
Habitat in Cuba occ. in sylvis umbrosis humidis prope El Rosario,
Echavarria: Wright n. 2423.
bb. Folia 3—13 cm longa acuminata, Flores ad axillas foliorum v. ad nodos defoliatos
plures glomerati. Stamina longiora et stylus petala 2—4-plo superantia. Ovula in quoque
loculo 2 v. 4. Cotyledones plus minus conferruminatae v. liberae; radicula minima v.
obsoleta,
158. E. floribunda West! St. Croix (1795). p. 290 (nomen nudum)
ed. Willd.! Spec. H (1800). p. 960; DC. Prodr. III. 274; Knox. Cat. 82;
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 42
658 I. Urban.
Grisb.! Flor. 259 el Cat. p. 90 (p. p.); A. Gray! ap. Grisb. Pl. Wr. 182;
Sauv.! Cub. p. 44; Egg.! St. Croix p. 118 et St. Croix and Virg. Isl. p. 52;
Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 265.
Myrtus floribunda Spreng. Syst. H (1825). p. 484.
Eugenia Salzmannı Benth.! in Hook. Journ. Bot. II (1840). p. 519
(saltem quoad specim. Schomb.).
Eugenia, protracta Steud.! in Regensb. Flora XXVI. 2 (1845). p. 762;
Miq.! Stirp. Surin. p. 58; Kiaersk. in Warm. Symb. XXXIX. 184.
Myrciaria floribunda Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 50; Niedenzu!
in Engl. u. Prantl Nat. Pflanzenfam. III. 7. p. 85.
Myrciaria protracta Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 550.
Myrciaria Salzmanni Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 551.
Eugenia disticha Bello! Ap. (1881) p. 271; Krug Ic. t. 250!, — non DC.
Murta Portor. ex Gundl.; Guava-berry-tree inc. St. Croix ex
West et Egg.; Bois de basse v. Coca carette Martin. ex Duss.
Arbor 5—40 m alta, floribus albis. Prophylla breviter orbicularia inferne
connata. Calycis tubus supra ovarium cupuliformi-productus, post anthesin ad ovarium
ipsum circumcirca solutus et cum sepalis staminibusque deciduus; sepala 4—4,2 mm
longa, Petala semiorbiculari-triangularia usque orbiculari- ovata, margine toto
fimbriato-ciliata er. 4,5 mm longa. Stamina longiora et stylus 4,5—5,5 mm longa,
petala 3—4-plo superantia. Ovarium extrinsecus glabrum, apice in calycis tubo
convexo-prominens et hoc loco pilosulum, 2-loculare; ovula in quoque loculo (contra
omnium autorum sententiam) quatuor placentae ad basin affixa, ascendentia, Bacca
nigra (ex Wmicur et Essens), rubra v. flava (ex Wksr) globulosa, 8—10 mm diametro,
h 8
nitens, carne eduli grate acida aromatica, endocarpio tenui. Semen solitarium, testa
endocarpio adhaerente. Embryo ovali-globulosus, 5—6 mm longus, 4—5 mm diametro,
in 3/5 circuitus radiculam latam adnatam praebens; cotyledones plane conferruminatae ;
radicula ipsa brevissima obsolete prominula. — Floret m, Jun.— Aug., fruct. ex Wuer
in. Nov.
Habitat in Cuba in sylvis opacis prope Monteverde et in praeruptis ad
Nouvelle Sophie: Wright n. 1209; Jamaica ex Grisb.: Sto-Domingo
prope Santiago ad Cuesta de las piedras 300 m alt.: Eggers n. 2365; Puerto-
Rico in sylvis prope Cayey ad Rio Plata, prope Lares, Quebradillas : Gundlach
in herb. Krug n. 433, 459, Sintenis n. 2146; St. Thomas in Signalhill et
Louisenhoi: Eggers s. n. et ed. Toepff. n. 49; St. Croix in sylvis: West in
herb. Willd. n. 9524; St. Jan ex Eggers; Tortola: Eggers n. 3235 (herb.
Haun.]; Martinique 700—900 m alt.: Duss n. 189, 204; praeterea in
Guiana et Brasilia.
159. E. Asa-Grayi Kr. et Urb. ramulis glaberrimis; foliis 3—4 mm
longe petiolatis ovatis acuminatis, acumine acuto v. aculissimo, basi rotun-
datis, 3—4 em longis, 1,3—2 em latis, 2—2'/,-plo longioribus quam latiori-
bus, nervo medio supra plus minus impresso, lateralibus supra non v.
obsolete, subtus tenuiter prominulis non anastomosantibus, creberrime
pellueido-punctatis, glabris, crasse chartaceis; floribus in axillis foliorum
pluribus arcte sessilibus; calyce post anthesin deeiduo; ovario 2-loculari,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 659"
loculis 2-ovulatis; baccis rubris; cotyledonibus in parte media dimidia
liberis, caeterum conferruminatis.
Eugenia § Myrciaria? aff. E. floribundae A. Gray! apud Grisb. in Pl.
Wr. (1860) p. 185.
Eugenia floribunda Gris.! Cat. (1866) p. 90 p. p.
Frutex 4,5—3 m altus, ramulis cinerascentibus. Folia nervis lateralibus 43—46
sub angulo cr. 60? abeuntibus, punctis inaequalibus, supra paullo prominulis, subtus
nigrescentibus, margine subrecurvata. Pedicelli brevissimi crassi; prophylla semi-
lunaria 0,4 mm longa. Ovarium (defloratum) depresse globosum. Bacca globulosa.
Semen solitarium ovale cr. 8 mm longum, 6 mm latum, testa endocarpio adhaerente.
Habitat in Cuba orientali prope Nouvelle Sophie m. Sept. fruct.:
Wright n. 1610.
Obs. Affinis E. floribunda West foliis basi cuneatis, longius acuminatis, manifestius
nervosis, prophyllis, ovario 8-ovulato, cotyledonibus plane conferruminatis discrepat.
160. E. l'Héritieriana DC.! Prodr. 111 (1828). p. 272; Berg in Lin-
naea XXVII. 205.
Myrtus dumosa? Dier. herb. ap. DC., — non Vahl.
Ramuli annotini compressiusculi cinerascentes glabri. Folia 7—8 mm longe
petiolata, ovata v. ovali-oblonga basi obtusa v. acuta, apice modice et obtuse acuminata,
8—10 cm longa, er. 4 cm lata, nervo medio supra impresso, punctis pellucidis utrinque
praesertim subtus crassiuscule prominulis, chartacea. Inflorescentiae axillares
valde abbreviatae; pedicelli 4—2,5 mm longi. Calycis tubus supra ovarium non pro-
ductus; sepala majora triangulari-semiovata 1,2—1,4 mm longa, breviora semiorbicularia
fere duplo minora, persistentia, Petala, stamina, stylum non vidi. Ovarium extrinsecus
glabrum semiglobosum v. breviter semiovatum, 2-loculare; ovula in quoque loculo 2 e
basi ascendentia.
Habitat in insula Tobago?: herb. Candoll.
Obs. Quoad folia et inflorescentiam formis E. axillaris W. similis, sed ovulis plane
diversa. Species insequens praeter ovulorum insertionem punctis foliorum minutis v.
vix conspicuis, floribus sessilibus minoribus, ovario extrinsecus pubescente discrepat.
164. E. eoffeifolia DC.! Prodr. III (1828). p. 272; Grisb.! Flor.
p. 259; Kew Bull. Nr. 81. p. 252.
Myrciaria ramiflora Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 554, — non
Eugenia ramiflora Desv. (1823).
Eugenia co[feifolia var. grandifolia Berg! in Linnaea XXIX (1858).
p. 231.
Eugenia Sinemariensis Berg! in Linnaea XXX (1861). 684; Kiaersk.!
in Bot. Tidsskr. XVII. 265, — vix Aubl.
Eugenia. pseudopsidium Kew Bull.! Nr. $1. p. 255 p. p., — non Jacq.
Myrtus ramiflora Benth.! Msc. apud Berg in Linnaea XXVII. 555.
Bois piquet inc. Dominic. er Ramage.
Arbuscula satis gracilis erecta 3—4 m alta (ex Duss). Folia variabilia ovata
usque elliptico-oblonga, plus minus longe acuminata, basi acuta, obtusa v. rotundata,
8—17 em longa, punctis pellucidis parvis crebris plus minus conspicuis, nervo marginali
emper duplice. Capitula nunc axillaria, nunc ad nodos defoliatos obvia; prophylla
semiorbicularia. Flores albi odorati. Calycis tubus supra ovarium non productus;
sepala majora semiorbicularia v. semiovalia 0,6—4 mm longa, minora fere duplo breviora,
42*
"660 L Urban.
persistentia. Petala orbicularia v. ovata 3 mm longa, margine supero ciliata.
Stamina 4- v. subbiseriata, longiora et stylus 5—7 mm longa, petala duplo v. plus
quam duplo superantia. Ovarium apice glabrum, extrinsecus breviter adpresse albido-
pilosum, 2-loculare, ovulis in quoque loculo binis ex äpice pendulis. Bacca bre-
viter globulosa 8—10 mm longa, 40—14 mm crassa, densissime glanduloso-granulata
glabra. Semen solitarium subovale v. globoso-ovale, testa pericarpio adhaerente.
Embryo 7—9 mm longus, 6—7 mm latus, fere in 3/4 circuitus radiculam adnatam
praebens; cotyledones plane conferruminatae intus cavitates resinosas non praebentes;
radicula libera punctiformis v. obsoleta.
Habitat in Guadeloupe in montibus sylvaticis m. Mart., April., Majo
flor.: Duchassaing, Duss n. 3448; Dominica: Imray, Ramage; St. Lucia:
Anderson (herb. Kew.); St. Vincent: Anderson ex herb. Forsyth, in
montibus St. Andrews 600 m alt. m. Maio flor.: Smith n. 1559, 1736;
praeterea in Guiana gallica: Patris, Poiteau, Richard, Sagot n. 261.
Obs. I. Nomen Aubletianum (Guian. I. 4775. p. 504) ob »folia subsessilia, flores
subsessiles«, et praesertim ob »semina tria« anteponere non audeo, quanquam icon t. 498!
cum speciminibus Sagotianis et Ramageanis satis quadrat. — E. Sinemariensis DC.!
(Cayenne leg. Patris) foliis basi obtusis, fere rotundatis, nervo medio supra late prominulo,
baccis pedicellatis a nostra specie certe specifice diversa.
Obs. II. In statu fructifero formis E. Lambertianae nonnullis similis, quae calyce
fruclifero majore, fructibus pedicellatis, embryone intus cavitates parvas resinosas
praebente, radicula brevi, sed hamato-prominente facile distinguenda est.
Obs. IH. E. coffeifolia var. parvifolia Berg! (Jamaica leg. Bertero) floribus (bre-
vissime) racemoso-dispositis, ovario extrinsecus glabro loculis cr. 6-ovulatis toto coelo
diversa ad E. monticolam DC. spectat.
Obs. IV. Dignitatem generis Myrciariae species antecedentes bene illustrant:
E. floribunda calycis tubo supra ovarium cupuliformi-producto deciduo, ovarii loculis
^-ovulatis ovulis e basi ascendentibus, E. Asa-Grayi calycis tubo verisimiliter analogo,
ovarii loculis 2-ovulatis, E. coffeifolia calycis tubo cum ovario plane coalito, sepalis in
ructu persistentibus, ovarii loculis 2-ovulatis, ovulis pendulis, E. l Héritieriana iisdem
notis, sed ovulis e basi ascendentibus.
cc. Cubenses. Folia ovalia, obovata usque oblongo-lanceolata, apice rotundata, 1,5—4 cm
longa, utrinque v. (E.«revipes) supra tantum evenia v. parce venosa, utrinque v.
(E. Sauvallei) supra tantum elevatim glanduloso-tuberculata. Flores in axillis solitarii
v. pauci sessiles v. breviter pedicellati. Calycis lobi obtusi v. rotundati (cf. etiam
Myrtus elliptica, M. Sagraea, Psidium Wrightii).
a. Sepala dorso solemniter in cristam rotundatam producta.
162. E. eristata Wr. et Sauv. ramulis hornotinis minutissime pilo-
sulis; foiiis 1,5—2 mm longe petiolatis, ovalibus v. breviter ovalibus v.
ovatis, apiee obtusissimis v. rotundatis, basi rotundatis v. obtusis per-
paullum in petiolum contractis, 2,5—4 cm longis, 4,7—3 em latis, vix
dimidio v. fere usque duplo longioribus quam latioribus, nervo medio supra
subplano v. inferne parum impresso, lateralibus utrinque parum, subtus
paullo magis prominulis, punctis subpellucidis ereberrimis, utrinque pro-
minulis, chartaceis v. crassiuscule chartaceis glabris; pedicellis 4—10 mm
longis 4-floris; sepalis 4 suborbicularibus v. semiovatis er. 2 mm longis,
dorso in eristam cuculliformem solidam rotundatam solemniter productis :
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, Il. 661
petalis cr. 4 mm longis; ovario extrinsecus minute patenti-piloso, 2-loculari,
ovulis in quoque loeulo er. 16.
Eugenia. eristata Wr. et Sauv.! in Saw. Cub. (1875). p. 4l (nomen
nudum.
Calyptranthes decandra Grisb.! Cat. (1866) p. 85 (quoad specim. Wright.
n. 2460 p. p.), — non Pl. Wr.
Myrcia coriacea var. Swartziana Grisb.? Cat. (1866) p. 86 p. p., —
non Flor. p. 254.
Frutex 4—6-pedalis. Rami vetustiores cinerascentes teretes, hornotini in sicco
brunnei, pilis minutissimis patentibus scabriusculi, superne subcompressi , glandulis
adspersis parum v. vix prominulis. Folia nervis lateralibus 6—7 sub angulo 55-60"
abeuntibus, non v. parce et obsolete anastomosantibus, ante marginem obsolete con-
junctis, punctis supra granulato-prominulis, subtus minoribus medio saepe perforatis et
hic nigrescentibus, supra viridia v. brunnescentia nitidula, subtus paullo pallidiora,
margine anguste sed arcte revoluta. Pedicelli e bracteis infimis ramulorum hornoti-
norum prodeuntes 0,5—0,7 mm crassi, minulissime patenti -pilosi 4-flori; prophylla
ovata obtusa 0,5—0,8 mm longa. Sepala in aestivatione verisimiliter parum v. non
imbricata, basi supra ovarium breviter connata; limbus concavus, nunc medio sulcatus,
intus glaber, apice obtusus v. laminuliformi-apiculatus et inflexus, crista semiorbiculari
v. semiovata v. ovata glanduloso-tuberculata 1,5—2 mm alta, coriacea. Petala 2mm
lata obovata, margine supero ciliata, dense glanduloso-impressa, membranacea, nervis
e basi cr. 5. Stamina non vidi, sed e vestigiis in receptaculo numerosa. Stylus
4—4,5 mm longus, superne attenuatus; stigma minutum. Ovarium obovato-globosum
basi altenuatum, vertice inter stamina minutissime pilosulum, circa stylum glabrum,
inferne solidum, superne 2-loculare, ovulis placentis prominulis cr. 4-seriatim affixis.
Habitat in Cuba: Wright n. 2424 p. p., 2460 p. p.
8. Folia subtus callo juxtamarginali crasse prominulo cincta.
163. E. cincta Grisb.! Pl. Wr. (1860) p. 182 et Cat. 88 (excl. n. 2459);
Sauv. Cub. 45.
Pimiento de costa Cub. ex Sauv.
Frutex ultra-orgyalis, floribus albis, baccis rubris.
Habitat in Cuba in sylvis prope Monteverde secus rivulos: Wright
n. 1205.
Obs. Sepala variant apice rotundata, acuta v. brevissime acuminata.
y. Nec folia subtus calloso-cincta nec sepala cristata.
164. E. Sauvallei Kr. et Urb. (n. sp.) ramulis hornotinis pilis minutis-
simis patentibus obsolete scabriuseulis; foliis 1—4,5 mm longe petiolatis
obovatis apice rotundatis, ad basin cuneatis 1,5—2 cm longis, 0,8—1,2 cm
latis, plus quam dimidio longioribus quam latioribus, nervo medio supra
superne non conspieuo, inferne applanato, lateralibus supra plerumque
inconspicuis, subtus parum manifestis, supra dense granulato-glandulosis,
granulis plus minus pellucidis, subtus punctis nigris parvis prominulis
obsessis, coriaceis glabris, margine solemniter recurvatis; floribus in axillis
foliorum et ad nodos defoliatos glomeratis 1—5 sessilibus v. subsessilibus;
ovario 2-loeulari.
662 L Urban,
Eugenia, cincta. Grisb. Cat. (1866) p. 88 (p. p.), — non Pl. Wr.
Rami vetustiores pallide grisei glabri, hornotini compressiusculi, glanduloso-
punctati, sed glandulis parum prominentibus mox evanidis. Folia nervis lateralibus
3— 4 sub angulo 60—70? abeuntibus non reticulatis ante marginem evanescentibus, supra
nitida obscure viridia, subtus opaca pallida, rigida. Flores parvi, in alabastris tantum
obvii; prophylla triangularia apice purpureo-maculata pilosula. Sepala 4 rotundata
extrinsecus glabra elevatim glanduloso-punctata, margine ciliata. Petala rotundata `
convexa margine brevissime pilosa. Ovarium glabrum, ovulis cr. 3-serialis.
Habitat in Cuba: Wright n. 2459.
Obs, I. Habitu et inflorescentia E. cinctae Grisb. simillima, quae praeter callum
juxtamarginalem petiolis 2—3 mm longis, foliis inferne non v. vix cuneatis, nervo medio
supra inferne impresso, subtus multo magis prominente, punctis subtus sranulato-
prominentibus vix nigrescentibus, pube ramulorum manifestiore diversa est. Verisimiliter
arctius accedit ad E. melanadeniam Kr. et Urb., a qua differt foliis obovatis basi cuneatis
pluries majoribus praesertim latioribus, supra granulatis, subtus multo parcius et tenuius
glanduloso-punctatis.
Obs. II. Lapsu calami cl. Grisesacn 1. c. »foliis callo marginali cinctis« loco »carenti-
bus« scripsit.
165. E. eyphophloea Grisb.! Cat. (1566) p. 87 (quoad descriptionem,
sed excl. numero 2449); Sauv. Cub. 43.
Biriji Cub. ex Sauv.
Bacca globosa 8—10 mm diametro, calycis lobis incurvis coronata, densissime
glanduloso-granulata, pericarpio tenui, monosperma. Seminis testa endocarpio ad-
haerens, ab embryone soluta. Em bryo glanduloso-punctatus reniformis ad insertionem
profunde emarginatus; cotyledones conferruminatae; radicula impressa et adnata ?/4 cir-
cuitus embryonis cingens.
Habitat in Cuba occ.: Wright n. 9448.
166. E. brevipes A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845) p. 584 el in Sagra
Cuba X. p. 278; Berg! in Linnaea XXX. p. 676.
Habitat in Cuba in Vuelta de Abajo: Ramon de la Sagra.
- Obs. Habitu omnino Myrti ellipticae, sed ramis hornotinis paene glabris, foliis ad
basin cuneatis, punctis glandulosis subtus multo parcioribus sed crassioribus obscure
pellucidis, pedicellis 3—7 mm longis et sepalis majoribus recedit.
dd. Folia 4,5—7 cm longa, rotundata, obovata usque oblongo-lanceolata. Inflorescentiae
pedunculatae cymose 4—13 - florae. Sepala 4 v. 5 persistentia. Cotyledones liberae;
radicula bene evoluta.
167. E. mierophylla A. Rich.! Ess. Fl. Cub. (4843) p. 584 et in Sagra
Cub. X. p. 279, — non L. Cl. Rich. Msc. in Linnaea XXX (1861). p. 672.
Eugenia asperifolia Berg ! in Linnaea XXX (1861 ). p. 674; Grisb. Cat. 87.
Eugenia asterifolia Sauv. Cub. (1875) 43.
Habitat in Cuba prope Santiago in Sierra Maestra, m. April. flor.:
Linden n. 1764, eirca Cienfuego: Sagra.
Obs. Specimina Lindeniana a typo foliis angustioribus (usque oblongo-lanceolatis)
differunt; sed quanquam flores non vidi, plantam e foliorum structura typo arcte affinem
esse mihi persuasum est,
168. E. leiocarpa Kr. et Urb.
Anamomis ferruginea Grisb.! Cat. (1866) p. 9.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 663
Myrtuz leriocarpa Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875) p. 98.
Pimieato eimarron Cub. ex Sauv.
Habitat in Cuba occidentali, in sylvis depressis prope Manglan : Wright
n. 2452.
169. E. hetercelita Tuss. Flor. Ant. 1 (1808). p. 98. t. 12!
Pseudocaryophyli«s heteroclitus Berg in Linnaea XXVI (1856 Ip. 416.
Myrtus heteroclita Niedenzu in Engl. u. Prantl Nat. Pflanzenfam. 111. 7
(1895). p. 67.
Habitat in Haiti districtu Jérémié m. Maio seq. flor. ex Tussac (n. v.).
Obs. An lusus foliis infimis alternis speciei sequentis? — Embryo vix recte deli-
neatus est,
170. E. fragrans Willd. Spec. IT (1800). p. 964 (excl. syn. Jacq. el
Aubl.); Sims Bot. Mag. XXXI. tab. 12427; DC. Prodr. III. 280 (excl. syn.
Jacq. et Aubl. sicut patria Martin. el Guiana]; Macf. Jam. H. 121; Berg! in
Linnaea XXVII. 271 (cum var. a. genuina et p. 272 f. obovata Berg); Grisb.
kar. 67.
Myrtus fragrans Sw. Prodr. (1788) p. 79 (excl. syn. Aubl.) et Flor. 11.
914; Vahl Symb. II. 59; Lun. Jam. I. 558; Spreng. Syst. II. 487 (excl.
syn. Jacq. et Aubl. et patr. Amer. austr.); Wikstr. St. Barth. p. 421.
Eugenia. punctata Vahl in West St. Croix (1795) p. 289 et Symb. 111
(1794). p. 65; Berg! in Linnaea XXVI. 270; Grisb. Kar. 67.
Eugenia. balsamica Jacq.! Fragm. (cr. a. 1805) p. 40. t. 45. f. 25
DC. Prodr. HI. 264; Macf. Jam. II. 115; Berg! in Linnaea XXVII. p. 154
(inflorescentüs 1-floris, ex axilla foliorum infimorum squamıformium pro-
deuntibus).
Myrtus dichotoma Poir. in Lam. Enc. Suppl. IV (1816). p. 55; Spreng.
Syst. II. 484.
Myrtus balsamica Spreng. Syst. II (1825). p. 481.
Myrtus punctata Spreng. Syst. H (1825). p. 482.
Myrcia punctata DC. Prodr. HI (1828). p. 245.
Myrcia ? Balbisiana DC.! Prodr. III (1828). p. 245.
Eugenia ? dichotoma DC.! Prodr. II (1828). p.278; Macf. Jam. II. 119
(ex descr.); Nutt. Sylva I. p. 105. f. 27!; Berg! in Linnaea XXVII. 261;
Grisb. Kar. 67; Chapm. Flor. South. Un. Stat. 151.
Eugenia emarginata Macf. Jam. II (1850). p. 113 (ea descr. et specim.
Alex., inflorescentia vix pollicari, 1- flora), — non DC.
Eugenia rotundifolia Macf. Jam. II (1830). p. 114 (ex descr., forma
foliis subsessilibus orbiculatis, basi nunc subcordalis, obsolete crenulalis, in-
florescentiis 1—2-floris), — non Casar., nec Wight.
Eugenia bracteata Macf. Jam. II (1850). p. 120 (ex descr.), — non
Vellozo.
Eugenia Guayabillo Rich.! Ess. Fl. Cub. (1845). p. 590 et in Sagra
Cuba X. p. 282.
664 [. Urban.
Eugenia dicrana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 259.
Eugenia granulata Berg! in Linnaea XXVII (1836). p. 260.
Eugenia Balbisiana Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 268 (cum var.
a. dives et B. triflora Berg l. c. p. 269): Grisb.! Kar. 67.
Anamomis fragrans Grisb.! (cum var. a. et var. B. cuneata Grisb.!) Flor.
(1860). p. 240.
Anamomis punctata. Grisb.! Flor. (1860) p. 240; Egg. St. Croix p. 118
et St. Croix and Virg. Isl. p. 52; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. p. 279
(cum var. dichotoma Kiaersk. l. c.).
Anamomis Guayabillo Grisb. ! Cat. (1866). p. 90.
Myrtus Guayabillo Wr. et Sauv. in Sauv. Cub. (1875 pH p.99.
Anamomis dichotoma Sarg. Gard. and For. VI (1895). p. 150 ex Sarg.
Sylv. V. 52. t. 204!
? Caryophyllus aromaticus Indiae occident. folio et fructu rolund.!!) Pluk.
Alm. (1692). p. 88. t. 155. f. 5!
Naked wood Florid. ex Sarg., Guayabillo Cub. ex Rich., Pimiento
cimarron de arroyo Cub. ex Sauv., Bois Pelé Guadel. ex Herm. et Duch.
Frutex 3 m v. arbor 6 m v. ex Macf. usque 46 m alt., cortice rubro-flavo aroma-
tico, terebinthinam spirante, floribus albis. Ovula 9—22 in quoque loculo, placentae
laminuliformi e dissepimenti apice v. parte superiore pendenti extrinsecus dense et pluri-
seriatim insidentia, Semina 2 v. 3 v, 4, testa membranacea adhaerente, reniformia.
Cotyledones omnino liberae subaequales ; radicula plus minus cotyledonibus incum-
bens !/—1/, circuitus cingens. — Flor. m. Maio—Augusto, fruct, Febr., in Florida
m. Aug.
Variat foliis obcordatis, obovatis, rotundis, oblongis, supra laevibus v.
densissime glanduloso-granulatis, cymis 1—3—7-, nunc —13-floris, laxis
v. contractis, floribus 4- v, 5-meris et quoad magnitudinem (petalis 3
6 mm longis), ovario sericeo v. raro subglabro, baccis 5—15 mm diametro.
Habitat in Cuba: Wright n. 2453, 2454, ad Batabanó: Morales et
Bosque in herb. Torralbas n. 261, ad ripas fluminis St. Juan: E. Otto
n. 248, in Vuelta de Abajo: Valenzuela; Jamaica: Alexander, Marsh
n. 787, Swartz in herb. Holm., in Blue Mountains ad Cinchona, Port Roy-
al Mountains: Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5023, 5024, 5101 (quocum
specimen Jacq. origin. praeter inflor. 1-floras omnino convenit), 5444, 5197,
5220, 5337; in Sto. Domingo: Poiteau, prope Vuelta larga in montibus
calcareis 250 m alt.: Eggers n. 2434, prope Santiago ad Cuesta de las pie-
dras 300 m alt.: Eggers n. 2363, 2363^; St. Jan ex Eggers; St. Groix:
Isert in herb. Willd. n. 9495; St. Barthélemy ex Wikstr.; Antigua:
Wullschlaegel ; Guadeloupe in collibus calcareis: Bertero (in herb. Berol.
et Candoll., Duchassaing, l'Herminier; praeterea in Florida: Cabanis,
Curtiss n. 982, Rugel n. 230 (herb. Kew.).
Obs. I. Typus polymorphus in futuro in varietates dividendus nec vix in species
distinctas disjungendus, quanquam cl. MACFADYEN pro suis 5 speciebus Jamaicensibus
H
1) A plerisque autoribus ad Amomis caryophyllata laudatus.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 665
praeter alias notas eliam differentias in numero loculorum baccarum et seminum
indicat.
Obs. II. De habitu cum Myrcia panniculata congruente et characteribus differentiali-
bus cf, apud speciem ulteriorem p. 579.
Obs. III. Patria »Martinique« a cJ. Berg errore indicata est; in herb. Willd. planta
Isertiana ex insula St. Croix invenitur. l
Var. 8. brachyrrhiza Kr. et Urb. praeter pubem ad gemmas et ad
paginam sepalorum interiorem obviam glaberrima; radicula perbrevi ex
emarginatura eotyledonum basali vix prominente.
Goyavier montagne Guadel. ex Duss.
Arbuscula v. arbor 2—5 m alta. Folia 4—6 mm longe petiolata, orbicularia
usque obovata apice plerumque breviter v. brevissime acuminata, acumine obtusissimo
v. rotundato nunc emarginato, 5—7cm longa, 3—6 cm lata, creberrime pellucido-punc-
lata, punctis minutis utrinque obsolete prominulis nigrescentibus, coriacea. Inflores-
cen tiae plerumque 3-florae. Flores 4-meri. Sepala longiora 2,5 mm longa, 4 mm
lata semiorbicularia, breviora 2 mm longa. Petala obovato-orbicularia 5—6mm longa.
Stylus 6,5—7 mm longus subaequicrassus. Ovula in quoque loculo er. 41 placentae
e pariete ad medium prodeunti densissime affixa. Bacca globulosa v. globuloso-piri-
formis 8—41 mm diametro tenuiter elevatim elanduloso-punctata. Semina 1—3. —
Fruct. m. Nov.
Habitat in Guadeloupe in sylvis prope Bains jaunes et inter Bains
jaunes et Savane à mulet 930—1050 m alt.: Duss n. 2758, 3269.
Var. y(?) Fajardensis Kr. et Urb. ramis hornotinis minutissime et
brevissime patenti- pilosis; foliis subtus juxta marginem ipsum calloso-
inflatis.
Frutex 4 m altus. Rami hornotini compressi. Folia 2—3 mm longe petiolata,
obovata apice rotundata 5—6 cm longa, 2,5—3,5 cm lata, nervo medio supra superne
plano, inferne impresso, lateralibus late a margine arcuatim conjunctis, juventute cre-
berrime pellucido-punctata, posterius impellucida, punctis supra non conspicuis, subtus
manifeste prominulis nigrescentibus, glabra coriacea. Flores et fructus ignoti.
Habitat in Puerto-Rico in fruticetis litoralibus prope Fajardo: Sin-
tenis n. 1859.
ee. Inflorescentiae cymoso-subcorymbosae 3-—12-florae. Flores plerumque 5-meri.
Sepala caduca. Ovarii loculi 2—3, 4—6-ovulati. Cotyledones pro maxima parte liberae ;
radicula minima.
171. E. umbellulifera Kr. et Urb.
Myrtus umbellulifera H.B.K.! Nov. Gen. VI (1825). p. 155; Kih.!
Syn. III. p. 414.
Myrtus erythroxyloides H.B.K. ! l. c. p. 149; DC. Prodr. III. 241.
Myrcia? umbellulifera DC.! Prodr. IH (1828). p. 235.
Myrcia umbellulifera Berg! in Linnaea XXVH (1855). p. 147.
Eugenia esculenta Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 275; Grisb.
Flor. 240.
Myrcianthes Krugii Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII (1890). p. 276 et
icon p. 277 et tab. 9 C!
Anamomis esculenta Sarg. Silv. North Amer. V (1895). p. 51.
666 I, Urban.
Myrtus emarginata Willd. herb. n. 9558 !
Ciruelas Portor. ex Sint., Gotoperiz Venezuel. ex Bonpl.
Arbor magna (ex Scuown,), 5—8 m alta (exSixr.), floribus albis. Baccae maturae
flavae (ex Sir.) edules (ex Scuowr.) e materie in alcool asservata subpiriformes i. e.
obovatae v, breviter obovatae, apice impressae, latere altero plerumque magis evoluto
et paullo magis producto inaequilaterae, ad basin attenuatae et plerumque leviter 3—4-
sulcatae, basi ipsa subexcavatae, 2,5—4 cm longae, 1,7—3 cm crassae, pericarpio 5—
7 mm crasso carnoso. Semen solitarium, lateraliter v. ad apicem versus affixum, obo-
vatum, oblique globulosum v. reniforme, 15—20 mm diametro, latere dorsali obtuse v.
obsolete sulcatum; testa adhaerens v. (in sicco) sulco tantum adhaerens laevis subcar-
nosa, Embryo impresso-punctatus et rugulosus, latere altero sub sulco seminis radi-
culam semicircularem inter cotyledones impressam iisque adnatam praebens; cotyle-
dones subaequales v, subinaequales, latere ventrali ad radiculam versus parte t4—?/;
semiorbiculari v. oblonga connatae , caeterum liberae; radicula quoad libera sub apice
seminis minima, sed distincte prominens,
Crescit in Sto. Domingo: Bertero n.927, in Savannah's prope Nizao:
Rob. Schomburgk n. 79; colitur in Puerto- Rico prope Mayagüez : Krug
n. 385, prope Rincon m. Dec. flor. et fruct.: Sintenis n. 5503; colitur in
Trinidad: Bot. Gard. Herb. 2312 ; detecta in Venezuela prope Cumana
locis eultis m. Sept. flor.: Bonpland n. 560 in herb. Willd. n. 9558 et
n. 1244 in herb. Willd. s. n.
Obs. I. Specimina laudata omnino conveniunt. Loculi ovarii certe 4— 6-ovulati,
ut jam cl. Kunta descripsit, nec 2-, rarissime 3-ovulati ex BERG (pro Myrcia umbellu-
lifera). — Patria dubia, an Sto. Domingo?
fT. Inflorescentiae terminales v. laterales panniculatae. Calycis tubus (re vera axis floris
incrassatus) obconicus, superne ovarium fovens.
172. E. Malaecensis Linn. Spec. I ed. 1 (1753). p. 470; Lam. Enc. II.
196; Lun. Jam. II. 127 ; Tuss. Flor. III. p. 89. t. 25!; Duthie in Hook. Fl.
Brit. Ind. IT. 471; Kew Bull.! Nr. 81. p. 255.
Caryophiyllus Malaccensis Stokes Bot. Mat. med. HI (1812). p. 72.
Myrtus Malaccensis Spreng. Syst. II (1825). p. 484.
Jambosa Malaccensis DC. Prodr. HI (1828). p. 286; Bot. Mag. t. 4408 ! ;
Wight II. Ind. Bot. II. t. 98/1055! Grisb.! Flor. 253; Egg. St. Croix
p. H7 et St. Croix and Virg. Isl. p. 30; Mazé Guadel. p. 105.
Jambosa purpurascens DC. ! Prodr. III (1828). p. 286; Macf. Jam.
II, 105.
? Jambosa macrophylla Mayc. Barb. 215, — non DC.
Eugenia purpurea Wight Ic. Ind. or. H (1855). t. 549!
Otaheite Apple v. Malay-apple Jam. ex Macf. et Bull. Bot. Dep.
n. 9; Pomme de Taiti Martin. ex Duss; Pomme-rose Vinc. ex Smith.
Culta et hine illinc inquilina in Jamaica: Alexander; St. Groix
rara ex Eggers; Guadeloupe ex Mazé; Martinique: Duss n. 1856;
St. Vincent: Smith n. 1517; Trinidad: Sieber n. 148. — Patria Asia
austro-orient. et insulae Malaicae.
173. E. Jambos Linn. Spec. I ed. I (1755). p. 470; West St. Croix
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il. 667
p. 289; Sims Bol. Mag. t. 16967; Descourt. Flor. Ant. V. p. 49. t. 515!;
Rich. Ess. Fl. Cub. p. 591 et in Sagra Cuba X. 285; Sauv. Cub. p. 45;
Duthie in Hook. Fl. Brit. Ind. IT. 474; Baill. Hist. Plant. VI. p. 910.
fig. 286, 287; Kiaersk.! in Bot. Tidsskr. XVII. 266; O. Kize. Rev. I. 259;
Hitche. Bah. p. 86; Kew Bull.! Nr. S1. p. 252
Caryophyllus Jambos Stokes Bot. Mat. med. III (1812). p. 75.
Myrtus Jambos H.B.K. Nov. Gen. VI (1825). p. 144; Spreng. Syst.
II. 485.
Jambosa vulgaris DC. Prodr. 11 (1828). p. 286; Schlecht. ! in Lin-
naea V. 200; Wight Ic. pl. Ind. or. II. t. M Ch Mag. 1. 9356! ; Macf.
Jam, II. 105; Berg! in Linnaea XXVI. et in Mart. Flor. Bras. XIV. I.
377; Grisb. Kar. p. 68 et Flor. p. 255 el Cat. p. 86; Egg. ! St. Croix p. 117
el st. Croix and Virg. Isl. p. 90; Bello! Ap. I. 272 . Stahl Est. IV. 87 ; Gard.
and Brace Bah. p. 580; Krug le. t. 255!.
Rose Apple Bah. ex Gard. et Brace; Poma rosa Cub. ex Sagra,
Torralbas ete.; Rose Apple Jam. ex Macf.; Pomme Rose Hail. ex Pi-
carda; Poma rosa Portor. ex Krug, Sintenis etc. ; Pome-rose-tree
St. Croix ex Eggers et West; Pomme rosier Guad. ex Duch.; Pomme-
rose Martin. ex Plée; White Pomme rose v. Malabarapple Vincent.
ex Smith.
Culta et hinc illinc inquilina in Cuba: Otto n. 214, Torralbas n. 311;
Jamaica: Bot. Dep. Herb. (W. Harris) n. 5249; Haiti: Picarda n. 296;
Sto. Domingo: Poiteau, Prenleloup n. 186, prope Puerto-Plata: Eggers
n. 2813; Puerto-hico prope Yauco, Aybonito, Maricao, Cabo-Rojo,
Mayagüez: Eggers ed. Rensch n. 4425, Garber n. 34, Krug n. 462, Sintenis
n. 314, 3145, 1859^; St. Thomas: Eggers ed. Toepfl. n. 442, Ehrenberg,
Moritz n. 64; St. Croix ex Eggers et West; St. Jan: Breutel (herb.
Brem.); St. Kitts: Eggers ed. Rensch n. 442°; Antigua ex Grisb.;
Guadeloupe: Duss n. 2206; Martinique: Duss n. 4855, Plée, Sieber
n. 435; St. Vincent: Smith n. 780, 819; Trinidad ad Arima: Eggers
ed. Toepff. n. 4093. — Patria Asia austro-orientalis usque ad Austra-
liam; in regionibus tropicis utriusque orbis culta.
174. E. Javanica Lam. Enc. IMI (1789). p. 200; Duthie in Hook. Fl.
Brit. Ind. II. 4
Jambosa Samarangensis DC. Prodr. III (1828). p. 256; Berg! in Mart.
Fl. Bras. XIV. I. 577.
Wax-jambo Jam. ex Bull. Bot. Dep. n. 5; Pomme de Malacca
Guad. ex Duss; Pom me d'amour Martin. ex Duss.
Culta in Jamaica ex Bull. Le: Guadeloupe: Duss n. 2990; Mar-
tinique: Duss n. 206, 207. — Patria Asia austro-orient. et ins. Ocean.
668 I. Urban.
gg. Inflorescentiae terminales panniculalae. Calycis tubus (re vera axis floralis incras-
satus) cylindricus, cr. 1 cm longus, superne ovarium fovens,
175. E. aromatica Baill. Hist. Plant. VI (1877). p. 941. f. 288 et 289! ;
O. Kize. Rev. 1 (1891). p. 259; Sarg. Sylva V. 40.
Caryophyllus aromaticus Linn. Spec. I ed. 1 (1755 ) p. 9135; DC.
Prodr. III. 262; Mayc. Barb. p. 210; Rich. Ess. Fl. Cub. 377 et in Sagra
Cub. X. 274; Berg! in Linnaea XXVII. p. 137 ; Grisb. Flor. p. 255.
Eugenia caryophyllata Thunbg. Diss. Car. (1788). p. 1; Kew Bull.
Nr. 81. p. 252.
Myrtus Caryophyllus Spreng. Syst. II (1825). p. 483.
Jambosa Caryophyllus Niedenzu! in Engl.-Prantl Nat. Pflanzenfam. HI.
7 (1895). p. 83.
Jambosa aromatica K. Sch. in Berg u. Schmidt Atl. 2. Aufl. II. p. 62.
Giroflier Martin. ex Duss.
Gulta et hinc illinc inquilina in Cuba ex Rich.; Guadelou pe: Duss
n. 2203; Martinique: Duss n. 1840, Hahn n. 859, Sieber n. 136; St.
Vincent: ex herb. Lindley.; Trinidad: Sieber n. 123, Bot. Gard. Herb.
n. 812. — Patria insulae Moluecanae.
Species dubiae mihi non visae.
E. Desvauxiana Berg in Linnaea XXVII (1856). p. 198.
Myrtus psidioides Desv. in Ham. Prodr. Fl. Ind. occ. (1823). p. 44;
DC. Prodr. IH. 242.
Habitat in India occidentali ex Ham.
E. disticha Macf. Jam. II (1850). p. 144, — non DC.
Habitat in Jamaica prope Cold Spring, St. Andrew's ex Macf.
Obs, Ex affinitate E. Harrisii Kr. et Urb.?
E. panniculata Bello Ap. 7/1881). p. 271; Stahl Est. IV. p. $5; Krug
Ic. t. 228! (non aliorum) »arborescens, foliis lanceolatis v. ellipticis, bre-
viter petiolatis, pellueido-punctatis. Racemi oppositi in corymbum termi-
nalem aggregati, floribus 4-meris. Bacca globosa, monosperma, cotyledoni-
bus eonferruminatis (folia 9 em long., 3 lat.)«
Habitat in Puerto-Rico ex Bello.
Obs. Habitus (ex icone) omnino Myrciae, sed cotyledones abhorrens. Ex affinitate
E. Eggersii Kiaersk.?
E. triflora Mayc. Barb. (1850). p. 211, — non Ham.
Habitat in Barbados ex Mayc.
Species nomine tantum notae, oblivione dignae.
E. disticha Knox Cat. (1837). p. $2, — non DC. — St. Thomas.
E. emarginata Vahl ap. West St. Croix (1795). p. 290, non DC. —
St. Croix (deest in herb. Haun.).
E. lineata Knox Cat. (1857). p. 82, non DC. — St. Thomas.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 669
E. micranthus Vahl ap. West St. Grotz (1795). p. 290, non DC. —
St. Croix (deest in herb. Haun.).
E. peduneulata Raeusch. Nomencl. bot. III ed. (1797). p. 145. —
St. Croix.
XV. Syzygium Gärtn.
176. S. Jambolanum DC. Prodr. III (1828). p. 259; Macf. Jam. II.
103; Berg! in Linnaea XXVII. p. 559 (cum var.); Grisb. Flor. p. 255.
Eugenia Jambolana Lam. Dict. 11 (1789). p. 198; Wight Ic. pl. Ind.
or. f. 5338 !; Benth. Fl. Austr. III. 285; Duthie in Hook. Fl. Brit. Ind. IT.
499; Brand. For. Flor. p. 255. t. 50! ; Kew Bull.! Nr. $1 p. 252.
Calyptranthes Jambolana Willd. Spec. II (1800). p. 975.
Eugenia glomerata Sieb. ! ap. Presl in Oken's Isis XXI (1828). p. 274
— non Lam. nec Spring.
Eugenia Moorei F. v. Müll. Fragm. V (1866). p. 55.
Mirto del rio Cub. ex Torralb., Jimbolim Jam. ex Bull. Bot. Dep.
n.5, Téte negresse Martin. ex Duss, Java Plum Vincent. ex Smith,
Jack Plum Vincent. ex Eggers.
H
Culta et hinc illine inquilina in Cuba prope Habana: Torralbas n. 308;
Jamaica: Alexander, Bertero; Haiti: Picarda; Antigua ex Berg et
Grisb.; Guadeloupe ex Mazé; Martinique: Duss n. 1852, Plée n. 742,
Sieber n. 393; St. Vincent in sylvis usque 500 m inquilina: Eggers
n. 6698, Smith n. 1562; Trinidad: Sieber n. 104, Bot. Gard. Herb.
n. 3575. — Patria A sia austro-orient. usque ad Australiam.
Lecythideae.
XVI. Barringtonia Forst.
177. B. speciosa Forst. Char. gen. plant. (1776). p. 76. 1. 987;
Linn. f. Suppl. (4781). p. 512; Gaertn. Fruct. II. p. 96. t. 1015; Past.
Mag. X. p. 241 tab.!; Wight Ic. pl. Ind. or. II. t. 547! ; Lem. in Fl. des
serr. IV. p. 409 tab.!; Kew Bull.! Nr. 81. p. 255.
Barringtonia Butonica Ind. Kew. I (1895). p. 275.
Arbre à baret Martin. ex Duss, Spanish Almond Vincent. ex Smith.
Colitur in Antigua: Barber et Tillson n. 92; Martinique: Duss
n. 1853; St. Vincent: Smith n. 596, — Patria inter tropicos orbis veteris
plerumque ad litora oceani pacifici.
XVII. Gustavia Linn.
178. 6. Antillana Miers in Trans. Linn. Soc. XXX (1874). p. 179;
Kew Bull. Nr. $1. p. 255.
Gustavia hexapetala Hook. Msc.
Japarandiba Antillana Niedenzu in Engl. u. Prantl Nat. Pflanzenfam.
III. 7 (1892). p. 57.
670 I. Urban.
Ex insula $t. Vincent in statu fructifero tantum nota, certe non in-
digena: Guilding ex Miers.
XVIII. Grias Linn.
179. 6. cauliflora Linn. Syst. X edit. (1759). p. 1073 el Spec. H
edit. p. 752; Sw. Obs. p. 215; Willd. Spec. II. 1159; Lun. Jam. I. 20;
Spreng. Syst. II. 571; DC. Prodr. IH. 296; Macf. Jam. II. 127; Grisb.
Flor. p. 245; Hook. Bot. Mag. 1.5622!; Miers in Trans. Linn. Soc. XXX. p. 299.
Palmis affinis malus Persica maxima etc. Sloane Jam. (1696). p. 179
et Hist. II. p. 422. t. 216 et 217. f. 4, 2!
Calophyllum foliis tripedalibus obovatis etc. P. Br. Jam. (1756). p. 245.
ÀAnchovy- v. Anchove-pear-tree Jam. ex Sloane, P. Br., Sw.
Habitat in Jamaica, in uliginosis v. aquatieis subalpinis ex Swartz, e.
gr. prope Port Antonio ex Purdie in Hook. Lond. Journ. Bot. II. 533,
throughout the Spanish Main, growing in clumps or thickets ex Hook. l. c.
(non vidi).
XIX. Couroupita Aubl.
180. €. Guianensis Aubl. Guian. Il (1773). p. 708. t. 282!; Tuss.
Flor. Ant. II. p. 45. 1.10, 11!; Poit. in Mém. Mus. XIII. p. 152. pl. 7!;
Descourt. Flor. Ant. V. p. 155. t. 340! ; DC. Prodr. II. 294; Bol. Mag.
L 5158 —59/; Berg! in Linnaea XXVII. p. 462 et XXIX. p. 258 et in
Mart. Fl. Bras. XIV. I. 475; Grisb. Flor. p. 245; Kiaersk.! in Bot.
Tidsskr. XVH. 290.
Couroupita Antillana Miers in Trans. Linn. Soc. XXX (1874). p. 191
(ex descr. et loco nat.); Kew Bull.! Nr. 81. p. 255.
Lecythis bracteata Willd. Spec. II. p. 1174.
Pekea Couroupila Juss. ex Berg L. c.
In St. Vincent cult. et inquilina in litoralibus prope et in montibus
supra Kingstown, m. Jan., Maio flor.: Eggers n. 6974, Smith n. 1516;
Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 2323; praeterea in Guiana.
XX. Lecythis Linn.
181. L. laevifolia Grisb.! Flor. (1864). p. 711 (nomen lantum].
Habitat in Trinidad: Crueger (a. 1861) n. 302.
\
Obs. I. Non dubito quin haec species e Trinidad in alabastris et statu fructifero
tantum cognita jamdudum ab aliis botanicis e continente (fortasse ab AunLETIO ipso sub
L. idatimon) descripta sit; specimina saltem musei Berolinensis indefinita e Brasilia
(Pará) leg. Wallis et praesertim e Guiana gallica leg. Mélinon foliis simillima sunt.
Obs. II. Etiam in insula Sti. Vincentis Lecythis species secundum cl. GRISERACH
Flor. p. 243 ex fructibus in museo Kewensi asservatis crescere dicitur.
Obs. IHI. Quid Lecythis grandiflora Mazé Guad. p. 405 (nomen tantum), Canari
macaque, Marmite à singe sit, nescio.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 671
XXI. Bertholletia H. et B.
182. B. excelsa H. et B. Pl. aeq. I (1808). p. 122. t. 56!; Lam.
Rec. de pl. bot. t. 968!; H.B.K. Nov. Gen. VII. 260; Poit. in Mém.
Mus. XIII. p. 148 pl. 4 et 8. f. 1—6!; DC. Prodr. III. 259; R. H. Schomb.
in Proc. Soc. Lond. I (1839). p. 71. t. 9, 4!; Berg! in Linnaea XXVII.
p. 460 et XXIX. p. 258 et in Mart. Fl. Bras. XIV. I. p. 478. t. 60, 61;
Miers in Trans. Linn. Soc. XXX. p. 196. t. 57. f. 1—4/; Niedenzu in Engl.
u. Prantl Nat. Pflanzenfam. I. 7. p. 59. f. 18!
Habitat in Trinidad: Bot. Gard. Herb. n. 1366; praeterea in Vene-
zuela, Guiana, Brasilia sept. — Cult. in Jamaica.
Myrtaceae e plantis Antillanis excludendae.
Acca Domingensis Berg! in Linnaea XXVII (1856). p. 158 ( Psidii spec.
ex Benth.) est Peruviae incola nec Domingensis, ut jam ill. Benruan in Benth.
et Hook. Gen. I. 713 recte monuit.
Aulomyreia alloiota Berg in Linnaea XXVII (1855). p. 54 var. Ò. ovalis
Berg! in Mart. Flor. Bras. XIV. I. p. 92 et 547 in Brasilia ad Rio Pardo et
in insula Sto. Domingo lecta esse dicitur. Sine dubio hoc »St. Domingo« est
nihil aliud nisi quoddam praedium v. vicus, quorum plura in Brasilia enu-
merantur, e. gr. in civitate Bahia. Collector plantae in herb. Sonder. musei
Melbournensis desideratae ignotus videtur.
Eugenia Arivoa Aubl. Guian. I. 510 habitat in Guiana ad fluvium
Sinemariensem, non ut Steud. Nomencl. I. 604 vult, in insulis Caribaeis.
Eugenia exaltata Rich. ap. Berg in Linnaea XXX. 687 et
Eugenia Martini Berg l. c. XXVII. 250 et
Eugeniopsis Richardiana Berg l.c. XXX. 665 sunt cives Guianae, non
ut Ind. Kew. indicat, Indiae occidentalis.
Eugenia Karwinskiana Berg l. c. XXIX in Mexico habitat, non in Cuba
ut el. Nigpeszu in Engl. u. Prantl Nat. Pflanzenfam, III. 7. p. 79 adnotavit.
Myrtus linifolia Spreng. Syst. IT (1825). p. 479 = teste Bergio et ex
descript. Eugenia angustifolia Spreng. ! Nov. prov. 18 = E. Sprengelii DC.
Prodr. III. 276, civis Brasiliensis.
Stenocalyx pseudopsidium Berg! in Linnaea XXVII (4856). p. 514 =
Eugenia pseudopsidium Willd. herb. n. 9506. fol. 1! (non Jacq. ) = Eugenia
Willdenowii Niedenzu! in Engl. u. Prantl Nat. Pflanzenfam. III. 7 (1895).
p. $1 est Eugenia bracteata Roxb. var. Roxburghii Duthie in Hook. Fl. Ind.
or. U. 502, — Patria India orientalis australis et Ceylon.
Obs, I. In herb. Willd. sub numeri citati folio 4. haec planta verbis »E. pseudo-
psidium — Vieweg« sine ulla patriae indicatione, sub folio 2. E. pseudopsidium Jacq. var.
Portoricensis Kr. et Urb. cum scidula »Porto-Rico etc. — Bredemeyer« asservatur; pla-
gula quae illa folia amplectitur diagnosim et patriam »Martinique« e Syst. veget, ed. XII.
p. 384 sumtam extrinsecus offert, Hanc patriam plantae a cl. WiLLDENOWwO erronee deter-
minatae cl. Berc pro vero loco natali habuit.
672 L Urban.
Obs. II, E. Bergiana Grisb., ad quam cl. autor (Pl. Wr. p. 182) nostram plantam
reducit, foliorum forma et nervatura bene congruit, sed plane differt pube, petiolis duplo
brevioribus, foliis apice acutis, pedicellis duplo brevioribus et crassioribus etc.
Plantae e familia Myrtacearum exeludendae.
Aulacocarpus Wrightii Grisb.! Cat. (1866). p. 90 est ut jam cl. Wn. et
Sauv. in Sauv. Cub. p. 45 adnotaverunt, Mouriria spathulata Grisb.! Pl.
Wr. (1860). p. 185. — Cuba: Wright n. 1234.
Eugenia quadrangularis Duchass.! Msc. in Grisb. Kar. (1857 ). p. 66 =
Aulacocarpus quadrangularis Grisb.! Flor. (1860). p. 259 est Mouriria
Domingensis Spach. Veget. Phan. IV. p. 276. — Guadeloupe: Duchas-
saing; Antigua ex Grisb.
Fugenia tetrasperma Bello Ap. I (1881). p. 271 el krug lc. t. 229 !
(Guasävara Portor. ex Bello et Krug) est Mouriria Domingensis Spach.
— Puerto-Rico.
Myrcia melastomoides DC.! Prodr. III (1828). p. 256 est studio folii
anatomico a cl. Dr. E. Gira absoluto fortasse Melastomacea, certo non Myr-
tacea. — Tabago? ex DC.
Myrtus pomifera, latissimis foliis Plum. Cat. (1705). p. 48 — Myrtus
foliis ovatis, fructibus pomosis, trilocularibus Plum. ed. Burm. Amer. p. 201.
t. 207. f. 1! est Mouriria Domingensis Spach.
Psidium ? Berterianum O. Berg! in Linnaea XXVII 4856). p. 574 =
Psidium monlanum Spreng. ! Syst. II. p.489 p. p. et DC. Prodr. III. p. 255
(quoad specim. Berler.) — Guajava Berteroana O. Klze. Rev. I. p. 240 est
Hippocratea ovata Lam. — Puerto-Rico: Bertero n. 206.
Obs. Chartula Berteroana quae inscripta est: » Arbor, Almendron dicta; folia
et fructus odorem amygdalarum amararum referunt« ob nomen vernaculum notamque
de odore communicatam sine dubio ad Prunum occidentalem Sw. pertinet et casu quodam
a cl. BERTERO ipso aut a cl. Barsıs nostrae plantae infeliciter adjecta est.
Addenda et corrigenda.
Obs. ad Myrciam panniculatam Kr. et Urb. p. 577 (n. 25): Ut e descriptione Mille-
riana inflorescentiae et numeri seminum plerumque solitariorum jam concluseram, re
vera Caryophyllus cotinifolius Mill. teste fragmento originario e museo Britannico nu-
perrime mecum communicato non ad speciem laudatam spectat, sed ob embryonem
indivisum fortasse quandam Eugeniae speciem sistit; patria est nova Granata.
Obs. ad Eugeniam brachystachyam Berg p. 654 (n. 448): Speciminis Dussiani
n. 35405 sub hujus opusculi impressione mihi missi inflorescentiae elongatae 16—20-
florae et 5 cm et ultra longae speciei fortasse locum post E. Fadyenii Kr. et Urb. (p. 623)
attribuunt; sed baccae adhuc ignotae,
Adde p. 657 post n. 154 :
154^. E.? stirpiflora Kr. et Urb.
Myrciaria? stirpiflora Berg! in Linnaea XXX (1861 ). p.702.
Fugenia trunciflora L. Cl. Rich.! Msc. ap. Berg l. c., — non G. Don.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. II. 673
Habitat in St. Jan, in sylvis montanis, m. April.—Majo flor., m. Junio
fruct.: L. Cl. Richard.
Obs. Planta hucusque in museo Berolinensi desiderata sed nunc iterum reperta,
sterilis, habitu, ut jam p. 657 dixi, E. cordatam DC. referens, sed certe ab ea foliis crasse
coriaceis, ma!'gine valde revolutis, punctis glandulosis subtus parcissimis non pellu-
cidis, nervis secundariis parcis subtus vix anastomosantlibus diversa; ab E sessilifiora
Vahl discrepat foliis sessilibus, basi cordatis, nervatura et punclatione glandulosa.
Index Myrtace rum.
Acca Domingensis Berg p. 671.
Amomis Berg p. 573.
» dcris Berg n. 24.
var. grandifolia Berg n. 24.
var. obtusata Berg n. 21.
var. parvifolia Berg n. 21.
» caryophyllata Kr. et Urb. n. 21.
var. grisea (Kiaersk.) n. 213.
» Oblongata Berg n. 21.
var. occidentalis Berg n. 24, 213.
var. orientalis Berg n. 2i.
» Pimento Berg n. 24.
var. Jamaicensis Berg n. 21.
var. Surinamensis Berg n. 21.
» pimentoides Berg n. 21.
Anamomis dichotoma Sarg. n. 170.
» esculenta Sarg, n. 171.
» ferruginea Grisb. n. 468.
» fragrans Grisb. n. 470.
var, cuneata Grisb. n. 470.
» Guayabillo Grisb. n. 170.
» punctata Grisb. n. 470.
var. dichotoma Kiaersk. n. 470.
Arbor baccifera myrtifol. lat. Sloane n.407.
» brasiliana myrli-laur. Comm, n. 412
Aulacocarpus quadrangularis Grisb. p. 672.
» . Wrightii Grisb. p. 672.
Aulomyrcia acetosans Berg n. 25.
o alloiota var. ovalis Berg p. 671.
» androsaemoides Berg n. 26.
» coriacea Berg n. 25.
var, parvifolia Berg n. 25.
» dumosa Berg n. 28.
» edulis Berg n. 30.
» Jacquiniana Berg n. 25.
» leploclada Berg n. 31.
» Sagraea Berg n. 27.
Barringtonia Forst. p. 669.
Botanische Jahrbücher. XIX. bd
Barring nia Butonica Ind. Kew. n. 177.
» sį>əciosa Forst. n. 477.
Bertholletia H. et B. p. 674.
» excelsa H. et B. n. 182.
Buxus cordifolia Willd. n. 4542.
Calophyllum foliis tripedal. P. Br. n. 179.
Calycolpus Berg p. 564.
» glaber Berg n. 1.
» ovalifolius Berg n. 4.
Calycorectes Cubensis Grisb. n. 40.
» protractus Grisb. n. 49.
Calyptranthes Sw. p. 591.
» Bergii Kr. et Urb. n. 58.
» calyptrata Grisb. n. 69.
» capilulata Wr. n. 62.
» chytraculia Bello n. 53.
» chytraculia Sw. n. 54.
var. genuina Berg n. 51.
var. ovalis Berg n. 52.
var. pauciflora Berg n. 52.
var. trichotoma Berg n. 52.
var, zuzygium Berg n. 52.
» chytraculia West n. 52.
» Cubensis Berg n. 67.
» cuprea Berg n. 65.
» decandra Grisb. n. 46.
» decandra Grisb. n. 162.
» elegans Kr. et Urb. n. 54.
» enneantha Wr. et Sauv. n. 59.
» Fawcettii Kr. et Urb. n. 56.
» ferruginea Kr. et Urb. n. 65,
» Forsteri Berg n. 44.
» glabrescens Kr. et Urb. n. 49.
» gracilipes Wr. et Sauv. n, 60,
» Jambolana Willd. n. 1776.
» Krugii Kiaersk. n. 74.
» micrantha Wr. n. 63.
» nummularia Berg n. 53.
43
674
I. Urban,
Calyptranthes obovata Kr. et Urb. n. 55.
Ottonis Wr. et Sauv. n. 22.
pallens Grisb. n. 52.
pallens Kiaersk. n. 53.
Picardae Kr. et Urb. n. 47.
punctata Grisb. n. 64.
rigida Macf. n, 48,
rigida Sw. n. 66,
var. apicata Wr. n, 668.
rigida Tuss. n. 50,
rostrata Grisb. n. 68.
rotundata Grisb. n. 72.
sericea Grisb. n, 64.
var. Hahnii Kr. et Urb. n. 648.
Sintenisii Kiaersk. n. 53.
Syzygium Schlecht. n. 52.
Syzygium Sw. n. 48.
Thomasiana Berg n. 57.
var. obscura Berg n. 58.
var. obscura Grisb. n. 60,
Tobagensis Kr. et Urb. n. 45.
Tussaceana Berg n. 50,
umbelliformis Kr. et Urb. n. 48»,
Wilsoni Grisb. n. 70.
Zuzygium Sw. n, 48.
Calyptropsidium Berg p. 571.
»
»
Sartorianum Kr. et Urb. n, 49.
Sintenisii Kiaersk. n. 48,
Campomanesia R. et P, p. 577.
»
»
aromalica Grisb, n. 24.
glabra Benth. n. A.
Caryophyllus aromaticus Linn. n. 175.
»
»
arom. amer. fol. et fructu obl, Pluk.
n. 21.
arom.amer.lauri acum. fol. Pluk. n. 20.
aromaticus Ind. occid. Pluk. n. 170.
cotinifolius Mill. n. 25 et p. 672.
fol. oblongo-ovatis alternis P. Br. n. 20.
fol. oblongo-ovatis oppositis P. Br. n. 21.
fruticosus Mill. n. 424 y.
frutic. fol. lanc. opp. P. Br. n. 1214 ~.
Jambos Stok. n. 173.
Malaccensis Stok. n. 172.
Pimenta Mill. n. 20,
racemosus Mill. n. $1.
Chytraculia arborea O. Ktze. n. 54.
arborea P. Br. n. 54.
Cubensis O, Ktze. n. 67,
cuprea O. Ktze. n. 65.
Forsteri O. Klze, n. 44,
nummularia O. Ktze. n. 73.
Ottonis O. Ktze, n. 92,
Chytraculia rigida O. Klze. n. 66.
»
»
»
Suzygium O. Klze. n. 48.
Thomasiana O. Ktze. n. 57.
Tussaceana O. Ktze. n. 50.
Couroupita Aubl. p. 670.
»
»
Antillana Miers n. 480.
Guianensis Aubl. n. 180,
Eugenia Linn. p. 605.
acelosans Poir. n. 25.
acidula Rich, n. 25,
acris Wight et Arn. n. 24,
actiniflora Sauv. n. 156.
acuminatissima Berg n. 424 a.
acutiloba DC. n. 424a.
aeruginea DC. n. 415.
aeruginea Grisb. n. 454.
affinis DC. n. 133.
albicans Rich. n. 106.
albicans Rich. n. 65.
Alexandri Kr. et Urb. n. 121.
alpina Willd, n. 78.
angustifolia Berg n. 93.
angustifolia Lam. n. 97.
angustifolia Spr. p. 671.
Arivoa Aubl. p. 671.
aromatica Baill. n. 475.
Asa-Grayi Kr. et Urb. n. 159.
asperifolia Berg n. 167.
asterifolia Sauv. n. 467.
axillaris Balb. n. 4296.
axillaris Spreng. n. 430.
axillaris Willd. n. 134.
var. microcarpa Kr. et Urb. n.4 31g.
Bahamensis Kiaersk. n. 409.
Balbisiana Berg n. 170.
var. dives Berg n. 170.
var. triflora Berg n. 170.
balsamica Jacq. n. 470.
Barnensis Hitchc. n. 131.
Baruensis Balb. n. 129.
Baruensis DC. n, 135.
Baruensis Grisb. n. 138.
Baruensis Jacq. n. 431.
var, latifolia DC. n. 42968.
Baruensis Spreng. n. 129%.
Bellonis Kr. et Urb. n. 90.
Bergiana Grisb. n. 102 8.
biflora DC. n. 425 y.
biflora DC. n. 124,
var. lancea Kr. et Urb. n. 424€.
var. ludibunda Kr. et Urb. n. 124%
var, pallens Kr. et Urb. n. 4247.
Eugenia biflora var. virgultosa Kr. et Urb.
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. I.
n. 4242.
var. Walen Kr. et Urb. n. 4243.
brachystachya Berg n. 148.
bracteata Macf. n. 170.
bracteata Roxb. var.
Duth. p. 674.
brevipes Grisb. n. 105g.
brevipes Rich. n. 466.
buxifolia Bello n. 407.
buxifolia Grisb. n. 429.
buxifolia Spr. n. 434.
buxifolia Willd. 130.
var, parvifolia Schlecht. n. 129.
var. Poiretii Grisb. n. 129.
Cabanisiana Berg n. 134.
calycolpoides Grisb. n. 405%.
calyculata Bello n. 115.
Camarioca Wr. et Sauv. n. 80.
canescens Berg n. 129.
Capuli Berg n. 4296.
var. micrantha Berg n. 429g.
var, rigida Berg n. 1298.
Carthagenensis var. baruensis Jacq.
n. 434,
caryophyllata Thunb. n. 175.
casearioidi affinis DC. n. 129.
calingiflora Grisb. n. 156.
chrysobalanoides DC. n. 447.
chrysophylloides DC. n. 444 obs.
chrysophylloides Macf. n. 144.
cincta Grisb. n. 163.
cincta Grisb. n. 464.
coffeifolia DC. n. 164.
var. grandifolia Berg n. 461.
var. parvifolia Berg n. 1295.
commutata Berg n. 124 y.
confusa DC. n. 436.
cordata DC. n. 454.
var. genuina Kr. et Urb. n. 154 u.
var. ovata Kiaersk. n. 154 a.
var. Sintenisii Kr. et Urb. n, 1543.
costata Bello n. 150.
crenata Berg n. 127.
crenulata Willd. n. 428.
var. Cubensis Berg n. 98.
var. Domingensis Berg n. !28.
cristata Wr. et Sauv. n. 162.
Cruegeri Kr, et Urb. n. 419.
cyphophloea Grisb. n. 465.
cyphophloea Grisb. n. 77.
deflexa Poir. n. 38.
Roxburghii
675
Eugenia Desvauxiana Berg p. 668.
dichotoma DC. n. 470.
dicrana Berg n. 470.
dipoda var. brachypoda DC. n. 105 3.
discolorans Wr. et Sauv. n. 153.
disticha Bello n. 458.
disticha DC, n. 123,
var. Galalonensis Grisb. n. 132.
disticha Grisb. n. 421.
disticha Knox p. 668.
disticha Macf. p. 668.
disticha Sauv. n. 132,
divaricata Lam. n. 32.
divaricata Willd. n. 131.
Domingensis Berg n. 115.
var. genuina Berg n. 115.
var. membranacea Berg n. 115.
Duchassaingiana Berg n. 146.
dumosa Macf. n. 124 y.
Dussii Kr. et Urb. n. 439.
Eggersii Kiaersk. n. 416.
Ehrenbergiana Berg n. 99.
emarginata Macf. n. 470.
emarginata Vahl p. 668.
esculenta Berg n. ATA.
exaltata Rich. p. 674.
Fadyenii Kr. et Urb. n. 414.
var. glabra Kr. et Urb. n. 444p.
farameoides Rich. n. 134.
ferruginea Poir. n. 7%.
ferruginea Rich. n. 65,
fetida Poir. n. 130.
fetida B Poir. n. 429.
filiformis Macf. n. 136.
flavo-nigra Rich. n. 444.
var. Guadalupensis Berg n, 144.
var. Martinicensis Berg n. 4414.
flavo-virens Berg n. 129.
flavo-virens Stahl n. 131.
floribunda Grisb. n. 459.
floribunda Spr. n. 436.
floribunda West n. 158.
foetida Grisb. n. 437.
foetida Vahl n. 430,
foetida (West) Rich. n. 129.
var. genuina Berg n. 129.
var. maleolens Berg n. 137.
var. maleolens DC. n. 430.
var. parvifolia Berg n. 437.
var. rhombea Berg n. 137.
fragrans Knox n. 25.
fragrans Spreng. n. 130.
43*
676
Eugenia fragrans Willd, n. 470,
var. brachyrhiza Kr. et Urb.
n. 470 p.
var. Fajardensis Kr, et Urb.
n. 470 .
var genuina Berg n. 470.
var. obovata Berg n. 470.
Galalonensis Kr, et Urb. n. 132.
Garberi Sarg. n. 136.
glabrata Berg n. 1249.
glabrata DC. n. 433,
glabrata Grisb. n. 431,
glabrata Macf. n. 4296.
glomerata Sieb. n. 476.
granulata Berg n. 470.
Greggii Poir. n. 447.
Gregii Grisb, n. 444,
Grisebachii Kr. et Urb. n. 122.
gryposperma Kr. et Urb. n. 443.
Guadalupensis DC. n. 434.
Guayabillo Rich. n. 470,
Haitiensis Kr. et Urb. n. 404,
Harrisii Kr. et Urb. n. 126.
var, grandifolia Kr. et Urb. n. 1268.
Hartii Kiaersk. n. 124 Q.
heteroclita Tuss. n. 469.
heterophylla A. Rich. n. 89.
Jamaicensis Berg n. 120.
Jambolana Lam. n. 476.
Jambos Linn. n. 473.
jambosoides Wr. n. 457,
Javanica Lam. n. 474,
indica myrt. fol. Mich. n. 442,
insularis Berg n. 429.
intermedia Berg n. 400.
Isıbeliana Kiaersk. n. 103.
iteophylla Kr. et Urb. n. 91,
Karwinskiana Berg p. 674.
Krugiü Kiaersk. n. 136.
laevis Berg n, 435.
Lambertiana DC. n. 141.
lancea Poir. n. 124 «c.
lateriflora Egg. n. 454 u et ß.
lateriflora Grisb. n. 430,
lateriflora Willd. n. 455.
laterifolia Pers. n. 455.
latifolia Spreng. n. 1296, 14406.
latifolia Willd. n. 4.
laxiflora Poir. n, 32.
leiocarpa Kr. et Urb. n. 468.
l'Héritieriana DC. n. 460.
ligustrina Willd. n. 407.
»
Eugenia linearis Rich. n. 95.
var. longifolia Berg n. 95.
var. parvifolia Berg n. 95.
lineata DC. n. 102.
var. Bergiana Kr. et Urb. n. 102%.
var. racemosa Berg n. 402.
lineata Knox p. 668.
lineata Sauv. n. 4028.
longipes Berg n. 408.
ludibunda Bert. n. 1246.
macrostemon Berg n. 130,
Malaccensis Linn. n. 472.
maleolens Pers, n. 130.
marginata Pers. n. 25.
Marowynensis Miq. n. 152.
Marshiana Grisb. n. 449,
Martini Berg p. 674.
Matanzensis Berg n, 431.
megalopetala Grisb. n. 81.
melanadenia Kr. et Urb. n. 77.
Michelii Lam. n. 142.
micrantha Bertol. n. 20.
micrantha Vahl p. 669.
microcarpos Lam. n. 32,
microphylla A. Rich. n. 467.
microphylla L. Cl. Rich. n. 79.
modesta Berg n. 424 B.
var. Jamaicensis Berg n. 424 f.
mollis Willd. n. 38.
monticola DC. n. 429,
var. latifolia Kr. et Urb. n. 1296.
monlicola Grisb. n. 431.
monticola Hitchc. n. 4346.
Mooniana Wight n. 442 obs.
Moorei Müll. n. 476.
mucronala Berg n. 98.
mucronata Grisb. n. 82.
myrlifolia Balb. n, 429.
mayrtoides Poir. n. 430.
nitida Vahl n. 136.
nummularia Wr. n. 41,
obtusata Willd. n. 429,
octopleura Kr, et Urb. n. 451.
odorata Berg n. 96.
var. longifolia Berg n. 96,
var. parvifolia Berg n. 96.
oligandra Kr. et Urb. n. 94.
var. Macnabiana Kr. et Urb.
n. 948.
orbicularis Berg n. 440.
pallens DC. n. 424 y
pallens Egg. n. 436.
Eugenia pallens Grisb. n. 98, 124, 197,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Il.
129 B, 434, 138.
pallens hb. Kth. n. 32.
pallens Poir. n. 52.
paniculaeflora Steud. n. 34.
panniculata Bello p. 668.
panniculata Jacq. n. 25.
panniculata Sieb. n. 38.
Parkeriana DC. n. 412.
pedunculata Raeusch. p. 669.
periplocifolia Jacq. n. 32.
phyllireaefolia A. Rich, n. 835.
Picardae Kr. et Urb. n. 79.
pilosula Kr. et Urb. n. 93.
Pimenta DC. n. 20.
var. longifolia DC. n. 20.
var. ovalifolia DC. n. 20.
plicatula Wr. et Sauv. n. 401.
Plumieri Ndzu. n. 39.
Poiretii Berg n. 129.
Poiretii DC. n. 130.
Portoricensis DC. n. 4406.
var. brevipes DC. n. 1405.
Portoricensis Grisb. n. 1404.
Portoricensis Stahl n. 4246.
Prenleloupii Kiaersk. n. 135.
procera Nutt. n. 137.
procera Poir. n. 438.
procera Sarg. n. 136.
protracta Steud. n. 458
pseudopsidium Berg n. 440g.
pseudopsidium Grisb. n. 441.
pseudopsidium Jacq. n. 440.
var. genuina Kr. et Urb. n. 1405.
var. Portoricensis Kr. et Urb.
n. 440 g.
pseudopsidium Kew Bull. n. 161.
pseudopsidium Willd. p. 671.
pulchella Rich. n. 25.
punicifolia DC. n. 405.
var. brachy poda Kr. et Urb, n.105 p.
var, typica Kr. et Urb. n. 1054.
punctata Vahl n. 170.
purpurea Wight n. 472.
quadrangularis Duchass. p. 672.
reticularis Berg n. 92.
relinadenia Wr, et Sauv, n. 1144.
retivenia Wr. el Sauv. n. 82.
revoluta Berg n. 87.
revoluta Grisb. n. 86.
revoluta Willd. n. 88.
rhombea Kr. et Urb. n, 437.
»
»
677
Eugenia Richardiana Berg n. 124 5.
rigidifolia Grisb. n. 948.
rigidifolia A. Rich. n. 83.
var, anguslifolia Berg n. 834.
var. genuina Kr. et Urb. n. 832.
var. latifolia Berg n. 83a.
var, phill yreifolia Kr. et Urb. n.83 p.
rimosa Wr. et Sauv. n. 85.
riparia Grisb. n. 419.
rosmarinifolia Grisb. n. 94, 94.
rosmarinifolia Poir. n. 972.
var. angustissima Berg n. 972.
var. latifolia Berg n. 970.
rotundifolia Macf. n. 170.
Sagraea Berg n. 434.
Salzmanni Benth. n. 155.
Sauvallei Kr. et Urb. n, 464.
scaphophylla Wr. et Sauv. n. 86.
Serrasuela Kr. et Urb. n. 150.
sessiflora Vahl n. #55.
sessiliflora Berg n. 454a.
sessiliflora DC. n. 454p.
sessiliflora Rich. n. 130.
sessiliflora Vahl n. 455.
Sieberiana DC. n. 447.
var, crassifolia Berg n. 147.
Sinemariensis Berg n. 464.
Sinemariensis Grisb. n. 152.
Sintenisii Kiaersk. n. 454 B.
Sintenisii Kr. et Urb. n. 445.
smaragdina Berg n. 444.
var. angustifolia Berg n. 444.
var. brevipes Berg n. #41.
var, rigida Berg n. 414.
Smilhii Spreng. n. 430.
Sprengelii DC. p. 674.
Stahlii Kr. et Urb. n, 444.
stirpiflora Kr. et Urb. n, 454 b, p. 627.
subverticillaris Berg n. 435.
sulcata Rich. n. 38.
suleivenia Kr. et Urb. n. 125.
sylvicola Wr. et Sauv. n. 86.
Tapacumensis Berg n. 152.
Letrasperma Bello p. 672.
tetrasperma Stahl n. 445.
Thomasiana Berg n. 4407.
triflora Mayc. p. 668.
Trinitatis DC. n. 448.
triplinervia Berg n. 130.
var, angustifolia Berg n. 130.
var. buxifolia Berg n. 130.
var. laevgata Berg n. 430
678 I. Urban.
Eugenia triplinervia var. latissima Berg
n. 430.
var, oblongata Berg n. 430.
var. obovata Berg n. 430.
» trunciflora Rich. n. 454b, p. 672,
» tuberculata DC. n, 88.
var. uniflora Berg n. 89.
» tuberculata Grisb. n. 89.
» umbellulifera Kr. et Urb. n. 474.
» unedifolia Spreng. n. 430.
» uniflora Linn. n. 412.
» vaga var, brachypoda Berg n. 405 8.
var, brasiliensis Berg n. 4056.
var. punicifolia Berg n. 1055.
var. rigida Berg n. 1058.
» Valenzuelana Rich. n. 27.
» werrucosa Rich, n. 434,
» Vincentina Kr. et Urb. n. 413.
» virgata Macf. n, 123.
» wvirgultosa DC. n. 1242, c.
» virgultosa Grisb. n. 122,
» virgultosa Kiaersk. n. 424 y, 4247.
» virgultosa Macf. n. 121.
» vitis-idaea Wr. et Sauv. n. 76.
» Wallenii Macf. n. 4246.
» Willdenowii DC. n. 442 obs.
» Willdenowii Ndzu. p. 671.
» Xystophylla Berg n. 84.
» Yumuryensis Berg n. 131,
» Zeylanica Balb. n. 4408.
» Zeylanica Willd. n. 442 obs.
Eugeniopsis Richardiana Berg p. 671.
Gomidesia Berg p. 605.
» Lindeniana Berg n. 75.
Greggia aromatica Gürln. n, 147.
Grias Linn. p. 670.
» cauliflora Linn. n. 479.
Guaiava alba acida Pluk. n. 6.
» pyriformis Gärtn. n. 6.
Guajava amplexicaulis O. Ktze. n. 10.
» Berteroana O. Ktze. p. 672.
» Cattleyana O. Ktze. n. 5.
» guajabita O. Ktze. n. 45.
» Guineensis O. Ktze. n. 7.
» humilis O. Ktze. n. 5.
» montana O. Ktze. n. 8.
» poliycarpa O. Ktze. n. 7.
» pumila O. Ktze. n. 6g.
» pyrifera O. Ktze. n, 6.
var. pomifera O, Ktze. n. 6.
Gustavia Linn. p. 669,
» Antillana Miers n. 478.
» hexapelala Hook. n. 478.
Hippocratea ovata Lam. p. 672.
Jambosa aromatica K. Sch. n. 175.
» Caryophyllus Ndzu. n. 475.
» macrophylla Mayc. n. 172,
» Malaccensis DC, n. 172.
» purpurascens DC. n. 172,
» Samarangensis DC. n. 474,
» vulgaris DC. n. 173,
Japarandiba Antillana Ndzu. n. 178.
Krugia Urb. p. 604.
» elliptica Urb. n. 74.
» ferruginea Urb. n. 74.
Lecythis Linn. p. 670.
» bracteata Willd. n. 480.
» grandiflora Mazé n. 481 (obs.).
» laevifolia Grisb. n. 484.
Malo punicae affinis Sloane n. 6,
Marlierea Camb. p. 589.
» acuminata Berg n. 74.
» Cubensis Kr. et Urb. n. 40.
» Dussii Kr. et Urb. n. 44.
» elliptica Grisb. n, 74.
var. Cubensis Grisb. n, 82.
» glomerata Berg n. 39.
» glomerata Grisb. n. 453.
» Guildingiana Kr, et Urb. n. 43.
» Sintenisii Kiaersk. n. 42.
Marlieriopsis Eggersii Kiaersk. n, 23.
Mitranthes Berg p. 576.
» Eggersii Ndzu. n. 23.
» Ottonis Berg n. 22,
» Sarloriana Berg n. 49.
Mouriria Domiugensis Spach p. 672.
» spathulata Grisb. p. 672.
Myrcia DC. p. 577.
» acris DC. n. 214.
» androsaemoides kr. et Urb. n. 26.
var, parvifolia Kr. et Urb. n. 266.
» Balbisiana DC. n. 170.
» berberis DC. n. 34.
» coriacea DC. n. 25.
var, acutifolia Grisb. n. 22.
var. Jacquiniana Grisb. n. 21, 25.
var, Imrayana Grisb. n. 25.
var. reticulata Grisb. n. 25.
var, Swartziana Gr. n. 25, 27,462.
» coumetoides Berg n. 34,
» deflexa DC. n. 38,
var. Dussii Kr. et Urb. n. 38.
» divaricata Bello n. 34,
» divaricata DC. n. 32.
» divaricata Grisb. n, 34,
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II. 679
Myrcia Duchassaingiana Berg n. 38.
» dumosa Kr. et Urb. n. 28.
» edulis Kr. et Urb. n. 30.
var. Dominicana Kr. et Urb. n.30 2.
» Fenzliana Berg n. 75.
» ferruginea Berg n. 38.
var. Martinicensis Berg n. 38.
var. Domingensis Berg n. 38.
» ferruginea DC. n. 74.
» Gundlachii Kr. et Urb. n, 29.
» Humboldtiana DC. n. 38.
var. Orinocensis Berg n. 38.
var. Caribaea Berg n. 38.
» Kegeliana Kiaersk. n. 31.
» leptoclada DC. n. 34.
» Lindeniana Wr. et Sauv. n. 75.
» Martinicensis Kr. et Urb. n. 35.
» melastomoides DC. p. 672.
» multiflora Grisb. n. 33.
» Pagani Kr. et Urb. n. 37.
» panniculata Kr. et Urb. n. 25.
» Pimento Soland. n. 20.
» pimentoides DC. n. 21.
» punctata DC. n. 170,
» Ramageana Kr. et Urb. n. 36.
» reticulata Berg n. 34.
» BSintenisii Kiaersk. n. 75.
» Sororia DC. n. 32.
» splendens DC. n. 32.
var. genuina Berg n. 32.
var. micropora Berg n. 32.
var. obscura Berg n. 32.
» splendens Grisb. n. 23.
» Sprengeliana Berg n. 32.
» stenocarpa Kr. et Urb. n. 33.
» sulcata Berg n. 38.
» Thomasiana DC. n. 424e.
» wmbellulifera Berg n. 471.
» umbellulifera DC. n. ATA.
» Valenzuelana Grisb. n. 27.
Myrcianthes Krugii Kiaersk. n. 171.
Myrciaria floribunda Berg n. 458.
» Marowynensis Berg n. 152.
» protracta Berg n. 158.
» ramiflora Berg n. 164.
» Salzmanni Berg n. 158.
» slirpiflora Berg n. 154b, p. 672.
» Trinitatis Berg n. 39.
Myrtus Linn. p. 564.
» &cetosans Spreng. n. 25.
» acris Sw. n. 21.
var, b, Sw. n. 25.
Myrtus aeruginea Forsyth n. 415.
alpina Sw. n. 78.
angustifolia Spreng. n. 97a.
arborea aromatica Sloane n. 20,
aromatica Poir. n. 24.
axillaris Poir. n. 130.
axillaris Sw. n. 134.
balsamica Spr. n. 170.
Baruensis Spr. n. 1299.
Berberis Mart. n. 34.
biflora Linn. n. 124.
brachystemon DC. n. 138.
Brasiliana Linn. n. 412.
buxifolia Sw. n. 130.
Capuli Schlecht. et Cham. n. 1299.
caryophyllata Jacq. n. 94.
Caryophyllus Spr. n. 175.
cerasina Spreng. n. 77.
cerasina Vahl n. 107,
Chytraculia Linn, n. 54.
communis Linn. n. 4.
var. microphylla Willk, n. 48.
cordata Sw. n. 454a.
coriacea Vahl n. 25.
cotinifolia Poir. n. 25.
cotinifolia Willd. n. 21.
cotini-folio Plum. n. 25.
crenulata Sw. n. 128.
cuspidata Willd. n. 100.
eytrifolia Poir. n. 20.
deflexa H.B.K. n. 38.
dichotoma Poir. n. 170.
dioica Sieb. n. 418.
disticha Sims n. 124.
disticha Sw. n. 123.
divaricata Ham. n. 34.
dumosa l'Hér. n. 460.
elliptica Wr. et Sauv. n. 2.
emarginata Willd. n. 471.
erythroxyloides H.B.K. n. 174.
floribunda Spr. n. 458.
foetida Spr. n. 129, 430.
foliis alternis ovatis Plum. n. 25.
foliis laurinis Plum. n. 32.
foliis linear. Plum. n. 97a.
foliis ovato-lanceol. Plum. n. 32.
foliis ovalis, fruct. pomosis Plum.
p. 672.
fragrans Berg n. 130.
fragrans Sw. n. 470.
[ruticulosa Poepp. n. 98.
glabrata Euphr. n. 134.
680
I. Urban.
Myrtus glabrata Sw. n. 133.
Gregii Sw. n. 147.
Guayabillo Wr. et Sauv. n. 170.
heteroclita Ndzu. n. 169.
horizontalis Vent. n. 123.
Jambos H.B.K. n. 173.
indica fol. rigesc. Till. n. 142.
lancea Spreng. n. 424e,
leriocarpa Wr. et Sauv. n. 168.
ligustrina Sw. n. 107.
lineata Sw. n. 102.
linifolia Spr. p. 671.
longifolia Willd. n. 38.
Malaccensis Spr. n. 472.
marginata Spreng. n. 25.
monticola Sw. n. 129.
monticola Vahl n. 1247.
nitida Vahl n. 136.
Oerstedeana Berg n. 4.
pallens Spreng. D. 33.
pallens Vahl n. 124 «.
Patrisii Spr. n. 438.
Pimenta Linn. n. 20.
var. brevifolia Hayne n. 20.
latifolia Roxb. n. 21,
longifolia Hayne n. 20.
longifolia Sims n. 20.
var, ovalifoia Wall. n. 91.
var. rotundifolia Wall. n. 21.
Pimenta Ort. n. 94.
Pimento Sandm. n. 20.
Pimento Tuss. n. 94.
pimenloides Nees n, 21,
Poireti Spr. n. 130.
pomifera alia Plum. n. 977.
pomifera, latissimis foliis Plum, p. 672.
procera Sw. n. 138.
pseudopsidium Spr. n. 144.
psidioides Desv. p. 668.
punctata Spr. n. 470.
punicifolia H.B.K. n. 1052.
ramiflora Benth. n. 161.
ramiflorus Vahl n. 1544.
rigida Sw. n. 78.
rosmarinifolia Pers. n. 97».
Sagraea Berg n. 3,
Sagraea Grisb. n. 839, 85.
salutaris Knox n. 4.
sessiliflora Spr. n. 155.
Sintenisii Kiaersk. n. 145.
sparsifolia Berg n. 43.
splendens Sw. n. 32.
var.
var.
var.
Myrtus Stahlii Kiaersk. n. 444.
» Tabasco Schlecht. n. 20.
» Tabasco Willd. n. 21.
» tuberculata H.B.K. n. 88.
» umbellulifera H.B.K. n. 174.
» wvirgultosa Sw, n. 1949.
» virgultosa Vahl n. 424e.
» Willdenowii Spreng. n. 142 obs.
» Zuzygium Linn. n. 48,
» Zuzygium Wikstr. n. 52.
Oxydiastrum Durand n. 134.
Palmis affinis mal. Pers. Sloane n. 179.
Pekea Couroupita Juss. n. 180.
Pimenta Lindl. p. 574.
» acris Duth. n. 20.
» acris Kiaersk. n. 218.
» acris Kostel. n. 91.
var. grisea Kiaersk. n. 219.
var, pimentoides Grisb. n. 21.
» acuminata Bello n. 21.
» aromatica Kostel. n, 20,
» citrifolia Kostel. n. 21.
» communis Benth, n. 20.
» Officinalis Lindl. n. 20.
var. Cumanensis Berg n. 21
var, longifolia Berg n. 20.
var. otalifolia Bevg n. 20.
var. Tabasco Berg n. 20.
. var. lenuifolia Berg n. 20.
» Pimenta Cocker. n. 20,
» Pimento Bello n. 213.
» Pimento Grisb. n. 21.
» vulgaris Egg. n. 21g.
» vulgaris Grisb, n. 21.
» vulgaris Lindl. n. 20,
Piminla acris Wight n. 214.
» vulgaris Wight n. 20,
Piper Jamaicense Blackw. n. 20.
Plinia pedunculata Linn. n, 412.
» rubra Linn. n. 112,
Pseudocaryophyllus heteroclitus Berg n. 169.
Psidiastrum dubium Bello n. 434,
Psidium Linn. p. 565.
» amplexicaule Pers. n, 40,
» angustifolium Lam. n. 6 3.
» Araga Raddi n. 7.
» arboreum maximum P. Br. n.
» aromaticum Aubl. n. 24.
» aromaticum Descourt. n. 8.
» aromaticum Knox p. 570.
» Berlerianum Berg p. 672.
» calycolpoides Grisb. n. 46.
A408.
S
Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis, II.
Psidium Cattleianum Sab. n. 5.
cordatum Grisb. n. 9.
cordatum Sauv. n. 47.
cordatum Sims n. 10.
var, parvifolium Grisb, n. 47.
coriaceum Berg n. 5.
Cujavillus Burm. n. 69.
fluviatile Miq. n. 4.
fragrans Macf. n. 68.
fruticosum P. Br. n. 6.
Guajava Linn. n. 6.
var, Cujavillum Kr. et Urb. n. 6g.
Guava Grisb. n. 6.
var. pomiferum Grisb. n. 6.
var. pyriferum Grisb. n. 6.
var, pumilum Grisb. n. 68.
Guayabita Rich. n. 45.
var, angustifolia Grisb. n. 15.
var. oblongata Grisb. n. 45.
Guayava Raddi n. 6.
Guildingianum Grisb. n. 43.
Guineense Sw. n, 7,
minutifolium Kr. et Urb. n. 44.
montanum Mazé n. 44.
montanum Spr. p. 672.
montanum Sw. n. 8.
nitidum Wr. et Sauv, n. 43.
nummularia Wr. et Sauv. n. 44.
parvifolium Grisb. n. 13,
681
Psidium parvifolium var. planifolium Kr.
et Urb. n. 139.
» parvifolium Grisb. n. 80.
» parvifolium Wr. et Sauv. n. 14.
» polycarpum A. Anders. n. 7.
» pomiferum Linn. n. 6.
var. sapidissimum DC. n. 6.
» pulverulentum Kr. et Urb. n. 9.
» pumilum Vahl n. 6$.
var. Guadalupense DC. n. 6 g.
» pyriferum Linn. n. 6.
» rotundatum Grisb. n. 12.
var. triflorum Grisb. n. 42.
» rotundatum Grisb. n. 2.
» sapidissimum Jacq. n. 6.
» Sartorianum Niedz. n. 49.
» variabile Berg n. 5.
» vulgare Rich. n. 6.
» Wrightii Kr. et Urb. n. 17.
Stenocalyx albicans Berg n. 106.
» ligustrinus Berg n. 407.
» Michelii Berg n. 112.
» Plumieri Berg n. 39.
» Portoricensis Berg n. 140 B.
» pseudopsidium Berg p. 674.
Suzygium fruticosum P. Br. n. 48.
Syzygium Gürtn. p. 669.
» Jambolanum DC. n. 476.
Tricera cordifolia Willd. n. 454a.
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Litteraturbericht.
Nachdruck dieser Referate ist nicht gestattet.
Schulz, Dr. August: Grundzüge einer Entwickelungsgeschichte der
Pflanzenwelt Mitteleuropas seit dem Ausgang der Tertiärzeit. —
Jena (G. Fischer) 1894. 206 S. 89. M 4.—.
In einer schwer lesbaren, von Hypothesen und Kritiken oft unberechtigter Art
überreich durchsetzten pflanzengeographischen Abhandlung hat der Verf. für die Flora
Deutschlands nórdlich der Alpen und hauptsüchlich für das mittlere Deutschland die
feineren Züge der prä-, inter- und postglacialen Entwickelung nach den Areal-
verhültnissen geographisch bezeichnender Arten darzulegen versucht, hat in vielerlei
Hinsicht dabei unstreitig ein den Fortschritten der Wissenschaft auf geologischer
Grundlage entsprechendes Bild geliefert und viele im einzelnen recht. bemerkenswerte
Thatsachen zu einheitlichen Erklärungen verarbeitet. Um so nützlicher erscheint es
aber bei der starken Vermischung von Hypothetischem im Gewande unzweifelhafler Ab-
leitungen mit wirklichen Thatsachen, die gewiss für die mitteleuropäische Pflanzen-
geographie bleibende Bedeutung haben, in der Kritik diese beiden Dinge zu sondern
und auch auf die allgemeinen, dem Verfasser vorschwebenden Voraussetzungen ein-
zugehen.
Es fällt da zunächst auf, was Scuurz in den Begriff der klimatischen Vegetations-
linien hineingelegt sich denkt, um es anzugreifen und als unrichtiges Princip hin-
zustellen (besonders S. 85—87). Wenn es auch anzuerkennen ist, dass in nun schon
lange vergangenen Zuständen erster pflanzengeographischer Specialforschung die be-
stimmten klimatischen Einflüssen zugeschriebenen Pflanzengrenzen zahlreicher waren,
als sich verteidigen lässt, so ist doch diese Angelegenheit seit der Zeit, wo die geo-
logische Entwickelung des Landes mitbestimmend für die groben und feinen Züge
seines Vegetationsbildes geworden war, in eine ganz andere Behandlung getreten. Die
Waldgrenze im Norden Europas, der Verlauf der Grenzen von Tanne, Eiche, Olive und
Buche, die Culturgrenzen der Obstbäume und des Weinstocks, nach meiner Meinung
gegenüber ScuuLz auch die spontanen Grenzen von Nex, Genista anglica, Erica Tetralix,
‘gehören nach wie vor zu Gegenständen der klimatologisch-biologischen Vegetations-
linien; die Unterschiede der im Anbau gewonnenen und in freier Natur beobachteten
Grenzlinien haben sehr häufig das Missliche von solchen rein klimatischen Ableitungen
gezeigt, die noch nicht dem culturellen Experiment unterworfen gewesen sind, und
dafür ist dann für solche in freier Natur beobachtete Grenzlinien mit um so stärkerem
Gewichte die Bedeutung des »Concurrenzkampfes« der Arten hervorgetreten, welche
durch relative Begünstigung der einen Artgruppe vor einer anderen dieser letzteren in
freier Natur schon früher, als das Klima für sich allein bewirken würde, Ziel und
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. (1)
9 Litteraturbericht, — A. Schulz.
Grenzen steckt. Außerdem sind aus den rein klimatischen Betrachtungen der Vege-
tationslinien biologisch-klimatische geworden, welche die Gesamtlage der äußeren Be-
dingungen in das Auge fassen. Die Waldgrenze in Nordskandinavien richtet sich nicht
nach einem bestimmter Temperaturminimum, sondern nach dem Eingreifen des Ver-
dunstung mit Kälte erzeugenden Sturmes unter Bedingungen, welche für das Baumleben
im allgemeinen schon geführlich sind. Die Herabdrückung der Fichtengrenze in Nord-
Skandinavien" hat KnitMAN stellenweise auf die Wirkung eines die Samenverbreitung
hindernden Insectes zurückgeführt. Besonders aber hat man durch Culturerfahrungen
gelernt, dass die Einwirkungen des Klimas auf verschiedenen Böden sich verschieden
verhalten, und man ist dadurch dazu gelangt, die außerordentliche Compliciertheit der
biologischen Vegetationsgrenzen anzuerkennen, und muss sich hier noch meistens mit
Mutmaßungen begnügen. Auch weiß man, wiederum aus Culturerfahrungen, dass sich
klimatische Rassen ausbilden, woraus zu folgern ist, dass an den Eckpunkten eines sehr
weiten Pflanzenareals die betreffende Art vielleicht mit verschiedenen Waffen kämpft
und durch verschiedene biologisch-klimatische Beziehungen gehalten werden kann. Dies
Alles zwingt zu maßvoller Bescheidenheit und lässt ScnuLz' Ableitungen als wenig
bedeutungsvoll und flach erscheinen. Außerdem gebührt ja schon einer sehr frühen
Zeit das Verdienst, die geologische Begründung vieler Ausgestaltungen von Pflanzen-
arealen entdeckt zu haben; auf die einzelnen Arten in dieser Beziehung so, wie ScHULZ es
gethan hat, einzugehen, ist von hohem Nutzen, aber das Princip ist nicht neu. Der Be-
griff der »Relictenstandorte« bringt das ja schon mit sich, und wie solche Arten: Linnaea
borealis, Empetrum nigrum, Vaccinium uliginosum, in der norddeulschen Niederung nur
durch besondere Gunst ihrer Standorte erhalten werden und unter gegenwürtigen Ver-
hültnissen gewiss vielfach zurück-, fast nie aber in ihrer Verbreitung vorgehen werden,
so können andere Arten vorschreiten und haben gewiss ihre natürliche klimatische
Grenze in Deutschland um so weniger gefunden, je vereinzelter ihre Standorte sind.
Dennoch sind wohl die meisten Areale in ihrer Gesamtconfiguration, sofern der Mensch
nicht umwälzend eingreift, stabiler, als ScnuLz anzunehmen scheint, der von den Ver-
änderungen der Standorte auf kleinstem Gelände an den Saalehöhen Rückschlüsse
macht, die nicht zu beweisen und nicht zu widerlegen sind, ebenso wie im einzelnen
fast nie die genauen Gründe für das Aufhören eines Artareals an ganz bestimmtem
Fleck ohne äußere geographische Beschränkung angegeben werden können. Aber die
in alten Zeiten wirksamen Ursachen waren doch den heutigen entsprechend, und die
Zurückführung der Areale auf die wechselnden Eiszeit- und Continentalperioden, deren
Vertiefung Scnurz erstrebt und wofür seine Arbeit wertvoll ist, rechnet ja ebenfalls nur
mit klimatischen und im Substrat begründeten verschiedenen Bedingungen, Sperren
durch bewaldete Hügel u. s. w., die man jetzt nicht mehr genau kennt und deren Be-
urleilung daher bequemer ist, als die Durchforschung der jetzt noch übrig gebliebenen
arealtrennenden Factoren. ScuuLz citiert von mir aus ScnEewk's Handbuch Bd. lll.
S. 495 einen kurzen Ausspruch über die biologisch-klimatischen Vegetalionslinien; für
diese seine Arbeit wäre es richtiger gewesen, S. 482 zu citieren, »dass der Verfolg der
geologischen Florenentwickelung zugleich auf die untrennbar damit verbundenen kli-
matischen Umänderungen hingewiesen ist, und dass somit das Klima als pflanzengeogra-
phischer Factor nicht nur seinen alten, seit Huwnorpr zugestandenen, sondern noch durch
Zurückgreifen auf die alten Klimate einen erhöhten Wert behält«. In diesem Sinne liegt
nun der Wert der im ersten Abschnitt von Scnutz’ Buch enthaltenen speciellen Dar-
legungen in dem Hervorheben einer Menge von Artarealen Mitteldeutschlands, welche
mit Wahrscheinlichkeit in ihrer heutigen Gestalt auf Einwanderungen während der
trockneren Perioden zurückgeführt werden können und welche zum Teil noch jetzt
erweilerungsfihig sein werden, zum Teil eher als Relicte mit zurückgehendem Areal
aufzufassen sind. Ich glaube beispielsweise von Andropogon Ischaemum schwerlich an
Litteräturbericht. — A. Schulz. 3
ein weiteres Vordringen nach Norden unter den jetzigen Florenverhältnissen, da sich
dieses Gras mit Genauigkeit an bestimmte Hügelformationen hält, welche mit dem
jetzigen Areal des Andropogon aus Gründen des tektonischen Substrates nach Norden ihr
ungefähres Ende erreichen; kleine innere Verschiebungen der Standorte rechnen dabei
natürlich nicht mit.
Früher hat ScuuLz auch einer ganz anderen Meinung gehuldigt, als derjenigen
einer allgemeinen Ausbreitungsfähigkeit für die genannte Artgruppe; in seiner Ab-
handlung über »die Vegetationsverhültnisse der Umgebung von Halle« (Verein f. Erdk.
Halle 1887] bespricht er die lückenhaften Areale und sagt (S. 424): »Sie alle zeigen, dass
durch die Art der Einwanderung zwar das Vorhandensein der Pflanzen an ihren
heutigen Standorten, nicht aber ihr Fehlen an anderen erklärt wird, dass man vielmehr
zu der Annahme berechtigt ist, dass die heutigen Areallücken ursprünglich nicht vor-
handen waren, sondern erst im Laufe der Zeit durch Aussterben herbeigeführt wurden«.
Schon damals setzt aber auch der Verfasser, der immer nach Erklärungen zu suchen
bemüht ist, auseinander, dass wir nicht im Stande seien, dies Aussterben zu erklären.
Damals hatte ScuvLz auch eine ganz andere Vorstellung von der Besiedelungsgeschichte
Mitteldeutschlands sich gebildet als heute, und diese seine damalige Vorstellung setzte
eine Aussterbetheorie im größten Umfange voraus. Denn er nahm an, dass nach dem
Schlusse der Eiszeit der Regen und die Schmelzwasser der Gebirge sich auf dem von
betrüchtlicher Schuttschicht bedeckten Boden, der fast ohne Vegetation und voll-
ständig ohne Wald war, sich sehr schnell verliefen, dass der wasserarme Boden durch die
Sonne noch mehr ausgetrocknet wurde, die Niederschläge gering wurden, Steppen-
klima einzog, die Luft von feinem Gletschergeröllstaub erfüllt war, und dass in ein
solches Gebiet natürlich nur Gewächse einwandern konnten, die das Steppenklima ohne
Schaden ertrugen. Erst als diese Pflanzen (von Böhmen her) sich ausgebreitet hatten
und durch ihre Thätigkeit der lose Lößboden befestigt war, als sich auch stellenweise
Wald gebildet hatte und mit ihm die Vermehrung der Niederschläge eintrat, konnten
die ein etwas feuchteres Klima und schattigere Standorte liebenden Pflanzen ein-
wandern, und nunmehr starben viele der zuerst eingewanderten, Trockenheit liebenden
Pflanzen vollständig aus, weniger infolge der Veränderung des Klimas, als durch den
immer mehr zunehmenden Wald erdrückt. Dies die alte Ansicht von ScuuLz (a. a. O.,
S. 94—92) aus dem Jahre 1887, gegen welche ich mich aus allgemein pflanzengeographi-
schen Gründen und in Rücksicht der mitteldeutschen Flora-Areale auf der Naturforscher-
Versammlung in Halle 4891 (Verhandl. IV. Abteilung S. 105) aussprach, um darzulegen,
dass die Verbreitungsverhältnisse der Arten zu der Annahme führten, jene Areale seien
Relicte aus der Interglacialzeit und hätten ihre Einschränkung oder Zerstörung durch
die weniger tief umwälzende zweite Eiszeit erlitten, nach welcher sich dann die gegen-
wärtige Form der Areale verschiedener örtlich vereinigter Florenelemente herausgebildet
hätte. Es ist mir nur erfreulich zu sehen, dass Scnurz seine erste unhaltbare Besiede-
lungs- und daran angeknüpfte Aussterbetheorie verlassen und eine neue entwickelungs-
geschichtliche Idee aufgenommen hat, welche sich meiner damals in Halle vorgetragenen
Auffassung insofern anschlieBt, als sie nicht den Beginn der Besiedelung in die post-
glaciale Periode verlegt, sondern schon mit dem Überdauern eines Teiles der Flora
wührend einer schwücheren Eiszeit rechnet und dadurch die Anschauung von der vege-
tationslosen Einöde in letzterer Periode verlässt. Zwar wählt Scnurz äußerlich ein viel
feiner gewirktes Gewand von 4 Eiszeiten und er geht auf viele Einzelheiten ein; aber in
diesen Dingen, wo wir so wenig genaue Einzelheiten wissen und erfahren können,
kommt darauf immer viel weniger an als auf die Hauptgrundlage, und ich freue mich,
dass Schurz eine Theorie ausgefeilt hat, welche sich an die Interglacialkenntnisse und
Steppentheorien anderer Forscher, besonders Neurıng’s, anschließen lässt. Wenn sich
wirklich vier Eiszeiten aufrecht erhalten lassen, dann würde die Erklärung von ScHULZ
AN
4 Litteraturbericht. — A. Schulz.
mit Recht auf die vor der letzten vorhergehende Interglacialzeit als Einwanderungszeit
fallen; aber aus der Pflanzenverbreitung allein eine vierte Eiszeit ableiten zu wollen,
halte ich doch zunüchst für gewagt, zumal sich jede von ihrer Vorgüngerin nur graduell,
aber nicht principiell, unterscheiden könnte, ScnuLz folgert — und diese seine Verall-
gemeinerung wird wiederum übertrieben, in der Hauptsache der von ihm speciell ange-
führten Areale aber richtig sein —, dass sümtliche Arten, deren Gebiete in Mitteleuropa
gegen NO mit ungefähr NW—SO, WNW-—O0SO oder NNW— SSO verlaufenden Grenzen
abschließen, bereits vor der vierten Eiszeit in Mitteleuropa lebten. »Während sie, wie
die Mehrzahl der übrigen Thermophyten, in der vierten Eiszeit in dem Gebiete nördlich
des Gebirgszuges von den Ostkarpathen bis zum Fichtelgebirge durch die Ungunst des
Klimas vernichtet wurden, blieben die meisten von ihnen in den klimatisch begünstigten
Gegenden des mittleren und nórdlichen Teiles des westlichen Saalegebietes, einige wahr-
scheinlich sogar in den im Norden angrenzenden Elbegegenden erhalten.« Nach dem
Schluss der vierten Eiszeit sollen dann die nördlich von dem erwähnten Gebirgswall
liegenden Distrikte diese ausgestorbenen Thermophyten nicht wieder erhalten haben,
weil ihre Zugänge durch Wanderungslinien »unbequem« sind. »Es sind in Folge dessen
zahlreiche Arten, vorzüglich solche, welche langsam wandern, doch auch nicht wenige,
welche sich wie die Stipa-Arten offenbar schnell auszubreiten im Stande sind, mehr
oder weniger weit hinter der Breite der Saale-Relictgebiete zurückgeblieben.« Nicht die
Einzelheiten, in denen Scaurz fast stets zu weit geht, móchte ich unterschreiben, son-
dern die Anerkenntnis einer brauchbaren Besiedelungstheorie überhaupt. Dieselbe ist
von ihm also an vier Eiszeiten angeknüpft mit noch einer auf die letzte folgenden (fünf-
ten) kühlen Periode, welche Scnurz notwendig zu haben meint zur Erklürung der dis-
locierten Standorte von Gebirgspflanzen an niederen Standorten im Berglande, von wo
sie trotz der Nühe der hóheren Gebirgsregionen nicht nach oben auswandern; diese
kühle Periode soll ihr Ende vielleicht erst in historischer Zeit gehabt haben. Das Schema
von den nach Scnurz’ Annahme erfolgten großen "und kleineren klimatischen Perioden
findet der Leser in Anm. 94 auf S, 475—4 76, das Entwickelungsbild dazu muss er sich
etwas mühsam auf S. 6—21 zusammensuchen. Die floristischen Beziehungen zur Gegen-
wart beginnen erst mit der auf die zweite Eiszeit folgenden Continentalperiode, welche
ihrerseits durch die dritte Eiszeit abgelöst wurde. »Als diese eintrat, starben in Mittel-
europa zwar die Thermophyten allmählich aus; die Thermopsychrophyten jedoch hiel-
ten sich sehr lange, und selbst als das nordische Eis bis zur Südküste der Ostsee, das
alpische bis in die oberbayerische Hochebene vorgedrungen war, machten dieselben wohl
nur in der Nachbarschaft des Eises fast vollständig der Psychrophyten-Vegetation Platz.
Selbst zur Zeit des Hochstandes der eiszeitlichen Verhältnisse waren wahrscheinlich
nicht nur im südöstlichen Mitteleuropa, sondern auch in den niederen Gegenden des
südlichen Rheingebietes — vorzüglich in den Randhügelgegenden der oberrheinischen
Tiefebene — zusammenhängende, hauptsächlich aus Fichten, Lärchen und Arven zu-
sammengesetzte Waldungen vorhanden... ... nur die Gegenden am Rande des nordi-
schen wie des alpischen Eises, sowie die höheren Berggegenden besaßen den Charakter
der echten Tundra. Die Kälte erreichte diesmal offenbar bei weitem nicht die Höhe der-
jenigen der vorigen Eiszeit«. Scnurz weiß offenbar sehr gut Bescheid in dem Landschafts-
geprüge des damaligen Deutschlands und entwickelt seine Erfahrungen mit einer be-
neidenswerten Klarheit; wie oft er das Wort »zweifellos« da anwendet, wo Andere zwei
dicke Fragezeichen setzen, gäbe eine Rechenaufgabe ! Auf diese Eiszeit folgt in seinem
Schema die dritte Interglacialzeit, auf die vierte (schwache) Eiszeit die Postglacialzeit, in
den Interglacialzeiten und in der Postglacialzeit ist je eine Continentalzeit durch Über-
gangsperioden nach rückwärts und vorn abgegliedert, und den Schluss macht die schon
besprochene (fünfte) kühle Periode mit ihr folgender Übergangsperiode. Schurz baut also
ein alternierendes Periodensystem auf wie AxEL Div, ohne dass er den Versuch machte,
Litteraturbericht, — A. Schulz. 5
dessen Idee von der skandinavischen Florenentwickelung mit seiner von Mitteleuropa
in Zusammenschluss zu bringen; es wäre ja auch zunächst noch der principielle Gegen-
satz zwischen beiden, dass Brvrr erst seine 10 000-Jahresperioden mit dem Schluss der
Eiszeit überhaupt wirken lässt, ScuuLz dagegen seit der zweiten Interglacialzeit. Auch
lässt sich BLyrr’s Theorie der wechselnden continentalen und feuchten Klimate nicht
ohne weiteres mit Scnurz’ Anschauungen vereinbaren, weil ersterer mit einem geo-
logisch zur Zeit noch begründeten Rechte den Schluss der Eiszeit als Anfang der Floren-
besiedelung Skandinaviens betrachten muss, während dies in Mitteleuropa, wo große
Strecken Hügelland niemals gletscherbedeckt gewesen sind, sich anders verhalten haben
kann und bis zu gewissem Grade anders verhalten haben muss unter Berücksichtigung
des erheblichen Unterschiedes in der geographischen Breite und Gesamtlage. Auch ich
halte aus pflanzengeographischen Rücksichten für notwendig anzunehmen, dass ein Teil
der in Mitteldeutschland dislocierten Steppenpflanzen daselbst die letzte, schwächere
Eiszeit überdauert habe, und bin auch stets gegen die Annahme eingetreten, dass die
ganze mitteldeutsche Flora erst nach dem vólligen Abschluss der Eiszeitperioden von
neuem eingewandert sei. Hierin befinde ich mich also mit Scnurz aus gleichen Rück-
sichten in Übereinstimmung, halte aber die Darlegung von zu vielen Einzelheiten für
einen schweren Fehler, welcher der Methode der Beweisführung nur Abbruch thun
kann. Die ganzen Areale der Steppenpflanzen von der Inter- bis zur alten Postglacial-
zeit sind uns ja in Wirklichkeit unbekannt, werden nur hypothetisch aus den gegen-
wärtigen Verhältnissen zurückconstruiert, und nur Tierreste dienen als wirkliche Be-
weise für die Weite des ehemaligen Vordringens von Steppenformationen in das Herz
Deutschlands. Und da ist es zur Zeit ein gegenstandsloses Streiten um Dinge, die sich
dieser heute so und morgen anders vorstellt; eine endlose Menge von Sätzen in SCHULZ’
Abhandlung handelt nur von diesen Vorstellungen, und da er selbst die seinigen in
sieben Jahren so gründlich gewechselt hat und es nicht einmal für der Mühe wert hält,
auf seine eigenen früheren Anschauungen zurückzukommen oder dieselben als erledigt
zu bezeichnen, so solite er daran das Unbestimmte der Grundlage genügend erkannt
haben, um nicht den Anschein erwecken zu wollen, als ob nur er allein eine richtige
Anschauung jener alten Florenperiode sich gebildet hátte und aus Betrachtung der heu-
tigen Areale die ganzen Einwanderungen am Schnürchen herzühlen kónnte. Nur sichere
Erfahrungen können hier vorwärts helfen. —
Dasselbe lässt sich auch in beschränkterem Maße gegen die Darlegungen des II. Ab-
schnittes: Die Ausbreitung der Thermophyten in Mitteleuropa seit dem
Ausgange der vierten Eiszeit, sagen, in welchem auf Grund der im I. Abschnitt
gewonnenen Hauptvorstellungen das Bild der Wanderungswege im einzelnen, unter
Namhaftmachung der Pässe und Flussthalwege, entworfen wird. Oft sieht sich ja Scuurz
zu der bescheidenen Äußerung, den Wanderungsweg nicht genau angeben zu können,
veranlasst, aber noch häufiger sucht er auch in zweifelhaften Fällen eine Entscheidung
zu treffen. Und dadurch, dass stets diese seine theoretische Deutung mit seiner reichen
Kenntnis der Areale verquickt dem Kartenbilde Deutschlands nördlich der Karpathen
und Alpen angepasst wird, werden dem Leser weniger die einschlägigen Kenntnisse, als
eben des Verfassers Mutmaßungen überliefert. Auf diesem Wege darf aber nicht zu viel
Erfolg erwartet werden; er erinnert an den in der Paläophytologie gemachten perioden-
langen Fehler, alles, was einem Abdruck ähnlich sah, frischweg systematisch zu be-
nennen und dadurch ein Gemisch von richtigen mit falschen paläontologischen Funda-
menten zu erzeugen, aus dem mit Mühe das Falsche, Unerwiesene und Problematische
verbannt werden konnte und noch jetzt nicht verbannt ist. Diejenigen, welche es für frucht-
bar halten, in der versuchsweisen Erklärung von Vegetationswanderungen der letzten
Erdperiode möglichst weit in Einzelheiten zu gehen, werden bei Scnurz viel Anregung
finden, und er hat von seinem einmal angenommenen Standpunkte aus, so weitgehend
5 Litteraturbericht, — A. Schulz,
als möglich interglaciale Relicte und postglaciale Ausbreitung zu unterscheiden, seine
Aufgabe tapfer durchzuführen versucht,
sein Hauptverdienst besteht jedenfalls in der krüftigen Hervorhebung der pflan-
zengeographischen Besonderheiten des Saalegebietes und der Bedeutung,
welche dieses für die Besiedelungstheorien in Hinsicht der weiteren mitteleuropüischen
Flora besitzt. Diese Bedeutung ist bisher noch von keinem Schriftsteller so hervorge-
hoben, als in Scuurz 4887er und 4894er Abhandlung. Hier, wo der Verf. die floristischen
Einzelheiten am genauesten beherrscht, lieet auch gerade aus diesem Grunde viel gules
in den vorgebrachten Grundlagen. Sie haben ihn auch bei seiner im III. Abschnitt ent-
wickelten »Einteilung Mitteleuropas in Florenbezirke« geleitet, die demnach auch wieder
elwas einseitig ausgefallen sind. Es sind nümlich die Bezirke so gut wie ausschließlich
nach den Thermophyten gewählt, was schon zu der geographisch auffälligen Form ge-
führt hat, dass die Bezirksgrenzen über die Wasserscheiden in den Gebirgen geführt
sind; der »Saalebezirk« hat als Südgrenze die Wasserscheide zwischen Saale, Eger und
Main im Fichtelgebirge, als Ostgrenze die Wasserscheide zwischen Elster und Saale
(nordwärts über die Elbe bis Burg verlängert) — und diese Grenze bezeichnet ScnuLz als
die schärfste Florengrenze Mitteleuropas —, einen Teil der Nordwestgrenze bildet eine
den Harz mitten durchschneidende Linie als Wasserscheide zwischen Leinegebiet und
demjenigen der Helme, Bode und Ocker. Der Gemeinsamkeiten, welche die mittel-
deutschen Waldgebirge besitzen, kann dabei also nicht gedacht werden; nur am Schluss
fasst ScuuLz seine Bezirke nach diesem und entsprechenden Gesichtspunkten in eine
subatlantische, westsarmatische und mitteleuropäische Gebirgsprovinz zusammen, Jede
Einteilung ist unvollkommen, alle haben Mängel, gegen fast jede Grenze lässt sich etwas
sagen; es liegt mir daher fern, hier die Bezirksbildung von Schutz im einzelnen zu kriti-
sieren, obwohl sie meinen Principien nicht entspricht; wohl aber war es nötig, dass der
Verf. dieselbe selbst als eine solche charakterisiert hätte, welche auf einige ganz be-
stimmte Florenelemente gestützt ist, — Unter Mitteleuropa versteht Schuz in
diesem Buche das Gebiet zwischen nórdlichem Alpen- und Karpathenrande und Süd-
schweden, ferner zwischen Maas-Doubs und Weichsel-March in der Lüngenerstreckung ;
es ist richtig, dass die genannte Saale-Elbe-Linie als Ostgrenze des Saalebezirks eine
solche ist, auf welcher viele Vegetationslinien östlicher und süddeutscher Pflanzen in
ihrer verschiedenen Erstreckung zusammenfallen, und das hat z. T. tektonische Gründe
im Substrat; aber die schürfste Florengrenze in Mitteleuropa ist diese Linie deshalb noch
lange nicht. Diese muss nach den Florencontrasten rechts und links der Grenzlinie be-
urteilt werden, und da ist z. B. der Contrast zwischen dem rheinischen Hügellande oder
den Jura- und Muschelkalkausläufern im Wesergebiet und dem nördlich angrenzenden
Moor- und Heidegebiet ein ganz unvergleichlich größerer, als derjenige zwischen Thü-
ringen und Kónigreich Sachsen. Auf weitere Einzelheiten einzugehen ist hier nicht der
Ort, es muss nur gesagt werden, dass das Princip der Grenzbildung, welches Scaurz
folgerichtig nach den Vorstellungen, die er sich von der Florenentwicklung seit der
Interglacialzeit gebildet hat, auszuführen sich vorgenommen hat, in dieser Weise nicht
durchführbar ist. Denn die scharfe Saale-Elbe-Grenze kann er hypothelisch auf den
Umstand zurückführen, dass östlich von ihr in der vierten Eiszeit fast die gesamte ther-
mophile Vegetation ausstarb, während sie sich westlich von ihr erhielt und auch später
an östlicher Ausbreitung behindert wurde; aber schon die Westgrenze dieses Bezirkes
gegen das Triasgebiet der Leine-Werra wird in dieser Beziehung misslich, und die die
Mittelgebirge durchsetzenden Linien haben überhaupt keine natürlichen geographischen
Grundlagen mehr,
Aus allem diesen geht hervor, dass das mit großer Kenntnis der Pflanzenarcale
und mit durchdringender Kenntnis der floristischen Verhältnisse im Saalegebiete ge-
schriebene Buch von ScuuLz nur mit gewissen in dieser Kritik hervorgehobenen Ein-
Litteraturberieht. — H. Trimen. 7
schränkungen zu gebrauchen ist; die Mehrzahl derjenigen Leser, die nicht durch das
Interesse an der Sache gefesselt werden, wird es durch die Ungenießbarkeit seines ofl
durch Einschaltungen geradezu verdunkelten Satzbaues abhalten, sich in die Gedanken-
gänge seines Verf. zu vertiefen, Am meisten habe ich vermisst, dass in so schwieriger
Sache ScnuLz es verschmäht hat, seine Vorstellungen möglichst conservativ und mög-
lichst wenig nach Veränderungen trachtend aufzubauen auf dem, was Geologen, Pa-
läontologen und Pflanzengeographen als gemeinsame Grundlage zu Stande gebracht haben,
und mit kurzen Strichen zu bezeichnen, inwiefern seine Betrachtungen zu einer Modi-
fication derselben zwingen würden; denn die in Anmerkungen reichlich verwendete
Litteratur tritt da, wo sie nicht als Stütze verwendet werden musste, fast fremdartig
neben des Verf. eigenen Anschauungen hervor, wie z. B. Anm, 77 S. 168 bezüglich BLYTT
und anderer Autoren zeigt. Auch gewisse einheitliche Begriffe, wie z. B. »arktotertiár«,
werden unnótigerweise umgemodelt und im besonderen Sinne ScnuLz' gebraucht. Es
wird aber der Wissenschaft kein Dienst damit erwiesen, wenn Dinge, die im Zusammen-
hange stehen, außer Zusammenhang localgeographisch behandelt werden.
DRUDE.
Trimen, Henry: A Handbook to the Flora of Ceylon, containing des-
criptions of all the species of flowering Plants, indigenous to the
Island and Notes on their History, Distribution and Uses. Part.
XVI. 327 S.
Die Insel zerfällt in eine trockene Region, welche nahezu 4/; der Oberfläche ein-
nimmt, bis etwa 1000’ engl. Höhe sich erhebt, ungefähr 75" Regenmenge jährlich auf-
weist und einen hauptsächlich indischen Vegetationscharakter trägt mit nur sebr
wenigen endemischen Gewächsen ; eine zweite der feuchten Niederungen mit noch nicht
1/; an Grundfläche. Hier ist eine reiche tropische Flora entfaltet, mit zahlreichen Ende-
mismen: über 3000' engl. beginnt die Bergregion mit einer unteren und einer oberen
Zone, geteilt etwa durch 5000’ Höhe. 4 besondere Gebirgsstöcke gehören vorwiegend zu
ihr. In der folgenden Liste bezeichnet die erste Zahl die der Gattungen, die in ( ) die
Ziffer der Arten.
Ranunculaceae 5 (7) — Dilleniaceae 6(45) — Magnoliaceae 2 (2, — Anonaceae 43 (39),
32 bewohnen meist die Niederungen, 23 sind auf dieselben beschrünkt, 6 gehen bis in
die Bergzone, welche 2 besondere Species aufweist, 18 endemische Arten — Menisper-
maceae 40 (13), 3 nur in der trocknen Zone, 7 meistens, 2 bis in die untere Montanregion
3 weitere in den beiden Montanregionen ; keine endemische Art — Berberideae 4 4) —
Nymphaeaceae 2 (3) — Cruciferae 2 (3) — Capparideae 6 (49), bis auf Capparis Moonii in
der trockenen Zone — Violaceae 3 (8) — Bixaceae 6 (44) — Pittosporaceae 2 (2) — Poly-
galaceae 3 (44) — Caryophyllaceae 5 (6) — Portulacaceae 4 (5) — Tamariscineae 1 4) —
Elatineae 4 (2) — Hypericaceae ! (2) — Guttiferae 4 (49), 45 in den Niederungen, 4 davon
in die Trockenregion hinüberstrahlend, 3 in die Bergregion, die übrigen 3 nur in der
letzteren — Ternstroemiaceae A (7), durchgehends Gebirgspflanzen — Dipterocarpaceae 40
46), alle sind endemische mit Ausnahme von Vatica Roxburghiana — Ancistrocladeae 1
(4) — Malvaceae 12 (36), meist weitverbreitete Pflanzen — Sterculiaceae 7 (12), alle den
Niederungen angehórend — Tiliaceae 6 (32) — Linaceae 3 (7) — Malpighicaceae 2 (2) —
Zygophyllaceae 4 (1) — Geraniaceae 5 (29), darunter Impatiens mit 24 Species — Ruta-
ceae 43 (22) — Simarubaceae 3 (3) — Ochnaceae 2 (4) — Burseraceae 3 (5) — Meliaceae
12 (44) — Chailletiaceae A (4) — Olacineae 40 (43) — Ilicineae A (3)— Celastraceae 40 (49)
— Rhamnaceae 7 42) — Ampelideae 2 (20), darunter Vitis mit Cissus in Höhe von 49 Ar-
ten — Sapindaceae 44 (49) — Sabiaceae 4 (3) — Anacardiaceae 7 (19), davon Semecarpus
L. f. mit 43 Species, — Connaraceae 3 '4)— Leguminosae- Papilionaceae 47 (459), 434 sind
S Litteraturbericht, — M. Benson.
auf die untere Zone beschränkt; 54 mit Einschluss von 10 Indigofera-Species finden sich
in der trockenen Region; 28 gehören der Bergregion an; 9 sind endemisch, die meisten
weitverbreitete Gewächse — Caesalpinieae 40 (26), nur ein Vertreter reicht in die Berg-
zone hinein; endemisch sind 9 Arten — Mimoseae 7 (22), ebenfalls bis auf eine Species
auf die niedrigen Regionen beschrünkt, nur Pithecolobium geminatum ist endemisch —
Rosaceae 7 (49), bis auf Pygeum zeylanicum in den temperierten Zonen zu Hause und des-
halb in der Bergregion sich findend — Saxifragaceae 4 (4) — Crassulaceae 9 (2) —
Droseraceae 4 (3) — Haloragaceae 3 (4) — Rhizophoraceae 6 (40) — Combretaceae 5 41)
— Myrtaceae 4 (49) — Melastomaceae 6 (52), 35 allein endemisch, darunter 20 Memecylon
— Lythraceae 7 (15) — Onagraceae 3 (8) — Samydaceae 3 (5) — Passifloraceae 4 (2) — Cu-
curbitaceae 17 (26), nur 3 endemisch — Begoniaceae 3 (5) — Datisceae 1 (1) — Cactaceae
4 (1) — Ficoideae A (44) — Umbelliferae 7 (40) — Araliaceae 2 (5) — Cornaceae 2 (4) —
Caprifoliaceae 4 (2) — Rubiaceae 47 (138), allein 68 endemische Arten mit 4 Gattungen:
Leucococton , Schizostigma, Nargedia und Scyphostachys. Die trockene Region umfasst
31 Arten, von denen 44 auf sie beschränkt sind; die feuchte weist 407 Species auf, von
denen 77 dieselbe nicht verlassen.
Ein ausführlicheres Referat steht im Bot. Centralblatt, E. born, Halle a./S.
Benson, Margaret: Contributions to the Embryology of the Amentiferae.
Part I. — From the Botanical Laboratories of University College,
London, and of the University of Cambridge. — In »The Transactions
of the Linnean Society of London« Vol. III. part 10 (febr. 1894).
p. 409—424, tab. 67—72.
M. Benson giebt in ihren Beitrágen zur Embryologie der Amentiferen das Resultat
umfangreicher Untersuchungen über Entwickelung der Samenanlagen und Befruchtung
bei den meisten Gattungen der Fagales: bei Fagus, Castanea, Quercus, Betula, Alnus,
Corylus und Carpinus.
Das erste Kapitel schildert die Entstehung des Embryosackes bei den einzelnen
Arten, die beiden folgenden betrachten vergleichend Pollenschlauch, Chalazogamie und
Archespor, während das letzte die Verwandtschaft der Amentiferen mit Casuarina
erörtert.
Um die Entwickelung des Embryosacks zu verfolgen, ist Fagus silvatica ein geeig-
netes Object. Der junge Nucellus zeigt hier eine einschichtige Epidermis und darunter
mehrere centrale Strünge. Die Epidermis vergrößert sich rasch durch schnelle Tangen-
tialteilung ihrer Zellen und wird bis 13-schichtig; die Centralstrangzellen teilen sich
normal und erzeugen so das sporogene Gewebe. Doch nur selten werden mehrere Zellen
zu Makrosporen, gewóhnlich entwickelt sich nur eine von ihnen zum Embryosack, Sie
ist durch 4—5 Tapetenzellen von der Epidermis getrennt und unterscheidet sich allein
durch zwei Kerne von ihren Schwesterzellen. Bei der Befruchtung gelangt der Pollen-
schlauch durch die Mikropyle und dringt von den turgescenten Epidermiszellen des
Nucellus unterstützt zwischen die Synergiden vor. Seinen Kern oder gar den Übertritt
in die Eizelle zu beobachten ist Verf. noch nicht gelungen. Nach der Befruchtung sendet
der Embryosack senkrecht hinab zur Nucellusbasis einen langen Fortsatz, in den dann
der definitive Kern übertritt. Die Gestaltung des Embryosacks und der Weg des Pollen-
schlauchs ist bei Fagus demnach normal, und ihr sporogenes Gewebe stimmt weit mehr
mil STRASBURGER'S Beschreibung der Rosa livida als TnEUs's von Casuarina überein.
Bei Castanea stellt das Archespor eine einfache Zellreihe dar: 2—4 Tapetenzellen,
der Embryosack, und darunter 2 Stielzellen, In der Gegend der Nucellusbasis entstehen
gleichzeitig schmale, spindelförmige Zellen, die spüter zu Tracheiden werden. Ihren Ur-
sprung verdanken sie teils dem Auftreten schiefer Teilungswünde im untersten Teile des
Litteraturbericht, — M. Benson. 9
axilen Strangs, teils secundüren Veründerungen von Gliedern der sich seitlich an-
schlieBenden Zellreihe. Bei Fagus haben die entsprechenden Wünde nur eine schwache
Tendenz, sich mehr oder weniger schief zu stellen, bewahrt, Dagegen kehrt in hóherem
Maße diese Erscheinung bei Carpinus wieder. Die schwanzartigen Verlüngerungen des
Embryosacks wachsen bei Castanea zwischen Nucellus und Integument abwärts.
Quercus gleicht in der Entwickelung des axilen Stranges, der Lage des Embryo-
sacks, seinen Fortsätzen und der Anordnung der Antipoden der Castanea vollkommen.
Wie schon HorwrrsrEn angiebt, treten hier oft mehrere Pollenschläuche in die Mikro-
pyle ein.
Von den geschilderten Fagaceen unterscheiden sich die Betulaceen scharf durch
die Chalazogamie, die Verf. durchgehends bei ihnen gefunden hat. Zugleich zeigen sie
die charakteristische Hemianatropie der Samenanlagen, die von Casuarina bekannt ist
und wohl als Anpassung aufgefasst werden darf.
Die jungen Stadien des Nucellus von Betula sind Fagus recht ähnlich, entgegen
NawascHINs Angabe, es käme keine axile Zellreihe vor. Er bleibt ziemlich klein. Der
Embryosack entwickelt keine Fortsätze.
Bei Alnus trifft man eine längere Tapetenschicht, alles andere gleicht Betula.
Ein sehr ausgebildetes sporogenes Gewebe zeichnet die Coryleen aus. Es ent-
stehen darin eine große Anzahl Makrosporen, die es auch zur Erzeugung von 2 und
selbst 4 Kernen bringen, Der Embryosack treibt stets Fortsätze aus, in die der groBe de-
finitive Kern übergeht. Bei Corylus treten sie erst mit Beginn der Endospermbildung her-
vor, wührend sie sich bei Carpinus schon vorher vollstándig entwickelt haben. Hier
kommen sie auch an sterilen Makrosporen vor und dienen genau wie bei Casuarina dem
Pollenschlauch als StraBe zum Embryosack.
Die Chalazogamie der Betulaceen gab Veranlassung zur Untersuchung der Pollen-
keimung. Schon Sacuas erwähnt, bei Quercus, Fagus und verwandten Bäumen mache der
Pollenschlauch vor der Befruchtung eine Ruheperiode von mehreren Tagen bis Wochen
durch, und zwar nachdem er sich an den Embryosack angelegt habe. Das letzte ist nun
unrichtig. Denn zur Zeit, wo der Pollen keimt, ist noch keine Spur eines Ovulums vor-
handen, wie schon BaiLLow festgestellt hat. Auch Verf. fand nie einen Schlauch im
Griffelcanal vor der Befruchtungszeit. Vielmehr stellt der Pollen wohl noch auf der
Narbe bald nach der Keimung seine Entwickelung ein, bis die Samenanlagen empfüng-
nisfähig geworden sind. Die Länge der Pause kannte man schon bei Quercus Robur
(4 Monate) und anderen Eichenarten (bis 44 Monate). Ahnlich verhalten sich nach
BENsoN's Beobachtungen die Betuleen und Coryleen, die 4—4 Monate ruhen. Bei Fagus
dauerte der Stillstand nur vom 9.— 21. Mai, dann folgte rapides Wachstum unter starker
Ausscheidung von Calciumoxalatkrystallen und am Ende des Monats war der Embryo-
sack erreicht. Zur näheren Untersuchung junger Pollenschläuche wurden Aussaaten der
Kórner gemacht, die eine ühnliche Isolierung des Schlauchendes durch Cellulosepfropfen
ergaben, wie sie Tereus von Casuarina beschreibt.
Das fernere Wachstum des Pollenschlauches ist bei den Fagaceen das gewöhnliche.
Dagegen weicht es bei den Betulaceen in interessanter Weise ab. Darüber waren in der
Litteratur falsche Angaben verbreitet, die der Erkenntnis dieser Dinge sehr hinderlich
gewesen sind. 1854 behauptete nümlich Scuacur, in einem rührigen Gebilde den Teil
eines Pollenschlauches oben im Nucellus gesehen zu haben, wahrscheinlich Verwechse-
lung mit einer Tapetenzelle. Ähnlich sagt Horweister 1858, bei Betula und Corylus wür-
den die Zellschichten des oberen Nucellusteiles vom Schlauche durchbohrt. Treus hielt
nach diesen Angaben die Entwickelung für normal und unterließ eine eigene Prüfung,
die ihm wohl den Sachverhalt enthüllt hätte. Allerdings durchdringt der Schlauch zu-
weilen die Zellschichten, die die Spitze des Embryosackes bedecken; aber dann hat er
sie auf einem ganz ungewöhnlichen Wege erreicht. »Er steigt vom Gewebe, das die
10 Litteraturbericht. — M. Benson.
Griffelrudimente umgiebt, herab, wächst zu dem Gefäßbündel der Raphe parallel und
wendet sich plötzlich aufwärts zum Nucellus, den er an der Chalaza trifft.« Sein fernerer
Weg ist nicht bei allen Gattungen der gleiche. Corylus und Carpinus besitzen am unte-
ren Ende ihres Embryosackes Fortsütze, wie oben geschildert. An diese legt er sich an
und dringt von hier hinauf zur Eizelle, die sich wahrscheinlich schon vor der Befruch-
tung mit einer Haut umgeben hat. Anders bei Alnus. Hier wächst der Schlauch am
Embryosack vorbei bis weit über seine Spitze hinaus, dann erst dringt er nach aber-
maliger Krümmung von oben her, als käme er aus der Miropkyle in den Embryosack
ein. Die Beobachtung dieses letzten Stadiums hat HorwEIsTER wohl zu seiner irrtüm-
lichen Angabe geführt.
Bei allen untersuchten Arten, auch den acrogamen Fagaceen, entsendet der Schlauch
bei seinem Eintritt in den Nucellus kurze, gekrümmte Äste ins Nachbargewebe, Der-
artige Verzweigungen beschreibt HorwEisTER ja schon von Polhos, Hippeastrum und
mehreren Gymnospermen; in unserem Falle sind sie als Analogie zu Casuarina er-
wühnenswert,
Der dritte Abschnitt ist dem Archespor gewidmet, Es ist bei allen acht Gattungen
subepidermalen Ursprungs. Überall findet sich eine Tapetenschicht, Die sporogenen
Zellen stehen meist in mehreren parallelen Reihen, statt wie gewóhnlich bei Angio-
spermen in einer, Ein Stiel verbindet sie mit dem Nucellusgrund. Außerdem sehen
wir, wie erwähnt, bei den Corylaceen zwischen Stiel- und Tapetenzellen schiefe Wände
auftreten und so spindelfórmige Zellen, bei Castanea sogar Tracheiden hervorgehen. Bei
Fagus fehlen sie, wie dieses Genus überhaupt in der Ausbildung des Archespors einem
primitiveren Typus angehört. Verf. erinnert daran, dass EicHLER. nach blütenmorpho-
logischen Charakteren die Betulaceen ebenfalls hóher stellte, als die Fagaceen. Anderer-
seits zeigt Fagus in der Vervollkommnung seiner Integumente und der Nucellusepi-
dermis Anklünge an die Coniferen, während die Betulaceen bei der Differentiation
ihres Archespors eine Reduction der übrigen Organe am Ovulum erfahren zu haben
scheinen,
Das Schlusscapitel bildet eine ausführliche Vergleichung der beschriebenen Genera
mit Casuarina, wozu ihre Chalazogamie ja auffordert. Verf. meint, an eine erschöpfende
Durchführung sei erst nach gründlicheren Untersuchungen zu denken, immerhin könne
man einige Punkte schon in Betracht ziehen,
Von sämtlichen untersuchten Gattungen unterscheidet sich Casuarina durch das
Fehlen der Antipoden, durch häufigere Unterdrückung der Synergiden und die Mem-
branbildung um die Eizelle. Dagegen haben die Betulaceen mit Casuarina mehrere
Punkte gemein.
| 1. Die Chalazogamie mit allen Anpassungserscheinungen, die sie begleiten: Fusion
der Griffelregion mit dem Centralstrang, der seinerseits aus der Vereinigung der beiden
parietalen Placenten hervorgeht, und aus dessen oberem Teil die Samenanlagen ent-
springen, ferner die Stellung der Nucellusbasis und endlich die Krystallausscheidungen,
die allerdings für die Befruchtung hier wohl weniger wichtig als bei Casuarina sind,
2. Das Archespor zeigt mit Casuarina trotz erheblicher Unterschiede im einzelnen
eine große Ähnlichkeit im allgemeinen.
3. Der Pollenschlauch bildet an der Chalaza zurückgekrümmte Äste.
^. Der Embryosack wächst zu schwanzartigen Fortsätzen aus. Nur Betula
fehlen sie.
Diese Verlängerungen des Embryosackes sind dagegen auch bei der acrogamen
Fagus vorhanden, wo sie ihre Function geändert zu haben und der Nahrungsaufnahme
dienstbar scheinen. Jedenfalls ist das als Analogie zwischen Fagus und Casuarina be-
merkenswert, wie überhaupt zwischen ihren beiden Familien Anklänge nicht fehlen.
Sie besitzen 2, die Betulaceen nur 4 Integument, Die Tracheiden bei Castanea sind denen
Litteraturbericht. — G. Karsten. 11
von Casuarina durchaus ühnlich, bei beiden inconstant und wahrscheinlich functionslos.
Verf. hält es daher für möglich, sie etwa als Rudimente eines Gefäßstranges zwischen
Chalaza und Archespor zu betrachten, den die gemeinsamen Eltern der Fagaceen und
Casuarinaceen besaßen.
Bei diesen offenbaren Beziehungen zu den Fagales kommt den Casuarinaceen eine
so isolierte Stellung, wie man nach Turn Arbeit annahm, wohl nicht zu. Und das ist
für die Systematik ein wichtiges Ergebnis der Arbeit. Dieks (Berlin).
Karsten, G.: Morphologische und biologische Untersuchungen über einige
Epiphytenformen der Molukken. In »Annales du Jardin de Buiten-
zorg« XII. 9. 9. p. 147—195. tab. XIII—XIX.
Ein Besuch der Insel Amboina veranlasste KARSTEN Zur Untersuchung der reichen
Epiphytenflora der Molukken, die nicht allein in den stets feuchten Wüldern üppige Ent-
wickelung zeigt, wo Lebermoose, Farne, Araceen und Orchideen dominieren, sondern
auch außerhalb geschlossener Bestände an sonnigen Stellen durch Asclepiadaceen und
Rubiaceen stark vertreten ist.
In der Nebelregion auf dem Gipfel des Wawani (1050 m) fand sich eine neue An-
thocerotacee mit einschichtiger Lamina, Dendroceros inflatus n.sp. Die aus den einzelnen
Segmenten hervorgehenden Laminarteile wólben sich durch gesteigertes Flüchenwachs-
tum kapuzenförmig nach oben, kehren also ihre kleine Óffnung der Unterseite zu. Ihre
Ränder wachsen in vielzerteilte Fransen aus. Dieser poröse Aufbau befühigt den
Thallus, gewissermaßen wie ein Schwamm große Wassermengen aufzunehmen und
längere Zeit festzuhalten.
Ein Wasserreservoir bilden durch Oberflächenvergrößerung auch zwei auf Baum-
rinden kriechende Trichomanes-Arten mit ungeteilten Wedeln aus. Die Anlage der zwei-
zeilig stehenden, schildförmigen (richtiger perfoliaten) Blätter wurde vom Verf. genauer
verfolgt und es ergab sich, dass sie mittels zweischneidiger Scheitelzelle wachsen und
die Schildform durch Hinauswachsen der Ränder über die Insertion des Stieles zu Stande
kommt. Recht bedeutend erweisen sich die Differenzen im Blattbau. Bei Trichomanes
peltatum Bak. sind die Blätter durch Wurzelhaare dem Substrate dicht angeheftet. Da
das Licht die Unterseite nicht trifft, decken sich die Blätter sehr selten, sondern liegen
mosaikartig dem Stamme auf, so dass sie müglichst viel Licht und genügende Assimi-
lationsleistung für die ansehnlichen Spreiten erreichen. Die Gefäßbündel enthalten nur
Tracheiden und Cambiform. Unter der Epidermis der Haupt- und zahlreichen Schein-
nerven liegt eine Schicht von »Deckzellen«, die mit ihren verkieselten Membranen die
zarten Blätter gegen Schneckenfraß zu schützen scheinen. Die Blätter der anderen Art,
Tr. Motleyi V. d. Bosch sind viel kleiner, halb aufgerichtet, vom Substrat abgewandlt,
daher die Randzellen zum mechanischen Schutz stärker verdickt. Die Leitbündel sind
im Stamm auf Cambiform reduciert, das im Hauptnerv der sterilen Wedel auch noch
schwindet. Das kleine Blatt stellt eben einen capillaren Wasserbehälter dar; jede Zelle
kann ihren Bedarf an Feuchtigkeit dem umgebenden Medium unmittelbar entnehmen.
Nur in den fertilen Wedeln finden sich noch Tracheiden; denn die Columella ist durch
das Indusium von der Benetzung ausgeschlossen und so muss der ganze fertile Teil
mit Wasserleitbahnen bedacht werden,
Ein anderer Farn fällt durch eigentümlichen Wedeldimorphismus auf, Teratophyl-
lum aculeatum var, inermis Mett. Von dem an Baumstämmen angehefteten Stengel stehen
teils Wedel mit einfachen Fiedern von dunkelgrünem Glanze ab, teils entspringen ihm
sehr fein gefiederte, durchsichtige Blätter, die dem Substrat fest angelegt sind. Die Leit-
bündel der abstehenden Blätter haben Schutzscheiden, die den angedrückten fehlen.
Diese Vereinfachung der Bündel lässt uns in den angepressten Wedeln Wasserblätter
12 Litteraturbericht, — G. Karsten.
vermuten, und dies wird bestätigt durch die Reduction ihres Blattparenchyms, die
mangelnde Verdickung und schwache Cuticularisierung der Epidermis im Vergleich zu
den Luftblüttern.
Ein solcher Dimorphismus unfruchtbarer Wedel ist im Gegensalz zu der hüufigen
Differenz zwischen fertilen und sterilen Blüttern bisher selten beobachtet, z. B. auch bei
Micropodium Durvillei Mett. und Triphlebia-Arten, ferner bei Asplenium multilineatum
Hook. Diese erzeugen in der Jugend fein gefiederte Wedel, allmählich einfachere und
zuletzt ungeteilte. Man hat bei diesen dreien entweder Rückschlagserscheinungen vor
sich oder die biologische Bedeutung ist noch unbekannt.
Wie erwühnt, suchen manche Epiphyten auch den hellsten Sonnenschein auf. Die
häufige Dischidia nummularia R. Br. zeigt sich durch isolaterale Ausbildung des Assimi-
lationsgewebes, stark cuticularisierte Epidermis, müchtiges Wassergewebe und zum
Zweck der Formerhaltung gewellte Zellwände für ihre frei hüngende Lebensweise bei
starker, gleichmäßiger Beleuchtung zweckvoll ausgestattet.
Verwandte ebenfalls guirlandenartig hängende Arten bilden einen Teil ihrer Blätter
zu Urnen als Cisternen oder große Atemhöhlen aus, wie Treus das von Dischidia Raffle-
siana Wall. beschreibt.
Andere Asclepiadaceen sind zum Klettern übergegangen. Die hierdurch veran-
lassten Modificationen verdeutlicht Conchophyllum imbricatum Blume: der Wasser-
speicher der Dischidien ist geschwunden; den Verlust an Licht, den die einerseits ange-
drückten Blütter leiden, ersetzt wie bei dem erwühnten Trichomanes peltatum Bak.
einigermaßen ihre Vergrößerung. Der Blattpanzer bedeckt schützend Stamm und
Wurzelsystem. Allerdings ist der Anschluss an das Substrat noch weit fester bei Concho-
phyllum maximum n. sp., deren handgroße Blätter dem Stamme der Wirtspflanze hohl
aufliegen, sodass zwischen Substrat und Blatt ein abgeschlossener Raum entsteht. Be-
merkenswert ist, dass von den decussierten Paaren stets das eine Blatt verkümmert, das
andere aber sich stark entwickelt. Das gewährleistet nach Karsten bei gleichem Material-
verbrauch einen festeren Abschluss der Höhlung, als es bei zwei gegenständigen Blättern
möglich wäre, und für die Transpiration ist dies von Bedeutung. Am Tage wird nämlich
das Blatt durchwärmt, giebt an den Hohlraum Wasserdampf ab, der an dem kühleren
Substrate condensiert den Wurzeln zugeführt werden kann, die in die Höhlung hinein-
reichen, Nachts kühlt das Blatt stärker ab als Substrat und Hohlraum, das Wasser ver-
dichtet sich an der kühlen Blattunterseite, die es durch zahlreiche Cuticularwucherungen
capillar verteilt. Durch die fortwährende Wanderung der Wasserteilchen werden die
mitgeführten anorganischen Stoffe schneller fein zerteilt und nutzbar gemacht.
Ähnliche Einrichtungen besitzt Polypodium imbricatum n. sp. Sein gewölbter
Stamm liegt Baumrinden hohl auf und wird durch starkes Randwachstum bis 45 cm breit,
Oberseits mit starkem Schutzmantel gegen Verdunstung an seinen sonnigen Standorten
ausgerüstet, bildet er unterseits ansehnliche Schuppen, die zusammen mit einem Ge-
flecht leicht verkorkter Wurzelhaare in die Höhlung über dem Substrat hereinragen, Die
háufigen Temperaturwechsel veranlassen auch hier das bei Conchophyllum beschriebene
Spiel der Wasserteilchen.
Ebenfalls an schattenarmen Stellen trifft man Polypodium sinuosum Wall. Im In-
neren eines knolligen Stammes entsteht nach Zerreißen des Markes ein Hohlraum, der
zunächst als Atemhóhle dient. Von dem äußeren Stammgewebe scheidet ihn eine Kork-
lage, die als Lenticelle und Wasser aufnehmende Schicht zugleich fungiert, Wenn sich
der Stamm erwürmt, gelangt das Wasser dampfförmig ins Innere, um hier an den küh-
leren Stellen niedergeschlagen und zu späterem Gebrauch aufbewahrt zu werden. So ist
ein Transpirationsverlust vermieden.
Die Höhlung bewohnen häufig Ameisen, ohne dass man bis jetzt eine Beziehung
zwischen Tieren und Pflanze wie bei den knolligen Rubiaceen-Epiphyten gefunden
Litteraturbericht, — R. Hesse. F. v. Tavel. 13
hätte, KansrEN hat Myrmecodia bullosa Becc. näher untersucht, wo die Höhlung reich ver-
ästelt ist und ihre »Gallerien« bald dicht an die Oberfläche herantreten, bald sich weit
davon entfernen. In dieser ungleichen Entfernung von der Außenwärme sieht Verf. eine
Veranlassung erheblicherer Temperaturdifferenzen im Innenraum und damit lebhafterer
Wasserbewegung, wodurch zugleich eine ergiebige Ausnutzung der von den Ameisen
herzugebrachten anorganischen und stickstoffreichen Stoffe erreicht sei. Treu» sieht
wegen der Lenticellen des innersten Stammgewebes nur eine Atemhöhle in dem Hohl-
raum; die außerordentliche Oberflächenvergrößerung der inneren Wände aber könne
man erst verstehen, wenn man sie auch als Absorptionsfläche für Wasser und Nühr-
lósungen würdige. DizLs (Berlin).
Hesse, R.: Die Hypogaeen Deutschlands. Halle (L. Hofstetter) 1894.
Bd. II. Die Tuberaceen und Elaphomyceten. Mit 41 Tafeln. In Mappe
M 98.80.
Das nunmehr abgeschlossene Werk bringt in seinem letzten Band die Monographie
der wichtigen Tuberaceen und Elaphomycetaceen. Der Verf. zeigt sich auch hier wieder
als treff licher Kenner der unterirdischen Pilze. Mit welchem Glück er diese Pilze zu finden
versteht, davon legt die große Zahl der Species Zeugnis ab; es sind nicht blos eine An-
zahl Arten neu für Deutschland, sondern überhaupt zum ersten Male gefunden.
Die Gattung Tuber findet sich im Gebiet in 49 Arten, wovon 5 neu sind. Die
übrigen Gattungen sind weniger artenreich und zum Teil auch seltener. Es kommen
noch vor: Balsamia mit 3 Arten, Chaeromyces mit 4, Pachyphloeus mit 2, Cryptica mit 4,
Hydnobolites mit 3 (davon 2 neu), Hydnotria mit 2, Genea mit 4, endlich Elaphomyces mit
9 (davon 5 neu).
Die Diagnosen sind wieder mit großer Genauigkeit abgefasst und bringen zugleich
wertvolle Bemerkungen über Vorkommen der einzelnen Arten.
Ein besonderes Kapitel wird der Cultur der Trüffeln gewidmet. Hier schildert
Verf. genauer, wie er im Waldboden die Aussaaten vornimmt, wie das Wachstum vor
sich geht und wie die Ernte abgehalten werden muss.
Wenn das Buch in diesen Teilen recht anregend ist und viel Neues bringt, so kann
dasselbe nicht von den Kapiteln über die Entwickelungsgeschichte der Tuberaceen ge-
sagt werden. Hier wird so viel Wahres und Falsches durcheinander gemischt, dass es
sich kaum der Mühe verlohnt, aus diesem Wust die wenigen Bróckchen von richtig
beobachteten und gedeuteten Thatsachen herauszusuchen. Es ist deshalb gut, diese
Kapitel der wohlverdienten Vergessenheit zu übergeben. LixpaAU (Berlin).
Tavel, Dr. F. von: Bemerkungen über den Wirtswechsel der Rostpilze. —
Ber. d. schweiz. bot. Ges. III. 1893. p. 97—107.
Verf. knüpft in seinen Ausführungen an die vom Ref. in diesen Jahrb. XVII. Bd.,
5. Heft 4893. p. 47 besprochene Arbeit von Dr. F. G. SrEpLER und Prof, Dr. C. SCHRÖTER:
Beitrüge zur Kenntnis der Matten und Weiden der Schweiz. X. Versuch einer Über-
sicht über die Wiesentypen der Schweiz. Landw. Jahrb. d. Schweiz 1892. p. 141—418, an
und untersucht, in welcher Weise sich die verschiedenen Nührpflanzen wirtswechseln-
der Uredineen auf die in der genannten Arbeit aufgestellten Wiesentypen verteilen lassen
und kommt zu dem Schluss, dass die Mehrzahl derjenigen als heterócisch bekannten
Pilze, die auf Wiesenpflanzen zu leben pflegen, auf zwei solchen Arten vorkommen, die
in einem bestimmten Typus der Matten und Weiden oder doch in einer Formation zu
wachsen pflegen. So finden sich auf der »Burstwiese« (Bromus erectus) zahlreiche Legu-
minosen, auf denen sich die Teleutosporen von Uromyces Pisi (Pers.) und U. striatus
Schröter entwickeln, und Euphorbia Cyparissias trägt die dazu gehörigen Aecidien ; auch
die Nührpflanzen der Puccinia obscura, Bellis perennis (Aec.) und Luzula campestris (Tel.)
14 Litteraturbericht. — S. Korshinsky.
gehören diesem Typus an. Beide Pilze können sich indessen auch an anderen Orten
z. B. in ders Borstgraswiese« (Nardus stricta) finden. Ein Rostpilz der Blaugrashalde
(Sesleria coerulea) ist Puccinia Sesleriae Reich, dessen Aecidien sich auf Rhamnus saxatilis
entwickeln; auf dem »Polsterseggenrasen« (Carex firma) wüchst auf der Leitpflanze die
Puccinia firma und das zugehörige Aecidium auf Bellidiastrum Michelii, Im Molinietum
finden sich verschiedene Rostpilze : auf einigen Orchideen kommt das Aecidium zu Puc-
cinia Moliniae Tul. und das Caeoma zu Melampsora repentis Plowr. (auf Salix repens)
vor, Puccinia dioecae Magn. (mit den Aecidien auf Cirsien) und P. paludosa Plowr. (Aec.
auf Pedicularis palustris) schmarotzen in Carex-Arten. Im »Röhricht« sind auf Phrag-
miles communis die Teleutosporenformen von 3 Uredineen zu nennen: Puccinia Phrag-
mitis Schum. (Aec. auf Rumex obtusifolius u. a.), P. Trailii Plowr, (Aec. auf Rumex Acetosa
und P. Magnusiana Koern. (Aec. auf Ranunculus repens und bulbosus). Diese Rumex-
und Ranunculus-Arten kónnen allerdings kaum als charakteristische Begleiter von
Phragmites betrachtet werden. Verf. hat in seiner Arbeit nur die »Magerrasen« berück-
sichtigt, weil dieselben vom Menschen am wenigsten berührt erscheinen, obgleich sich
auch in den zu den Fettrasen gehörigen Wiesentypen wirtswechselnde Uredineen finden ;
er weist nur auf Puccinia Eriophori Thüm. auf Eriophorum (Tel.) und Cineraria palustris
(Aec.) und Puccinia limosae Magn. auf Carex limosa (Tel.) und Lysimachia vulgaris (Aec.)
hin, die beide der Flora des Hochmoorrasens beizuzühlen sind.
Zum Schluss macht Verf. darauf aufmerksam , dass die genannten Rostpilze natür-
lich nicht nur in den betreffenden Formationen anzutreffen seien, sondern überall dort,
wo die Wirtspflanzen zufällig zusammen träfen, ferner dass auch in allen übrigen For-
mationen sich solche wirtswechselnde Uredineen an zusammenlebenden Pflanzen finden
müssen. P. GRAEBNER.
Korshinsky, S.: Untersuchungen über die russischen Adenophora-Arten.
— Mémoire de l'Acad. imp. sc. St. Pétersbourg VII. 4894.
Verf. giebt zunüchst einen geschichtlichen Überblick über die existierende Litte-
ratur. Danach folgt eine genaue Beschreibung der Gattungscharaktere und ein ausführ-
liches Kapitel über die geographische Verbreitung von Adenophora, Die A.-Arten sind
ausschließlich in der alten Welt zu finden und zwar zwischen 7?20' (Turin) und 145°
Ö.-L. v. Greenwich, vom 23°—60° N.-Br. Die Nordgrenze streicht von Kanton Tessin
durch Bayern, Mittelböhmen, Posen und Ostpreußen nach dem Gouvernement Grodno,
von dort nach Sibirien zum Amur und Nikolajewsk. Die Südgrenze beginnt bei Turin,
welches zugleich der westlichste Punkt ihres Verbreitungsgebietes ist , geht über die
Krim nach Karkaraly und dem Flusse Ajajus, wendet sich dann über den Pamir und
Himalaya nach Assam und dem südlichen China. Von Norditalien bis zum Altai findet
sich lediglich A. liliifolia, auf dem Pamir und Himalaya nur A. himalayana, in der Mon-
golei meist nur A. marsupiiflora, Als Verbreitungscentrum für die A.-Arten ist sicher
das Innere von China anzusehen, weil erstens alle weitverbreiteten Arten die genannte
Region in sich schließen oder doch berühren, andrerseits wenig verbreitete Formen sich
in China concentrieren, ein zweites secundüres Centrum scheint Japan zu sein. Auch
von der A. liliifolia, die ja augenscheinlich eine der ältesten Arten sei, glaubt Verf., dass
sie in China entstanden und dann nach Westen gewandert sei. — Was dann die Unter-
suchungsmethoden anbetrifft, so ist eine Classificierung der Formen deshalb außer-
ordentlich schwer, weil es kein einziges constantes Merkmal giebt, und es lassen sich des-
halb nur einige Grundrassen aufstellen :
$ 1. Nectarium isodiametrisch, etwa 4 mm lang und ebenso breit.
1) A. himalayana Feer
` bitteraturbericht, — S. Korshinsky. 15
$ 2. Nectarium röhrig, seine Länge übertrifft den Querdurchmesser wenigstens um
das Doppelte.
>< Blattstellung zerstreut.
2) A. marsupiiflora Fisch.
><><. Blattstellung quirlständig.
3) A. verticillata Fisch.
83. Nectarium isodiametrisch, 4—1,5 mm lang und im Durchmesser.
>< Kelchblätter sägeförmig eingeschnitten, Griffel und Blumenkrone gleich
lang.
4) A. denticulata Fisch.
><>< kelchblütter ganzrandig oder drüsig gezähnt, der Griffel länger als die
Blumenkrone.
5) A. liliifolia.
Die verschiedene Art und Weise, in welcher sich Pflanzen verändern können, teilt
Verf. dann in folgende 4 Kategorien:
4. Veränderungen unter dem unmittelbaren Einfluss der Außenbedingungen —
Standortsformen der deutschen Botaniker.
2. Die sogenannten individuellen Variationen, die nicht von Außenbedingungen
abhüngen, sondern der Rasse selbst eigentümlich sind; so entstandene Formen finden
sich mehr oder minder über das ganze Verbreitungsareal der Rasse.
3. Abweichungen, welche nur in einer oder einigen Gegenden angetroffen werden,
diese gehören nicht mehr in die Rasse, sondern liegen außerhalb des Bereichs ihrer in-
dividuellen Variationen. Sie sind bedingt durch eine Modification des inneren specifi-
fischen Wesens der Rasse, durch eine Modification des Idioplasmas. Es sind dies
Rassen im Embryonalstadium ihrer Entwickelung. So haben sich aus A. verticillata 12
Variationen gebildet.
4. Die vierte und wichtigste Kategorie der Erscheinungen sind die Abweichungen,
die ein Verbindungsglied zwischen 2 Rassen bilden, Zwischen A. himalayana und A.
marsupüflora finden sich z.B. in den Gebieten, wo die Arlengrenzen sich berühren, Über-
sangsformen von einer zur andern, sodass nirgends eine feste Grenze zu ziehen möglich
ist. Verf. erklärt alle diese Übergangsformen als durch Hybridisation entstanden.
Nun finden sich aber auf dem Tian Schan, auf dem die A. liliifolia noch nicht beo-
bachtet ist, und nördlich vom Dsungarischen Alatau, auf dem die A. himalayana noch
nicht gefunden wurde, Übergänge der beiden Arten ; Verf, glaubt das Vorhandensein der
Übergangsformen ohne die Stammformen dadurch erklären zu können, dass entweder
die A. himalayana weiter verbreitet gewesen ist, und dass die Hybriden eine Spur ihrer
früheren Anwesenheit darstellen, oder dass einige Bastardformen eine größere Lebens-
fähigkeit besitzen, als ihre Eltern, und sich daher weiter verbreiten. Er stellt deshalb die
Thesen auf:
4. Übergangsformen zwischen zwei Arten können einander sehr unähnlich sein und
die Merkmale ihrer Stammarten in ganz verschiedenen Combinationen an sich tragen.
2. Übergangsformen sind mitunter auch an solchen Orten anzutreffen, wo we-
nigstens eine der Stammarten vermisst wird.
Es finden sich zwischen den Russland bewohnenden A.- Arten Übergänge in der
Weise, wie sie etwa folgendes Schema deutlich macht :
A. himalayana.
| N
A. marsupiiflora. \— A. liliifolia.
MN.
A. denticulata————-— A. verticillata.
16 Litteraturbericht. — Th. Durand et II. Schinz.
Hieraus ist ersichtlich, dass von den theoretisch möglichen Combinationen nur 3
A. verticillata
i s i icht be-
A. denticulata, deren Verbreitungsareale sich nicht be
nicht existieren, A. himalayana(
rühren.
Verf. giebt deswegen neben den typischen Arten immer polymorphe hybride For-
menkreise an, deren Hauptformen er benennt und charakterisiert, jedoch ohne Anspruch
darauf, dass die Namen für die botanische Nomenclatur Geltung haben und die Dia-
gnosen (wegen der Variabilität jeder Form) zur Bestimmung Verwendung finden sollen.
P. GRAEBNER.
Durand, Th., et H. Schinz: Conspectus florae Africae ou Enumération des
plantes d'Afrique. Vol. V. (Monocotyledoneae et Gymnospermeae).
Bruxelles, Berlin, Paris 4895.
Das neue Jahr hat uns den ersten Band eines Werkes gebracht, dem wir
wohl alle mit einer gewissen gespannten Erwartung entgegen gesehen haben, den letzten
eines Verzeichnisses sümtlicher bisher beschriebener Pflanzen des afrikanischen Conti-
nentes. Für keinen Continent war eine Zusammenstellung der Pflanzen erwünschter
als für Afrika, dessen botanische Litteratur bis in die neueste Zeit ungewóhnlich zer-
splittert und verzettelt ist; die meisten immerhin zahlreichen angefangenen Teilfloren,
welche diese Litteratur sammeln, sind in der Mitte stecken geblieben; da nun aber ge-
rade in der Gegenwart die Untersuchungen über die afrikanische Flora am lebhaftesten
betrieben werden, so wird diesen Bestrebungen durch den Conspectus eine wesentliche
Unterstützung zu Teil werden.
Wir finden in diesem Bande die Aufzühlung der Monocotyledoneen und Gymno-
spermen und wir kónnen wohl sagen, dass uns das Werk schon bei der ersten Durch-
sicht viel von dem gehalten hat, was wir erwarten zu dürfen meinten. Namentlich für
die Capflora erscheint uns das Verzeichnis von dem allergrößten Nutzen, nicht minder
halten wir die Sammlung der aus Madagaskar und von den Mascarenen beschriebenen
Pflanzen für äußerst wertvoll und erwünscht. So weit unsere Beschäftigung mit
diesen Dingen ein Urteil gestattet, ist das ganze Material mit großem Fleiße und vieler
Umsicht zusammengetragen, denn wir finden auch die in minder bekannten Gesell-
schaftsschriften oft recht versteckten Einzelheiten gewissenhaft registriert.
Ein außerordentlich wertvoller Beitrag wurde dem Werke in der Bearbeitung der
Cyperaceen durch den berufensten Botaniker für diese Abteilung zu Teil. Die Verf. haben
den von ihnen entworfenen Abschnitt durch eine kritische Aufzählung aus der Hand von
C. B. CLARKE aus Kew ersetzt. Für die in diesem Teile vorkommenden Fehler in den
Litteraturangaben dürfte der letztere aber wohl kaum verantwortlich zu machen sein.
Wenn wir die Lins#'schen Arten der Gattung Cyperus durchgehen, so begegnet uns als
erster Cyperus articulatus Linn. Spec. pl. ed. I. [1854] p. 66; dass die in Klammer ge-
schlossene Jahreszahl nur durch Versehen in die neuere Zeit gerückt ist, wird jedem
Fachmanne klar sein, dieses Versehen wird wenig Schaden anrichten. Bedenklicher ist
allerdings, dass p. 66 sich nicht auf ed. I., sondern auf die von den Engländern bisher fast aus-
schließlich benutzte ed, II. bezieht, wenn schon der Index Kewensis auch in dieser Hin-
sicht eine lobenswerte Abünderung getroffen hat. Leider geht dieser Irrtum durch die
Gattung Cyperus, Scirpus, Fimbristylis, Heleocharis, vielleicht durch die ganzen Cypera-
ceen und kann Veranlassung zu weiteren Irrungen geben, da erfahrungsgemäß solche
Bücher gern als authentische Quellen betrachtet werden.
Die Verwendung des von BENTHAM umgeänderten Namens Ecklonea an Stelle des
bereits für ein Algengeschlecht gebrauchten Ecklonéa können wir nicht billizen, weil
hier eine offenbare Entstellung des Autornamens vorliegt, Hier hätte der Name Triano-
ptiles Fenzl den Vorzug verdient. Die Zerlegung von Cyperus in Pycreus, Juncellus,
Litteraturbericht. — E. Dennert. 17
Cyperus und Mariscus kann praktisch von erheblichem Belange sein ; ob sie aber wirklich
durchführbar ist, erscheint uns noch gar sehr des Beweises bedürftig. Zunächst kann
sie nur dadurch vollzogen werden, dass der Cyperus dives Del. von C. alopecuroides Rttb.
getrennt wird, zwei Pflanzen, die, offenbar sehr nahe verwandt, nur durch die Drei-
bezw, Zweizahl der Griffel verschieden sind. Erwägen wir nun allein, wie schwankend
diese Zahl bei einzelnen Scirpus-Arten ist, so wird die Bedeutung des Merkmals für die
theoretische Betrachtung erheblich herabgesetzt. Unsere Überraschung, ja unsere Be-
fremdung konnten wir bei dem Durchlesen des Werkes nicht unterdrücken, als wir
mehrere Manuscriptnamen, die wir bei der ersten Durchbestimmung der afrikanischen
Pflanzensammiungen des Berliner Herbars verwendet hatten, veröffentlicht sahen. Sie
sind noch nicht publiciert worden und waren daher vorläufig unser persönliches Eigen-
tum; wozu wird überdies mit solchen Namen, die teils durch den Wink von C. B. CLARKE,
teils durch unsere eigene bessere Erkenntnis getilgt worden sind, die ohnehin schlep-
pende Nomenclatur noch mehr belastet?
Wie früher die Weiden, so sind jetzt die Gräser in Wirklichkeit der Ärger der
Botaniker. Wir hätten uns auf das lebhafteste beglückwünschen können, falls HACKEL
hier seine bessernde Hand hätte wirken lassen. Leider hat er aber den Verf. nur einige
Winke zu Teil werden lassen und allein in der Digitaria-Gruppe von Panicum etwas ein-
gehender geholfen. Selbstverständlich sind die Andropogoneen streng nach HACKEL’S
Monographie erledigt worden. So steht leider diese Familie in dem bei weitem größten
Teile noch auf dem unglücklichen Standpunkte, der ihr durch SrEvpEr's Synopsis ange-
wiesen wurde, wenn auch bei einigen Gattungen, wie bei Aristida das Bestreben nicht
zu verkennen ist, hier Wandel zu schaffen. Einige Kleinigkeiten wollen wir hier noch
anfügen: Eragrostis Palisoti Dur. et Schinz ist zu streichen, weil sie, wie aus der ange-
führten Synonymik zur Genüge hervorgeht, gleich Centotheca mucronata (Pal. d. Beauv.)
Benth. ist. Andere Identitäten in den Gattungen der Gramineen können den Autoren
nicht zur Last fallen, die können nur durch die Beschäftigung mit der Familie entfernt
werden.
Wenn wir auch hier und da kleine Mängel hervorgehoben haben, so soll durch
dieselben keineswegs der Wert des Buches herabgesetzt werden ; wir erkennen vielmehr
darin eine der bemerkenswertesten neuen Erscheinungen in der phytologischen Litte-
ratur und müssen den Verf. für ihre unendliche Geduld und Mühe den besten Dank
wissen, Jeder unserer Fachgenossen, der sich mit irgend einem Teil der afrikanischen
Flora beschäftigen will, wird aus dem in alphabetischer Folge die Arten aufzählenden
Verzeichnisse einen zweckdienlichen Gebrauch machen können, Wie groß aber die
Zahl der neuerdings bekannt gewordenen Monocotyledoneen ist, welche in dem Con-
spectus noch nicht Aufnahme finden konnten, werden die in den nächsten Monaten
erscheinenden Publicationen des Berliner botanischen Museums zeigen.
K. SCHUMANN.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. (2)
18 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur,
Eingegangene neue Litteratur.
Allgemeine Handbücher und Lehrmittel.
Methoden der Systematik.
Dennert, E.: Vergleichende Pflanzenmorphologie. — In Weser’s Natur-
wissenschaftlicher Bibliothek. — 954 S. 8° mit über 600 Einzel-
bildern in 506 Figuren. — Leipzig (J. J. Weber) 1894. M 5.—.
Ein für den Laien berechneter und recht ansprechend durchgeführter Grundriss
der vergleichenden Pflanzenmorphologie mit steter Berücksichtigung der biologischen
Verhältnisse, erläutert durch vom Verf. selbst nach der Natur gezeichnete Abbildungen.
Ref. hat jedoch den Eindruck, dass die schönen Originalzeichnungen des Verf, bei der
Reproduction etwas verloren haben. ENGLER.
Schumann, K.: Lehrbuch der systematischen Botanik, Phytopaläontologie
und Phytogeographie. Mit 493 Figuren und einer Karte in Farben-
druck. — Stuttgart (F. Enke) 4894. Æ 16.—.
Das ausführlichste und am meisten durchgearbeitete Handbuch der botanischen
Systematik, welches in der neueren Zeit erschienen ist, und allen denjenigen empfohlen
werden kann, welche sich über den traurigen Standpunkt der Systematik einiger sonst
recht guter Handbücher erheben wollen und nicht in der Lage sind, noch umfang-
reichere Werke zu erwerben. Sehr hervorzuheben sind auch die Abschnitte über Phyto-
paläontologie und Phytogeographie, welche hier sehr übersichtlich behandelt werden,
während sie in vielen Handbüchern gänzlich vernachlässigt sind. Bei einer zweiten Auf-
lage, die dem Werk zu wünschen ist, dürfte es sich empfehlen, wenigstens in den Ab-
schnitten über Paläontologie und Pflanzengeographie auf die wichtigsten Quellenwerke
hinzuweisen. GILG.
Loew, E.: Blütenbiologische Floristik des mittleren und nördlichen Europa
sowie Grönlands. — Systematische Zusammenstellung des in den
letzten zehn Jahren veröffentlichten Beobachtungsmaterials. —
Stuttgart (F. Enke) 1894, 494 S. M 44.—.
Ein sehr wertvolles Buch, in welchem wir die so außerordentlich zerstreuten An-
gaben über die Bestäubungsverhältnisse der Blütenpflanzen der angegebenen Gebiete
und die damit zusammenhängenden biologischen Fragen und Deutungen mit großer
Genauigkeit zusammengetragen finden. Dass Verf. bei seiner großen Erfahrung in diesen
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur. 19
Fragen die Angaben, besonders bei vorhandenen Widersprüchen, häufig mit einer ge-
wissen Kritik behandelt, wird gewiss von jedermann begrüßt werden. Nicht nur für
den Blütenbiologen, sondern auch für jeden sich für Morphologie und Systematik inter-
essierenden Botaniker wird das vorliegende Werk ein wertvolles Nachschlagebuch bil-
den. Originell und von großer Bedeutung für die Pflanzengeographie Europas ist die
Anordnung der Pflanzen nach ihrer Verbreitung. In Kapitel 4 werden die Blüteneinrich-
tungen der Pflanzen der mitteleuropäischen Hochalpenkette behandelt; Kapitel 2 be-
handelt die Flora der Pyrenäen; Kapitel 3 die Flora des skandinavischen Hochgebirges;
Kapitel 4 die Flora des arctischen Gebietes; Kapitel 5 die Flora des subatlantischen
Küstengebietes; Kapitel 6 die Flora des mitteleuropäischen Tief- und Berglandes. Jeder
Florist, der nicht blos am Sammeln Vergnügen findet, wird das Buch des gedanken-
reichen und scharf beobachtenden Verf. gern immer wieder zur Hand nehmen. GiLc.
Strasburger, E., F. Noll, H. Schenk, A. F. W. Schimper: Lehrbuch
der Botanik für Hochschulen. — 558 S. 80 mit 577 zum Teil farbigen
Abbildungen. — Jena (Gustav Fischer) 1894. M 7.—.
Giesenhagen, K.: Lehrbuch der Botanik. 335 S. 89, — München und
Leipzig (E. Wolff) 1894. M 8.—.
Prantl’s Lehrbuch der Botanik, herausgegeben und neu bearbeitet von
F. Pax. — 365 S. 8° mit 355 Figuren in Holzschnitt. Neunte, ver-
mehrte und verbesserte Auflage. — Leipzig (W. Engelmann) 1894.
BU
Diese neue Auflage zeigt in der Behandlung der allgemeinen Botanik, namentlich
der Anatomie, einen erheblichen Fortschritt gegenüber den früheren Auflagen; etwas
mehr Specialisierung dürfte sich aber hier und da noch empfehlen. Sehr gewonnen hat
das Buch durch eine große Anzahl vorzüglicher Abbildungen der officinellen Pflanzen,
wie sie in keinem anderen der kleineren Handbücher geboten werden. Die systematische
Anordnung der Familien entspricht dem Standpunkt, den die Systematik durch die
neueren monographischen Bearbeitungen gewonnen hat. ENGLER.
Potonié, H.: Elemente der Botanik. Mit 507 in den Text gedruckten Ab-
bildungen. Dritte, wesentlich verbesserte und vermehrte Auflage.
— 343 S. 8°. — Berlin (J. Springer) 1894. .// 4.—.
Unter den kleineren für die Anfänger bestimmten Handbüchern ist dieses wohl zu
empfehlen, namentlich für denjenigen, der eine gedrüngte Übersicht der physiologischen
Analomie wünscht, ENGLER.
Müller, C., und H. Potonié: Botanik. — Dr. H. Poronıt’s Naturwissen-
schaftliche Repetitorien. II. Mit 43 Abbildungen im Texte. —
Berlin (Fischer) 1893. M 5.—.
Kurzes Repetitorium der gesamten Botanik , das für Mediciner und Pharmaceuten
berechnet ist, für Letztere aber kaum ausreichen dürfte. Die Darstellung ist knapp und
gedrüngt.
Kny, L.: Botanische Wandtafeln mit erläuterndem Text. IX. Abteilung.
Tafel XCI—C. — Berlin (Paul Parey) 1895. — In Mappe 42 M.
Die durch ihre streng wissenschaftliche Genauigkeit und vortreffliche Ausführung
wohlbekannte Sammlung botanischer Wandtafeln, welche nur leider in großen Audi-
(2*)
20 Litteraturbericht. — Eingangene neue Litteratur,
lorien bisweilen wegen ihrer zu feiuen Ausführung versagen, bringt in dieser Abteilung:
Bau und Entwickelung der Lupulin-Drüsen, Bestüubung der Blüten von Aristolochia
Clematitis und auf 8 Tafeln die Entwickelungsgeschichte von Aspidium Filix mas, auf der
letzten Tafel auch die Entwickelung eines apogam entstandenen Farn-Pflünzchens
dieser Art. ENGLER.
Dodel, A.: Biologischer Atlas der Botanik für Hoch- und Mittelschulen.
|. Serie. Iris sibirica. 7 Blätter in Farbendruck. — Zürich (Caesar
Schmidt) 1893. M 40.—.
Die Tafeln empfehlen sich durch ihre Größe (120: 84 cin) und durch ihre künst-
lerisch schöne Ausführung, ferner auch durch die Auswahl der dargestellten Objecte.
Es kann aber leider nicht verschwiegen werden, dass viele wichtige Details der Dar-
stellungen des Befruchtungsprocesses zu klein dargestellt und in einem Auditorium
schon in einer Entfernung von etwa 5 m kaum noch deutlich wahrgenommen werden
kónnen. ENGLER.
Berg, O. C., und F. C. Schmidt: Atlas der officinellen Pflanzendarstellung
und Beschreibung der im Arzneibuche für das Deutsche Reich er-
wähnten Gewächse. Zweite verbesserte Auflage, herausgegeben
durch A. Meyer und K. Schumann. Lief. I—XII, enthaltend Taf. I
—LXX^. — Leipzig (Arthur Felix) 1891—1894. — Preis pro Lief.
M 6.50.
Die Vorzüglichkeit der in der ersien Auflage dieses Werkes enthaltenen Abbil-
dungen ist eine so allgemein anerkannte, dass für die in die zweite Auflage über-
gezangenen Tafeln jedes Lob überflüssig ist. In dieser zweiten Auflage sind nun eine
Anzahl neuer vortrefflich ausgeführter Tafeln hinzugekommen, welche Palaquium Gutta,
Strophanthus hispidus, Marsdenia Condurango, Cinchona Ledgeriana, Artemisia maritima,
Astragalus gummifer, Physostigma venenosum, Toluifera Balsamum, T. Pereirae, Andira
Pisonis nach den Originalzeichnungen von Frau Dr. Günxk bringen. Sowohl hinsichtlich
künstlerischer Auffassung der Habitusbilder, wie hinsichtlich der Genauigkeit der Ana-
lysen wird kaum ein Kenner an diesen Tafeln etwas auszusetzen haben. Da ein wohl-
unterrichteter Pharmakognost und ein tüchtiger Systematiker den Text teils revidiert,
teils umgestaltet haben, so ist das Werk unstreitig allen zu empfehlen, welche ein gutes
Hülfsbuch für pharmakognostische Studien zur Hand haben wollen. ENGLER.
Tschirch und Oesterle: Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und
Nahrungsmittelkunde. — 16—20 Lieferungen zu je 5 Tafeln. 1. Lief.
Jede Lieferung # 1,50. — Leipzig (T. O. Weigel Nachf.) 4894.
Dieser Atlas verspricht ein vortreffliches Hülfsmittel für die Pharmakognosie und
Nahrungsmittelkunde zu werden. Auf den sehr inhaltsreichen Tafeln finden wir einer-
seils eine genaue anatomische Darstellung der betreffenden Droge, anderseits, wenn es
nötig ist, eine Darstellung der pflanzlichen Objecte, welche mehr oder weniger als Ver-
fälschung vorkommen. Der Text ist knapp und klar, der Preis des Atlas zudem ein so
billiger, dass das Werk dem studierenden Pharmaceuten, für den es auch in erster Linie
bestimmt ist, empfohlen werden kann. ENGLER.
Penzig, O.: Pflanzen-Teratologie, systematisch geordnet. II. Bd. Dicotyle-
dones, Gamopetalae. Monocotyledones. Cryptogamae. — Im Selbst-
verlag des Verf. — Genua 1894.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur. 21
Das Werk verdient vor Allem wegen seiner sorgfältigen Zusammenstellung der in
der Litteratur so ungemein zerstreuten Beobachtungen über pflanzenteratologische Er-
scheinungen die beste Empfehlung und wird vor unnültzen Wiederholungen von Be-
schreibungen längst bekannter Fälle bewahren, Dass die allgemeinen Betrachtungen des
Verf. über die bei den einzelnen Familien auftretenden Anomalien teils dem Beifall, teils
einer anderen Auffassung der Morphologen begegnen werden, ist bei der großen Ver-
schiedenheit der morphologischen Richtungen wohl zu erwarten, ENGLER.
Fischer-Benzon, R. von: Altdeutsche Gartenflora. Untersuchungen über
die Nutzpflanzen des deutschen Mittelalters, ihre Wanderung und
ihre Vorgeschichte im klassischen Altertum. 254 S. 89. — Kiel
(Lipsius und Tischer) 1894. # 8.—. |
Das Werk ist ein durchaus originelles und befasst sich mit Forschungen, zu denen
die Fachbotaniker heutzutage nur selten Neigung haben, da mehr philologische Kennt-
nisse dazu gehóren, als sie den meisten Naturforschern zur Verfügung stehen, und im
Allgemeinen die heutigen Botaniker mehr Neigung zur Beobachtung in der Natur oder
unter dem Mikroskop als zum antiquarischen Studium besitzen. Um so dankenswerter
ist es, dass der Verf , der auch die zu diesen Forschungen nötigen botanischen Kennt-
nisse besitzt, die historischen Nachweise über die Cultur und Benennung der Nutz-
pflanzen sorgfältig zusammengetragen und verarbeitet hat. ENGLER.
Delpino, F.: Applieazione di nuovi eriteri per la classificazione delle
piante. Quinta memoria. — Bologna 1893, 30 Seiten, gr. 40.
Clos, D.: De la marche à suivre dans la description des genres: Autonomie
et circonscription des quelques-uns d'entre eux. — Bull. Soc. bot.
France Bd. 44 (1894). S. 390—400.
Verf. giebt kritische Bemerkungen zu den nachstehend angeführten Gattungen,
welche die Aufrechterhaltung oder Hinfälligkeit derselben beweisen sollen. Er bespricht
dabei in sehr eingehender Weise die einschlägige Litteratur. Die behandelten Gattungen
sind folgende: Brassica, Erucastrum, Diplotaxis, Alliaria, Conringia, . Raphanistrum,
Fumana, Bergenia, Mulgedium, Lactuca, Asarina, Glechoma, Clinopodium.
Euthallophyta.
Schizophyceae.
Jönsson, B.: Studier öfver algparasitism hos Gunnera L. — Bot. Not. 1894,
20 Seiten, mit zahlreichen Holzschnitten.
Zukal, H.: Zur Frage über den Zellinhalt der Gyanophyceen. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 49—52.
Neue Beobachtungen über einige Cyanophyceen. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XII (1894). S. 256—266. t. XIX.
Schizomycetes.
Atkinson, G. F.: Contributions to the biology of the organism causing
leguminous tubercles. — Botanical Gazette XVIII (1893). S. 157—
166, 226—237, 257—267. t. XII—XV.
Cohn, F.: Über thermogene Bacterien. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. X!
(1893). S. (66)—(69).
22 Litteraturbericht, — Eingegangene neue Litteratur,
Fischer, A.: Untersuchungen über Bakterien. — Prmssurmm’s Jahrb. f.
wissensch. Bot. XXVII. — 463 S. und 5 Tafeln.
Sehr wichtige Abhandlung, namentlich in Bezug auf die GeiBeln der Bakterien und
für die Systematik.
Bacillariales.
Pero, P.: Le Diatomee dell' Adda e di altre aeque dei dintorni di Sondrio.
-— Malpighia VII (1893). S. 243—278.
Eine ausführliche Aufzühlung aller in der angegebenen Gegend beobachteten Diato-
meen mit genauen Standorts- und Litteraturangaben,
Lauterborn, R.: Zur Frage nach der Ortsbewegung der Diatomeen. —
Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 73—78, mit 4 Holz-
schnitt.
Müller, Otto: Die Ortsbewegung der Bacillariaceen betreffend. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 574—576.
—— Die Ortsbewegung der Bacillariaceen. II. — Ber. Deutsch. bot.
Gesellsch. XII (4894). S. 136—143.
Schütt, F.: Wechselbeziehungen zwischen Morphologie, Biologie, Ent-
wiekelungsgeschichte und Systematik der Diatomeen. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XI (4893). S. 563—574. t. XXX.
Conjugatae.
Palla, E.: Über eine neue pyrenoidlose Art und Gattung der Conjugaten.
— Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 228—236. t. XVIII.
Chlorophyceae,
Chodat, R., et E. Malinesco: Sur le polymorphisme du Scenedesmus
acutus Mey. — Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 484—190.
et E. Malinesco: Sur le polymorphisme du Raphidium Braunii et
du Scenedesmus caudatus Corda. — Bull. Herb. Boiss. I (1893).
S. 640—643, mit 6 Holzschnitten und t. XXVIII.
Chodat, R.: Matériaux pour servir à l'histoire des Protococcoidées. —
Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 585—646. t. XXII —XXIX (farbig).
Es werden folgende Arten ausführlich erörtert: Palmella miniata Leibl., Chlamy-
domonas intermedius Chod. (n. sp.), Gonium pectorale Muell., G. sociale Warm., Pandorina
morum, Palmellococcus (nov. gen.) miniatus Chod. (n. sp.), Dactylococcus infusionum Naeg.,
Scenedesmus quadricauda Meyen, Raphidium Braunii , Chlorosphaera muralis Chod.
(n. sp.), Pleurastrum (n. gen.), insigne Chod. (n. sp.), Pleurococcus vulgaris Naeg.
Lagerheim, G. de: Rhodochytrium nov. gen., eine Übergangsform von den
Protococcaceen zu den Chytridiaceen. — Bot. Zeitung Bd. 51 (1893).
S. 43—514. t. II. |
—— Studien über arktische Gryptogamen. I. Über die Entwickelung von
Tetraédron Kütz. und Euastropsis Lagerh., eine neue Gattung der
Hydrodietyaceen. — Tromsoe Museums Aarshefter 17 (1894),
24 Seiten, T. 1.
Litteraturbericht, — Eingegangene neue Litteratur. 23
Shaw, W. R.: Pleodorina, a new genus of the Volvocineae. — Botanical
Gazette XIX. S. 279—283. t. XXVII.
Genaue Beschreibung und Abbildung einer neuen mit Pandorina und Eudorina
nahe verwandten Gattung der Volvocaceae.
Schmidle, W.: Über den Bau und die Entwickelung von Chlamydomonas
Kleinii n. sp. — Flora Bd. 77 (1893). S. 416—925. t. I.
Wildeman, E. de: Quelques mots sur le Pediastrum simplex Meyen. —
Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 412—446. t. XIX.
— —. Note sur le genre Pleurococcus Menegh. et sur une espece nouvelle
Pl. nimbatus. — Bull. Herb. Boiss. I. S. 337—343. t. XVIII.
——- A propos du Pleurococcus nimbatus de W. — Bull. Herb. Boiss. ll
(1894). S. 387—388.
Rhodophyceae.
Borzi, A.: Über Dictyosphaerium Naeg. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII
(1894). S. 248—256.
Bruns, F.: Beitrag zur Anatomie einiger Florideen. — Ber. Deutsch. bot.
Gesellsch. XI (1894). S. 178—187. t. IX.
Golenkin, M.: Algologische Notizen. — Bull. Soc. Imp. Naturalistes de
Moscou 1894, No. 2, 14 Seiten.
Heydrich, F.: Vier neue Florideen von Neu-Seeland. — Ber. Deutsch. bot.
Gesellsch. XI (1893). S. (75)—(79). t. XXII.
— — Pleurostichidium, ein neues Genus der Rhodomeleen. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XI (4893). S. 344—348. t. XVI.
Schmitz, F.: Die Gattung Actinococcus Kütz. — Flora Bd. 77 (1893).
S. 367—447.
Nachweis der Selbstündigkeit der Florideengattung Actinococcus. Eine Entgegnung
auf die kurz vorher veróffentlichten Resultate von REINKE, nach welchen Actinococcus
nichts anderes als das Nemathecium von Phyllophora Brodiaei sei. AuBerdem wurden
auch über andere Florideengattungen eingehende Studien angestellt.
Die Gattung Microlhamnion J. Ag. (= Seirospora Harv.). — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XI (1893). S. 273— 286.
— — pie Gattung Lophothalia J. Ag. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI
(1894). S. 212—232.
Fungi.
Allgemeines.
Thomas, M. B.: The genus Corallorrhiza. — Botanical Gazette XVIII (1893).
S. 466—170. t. XVI, XVII.
Hauptsüchlich Mitteilung über den Wurzelpilz dieser Pflanze.
Oudemans, C. A. J. A.: Revision des Champignons tant supérieurs qu'in-
férieurs trouvés jusqu'à ce jour dans les Pays-Bas I. — Ver-
handelingen der Koninkl. Akad. van Wetenschappen te Amsterdam.
Tweede Sectie, Deel II. 638 Seiten. — Amsterdam (Joh. Müller) 1893.
24 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur,
Phycomyoetes.
Thaxter, R.: Observations on the genus Naegelia of Reınscn. — Botanical
Gazette XIX. S. 49—55. t. V.
Genaue Beschreibung dieses jetzt als Sapromyces Reinschü (Schróter) Fritsch
zu bezeichnenden Pilzes.
Magnus, P.: Über Synchytrium papillatum Farl. — Ber. Deutsch. bot.
Gesellsch. XI (4893). S. 538—549, t. XXVII.
Ascomycetes.
Sadebeck, R.: Die parasitischen Exoasceen. Eine Monographie. — Jahrb.
der Hamburger Wissenschaftl. Anstalten X. 2 (1893). 110 Seiten,
3 Doppeltafeln.
Heck, C. R.: Der Weißtannenkrebs. — Mit 10 Holzschnitten, 44 graphischen
Darstellungen, 9 Tabellen und 40 Lichtdrucktafeln. — Berlin (Julius
Springer) 1894; Preis 10 Z.
Sehr ausführliche und genaue Darstellung dieser gefürchteten Krankheit unserer
Weißtannen und Beleuchtung derselben nach jeder Richtung hin.
Massee, G.: On Trichosphaeria Sacchari Mass.; a Fungus causing a disease
of the Sugar-cane. — Ann. of botany VII. S. 545—532. t, XXVII.
Humphrey, J. E.: On Monilia [ructigena. — Botanical Gazette XVIII.
S. 85—93. t. VII.
Reinke, J.: Abhandlungen über Flechten. L., II. — Prisgsneiw’s Jahrb. XXVI. 3
(1894). 48 S., mit zahlreichen Holzschnitten.
Basidiomycetes.
Dietel, P.: Descriptions of new species of Uredineae and Usttlagineae, with
remarks on some other species. I. — Botanical Gazette XVIII (1893).
S. 253—256.
Rabinowitsch, L.: Beitrüge zur Entwicklungsgeschichte der Fruchtkörper
einiger Gasteromyceten. — Flora 1894, Ergänzungsband. 38 S. 80
mit 2 Tafeln.
Die Arbeit enthält eine Entwicklungsgeschichte von Lycoperdon depressum Bo-
norden, und Scleroderma Bovista Fries, sowie Untersuchungen zur Morphologie von
Sphaerobolus stellatus Tode.
Thaxter, Roland: Note on Phallogaster saccatus. — Botanical Gazette XVII!
(1893). S. 417—421. t. IN.
Embryophyta zoidiogama.
Hepaticae.
Underwood, L. M.: The evolution of the Hepaticae. — Botanical Gazette
XIX. S. 348—361.
Studien über die Verwandtschaftsverhültnisse der Lebermoosgattungen und der
Gruppen der Hepaticae unter einander, ferner aber auch über den Zusammenhang und
die Abstammungsverhältnisse der Hepaticae von den Algen und der Laubmoose, Farne
und hóheren Pflanzen von den Lebermoosen.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur, 25
Underwood, L. M.: Notes on our Hepaticae. ll. The genus Riccia. —
Botanical Gazette XIX. S. 273—278.
Neu aufgestellt werden: R. Frostii var. major, R. aggregata, R. Catalinae,
R. Brandegei. Außerdem werden zahlreiche Arten ausführlich besprochen. Den
Schluss der Arbeit bildet eine ausführliche Bestimmungstabelle sämtlicher Arten von
Riccia.
Levier, E.: Riccia Michelii. — Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 229—210.
t.V.
Genaue Beschreibung und Abbildung der Riccia Michelii Raddi.
—— Riccia Henriquesii n. sp. — Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 649— 650.
t. XXX—XXXI.
Farmer, J. Bretland, and Jesse Reeves: On the oecurrence of centro-
spheres in Pellia epiphylla Nees. — Annals of botany VIII (1894).
S. 219—224. t. XIV.
Nach den Verf. liefern die Sporen von Pellia epiphylla, welche schon meist in der
Kapsel sich zu entwickeln pflegen, ein ausgezeichnetes Material zum Studium der Karyo-
kinese. Beim Verfolgen derselben zeigte es sich ferner, dass hier die Centrosphüren
oder Attractionssphären und ihr Verhalten zum Process der Zellkernteilung mit großer
Genauigkeit zu beobachten waren.
Schiffner, V.: Morphologische und systematische Stellung von Metzgeriopsis
pusilla. — Österr. bot. Zeitschr. 1893. S. 118—122, 153—160, 205
— 210.
Stephani, F.: Eine neue Lebermoos-Gattung. — Österr. bot. Zeitschr. 1894.
S. 1—95. t. I.
. Beschreibung von Schiffneria hyalina Stephani.
Musci (foliosi).
Bower, F. O.: A criticism, and a reply to criticisms. — Ann. of botany VII
(1893). S. 367—380.
Erörterung der morphologischen Verhältnisse von Buxbaumia und Diphyscium
und Zurückweisung der theoretischen Ansichten GÜBEL's.
Dixon, H. N.: Notes on the british species of Campylopus. — Journ. of
Bot. XXXI (1893). S. 405—107.
Renauld, F., et J. Cardot: Mousses nouvelles de l'Herbier Boissier. —
Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 32—33.
Neu beschrieben werden Hypnum Barbeyi (Bolivia), Polytrichum Autrani (Libanon),
Grimmia anodon BS var. sinaitica (Sinai).
Filicales.
Campbell, D. H.: Observations on the development of Marattia Douglasii
Bak. — Annals of botany VIII (1894). S. 4—20. t. Lu. II.
Verf. kommt zu dem Resultat, dass die eusporangiaten Farne sehr vielfache Über-
einstimmungen mit den Bryophyten zeigen und mit ziemlicher Bestimmtheit von jenen
direct abgeleitet werden können. Besonders die Übereinstimmung der Marattiaceae mit
Anthoceros ist in vielen Punkten eine sehr auffallende und charakteristische.
26 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur,
Müller, C.: Zur Kenntnis der Entwickelungsgeschichte des Polypodiaceen-
sporangiums. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 54—72.
tab. V.
Karsten, G.: Die Elatere von Polypodium imbricatum. — Flora 1894, Er-
gänzungsband S. 87—94. t. II A.
Matouschek, F.: Die Adventivknospen an den Wedeln von Cystopteris
bulbifera (L.) Bernh. — Österr. bot. Zeitschr. 1894. Nr. 4 und 5,
6 Seiten, T. II.
Baker, J. G.: New Ferns of 1892—93. — Annals of botany VIII (4894).
S. 131—132,
Beschreibung neuer Farnarten aus allen Gebieten der Erde, folgenden Gattungen
angehórig: Cyathea, Alsophila , Hymenophyllum , Lecanopteris, Davallia , Adiantum,
Asplenium, Nephrodium, Polypodium, auch von Selaginella.
Seward, A. C.: On Rachiopteris Williamsoni n. Sp., a new fern from the
Coal-Measures. — Ann. of botany VIII (1894). S. 207—948. t. XIII.
Campbell, D. H.: On the development of Azolla filiculoides Lam. — Ann.
of botany VII (4893). S. 455—487. t. VII—IX.
Azolla ist nach den Untersuchungen des Verf. zwar mit Salvinia verwandt, steht ihr
aber doch viel ferner, als man gewöhnlich annahm,
Equisetales.
Bower, F. O.: Studies in the morphology of spore producing members. —
Equiselinae and Lycopodineae. — Philosophical Transactions of the
Royal Society of London. Vol. 185 (1894). S. 473—572. pl. 489—852.
Der Verf, giebt entwickelungsgeschichtliche Untersuchungen der Sporangien von
Equisetum, Phylloglossum, Lycopodium, Selaginella, Lepidostrobus, Lepidodendron, Isoetes,
Tmesipteris und bemüht sich, phylogenetische Beziehungen zwischen der embryonalen
Generation dieser Pflanzen und derjenigen der Moose aufzufinden.
Cormack, B. G.: On a cambial development in Equisetum. — Annals of
botany VII (1893). S. 63—82. t. VI.
Verf. zeigt, dass in den Knoten des jetztlebenden Equisetum maximum eine cambiale
Thütigkeit existiert, dass auch bei den Calamiten die cambiale Thätigkeit in den Knoten
begann und sich von da in die Internodien fortsetzte,
Williamson, W. C., and D. H. Soott: Further observations on the
organisation of the fossil plants of the Coal-Measures. Part I. —
Calamites, Calamostachys and Sphenophyllum. — Proc. Roy. Soc.
Vol. 55. S. 447—124.
Sphenophyllales.
Potonié, H.: Über die Stellung der Sphenophyllaceen im System. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 97—100, mit Holzschnitten.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur, 27
Lycopodiales.
Gibson, R. J. H.: Contributions towards a knowledge of the anatomy of the
genus Selaginella Spr. — Annals of botany VIII (4894). S. 133—206.
t. IX—XII.
Ausführliche Schilderung der anatomischen Verhältnisse der Gattung Selaginella
ohne eingehendere Bezugnahme auf die systematische Gruppierung derselben.
Heinsen, E.: Die Makrosporen und das weibliche Prothallium von Selagi-
nella. — Flora Bd. 78 (1894). S. 466—495. t. XVI.
Solms-Laubach, H. Graf zu: Über Stigmariopsis Grand'Eury. — Paläonto-
logische Abhandlungen, herausgegeben von Dames und Kayser, Neue
Folge II. Heft 5 (Jena 1894). Mit 3 Tafeln und 4 Textfigur.
Pirotta, R.: Sopra due forme dell’ Isoetes echinospora Dur. — Bull. Soc.
bot. Ital. 4893. S. 44—12.
Aufstellung zweier neuer Formen von 1. echinospora, welche als f. curvifolia und
f. rectifolia bezeichnet werden.
Embryophyta siphonogama.
Cycadales.
Carruthers, W.: On Cycas Taiwaniana n. sp. and C. Seemanni A. Br. —
Journ. of Bot. XXXI (1893). S. 1—3. t. 330 u. 331.
Beschreibung der neuen Cycas-Art von Formosa und Besprechung der von A. BRAUN
aufgestellten C. Seemanni von den Fidschi-Inseln.
Seward, A. C.: On the genus Myeloaylon Brongn. — Annals of botany VII
(4893). S. 4—20. t. I, II.
Vorzugsweise anatomischen Inhalts. Der Verf. kommt zu dem Resultat, dass
Myeloxylon wahrscheinlich zwischen den Farnen und Cycadaceen seinen Platz hat, aber
den letzteren näher steht.
Coniferae.
Belajeff, W1.: Zur Lehre von dem Pollenschlauehe der Gymnospermen. —
Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 196—201. t. XII.
Dixon, Henry H.: Fertilization of Pinus silvestris. — Annals of botany VIII
(1894). S. 24—34. t. III —V.
Eingehende Studien über die Befruchtungsvorgánge bei Pinus sylvestris (nach dem
Vorgange von BELAJEFF bei Taxus baccata).
Jack, J. G.: The fructifieation of Juniperus. — Botanical Gazette XVIII
(1893). S. 369—375.
Gnetales.
Karsten, G.: Zur Entwicklungsgeschichte der Gattung Gnetum. — Coun’s
Beiträge zur Biologie der Pflanzen. Bd. VI. Heft. III. S. 337—382,
mit Taf. VIII—XI.
Enthält Untersuchungen über die Entwicklungsgeschichte der männlichen und
weiblichen Blüten, des Embryosacks und des Embryo. Besonders auffallend ist, dass
im Embryosack eine große Anzahl völlig ähnlicher Kerne als Wandbelag entstehen, die
der Verf. als gleichwertige Eikerne ansieht und von denen 3 mit je einem eingedrungenen
28 Litteraturbericht, — Eingegangene neue Litteratur.
Kern des Pollenschlauches verschmelzen. Archegonien wie bei Ephedra sind hier nicht
nachzuweisen,
Solereder, H.: Über die Zugehörigkeit des von Masters als Bragantia
Wallichii beschriebenen anomalen Stammstückes zur Gattung Gnetum,
— Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 384—386.
Auf Grund anatomischer Studien stellt Verf. fest, dass das erwühnte Stammstück
nicht einer Art der Aristolochiaceengattung Bragantia, sondern einer Art von Gnetum
angehört, Die Art selbst konnte nicht festgestellt werden.
Zur allgemeinen Morphologie und Entwicklungsgeschichte
der Angiospermen.
Celakowsky, Lad.: Das Reductionsgesetz der Blüten, das Dédoublement
und die Obdiplostemonie. — Sitz.-Ber. Böhm. Akad. Wissensch.
Math. naturw. Klasse. 4894. 440 Seiten, 5 Tafeln.
Guignard, L.: Note sur l'orgine et la structure du tégument séminal chez
les Capparidées, Resedacées, Hypericacees, Balsaminees eA Linacees.
— Bull. Soe, bot. France. Bd. 40 (1893). S. 56—59.
Motlier, D. M.: On the embryo-sac and embryo of Senecio aureus L. —
Botanical Gazette XVIII (1893). S. 245—253. t. XXVII—XXIX.
Auf verschiedene Reihen bezügliche Abhandlungen.
Robertson, Charles: Flowers and insects X. — Botanical Gazette XVIII.
S. 47 fT.
Im Anschluss an seine früheren biologischen Untersuchungen berichtet Verf. in
vorliegender Arbeit sehr ausführlich über die Bestäubungsverhältnisse folgender Pflanzen-
arten: Steironema lanceolatum, St. longifolium, Frasera carolinensis, Ellisia nyctella,
Comandra umbellata, Spiranthes gracilis, Orchis spectabilis, Habenaria leucophaea. Stets
sind die Befruchtungsvermittler angeführt.
Flowers and insects XI. — Botanical Gazette XVIII (1893). S. 267—974.
Untersuchungen über die Bestäubungsverhältnisse folgender Pflanzen: Stellaria
media Sm., Malva rotundifolia L., Sida spinosa L., Abutilon Avicennae Gaertn., Hibiscus
lasiocarpus Cav., Hibiscus Trionum L., Geranium carolinianum L., Oxalis violacea L.,
Melilotus alba Lam.
Flowers and insects XII. — Botanical Gazette XIX (1894). S. 103—112.,
Im Anschluss an frühere Untersuchungen werden hier die Bestäubungsverhältnisse
folgender Arten beschrieben: Clematis virginiana, C. Pitcheri, Ranunculus septentrionalis,
kR. fascicularis, R. abortivus, Hypericum cistifolium, Xanthophyllum americanum, Rhus
glabra.
Monocotyledoneae.
Pandanales.
Ascherson, P.: Sparganium neglectum Beeby und sein Vorkommen in
Österreich-Ungarn. — Österr. bot. Zeitschr. 1893. S. 14 —14, &4—47,
Helobiae.
Bennett, A.: Notes on Polamogetons. — Journ. of Bot. XXX (4892). S. 320 fT,
XXXI (1893). S. 132—134,294— 997, XXXII (1894). S. 203—205.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur. 29
Fryer, A.: Potamogelon polygonifolius var. pseudofluitans. — Journ. of Bot.
XXXII (4894). S. 97—100. t. 342.
— — Notes on Pondweeds. A new hybrid Potomogeton. — Journ. of Bot.
XXXI (1893). S. 353—355. t. 337 u. 338.
Beschreibung des neuen Bastards Potamogeton Billupsü (= coriaceus >< planta-
gineus).
Rose, E.: Recherches sur les Ruppia. — Bull. Soc. bot. France. Bd. XLI
(1894). S. 166—480.
Der erste Teil der Arbeit ist morphologischen und biologischen Studien gewidmet.
Im zweiten Teil giebt Verf. eine genaue Zusammenstellung der Litteratur über Ruppia
und weist darauf hin, dass R. maritima L. (— R. spiralis Dmrt.) durch 4 Staubblütter und
8 Fruchtblätter ausgezeichnet ist, während B. rostellata Koch und R. drepanensis Tin
(= R. trichodes DR.) 4 Staubblätter und 4 Fruchtblätter besitzen.
Sauvageau, M. C.: Sur la feuille des Butomées. — Ann. sc. nat. VII.
Sér. XVII. S. 295—320.
Verf. findet, dass auf Grund des anatomischen Aufbaues die Gattungen Limnocharis
und Hydrocleis nicht vereinigt werden dürfen, ja dass nach diesem Princip Limnocharis
der Gattung Tenagocharis näher stehe als Hydrocleis. Ferner steht Butomus allen
übrigen Gattungen (welche man in Deutschland gewöhnlich als Alismaceae bezeichnet)
scharf gegenüber, zeigt endlich auch keine ausgesprochenen Beziehungen zu den Junca-
ginaceae.
Paiche, Ph.: Notice sur le Zannichellia tenuis Reut. — Bull. Herb. Boiss. I
(1893). S. 428—129.
Magnus, P.: Über die Gattung Najas. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XH
(1894). S. 214—224. t. XI und 3 Holzschnitte.
Glumiflorae.
Buchenau, F.: Die Verbreitung von Oryza clandestina A. Br. — Bot.
Zeitung 52. Bd. (1894). S. 83—96, 201—206.
Daveau, J.: Note sur une Graminée nouvelle (Eragrostis Barrelieri spec.
nov.). — Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 651—660. t. XXXII.
Eriksson, J.: Beiträge zur Systematik des cultivierten Weizens. — Land-
wirtsch. Versuchs-Stationen XLV (1894). S. 37—136.
True, Rodney H.: On the developement of the caryopsis. — Botanical
Gazette XVIII (1893). S. 242—226. t. XXIV—XXVI.
Saporta: Étude monographique sur les Rhizocaulon. — Rev. gen. de Bot.
X (4894). S. 241—259, 301—309, 324—344. t. V—VIII.
Monographische Bearbeitung der fossilen Gattung Rhizocaulon, eine Entgegnung
auf die Resultate der Untersuchungen Scaumann’s über denselben Gegenstand.
Spathiflorae.
Baroni, E.: Nuovo specie di Arisaema. — Bull. Soc. bot. Ital. 1893. S. 515
—516.
Verf. beschreibt eine neue Arisaema aus dem nördlichen China, A. Giraldii, welche
er in Hinsicht auf ihre Verwandtschaft genau bespricht.
30 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur,
Walker, E.: Notes on Richardia africana. — Botanical Gazette. XIX. S. 944
—1243.
Bericht über die Gestaltung einer anormalen »Blüte« dieser Art.
Principes.
Osenbrüg, Th.: Über die Entwickelung des Samens der Areca Catechu L.
und die Bedeutung der Ruminationen. — Marburger Diss. 1894, mit
3 Tafeln.
Farinosa e.
Müller, Fritz: Geradläufige Samenanlagen bei Hohenbergia. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellseh. XI (1893). S. 76—79. t. VI.
—— Aechmea Henningsiana Wittm. und Billbergia Schimperiana Wittm. —
Ber. Deutsch. bot, Gesellsch. XI (1893). S. 364—366.
Liliiflorae.
Meads, M. G.: The range of variation in species of Erythronium. — Bot.
Gazette XVIII (1893). S. 134—438. t. XI.
Blodgett, F. H.: On the development of the bulb of the adder's-tongue. —
Botanical Gazette XIX (1894). S. 61—65. t. VII, VIII.
Beschreibung der Knollenbildung von Erythronium americanum Ker.
Baroni, E.: Ricerche sulla struttura istologica della Rohdea japonica Roth.
e sul suo processo d'impollinazione. — Nuovo giornale botan. Ital.
XXV (1893). S. 159—175.
Lagerheim, G.: Zur Anatomie der Zwiebel von Crinum pratense Herb. —
Vidensk. Skrifter I. Math. naturw. Klasse 1894. Nr. 3, 8 Seiten.
Re, L.: Anatomia comparata della foglia nelle Amarillidacee. — Ann. del
Istituto bot. di Roma V. S. 455—473. t. IX, X.
Queva, Ch.: Recherches sur l'anatomie de l'appareil végétatif des Tac-
cacees et des Dioscorées (Lille 1894). 457 Seiten. XVIII Tafeln.
Ein sehr fleiBiges Werk, das ohne jede Berücksichtigung der Systematik sich
darauf beschrünkt, mit gróBter Genauigkeit Quer- und Lüngsschnittbilder zu registrieren.
Die Untersuchungen des Verf. mügen so genau wie nur müglich sein, und doch ist gewiss,
dass sein Fleiß nicht genügend gewürdigt werden wird, da er eben zu den Resultaten in
keinem Verhältnis steht.
Ross, H.: Anatomia comparata delle foglie delle Iridee. — Malpighia. VII
(1893). S. 345—390. t. V—VIII des VI. Bandes.
Fortsetzung und Schluss einer eingehenden vergleichend -anatomischen Arbeit
über das Irideenblatt, welche z. T. schon in Bd. VI der Malpighia erschienen war.
Scitamineae.
Baker, J. G.: A Synopsis of the genera et species of Museae. — Ann. of
botany. VII (1893). S. 189—222.
Monographische Bearbeitung der Gattungen Heliconia mit 29, Strelitzia mit 4,
Ravenala mit 2, Musa mit 32 Arten.
Litteraturbericht, — Eingegangene neue Litteratur, 31
Wagner, A.: Zur Anatomie und Biologie der Blüte von Strelitzia reginae. —
Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII (4894). S. 53—72. t. IV.
Microspermae.
Schlechter, R., and H. Bolus: On the genus Acrolophia. — Journ. of
Bot. XXXII (4894). S. 330—332.
Anerkennung der Prıtzer’schen Orchideengattung Acrolophia (auf einen Teil der
Arten von Eulophia aufgestellt) und Übertragung der bisher bekannten Arten auf diesen
Namen.
Penzig, O.: Considérations générales sur les anomalies des Orchidées. —
Mém. Soc. Sciences nat. et math. de Cherbourg. XXIX (1894).
S. 79—104, mit 40 Holzschnitten.
Kränzlin, F.: Orchidaceae papuanae. — Österr. bot. Zeitschr. 1894. S. 164 ff.
Beschreibung sehr zahlreicher neuer Orchideenarten aus dem indisch-malayischen
und papuasischen Gebiet.
Verticillatae.
Boodle, L. A., and W. C. Worsdell: On the comparative anatomy of the
Casuarineae, with special reference to the Gnetaceae and Cupuliferae.
— Ann. of Botany VIII. S. 234(F.
Die Anatomie bestätigt ebenfalls die isolierte Stellung der Casuarinaceae, obgleich
sich nach den Verfassern auch manche Punkte finden ließen, die auf eine Annäherung
an die Fagales hindeuten. Solche Annäherungen, wie die von den Verfassern fest-
gestellten, haben thatsächlich kaum irgend welchen Wert; denn »irgend welche Über-
einstimmungen« im anatomischen Aufbau lassen sich leicht von den am weitesten ge-
trennten Pflanzen nachweisen!
Piperales.
Dewévre, A.: Recherches sur le Gubebe et sur les Piperacées qui peuvent
s'y trouver. — Ann. publ. par la Soc. roy. des Sciences med. et nat.
de Bruxelles III (1894). 64 S.
Fagales.
Hil, E. J.: A study of Quercus Leana, — Botanical Gazette XIX (1894).
S. 174—177.
Gain, E.: Sur une plantule anormale de Quercus pedunculata Ehrh. — Bull.
soc. bot. France. Bd. 41 (1884). S. 498—430.
Nawaschin, S.: Kurzer Bericht meiner fortgesetzten Studien über die
Embryologie der Betulineen. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XH
(1894). S. 163—170, mit 4 Holzschnitt.
Urticales.
Solms-Laubach, H. Graf zu: Über die Beobachtungen, die Herr Gustav
Ersen zu San Francisco an den Smyrnafeigen gemacht hat. — Bot.
Zeitung LI (1893). S. 81—84.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur,
=
bi
Santalales.
Van Tieghom, Ph.: Sur la structure et les affinités des prétendus genres
Nallogia et Triarthron. — Bull. Soc. bot. France Bd. 41 (4894).
S. 641—741.
Durch morphologische und anatomische Untersuchungen stellt Verf, fest, dass die
von BaiLLoN als neue Gattung der Loranthaceae aufgestellte Nallogia Gaudichaudiana
zu der Gattung Opilia (Olacaceae) als neue Art zu bringen ist und dass ähnlich
Triarlhron loranthoideus (ebenfalls der einzige Vertreter einer von Buttons neu auf-
gestellten Gattung) eine Art der mit Loranthus nahe verwandten Gattung Dendropemon
darstellt.
Sur la classification des Loranthaeses. — Bull. Soc. bot. France
Bd. 41 (1894). S. 138—144.
Verf. teilt auf Grund seiner morphologischen Studien die Loranthaceae ein in die
3 Unterfamilien: Nuytsioideae, Loranthoideae und Viscoideae, Die erste Unterfamilie
umfasst nur die Gattung Nuytsia; die Loranthoideae werden gegliedert in Psiltacantheae
(Psittacanthus, Aetanthus), Lorantheae (Phrygilanthus, Struthanthus, Phthirusa, Dendro-
pemon, Oryctanthus, Loranthus, Dendrophthoe), Elytrantheae (Macrosolen, Elytranthe,
Leptostegeres), Gaiadendreae (Gaiadendron, Alkinsonia), die Viscoideae endlich behalten
ganz die Fassung, wie sie von ENaLEn in Nat. Pflanzenfam, festgestellt wurde.
Sur les Loxanthera, Amylotheca et Treubella, trois genres nouveaux
pour la tribu des Elythranthées dans la famille des Loranthacées. —
Bull. Soc. bot. France. Bd. 44 (1894). S. 957.
Die von BLume aufgestellte Gattung Loxanthera war von allen folgenden Bearbeitern
zu Loranthus gezogen worden. Verf. verweist sie zu den Elythrantheae, Von den 5 Arten
der neuen Gattung Amylotheca waren bisher 9 unter Loranthus beschrieben worden,
3 werden neu aufgestellt. Die Gattung Treubella setzt sich endlich ebenfalls zusammen
aus 4 bisher als Loranthus bekannten Arten. In allen drei Füllen also trennt Verf. nicht
nur Arten von Loranthus ab, sondern er bringt sie auch in eine ganz andere Section der
Loranthaceae.
Aciella, genre nouveau de la tribu des Elythranthées dans la famille
des Loranthacées. — Bull. Soc. bot. France. Bd. 44 (1894). S. 433
—440.
Im Anschluss an frühere Veröffentlichungen über die Loranthaceae beschreibt hier
Verf. eine neue Gattung, Aciella, welche der Gattung Amylotheca nahesteht. Sämtliche
8 Arten, weiche neu beschrieben werden, A. pyramidata, Pancheri, lanceolata, lifuensis,
Deplanchei, rubra, Balansae, stammen von Neukaledonien.
Quelques genres nouveaux pour la tribu des Loranthées dans la
famille des Loranthacées. — Bull. soc. bot. France. Bd. 44 (1894).
S. 481.
Aus der im Titel angegebenen Section der Loranthaceae beschreibt Verf. 6 neue
Gattungen, welche auf Arten begründet sind, die bisher zu Loranthus gerechnet worden
waren. Es sind dies Chiridium (mit 3 Arten im indisch-malayischen Gebiet), Coleobotrys
(mit 6 Arten im indisch-malayischen Gebiet), Sycophila Welw. msc. (3 Arten im tropischen
Westafrika), Lanthorus Presl (5 Arten im indisch-malayischen Gebiet), Pilostigma (1 Art
in Australien), Jleostylus (A Art in Neu-Seeland).
Sur le groupement des espèces en genres dans les Loranthacées à
calice dialysépale et anthéres basifixes. — Bull. soc. bot. France.
Bd. 41 (1894). S. 497—544.
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur, 33
Eine neue Serie neuer Galtungen der Lorantheae, welche sich an die früher ver-
öffentlichten Chiridium, Coleobotrys, Sycophila, Lanthorus, Pilostigma, Ileostylus an-
schließen. Es werden besprochen, resp. neu beschrieben: Loranthus Linn., Peraxilla,
Barathranthus (Korth.) Miq., Diplatia, Phoenicanthemum Bl., Leucobotrys, Acrostachys
(Benth. et Hook.), Plicosepalus (Benth. et Hook.), Stemmatophyllum, Amyema, Neophylum.
Aristolochiales.
Baldacci, A.: Affinità delle Aristolochiacee e dei generi Aristolochiacei. —
Bull. soc. bot. Ital. 1894. S. 49—54.
Polygonales.
Koningsberger, J. C.: Eine anatomische Eigentümlichkeit einiger Rheum-
Arten. — Bot. Zeitung Bd. 52 (1893). S. 85—87. t. IV.
Gentrospermae.
Kruch, O.: Ricerche anatomiche ed istogeniche sulla Phytolacca dioica. —
Ann. del R. Istituto bot. di Roma V. S. 124—154. T. IV—VI.
Schinz, H., et E. Autran: Des genres Achatocarpus Tr. et Bosia L. et leur
place dans le système naturel. — Bull. Herb. Boissier I (4893). S. 1—
43. t. Lu. I.
Monographische Bearbeitung der beiden Gattungen. Achatocarpus wird definitiv zu
den Phytolaccaceae gebracht, wührend früher die Stellung der Gattung eine sehr un-
sichere war, Es werden von dieser Gattung folgende Arten aufgestellt resp. neu be-
schrieben: A. nigricans Triana, A. spinulosus Griseb., A. praecox Griseb., A. Balansae
Schinz et Autr., A. bicornutum Schinz et Autr., A. obovatus Schinz et Autr., A. micro-
carpus Schinz et Autr, — Bosia wird zu den Amarantaceae gebracht, zeigt aber vielfache
Anlehnungen an die Chenopodiaceae. Zu den beiden bisher bekannten Arten der Gattung
wird eine neue, B. Cypria Boiss., beschrieben. Die Schlüsse der beiden Autoren beruhen
auf genauen anatomischen und morphologischen Untersuchungen.
Degen, A. von: Über die systematische Stellung der Moehringia Thomasiana
Gay. — Osterr. bot. Zeitschr. 1894. S. 445—448.
Williams, F. N.: Primary subdivisions in the genus Silene. — Journ. of
Bot. XXXII (1894). S. 10—13.
—— The disintegration of Lychnis. — Journ. of Bot. XXXI (1893). S. 167
—A T71.
Ranales.
Raciborski, M.: Beiträge zur Kenntnis der Cabombeen und Nymphaea-
ceen. — Flora 1894, Ergänzungsband S. 92—108. T. II.
—— Die Morphologie der Cabombeen und Nymphaeaceen. — Flora 1894.
Heft 3. 38 Seiten mit zahlreichen Holzsehnitten.
Weberbauer, A.: Über die fossilen Nymphaeaceen-Gattungen Holopleura
Casp. und Cratopleura Weber und ihre Beziehungen zu der recenten
Gattung Brasenia. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (4893). S. 366
—37%. t. XVIII.
Tonkoff, W.: Über die Blattstielanschwellungen bei Atragene alpina. -—
Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 40—48. t. III.
Botanisehe Jahrbücher, XIX. Bd. (3)
34 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur.
Huth, E.: Neue Arten der Gattung Delphinium. — Bull. Herb. Boissier 1
(1893). S. 327—336 t. XIV—XVII.
Es werden neu beschrieben und zum größten Teil abgebildet D. saccatum, D. pa-
phlagonicum, D. Schlagintweiti, D. trilobatum, D. Duhmbergi, D. tanguticum, D. Potanini,
D. kamaonense, D. narbonense, D. leiocarpum, D. Penardi, D. Barbeyi, D. Ehrenbergi.
Maxwell, F. B.: A comparative study of the roots of Ranunculaceae. —
Botanical Gazette XVII. Nr. 1—3 p. p. t. II—IV.
Studium der analomischen Verhültnisse ohne Berücksichtigung der Systematik
dieser Familie.
Nestler, A.: Eigentümlichkeiten im anatomischen Bau der Laubblätter
einiger Ranunculaceen. — Österr. bot. Zeitschr. 1893. S. A66f.
t. IX—X.
Rhoeadales.
Klein, J.: Der Bau der Cruciferenblüte auf anatomischer Grundlage. —
Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 18—23. t. I.
Baldacci, A.: Monografia della secione »Aizopsis« DC. del genere Draba.
— Nuov. giorn. bot. Ital. N. S. I. S. 103—494,
Verf. unterscheidet folgende Arten, welche er alle als direct von Draba aizoides
abgeleitet ansieht: D. aizoides L. (Var. o hirsuta, Var. 3 mauritanica), D. Dedeana Boiss.
D. Loiseleurii Boiss., D. turgida H. d. P. (Var. glabra), D. Aizoon Wahl. (Var. athoa
Gries), D. Boissierii n. sp., D. cretica Boiss. et Heldr., D. olympica Sibth., D. brunnü-
folia Stev. (Var. a heterocoma Boiss., 3 ericifolia Boiss.), D. natolica Boiss., D. rigida
Willd, (Var. imbricata Bus.), D. Hystrix Hook.
Sarraceniales.
Macfarlane, J. M.: Observations on pitschered insectivorous plants
(Part Il). — Ann. of botany VII. S. 403—458. t. XIX—XXI.
Genaues Studium sämtlicher morphologischer Verhältnisse von Darlingtonia,
Sarracenia, Heliamphora und Nepenthes, mit besonderer Berücksichtigung der Verhält-
nisse, welche auf den Insectenfang hinzielen.
Rosales.
Battandier, J. A.: Note sur une Saxifraga nouvelle de la Section Cymba-
laria Gris., trouvée dans le massif des Babors (Algérie). — Bull.
Herb. Boiss. 1 (1893). S. 549—550. t. XXVI.
Die neue Art wird als Saxifraga baborensis veröffentlicht und auch abgebildet.
Martelli, U.: Ribes sardown n. sp. — Malpighia VIII (1894). S. 380
—385. t. VII.
Wettstein, R. von: Über das Andröceum von Philadelphus. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XI (1893). S. 480—484. t. XXIV.
Buser, R.: Sur les Alchimilles subnivales, leur ressemblance avec lA.glabra
Poir. et leurs parallélismes avec les espèces des régions inférieures. —
Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 34—48, 94—113.
Neu beschrieben werden A. decumbens, A. frigida, A. semisecta, A. demissa, A. fissi-
mima, A, longiuscula, A. sinuata, A. acutidens, A. connivens, A. versipila. Jede Art ist sehr
ausführlich beschrieben und mit genauem Standortsverzeichnis versehen,
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur, 35
Candolle, C. de: Contribution à l'étude du genre Alchimilla. — Bull. Herb.
Boiss. I (1893). S. 485—495. t. XXIV—XXV.
Vergleichend-anatomische Bearbeitung der Alchimilla-Arten, incl. der zahlreichen
neuen, von Buser aufgestellten. Verf. weist nach, dass sich diese sämtlichen Arten auch
anatomisch charakterisieren und in eine Bestimmungstabelle bringen lassen.
Crépin, F.: Quelques mots sur les Roses de l'herbier de Besser. — Bull.
Herb. Boiss. I (1893). S. 431—432
Les Boses recueillies en Anatolie (1890 et 1892) et dans l'Arménie
turque (1890) par Paur Sintesis et J. BORNMÜLLER.
Ausführliche Bemerkungen über einige in den betreffenden Gebieten gesammelte
Rosen.
Focke, W. O.: Eine Birne mit zweierlei Blättern (Pirus salicifolia Q,
communis cj, forma diversifolia). — Bremer Mitteilungen. XIII. 6
(4894). S. 81— 86. — Mit 4 Holzschnitt.
— — Über Rubus Menkei Wh. et N. und verwandte Formen. — Bremer Mit-
teilungen. XIII (1 894). S. 141—160.
Moyle Rogers, W.: Rubi notes, — Journ of. Bot. XXXII (1894). S. Au
—50.
Bemerkungen über zahlreiche Arten dieser Gattung und Beschreibung einiger
neuer Arten.
Burgerstein, A.: Anatomie des Holzes von Albizzia moluccana. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XII (1894). S. 170—174.
Conrath, P.: Sur une nouvelle espece du genre Cytisopsis. — Bull. Herb.
Boiss. Il (1894). S. 327—328.
Es wird C. spinosa aus dem Gouvernement Tiflis neu beschrieben,
Fisher, E. M.: The genus Caesalpinia. — Botanical Gazette. XVII (1893).
S. 491—123.
AnschlieBend an seine Revision der Gattung Hoffmannseggia (in Contributions
National Herbarium. I. n. 5. Ij giebt Verf. mehrere Zusütze und Correcturen, und stellt
fest, dass Hoffmannseggia nicht von Caesalpinia generisch zu trennen sei. Zum Schlusse
werden dann sämtliche Speciesnamen ersterer Gattung auf Caesalpinia übertragen.
Ross, H.: Sulla struttura fiorale delle Cadia varia L'Hér. — Malpighia VI!
(1893). S. 397—404.
Studien über die Blütenverhältnisse, besonders die Deckungsweise der Blütenteile
dieser interessanten Leguminose.
Solla, R. F.: Caso di poliembrionia nel Carrubo. — Bull. Soc. bot. Ital.
4893. S. 495—196.
Mitteilung über Polyembryonie bei Ceratonia Siliqua.
Wright, S. G.: Leaf movement in Cercis Canadensis. — Botanical Gazette.
XIX (1894). S. 215—224. t, XIX, XX.
Nachweis, dass die Blattpolster von Cercis canadensis infolge der Lagerung ihrer
Geweheelemente befähigt sind, den Blättern eine Tag- und Nachtstellung zu geben.
Gabelli, L.: Alcune notizie sulla Robinia Pseudacacia L. dei dintorni di
Bologna. — Malpighia VHI (1894). S. 328—330. t. VI.
EN
36 Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur.
Geraniales.
Candolle, C. de: Meliaceae novae. — Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 567
— 575, 577—582. t. XXI.
Es werden neu beschrieben Arten der Gattungen Guarea (8), Trichilia (3), Cedrela
(4), sämtlich aus Amerika; Amoora (4), Chisocheton (1), Aglaia (2), Hearnia (4), Trichilia
(2), Entandrophragma n. gen. (4), aus Asien oder Afrika,
Chodat, R., et G. Balicka: Remarques sur la structure des Tremandracées.
— Bull. Herb. Boiss. I. S. 344—353, mit 44 Holzschnitten.
kurze und wenig neues bringende vergleicheud-anatomische Arbeit.
Chodat, R.: Polygalaceae novae vel parum cognitae. — Bull. Herb. Boiss.
I. S. 354—357,
Neu resp. ausführlich beschrieben werden P. apopetala Brandegee, P. desertorum
Brandegee, P, croatica Chod.
Polygalaceae novae vel parum cognitae. — Bull. Herb. Boiss. II (4894).
S. 167—174.
Es werden zahlreiche neue Arten folgender Gattungen veróffentlicht: Monina (40),
Bredemeyera (4). Zu zahlreichen Arten werden Erläuteru ngen gegeben,
et G. Hochreutiner: Contribution à l'étude du genre Comesperma.
— Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 358—369.
Vergleichend-anatomische und morphologische Untersuchungen über die genannte
Polygalaceengattung.
et A. Rodrique: Le tégument séminal des Polygalacées. — Bull. Herb.
Boiss. I (1893). S. 197—202.
Rodrique, Alice: Structure du tégument séminal des Polygalacées. —
Bull. Herb. Boiss. 1 (1894). S. 450—463, 513—541, 574—583. t. XXI
— XXIII.
Sehr ausführliche und gewiss etwas zu breite Darstellung der anatomischen Ver-
hältnisse der Polygalaceensamenschalen.
Sapindales.
Cavara, F.: Il corpo centrale dei fiori maschili del Buxus. — Malpighia
VIM (4894). S. 27—40. t. II.
Verf. kommt zu dem Schluss, dass der Körper inmitten der 2 Blüte von Buxus,
welchen man bisher gewöhnlich als verkümmerten Fruchtknoten betrachtet hat, nichts
mit einer solchen Bildung zu thun hat, sondern dass er eine Nectarium darstellt, das
auf den Besuch der Insecten hinwirkt. Der Nectar wird durch Spaltóffnungen aus-
geschieden.
Jadin, F.: hecherches sur la structure et les affinités des Térébinthacées.
— Ann. Sc. nat. VII. ser. XIX. S. 4 —51, mit zahlreichen Holzschnitten.
Verf. kommt nach eingehender anatomischer Durchforschung zahlreicher (207;
Arlea der Anacardiaceae und Burseraceae dahin , diese beiden Familien in die der Tere-
binthaceae zu vereinigen, Der Grund hierfür ist der, dass beide Familien ühereinstim-
menden Aufbau, besonders der Harzgünge zeigen. Die Blütenverhältnisse werden nur
aus der Litteratur entlehnt und auch nur sehr oberflüchlich behandelt. — Es isl anzu-
nehmen, dass Verf. spáter noch mehr Familien zu seinen Terebinthaceae wird stellen
künnen, denn es dürfte ihm gewiss gelingen, auch bei noch weiter getrennten
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur. 37
Familien wie gerade den Anacardiaceae und den Burseraceae gleichgebaute Harzgänge
zu finden! —
Dippel, L.: Einige Bemerkungen zu Dr. Pıx: Weitere Nachträge zur
Monographie der Gattung Acer. — Bot. Zeitung. Bd. LI (1893). S. 2141
— 912.
Radlkofer, L.: Drei neue Serjania-Arten. — Bull. Herb. Boiss. I (1893).
S. 464—468.
Neu beschrieben werden S. aluligera, S. lateritia, S. didymadenia.
Malvales.
Baker, E. G.: Synopsis of genera and species of Malveae. — Journ. of
Bot. XXX (1892). S. 332 ff., XXXI (1893). S. 68—76, 212—217,
267—973, 334—338, 361—368.
Monographische Zusammenfassung und Aufzühlung aller bisher bekannten Malveen
und Beschreibung zahlreicher neuer Arten.
—— Supplement to synopsis of Malveae. — Journ. of Bot. XXXII (1894).
S. 35—38.
Parietales.
Gilg, E.: Über den anatomischen Bau der Ochnaceae und die systematische
Stellung der Gattungen Lophira Banks und Tetramerista Miq. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 20—25.
Baker, E. G.: Notes on Guttiferae. — Journ. of Bot. XXXI (4894).
S. 360—364.
Aufzühlung und Beschreibung zahlreicher neuer Arten der;Gattung Symphonia aus
dem madagassischen Gebiet.
Chiovenda, E.: Di un nuovo ibrido del genere Viola L.: Viola Rossi
(= V. pinnata X uliginosa). — Bull. Soc. bot. Ital. 1893. S. 207—209.
— —. Di una nuova Viola dell gruppo delle Suaves. — Bull. Soc. bot. Ital.
1893. S. 285—288.
Beschreibung einer neuen Viola, V. Pirottae Chiov, aus dem mittleren und süd-
lichen Italien.
Mac Dougal, M. T.: The tendrils of Passiflora caerulea. — Botanical
Gazette XVIII (4893). S. 123—130. t. X.
Morphologische Untersuchungen über den angegebenen Gegenstand im Anschluss
an die früheren Mitteilungen des Verf. in Botanial Gazette XVII. 205.
Opuntiales.
Lewin, L.: Über Anhalonium Lewinii und andere Cacteen. II. Mitteilung.
— Arch. experiment. Pathol.'und Pharm. XXXIV (1894). S. 374—391.
Thymelaeales.
Van Tieghem, Ph.: Recherches sur la structure et les affinités des Thymelaea-
cées et des Penaeacées, — Ann. Sc. Nat. VII. Ser. XVII. S. 485—294.
t. IX.
38 Litteraturbericht. — Eingegangene nene Litteratur.
Genaue Beschreibung der anatomischen Verhältnisse der Thymelaeaceae und
Penaeaceae und Versuch einer Gruppierung der Gattungen nach rein anatomischen
Principien, Die Thymelaeaceae werden in die Nähe der Combretaceae gebracht, während
die Penaeaceae von diesen getrennt und zu den Melastomataceae verwiesen werden.
——- Sur les genres méconnus ou nouveaux de la famille des Thymeleacees.
— Bull. Soc. bot. France. Bd. 40 (1893). S. 65—78.
Als Gattungen, welche früher einmal aufgestellt, später aber wieder eingezozen
wurden, stellt Verf. auf Grund seiner anatomischen Untersuchungen wieder her: Erioso-
lena (Daphne), Enkleia (Lasiosiphon), Lophostoma (Linostoma), Linodendron (Lasiadenia),
Kelleria und Daphnobryon (Drapetes), Edgeworthia (Daphne). Ferner werden folgende
Gattungen neu aufgestellt: Dendrostellera (früher Section von Stellera), Rhytidosolen
(Arthrosolen), Gnidiopsis (Gnidia), Aquilariella (Aquilaria).
Myrtiflorae.
Urban, I.: Arugia, eine neue Myrtaceengattung. — Ber. Deutsch. bot.
Gesellsch. XI (1893). S. 375—376.
Holtermann, C.: Beiträge zur Anatomie der Combretaceen. — Christiania
Vidensk.-Selsk. Forh. 1893. No. 12, mit 9 Tafeln.
Gibelli, G., et L. Buscaglioni: La pollinisation dans les fleurs de la »Trapa
nalans« L. et de la »Trapa verbanensis« D. Nrs. — Arch. ital. de
Biologie XXI. 45 Seiten.
Umbelliflorae.
Sertorius, A.: Beiträge zur Kenntnis der Anatomie der Cornaceae. — Bull.
Herb. Boiss. I (1893). S. 469—484, 496—512, 551—570, 614—639.
Sehr eingehende aber außerordentlich breite Darstellung sämtlicher vergleichend-
anatomischer Verhältnisse der Cornaceae und Verwertung dieser Befunde für die
Systematik.
Ericales.
Bennett, A.: Pirola rotundifolia and its European forms. — Journ. of
Bot. XXXI (1894). S. 332—334.
Primulales.
Clos, D.: Le Cyclamen linearifolium DC., simple anomalie pédoneulaire du
C. europaeum L. — Bull. Soc. bot. France Bd. 40 (1893). S. 24—26.
Artaria, A.: Notecritiehe sulla Androsaces Charpentieri Heer. — Malpighia VII
(1893). S. 465—469.
Contortae.
Hildebrandt, F.: Über die Heterostylie und Bastardierung bei Forsythia.
— Bot. Zeitung Bd. 52 (1894). S. 194—200.
Kusnezow: Gentiana Tournef. — 534 S. 8° mit 4 Tafel und 4 Ver-
breitungskarten. Petersburg 1894.
Vollständige Monographie der Gattung Gentiana; aber zum großen Teil russisch,
so dass es sehr erfreulich ist, dass der Verf. die Gattung auch für die »Natürl.
Pflanzenfamilien « bearbeitet hat.
Litteraturbericht. — Fingegangene neue Litteratur, 39
Beeby, W. H.: Svante Murseck on Gentians. — Journ. of Bot. XXXII
(4894). S. 4—4.
Kritische Bemerkungen über einige Arten von Gentiana.
Groom, P.: On Dischidia Rafflesiana Wall. — Ann. of botany VII (1893).
S. 223—242.
Verf. teilt vollständig die Ansicht TnEus's, dass die Kannen von Dischidia Rafflesiana
nicht zum Insectenfang dienen, sondern dass sie dazu bestimmt sind, allmählich De-
tritus aufzunehmen, welcher dann von den hineinwachsenden Wurzeln verwertet wird.
Scott, D. H., et E. Sargant: On the pitchers of Dischidia Rafflesiana
Wall. — Ann. of botany VII (4893). S. 243—269. t. XI—XII.
Die Verf. kommen wie TREuB und Groom zum Schluss, dass die Kannen von
Dischidia nicht dem Insectenfang dienen, sondern als Behälter für Detritus dienen, von
welchem ältere Kannen am Grunde völlig bedeckt sind, und in welche die Wurzeln
hineinwachsen, um die dort angesammelten Nährstoffe für die Pflanze zu verwerten.
Tubiflorae.
Britten, J.: Notes on Convolvulaceae, chiefly African. — Journ. of Bot.
XXXII (1894). S. 84—86, 168—471.
Kritische Bemerkungen zu zahlreichen afrikanischen Convolvulaceae.
Chodat, R., et C. Roulet: Le genre Hewittia Wight. — Bull. Herb. Boiss.
| (4893). S. 191—196. — Mit 5 Holzschnitten.
Vergleichend-anatomische Studie. Es wird die neue Art H. Barbeyana aufgestellt.
Baldaeci, A.: Osservazioni sulla ramifieazione del Symphytum orientale L.,
applicate al genere Symphytum L. — Bull. Soc. bot. Ital. 1893. S.337
—341.
Bornmüller, J.: Alkanna Haussknechtü Born. n. sp. — Österr. bot.
Zeitschr. 1894. S. 416—417.
Briquet, J.: Additions et corrections à la monographie du genre Galeopsis.
— Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 387—392.
Ascherson, P.: Zwei Nachtschattenarten des nordamerikanischen Prärie-
gebietes als Adventivpflanzen in Europa. — Naturwiss. Wochenschr.
IX (4894). S. 1417—22.
Coiran, A.: Sulle forme di Solanum nigrum L. — Bull. Soc. bot. Ital. 1893.
S. 180—183.
Juel, O.: Über den Mechanismus der Schizanthus-Blüte. — Öfv. af Kgl.
Vetensk.-Akad. Förh. 1894. n. 2. S. 67— 72, mit 2 Holzschnitten.
Vilmorin, H. de: Sur un Salpiglossis sinuata sans corolle. — Bull. Soc.
bot. France Bd. 41. S. 246—217.
Murbeek, Sv.: Veronica poljensis n. sp. ex aff. V. anagalloides Guss. —
Österr. bot. Zeitschr. 1893. S. 365—368.
Heinricher, E.: Biologische Studien an der Gattung Lathraea. — Ber.
Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 1—18. Taf. I. u. II.
Kamienski, F.: Neue und unbeschriebene Arten der Gattung Utricularia.
— Ber. Deutsch. bot. Gesellseh. XII (1894). S. 3—7.
40 Litteraturbericht, — Eingegangene neue Litteratur,
Gilg, E.: Über die Anatomie der Acanthaceengattungen Afromendoncia und
Mendoncia. — Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 351—364.
t. XVII.
Roulet, C.: Resume d'un travail d'anatomie comparée systématique du
genre Thunbergia. — Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 370—386, mit
40 Holzschnitten.
— — Recherches sur l'anatomie comparée du genre Thunbergia Linn. f. —
Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 259—326, 342—383. — Mit sehr
zahlreichen Holzschnitten.
Sehr eingehende vergleichend -anatomische Untersuchung aller vegetaliven Teile
der Arten von Thunbergia mit kurzen Hinweisen auf die Einteilung der Gattung.
Rubiales.
Ascherson, P.: Eine bemerkenswerte Abänderung der Sherardia arvensis L.
— Ber. Deutsch. bot. Gesellsch. XI (1893). S. 29—42.
Geisenheyner, L.: Bemerkungen zu Sherardia arvensis L. — Ber. Deutsch.
bot. Gesellsch. XI (1893). S. 493—499. t. XXIII.
Baldacci, A.: Osservazioni sulle Rotatae e particolarmente sul genere
Vaillantia DC. — Malpighia VII (1893). S. 203—208.
Studie über die Verwandtschaftsverhültnisse der einschlügigen Rubiaceengattungen.
Solereder, H.: Ein Beitrag zur anatomischen Charakteristik und zur
Systematik der Rubiaceae. — Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 167—183,
269—986, 309—326.
Sehr ausführliche und eingehende vergleichend-anatomische Durchforschung der
Rubiaceengattungen. Auf Grund der erhaltenen Resultate werden zahlreiche Anderungen
und Umstellungen vorgenommen. Ferner wird die Familie genau gegen die nahestehenden
Familien abgegrenzt.
Aggregatae.
Kerner von Marilaun, A.: Scabiosa Trenta Hacq. — Österr. bot. Zeitschr.
1893. S. 143—147. t. VIII.
Campanulatae.
Avetta, C.: Sui eistoliti delle foglie di aleune Coceinia. — Ann. del R.
Istituto bot. di Roma V. S. 481—485.
Cogniaux, A.: Le genre Siolmatra H. Baill. et la tribu des Zanoniées. —
Bull. Herb. Boiss. I (1893). S. 609—613.
Zu der bisher allein bekannten Siolmatra brasiliensis (Cogn.) Baill. beschreibt Verf.
noch S. paraguayensis als neu. Ferner wird eine neue Art von Hemsleya, H. ? tonkinensis,
aufgestellt.
Buser, R.: Contributions à la connaissance des Campanulacées. — I. Genus
Trachelium L. revisum. — Bull. Herb. Boiss. II (1894). S. 501—532.
t. XV— XIX.
Es werden monographisch behandelt folgende Gattungen und Arten: Trachelium
(T. caeruleum L., T. lanceolatum Guss.) , Feeria (gen. nov.) (F. angustifolia (Schousb.]
Litteraturbericht. — Eingegangene neue Litteratur. 41
Buser), Diosphaera (gen. nov.) (D. Jacquini [Sieb.) Bus., D. chalcidica Bus. D. dubia
[Friv.] Bus., D. asperuloides [Orpb.] Bus.), Tracheliopsis (gen. nov.) T. tubulosa [Boiss.]
Bus., T. Postii [Boiss.] Bus., T. petraea [L.] Bus., T. albicans Bus.).
Nichols, M. A.: Achenial hairs of Compositae. — Botanical Gazette. XVIII
(1893). S. 378—382. t. XXXV.
Winkler C.: Diagnoses Compositarum novarum Asiaticarum. Decas II. —
Acta Hort. Petropol. XIII (1894). No. 13. S. 235—245.
Sommier, S.: Cenlaurea Cineraria, C. cinerea, C. busambarensis e Jacea
cinerea laciniata flore purpureo. — Nuov. giorn. bot. Ital. N. S. I.
S. 81—90.
Verf. gruppiert die angegebenen Arten resp. Formen folgendermaßen :
Centaurea Cineraria L.
a. typica, A. forma adscendens, 2. forma erecta; H. Circae; y. busambarensis ;
ò. cinerea; e. Veneris.
Arvet-Touvet et G. Gautier: Hieracium nouveaux pour la France ou pour
l'Espagne. — Bull. Soc. bot. France Bd. XLI. S. 328—371.
Verf. beschreibt hier nicht weniger als 62 neue Arten der Gattung Hieracium, die
meisten aus den französischen Alpen und den Pyrenäen stammend, einzelne auch in
Tirol und Spanien heimisch. Die Beschreibungen sind ziemlich ausführlich in franzüsi-
scher Sprache gegeben.
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Bemerkune.
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riert werden, 20 Separata, bei solchen, welche nicht honoriert werden,
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» 20 » ».» n » » » 2.40, >» » » 80» —.60.
» 30 » » » » » » » 3.60, » » » 80 » —.,90.
» 40 » » o » » » » » 4.80, » » » 80» 1.20.
» 50 » » » » » » » 6.—, » » » S0.» 1.50.
» 60 » » mn » » » » 7.20, >» » » 80» 1.80.
» 70 » » » » » » » 8.40, >» » » 89 » 2410.
» 80 » » » » » » » 9.60, » » » 80» 240.
». 90 » » » » » » » 10.80, » » » 80» 2.10.
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biicher« werden an den Herausgeber, Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in
Berlin W. Motzstrasse S9 erbeten. Im Interesse einer raschen und
sicheren Veröffentlichung liegt es, dass dieManuscripte völlig druckfertig
eingeliefert werden, da mit nachträglichem Einschieben und ausge-
dehnten Abänderungen während der Correetur Zeitverlust und sonstige
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Der Botanische Garten
.'$ Lands Plantentuin“ zu Buitenzorg auf Java.
Festschrift zur Feier seines 75jährigen Bestehens
(1817—1892).
Mit 12 Lichtdruckbildern und 4 Plänen. gr. 8. 1893. .4 14.—.
Eine botanische Tropenreise.
Indo-malayische Vegetationsbilder und Heiseskizzen
von
Prof. Dr. G. Haberlandt.
Mit 51 Abbildungen. gr. 8. 1893. geh. .4 S.—; geb. „4 9.25.
Das reizleitende Gewebesystem der Sinnpflanze. |
Eine anatomisch-physiologische Untersuchung
von
Dr. G. Haberlandt
o. ó, Professor der Botanik an der Universität Graz.
Mit 3 lithographirten Tafeln. gr. 8. 1890. Æ 4.—.
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.
Die natürlichen Pflanzenfamilien
nebst ihren Gattungen und wichtigeren Arten insbesondere den Nutzpflanzen
unter Mitwirkung zahlreicher hervorragender Fachgelehrten
begründet von
A. Engler und K. Prantl,
fortgesetzt von
A. Engler
ord. Prof. der Botanik und Direktor des botanischen Gartens zu Berlin.
— Bisher erschienen 114 Lieferungen. ——
Lex.-8. Zum Subskriptionspreis à A 1.50. Einzelpreis à # 3.—.
SEE” Zur Erleichterung der Anschaffung wird das Werk künftig
auch in Partien von je 5—10 Lieferungen bei Verpflichtung zur
Abnahme desganzen Werkes zum Subskriptionspreis von .4 1.50
pro Lieferung abgegeben. Diese Vergünstigung erstreckt sieh auch
auf die Band- und die Abteilungsausgabe, die ebenfalls nach und
nach zum Subskriptionspreis (also zu 50 7 pro Bogen) bezogen
werden können. Diejenigen Interessenten, denen die Anschaffung
sämmtlicher erschienenen Lieferungen auf einmal bisher zu viel war,
werden auf diese Bezugsweisen besonders aufmerksam &emacht. EZ
Das entdeckte Geheimnis der Natur ——
im Bau und in der Befruchtung der Blumen
von
Christian Konrad Sprengel.
(1793.)
Herausgegeben von
Paul Knuth.
In vier Bündchen mit sämtlichen Tafeln.
8. 1894. In Leinen gebunden à Bdchen. .4 2.—.
(Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 48—51.)
` D. Joseph Gottlieb Kólreuter's
vorläufige Nachricht
von einigen
das Geschlecht der Pflanzen
betreffenden Versuchen und Beobachtungen
nebst Fortsetzungen 1, 2 und 3.
(1761—1766.)
Herausgegeben von
W. Pfeffer.
8. 1893. In Leinen gebunden .4 4.—.
(Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 41 .)
Die in der Atmosphäre vorhandenen
organisirten Körperchen,
Prüfung der Lehre von der Urzeugung.
Abhandlung Uebersetzt
von
L. Pasteur, | | ni
(1862). | Dr. A. Wieler.
Mit 2 Tafeln. 8. 1892. In Leinen geb. .# 1.80.
(Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 39.)
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern.
Nr. A7.
Band XIX. Ausgegeben am 21. August 1894. Heft 2/3.
beiträge zur Rosenflora des oberen Innthales.
Von
Dr. Robert Keller
in Winterthur.
Nicht den Rhodologen allein ist das Unter-En gadin als ein vorzüg-
liches Verbreitungsgebiet wilder Rosen bekannt. Wer sich dem pflanzlichen
Charakter einer Landschaft nicht völlig verschließt, der wird stets über das
bunte Gemenge der Rosen und Berberitzensträucher, die in der Umgebung
von Schuls-Tarasp bis hinauf nach Fetan, bis hinüber nach Ardez und
Guarda weite Hänge bekleiden, erstaunt sein. Giebt es doch in der That
wohl nur wenige Gebiete, wo ein gleicher Formenreichtum mit solcher In-
dividuenfülle verbunden ist.
So kann es denn nicht überraschen, dass das Gebiet den Botanikern
wohl bekannt ist, dass es aber trotzdem auch heute noch ein Ziel ist, dem
ein Rhodologe mit besonderer Vorliebe zustrebt. So hat trotz der einläss-
lichen Studien, die Kırrıas und auf dessen Sammlungen sich stützend CnnrsT
dem Gebiete angedeihen ließen, vor wenigen Jahren kein geringerer als
Cn&riN das Gebiet mit großem Erfolge durchforscht und ihm eine einläss-
liche Studie!) gewidmet. Namentlich berichtet er über seine Beobachtungen,
die uns über die Stellung, fast möchte ich sagen der Charakterrose des Ge-
bietes, der Rosa caryophyllacea Christ non Besser höchst wertvolle Auf-
klärung brachten. Ob nach solchen Vorgängern ein neuer Besuch des Ge-
bietes für die Wissenschaft noch ein Gewinn sein kann, werden die Leser
wohl fast bezweifeln.
In der That war nur dadurch auch dieser Exeursion ein gewisser Er-
folg zu sichern, dass sie Ziele verfolgte, die bei den Vorgängern nicht her-
vortreten oder auf andern Wegen erreicht wurden. Die Aufgabe, die ich
mir bei meinem Besuche des obern Innthales stellte, war eine doppelte.
In erster Linie wollte ich den Formenkreis der Cnnisr'schen Nelkenrose aus
eigenem Ansehen kennen lernen, vor allem auch untersuchen, ob sich die
Zwischenformen finden ließen, durch welche Cumisr's Varietäten mit
1) Cr£rin, Mes excursions rhodologiques dans les Alpes en 4889. Bull. de la soc.
roy. de Botanique de Belgique t. XXVIII.
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 47. a
p) Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
den beiden Typen — R. glauca Vill. und R. corüfolia Fr. — verbunden
würden, denen Crépin dieselben zuwies.
In zweiter Linie war es mir darum zu thun, zu prüfen, in welcher
Weise dieses rhodologische Centrum Schuls-Tarasp thalabwärts aus-
strahlte, um so einen Einblick in die geographische Verbreitung einzelner
der Tarasper Formen zu gewinnen. Wandte sich doch der Blick von der
nühern Umgebung von Tarasp bisher so wenig dem óstlicher liegenden
Teile des Unter-Engadins zu, dass selbst das nicht sehr entfernte
Remüs, das wir im nachfolgenden als eine vorzügliche rhodologische
Localitàt kennen lernen werden, kaum je erwähnt wird. Ähnlich verhält
es sich mit den Tiroler Standorten von Nauders bis hinunter nach
Landeck.
Die nachfolgende Zusammenstellung will nun durchaus nicht etwa den
Anspruch der Vollständigkeit erheben. Der an Niederschlägen arme Sommer
schien das Öffnen der Schleusen seines meist lachenden Himmels just auf
die Zeit meiner rhodologischen Excursionen verspart zu haben, so dass ver-
schiedenen Localitäten gerade des rhodologisch so zu sagen völlig unbe-
kannten Teiles meines Excursionsgebietes nicht diejenige Aufmerksamkeit
zugewandt werden konnte, die gerade aus pflanzengeographischen Gründen
wünschenswert gewesen wäre.
Ich hoffe aber doch, dass die nachfolgenden Mitteilungen einiges zur
Erweiterung unserer Kenntnisse über die Verbreitung und Stellung einiger
Rosenformen beitragen werden.
Höhen der wichtigern Fundorte.
Landeck . . . . . . 808 Meier Remüs . . . . . .- 1926 Meter
Stanz. . . . . . p 920 » Sins . . . . . . . . 4433. »
Prutz. . : .. p 900 » Ardez. . . . . . . . 4470 »
Ladis. . . . . . oe 4000 » Fetan. . . . . . . . A647 »
Eingang ins Kaunserthal c. 950. — » Guarda . . . . . . . 4650. »
Nauders e s sb e o s o 1363 »
1. Rosa cinnamomea L.
Ardez: Nr. 29—31.
Hier an verschiedenen Stellen außerordentlich reichlich, so namentlich
hinter dem Schloss und an der Straße nach Fetan.
2. Rosa alpina L.
Nauders: Nr. 1—3. Zwischen Remüs und Sins: Nr. 4À—413. — Remüs-
Tschanuff: Nr. 44. — Ardez: Nr. 45—23. — Fetan: Nr. 24—27. — St.
Moritz: Nr. 28.
Es kamen folgende Variationen zur Beobachtung:
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 3
A. Mit einfacher oder fast einfacher Zahnung.
Nr. 43. Achsen ziemlich reichlich bestachelt. Zahnung tief, einfach, hin und
wieder mit drüsentragendem Außenzähnchen. Zähne stark convergierend,
in eine scharfe Spitze verlängert.
Mit Gnrist’s f. curtidens, die Kırnıas bei Tarasp sammelte, hat sie
die einfache Zahnung gemein. Im übrigen steht sie der typischen R.
alpina L. nahe. Blättchen der sterilen Triebe oval, in eine ziemlich lange
scharfe Spitze endend, an den Blütenaxen kürzer zugespitzt bis abgerundet.
Nr. 1 und 3 stellen Übergänge zu den Formen mit zusammengesetzter
Zahnung dar, erstere dem Formenkreise A, letztere dem Formenkreise B
sich nühernd.
B. Zahnung zusammengesetzt.
a. Blätter unterseits zerstreut behaart.
= f. pubescens Koch. Nr. 4—6.
Die Angaben anderer schweizerischer Standorte sind sehr zweifelhaft.
So ist z. B. die f. pubescens Koch von Ky burg, der Favnar in lit. erwähnt,
eine f. der R. spinulifolia Dem.
Die Sträucher, deren Blätter an den Blattstielen und unterseits am
Mediannerv und den Secundärnerven der Blättchen zerstreut behaart sind,
fanden sich mit der typischen Form vergesellschaftet. Abgesehen von der
leichten Pubescenz sind sie mit dieser identisch. Während im östlichen
Europa, z. B. in Bosnien, die behaarten und drüsenreichen Formen der
R. alpina viel häufiger sind als die kahlen, ist die f. pubescens in den Cen-
tralalpen eine sehr seltene Erscheinung.
b. Blätter kahl.
1. Blütenstiele, Receptakel und Rücken der Kelchzipfel
ohne Stieldrüsen.
— f. laevis Seringe. Nr. 19—21.
In typischer Ausbildung ist diese drüsenürmste Modification des Formen-
kreises der R. alpina gar nicht häufig. Nicht selten dagegen sind Combina-
tionen von 4 und 2.
2. Blütenstiele, Receptakel und Rücken der Kelchzipfel
meist reichlich mit Stieldrüsen bekleidet.
Nr. 1—3, 7—12, 14—18, 22—28.
Dies, die f. pyrenaica auct., ist die typische Form der R. alpina, die in
den Alpen sehr häufig ist und in vielerlei Modificationen auftritt.
Gewöhnlich ist sie bracteenlos oder mit nur unscheinbaren Bracteen
versehen. Bei Nr. 12 sind die Bracteen besonders reich entwickelt, so lang
oder lünger als die Blütenstiele, diese meist paarig. Welch untergeordnete
systematische Bedeutung der Hispidität zukommt, auf welche oftmals die
Trennung in var. sich stützt, zeigt sich hier darin, dass im gleichen Gorym-
bus die eine Blüte durch den völligen Mangel an Stieldrüsen ausgezeichnet
ist, die andere durch dichte Hispidität.
a*
4 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
In Bezug auf die Form des Receptakels herrschen die Modificationen
mit ovaler Scheinfrucht bedeutend vor.
Die Achsen Sind an der von uns beobachteten Form meist, wenn auch
nur zerstreut, bestachelt. Nr. 10, 14 und 14 besitzen gebogene Stacheln.
Stachellos sind Nr. 7, 15—17, 28.
Rosa alpina L. X R. pomifera Herm.
Fetan : Nr. 506.
Großer üppiger reichblütiger Strauch mit fast fehlender Bestachelung.
Blütenaxen zum grófleren Teil durch dichte kurze Behaarung fein pubes-
cierend. Haare zum Teil mit sehr zahlreichen Stieldrüsen untermischt.
Blätter 5—7 zählig. Nebenblätter oberseits kahl, unterseits kurz und ziem-
lich dieht behaart, sehr dicht mit Subfoliardrüsen bestreut. Blattstiel drüsen-
reich, befliumelt. Blüttchen oval, zum Teil mit fast parallelen Rändern,
unterseits am Mediannerv zerstreut, behaart, sonst kahl. Median- und Se-
cundáürnerven, bisweilen auch Nervillen drüsenreich, selten die Drüsen
fast auf den Mediannerv beschränkt; oberseits kahl. Zahnung tief, sehr
zusammengesetzt, außen oft 6, innen 2 drüsentragende Zähnchen. Brac-
teen lanzett, fast so lang als die Blütenstiele, unterseits dicht behaart und
drüsenreich, oberseits beiderseits von der Rinne des Mediannervs etwas
befläumelt, mit drüsig gewimpertem Rande. Blüten einzeln. Blütenstiele
dicht mit Stieldrüsen bekleidet, denen einzelne drüsenlose Aciculi beige-
mengt sind. Receptakel oval, dicht stieldrüsie, mit vereinzelten drüsenlosen
Stachelchen. Kelchzipfel einfach, ohne Fiederchen, mit blattfórmigen lan-
zettem, drüsiggezähneltem Anhängsel, Rücken dicht drüsig, locker behaart.
%/ der Pollenkörner sind unvollkommen entwickelt.
Trotz des großen Reichtums an R. alpina und R. pomifera, die um Ardez
und Fetan in gemischten Beständen vorkommen, konnte ich nur diesen
einen hybriden Strauch finden, der seine beiden Eltern durch üppige vege-
tative Entwicklung bedeutend übertraf. Dieser Umstand in Verbindung mit
der mangelhaften Entwicklung des Pollens spricht entschieden für die hy-
bride Natur der Pflanze. Pubescenz und Drüsigkeit weisen auf die R. pomi-
fera als die eine der Elternarten hin. In der Größe und Form der Blüttchen
zeigt sich nicht selten eine so typische Wiederholung der charakteristischen
Form der Blättchen der R. pomifera — »elliptisch verlängert mit fast paral-
lelen Rändern « —, dass man im Momente an eine kahle Form der R. pomi-
fera denken möchte. Von R. alpina hat die Pflanze die mangelnde Bestache-
lung, die einfachen Kelchlappen, die Form des heceptakels etc.
3. Rosa villosa L.
(Rosa pomifera H. und R. mollis Sm.)
Nauders: Nr. 32—44: Nr. 46—56; Nr. 403—106. — Remüs-Manas:
Nr. 57—66; Nr. 503—505. — Remüs-Sins: Nr. 69—73: Nr. 77—80. —
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 5
Ardez: Nr. 81—94; Nr. 74 u. 75; Nr. 407—114. — Ardez-Guarda: Nr. 99
—1402; Nr. 448—123. — Fetan: Nr. 95—98; Nr. 445—417.
Auf dieses reichhaltige Material soll sich in erster Linie die Discussion
über die Beziehungen zwischen R. pomifera Herm. und R. mollis Sm.
gründen.
Die Merkmale, die Carıst in seiner Monographie der schweizerischen
Rosen als die beide Arten trennenden hervorhebt, sind folgende: »Blätter
sehr groß, elliptisch länglich, Frucht groß, stark drüsenstachelig, Stacheln
lang, gerade . . . . R. pomifera H.«.
»Blütter mittelgroß, oval, Frucht kleiner mit weichen Stieldrüsen,
Stacheln kürzer, gerade. R. mollissma Fr.«
Grenı lehnt sich in der 5. Auflage seiner bekannten Excursionsflora
der Schweiz an diese Scheidung eng an, vermehrt aber die Charakteristik
jener durch die ausdrückliche Betonung der Blattform — »fast gleich breit
länglich« —, die Kennzeichen dieser dadurch, dass er ihr eine besondere
Behaarung zuschreibt, »dicht und weich, oft schimmernd behaart, mit
kürzern und mehr genäherten reichdrüsigen Zähnen«.
Beide Vorstellungen werden jedenfalls dadurch getrübt, dass die
Scheidung der dem Typus der R. tomentosa Sm. sich mehr nähernden R.
omissa Desegl. noch nicht vollzogen war. In seiner neuesten Aullage stellt
sich Grenuı auf den Standpunkt Cn£piN's.
Pag. 174—184 loc. cit. bespricht Cn£PIN in ausführlicher Weise die
Stellung dieser beiden Rosen zu einander, seine Discussion mit den Worten
einleitend: »J'ai la convietion que ces deux formes constituent deux mem-
bres d'un méme type spécifique, reliés entre eux par des variations inter-
médiaires.« Dieser specifische Typus aber ist die R. villosa L.
Cn&ri weist darauf hin, dass die Trennung beider Arten nach der
Curisr’schen Diagnose wohl möglich wird, wenn man es mit den mehr oder
weniger typischen Formen beider Rosen zu thun hat, dass man aber großen
Schwierigkeiten begegnet, sobald man die Variationen beider vor sich hat,
»et le moment arrive oü l'on est absolument impuissant, au moyen de nos
connaissances actuelles, à décider si certaines variations appartiennent
plustót au R. pomifera qu' au R. mollis «.
Die Blattgrüße genügt zur Trennung nicht, die Merkmale, durch welche
sie von andern europäischen Rosen verschieden werden, wie Form der Be-
stachelung, Stellung der Kelchzipfel nach der Anthese ete. sind für beide
gleich. Endlich spricht sich Ca&riN mir gegenüber brieflich dahin aus:
»Quand on se borne aux formes d'une région plus ou moins restreinte, on
peut établir des distinctions, mais quand on embrasse l'aire entière de
l'espèce, c'est autre chose. Pour les formes des Alpes, le nanisme qui
reduit sa taille, lui donne assez souvent une apparence si distincte qu' on
se demande si c'est encore bien le R. pomifera.«
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr, 47.
Um für mich die Frage der Wechselbeziehungen der Formen der H.
pomifera und R. mollis zu entscheiden, stelle ich zunächst die Merkmale
einer größeren Zahl von Individuen, auf welche bei der Trennung beider
Arten besonderes Gewicht gelegt wird, zusammen, nämlich die Merkmale,
welche sich auf die Größe — je größtes und kleinstes Endblüttehen an
einem Zweigstück — und Form des Blättchens, Zahnung und Hispidität der
Blütenstiele und Receptakel beziehen.
l. Tabellarische Zusammenstellung der Grósse, Form und Zahnung
der Blättchen.
Größtes
Endblätte hen
Nr. Länge | Breite
in in
cm cm
102.| 4,7 | 4,3
81.| 45 | 2,9
86.| 4, 2,4
94.) 4,4 | 4,9
84.| 4 4,9
87.| 3,7 | 2,6
93.| 3,5 | 4,5
91.| 3,4 | 4,8
92.| 3,3 | 4,9
104. 3,2 | 1,9
74.| 3,4 | 4,8
75.| 2,7 | 4,8
143.) 2,6 | 4,7
448.| 2,6 4,7
4M42.| 2,5 | Ah
M9.| 32,2 | 4,4
144. 9 1,3
A1. «
H.b.| ? 1,3
407.| 2 1,3
440.| 2 4,1
121.) 4,4 4,3
aber
nicht stark abwei
Kleinstes . | Drüsen- nus .
` R Blattrand Besondere
Endhlüttchen zühnchen
TENE j| — To Bemerkungen
Lange Breite fast | nicht |. betr.
in in | innen |außen
cm em parallel parallel | Zahnung,
1,9 4 z. T. | z. T. 9 7 tief, divergierend.
3,4 1,8 — ja 1 6 tief.
3 1,8 |z.g.T — A 6 ziemlich tief.
3 4,3 — — 3 8 sehr tief.
2,5 |44 | zT z. T E 6 | —
56 | 4,4 z. T. — 3 6 —
2,3 1,2 z. T. — 3 7 Lief
2,1 1,14 b V. 9 5 —
2,3 1,3 W. v. 2 7 scharf, tief,
2,5 4,4 — ja 0 1 tief
3 1,4 — ja 1 3 —
4,8 0,9 z. T. z. T. 3 6 —
1,6 | — ja | 3 6 —
4,8 4,4 w. V. | 4 ho —
1,5 | 0,9 — | ja | 4 & | —
1,4 | 0,8 — | ja | 3 7 —
3 | 6,8 — | ja | 3 6 —
, 0.6 | ja | 9 5 nicht tief, aber
| Scharf,
0,9 0,6 — ja 2 6 —
0,9 0,5 z. l. | ja 2 8 tief, offen.
| 1,4 0,6 — p aT, 3 5 | —
icht.
Die Zahl der Drüsenzähnchen ist je das beobachtete Maximum, welches
vom Mittel, wenn nur die obere Blüttchenhilfte berücksichtigt wird,
2. Tabellarische Zusammenstellung der Hispidität, der Blütenstiele
und Receptakel.
ohne
Stieldrüsen.
Blütenstiele
mit
Slieldrüsen.
viele
wenig
viele
viele
viele
| mit Aciculi ohne
| ` | Stieldrüsen.
| viele | —
| viele —-
| .
| wenig | —
viele | —
Receplakel
mit . . .
uz A mit Aciculi,
Stieldrüsen.
viele viele
wenig —
viele viele
viele wenig
viele viele
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. ri
Blütenstiele Receptakel
Nr .
` ohne mit . TM ohne mit : sanli
Stieldrüsen.| Stieldrüsen. | mit Aciculi. Stieldrüsen. | Stieldrüsen. mit Aciculi.
87. — sehr wenig | sehr wenig — sehr wenig | sehr wenig
93. — viele — — viele —
91. — viele ja — viele einzelne
92. — viele — — sehr wenig —
104. — viele viele — viele viele
74 einzelne wenig wenig — wenig wenig
75. — mittel mittel — mittel mittel
413. — sehr wenig | sehr wenig — sehr wenig | sehr wenig
118. —- wenig -— ja einzelne —
112. — sehr wenig | sehr wenig — sehr wenig | sehr wenig
119. z. T. sehr wenig — ja — —
444. — wenig | wenig — wenig wenig
"M N zumeist | sehr wenig | — ja — —
107. — sehr wenig | — ja — —
440, — sehr wenig | — ja — —
124. —- mittel | sehr wenig — einzelne sehr wenig
Vergleichen wir die Endglieder der Tabellen mit einander, dann ergeben
sich unter Umständen so weitgehende Differenzen zwischen denselben, dass
wir geneigt sind, sie als differente Typen aufzufassen. Nr. 102, eine der
extremen Formen, eharakterisiert durch große ovale fast parallel geränderte,
tief und drüsenreich gezähnte Blüttehen, mit Stieldrüsen und drüsenlosen
Aciculi bekleideten Blütenstielen und Receptakeln; ein Gegenstück hierzu
Nr. 44 (Herb. normale) von einem niedern kaum !/, Meter hohen Sträuchlein
stammend, dessen Blättehen oval, kurz und scharf zugespitzt, doch auch
reich drüsig gezähnelt sind, dessen Blütenstiele gewöhnlich einzelne Stiel-
drüsen, doch keine drüsenlosen Aciculi haben, dessen Receptakel völlig
unbewehrt sind: 2 Formen, die habituell noch viel differenter sind, als wie
die Beschreibung es erkennen lässt. Dort haben wir die R. pomifera, hier
die R. mollis, wie Crtrin, dessen reicher Erfahrung und umfangreichem
Wissen ich aueh für diese Arbeit manche Anregung und Belehrung ver-
danke, mir bestätigte. Wo aber soll nun in der ganzen Formenserie R.
pomifera aufhören und R. mollis beginnen?
Nr. 92, 404 und 74 sind Formen mittlerer Blattgröße. Bezüglich der
Bekleidung der Blütenstiele und Receptakel nähern sie sich zum Teil mehr
dem einen der oben erwähnten Extreme, zum Teil mehr dem andern. Ist
es anders mit den kleinblätterigsten Formen? Sehen wir nicht gerade bei
der kleinblätterigsten in Bezug auf die Hispidität eine Hinneigung zur typi-
schen R. pomifera, indem in die Stieldrüsen an Blütenstiel und Receptakel
auch drüsenlose Aciculi eingestreut sind, wodurch ein wichtiger Charakter
der R. mollis Sm., » weiche Stieldrüsen«, hinfällig wird.
Die Gesamtheit der Charaktere soll bei der Bestimmung der Stellung
einer Form berücksichtigt werden und nicht ein aus der Summe der Gha-
raktere willkürlich herausgegriffenes Merkmal. Auch dann wird es unmüg-
8 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 47.
lich sein, zwischen den beiden heterogenen Formen eine scharfe Grenze zu
ziehen. Denn wie die Blattgröße und -gestalt der Extreme durch alle mög-
lichen Zwischenformen verbunden ist, so zeigen alle übrigen Merkmale,
die zur Trennung der beiden Rosen, R. pomifera und R. mollis, verwertet
wurden, allmähliche Übergänge von einem Extrem zum andern. Diese ver-
schiedenartigen Stufen der Charaktere sind zudem nieht gleichsinnig com-
biniert, etwa so dass Kleinblätterigkeit und Weichdrüsigkeit correlative
Charaktere wären, sondern Merkmale, die man gewohnt ist, als gute Charak-
tere der R. pomifera aufzufassen sind mit solchen der R. mollis verbunden,
Créris’s Auffassung der beiden Arten wird also durch unsere Beobach-
tungen bestätigt.
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen über die Stellung der extremen
Formen der R. villosa L. wollen wir auf einige der besondern Variationen
des Typus mit einigen Worten eintreten.
1. Variationen mit einfacher oder fast einfacher Zahnung
der Blüttchen.
Nr. 101. Krüftiger etwa 1 Meter hoher dicht verzweigter Strauch, dessen
Axen, die sterilen Triebe wie die Blütenaxen, dicht mit leicht gebogenen
etwas ungleichen Stacheln besetzt sind. Blättehen von mittlerer Größe,
oval, beiderseits dicht behaart, unterseits zerstreut-drüsig. Zahnung
breit, kurz, einfach, hin und wieder mit einem kleinen
drüsentragenden Zühnchen. Blüten meist in dreiblütigen Corymben,
sehr kurz gestielt, Blütenstiele in den großen Bracteen ver-
steckt. Blütenstiele und Receptakel ziemlich dicht mit kräftigen Acieuli
und Stieldrüsen bekleidet. Rücken der Kelchzipfel dicht stieldrüsig.
Diese oberhalb Ardez links vom Wege nach Guarda eine kleineKolonie
bildende Rose schließt sich durch die Zahnung der von Cunisr aufgestellten
f. Engadinensis an, die Kınuns um Ta rasp und Ardez fand.
Ähnlich ist Nr. 123. Zähne etwas länger, schärfer, Drüsenzähnchen
etwas häufiger.
2. Variationen mit drüsig bekleideten Axen.
Nr. 66, 74, 503, 505 und in etwas schwächerem Maße Nr. 48 besitzen
zum Teil dicht behaarte und zerstreut oder dicht mit Stieldrüsen bekleidete
Blütenaxen.
3. Variationen nach der Form der Receptakel.
Die typische Form des Receptakels ist kugelig; etwas seltener ist das-
selbe oval, noch seltener selbst flaschenförmig. Als f. lagenoides Fav. gab
Cornaz eine Variation der Apfelrose von Bormio aus, »dont les folioles ont
bien la forme de celles du type, plus ou moins glanduleuses au dessous,
mais les réceptacles floriferes au lieu d'étre arrondis, sont ordinairement
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 9
ovoides. A l'état fruetifere les réceptacles deviennent remarquablement
allongés et plus ou moins en forme de bouteille.«
Die Zeit, in welche meine Excursion fiel, war noch zu früh, um R. po-
mifera in vorgerückterer Entwicklung sammeln zu können.
Ich glaube aber folgende Formen von Nauders, Ardez und Fetan,
wenn auch mit der f. lagenoides von Bormio nicht völlig identificieren, ihr
doch nähern zu sollen.
Breite etwas
unterhalb der
Abgangsstelle
d. Kelchzipfel.
Lünge Größte Breite
Nr. des des
Receptakels. Receptakels.
4^. 1,00 cm 0,60 cm 0,30 cm
89. 41,10 » 0,65 » 0,32 »
97. 4,05 » 0,67 » 0,25 »
16. 1,15 » 0,70 » 0,30 »
100. | 1,20 » 0,79 » 0,35 »
Das Receptakel ist also etwas mehr als 41/, mal so lang als breit, sein
oberer Teil stark, bis auf die Hälfte und mehr der größten Breite verengt,
wodurch mir die Form der Flasche angedeutet erscheint.
An den Formen von Bormio, die ich Cn£rrx und Conxaz verdanke,
finden sich an entwickelteren Receptakeln folgende Verhältnisse:
Lünge Breite Unter
d. Rec. d. Rec. |d. Kelch.
Nr. 143. Cn£riN (4889) 1,45 cm | 0,90 cm | 0,35 cm
4,55.» 4,12 » 0,52 «
Nr. 35. Conwaz (1889) 1,55 » | 0,85 » | 0,30 «
4,85 » | 4,45 » | 0,40 »
Während also bezüglich des Verhältnisses von Länge und Breite der Recep-
takel meine Formen denen von Bormio völlig entsprechen, ist bei diesen die
halsförmige Verengerung ausgesprochener, nämlich Verhältnis der Ver-
engerung der Breite 4: 2,5, während das gleiche Verhältnis an den von
mir gesammelten Formen 1 : 2,2 beträgt, eine Differenz, die durch die nach-
folgende Entwicklung allerdings ebenso sehr in ausgleichendem Sinne als
in vergrößerndem verändert werden kann.
4. Variationen mit Suprafoliardrüsen.
Dieser Formenzustand, der in unserer Sammlung durch die Nummern
64—65 repräsentiert wird, ist Pucer f. Gaudini. Mit Recht macht schon
Curıst darauf aufmerksam, wie diese Drüsigkeit der Oberseite der Blättchen
ein sehr schwankender, selbst am gleichen Individuum stark wechselnder
10 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbücheru. Nr. 47.
Charakter ist. Meine Beobachtungen bestätigen Cunisrs Wahrnehmungen
durchaus.
4. Rosa rubrifolia Vill.
Remüs: Nr. 132. 133. 496. 497. — Selamisott: Nr. 196—199, —
Remtis-Platta mala: Nr. 430. — Remüs-Manas: Nr. 131. — Remüs-Sins:
Nr. 134. 135. 136. — Ardez: Nr. 138. — Ardez-Guarda: Nr. 137.
In ihrer Mehrheit gehören die hier verzeichneten Individuen der
hispiden Variation der Art an.
9. Rosa rubiginosa L.
Landeck: Nr. 144 —146. — Landeck-Stanz: Nr. 140—142. 497. 498.
Landeck-Prutz : Nr. 147—449. — Prutz: Nr. 151. 453. — Prutz-Obla-
dis: Nr. 454. 155. — Remüs-Platta mala : Nr. 459. 160. — Remüs-Tschanuf:
Nr. 166—168. 163.
Die hier verzeichneten Formen gehören alle dem Formenkreise der R.
comosa Ripart an. Bei einzelnen, so namentlich jenen von Tschanuf sind die
Receptakel sehr dicht mit drüsenlosen Stacheln besetzt. Sie repräsentieren
dadurch jene Modification, die als f. echinocarpa Rip. bezeichnet wurde.
6. Rosa micrantha Sm.
Stanz: Nr. 182—185. 489—191. — Landeck-Stanz: Nr. 478—481.
186—188. — Landeck-Prutz: Nr. 176. — Prutz-Eingang ins Kaunserthal :
Nr. 174. 175.
In ihrer Mehrheit stellen die beobachteten Formen den Typus der Art
dar. Die kahlere Form, f. permixta Deségl., wird durch Nr. 478—184 re-
präsentiert.
Heteracanthie der Blütenzweige zeigen Nr. 475 und Nr. 186—188.
Außerordentlich zierliche kleinblätterige Formen sind Nr. 189—194.
7. Rosa sepium Thuill.
Stanz-Landeck : Nr. 217—222. — Landeck : Nr. 216. — Prutz-Eingang
ins Kaunserthal: Nr. 242. 213. — Ladis: Nr. 210.
Die Formen entsprechen der f. arvatica Christ.
Nr. 210 dagegen steht zum Typus in analoger Beziehung wie die var.
Jenensis Schulze zur R. rubiginosa. Es sind an einzelnen der Blütenstiele
einzelne Stieldrüsen zu beobachten.
8. Rosa graveolens Gren.
Stanz: Nr. 206. — Landeck-Stanz: Nr. 207, 443. — Landeck-Prutz :
Nr. 205. — Prutz-Eingang ins Kaunserthal: Nr. 459. 205a. 241. — Prutz-
Ladis: Nr. 203. 204. 156. — Remüs: Nr. 500. 504. — Remüs-Platta mala:
Nr. 161. 162. 172. 196—202. 208.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 11
Diese Nummern stellen zum größeren Teil mehr oder weniger behaarte
Formen der Art vor, die Destsuıse als R. cheriensis und Jordani bezeichnete.
Nr. 443, 452, 456, 161, 162 und 172 dagegen gehören einem Varia-
tionskreise an, der, falls er wirklich zu R. graveolens Gren. zu ziehen ist,
innert dieser Art die analoge Stellung einnehmen würde, wie die nicht
hispide f. Jenensis Schulze innert der hispiden Species R. rubiginosa,
welcher ich der Hispidität der Blütenstiele wegen die meisten dieser Num-
mern zugewiesen habe, während mir die Form von Landeck als Hybride
zwischen beiden Arten erschien.
Was zunächst die Formen von Remüs betrifft, so schreibt mir Gr£rın
über dieselben: »Quelle est réellement cette forme? L'aspect général est
celui du R. graveolens et sans l'hispidité prononcée des pedicelles et de la
base des réceptaeles ainsi que de la glandulosité du dos des sépales il me
semble que je n'hésiterais pas à rapporter ces Nos au R. graveolens.
Le R. graveolens a parfois des pédicelles trés délicatement glanduleux,
mais à glandes moins rudes.
Je reste done incertain sur l'identité spécifique de ces Nos. Toutefois je
suis assez porté à y voir une varieté du R. graveolens.«
Gegenüber meiner Auffassung von der analogen Form von Landeck
als einer hybriden Verbindung der R. rubiginosa mit der R. graveolens äußert
sich Crtriy dahin: »Je suis peu porté à admettre cette origine que je ne
peux pas toutefois contester d'une facon absolue«.
Wenn einerseits allerdings die Blätter jenen der typischen R. graveo-
lens Gren. gleich sind, so kann eben doch anderseits betont werden, dass
die Drüsigkeit durchaus jener einer R. rubiginosa entspricht. Man steht
also vor der Frage: Was ist wahrscheinlicher, 4. dass die normal nicht
hispide R. graveolens auch in ausgesprochen hispiden Formen auftritt, oder
2. dass diese hispide Form als ein Kreuzungsproduct der hispiden R. rubi-
ginosa mit der verwandten aber nicht hispiden R. graveolens aufzufassen ist.
Crépin ist stets sehr zurückhaltend, wenn es gilt, die hybride Natur
einer Rosenform anzuerkennen. »En ce qui concerne les hybrides on doit
étre d'une prudence extréme et se méfier beaucoup quand il ne s'agit que
d'un seul et unique buisson« schreibt er in seiner letzten Publication, Mes
exeursions rhodologiques dans les alpes en 1893 t. XXXII du Bull. d. l. soc.
roy. de bot. de Belgique, anlässlich der Erwähnung eines Hybriden zwischen
der R. pomifera und R. glauca, den ich bei Prato in der Levantina glaube
nachgewiesen zu haben. Mit Créern gehe ich völlig einig, dass man nicht
leichthin eine Form, die einen mehr oder weniger intermediären Charakter
besitzt, als Hybriden erklären soll. Anderseits aber darf betont werden,
dass die Bastardierung zwischen bestimmten Arten ein so seltener Vorgang
nicht ist, wie früher viele Botaniker annahmen.
Im vorliegenden Falle spricht für Gagrın’s Auffassung die Analogie mit
der bereits erwähnten f. Jenensis.
12 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbücher. Nr. 47,
Zur Stütze meiner Auffassung lässt sich noch die mangelhafte Ent-
wicklung des Pollens ins Feld führen. Von 374 Pollenkörnern, die ich ab-
zählte, waren nur 44, d. h. nicht ganz 49 4 gut entwickelt. Die Verwertung
dieses Merkmales zu einer Beweisführung für die hybride Natur wird mein
verehrter Freund Cr£rix allerdings auf Grund einer Beobachtung an R.
pseudo- graveolens, die nur 40 % gut entwickelte Pollenkörner besaß 1), nieht
für zulässig erachten.
Ein abschließendes Urteil über diese interessanten Formen ist also wohl
zur Zeit nicht möglich. Die Frage wird vielleicht ein späterer Besucher des
Gebietes entscheiden.
9. Rosa glauca Vill. und R. coriifolia Fries.
A. Formen mit kahlen Blättern — R. glauca Vill.
I. Axen homoeacanth.
a. Blättchen unten ohne Drüsen.
1. Blättchen einfach gesägt.
a. Blütenstiele und Receptacula nackt = R. glauca Vill.
f. typica Chr.
Stanz: Nr. 296. — Landeck-Prutz : Nr. 445. — Nauders: Nr. 308. 309.
432—434. — Remüs: Nr. 312. 313. 317. 348. — Ardez-Guarda: Nr. 334
und 333.
8. Blütenstiele drüsig.
Nauders: Nr. 340.
2. Blüttchen doppelt gesägt.
a. Blütenstiele und Receptacula kahl.
Hierher gehóren die Formen complicata Christ, caballicensis Puget,
= myriodonta Chr. ete.
Prutz- Eingang ins Kaunserthal: Nr. 300—300. 449. 443. — Ladis:
Nr. 444. — Nauders: Nr. 307. 344. 435. 444. — Remüs: Nr. 314—316.
319. 438. 439. — Remüs-Manas: Nr. 347. 444. — hemts-Sins: Nr. 323.
324. — Remüs-Platta mala: Nr. 320—322. — Remüs- Tschanuf: Nr. 326.
440. — Fetan: Nr. 334. 335.
b. Blüttchen unterseits drüsig.
a. Blütenstiele und Receptacula unbewehrt.
Nauders: Nr. 512. — Prutz-Eingang ins Kaunserthal: Nr. 336. — Re-
müs: Nr. 339. 450. 454. 454. 593, — Tschanuf: Nr. 329.
P. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Stanz: Nr. 295. — Landeck: Nr. 447. 449. — Nauders: Nr. 337. 338.
— Selamisott: Nr. 340. 448. — Remüs-Sins: Nr. 395. 330. 478.
Il. Axen borstentragend.
a. Blättehen oben ohne Drüsen oder wenig drüsig, unten
drüsig.
1) Vergl. Recherches sur l'état du développement des grains de pollen dans diverses
especes du genre Rosa. loc. cit, t. XXVIII.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 13
|. Bütenstiele kahl.
Prutz-Eingang ins Kaunserthal : Nr. 150. — Remüs: Nr. 237.
2. Blütenstiele steif drüsenhaarig = R. protea Braun var.
rupifraga Br.
Remüs: Nr. 240. 942. 4529. — Remüs-Platta mala: Nr. 453.
b. Blättehen oben und unterseits drüsig.
f. foliolis cuneatis — R.caryophyllacea Christ non Besser var Killiasi Chr.
1. Blütenstiele kahl.
Remüs : Nr. 546. — Sehuls : Nr. 257. — Ardez-Guarda : Nr. 276.
2. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Remüs : Nr. 545. — Ardez - Fetan : Nr. 268. 269. — Ardez-Guarda :
Nr. 275. 277.
B. Formen mit kahlen Blättehen, behaarten Blattstielen und
behaartem Mittelnerv.
Hierher R. glauca Vill. f. pilosula. — Remüs-Tschanuf: Nr. 327. 328.
— Remüs-Sins: Nr. 436.
C. Formen mit behaarten Blättehen = R. coriifolia Fries.
Il. Axen homoeacanth.
a. Blättehen unten drüsenlos.
1. Blüttchen einfach gesägt.
a. Blütenstiele und Receptacula kahl.
Landeck : Nr. 341. 349. 463. — Landeck-Prutz : Nr. 464. 465. — Prutz.
Nr. 346—348. — Prutz-Eingang ins Kaunserthal: Nr. 343—345. 457. 458.
— Nauders : Nr. 337. 351. 352. 354. 356. 422. 423. 460. 464. 467—469.
474—476. 509—511. — Sclamisott: Nr. 366, 480. — Remüs: Nr. 367. 369.
370. 489. 548. — Remüs-Sins: Nr. 368. 371. 372. 483. 519—521. —
Remüs- Platta mala: Nr. 359—365. 487. — Remüs-Tsehanuf: Nr. 358. —
Ardez : Nr. 430. — Ardez-Fetan : Nr. 429. — Ardez-Guarda: Nr. 378. 424.
A34. 531.
p. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Nauders : Nr. 355. 359. — Remüs : Nr. 462. — Sclamisott: Nr. 375. 377.
— Remüs-Sins : Nr. 374. — Schuls : Nr. 547. — Ardez-Fetan : Nr. 379. —
Ardes-Guarda : Nr. 380.
2. Blättehen doppelt gesägt oder mehrfach gesägt.
a. Blütenstiele kahl.
Landeck-Prutz : Nr. 956. — Prutz: Nr.349. 466. — Prutz-Eingang ins
Kaunserthal : Nr. 508. — Nauders : Nr. 293. 353. 470. 543. 514. — Remüs:
Nr. 477. — Remüs-Sins : Nr. 479. 594. — Ardez : Nr. 525-—527. — Ardez-
Guarda : Nr. 330. 529.
B. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Nauders : Nr. 350. — Selamisott : Nr. 374. — Remüs-Sins: Nr. 376.
b. Blüttchen oben drüsenlos oder sparsam drüsig, unter-
seits drüsig — Rosa caryophyllacea Ghrist non Bess. var. Le-
vieri Chr.
14 ; Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 47.
a. Blütenstiele kahl.
Nauders: Nr. 209. 513. — Selamisott: Nr. 192, — Remüs: Nr. 294.
243. 245, — Remüs-Platta mala: Nr. 193. — Ardez-Guarda: Nr. 191. 979.
274. — Ardez-Fetan: Nr. 970. 271.
p. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Remüs: Nr. 244. — Remüs-Platta mala: Nr. 457.
c. Blüttehen oben und unten drüsig.
Schuls: Nr. 258. — Ardez-Guarda: Nr. 273. 398.
Il. Axen borstig-drüsig; Blüttehen oben und unten drüsig.
— R. rhaetica Gremli pp.
a. Blütenstiele kahl.
Nauders: Nr. 224—226. 229, — Remüs: Nr. 194. 241. — Remiüs-
Manas: Nr. 233. 234. 236. 238. — Remüs-Tschanuf: Nr. 164. — Remüs-
Sins: Nr. 232. 246. 248—950. 252— 255. 599. — Ardez-Fetan: Nr. 263.
265. 267. — Fetan: Nr. 259—262.
p. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Nauders: Nr.227. 228 930. 931. — Remüs: Nr. 270. 974. — Remüs-
Platta mala: Nr. 158. — Remüs-Manas: Nr. 239. 255. — Remüs-Tschanuf:
Nr. 169. — Remüs-Sins: Nr. 247. 256. — Ardez-Fetan: Nr. 264. 266.
In dieser Zusammenstellung haben wir Cnnisr's R. caryophyllacea teils
der R. glauca Vill., teils der R. corüfolia Fries zugewiesen. Es soll nun
diese Auffassung, in der wir uns Cn£pIN anschließen, im Nachfolgenden be-
gründet werden.
Garist identificiert drei seiner Formen — f. Killiasi Godet, f. Levieri
Chr. und f. Taraspensis Godet — mit Besser’s R. caryophyllacea. »Diese drei
Formen gehören unstreitig,« schreibt er, zur R. caryophyllacea Besser nach
den von mir verglichenen Originalexemplaren im Herb. Preiswerk und
Herb. Godet und den cultivierten Exemplaren aus dem Genfer Garten,
die von Besser’scher Originalsendung herrühren«.
Dem gegenüber erklärt Cu&prrv auf Grund seiner Vergleiche mit Origi-
nalexemplaren, »que l'identité spécifique de ces deux Roses est très
douteuse.«
Desgleichen hält Grentı dafür, dass beide Arten nicht identisch seien.
Er nennt Cunisr's R. caryophyllacea Rosa rhaetica.
Brssen's Originalpflanzen stehen mir nicht zur Verfügung. Ich muss
mich also einer Meinungsäußerung über die Beziehungen der Cunisr'schen
Pflanze zu Besser’s Art enthalten.
Lunter reiht seine R. caryophyllacea der Subsect. Rubigineae ein.
GreNLI weist sie ebenfalls zur Subsect. Rubiginosae.
Crépin dagegen trennt die Art, um die kahle Form, die var. Ailliasi,
als Varietät der R. glauca Vill., die behaarte als Varietät der R. corüfolia
zu erklären. Als R. rhaetica bezeichnet er die Form »à feuilles pubescentes
et à axes souvent sétigéres-glanduleux«,
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 15
Wie oben bereits bemerkt wurde, schlieBe ich mich voll und ganz
dieser Auffassung Cette an, die jeder Rhodologe teilen muss, dem ein
umfangreiches Vergleichsmaterial zur Hand ist. Die mich bestimmenden
Gründe sind folgende :
Wenn R. caryophyllacea Christ var. Killiasi als Varietät der R. glauca
Vill. anzusehen ist, dann lässt sich erwarten, dass sie bei der Vielgestaltig-
keit in dem Formenreichtum der Art durch mannigfache Übergänge mit
dem Typus der Art verbunden sei, dessen wesentliche Merkmale in der
homoeaeanthen Bestachelung der Achsen, der Kahlheit der Blätter, dem
völligen Mangel an Sub- und Suprafoliardrüsen, einfacher Zahnung der
Blättchen, in dem Mangel an Stieldrüsen an den kurzen Blütenstielen und
dem Receptakel, in den aufgerichteten länger bleibenden Kelchzipfeln,
roter Corolle und weißwolligen Griffelköpfehen bestehen.
Von diesen Merkmalen des Typus kommen der obigen Varietät zu:
4. Kahlheit der Blätter.
9. Kurze Blütenstiele.
3. Aufgerichtete länger bleibende Kelchzipfel.
4. Mehr oder weniger intensiv rote Corolle.
5. Weißwolliges Griffelkópfchen.
Die die Form vom Typus trennenden Merkmale sind :
4. Heteracanthe Bestachelung, indem neben den starken hakig ge-
krümmten Stacheln borstliche Stacheln sieh finden, die auch in
Stieldrüsen übergehen.
Zahnung zusammengesetzt, dichtdrüsig.
3. Blütter beiderseits mit sitzenden Drüsen meist sehr dieht be-
kleidet.
4. Hispidität der Blütenstiele.
Ist der Wert der trennenden oder der verbindenden Merkmale höher
anzuschlagen? Das erste der unterscheidenden Merkmale, die Hetera-
canthie, ist zweifellos eine sehr überraschende Differenz. Dennoch wird
man wohl dieses Merkmal von dem Momente an nicht mehr so hoch an-
schlagen , so charakteristisch es für die Form sein mag, als man sich ihr
Vorkommen an anderen normal homoeacanthen Arten vergegenwärtligt.
Gewiss ist sie für einzelne Arten, wie z. B. R. gallica, ein Charakter
erster Ordnung. Hüufiger aber tritt die drüsen - stachelige Bewehrung
namentlich an den Blütenstielen erscheinend, als accessorisches Merkmal zu
der kräftigen Bestachelung der Triebe hinzu. Wem fiele es ein, auf die
Heteracanthie einer R. rubiginosa, zumal sie nicht selten am gleichen
Strauch den einen Achsen fehlen, den andern eigen sein kann, die Tren-
nung in 2 Typen begründen zu wollen. Wer möchte der drüsen-borstigen
Bekleidung, da sie bei den verschiedensten homoeacanthen Arten gelegent-
lich beobachtet wird, ich erinnere z. B. an R. pomifera (vgl. p. 8) solchen
H
Wert beimessen um daraufhin eine specifische Trennung zu begründen?
ro
16 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
Den Merkmalen 2. und 4. wird man ebenfalls die Bedeutung trennen-
der Merkmale nicht zusprechen. Beiden Modificationen des Typus ist ja die
zusammengesetztere Zahnung eigen und häufig genug finden sich einzelne
oder zahlreichere Stieldrüsen an den Blütenstielen auch bei Formen, die
im übrigen durchaus typisch sind.
So bleibt als einziges Merkmal, auf welches die specifische Scheidung
sich wohl stützen kann, der Reichtum an Subfoliardrüsen, der mit einer
mehr oder weniger bedeutenden Entwicklung der Suprafoliardrüsen ver-
bunden ist. Er ist in der That ein Merkmal, das uns bestimmen kann , die
Zugehörigkeit der Form zur Subsect. Rubigineae anzunehmen, sobald man
diesem trennenden Charakter nicht zugleich die verbindenden Merkmale an
die Seite stellt, sobald man vor allem diese Form für sich und nicht in
Verbindung mit andern, d. h. vergleichend, betrachtet. Die bei der typi-
schen f. Killiasi meist etwas keilige Form der Blättehen ist nun allerdings
ein weiteres Moment, das dazu angethan ist, uns die Analogie zu gewissen
Gliedern des Formenkreises der Rubigineae vorzuspiegeln.
Die Vergleichung führt zu folgendem Ergebnis :
Blüten- . . . . .
Blüttchen tragende Suprafoliar- Subfoliar- Zahnung | Stieldrüsen
Nr. keilig. Achsen drüsen drüsen zusammen- an den
heteracanth. vorhanden. | vorhanden. gesetzt. |Blütenstielen.
334. nein nein nein | nein nein nein
335. » » » | » ja »
310. » » » | » nein ja. reichlich
325 » » » sehr spärlich ja nein
auf d. Secun-
därnerven.
329. » » » vereinzelt » »
auf d, Secun-
dürnerven.
330. » » » ja. z. T. ver- » ja
einzelt.
523. » » » reichlich » nein
454 zum Teil » » ja D »
359. zumeist » n ja. reichlich » »
AAR. nein » » ja » ja
340. » » » » » »
477. zum Teil » » » » »
512. » ganz vereinz, » » » »
Stieldrüsen.
150. wenige ja » ja. an den Se- » ja. einzelne
cundärnerven auch am Rec.
240. nein » hin u. wieder, z. T.sehr viele, » spärlich
` doch meist
fehlend.
242.| meist nicht » Sehr vereinz, ja » ja. z. T.
237 nein » » » » ziemlich viele
257 zum Teil » ziemlich viele| reichlich » nein
269. ja » ja. reichlich |sehr reichlich » ja
268. » » » » » »
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 17
In diesen 20 Nummern finden wir von der typischen R. glauca Vill.
zur R. caryophyllacea Christ var. Killiasi alle Übergänge zwischen den
unterscheidenden Merkmalen, nämlich von der einfachen Zahnung zur com-
plicaten, vom Fehlen der Stieldrüsen an den Blütenstielen zu oft reichlicher
Entwicklung, vom Fehlen der Subfoliardrüsen zur dichten Ausbreitung
derselben, vom Mangel an Suprafoliardrüsen zu starker Entwicklung
derselben, von der Homoeacanthie zur Heteracanthie und endlich auch von
der für R. glauca f. typica charakteristischen Form der Blüttchen zu jener
für die f. Killiasi kennzeichnenden.
Die Reihe ist so vollständig als nur möglich und in ihrer
Vollstindigkeit kommt der genetische Zusammenhang der kah-
len Form der Cnunisr'schen R. caryophyllacea so untrüglich
und klar zum Ausdruck, dass ihre Trennung vom Typus der
R. glauca als Willkürlichkeit erscheinen muss.
Gehen wir nun zu den behaarten Formen über, zu jenem Formen-
complexe, den Cn£rmN als R. rhaetica bezeichnet und dem Crunmisr's var.
Levieri seiner R. caryophyllacea zuzuzählen ist.
Die R. rhaetica Gremli pp. unterscheidet sich von der R. caryophylla-
cea Chr. var. Killiasi nur in folgenden zwei Merkmalen :
4. Blüttchen oval, nicht oder undeutlich keilig.
2. Blattstiel und Blättehen, diese wenigstens unterseits, behaart.
Aus der obigen Zusammenstellung ergiebt sich, dass es Formen der
kahlen R. caryophyllacea Christ giebt, welche von der f. Killiasi dadurch sich
unterscheiden, dass die Blätter nieht oder nur undeutlieh keilig sind. Von
diesen der typischen f. Ailliasi sehr nahe stehenden Formen unterscheidet
sich die R. rhaetica einzig durch die Pubescenz der Blütter. Fügen
wir diese den einzelnen Gliedern der genetischen Reihe der R. Killiasi hin-
zu, dann erhalten wir eine Parallelreihe, deren Glieder zu jenen der ersten
in demselben Verhältnis stehen wie R. glauca Vill. zu R. coriifolia Fr. ; d. h.
wie die f. Killiasi eine specielle Varietät der R. glauca, so ist die R. rhae-
lica eine Varietät der R. coriifolia.
Die R. caryophyllacea Christ. f. Levieri steht nun wieder der R.rhaetica
Gr. pp. sehr nahe. Sie ist die drüsenürmere aber meist stürker behaarte
Modification derselben, deren Achsen die Stieldrüsen und Acieuli nicht
besitzen.
Dass nun thatsüchlich dieser Parallelismus der behaarten Formen zu
den kahlen besteht, zeigt die nachfolgende Zusammenstellung.
| Suprafoliar- Subfoliar- , Blütenstiele Grad
Achsen » .. Zahnung .
Nr. het " drüsen drüsen omplicat mit der
eteracanth, complicat. , `
vorhanden. | vorhanden. P Stieldrüsen. | Behaarung.
378. nein nein nein nein nein beiderseits
371, » » » » » unterseits
380. » » » » ja »
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 47. b
18 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
Suprafoliar- | Subfoliar- Blütenstiele Grad
Achsen u 8 Zahnung .
Nr. hete t drüsen drüsen complicat mit der
iereracanth | vorhanden, | vorhanden. | ^ P^ ^^^ | Stieldrüsen. Behaarung.
530, nein nein nein ja nein beiderseits
293. » » » » » unterseits
376. » » » » ja beiderseits
478. » » sehr spürlich » nein unterseits Me-
diannerv
294, » » zerstreut; z. » » unterseits
T. nur Secun-
därnerven
157. » » spärlich a. d. » ja »
Secundürn.
245. » » ja » nein beiderseits
974. » » » » » unterseits
5413. » » » » » beiderseits
528, » spärlich » » spärlich unterseits
270, » ja » » nein beiderseits
249. ja sehr spärlich » n » unterseits
246. » spürlich » » » »
252. » ja » » » beiderseits
948, » » » » ja unterseits
239. » » » » » beiderseits
934. » sehr viele sehr viele » » »
Endlich mag darauf hingewiesen werden, dass wie durch die R. glauca
Vill. f. pilosula die Verbindung zwischen der kahlen R. glauca und der
behaarten R. corüfolia hergestellt wird, wodurch die Zuteilung bestimmter
Modificationen zur einen oder andern Art als eine reine Willkürlichkeit be-
zeichnet werden muss, auch zwischen den der R. caryophyllacea Christ f.
Killiasi nahestehenden Formen und der R. rhaetica Gr. pp. entsprechende
Verbindungsglieder bestehen, durch welche die beiden Reihen auch in
ihren drüsenreichen Gliedern mit einander verbunden werden (z. B.
Nr. 452).
Es ergiebt also auch diese Zusammenstellung, wie uns scheinen will,
zur Evidenz, dass Cn£riN's Ansicht von der Stellung der Conter schen R. caryo-
phyllacea unzweifelhaft die richtige ist. Beide Reihen sind aber auch ent-
wicklungsgeschichtlich von bedeutendem Interesse. Sie zeigen uns den
Zusammenhang von Formentypen, die die meisten Rhodologen wohl ohne
Bedenken als gute Arten auffassen. —
Anhangsweise will ich zwei Formen erwühnen, die nicht deshalb von
einigem Werte sind, weil in ihnen eine besondere Art in typischer Aus-
bildung vorläge, sondern weil sie vielmehr einen intermediären Charakter
zeigen, durch den 2 Arten niederen Ranges mit einer Hauptart verbunden
werden. Solchen Zwischenformen kommt meiner Ansicht nach keine ge-
ringere Bedeutung zu als den Typen. Es ist ja nicht zu bestreiten, dass
wenn die Rhodologen mit gleichem Eifer dem vergleichenden Studium
der von einem Typus abweichenden zahlreichen »Arten«, die bisweilen
gerade mit einem Strauch identisch sind, sich hingegeben hätten, mit dem
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 19
sie sich der Vergrößerung des Namenreichtums beflissen, über die Auf-
fassung vieler Arten größere Klarheit und größere Harmonie bestünde, als
es thatsächlich der Fall ist.
Cn£rIN macht zu 3 Rosen, die ich kurzweg als Varietäten zu R. glauca
zog, die Bemerkung: »tend à se rapprocher du R. inclinata Kerner.« Nr.304,
305, 443.
Kerner’s einlässlicher Beschreibung seiner R. inclinata in der Öst. bot.
Zeitschrift 1869, p. 326 entnehme ich als Hauptcharaktere der Art folgende:
Stacheln fast gerade, aus krüftigem Ansatz in eine lange dünne Spitze
vorgezogen. Blütentragende Zweige im Herbst hechtblau bereift. Teil-
blättchen 7—9, mit einem abwischbaren sehr zarten Reif überzogen und
daher glanzlos seegrün, sobald man den Reif entfernt. Unregelmäßig
doppelt gesägt, Sägezähne groß, Zähnchen derselben mit Stieldrüsen. In-
florescenz reichgebüschelt. Blütenstiele lang. Kelchröhre unbewehrt,
kahl bereift, kugelig-eiförmig, nach oben plötzlich stark zu-
sammengezogen. Kelchzipfel nach der Anthese aufrecht, meist un-
geteilt, seltener mit 2—3 kleinen fiederförmigen, linealen
Anhängseln versehen, nach vorn immer in ein 410—418 mm langes,
schmales, lineales oder lineal-längliches, ganzrandiges oder
ander untern Hälfte grobgesägtes Anhängsel übergehend.
Krone mittelgroß, tiefrot. Griffel zottig.
Die drei erwähnten Nummern sind nicht identisch. Nr. 443 weicht
von der typischen R. glauca in verschiedenen Punkten ab. Die Blättchen
sind relativ klein. Die nicht sehr starken geraden oder nur leichtgebogenen
schmalen Stacheln, die sich mit breiter Basis ansetzen, die langen Blüten-
stiele, die relativ kleinen Receptakel, die sehr schmalen Fiederchen der
Kelchzipfel, deren langes (8—11 mm), lineallancettes Anhängsel, das gegen
die Basis etwas gezühnelt, sonst ganzrandig ist, sind alles Unterschiede von
der typischen Form der R. glauca Vill., zugleich aber auch Merkmale, die
in extremerer Ausbildung Kernxer’s R. inclinata charakterisieren.
Nr. 305 gleicht durch den Habitus, den schlanken Aufbau, die ent-
fernt stehenden Blättchen, durch die verlängerten Blütenstiele, die kleinen
Receptakel ebenfalls der R. inclinata Kerner. Die Fiederchen der größern
Kelchzipfel sind bisweilen fadenfórmig, bisweilen allerdings auch breiter.
Ihr Anhängsel ist lancett und reichlicher gezähnelt. Die Form der Recep-
takel entspricht besonders gut der Beschreibung Krnwrn's, indem die ovale
Scheinfrucht oben stark zusammengezogen ist. Die Stacheln der Blüten-
triebe sind nicht kräftig, gerade, an den übrigen Achsen kräftiger, aber
etwas gebogen. Es sind also auch hier die Abweichungen vom Charakter
der typischen R. glauca Annäherungen an jene der R. inclinata.
Nr. 304 ist durch kleine kugelige Receptakel, denen einer R. rubri-
[olia Vill. ähnlich, ausgezeichnet. Sie sind lang gestielt. Die Analogie zu
dieser Art wird dadurch noch besonders auffällig, dass die Kelchzipfel un-
b*
90 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
geteilt oder nur mit wenigen schmalen, fädlichen Anhängseln versehen
sind. Das schmale Endanhängsel ist meist fast zahnlos. Die Stacheln da-
gegen sind kräftiger, z. T. auch etwas mehr gebogen als an den beiden
vorigen Formen. Während also hierin der nähere Anschluss an die typische
R. glauca sich zeigt, schließt sich die Form durch die andern erwähnten
Merkmale besonders eng an die R. inclinata Kerner an. —
Nr. 150 identifieiert mir Gr£rin mit H. Braun’s Rosa protea var. rupi-
fraga. Ich erwähne hier nur noch, dass sich, wie unsere obige Zusammen-
stellung lehrt, diese Art als eine Variation des weiten Formenkreises der
R. glauca Vill. erweist.
10. Rosa tomentella Lem.
a. Blütenstiele kahl.
Stanz: Nr. 216. 278—283. 492. 493. — Landeck: Nr. 491. — Lan-
deck-Prutz: 484. 244. 507. — Prutz: 294. — Prutz-Eingang ins Kaunser-
thal: 285. 287—290. — Ladis: 292.
Ein Teil dieser Formen, so namentlich Nr. 282, 492 und 493 ist durch
die schwache Pubescenz der Blätter ausgezeichnet, indem die Oberseite der
Blättehen kahl, die Unterseite nur am Mediannerv und den Secundär-
nerven locker behaart ist. Somit entsprechen sie den Variationen, die als
R. concinna Lagg. et Pug. und als R. affinis Rau beschrieben wurden.
Durch dichte Behaarung der Unterseite und lockere anliegende Pubes-
cenz der Oberseite der Blättchen sind die Nummern 914, 246, 983, 287,
288, 292 ausgezeichnet. Sie repräsentieren Cunisr's f. typica. Die übrigen
nehmen in Bezug auf Pubescenz eine mittlere Stellung ein.
Durch auffällige Mikrophyllie sind die Nr. 280 und 284 ausge-
zeichnet, wohingegen 285 und 290 auffallend großblätterig sind.
b. Blütenstiele steif drüsenhaarig.
Prutz-Eingang ins Kaunserthal: Nr. 986.
ll. Rosa canina L. und Rosa dumetorum Thuill.
A. Blütter kahl — R. canina L.
I. Subfoliardrüsen fehlen.
a. Zahnung einfach = R. lutetiana Lem.
Stanz-Landeck: Nr. 391—395. — Landeck-Prutz: Nr. 997. — Prutz-
Eingang ins Kaunserthal: #00. 404. — Nauders: Nr. 402, — Remüs-Platta
mala: Nr. 403. — Ardez-Guarda: Nr. 404. 484.
b. Zahnung zusammengesetzt.
1. Blütenstiele ohne Stieldrüsen = R. dumalis Bechst.
und f. biserrata Baker.
Landeck: Nr. 382—385. 486. Stanz-Landeck: Nr. 387—390. 487.
— Landeck -Prutz: 397. 488. 489. — Prutz- Kaunserthal: Nr. 388. 399.
Remüs: Nr. 490.
*
Beiblait zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47. 91
9. Blütenstiele hispid — R. verticillacantha Mérat.
Remüs-Platta mala: Nr. 455.
I. Subfoliardrüsen vorhanden.
a. Zahnung zusammengesetzt.
|. Blütenstiele ohne Stieldrüsen: R. scabrata Crép.
Landeck-Prutz: Nr. 298. 299.
9. Blütenstiele mit Stieldrüsen — R. Blondaeana Rip.
Landeck: Nr. 492. 495.
B. Blattstiel leicht behaart,
hin und wieder
einzelne Här-
chen auf dem Mediannerv = R. canina L. f. hispidula Rip.
Stanz-Landeck: Nr. 396.
C. Blätter behaart — R. dumetorum Thuill.
a. Zahnung einfach.
Stanz:
Nr. 405—407. — Prutz-Ladis:
Nr. 448. — Prutz-Eingang ins
Kaunserthal: Nr: 440. 411. 414—416. — Remüs: Nr. 421. — Remüs-Platta
mala :
Nr. 419. 420.
b. Beginnende Doppelzahnung.
Eingang ins Kaunserthal: Nr. 412. 413.
Vergleichende Zusammenstellung meiner Rosenfunde aus dem
Ober - Innthal.
Unter-
R. cinnamomea L.
R. alpina L.
f. uniserrata .
f. pubescens Koch
f. laevis .
f. pyrenaica auct. .
R. alpina L. X R. pomifera Herrm.
R. villosa L. .
f. engadinensis Chr. .
f. lagenoides Fav. .
R. rubiginosa L.
R. micrantha Sm.
R. sepium Thuill.
R. graveolens Gren..
R. graveolens X rubiginosa (?) .
R. rubrifolia Vill..
R. glauca Vill.
f. typica .
f. fol. biserratis . .
f. fol. glandulosis, ped. nud.
f. fol. «
ped. hispido- gland. .
Engadin. Tirol.
E —
+o +
+ —
+ —
+ —
+ ++
+ —
+ +
+ —
+o +
+ +
— +
— +
+ +
+ +
+- —
+ +
+o +
+ +
+o +
+ +
92 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr, 47,
Engadin. Tirol,
R. protea Braun var. rupifraga B.. . . 2 2 2 22.0. — +
R. caryophyllacea Chr. f. Killiasi . + —
R. glauca Vill. f. pilosula -+ —
R. coriifolia Fr. .. 2. 2 2 22... + +
f. uniserrata (= f. typica Ch.) . e + +
f. ped. hisp.-glandulosis (= aff. f. Bovernierana) + +
f. biserrata (= f. complicata Chr.) + +
R. caryophyllacea Chr. var. Levieri Chr. + +
R. rhaetica Gr. pp. + +
R. tomentella Lem. — +
R. canina L... . .. .......... + +
f. lutetiana . -+ +
f. dumalis . + +
f. verticillacantha . -+ —
f. scabrata Grép. — +
f. Blondeana Rip. . — +
f. hispidula Rip. — +
R. dumetorum Thuill. + +
Die Zusammenstellung ergiebt, dass von den 13 Arten 8 in beiden
Gebieten nachgewiesen werden konnten. Nur im En gadin fand ich zwei
Arten, nur im Tirol 3. Wichtigere Formen notiere ich 24. Beiden Ge-
bieten gehören 13 derselben an; nur im Engadin wurden 7 derselben,
nur in Tirol 4 nachgewiesen. Hybride wurde sicher einer, zweifelhaft
ein zweiter constatiert. Ersterer fand sieh nur im En gadin, letzterer im
Engadin und Tirol.
Während die meisten der im vorausstehenden verzeichneten Formen
tirolischer Herkunft hier zum ersten Male als Bürger des westlichen
Tirols nachgewiesen werden, erfuhr die Flora des gut durchforschten
Unter-Engadins nur eine kleine Bereicherung. Neu für dieses Gebiet
sind R. alpina L. f. pubescens Koch, R. rubiginosa L., R. graveolens X R.
rubiginosa (?), R. coriifolia, Formen mit doppelter Zahnung, R.
canina f. verticillacantha.
Eine Reihe von Formen, die Kırırs in seiner Flora des Unter-
Engadins erwähnt, konnte ich nicht auffinden, vor allem eine Reihe der
Hybriden, von denen allerdings einzelne, wie z, B. R. mollis Sm. x R. pomi-
fera L., bestimmte Variationen einer Art sind.
War man bisher gewohnt, die unmittelbare Umgegend von Schuls-
Tarasp als das Rosenparadies anzusehen, so ergeben meine Beobachtungen
des tiefern Teiles des Unterengadins, namentlich der Umgebung von Remüs,
dass dieser rhodologisch jener klassischen Stätte ziemlich ebenbürtig ist.
Nomenelatur-Studien.
Vorläufige Notiz
Otto Kuntze.
Mitte Mai d. J. aus Südafrika zurückgekehrt, habe ich unter obigem
Titel eine Erwiderung und Abhandlung betreffs der inzwischen erschienenen
wichtigsten Publicationen über Nomenclatur fertig gestellt, insbesondere
über die Schriften von Prırzer in Enszer’s Jahrbüchern XIX: 4—28 und
von. Burover im Bulletin de l'herbier Boissier 1894: 49—88. Meine Ab-
handlung enthält folgende 10 Abschnitte: 1. Tnovans’ Orchideen-Namen
sind nicht zu verwerfen! — 2. »Priority in place at all events« und
Artikel 55. — 3. Obligatorische Register für Pflanzennamen. — 4. Einige
falsche Gesetzesauslegungen von Prirzer. — 5. Verwerfungen von Orchi-
deen-Namen aus linguistischen und orthographischen Bedenken. — 6. »Once
a synonym always a synonym« ist gegen Artikel 60 und 28! — 7. Von
Publicationen nach 1735 mit teilweise unpassender Nomenclatur ist keine
auszuschlieBen! — 8. Diverses. — 9. Corrigenda von Orchideen-Namen.
— 40. Schlussbetrachtungen ; künftiger Gongress.
Da Prıtzer’s Angriffe vom legalen Standpunkte zu 99/4, nicht berech-
tigt, seine mehr subjectiven Urteile aber in einer Sprache gehalten sind,
die das Zulüssige überschreitet, so bot ich mein Manuscript Herrn Geh.
Rath Excrer mit der Bitte um Aufnahme im nächsten Heft seiner Jahr-
bücher an. Bei der außerordentlichen Menge im Druck befindlicher Ar-
beiten ist aber diese sofortige Aufnahme einer 2 Bogen langen Abhandlung
unmöglich, sodass ich nur eine Andeutung meiner später im Bulletin de
lherbier Boissier erscheinenden Schrift mit kurzer Replik auf PFITZER’S
wesentlichste Angriffe hier gebe.
Pritzer wirft mir große Flüchtigkeit vor: 4. weil ich 44 Synonyme,
welche im Register seiner Orchideen-Revision in Encıer’s Pflanzenfamilien
fehlen, nicht eingehender gesucht, 2. einige Druckfehler — die er aber
nicht als solche behandelt — wie z. B. emendatatus (N Mal, sonst steht stets
emendatus gedruckt), clytroglossa anstatt elytroglossa habe stehen lassen.
94 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 47.
Nun, in wirklichen Monographien dürfen weder Synonyme in den gleich-
zeitigen Registern, noch viele Synonyme überhaupt, noch alle Quellencitate
für Pflanzennamen fehlen, und solche wegen ihrer z. T. populäran Fassung
defecte Arbeiten konnte ich bei meiner Revisio gen. pl., welche 7 bezw.
bei Berechnung normaler Arbeitszeit 10 Jahre erforderte, nicht mehr be-
rücksichtigen, als deren Register andeuteten. Ob man eine 7—4A0jährige
Arbeit flüchtig nennen darf, möchte ich bezweifeln; »Druckfehler« hat
indes Prrrzer in seiner kleinen Schrift gegen mich relativ viel mehr stehen
lassen als ich, u. a. auch Terichospermum, palmifolium statt palmiforme.
Er hat also kaum eine Berechtigung, mir wegen Druckfehler Vorwürfe zu
machen, noch dazu solche, wie »das nennt er Reform der Nomenclatur« und
»Glatteis der Grammatik gescheut«.
Dass ich Ceraia und Cereus als Pseudohomonyme, d. h. als ähnliche
aber etymologisch verschiedene Würter behandelte, ergiebt sich aus dem
dazu citierten § 66 und aus p. CLV; Pritzer unterlegt mir das Gegenteil,
um mir eine mit »oberflächliche Kritik« und dergl. gewürzte linguistische
Schullection zu erteilen!
Pritzer folgt, um den Orchideennamen Cystopus beizubehalten, nicht,
wie sonst, Ensuer’s Pflanzenfamilien, wo in der 93. Lieferung p. 110 für
den Pilznamen Cystopus doch Albugo eingesetzt ward, sondern stützt sich
zur Abwechslung auf Saccanpo, der es aber gerade so machte wie PriTzER
und alles Mögliche für recht hielt und vorbrachte, um seine früher publi-
cierte, kritiklos aufgenommene Nomenclatur zu retten.
Prirzer’s Hauptangriff ist gegen meine Erneuerur g Tuovans'scher
Gattungsnamen gerichtet, aber total verunglückt. Die 12 von Tnovuans als
noeh giltig betrachteten Gattungsnamen sind eben die auf -orchis ge-
bildeten, die ich erneuerte. Tuovars hat nur 2 neue alternative Gattungs-
namen nach alter Manier gebildet — nicht 12, wie man mit Prırzer an-
nehmen müsste — und diese ? Namen hat er selbst in die Synonymenrubrik
gesetzt und wie alle Namen alter Manier stets nur als Synonyme behandelt.
Die auf -orchis gebildeten Namen darf man nicht als »unitarische« ver-
werfen; sie sind sogar von anderen Autoren nachgeahmt und auch sonst
von Pritzer angenommen worden. Tuovars hat ferner die Namen alter
Manier, bis auf die erwähnten 2 Ausnahmen, nicht später und nach-
träglich hinzugefügt, wie Prirzer irrig annimmt, sondern sogar alle
Speciesnamen neuer Manier mnemotechnisch aus den Speciesnamen alter
Manier gebildet, woraus doch klar und einfach sich ergiebt, dass diese
Namen alter Manier auch älter sein müssen.
Der Haupttadel, den ich Prrrzer machen muss und ausführlich beweise,
ist, dass er in gleichartigen Fällen bald so, bald so entscheidet, stets aber
zur Rettung seiner falschen Nomenclatur. Wollte man einige seiner ab-
weichenden Prineipien durchführen, so entständen mehr Namensverände-
rungen, als ich legal vornehmen musste.
Beibla!t zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 47. 25
Prırzer benutzt missbräuchlich Artikel 3 der Lois de la nomenclature
als Kautschukparagraph, indem er einmal das Prioritütsgesetz damit auf-
hebt, das andere Mal unbequeme Namen ungleicher Etymologie verwirft.
Damit wären diese Lois eigentlich aus sich selbst annulliert, aber deren
Artikel des ersten Capitels: »Gonsidérations générales et principes diri-
geants« kommen nachdem die speciellen Gesetzesartikel festgestellt sind,
nur als Richtschnur zur Ergänzung ihrer Lücken in Betracht und Artikel 3
ist nur, wie auch der Commentar zu Artikel 3 besagt, für etwaige Zweifels-
fille anwendbar.
Im Abschnitt 2 und 6 gebe ich lange Listen über nach diesen 2 falschen
Principien eventuell zu verwerfende, jetzt giltige Gattungsnamen: allein
aus LixN£'s Sp. pl. 1753 resultieren Namensveränderungen von 19 Gattungen
mit über 4500 Arten, wenn man das Princip »Priority in place at all events«
annähme; von jetzt giltigen Personaliengattungsnamen der Phanerogamen,
wie z. B. Alstonia R. Br. 1809 non L. f. 17811, müssten nach dem auch
von Prıtzer einmal angewendeten, bei rückwirkender Kraft verwerflichem
Princip »Once a synonym always a synonym« allein etwa 200 Genera mit
über 1700 Arten sofort umgetauft werden, und für das ganze System ergäbe
dies 500—600 Genera mit etwa 7000 Arten. Dieses Princip kann aber, für
künftige neue Fälle nur angewendet, recht wohlthätig wirken, d. h. nach-
dem ein competenter Congress es derart angenommen haben wird.
Friedenau, 12. Juni 1894.
Trichomanes orbieulare n. sp.
Von
Dr. H. Christ (1894).
E grege Hemiphlebii V. D. B., nervo centrali destituti.
Tr. rhizomate ramoso repente, tenui, tomentoso, frondibus subdia-
phanis membranaceis solitariis sed approximatis et contiguis, subsessilibus
sive breviter (longit. 2 mm) petiolatis, orbiculari-reniformibus petiolo late-
raliter i. e. in sinu profundo inserto, frondis lamina 4 cm diametro metiens,
sinu clauso marginibus imbricatis, idcirco lamina fere infundibuliformi,
ambitu irregulariter usque ad quartam et tertiam partem laciniato, laciniis
rotundatis, nervis ex insertione petioli flabellatim versus marginem radian-
tibus, furcatis, prominulis, venulis spuriis interruptis inter nervos hic illie
conspicuis, margine parce fimbriato-ciliato, ob sterilitatem speciminum
sori ignoti.
Ab omnibus speciebus americanis hucusque notis fronde orbiculari
nervisque penitus radiato- flabellatis discrepans, Tr. peltato Hook. insulis
Oceani Ind. proprio comparandum, sed ab eo insertione laterali nec centrali
petioli lobisque profundioribus diversum.
Hab. Blumenau Brasil. merid. subtrop.
l. Morts 1893; jam prius a C. MÖLLER repertum, sed semper sine
fructificatione.
Beiträge zur Flora von Afrika. VIa.
Unter Mitwirkung der Beamten des Kón. bot. Museums und des Kón. bot.
Gartens zu Berlin, sowie anderer Botaniker
herausgegeben
von
A. Engler.
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien.
—
Bei der ganz außerordentlich großen Zahl neuen und wichtigen Ma-
terials, welches am hiesigen botanischen Museum aus Afrika einläuft, lässt
sich der Plan, die neuen Arten einer Familie im Zusammenhang zu ver-
öffentlichen, nicht consequent durchführen, es müssen, da häufig von
bereits bearbeiteten Familien wieder interessante neue Arten eingehen und
die Veröffentlichung einzelner umfassender Bearbeitungen noch hinaus-
geschoben werden muss, auch hin und wieder Serien wie die folgende ver-
öffentlicht werden. Diese Serie enthält namentlich wertvolle Beiträge zur
Kenntnis der Flora des Kilimandscharo auf Grund der Sammlungen von
Dr. Vorkess, außerdem die Beschreibungen einiger anderer Arten aus Ost-
afrika, von denen anzunehmen ist, dass ihre baldige Veröffentlichung den
vielen Botanikern, welche sich jetzt für die Flora von Afrika interessieren,
erwünscht ist.
Haemanthus eurysiphon Harms n. sp.; praecox bulbo globoso, foliis
nondum plane evolutis apice breviter acuminatis; scapo laterali eylindraceo
suberasso; umbella cire. 30—35-flora, spathae valvis oblongis vel oblongo-
lanceolatis acutis vel acuminatis; pedicellis floribus interdum subduplo
brevioribus; tubo cylindraceo sublato apice paullo ampliato quam perigonii
segmenta !/4—!/, circ. breviore, segmentis linearibus vel lanceolato-
linearibus acutis reflexis; filamentis filiformibus a perigonii segmentis
latitudine superatis, antheris ovatis; stylo filiformi.
Schaft 6—7 mm dick; Blütenstiele 2 cm lang, der Blütentubus erreicht 40—15 mm
Lünge und eine Breite von 1,5—2,5 mm; die Abschnitte des Perigons sind 1,5—2 cm
lang, 4,2—2 mm breit.
98 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
Kilimandscharo: im dichten Schatten des Gürtelwaldes, ver-
einzelt. Blütenfarbe: Fruchtknoten grün, Tubus und Petala hell-fleischrot,
Staubfäden, Antheren und Pistill dunkelziegelrot ; Marangu, am westlichen
Weg, 2300 m (Vorkenxs n. 4498. — 12. Dec. 1893).
Die Art steht dem im trop. Afrika sehr verbreiteten H. multiflorus Martyn, nahe,
unterscheidet sich, soweit ich Exemplare dieser Art gesehen habe, von diesem durch
bedeutend breitere Perigonröhre und breitere Perigonabschnitte. Vgl. Baker, Amaryll.63,
Hesperantha Volkensii Harms n.sp.; bulbo globoso tunicis brunneis;
foliis plerumque 3, angustissime linearibus glabris ; spatha ad scapi medium
longa; scapo folia superante simplici 2—3-floro spicam disticham laxam
rhachi recta vel vix flexuosa effieiente; spathae valvis inter se paullulo
longitudine diversis oblongis apice obtusis vel nune subrotundatis emargi-
natis, exteriore paullo majore viridi rubro-marginata; perianthii tubo
erecto anguste cylindraceo apicem versus ampliato breviter infundibuli-
formi, segmentis oblongis apice obtusis tubo subduplo longioribus; sta-
minibus ad tubi faucem insertis quam perianthii laciniis 1j circ. bre-
vioribus, antheris filamento subduplo longioribus; styli ramis ab antheris,
quae illorum dimidium cire. longitudine aequant, superatis.
Blätter 48—30 cm lang oder noch länger, 2 mm breit, äußere Valva 42, innere
10 mm lang. Perianthtubus 8 mm lang, die Lappen 44 mm lang. Staubblätter 8—9 mm
lang, Staubfäden 2—3 mm, Antheren 5—6 mm lang.
Kilimandscharo: im Grase oberhalb des Urwaldes sehr gemein,
Blütenfarbe licht rosenrot; 2440 m, Bergwiese am Ruassibach, Landschaft
Marangu (Vorkens n. 783 — 2. Sept. 1893).
Steht der H. Baurii Baker in Journ. Bot, 4876. p. 182 (Bax., Irid. 450) am nächsten,
von ihr verschieden durch die nicht flexuose, weniger Blüten tragende Ahrenspindel.
Romulea campanuloides Harms n. Sp.; bulbo globoso tunicis
brunneis; foliis filiformibus duris glabris striatis scapos superantibus;
scapis ad bulbum plerumque 3 strictis unifloris tenuibus erectis simplicibus;
spathae valvis inter se subaequalibus oblongis vel oblongo-lanceolatis
aculis; floribus sessilibus perianthio spatham subduplo vel tertia parte
excedente, tubo brevi a valvis superato infundibuliformi e basi angusta
ampliato, laciniis tubo 3-plo circ. longioribus lanceolatis obtusis; staminibus
perianthio subduplo brevioribus paullulo supra tubi basin insertis; antheris
stylum paullo superantibus.
Zwiebel 4—4,5 cm dick. Blätter 30 und mehr cm lang, kaum 4 mm breit. Blüten-
schäfte 42—22 cm lang. Valvae 4,2—1,4 cm lang. Perianth 2 cm lang, dessen Röhre
5 mm lang. Staubfäden 6 mm lang, Antheren 4 mm lang, Griffel 7—8 mm lang.
Kilimandscharo: im Grase häufig, auf Wiesen zwischen 2000 —
2500 m. — In mittlerer Höhe des Mawensi, 2440 m; Bergwiese oberhalb
des Urwaldes, Lager am Ruassibach : VoLksws n. 789. — 9. Sept. 1893,
»blau wie Campanula patula «.
Der mir unbekannten R. camerooniana Baker in Journ. Bot. 14. 4876. p. 236 nahe
stehend, die nach Baker, Irid. 402 auch auf dem Kilimandscharo vorkommen soll; von
dieser jedoch nach der Beschreibung dadurch verschieden, dass das Perianth länger ist
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 29
als die Spatha, wührend es bei jener derselben an Länge gleichkommt. R. Fischeri Pax
in Exeı., Bot. Jahrb. XV. p. 450 unterscheidet sich schon dadurch, dass die Stb. nahe
unterhalb des Schlundes des Perianths inseriert sind. l
Faurea arborea Engl. n. sp.; ramulis novellis dense cinereo-pilosis,
adultis brunneis; foliis novellis cinereo-sericeis, adultis glabris coriaceis
oblongo-lanceolatis acutis, in petiolum brevissimum cuneatim angustatis,
nervis lateralibus utrinque pluribus cum nervo collectivo antemarginali
utrinque prominulis; spicis quam folia duplo longioribus, ubique appresse
cinereo-pilosis; bracteis ovatis acutis basi latissima sessilibus; perigonii
laciniis oblongis quam tubus duplo brevioribus.
40—15 m hoher Baum mit sparrigen Ästen. Blätter an 0,5 cm langen Stielen,
5—9 cm lang, 3—4 cm breit. Blütenáhren 12—15 cm lang, mit 42 mm langen gelblich-
weißen Blüten, deren 3 mm langer Saum einen Durchmesser von 4,5 mm hat.
Kilimandscharo: am Ostabfall der Muöbach-Sehlucht hinter der
Missionsstation Kilema um 4540 m (Vorkens n. 1690 — blühend im Dec.
1893).
Ist nächst verwandt mit der auch in Usambara und am Victoria Njansa vor-
kommenden F. speciosa Welw.; aber in allen Teilen kleiner und auch durch die Blüten-
farbe verschieden.
F. usambarensis Engl. n. sp.; arborescens, multiramosa, ramulis
brevibus, tenuiter appresse pilosis, dense foliosis; foliis breviter petiolatis
subeoriaceis, nervis lateralibus utrinque 8—9 tenuibus patentibus; spica
densiflora, brevissime pilosa, bracteis deltoideis, perigonio sordide albido;
ovario ovoideo longe sordide albo piloso. — Mko mali der Eingeborenen.
Bis 45 m hoher Baumstrauch, mit 5—6 cm langen Astchen. Blätter an 5 mm langen
Stielen, 5—8 cm lang, 4,5—2 cm breit. Blütenstand bis 12 cm lang, mit 42 mm langen,
schmutzig gelblich-weißen Blüten. Fruchtknoten 4 mm lang und 3 mm dick.
Usambara: im Mbalu-Land, zwischen Heboma und Mbalu in Lichtungen
der Buschgehölze stellenweise massenhaft auftretend (Horst n. 2602 —
fruchtend im März 1893).
Von der ähnlichen F. saligna Harvey durch kürzere und etwas dickere Blätter,
sowie namentlich durch größere und dichter stehende Blüten unterschieden.
Osyridocarpus scandens Engl. n. sp.; scandens, ramulis angulosis
et longitudinaliter sulcatis, internodiis brevibus; foliis breviter petiolatis
tenuibus ovatis acutis, trinerviis; bracteolis lanceolatis flores in axillis
brevissime pedicellatos fulerantibus lanceolatis; perigonio quam bractea
foliacea paullo breviore laciniis lanceolatis lutescentibus ciliolatis tubi
campanulati viridis dimidium aequantibus.
Die mit hellgrünen Kanten versehenen Stengel haben 0,6—0,8 mm lange Internodien.
Die an 1,5 mm langen Stielen stehenden Blätter sind 412—415 mm lang und 6—8 mm breit.
Die auf 6 mm langen Stielen stehenden Blüten sind etwa 6—7 mm lang und 3—4 mm breit.
Kilimandscharo: in der Umgebung der Militärstation Moschi, um
1100 m (Vorxzws n. 1596 — Dec. 1893).
Nächstverwandt mit O. natalensis A. DC., aber durch die fast sitzenden Blüten sofort
zu unterscheiden,
30 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
0. Kirkii Engl. n. sp.; scandens, ramulis angulosis et longitudinaliter
sulcatis internodiis brevibus; foliis lanceolatis acutis; ramulis floriferis brevi-
bus racemosis puberulis; bracteis parvis lanceolatis petiolum aequantibus ;
bracteolis parvis lanceolatis ; perigonii laciniis lanceolatis lutescentibus tubi
campanulati dimidium aequantibus.
Die Blätter sind 4,5—2 cm lang, 3—4 mm breit. Die Blütenzweige sind oft 2—5 cm
lang und an denselben die Blüten nur 4—2 mm von einander entfernt. Die Bracteen und
Blütenstiele sind 4 mm lang, die Blüten 8 mm.
Usagara: Mlali (SruurwaAxN n. 200 — blühend im Juni 1890).
Sambesigebiet: Shibisa bei Tschimunse (Kırk in herb. Schweinf.).
Rubus Volkensii Engl. n. sp.; frutex altus pauciramosus, caule pilis
glanduliferis purpureis caulis diametrum subaequantibus dense et aculeis
rectis subuliformibus sparse obsito; foliis magnis impari-pinnatis 2-jugis
cum stipulis lanceolatis densiuscule pilosis, secus nervos aculeolis rectis
vel leviter curvatis subuliformibus sparse obsitis; petiolo communi pilis
glanduliferis patentibus obtecto; foliolis e basi ovata lanceolatis longissime
acuminatis, argute serratis serraturis apiculatis, inter nervos laterales
numerosos dense reticulatis et rugosis; paniculae terminalis folia aequantis
ramulis et pedicellis densissime glanduliferis; bracteis simplicibus lanceo-
latis; ramulis 2—3-floris, floribus magnis; sepalis ovato-lanceolatis cuin
acumine longo filiformi petala ovata ex flavo viridescentia aequantibus dense
pilosis et basi setosis; staminibus dimidium petalorum aequantibus; carpidiis
numerosis, ovariis compressis dense cinereo-pilosis in stylos filiformes
staminum apicem vix aequantes exeuntibus; drupis majusculis compressis
ochraceis, exocarpio in alam angustam verticalem dilatato, endocarpio
subosseo foveolato.
Bis 2 m hoch. Blätter bis 3 dm lang, mit 2 cm langen und 3 mm breiten Neben-
blüttern, 0,8—1 dm langen, etwa 4 cm breiten Seitenblüttchen und 1—1,3 dm langem,
4—5 em breitem Endblüttchen. Zweige der Blütenrispe etwa 5 cm lang. Kelchblätter
1,5—1,8 cm lang, mit 5 mm langer Spitze. Blumenblätter 2 cm lang und 4,5 cm breit.
Staubblätter etwa 42 mm lang, mit 4 mm langen Antheren. Steinfrüchtchen mit dem
stellenweise 4 mm breiten Längsflügel etwa 5 mm lang, 4 mm breit und 2 mm dick.
Kilimandscharo: an der oberen Grenze des Waldes über Kiboscho
um 3000 m häufig (Vorkens n. 1526 — blühend und fruchtend im Januar
1894).
Eine Prachtpflanze, zugleich eine der wenigen afrikanischen Gebirgspflanzen,
welche als Gartenpflanzen eine Zukunft haben.
Alchemilla Volkensii Engl. n. sp.; e basi multiramosa, ubique sparse
tenuiter pilosa, caulibus repentibus radicantibus; foliis petiolo 11/, —9-plo
longiore suffultis, reniformi-suborbicularibus, 9-lobis, lobis obovato-cuneatis,
subtruncatis, dense crenato-serratis ` inflorescentiis folia superantibus densi-
floris; bracteis euneiformibus; floribus bicarpidiatis.
Die Ausläufer sind einige Decimeter lang, mit 5—7 cm langen Internodien. Die
Blätter sind mit 4—6 cm langem Blattstiel versehen, mit 4,5 cm langen Stipularscheiden.
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 31
Die Blätter werden bis 5 cm breit und 5 cm lang, die Abschnitte sind 4,5—1,7 cm lang
und 1—4,2 cm breit. Die Blütenzweige sind 1—4,5 dm lang.
Kilimandscharo: in der Landschaft Marangu, um 1530 m, häufig
an Wasserleitungen, feuchten Wegen etc. (Vorrens n. 912 — blühend im
Sept. 1893).
Nahe verwandt mit der abyssinischen A. cryptantha Steud.
A. cinerea Engl. n. sp.; ubique longe patentim pilosa; ramis
decumbentibus multiramosis, ramulis erectis; stipulis cunei-
formibus petiolum brevem superantibus acute tridentatis; foliis subtus
cinereis reniformibus 5—7-lobis; lobis brevibus, antice
acutissime 5—7-dentatis, dente intermedio brevissimo;
ramulis floriferis quam folia 2—3-plo longioribus ; bracteis cuneiformibus,
tridentatis, stipulis suis aequilongis; pedicellis bracteas aequantibus; calycis
tubo turbinato; sepalis ovatis acutis quam laciniae stipulares latiores et
longiores; carpidiis 2, stylis tenuibus filiformibus sepala longitudine
aequantibus.
Die niederliegenden Stengel haben etwa 4 cm lange Internodien und entwickeln
aus den Achseln ihrer Blätter 1—2 dm lange aufsteigende Aste mit 2—3 cm langen
Internodien. Die Blütter sind mit einem 0,5—-4 cm langen Stiel, 6—8 mm langen Neben-
blüttern und 4,5 cm langen, 2 cm breiten Nebenblüttern versehen. Die Blütenzweige
sind 4—5 cm lang, die Bracteen und Blütenstiele etwa 5 mm. Blüten grünlich gelb.
Kilimandscharo: in einer feuchten Schlucht oberhalb des Kiboscho-
waldes um 3400 m (Vorkens n. 1537 — blühend im Januar 1894).
Steht in der Mitte zwischen der abyssinischen A. cryptantha Steud. und der in den
hóheren Regionen des Kilimandscharo wachsenden 4. Johnstoni Oliv.
Vouapa coerulea Taub. n. sp.; arbor ramis ramulisque glaberrimis;
stipulis interpetiolaribus lato-linearibus; foliis abrupte pinnatis, foliolis
3- vel 4 jugis oblique lanceolatis, interdum ovato-lanceolatis, apice obtuse
acuminatis, glaberrimis, nitidis denseque reticulatis; floribus apice ramu-
lorum umbellato-racemosis, longiuscule pedicellatis ; prophyllis magnis
crassis lignosis extus glabris, intus fulvo-tomentosis, per anthesin erecto-
patentibus; calyce cupulari-campanulato laciniis lanceolatis extus glabris;
vexillo magno late obovato basin versus subcontracto-angustato, obscure
unguiculato, petalis inferioribus rudimentariis lineari-lanceolatis; stamini-
bus 3 fertilibus longis antheras magnas lineari-oblongas ferentibus; ovario
cum stipite longo fulvo- tomentoso, stylo valde elongato glabro, stigmate
peltato-capitato.
Baum mit dünnen Zweigen, von denen die ülteren fast stielrund und mit grau-
schwarzer rissiger Rinde bedeckt sind, wührend die jüngeren getrocknet, etwas zu-
sammengedrückt, kaum gefurcht und mit etwas glänzender, schwarzer, spärliche braune
Lenticellen tragender Rinde versehen sind. Nebenb. mit einander zu einem inter-
petiolaren Organ verwachsen, das breit-linealisch, 40 mm lang, 4 mm breit ist und an
der gestutzten Spitze jederseits ein sehr kurzes Spitzchen trügt, in welches eine sich
lüngs des Rückens markierende Leiste ausläuft; außen ist es kahl und (getrocknet) quer
gerunzelt, längs der nach innen gebogenen, am Grunde kurz in den Zweig herablaufenden
Ründer gewimpert, innen dicht mit goldgelben Haaren bekleidet; in seiner Achsel findet
39 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
sich meist eine goldgelb behaarte Knospe. B. paarig gefiedert, mit bis 40 cm langem,
kahlem, getrocknet kantigem, längsgefurchtem, am Grunde quer runzligem, schwärzlichem,
gemeinsamem Stiel; Blüttchen gegenständig, in 3—4 Paaren, von denen das unterste
ca, 4 cm über dem Grunde des gemeinsamen Stieles inseriert ist, während die übrigen
in 2, oder nach oben hin allmählich bis zu 2,5 cm wachsenden Zwischenräumen stehen,
schief-lanzettlich oder eiförmig-lanzettlich, mit vorgezogener, stumpfer Spitze, von unten
nach oben an Länge zunehmend, die obersten bis 40 cm lang und 2,8 cm breit, am
Grunde kurz in das dicke, getrocknet querrunzlige, kahle, ca. 2—2,5 mm lange Stielchen
übergehend, dünn lederartig, beiderseits völlig kahl, dicht netzadrig und glänzend, am
Grunde mit 2 längs des äußeren Randes kaum bis 1/3 seiner Länge verlaufenden Basal-
nerven. Bl. in doldig gedrüngten Trauben mit etwa 2—3 cm langer Rhachis an den
Zweigenden, blau (nach SrUHLMANN); die einzelnen auf dicken, oft etwas gedrehten,
4,5—2 cm langen, kahlen, (getrocknet) schwarzen Stielen. Hochb. nicht beobachtet,
abgefallen, deutlich hervortretende Narben zurücklassend. Vorb. 2, an der Spilze des
Pedicellus, concav, länglich, fast 2,5 cm lang, in der Mitte 4,3 cm breit, sehr dick, holzig,
aufen kahl, braunrot, längsgerunzelt, innen, besonders an den dicken Rändern dicht
rostgelb-filzig, die knospe bis kurz vor dem Aufblühen umschlieBend, wührend der
Blüte aufrecht abstehend, schließlich abfallend. K. becher-glockenfürmig, mit 6 mm
langem, an der Spitze etwa 7 mm Durchmesser erreichendem Tubus und ^ spitzen, leder-
artigen Zipfeln, von denen der oberste eifórmig-lanzettlich, an der Spitze meist ungleich-
2 zühnig, 44 mm lang, 6 mm breit und während der Blüte nach außen zurückgebogen ist ;
die 3 übrigen lanzettlich, 40 mm lang, die seitlichen am Grunde 3 mm, der unterste 4 mm
breit; letzterer zur Blütezeit nach außen gebogen; alle außen kahl, lüngsgestreift, der
oberste und unterste innen etwa in der Mitte ziemlich dicht mit gelblichen Härchen
bedeckt. Von den Blb. nur das oberste völlig ausgebildet, breit-verkehrt-eiförmig,
nach dem Grunde zu zusammengezogen und allmählich verschmälert, ca. 3 cm lang, im
oberen Drittel 2,3 cm, kurz über dem Grunde 4 mm breit; die übrigen Bib, zu +Œ
linealisch-lanzettlichen Organen verkümmert, von denen die 2 oberen etwa 49 mm lang
und 3 mm breit, die 2 unteren etwa 1/2 so lang und breit sind. Fruchtbare Stb. nur 3,
mit dicken, 2—2,5 cm langen, kahlen Stf. und länglich-linealischen, 40 mm langen,
4 mm breiten Antheren. Staminodien 6—7, + pfriemenförmig, von unten nach oben
an Länge zunehmend bis zu ca. 44 mm. Frkn. rostgelb-filzig mit dem dem Kelchtubus
am Grunde angewachsenem, dann etwa 8 mm langen, freien, gleichfalls rostgelb-filzigem
Stiel, ca. 2,5-—3 cm lang, lünglich-linealisch, während der Blüte etwa 45 mm lang, 4 mm
breit, mit schwach hervortretenden Ründern; Gr. dick, 20 mm lang, kahl, mit breiter
(2 mm Durchmesser), schildförmiger N. Sa. 5—7 beobachtet. Hülse in ganz jungem
Zustande rostgelb-filzig, reif unbekannt.
Sansibarküste: Viansi (Srunzmann n. 6088. — Blühend im Januar
1894); Där-es-Saläm (SrunrmaxN n. 7575. — Im März 4894 blühend). —
Musswe.
Obs. Species ab affini V. Limba (Sc. Ell.) Taub. (= Macrolobium Limba Sc. Ell. in
Journ. Linn. Soc. XXX. p. 77) longe distat foliolis 3—4jugis multo minoribus acuminatis
eleganter reticulatis, stipulis interpetiolaribus lato-linearibus, inflorescentia glaberrima.
Dolichos kilimandscharicus Taub. n. sp.: herba inferne suflruti-
cosa caulibus subteretibus superne sulcato-striatis tenuiter incano-pubes-
centibus; stipulis subulatis, striatis; foliis longe petiolatis, foliolis 3 ellip-
ticis acutis subchartaceis, utrinque adpresso- pubescentibus, nervis primariis
praecipue subtus distincte prominentibus; floribus racemum longum in-
ferne parce ramosum formantibus, ante foliorum evolutionem apparentibus,
breviter pedicellatis, prophyllis ealycem villosulum aequantibus vel vix
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 33
superantibus; vexillo glabro calycem fere &plo superante, alis carina
paullo longioribus; ovario lineari adpresso-pubescente; stylo glabro inferne
leviter torto, stigmate penicillato.
Bis 4 m hohe Staude, die aus dem ziemlich stark verdickten Rhizom 3—4 auf-
rechte, wenig verzweigte Sprosse treibt, deren Sten gel fast stielrund, unterwärts gestreift,
oberwürls gefurcht, und besonders nach oben hin dünn graufilzig behaart sind. Nebenb.
pfriemfórmig, 6—7 mm lang, dünn grauhaarig, lüngsgestreift. Blütter sich erst nach
der Blüte entwickelnd, auf 6—10 cm langen, gefurchten, dünn behaarten Stielen, mit
2,4—2,6 cm langer, ebenso bekleideter Rhachis; Blüttchen 3, auf fast 3 mm langen
Stielchen, die wie die etwas lüngeren Stipellen und beide Seiten der Lamina angedrückt
behaart sind; letztere breit-elliptisch, die der seitlichen Blättchen schief, Endblüttchen
5—7 cm lang, 3—4 cm breit, die seitlichen kleiner, alle mit kurzer, vorgezogener Spitze,
abgerundeter Basis und rostgelb gewimpertem Rande; Primärnerven beiderseits deutlich,
unterseits durch rostfarbene Behaarung besonders hervortretend. Blüten rolviolett, in
langen, endständigen unterwärts wenig verzweigten Trauben, auf 3 mm langen, weiß-
zottigen Stielchen. Hochb. klein, pfriemfórmig ; Vorb. 2, am Kelchgrunde, pfriemfórmig,
so lang oder wenig länger und ebenso bekleidet wie der Kelch; dieser weißzottig, mit 4 mm
langem Tubus und 3 unteren dreieckigen, spitzen, 4,5 mm langen Zähnchen, von denen
das unterste die übrigen an Länge übertrifft, obere mit einander zu I stumpfen, ausge-
randeten verwachsen. Fahne fast kreisrund, mit dem Nagel 2 cm lang, 1,5 cm breit, an der
Spitze spitz ausgerandet; Flügel 1,8 cm lang, 8 mm breit, etwas länger als das stumpfe
Schiffchen. Frkn. angedrückt-behaart, 40 mm lang; Gr. kahl, am Grunde etwas gedreht
mit endstündiger, pinselfórmig weiBhaariger N. Hülse unbekannt.
Kilimandscharo: in der Steppe unterhalb Madschame, am Quare-
fluss 900—1000 m (Vorkens n. 1569 — blüht vor den Blättern im December).
Verwandt mit D. elatus Welw. et D. pseudo-cajanus Welw.
Oxalis corniculata L. var. procumbens (Steud.) Engl. — Oxalis
procumbens Steud. in Sehimp., pl. abyss. II. n. 4165; A. Rich., Fl. Abyss.
I. 193; ramulis procumbentibus radicantibus ; foliis minoribus.
Abyssinien, Intschotkab. (Scamp. II. 1165); Debra Tabor, um 2700 m
(Senn. 1863 n. 1440); Gaffat (STEUDNER n. 967).
Kilimandseharo: zw. den Grasbüschen der Bergwiesen oberhalb
des Gürtelwaldes, auch an trockenen lichten Stellen des Waldes, noch bei
3400 m (Vorkess n. 1438 — Oct. 1893).
Trichilia Volkensii Gürke n. sp.; frutex vel arbor foliis petiolatis
4—5-jugis; foliolis oppositis, breviter petiolulatis, ovatis vel ellipticis,
acuminatis, glabris; panieulis laxis, quam folia brevioribus; floribus pedi-
cellatis; calyce obsolete 4—6-dentato vel subintegro; petalis & vel 3 ovatis;
filamentis 8 vel 6 ad medium in tubum utrinque glabrum coalitis, apice
acute bifidis, antheris lanceolatis glabris; ovario pubescente, 2-loculato,
loculis A-ovulatis.
Blätter 145—925 cm lang, Blüttchen 7—13 cm lang, 2,5—5 cm breit; Blüten weiß.
Kilimandscharo: Landschaft Marangu, in der Nühe des Mondjo-
baches, 1600 m (Vorkens n. 1423, A4. November 1893, blühend). 1m Gürtel-
walde oberhalb Marangu, 9100 m (Vorkens n. 1269, 24. October 1893,
mit Knospen).
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 47. c
34 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
Turraea Volkensii Gürke n. sp.; arbor ramis adultioribus glabris,
junioribus pubescentibus; foliis breviter petiolatis ovatis, basi in
petiolum angustatis, apice obtusis vel acutiusculis, margine
integris, coriaceis, supra secundum nervos pilosis, ceterum puberulis
vel glabris, subtus velutino-tomentosis; floribus in racemos
pedunculatos breves axillares confertis; bracteis lanceolatis sessilibus
velutino-tomentosis, quam pedicelli 3—4-plo brevioribus; pedicellis quam
calyces 2—3-plo longioribus, velutino-tomentosis ; calyce campanuliformi,
breviter 5-dentato, extus velutino; petalis 5, calyce 3-plo longio-
ribus, spathulatis, apice obtusis, extus velutinis; staminibus 15, tubo
lato, ore appendicibus 15 bifidis lanceolatis aueto, intus
villoso, antheris distinete intrasummumtubum insertis; ovario
extus villoso, 15-loculari, loculo2-ovulato, ovulis superpositis;
stylo quam ovarium 10-plo longiore, tubum stamineum superante,
glabro, stigmate obconico; fructu capsulari, 45-valvo extus pubes-
cente; semine ovoideo glabro fusco.
Ein ungefähr 5m hoher Baum, dessen Äste mehr oder weniger senkrecht auf-
steigen, mit 7—9 cm langen, 3—4 cm breiten und ca. 4 cm lang gestielten Blättern. Die
traubenförmigen Blütenstünde sind 4 cm lang gestielt, ihre Achse ist 3—5 cm lang; die
Tragblätter der Einzelblüten sind 3—5 mm lang. Die Blütenstiele sind 10—15 mm lang,
verlängern sich zur Fruchtzeit aber häufig bis auf 40 mm Länge. Der Kelch ist ungefähr
5—6mm lang, die Zähne sehr breit dreieckig. Die weißen Blumenblätter sind 47—20 mm
lang und 5 mm breit. Der Staminaltubus ist 14—42mm lang ; der Griffel überragt ihn um
10mm. Die Narbe ist 2,5 mm hoch. Die kreisrunde, flachgedrückte Frucht hat einen
Durchmesser von 2cm und eine Hóhe von ungefähr 1cm; sie wird von dem stehen-
bleibenden, bis 2 cm langen Griffel gekrónt. Die Samen sind bis 5 mm lang.
Kilimandsceharo: Zwischen der militärischen und wissenschaft-
lichen Marangu-Station, auf grasigen Abhängen, bei 1500 m Höhe, auch in
Rombo Mku häufig (Vorkens n. 257 — 4. Mai 1893 blühend und mit
Früchten).
T. Volkensii Gürke ist sehr nahe mit T, robusta Gürke verwandt. Beide Büume
sind auch durch pyramidenfórmigen Wuchs ausgezeichnet. T.robusta ist in allen Teilen,
besonders auf der Unterseite der Blätter kahler, die Blüten sind in Büscheln angeordnet
und kleiner, der Griffel ist lang behaart und der Fruchtknoten 10-fücherig; T. Volkensii
dagegen ist stárker behaart, die Blüten stehen in Trauben und sind größer, der Griffel
ist kahl und der Fruchtknoten 15-fücherig.
T. robusta Gürke n. sp.; arbor ramis adultioribus glabris, juni-
oribus pilosulis; foliis breviter petiolatis ovatis, basi in petiolum
angustatis, apice obtusis, margine integris coriaceis, supra
glabris, subtus in angulis nervorum subvillosis, pilis flaves-
centibus ceterum puberulis; floribus in fasciculos longiuscule
peduneulatos axillares confertis, pedicellatis, pedicellis floribus
aequilongis vel paullo longioribus, velutinis; bracteis lanceolatis sessilibus
velutinis, cal y ce campanuliformi breviter 5-den tato, velutino; petalis
5 calyce 3-plo longioribus spathulatis, apice obtusis, extus velutinis ;
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 35
staminibus 15 tubo lato, ore appendicibus I5 bifidis lanceolatis
aucto, intus villoso, antheris distincte intra summum tubum
insertis; ovario extus villoso, 10 -loculari, loculo 2 -ovulato,
ovulis superpositis; stylo quam ovarium §— 6- plo longiore, tubum
stamineum superante, villoso, stigmate obeonico; fructu capsulari, 40-
valvo, extus pubescente.
Ein bis 20 m hoher Baum von pyramidenartigem Wuchs mit 8—10 cm langen, 4—
6cm breiten und 4—2cm lang gestielten Blättern. Die büschelfórmig zusammenge-
drängten Blütenstünde sind 2—2,5 cm lang gestielt. Die Bracteen der Einzelblüten sind
4—6mm, die Blütenstiele 9—12 mm lang. Der Kelch ist 4 mm lang, die Zühne breit-drei-
eckig, spitz und 4,5—2 mm lang, Die gelblich-weißen Blumenblätter sind 40—12 mm
lang und 3 mm breit. Der Staminaltubus ist 40 mm lang und in der Mitte 3,5—4 mm
breit; die Zipfel desselben sind nahezu 2mm lang; der Griffel überragt ihn um ca.
5 mm.
Usambara: Kwa Mshusa, im Hochwald bei Gonja, 1000 m ü. M.
(Horst n. 9069 — 15. August 1893 blühend).
Die Art gehört zur Section Euturraea C. DC. in die Nähe von T. sericea Sm. und
T. nilotica Kotschy et Peyr. Von beiden unterscheidet sie sich durch die an der Ober-
seite ganz kahlen, von T. Vogelii Hook. f. durch die stumpfen Blätter.
T. Holstii Gürke n. sp.; frutex ramis glabris; foliis breviter
petiolatis, oblongis, basiin petiolum angustatis, apice acu-
minatis, margine integris, utrinque glaberrimis; cymis longe
pedunculatis, 2—3-floris, axillaribus; bracteis ovatis obtusis sessi-
libus puberulis; floribus longissime pedicellatis, pedicellis pedun-
culisque glabris; calyce campanuliformi, 5-dentato, extus puberulo,
dentibus late-deltoideis acutis brevissimis; petalis 5 lanceolatis obtusis;
tubo stamineo petalis paullo breviore, extus glabro intus piloso, apice
410 appendicibus latis obtusis aucto; staminibus 10, intra
summum tubum stamineum insertis, antheris ovatis, apice mucro-
natis, ovario sessili libero subgloboso glabro, 5-loculari; stylo quam
ovarium 10- plo longiore, filiformi, glabro, tubum stamineum superante ;
stigmate obconico.
Ein bis 45m hoher Strauch mit 6—8 cm langen, 3—4cm breiten und 5 mm lang
gestielten, an der Oberseite glänzenden Blättern. Die Stiele der Cymen sind 45—20 mm
lang und sehr dünn, die der Blüten ca. 15 mm lang, ebenfalls sehr schlank, und nach
oben zu etwas verdickt; die Bracteen sind 4 mm lang. Der Kelch ist 2—2,5 mm lang
und an der Mündung ungefähr ebenso breit. Die nach außen umgerollten gelblichweißen
Blumenblätter sind 45—47 mm lang und gegen 2 mm breit. Der Staminaltubus ist ca.
42 mm lang, die Anhängsel an der Mündung sind ungefähr quadratisch, oben meist
etwas ausgerandet oder ein wenig tiefer geteilt. Die Antheren sind länglich - eifórmig,
mit deutlicher Spitze versehen. Der Griffel ist ca. 2cm lang.
Usambara: Im Hochwald bei Lutindi Ngambo Bangarra, 1500 m ü.
M. (Horst n. 3392 — 48. Juli 1893 blühend).
Polygala modesta Gürke n. sp.; caule ramoso; foliis lanceolato-
linearibus, obtusis, basi in petiolum brevem attenuatis, A-nervibus, utrin-
que glabris; racemis densifloris, capitato - eylindraceis, terminalibus vel
c*
36 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
axillaribus; pedicellis quam flores brevioribus; sepalis liberis, superiore
majore, alis suborbieularibus, margine ciliatis, quam corolla longioribus ;
capsula late elliptica, apice emarginata, margine ciliata, quam alae paullo
breviore; seminibus cylindraceis, pilis adpressis sericeis et basi coronam
pilorum longorum ferentibus; caruncula uncinata, semini superposita.
Die ganze Pflanze ist nur 8—40 cm hoch; Blätter 1—5 cm lang, 3—5 mm breit.
Flügel 5—6 mm lang, violett; Samen ca. 3 mm lang. Die Art gehört zur Gruppe der
Arenariae.
Kilimandscharo: Landschaft Muengue, bei Kwa Ngowe, 1400—
1500 m, häufig im Grase sandiger Hügel (Vorkzws n. 340, 41. Juni 1893,
mit Blüten und Früchten); nach des Sammlers Angabe in allen Landschaften
östlich von Marangu bis Kombo. Eine Pflanze von Srunımann bei Mpwampwa
am 4. Juni 1890 (n. 226*) gesammelt, unterscheidet sich von den VoLkENs-
schen Exemplaren nur durch die weifle Farbe der Blüten, ist aber sonst
nicht zu trennen.
P. Ehlersii Gürke n. sp.; caule erecto ramoso puberulo; foliis bre-
viter petiolatis ovato-lanceolatis tenuibus, utrinque pubescentibus ; racemis
axillaribus laxifloris, rhachi pubescente; pedicellis quam flores 4!/; —2-plo
longioribus tenuibus; bracteis ovatis pubescentibus; sepalis liberis, alis
orbieulari-elliptieis glabris; corolla alis subaequilongis; capsula late ellip-
tica, apice emarginata, marginibus angustis cireumdata, margine ciliata,
alis paullo breviora; seminibus oblongis, pilis densis subhirsutis; caruncula
superposita.
Blätter 4—3 cm lang, 4—8 mm breit, 2—3 mm lang gestielt, Blütenstiele 5—40 mm
lang. Flügel 6—7 mm lang. Kapsel 7 mm lang, 4 mm breit. Die Art gehürt zur Gruppe
der Persicariaefoliae.
Kilimandscharo, ohne näheren Standort (Eurrns n. 68).
Bersama Volkensii Gürke n. sp.; arbor foliis 7-jugis, rhachi non
alata, foliolis oblongo-lanceolatis, basi rotundatis, brevissime petiolulatis,
margine ad apieem acuminatum versus serratis, utrinque glaberrimis ;
racemo foliis longiore; pedicello calyce aequilongo, pubescente; sepalis 4
pubescentibus ovatis, antico latiore, apice bidentato; petalis 5, calyce 4 '/,-plo
longioribus, utrinque dense sericeis, antico angustiore; disco semiannulari;
staminibus 5, filamentis basi dilatatis, connatis; stylo erecto elongato stami-
nibus longiore.
Blätter ca. 30 cm lang; Blättchen 8—10 cm lang, 3—4 cm breit, Staubfüden 5 mm lang.
Kilimandscharo: im Gürtelwalde (VoLkens n. 12524).
Bersama Holstii Gürke n. sp.; arbor foliis 7-jugis, rhachi tereti, non
alata, foliolis oblongo-lanceolatis, 9—3-plo longioribus quam latis,
basi in petiolum brevem angustatis vel obtusis, apice mucro-
natis, margine integris, utrinque glaberrimis; racemo foliis longiore
vel aequilongo, multifloro, axi puberulo; bracteis deltoideo - subulatis
villosis, quam pedicelli 4-plo brevioribus; pedicello calyce breviore vel
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 37
aequilongo, pilis adpressis pubescente; sepalis 4 extus pilis adpressis
pubescentibus imbricatis ovatis obtusiusculis, antico latiore, apice
bidentato; petalis 5, calyce duplo longioribus utrinque dense
sericeis, antico angustiore; disco semiannulari; staminibus 5,
filamentis basi dilatatis, connatis, sericeis; ovario oblongo, pilis
longis albis sericeo 5-loeulari; stylo erecto elongato, staminibus
breviore, stigmate capitato.
Ein 7 m hoher Baum mit 30—35 cm langen, unpaar gefiederten Blättern, deren
Rhachis dünn, ungeflügelt und fast ganz kahl ist; die Blüttchen sind 5—8 cm lang und
2—3,5 cm breit, die sehr deutlich abgesetzte, dünne Stachelspitze ist 2—3 mm lang; die
Seitenblättchen sind 5 mm lang gestielt, das Endblüttchen über 4 cm lang gestielt. Die
einfache, aufrechte, dicht gedrüngte Traube ist mit ihrem Stiel 35 cm lang. Die intra-
petiolaren Stipeln, welche an dem vorliegenden Exemplar nicht deutlich erkennbar sind,
sind von breit dreieckiger Gestalt mit sehr weit umfassender Basis, ca. 5 mm lang und
fast ganz kahl. Die Bracteen sind 4 mm, die Bütenstiele 4—5 mm lang. Der Kelch ist
5—6 mm, die milchweißen Blumenblätter 42—13 mm lang, meist etwas nach außen
gerollt, ca. 3 mm breit, das vordere nur 2 mm breit. Der nach hinten zu liegende, die
Basis der Staubfädenröhre zur Hälfte umfassende eckige Discus ist zwar deutlich aus-
gebildet, aber nur niedrig. Die Länge der Staubfäden beträgt 9—40 mm; sie sind fast
bis zur Hälfte mit einander verwachsen und im unteren Teil außen lang seidig behaart.
Die länglichen, an der Basis befestiglen und aufrechten, mit seitlichen Lüngsspalten sich
öffnenden, lang und weich behaarten Staubbeutel sind 3 mm lang. Der Griffel ist 8 mm,
die kopffürmige oder etwas längliche Narbe kaum ! mm lang.
Usambara: Bei Mlalo (Horsr n. 2432, 8. März 1893, blühend).
— Msindangulue. .
Von den bisher aus dem tropischen Afrika bekannten Arten sind B. maxima Bak. und
B. paullinoides Bak. von unserer Pflanze durch 4 Staubblätter verschieden; B. Engleriana
Gürk. hat kurze, breite Staubfüden und ist viel stärker behaart; B. abyssinica Fres. hat
5 Kelchblätter. In den Blättern stimmt sie am meisten mit letzterer überein, ist aber
besonders durch die mit deutlicher Stachelspitze versehenen Blättchen verschieden.
Scutia indica Brongn. var. oblongifolia Engl; spinis leviter
curvatis numerosis; foliis oblongis, petiolis et inflorescentiis minutissime
puberulis.
Kilimandscharo: Marangu, hfg. im Gebüsch (Vorkens n. 1395 —
blühend im November 4893), in der Steppe unterhalb Madschame, nahe
beim Quarefluss um 900—4000 m (Vorkens n. 1646 — blühend und
fruchtend im Dec. 1893).
Cissus Volkensii Gilg n. sp.; frutex ecirrhosus, tempore flores-
centiae defoliatus, ramis nigrescentibus striatis glabris, junioribus
densissime ferrugineo-tomentosis; foliis (junioribus) simplicibus
obovatis vel late obovatis, hine inde obsoletissime glandu-
loso-denticulatis, supra glabrescentibus, subtus densissime ferru-
gineo- vel rubiginoso-tomentosis; cymis breviter pedunculatis, ferrugineo-
tomentosis, multifloris; bracteolis minimis linearibus; floribus saepius
subumbellato-congestis, breviter pedicellatis; alabastris late ovatis,
38 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
petalis 4 »viridi-flavescentibus« ante anthesin cadueis;
baccis immaturis late ovatis stylo coronatis.
»Etwa 1,5 m hoher, fast blattloser Straucha. Junge Blätter cr. 2 cm lang, 4,5 cm
breit, Blattstiel 3 mm lang. Cymen 4,5—2 cm lang gestielt, Blütenstielchen 2—3 mm
lang. Blumenblatthaube vor dem Abfallen etwa 2 mm hoch. »Blüten grünlich-gelb«.
Kilimandscharo: Steppe unterhalb Madschame beim Lager am
Quarefluss, 900—1000 m ü. M. (Vorkens n. 1672, im December 1893
blühend).
Mit C. cornifolia (Bak.) Planch. verwandt, aber durch Form und Behaarung der
Blütter und die kappenfórmig abfallende Krone weit getrennt,
C. erythrochlora Gilg n. sp.; frutex scandens cirrhosa ramis stria-
tulis ferrugineo-hirtis ; foliis petiolatis trifoliatis, foliolis brevissime petiolatis
obovatis vel obovato-oblongis usque oblongis, exterioribus obliquis, omni-
bus grosse et inaequaliter serratis, serris plerumque glanduloso-
apiculatis, supra glabris, subtus canescenti-hirtis; cymis
axillaribus terminalibusque amplis divaricato-expansis, ramulis extremis
distantibus ferrugineo-tomentosis, glandulis hinc inde intermixtis; bracteolis
minimis, linearibus; floribus breviter pedicellatis, pedicellis glandulis
luteis longe stipitatis nectariferis instructis, corolla gracili sub-
cylindracea medio paullo constricta, basi subampliata, apice in capitulum
4-lobum tumescente, extrinsecus densissime ferrugineo-tomentosis, sub
anthesi expansis; disco ampliato, 4-lobo, stylo gracili; baccis maturis ovato-
gblongis, densissime ferrugineo-tomentosis.
Blätter 4—6 cm lang, 3—5 cm breit, Stielchen der Einzelblüttchen 2—3 mm lang,
Blattstiel 3—4 cm lang. Blütenstielchen 3—3,5 mm lang. Blumenblätter cr. 3 mm lang,
»grünlich, an der Spitze blutrot«. Beeren 8 mm lang, 5 mm dick.
Kilimandscharo: in niederem Gebüsch bei der wissenschaftlichen
Station Marangu, 4550 m ü. M. (Vorkens n. 655, im August 4893 blühend
und fruchtend).
Mit C. cyphopetala Fres. nahe verwandt, aber durch Form und Behaarung der Blätter,
die Kürze und die dichte Behaarung der Petalen u. a. m. gut verschieden.
C. maranguensis Gilg n. Sp.; frutex seandens cirrhosa, ramis
striatis, pilis longis ferrugineis hirtis, glandulis longe stipitatis non raro
intermixtis ; foliis longe petiolatis, trifoliatis, foliolis sessilibus, inter-
medio ovali-oblongo, lateralibus inaequilateralibus rhomboideo-ovatis, omni-
bus apice acutis et inaequaliter serrato- dentatis, supra glaberrimis,
subtus dense [lavescenti-velutinis; eymis longe pedunculatis
multifloris, confertis, pedunculis pedicellisque densissime ferrugineo-tomen-
tosis, glandulis sicco nigris longe stipitatis undique intermixtis; corolla
brevissime cylindracea densissime ferrugineo-tomentosa,
eglandulosa, in alabastro medio paullo constricta; petalis sub anthesi
patentibus, »erubescentibus«; stylo brevi, subulato; baccis ovato-
oblongis, dense griseo-villosis, glandulis undique inter-
mixtis.
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 39
Blätter 10—12 cm lang, 45—48 cm breit, Blattstiel 4—5 cm lang. Blütenstielchen
2—2,5 mm lang. Blumenblätter 4,5—1,8 mm lang. Beeren cr. 6 mm lang, 4 mm
dick.
Kilimandscharo: bei der wissenschaftlichen Station Marangu, nicht
selten in lichtem Gebüsch, 1550 m ü. M. (Vorkens n. 654, im August 1893
blühend und fruchtend).
Von der nahestehenden C. nivea Hochst. außer anderem durch die viel schwücher
behaarten Blütter und die kürzeren, dichtbehaarten Blüten gut verschieden.
C. chrysadenia Gilg n. sp: frutex alte scandens cirrhosa, ramis
glabris vel junioribus glabrescentibus; foliis longe petiolatis trifoliatis,
foliolo intermedio longe petiolatoovato-oblongo basi ro-
tundato apice acuto, lateralibus inaequilateralibus ovato-
rotundatis breviter petiolatis, omnibus membranaceis inaequaliter
grosse dentatis, supra glabris, subtus parce hispido-pilosis,
venis subtus laxissime manifeste reticulatis; cymis pedunculatis amplis,
valde divaricato-ramosis; floribus longe pedicellatis; corona cylin-
dracea, basi paullo ampliata, pilis minimis appressis instructa, eglandulosa,
petalis sub anthesi patentibus; stylo valde elongato; baecis monosper-
mis, oblongis, pilis longis glandulosis dense obtectis, aliis
deficientibus.
Blätter 42—14 cm lang, 47—18 cm breit, Blattstiel 6—7 cm lang, Stiel des End-
blättchens cr. 3 cm lang, die der Seitenblättchen cr. 4 cm lang. Blütenstielchen 7—9 mm
lang. Blumenblätter »grünlich mit blutroten Spitzen«, 3,5—4 mm lang. Beeren 4,1—1,2 cm
lang, cr. 7 mm dick.
Kilimandseharo: Marangu, bei Moreales Boma, 1250 m ü. M.
(Vorsens n. 4453, im Decemb. 4893 blühend und fruchtend).
Eine ganz vorzüglich charakterisierte Art, welche in die Verwandtschaft der C.
stipulacea (Bak.) Planch. gehört, ohne dieser aber wirklich nahezustehen.
C. kilimandscharica Gilg n. sp.; scandens cirrhosa, ramis foliis-
que glaberrimis; foliis membranaceis longe petiolatis, trifoliatis,
foliolo intermedio petiolo lateralibus paullo longiore in-
structo ovali vel late ovali basi sensim in petiolum atte-
nuato, lateralibus ovatis subinaequilateralibus, omnibus acutissimis
subaequaliter grosse serrato-dentatis, venis utrinque manifeste prominen-
tibus laxissime reticulatis; cymis longipedunculatis amplis divaricato-
ramosis; floribus longe pedicellatis, pedunculis junioribus pedi-
cellisque brevissime sed dense ferrugineo-velutinis, corona cylindracea
apice ipsa subinflato-dilatata, paullo infra manifeste constricta
et basi paullo ampliata, pilis flavescentibus densissime vestita, basi
aliis glandulosis non raro in termixtis; petalis sub anthesi
patentibus; stylo elongato.
Blätter 7—9 cm lang, 42—15 cm breit, Blattstiel 5—6 cm lang, Blättchenstiel
4—8 mm lang. Blütenstielchen 4—35 mm lang. Blumenblätter »am Grunde rot, sonst
grün«, er. 4 mm lang.
40 Beiträge zur Flora von Afrika, VIIIa.
Kilimandscharo: in lichteren Stellen im Gürtelwalde oberhalb
Marangu, 2100 m ü. M. (Vorkens n. 1264, im October 1893 blühend).
Der vorigen verwandt, aber durch Blatt- und Blütenmerkmale sehr gut verschieden.
Pavonia kilimandscharica Gürke n. sp.; frutex foliis petiolatis
ovatis, basi angustatis, apice acutis, irregulariter grosseque serratis, utrinque
pubescentibus; floribus in axillis foliorum superioribus solitariis, breviter
pedunculatis; involucro 6— 7 -phyllo, phyllis lanceolatis; calyce ultra
medium 5-partito, involucro subaequilongo, lobis late-ovatis, acutis; petalis
calyce 2!/,—3-plo longioribus; carpellis 3-cristatis, dorso aristisque pilis
retroflexis hirsutis. .
Strauch bis 2 m hoch, Blütter 3—5 cm lang, 4,5—2,5 cm breit, 4—3 cm lang ge-
stielt; Involucrum und Kelch 7—9 mm, Blumenblätter ca. 2 cm lang, weiß, mit dunkel-
rotem Grunde, Am nächsten verwandt mit P. Schimperiana Hochst.
Kilimandscharo: im Gürtelwald oberhalb Marangu, nicht selten,
2100 m (Vorkens n. 4263, 24. October 1893 — blühend und mit Früchten).
Hypericum peplidifolium A. Rich. forma ovatum Engl.; foliis ovatis
majusculis circ. 42—18 mm longis, 5—12 mm latis.
Usambara: Mlalo, am Rande von Pflanzungen (Horsr n. 47); Lutindi,
auf Graswiesen um 1500 m (Horsr n. 3266 — blühend im Juli 1893).
Kilimandscharo: Marangu, um 1550 m in lichten Gebüschen und
an Wasserläufen (Vorkens n. 697, 698).
forma parvifolia; foliis ovatis minoribus, 6—8 mm longis, 3—
4 mm latis.
Kilimandscharo: Marangu, an feuchten Stellen in und über dem
Gürtelwald von 2000—2500 m (Vorkens n. 829); am Kisinika-Vulkan um
2800 m (Vorkens n. 1457 — October 1893).
var. oblongifolium Engl.; foliis oblongis, 4—6 mm longis,
2—3 mm latis.
Kilimandseharo: in feuchter Schlucht oberhalb des Kiboschowaldes
um 3100 m (Vorkens n. 1545).
Tryphostemma (Sect. Neotryphostemma Engl.) Volkensii Harms n. sp.;
scandens cirrhiferum caule herbaceo; foliis subpeltatis petiolatis ultra medium
tripartitis basi cordatis glandulis dentiformibus 9 praedita, subtus pubes-
centibus pubescentia detergibili brevi in foliis junioribus densa alba, in
adultis subsparsa, supra distanter pilis brevis praeditis; lobis inter se
magnitudine subaequalibus vel medio paullulo longiore apice mucronulatis
acutis vel rarius subacuminatis lobo medio ovali-oblongo, lobis lateralibus
inaequilateraliter ovatis vel oblongo-ovatis non raro exteriore latere breviter
lobulatis; stipulis brevibus lineari -subulatis; pedunculis axillaribus in
cirrhum simplicem exeuntibus petiolos longiuseule excedentibus fureatis
2-lloris; sepalis glabris vel subglabris oblongis 5 obtusis; petalis 45 quam
sepala 1 cire. brevioribus obovato- oblongis apice rotundatis basin versus
leviter attenuatis; corona extima gamophylla ore fimbriata, margine denti-
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 41
culis minutis inflexis instrueta, corona insequente brevissima annuliformi,
corona intima breviter lateque infundibuliformi hyalina; staminibus 5, fila-
mentis faciei interiori coronae intimae adnatis; ovario ovoideo brevissime
stipitato; stylis 3 cum stigmatibus capitellatis ; fruetu ovoideo pericarpio
chartaceo, seminibus paucis (6—7) testa brunnea foveolata.
Blattstiele der größeren Blätter 2—3 cm lang, Mittellappen 4—5 cm lang, Spitzen
der Seitenlappen 7—8 cm von einander abstehend, Kelchblätter 8—9 mm lang, Blumen-
blätter 5—6 mm lang.
Kilimandscharo: im Gürtelwalde bei 2000 m, Landschaft Marangu,
westlicher Weg (Vorkxws n. 4485 — 12. Dec. 1893, Blüten weiß).
Von T. Hanningtonianum Mast. (Ic. Pl. t. 4484) durch größere, am Grunde herz-
fórmige, behaarte Blätter sowie spitze Blattlappen scharf getrennt,
Peddiea Volkensii Gilg n. sp.; arbor glaberrima foliis rigide
membranaceis, brevissime petiolatis, opacis, lanceolatis vel rarius
obovato-lanceolatis, basi sensim cuneato-angustatis, manifeste aeumi-
natis, apice ipso rotundatis, nervis secundariis venisque utrinque sub-
aequaliter reticulatis; bracteis ad pedunculi basin 2—4 euphyl-
loideis, persistentibus, distantibus, tenuissime membranaceis;
bracteolis ad pedicellorum basin solitariis, linearibus; pedunculo pedicellis
2—3-plo longiore 15—22-floro; pedicellis tenuissimis quam flores cr.
4,5-plo longioribus; floribus 4-meris; receptaculo cylindrico, elongato,
tenui, brunneo-rubescente ; sepalis late ovatis, rotundatis, superne utrinque
densissime albido-pilosis, receptaculo er. 4-plo brevioribus, viridibus;
fructibus ovato-globosis.
»15 m hoher Baum«. Blätter 6—12 cm lang, 1,7—2 cm breit, Blattstiel cr. 3 mm
lang. Bracteen 2,5—4 cm lang, 1—41,5 cm breit. Blütenstiel 2,5—3 cm lang. Blüten-
stielehen 4—4,2 cm lang. Receptaculum 8—9 mm lang, 2—2,5 mm dick. Die 2samige
Frucht cr. 7 mm lang, 5 mm dick.
Kilimandscharo: oberhalb Marangu im Gürtelwalde verbreitet
(Vorkens n. 1283 — im October 1893 blühend und fruchtend).
Ausgezeichnet charakterisierte Art, am nüchsten der P. longiflora Engl. et Gilg
stehend.
Heptapleurum Volkensii Harms n. sp.; arbor magna erecta peralta
ramulis profunde sulcatis numerosis foliorum cicatricibus annulatis; foliis
petiolatis digitatis 5—7-natis, foliolis glabris integris subeoriaceis petiolu-
latis obovato-oblongis vel obovato-lanceolatis in petiolulum angustatis apice
rotundatis vel subobtusis ; stipulis in unam laminam intraaxillarem a petiolo
liberam amplexicaulem in apicem angustatam connatis; inflorescentia
panieulata terminali pedunculata, paniculae ramis (plerumque 5) in um-
bellam dispositis capitula florum numerosa stipitata subglobosa in racemos
longos digesta gerentibus; bracteis squamiformibus; bracteolis inter flores
nullis vel inconspicuis; floribus arcte sessilibus ; calycis margine integro
subobseuro; petalis 5 valvatim subcohaerentibus; staminibus 5; ovario
5-loculari; disco subplano; stigmatibus 5 in disco medio arcte sessilibus
paullulo elevatis punctiformibus.
42 Beiträge zur Flora von Afrika. VIlla.
Blattstiele 60—80 mm lang; die Stiele der Blüttchen 10—25 mm lang, deren Flüche
65—14120 mm lang, 25—45 mm breit. Rispenstiel 20—30 mm lang, Trauben 80—120 mm
lang, Kópfchenstiele 5—8 mm, an jeder Traube etwa 25—28 Kópfchen von circ. 3—4 mm
Durchmesser, die aus 6—40 Blüten bestehen. Blumenblätter 4,5 mm lang,
Kilimandscharo: Einer der schönsten, dicksten und höchsten Bäume
des Gürtelwaldes; in diesem von »unten bis oben verbreitet, wird an 30 m
hoch« (VoLkens n. 986 — 15. Sept. 1893, n. 4297 — 91. Oct. 1893).
Dem H. Mannii (Hook, f.) Benth. et Hook. f. (Gen. Pl. I. 942) von Kamerun nahe-
stehend, von diesem durch schmülere, an der Spitze abgerundete Blüttchen sowie durch
das Fehlen von deutlich entwickelten Bracteolen zwischen den Blüten verschieden,
Pimpinela kilimandscharica Engl. n. Sp.; humilis; caule et
petiolis longe vaginantibus purpureis breviter dense pilosis; foliis basa-
libus cordato-ovatis vel trilobis vel wifoliolatis, foliolis reniformibus,
margine obtuse crenatis, subtus glabris, supra brevissime sparse pilosis ;
foliis caulinis late conchiformibus; umbellis dense breviter pilosis; pedi-
cellis flore paullo longioribus; petalis lanceolatis longe acuminatis albis,
antheris atropurpureis ultra petala exserlis; pedicellis fructiferis quam
fructus oblongus jugis leviter incrassatis instructus longiore.
Das unterirdische Rhizom besitzt einige Äste mit 1—2 cm langen Internodien, die
über der Erde eine Grundblattrosette und den blühenden Stengel entwickeln. Die Grund-
blätter haben etwa 4,5—2 cm lange Scheiden, 4—3 cm lange Stiele und 4 ,5—2,5 cm lange
Spreiten. Die blühenden Stengel sind 1—4 ,5 dm lang, ihre Stengelblätter sind etwa 2cm
lang und 4cm breit. Die Doldenstiele sind etwa 4 cm, die Blütenstiele nur 2 mm lang
Die Halbfrüchte sind 1,5 mm lang.
Kilimandscharo; in der Johannes-Sehlucht und auf den Bergwiesen
oberhalb derselben von 3200.—3400 m (Vorkens n. 1296 — blühend und
fruchtend im October 1893).
Diplolophium abyssinicum (Hochst.) Benth. et Hook. f. var. angusti-
bracteatum Engl. involucellorum bracteis anguste lanceolatis longe acu-
minatis acutissimis.
Kilimandscharo: an kahlen Abhängen der Kimaberge zahlreich,
um 4700 m (Vorkens n. 4679).
Peucedanum Petitianum A. Rich. var. kilimandscharicum
Engl.; involucellorum bracteis paucis vel nullis.
Bis 3m hoch.
Kilimandseharo: im oberen Urwald um 2800 m (Dr. Hans MEYER
n. 44; von Hönner n. 129); oberhalb Marangu am Mawensi von 2440—
2700 m, an Bachufern sehr häufig (Vorkens n. 890, 979 — blühend im Au-
gust und September 1893).
P. aculeolatum Engl. n. Sp.; caule crasso imprimis ad foliorum
basin et foliorum inferiorum petiolis aculeis compressis triangularibus vel
dentatis instructis; foliis magnis subtus sparse pilosis, bipinnatisectis,
segmentis inferioribus petiolulatis trifidis vel trilobis, reliquis atque segmen-
torum inferiorum lobis oblique oblongis erenatis; umbellis longe peduncu-
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 43
atis 5—44 subdichasiale dispositis, bracteis oblongis, obtusis vel cuspidatis;
involucri bracteis lanceolatis purpurascentibus; involucellorum bracteis
paucis lanceolatis quam pedicelli triplo brevioribus; pedicellis quam flores
albidi pluries longioribus; petalis lanceolatis apice inflexis albidis; meri-
carpiis obovatis, late alatis, jugis 5 inferne confluentibus prominentibus.
Bis 3 m hoch. Stengel unten mit etwa 2 cm Durchmesser, unterhalb der Knoten
mit 2 mm langen und breiten Stacheln besetzt. Blätter bis 3,5 dm lang, mit 5 cm langer
Scheide, die unteren Fiedern erster Ordnung 4,5 dm, die unteren Fiedern zweiter Ord-
nung 5 cm lang, die oberen Fiedern zweiter Ordnung etwa 3cm lang und 1,5 cm breit.
Die Dolden haben im Fruchtzustande etwa 4,5dm Durchmesser; die Stiele der Döldchen
sind 5—7 cm lang, die Bracteen der Involucra höchstens 8mm, die der Involucellen nur
2—3 mm lang, Die reifen Halbfrüchte sind 13 cm lang und 8—9 mm breit.
Kilimandscharo: im Wald am Ruabach (Dr. Hans Meyer n. 295 —
blühend 1889), Landschaft Marangu, von 1900—9800 m, háufig am unteren
Rande des Gürtelwaldes und auf den Waldwiesen (Vorkens n. 1312 —
blühend im November 1893), am Wege zum Wald an grasigen Abhängen,
um 4800 m (Vorxens n. 748 — blühend und fruchtend im August 1893).
P. Volkensii Engl. n. sp.; herba alta, ubique molliter pilosa; foliis
pluribus basalibus et paueis caulinis longe vaginatis bipinnatisectis seg-
mentis ultimis crenato-serratis vel infimis pinnatisectis; bracteis vagina
lata laminae bipinnatiseetae aequilonga instructis ; inflorescentiae elongatae
ramis umbellas 3 in eymam conjunctas gerentibus, braeteis involucrorum
lanceolatis majuseulis, involucellorum lanceolatis pedicellos aequantibus.
Es liegt nur ein dürftiges, noch nicht ganz ausgewachsenes Exemplar vor. Grund-
blütter bis 4,5 dm lang, mit 4—85 Fiedern erster Ordnung, deren unterste bis 4cm lang
und 2,5 cm breit sind; die gezühnten Abschnitte letzter Ordnung sind 1—4,5cm lang.
Die Scheiden der Stengelblütter sind bis 4 cm lang und 2cm breit, Die Dolden und Blüten
verhalten sich wie bei der folgenden Art, mit der diese überhaupt auf das innigste ver-
wandt ist.
Kilimandscharo: am Südabfall der Mawensi-Spitze zwischen Lava-
blócken, um 3800 m (Vorkexs n. 4364 — blühend im October 1893).
P. Kerstenii Engl. n. sp. ; herba altissima, ubique molliter pilosa;
foliis pluribus basalibus et paucis caulinis longe vaginatis quater- pinnati-
sectis, segmentis extimis anguste linearibus supra profunde canaliculatis
acutis; bracteis vagina latissima conchiformi quam lamina ter-pinnatisecta
longiore instructis ; inflorescentiae elongatae ramis pluribus umbellas 3 vel
5 in eymam conjunctas ferentibus, peduneulis ultimis 5—6 in umbellam
compositam terminalem coalitis; bracteis involucrorum lanceolatis majus-
eulis integris vel anguste dentatis, dentibus porreetis, bracteis involucello-
rum lanceolatis pedicellos subaequantibus; petalis lanceolatis flavescentibus
incurvis ; pedicellis fructiferis tenuibus fructus oblongos aequantibus, meri-
carpii jugis 3 intermediis quam laterales crassioribus.
Bis 2 m hohes Kraut mit 4,5—2 cm dickem Stengel. Grundblätter bis 5 dm lang,
mit 40—13 Fiedern erster Ordnung, deren unterste bis 8cm lang und 6—7 cm breit sind;
die Abschnitte letzter Ordnung 2—3 mm lang und kaum 4 mm breit. Die Scheiden der
44 Beiträge zur Flora von Afrika. VIlla,
Stengelblätter sind bis 4 dm lang und 5 cm breit, die der obersten Bracteen am Haupt-
stengel noch 3—4 cm lang und 2—3 cm breit. Die Früchte sind 7 mm lang und in der
Mitte 4 mm breit, wovon auf den Flügel jederseits 4 mm kommt,
Kilimandscharo, von 4600 — 2700 m (Kersten in Exped. v. d.
Decken); oberhalb 2800 m (Dr. Hans Mever n. 21 1); in den Schluchten ober-
halb des Waldgürtels von 3400—3800 m häufig (Vorkens n. 1488, 4543 —
blühend im Januar 1894, fruchtend im October 1893).
P. runssoricum Engl. n. sp.; planta glabra, caule longitudinaliter
tenuiter sulcata; foliis basi longe vaginatis supra obscure viridibus, subtus
glaucis, bipinnatiseetis, caulinorum segmentis primariis petiolulatis, infimis
3-jugis, superioribus unijugis, segmentis ultimis lanceolatis sessilibus,
bracteis vagina longa glauca apice biauriculata instructis, unijugis, inflores-
centiae valde elongatae pedunculis umbellas tres ferentibus, involucri
bracteis linearibus acutis, involucellorum bracteis anguste linearibus pedi-
cellos superantibus, floribus pallide flavescentibus petalis lanceolatis; pedi-
cellis fructiferis tenuibus quam fructus late obovati apice subtruncati,
basi leviter emarginati paullo longioribus; mericarpiis jugis 5 subaequa-
libus et ala quam pars seminigera latiore instructis.
Von der Pflanze wurde nur der obere im lange Teil gesammelt; es sind daher
nur Stengelblütter vorhanden, die etwa 1,5 dm lang sind und deren grófite Abschnitte
letzter Ordnung 2,5cm lang, 5 mm breit sind. Zur Blütezeit sind die Aste erster Ordnung
bis 1,5 dm lang und überragen weit die etwa 3 cm langen Bracteen, an welchen die Scheide
1,5cm misst; die blühenden Dolden haben nur 1—1,5 cm lange Stiele der Düldchen,
die fruchttragenden dagegen 5—6 cm lange. Die Bracteen der Involucellen sind etwa
3—4 mm lang. Die Stiele der Halbfrüchte haben 4 cm Lünge. Die Halbfrüchte sind 8mm
lang und fast eben so breit; auf die Flügel kommen jederseils 3 mm.
Runssoro (SrunLmann).
Diese Art ist mit keiner bekannten Art des afrikanischen Continents
verwandt, dagegen mit P. angelicaefolium (Bak.) Engl. (— Carum? angeli-
caefolium Baker) von Madagascar.
Myrsine rhododendroides Gilg n. sp.; arbor usque ad 90 m alta
»habitu Rhododendri magni, ramis curvato-erectis«, striatis, nigrescentibus;
foliis subcoriaceis vel coriaceis sessilibus, ovali-oblongis,
apice acutis vel acutiusculis, glaberrimis, opacis, nervis secundariis
venisque utrinque praesertim subtus manifeste inaequaliter
reticulatis; floribus 5—8 fasciculatis, pedicellis crassis ; sepalis brevibus
triangularibus, coriaceis; petalis quam sepala er. 2,5-plo longioribus,
supra et marginibus densissime albido-papillosis vel -pilosis.
Blätter 8—14 cm lang, 4—5 cm breit. Blütenstiele 4—6 mm lang. Blumenblätter
cr. 4 mm lang.
Kilimandscharo: Landschaft Marangu, ein häufiger Baum an der
oberen Grenze des Urwalds, Lager am Ruassibach 2440 m ü. M. (VoLkens
n. 852 [ohne Blüten und Früchte]), Urwaldgrenze oberhalb Kiboscho, 3000 m
ü. M., sehr selten im Waldschatten (Vorxens n. 4524 , im Januar 1894 blühend).
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 45
Sehr wahrscheinlich das von H. Meyer in seiner Reisebeschreibung erwähnte
Rhododendron, resp. Rhododendron-artige Gesträuch. — Durch die sitzenden
Blätter, die dicken Blütenstiele und die verhältnismäßig großen Blüten aufs beste cha-
rakterisiert.
M. neuroph ylla Gilg n. sp.; arbor erecta 10—145 m alta, glaberrima,
ramis teretibus, fuscis, foliis ad apices ramorum comosis modice approximatis,
ceteris delapsis, elliptico-lanceolatis vel oblanceolato-oblongis, coriaceis
apice acutis, basi sensim in petiolum 6 —7 mm longum angustatis, integris,
nervo medio supra impresso, subtus valde prominente, venis secundariis
utrinque manifeste prominentibus, tertiariis irregulariter reticulatis supra
minus, subtus optime conspicuis, 11—12 em longis, 3,5—4 cm latis; flori-
bus »virescenti-albidis« in fasciculis 4—6-floris ex axillis foliorum delapso-
rum enascentibus, pedicellis er. 6 mm longis. — Cetera generis. (Vergl.
Baker loco infra cit.)
M. melanophloeos Baker in Ortvzn, Fl. trop. Africa III. 494 (non
R. Br.).
Baker zog in seiner Bearbeitung der afrikanischen Myrsinaceae diese
tropische Hochgebirgspflanze zu der eapensischen M. melanophloeos R. Br.
Wie mir scheint, völlig mit Unrecht! Die betreffende Pflanze liegt mir von
folgenden Standorten vor:
Kamerun: Kamerungebirge 1300—9500 m ü. M. (Mann n. 1200, Buea,
im Wald, 9500 m ü. M. (Preuss n. 917, im Mai 1891 blühend).
Centralafrikanisches Seengebiet, Runssoro, Hochmoor, 2800 m
ü. M. rue n. 2373, im Juni blühend).
Die Exemplare von diesen verschiedenen Standorten stimmen bis zum letzten Punkte
ohne die geringsten Abweichungen überein. Die Blätter sind stets von dickerer Consistenz
und nicht unbedeutend größer als bei der capensischen M. melanophloeos R. Br., die
Nervatur ist eine durchaus andere, da hier die Nerven und die netzartig angeordneten
Venen viel stärker beiderseits hervortreten. Endlich stehen bei jener die Blüten in viel
dichteren Büscheln zusammen und sind kürzer gestielt, als bei M. neurophylla. Alle
diese angegebenen Punkte nötigen besonders bei Berücksichtigung der auffallenden
durchgreifenden Übereinstimmung der verschiedenen Exemplare zur Abtrennung dieser
neuen auf den Hochgebirgen des tropischen Afrika einheimischen Art von der capensi-
schen M. melanophloeos R. Br.
Embelia kilimandscharica Gilg n. sp.; frutex scandens, ramis
teretibus striatis, lenticellosis; foliis obovatis vel obovato-oblongis,
petiolo lamina er. 8-plo breviore instructis, membranaceis, glaberrimis,
apice rotundatis, basi brevissime in petiolum cuneato-attenuatis, opacis,
densissime nigro-punctatis vel -striatis, nervis secundariis venis-
que supra paullo, subtus manifeste prominentibus; inflorescentiis ra-
cemosis brevibus 7—15 mm longis, 3—40-floris; floribus.....;
fructibus globosis, ab apice compressis, brunneis, densissime
nigro-punctatis, rugulosis, glabris.
»Zweige von Bleistiftstirke« Blätter 6—9 cm lang, 3,2—5 cm breit, Blattstiel
5—8 m lang, Blütenstiel cr. 3 mm lang. Frucht cr. 5 mm hoch, cr. 6,5 mm breit.
46 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa.
Kilimandscharo: Marangu, sowohl im dichteren Gebüsch der Cultur-
region als auch im Gürtelwald häufig, bei 2400 m (Vorkens n. 1497 —
im December 1893 fruchtend).
Von der nächststehenden E. Schimperi Vatke (= E. abyssinica Baker) außer
anderem durch die Textur und Form der Blätter und die größeren von oben zusammen-
gedrückten Früchte aufs beste getrennt.
Jasminum Engleri Gilg n. sp.; frutex ramis novellis parce pubes-
centibus exceptis glaber foliis oppositis, integris, ovato-oblongis, brevissime
petiolatis, basi rotundatis, apice sensim euneato-angustatis,
acutis, supra nitidis nervis secundariis 3—5 subimpressis, subtus opacis
nervis secundariis paullo prominentibus, venis omnino inconspicuis; in-
florescentiis ad apices ramorum cymosis, multifloris; bracteolis brevibus
setaceis; calyce campanulato brevi dentibus 5—6 calyce 43/,
usque plus duplo longioribus setaceis; corollae candidae tubo
valido eylindraceo elongato, superne ampliato lobis late ovatis acutis
duplo vel plus duplo longiore.
Blütter 2,5—5 cm lang, 4,7—3 cm breit, Blattstiel 2,5—3 mm lang. Bracteolen
4—6 mm lang, 1—1,5 mm breit. Blütenstielchen 3—5 mm lang. Kelchtubus 2—2.5 mm
lang, Zähne 4—6 mm lang. Kronróhre 2—2,5 cm lang, cr.2 mm dick, Lappen 1—1,1 cm
lang, 4—5 mm breit. »Blüten stark duftend, Beeren schwarz.«
Kilimandscharo: unterhalb der Militärstation in Moschi in diehtem
Gebüsch 1100 m ü. M. (Vorkens n. 4589 — im December 1893 blühend).
Der J. Meyeri Johannis Engl. nahestehend, aber von derselben vor allem durch die
Form der Blütter und die im Verhültnis zu den Kronlappen bedeutend lüngere Róhre
geschieden.
Ehretia silvatica Gürke n. sp.; frutex vel arbor ramis superne
pubescentibus vel subpuberulis; foliis breviter petiolatis ovatis, basi ob-
tusis, apice acutis vel acuminatis, integris, supra glabris, subtus puberulis;
floribus sessilibus vel breviter peduneulatis; calyce 5-partito, lobis del-
toideo-lanceolatis acutis; corolla quam calyx 21/,-plo longiore, lobis lanceo-
latis obtusis; staminibus corolla longioribus; ovario puberulo vel glabres-
cente; stylo glabro, apice bifido.
Blätter 8—15 cm lang, 4—9 cm breit, 4—2 cm lang gestielt. Blumenkrone weiß,
7—9 mm, Griffel 4—5 mm lang. Früchte gelbrot,
Usambara, im Handei (Horst n. 9067).
Kilimandscharo: Marangu, auf dem Wege von der wissenschaft-
lichen zur Militürstation, 1530 m, scheint in Marangu nicht besonders häufig
zu sein (VoLkens n. 1470 — 7. December 1893, mit Blüten und Früchten).
Hygrophila Volkensii Lindau n. sp.; frutex ramis breviter dense
pubescentibus ; foliis breviter petiolatis, ovatis, acuminatis, pubescentibus,
inflorescentiis eymosis, axillaribus, 3—5-floris; bracteis bracteolisque brevi-
bus; calycis segmentis alte adglutinatis; floribus erectis, extus pilosulis ;
filamentis 2 lateralibus inaequalibus, connatis, decurrentibus; stigmate
curvato; capsula extus pilosa, acuta, 4-sperma.
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 47
Niedriger, !/j—3/, m hoher Strauch. Äste rund, weißlich kurzhaarig. Blattstiele
3—5 mm lang, behaart. Blätter 2,5—5><1—2,5 cm, weißlich behaart, am Rande oft
unregelmäßig etwas buchtig. Inflorescenzen cymös, wenigblütig, axillär. Bracteen und
Bracteolen schmal, 1—1,5 mm lang. Kelch bis etwa 2/4 geteilt, 14 mm lang, Zipfel 4 mm
breit, bis etwa 2 mm unter der Spitze am Rand verklebt, kurz weißhaarig. Blüten
himmelblau, außen kurzhaarig. Röhre 20 mm lang, 4 mm breit, in einen 6 mm langen
und oben 5mm weiten Schlund erweitert. Oberlippe 40 mm lang, Lappen 5><5 mm.
Unterlippe 42 mm lang, Lappen 40><5 mm. Filamente 4 resp. 3 mm lang, seitlich je auf
eine kurze Strecke zu einer freien, dann angewachsen herablaufenden Membran ver-
wachsen. Antheren 2 mm lang, stumpf. Pollen typisch, cr. 582« 46p. Discus 4 mm, Ovar
3 mm lang. Griffel unten behaart, 24 mm lang. Narbe 2 mm lang, hinterer Lappen ver-
kümmert. Kapsel (unreif) 42 mm lang, etwa 3 mm breit, behaart. Samen 4.
Kilimandscharo, Steppe am Fuß des Kilimandscharo, Lager am
Quarefluss, unterhalb Madschame, 900-—1000 m (Vorkens n. 1627 — mit
Blüten u. unreifen Früchten, December 1893).
Ist mit H. parviflora Lindau u. H. crenata Lindau verwandt, aber durch die viel
größeren Blüten und die Behaarung unterschieden.
Hypoestes Volkensii Lindau n. sp.; caule pubescente tereti; foliis
petiolatis, ovalis, utrinque acutis, pilosis et a cystolithis striatis; inflores-
centiis subpaniculatis, spiciformibus densis, terminalibus vel axillaribus, in
omnibus partibus villosulo-pubescentibus et glandulosis; bracteis ovatis,
bracteolis 4, inaequalibus; calycis segmentis 2 anticis longioribus ` corolla
extus puberula, labio supero angusto; capsula breviter stipitata, extus
pilosa.
Stengel rund, feinhaarig. Blatistiele 5—25 mm lang, behaart. Blätter beiderseits,
namentlich auf den Rippen behaart, 3—6><1,5—3 cm. Inflorescenzen sehr dicht, dünn,
bis 21/gmal länger als die Blätter. Bracteen 5><2 mm. Außeres Bracteolenpaar 42«4,
inneres A »«?/, mm. Kelchzipfel 6 resp. 7 mm lang. Blüte weiß, außen behaart. Röhre
7 mm lang, etwas gebogen, unten 4 mm, oben 4!/; mm breit. Oberlippe fast dreieckig,
5 mm lang, unten 3, oben 4 mm breit, sehr kurz 2zähnig. Unterlippe 5 mm lang, 4 mm
breit, Lappen 4><4 mm. Filamente 4 mm, Antheren 4 mm lang. Pollen typisch
402«37 p. Discus As, Ovar 4,5, Griffel 13 mm lang. Narbe kopfig. Kapsel 7 mm im
ganzen lang, Stiel flach, 2 mm lang, 4 mm breit. Samen 3/, mm im Durchmesser. Reti-
nakeln zart, 4 mm lang.
Kilimandscharo: Landschaft Kiboseho im Gebüsch am Wasser,
1500 m (Vorkens n. 4580); Lager am Quarefluss, Steppe unterhalb Ma-
dschame, 900—4000 m, im Gebüsch (Vorkens n. 1607 — mit Blüten und
Früchten, December 1893).
Ähnelt in den Blütenständen sehr dem H. echioides Lindau, unterscheidet sich aber
schon durch die viel schwüchere Behaarung.
Hypoestes kilimandscharica Lindau n. sp.; caule sulcato piloso;
foliis longe petiolatis ovatis utrinque subangustatis, glabris, sed ad nervum
medium pilosulis; eystolithis conspicuis; floribus 2—3-floris axillaribus,
peduneulatis, a bracteis inclusis; corolla extus pilosa, magna; stigmate
inaequaliter bilobo.
Stengel längsstreifig, rund, wenig behaart. Blattstiele 2—4 cm lang, dünn, behaart.
Blätter 5—9>< 3—6 cm, dünn. Inflorescenzen dichasisch, axillär in den obersten Blatt-
48 Beiträge zur Flora von Afrika, Villa,
achseln, gestielt. Bracteen fast spatelig, zugespitzt, behaart, 125« 4 mm. Bracteolenpaare
5—6 von 12><1,5mm bis herab zu 3><0,5 mm, zart. Kelch ciliat, 7»«1 mm. Blüte
licht rosa. Róbre 12mm lang, gebogen, unten 41, oben 3 mm weit. Oberlippe 43><6 mm
ganz. Unterlippe 14248 mm, seitliche Lappen 4><4,5, mittlerer 4><2 mm. Filamente
14 mm lang, herablaufend. Antheren 2 mm lang. Pollen typisch 58»« 35 p. Discus 0,5,
Ovar 4,5, Griffel 23 mm lang. Narbe mit ungleichen Lappen, 3/4 resp. A mm lang. Kapsel
unbekannt.
Kilimandscharo, Landschaft Kiboscho, westl. von Sina's Boma, im
Gebüsch am Wasser (VorkENs n. 1663 — mit Blüten, December 1893).
Ahnelt gewissen abyssinischen Hypoestes-Arten (z. B. H. adoensis Hochst.) sehr,
namentlich in den Blütenstünden, unterscheidet sich aber durch die Maaße u. vor allem
durch die auffällige Narbe.
Plantago Fischeri Engl. n. sp. ; caudice crasso procumbente, foliorum
vaginis, petiolis et pedunculis Æ longissime arachnoideo-pilosis ferrugineis
obtecto; foliis basi late vaginantibus longe petiolatis late ovatis, obtusis
integris vel hine inde breviter dentatis nervis 7 e basi nascentibus arcuatim
adscendentibus atque inter nervos sparse longe et tenuiter pilosis; spica
inferne laxiflora superne densiflora inter flores dense arachnoideo-pilosa ;
bracteis et sepalis ovatis carinatis media tertia parte viridi excepta scario-
sis; corollae ultra sepala paullum exsertae laciniis ovatis acutis; filamentis
demum quam corollae tubus triplo longioribus; antheris sagittatis apiculatis ;
stylo filiformi quam corollae tubus duplo longiore.
Der niederliegende Stamm ist bis 3 dm lang und 2 cm dick. Die Blattstiele sind bis
1,5 dm lang, die Spreiten bis 4,3 dm lang und 4 dm breit. Der Stiel des Blütenstandes ist
bis 3 dm lang, die Ahre 4—7 cm lang.
Massaihochland, Abori (Fischer n. 512).
Kilimandscharo, am Mawensi um 2700 m, an Bachufern und in
Schluchten häufig (Vorkens n. 948).
Valeriana kilimandscharica Engl.n. sp.; glabra, caudieulo e basi
laxe ramoso, ramulis e basi adscendentibus erectis, brevissime pilosis,
internodiis inferioribus brevibus; foliis oblongo-spathulatis in petiolum
aequilongum vel paullo breviorem angustatis, inferioribus petiolum versus
utrinque 2—4-crenatis, superioribus integris; inflorescentiae ramulis in-
ferioribus longioribus, superioribus ultra bracteas paullum exsertis, pseudo-
capitulos ferentibus; bracteis late linearibus obtusis pallide marginatis ;
floribus brevissime pedicellatis ultra bracteas vix exsertis, rosaceis (siccis
flavescentibus), tubo brevissimo lobis breviter ovatis minutissime crenu-
latis; achaeniis oblongis compressis glaberrimis.
Die unten niederliegenden Zweige werden etwa 4—3 cm hoch, ihre unteren
Internodien sind 4—4,5 cm, die oberen 2—4 cm lang. Die Blütter der nicht blühenden
Hauptsprosse sind bis 5 cm lang und oben 4 cm breit, dagegen sind die Blütter der am
Grunde der Hauptsprosse entstehenden und blühenden Seitensprosse mit dem Blattstiel
meist nur 2—3 cm lang. Die Bracteen sind 4—5 mm lang und 4,5 mm breit. Die
Blumenkrone ist nur 4,5 mm lang. Die Achänien sind 2,5 mm lang und 41,5 mm breit,
Stark zusammengedrückt,
Kilimandscharo: in einer feuchten Schlucht oberhalb des Kiboscho-
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 49
Waldes, Yumba ya Mbassa, um 3100 m, häufig (Vorkens n. 41533 —
blühend und fruchtend im Januar 1894), in der Johannes-Schlucht um
3300 m (Vorkens n. 1494 — blühend im November 1893).
Dipsaeus pinnatifidus Steud. var. integrifolius Engl.; foliis
lanceolatis serratis, haud pinnatifidis.
Kilimandseharo: in einer Schlucht oberhalb des Kiboschowaldes
um 3100 m (Vorkens n. 1550 — fruchtend im Januar 1891); am Mawensi
um 2440 m (Vorxxws n. 862 — blühend im September 1893); am Ornam-
dozo-Bach (Vorkexs n. 967 — blühend im Sept. 1893).
Scabiosa Columbaria L. var. angusticuneata Engl.; caule 1—4 dm
alto; foliis basalibus anguste lanceolatis in petiolum longissime cuneatim
angustatis, antice crenatis, petiolum versus integris aut pinnatifidis, crassis
et glabrescentibus: floribus lilacinis.
Kilimandseharo: am Rande von Baum- und Gebüschparcellen ober-
halb des Urwaldes um 2700 m (Vorkens n. 948 — blühend im September
1893); auf den Lavafeldern oberhalb der Johannesschlucht um 3300—
4000 m (Vorkens n. 1499 — blühend im October 1893).
Trotz der ziemlich auffallenden Merkmale doch wohl nur Standortsvarietüt der
auch in Usambara verbreiteten Scabiosa Columbaria L.
Lobelia (Rhynchopetalum) Volkensii Engl. n. sp.; planta
gigantea, caule erassissimo et foliis subtus breviter pilosis; foliis
maximis, sessilibus lanceolatis acuminatis acutissimis, in-
ferioribus dense argute serrato-dentatis serraturis angustis
sursum versis, foliis superioribus multo minoribus remote et brevius
serrato-dentatis, omnibus costa erassa caeruleo-purpurea instructis , nervis
lateralibus numerosis patentibus procul a margine sursum versis et subtus
prominentibus, venis tenuibus reticulatis paullum prominulis; bracteis
lineari-lanceolatis acutissimis flore aperto 4!/-plo longioribus
utrinque tenuiter pilosis; pedicellis brevibus, calycis tubo et corolla
densissime einereo-tomentosis; calycis laciniis lanceolatis acutis
quam tubus circ. &-plo longioribus, corollae quam calycis laciniae 4!/5-plo
longiore, laciniis in flore aperto revolutis, filamentis quam antherae atro-
eoeruleae duplo longioribus, fere usque ad basin coalitis: antheris 2 ante-
rioribus dense albo-barbatis, stylo infra stigmata late obovata dense piloso.
Nach den Messungen des Herrn Dr. VoLkENs wird die ganze Pflanze bis 6 m hoch,
Der Stamm hat die Dicke eines Handgelenkes und misst bis zu dem Blattschopf 2—3 m.
Der beblätterte Teil des Stammes ist etwa 4 m lang und die [nflorescenz erreicht 2 m
Länge. Die größten Blätter haben eine Länge von 6 dm und eine Breite von 40—12 cm,
die der Inflorescenz unmittelbar vorangehenden nehmen dann sehr bald an Lünge ab
und die Bracteen sind durchschnittlich 5—6 cm lang, am Grunde etwa 3 mm breit. Die
Blütenstiele sind 5 mm lang, der Kelchtubus 6—7 mm, die 3—4 mm breiten Kelchab-
schnitte 4,8—2 cm. Die Corolle wird 2,5 cm lang, bei einem Durchmesser von 5 mm.
Die Staubfüden sind 2cm, die Antheren fast 1 cm lang.
Kilimandscharo, besonders längs der Bäche des Gürtelwaldes
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 47. d
50 Beiträge zur Flora von Afrika. Villa,
oberhalb Marangu, ziemlich häufig von 4900—2400 m (VorLkens n. 1504
— blühend im December 41893).
Diese Art steht am nächsten der L. Gibberoa Hemsley, von der sie sich hauptsäch-
lich durch die scharf gesägten Blätter und die dicht graufilzigen Blüten unterscheidet.
L. eymbalarioides Engl. n.sp.; e basi multiramosa, ramulis repen-
tibus glabris; foliis tenuibus ovato-triangularibus vel late ovatis in petiolum
aequilongum anguste cuneiformem contraetis, late dentatis, supra sparse
albopilosis; floribus in axillis foliorum longe pedicellatis; calycis laciniis
linearibus acutis quam tubus Sie - plo longioribus; corollae tubo infundi-
buliformi lacinias calycinas paullo superante, laciniis (morphologice) inferio-
ribus angustis lanceolatis, laciniis superioribus obovatis vel obovato-oblongis
pallide violaceis; androeceo tubum corollae aequante.
Zweige 1—2 dm lang, mit 1—2cm langen Internodien. Blattspreiten 4,5 cm lang
und breit, in einen 4 em langen, oben 2 mm breiten Blattstiel zusammengezogen. Blüten-
stiele 4,5 cm lang. Kelchröhre anfangs 2 mm lang, Abschnitte bis 5mm. Blumenkrone
| cm lang.
Kilimandscharo: im Gürtelwalde oberhalb Marangu (VoLKEns
n. 1122 — blühend im October 1893).
Steht der L. Baumanni sehr nahe, ist aber durch kleinere Blätter und namentlich
dadurch unterschieden, dass die Blüten in den Achseln von Laubblättern stehen,
L. usambarensis Engl. n. sp.; planta humilis annua; caule e basi
ramoso, ramulis pluribus erectis angulosis, sparse foliosis, glabris; foliis
inferioribus lanceolatis, remote erenatis, mediis et superioribus linearibus
obtusiusculis, pedicellis tenuibus quam bracteae pluries longioribus; calycis
laciniis linearibus acutis quam tubus breviter turbinatus 2-plo longioribus;
corollae tubo pallide coeruleo, laciniis inferioribus angustis lanceolatis,
superioribus obovatis coeruleis ; antheris cinereo-coeruleis.
Stengel etwa 4 dm hoch. Untere Blätter etwa 4 cm lang und 2 mm breit, obere
kaum 4 cm lang und 4 mm breit, Blütenstiele etwa 2 cm lang. Kelchabschnitte etwa
3mm lang, Blumenkrone 8mm.
Usambara, Kilangwi-Kegel (Horst n. 19 — blühend im Juni 1891).
Ist entfernt verwandt mit L. senegalensis DC.
L. minutula Engl. n. sp.; planta pusilla, e basi ramosa humifusa,
caulibus repentibus glabris; foliis parvis breviter petiolatis obovatis, antice
3—5-dentatis; floribus axillaribus; pedicello brevi petiolum subaequante
cum calyce breviter piloso ; calycis laciniis lanceolatis tubum aequantibus ;
corollae tubo calyce duplo longiore pallide coeruleo, segmentis dimidium
tubi aequantibus pallidis, (morphologice) inferioribus lanceolatis quam
superiores oblongae paullo angustioribus et brevioribus; androeceo tubum
`
aequante.
Die niederliegenden Zweige sind nur 4—5 cm lang, mit 2—3 mm langen Inter-
nodien. Die Blätter haben 2 mm lange Stiele und 3—4 mm lange, 2—3 mm breite Spreiten.
Die Blütenstiele sind etwa 2 mm lang, die Kelche kaum @ mm , die Blumenkrone 4 mm
mit 4,5 mm langen Abschnitten.
Kilimandscharo; an feuchten Stellen der Bergwiesen oberhalb des
Diaguosen neuer Arten verschiedener Familien. 51
Gürtelwaldes, zwischen Moos, zwischen den Grasbüschen unter Pteridium
kriechend um 2800 m (Vorkens n. 1167 — blühend im October 1893).
Nahe verwandt mit Lobelia Schimperi Hochst. in Abyssinien.
L. Baumanni Engl. n. sp.; e basi ramosa humifusa, ramulis et foliis
utrinque sparse pilosis; foliis tenuibus ovato -triangularibus in petiolum
aequilongum anguste cuneiformem contractis, erenato-dentatis; floribus
apice ramulorum paucis (2—4) remotis, bracteis lanceolatis vel linearibus
acutis, summis minimis; pedicellis calycem aequantibus ima basi bracteolis
angustissimis instructis; calycis laeiniis lineari- lanceolatis angustissimis
quam tubus obeonicus fere duplo longioribus, nervo medio albo - pilosis ;
corollae coerulescentis quam laciniae calycinae triplo longioris tubo infun-
dibuliformi, laciniis (morphologice) inferioribus lanceolatis contortis, lobis
superioribus obovatis cohaerentibus, androeceo corollae duas tertias partes
aequante, antheris superioribus brevioribus longe barbatis; seminibus
oblongis.
Die Zweige sind etwa 3—4 dm lang, mit 3—4cm langen Internodien. Die Blätter
erreichen 3 cm Länge und Breite und gehen in einen 2 cm langen, oben 2mm breiten
Blattstiel über. Die Blüten sind von einander 3—4 cm entfernt und stehen in den Achseln
von 3—5 mm langen Bracteen. Die Blütenstiele sind 4 cm lang. Zur Blütezeit ist der
Kelch 2,5 mm lang, während die Kelchabschnitte 5 mm messen, Die Blumenkrone wird
etwa 1,8 cm lang; die Abschnitte der (morphologischen) Oberlippe sind 4—5 mm lang
und 3 mm breit. Die längeren Antheren sind 2mm, die kürzeren 4,5 mm lang.
Usambara: Gonja im Handei im dichten Schatten des Urwaldes um
1430 m rasenbildend (Horst n. 4938 — blübend im September 1893);
Kumushuathal bei Mlalo (Horst n. 603 — blühend im April 1892).
L. Holstii Engl. n. sp.; ramulis pluribus e basi adscendentibus glabris;
foliis in parte inferiore numerosis approximatis lanceolatis
vel oblongis in petiolum brevem cuneatim angustatis margine
anteriore breviter et obtusiuscule serratis, serraturis apice
cartilagineis, nervis lateralibus tenuibus paullum prominulis; inflores-
centiis a foliis longe remotis laxe racemosis; pedicellis cum ealycis
tubo late turbinato dense appresse pilosis quam bracteae lanceolatae duplo
longioribus; corollis lilacinis, labio (morphologice) superiore tubo
aequilongo lobis obovatis, lobis inferioribus lanceolatis recurvis; antheris
atrocoeruleis, laciniarum inferiorum basin attingentibus.
Die Stengel sind 4—5 dm lang, ihre unteren Blätter durch nur 2—5 mm lange
Internodien von einander getrennt, wührend die oberen Blülter 4—3 cm von einander
abstehen. Die Blätter sind 2—3 cm lang und 0,5—4 cm breit, Die Bracteen sind 3—5 mm
lang, die Blütenstiele etwa 4,9 cm. Die Kelchabschnitte sind 2 mm lang und die Blumen-
krone etwa 12 mm.
Usambara: Kwa Mshusa im Handeigebiet, um 1570 m in der Adler-
farnformation (Horst n. 8960 — blühend im August 1893); bei Mlalo häufig
auf hohen sandigen Abhängen (Horst n. 20 — blühend im Juli 4891).
Kilimandscharogebiet: in den Taitabergen von 800 — 900 m
(Dunn nr n. 2463 — blühend im Februar 1877).
d*
59 Beiträge zur Flora von Afrika, Vllla.
L. kilimandscharica Engl. n. sp.; pusilla, basi ramosa, ramulis
decumbentibus; foliis apice ramulorum congestis superne sparse pilosis,
spathuliformibus basin versus sensim cuneatim angustalis
margine anteriore brevissime paucidentatis, dentibus
obtusis et apiculo cartilagineo instructis; pedunculo apice
ramulorum solitario quam folia 3-plo longiore glabro; calyce
fructifero breviter ovoideo, laciniis lanceolatis acutis.
Kleines Pflänzchen mit 2—3 cm langen Astchen, 4 cm langen und 2—3 mm breiten
Blüttern. Blütenstiel 3 cm lang. Fruchttragender Kelch 3 mm lang und dick.
Kilimandscharo: in einer Schlucht am Südabfall des Mawensi um
3800 m (Vorkens n. 1363 — fruchtend im October 1893).
Die Pflanze steht in genetischer Beziehung zu der vorigen Art und ist als eine dem
Hochgebirge angepasste Zwergart dieser Sippe anzusehen. Blüten sind nicht vorhanden.
Lightfootia glomerata Engl. n. sp.; radice perpendiculari crassa,
caulibus pluribus erectis, foliis subtus, bracteis sparse hispido-
pilosis; foliis bracteis et calycis laciniis cartilagineo-margi-
natis, et remote cartilagineo-denticulatis; foliis sessilibus
lanceolatis, sursum versis minoribus; floribus glomeratis; glomerulis
inferne remotiusculis superne magis approximatis; calycis
tubo dense hispido-piloso, laciniis triangularibus acutis quam tubus
duplo longioribus ; capsula acuta lacinias calycinas aequante.
Die Stengel sind etwa 5 dm lang, bis zur Mitte ziemlich dicht beblüttert, dann
häufig mit einigen Seitenüsten versehen. Die Blätter sind 3—4 cm lang und 3—5 mm
breit, durch den weißen knorpeligen Rand auffallend. Die Bracleen haben eine Lünge
von 5—7 mm. Die Abschnitte des Kelches und die kelchróhren sind je etwa 2 mm lang.
Sansibarküste: im Gras der Gehölzlichtungen bei Duga (Horst
n. 3182 — fruchtend im Juni 1893).
L. Sodeni Engl. n. sp.; radice perpendiculari; caule multiramoso,
inferne cum foliis dense cinereo-hispido-piloso, superne
cum bracteis subglabro; foliis sessilibus lanceolatis, margine
undulato revoluto cartilagineis et setulosis; inflorescentia
laxe paniculata multiflora, ramis erectis 3—4-floris; bracteis lanceo-
latis glabris; pedicellis tenuibus flore pluries longioribus; calycis gla-
berrimi tubo turbinato florifero laciniis lanceolatis acutis aequilongo ;
corolla quam laciniae calycinae duplo longiore; stylo sursum incrassato
puberulo.
Etwa 5 dm hoch, mit 2 cm langen, 3 mm breiten Blättern am unteren Teil der
Stengel, mit 2—3 dm langen Blütenrispen, deren 3—6 cm lange Seitenäste die Blüten an
1—2 cm langen dünnen Stielen tragen. Tragblütter und Vorblütter nur 2—3 mm lang
und 0,5—1 mm breit, Zur Blütezeit haben Kelchróhre und Kelchabschnitte nur 14,5 mm
Lünge, wührend die blassblauen Blumenkronen 3 mm lang sind. Bei der Fruchtreife ist
die Kelchróhe 4 mm lang.
Usambara: Mlalo, an Bachufern um 4450 m (Horst n. 347 — blühend
und fruchtend im Februar 1899); an trockenen Plätzen (Horst n. 648 —
Mai 1892).
Verwandt mit L. abyssinica Hochst.
Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien. 59
L. arabidifolia Engl. n. sp.; radice perpendiculari napiformi ;
ramulis pluribus e basi adscendentibus inferne foliosis et sparse pilosis,
superne nudis et glabris; foliis lanceolatis in petiolum cuneatim angustatis,
brevissime sinuato-dentatis, dentibus paucis remotis brevibus apice carti-
lagineis; scapo longo superne ramoso, ramis erectis; pedicellis tenuibus
reflexis, bracteis linearibus acutis; calyeis glabri laciniis angustis tubo ob-
ovoideo aequilongis; corolla pallide coerulescente quam laciniae calycinae
triplo longiore laciniis lanceolatis tubi ?/, aequantibus.
Die Pflanze erinnert im Habitus an Lobelia Holstii; die Blätter sind etwa 2—3 cm
lang und oben 4—8 mm breit. Die 3—4 dm langen Stengel sind bisweilen noch 4 dm
über der Basis mit einzelnen Seitenüsten versehen und tragen oben 5—4 dm lange Blüten-
zweige mit 1—2 cm langen Blütenstielen. Zur Blütezeit ist der Kelchtubus etwa 2 mm
lang, die Blumenkrone 4 mm mit 4,5 mm langen Abschnitten.
Kilimandseharo: oberhalb der Gürtelwaldzone von 2500—2900 m,
vereinzelt zwischen den Gräsern der Bergwiesen (VorkEws n. 4116 —
blühend im October 1893).
Carl Holst's Lebensgang und sein Wirken in der Erforschung
der Flora von Deutsch-Ost-Afrika
Von
E. Gilg.
Cart Duren EuneNFREED WırneLm Horst wurde am 19. August 1865 als
Sohn des Rechnungsrats Horsr in Flensburg geboren. Seit Ostern 4874
besuchte er das Gymnasium Christianeum in Altona, aus welchem er Ostern
1883 mit dem Zeugnis der Reife für die Untersecunda entlassen wurde.
Er zeigte stets große Liebe für die Natur, besonders für die Botanik, und
erhielt schon im Jahre 4877 für sein ausgezeiehnet geführtes Herbar auf
der Gartenbauausstellung in Hamburg die kleine silberne Medaille, später,
1880, die große silberne Medaille. Nach seinem Abgang vom Gymnasium
war Horst einige Zeit lang als Gärtnerlehrling thätig, trat dann am 4. April
1885 in die Kgl. Gärtnerlehranstalt in Sans Souci bei Potsdam ein, welche
er im März 1887 nach vorzüglich geleisteter Prüfung als Garten-Künstler
verlieB. Er fand sofort Anstellung am Kgl. Garten zu Babelsberg, nahm
aber bald seine Entlassung, um sich in Züschen bei Merseburg in der
Dendrologie zu vervollkommnen. Nach seinem Abgange von hier, Anfang
1888, war er in Oldenburg und Hanau, zuletzt selbstündig, thütig, bis sich
sein heißer Wunsch, andere Länder und vor allem die Tropen kennen zu
lernen, dadurch verwirklichte, dass er im März 1891 als Verwalter und
Gärtner an der neugegründeten Missionsstation Hohenfriedeberg bei Mlalo
im bergigen Hinterland von Usambara Stellung fand. Hier, in einer Höhe
von 1400 m ü. M., studierte er eifrig die dort ansässige Bevölkerung, die
meteorologischen Verhältnisse und vor allem den allgemeinen Vegetations-
charakter des Landes, und brachte in etwa 41/5 Jahren, ohne irgend welche
Kenntnisse der afrikanischen Flora zu besitzen und ohne von irgend einer
Seite angeregt worden zu sein, ein Herbar von etwa 4400 Nummern zu-
sammen. Horst hatte in demselben Vertreter sämtlicher Vegetations-
formationen vereinigt, und die beigegebenen Zettel zeigen schon die für
die Förderung der Pflanzengeographie so unerlässliche Beachtung der
Standortsverhältnisse, so dass es möglich war, aus dieser Sammlung schon
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr, 47. 55
eine kurze, aber doch in den Hauptpunkten feststehende Darstellung der
Flora jenes Gebirgslandes zu geben!). Im Herbste 1892 kehrte Horsr, in
der Absicht, spüter in gleicher Stellung an der Gründung einer neuen
Missionsstation mitzuwirken, noch mehr aber darauf hoffend, als wissen-
schaftlicher Reisender Stellung zu finden, nach der Küste zurück, indem
er seinen Weg durch das mittlere Usambara nahm und wiederum reiche
Sammlungen (besonders an Flechten und Moosen) zusammenbrachte. Seine
Route war Mlalo — Kilangwi-Kuppe — Kwambugu-Land — Masinde —
Korogwe (am Pangani) — Lewa (am Tongué-Berg) — Magila — Umba —
Tanga. Nachdem Prof. Exster Horsr's Sammlungen gesehen hatte, erkannte
er sehr bald, dass derselbe eine nützliche Kraft bei der botanischen Er-
forsehung von Deutsch-Ostafrika sein würde, und bemühte sich, beim Aus-
würtigen Amt, bei der Akademie der Wissenschaften und dem Cultus-
ministerium Unterstützungen für Horst zu erwirken, da zunächst eine
Anstellung desselben im Dienste des Gouvernements nicht zu erwirken
war. Es sollte zunächst Horst zum Verkauf sammeln, um dann später
eventuell in den Reichsdienst zu treten.
Es wurde ihm von Prof. Excren angegeben, welche Gebiete er zunächst
durchforschen sollte, und so unternahm Horst Mitte Februar 1893 eine
größere Expedition mit der Route: Tanga — Kibafuta — Gombelo —
Bombuera — Mizozue — Magila — Handeigebirge — Nderema — Nquelo —
Silai (1140 m ü. M.) — Kombola — Kizara — Simbili — Buiti — Kitivo
— Mlalo — Shagaiu — Magamba — Mtai (1700 m ü. M.) — Mbaramu —
Hosiga — Heboma — Mbalu — Lugulua (1360 m ü. M.) — Manga See —
Masinde — Tanga. Als wertvollstes Resultat dieser Reise muss angeführt
werden, dass Horst in den Wäldern des Sigithales mehrere bisher nur aus
Westafrika bekannte Typen sammelte und auf den Berggipfeln um Mtai
Hochwälder nachwies, die sich hauptsächlich aus Juniperus procera Hochst.
zusammensetzen, wo sich aber auch viele andere wertvolle Bäume, darunter
Podocarpus Mannii Hook. f., vorfinden ?). Überhaupt ist diese Seite der
Horst’schen Thätigkeit ganz besonders hervorzuheben, dass er stets mit
größtem Eifer Blüten und Früchte hoher Bäume zu erlangen versuchte,
welche doch sonst von den meisten Reisenden sehr vernachlässigt werden.
— Ebenso ist rühmend anzuerkennen, dass er den von den meisten
Reisenden völlig oder doch einigermaßen vernachlässigten Kryptogamen
große Aufmerksamkeit zuwandte und sich: durch seine Sammlungen die
vollste Anerkennung der Specialbearbeiter erwarb.
Die Monate April bis Juni 1893 brachte Horsr im Küstenlande zu,
indem er besonders die Flora von Amboni und dessen Hinterland erforschte.
Von hier machte er Streifzüge nach Gombelo, Doda und Muoa, welche Orte
4; EwNcLER in EngLer’s Jahrb. XVII. p. 456 ff.
2) Vergl. ENcLER im Deutschen Kolonialblatt IV. No. 44. p. 359.
56 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 47.
sämtlich im Küstenlande gelegen sind, sich aber durch sehr reiche Flora
auszeichnen. Als ihm dann wieder ausreichende Geldmittel geboten werden
konnten, begab er sich auf seine zweite große Tour nach dem Inneren
Usambaras. Diesmal verblieb er, den ihm gegebenen Weisungen gemäß,
längere Zeit an einzelnen Stationen, um in eingehender Weise sämtliche
hier auftretenden Vegetationsformationen zu erforschen.
Seine Route war ungefähr folgende: Amboni — Duga — Lutindi —
Mascheua — Kwa Mshusa — Handei — Maromboi — Gonja bei Bulua —
Tanga — Dar-es-Salaam.
Infolge der auf dieser Tour beobachteten richtigen Art und Weise des
Sammelns war die Ausbeute eine ganz außerordentlich große und wert-
volle, so dass jetzt die Flora von Usambara als in den Hauptpunkten bekannt
bezeichnet werden kann !).
Kurze Zeit nach Erreichung der Küste trat Host in die Dienste des
Deutschen Auswärtigen Amtes und begab sich als Assistent an die wissen-
schaftliche Station Marangu am Kilimandscharo, von wo er aber sehr bald
wieder nach der Küste zurückberufen wurde, um die Leitung des Gouverne-
mentsgartens in Dar-es-Salaam zu übernehmen. Wenige Wochen nach
seiner Ankunft an der Küste wurde er von heftigen Dysenterieanfällen er-
griffen, welchen sein durch die großen Anstrengungen des Reisens ge-
schwächter Körper nur kurze Zeit Widerstand zu leisten vermochte. Er
starb Mitte Mai 1894.
Horsr war ein Sammler von unermüdlicher Ausdauer und scharfer
Beobachtungsgabe, der mit voller Liebe für die wissenschaftliche Er-
forschung des ihm lieb gewordenen Usambara wirkte und in seinen Briefen
MOM seine Befriedigung darüber aussprach, dass er in der Lage war,
` Förderung der Wissenschaft durch seine Sammlungen beizutragen.
Bezüglich der afrikanischen Culturpflanzen, für welche er größere Vor-
kenntnisse besaß, hat er selbst sehr umfangreiche und wichtige Auf-
zeichnungen gemacht, welche kürzlich Dr. WannuünG seiner Abhandlung
über die Culturpflanzen Usambaras (in den wissenschaftl. Mitteilungen aus
den Schutzgebieten VII [1894]. Heft 2) zu Grunde legte.
4) Vergl. ENGLER, Über die Gliederung der Vegetation von Usambara und der
angrenzenden Gebiete, — Sitzber. Akad. Wissenschaft., Mathem. -phys. Klasse, Berlin 4894,
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern.
Nr. 48.
Band XIX. Ausgegeben am 28. December 1894. Heft 4.
Über Gossypium anomalum Wawra et Peyr.
Von
M. Gürke.
Diese Art wurde von Wawra in Benguella gesammelt und von Wawná
und Prynrrscu im Sertum benguel. p. 22 beschrieben. Sie unterscheidet
sich sehr auffällig von allen anderen Arten der Gattung Gossypium dureh
die sehr schmalen, entweder ungeteilten oder nur an der Spitze etwas zer-
schlitzten Blätter des Außenkelches, die zugespitzten Zipfel des Kelches
und die viel kleinere, lang zugespitzte, mit drüsigen Höckern besetzte,
mit drei Klappen aufspringende Kapsel. Von besonderem Interesse war
aber die Pflanze dadurch, dass sie an den Stellen, wo sie gesammelt wurde,
unzweifelhaft wild vorkam. Sie ist außerdem auch von Werwirscn in
Angola gesammelt und als G. microcarpum Welw. unter n. 5221 seiner
Collection ausgegeben worden. Masters giebt sie in Orv., Fl. of trop.
Afr. I. p. 214 auch von Nubien an, wo sie von Korscny aufgenommen und
von Frast. auf den Schedulis der Plant. Aethiop. von Korseny als G. sena-
rense bezeichnet worden ist; Exemplare von daher habe ich nicht gesehen.
Neuerdings brachte sie Prof. Scuweisrurtu von Abyssinien mit, wo sie im
Quellgebiet des oberen Barka, in der Grenzwildnis im Norden von Dem-
belass, bei 4000—1200 m Höhe, als häufiges Unterholz der Acacien-
waldungen vorkommt. Bei der Durchsicht der im Berliner botanischen
Museum aufbewahrten Gossypium- Exemplare fand sich nun, dass unter
G. herbaceum noch zwei aus derselben Gegend stammende Pflanzen lagen,
die ebenfalls hierher gehören: Sreupxer sammelte die Art (unter n. 4434)
bei Seban/auf der Seite nach dem Barka zu; die Exemplare wurden von
Prof. Scuweinrurtn mit der Bestimmung G. herbaceum var. Steudneri
Schfth. versehen; außerdem hat sie Hırvesranpr ebenfalls am Barka auf-
genommen; diese Pflanze (n. 544) wurde von Garcke auch für G. herba-
ceum gehalten und unter diesem Namen im Berl. bot. Jahrb. II. p. 338 ver-
öffentlicht.
Bei näherer Betrachtung aller dieser Exemplare stellte es sich nun
heraus, dass die Art überhaupt nicht zu Gossypium gehört, sondern eine
unzweifelhafte Cienfuegosia ist. Die oben erwähnten Merkmale, besonders
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 48. a
2 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
die schmalen Außenkelchblätter, welche sie so auffallend von den übrigen
Gossypium-Arten unterscheiden, sind für Cienfuegosia gerade charakte-
ristisch. Bei weiterer Untersuchung des hier vorhandenen Materials fand
sich nun auch, dass die Pflanze schon als Cienfuegosia beschrieben worden
ist: Die von K. Scaumann in Ener. Bot. Jahrb. X. p. 48 als C. pentaphylla
beschriebene Manrorn'sche Pflanze ist nämlich dieselbe Art. Die Pflanze
würde also nun zu nennen sein
Cienfuegosia anomala (Wawra et Peyr.) Gürke
und als Synonyme gehören dazu:
Gossypium anomalum Wawra et Peyr., Sert. beng. 22,
Cienfuegosia pentaphylla Schum. in Eneu. Bot. Jahrb. X. 48,
Gossypium. microcarpum Welw. in sched.,
Gossypium senarense Fenzl in sched. Korscuy, Iter aeth.,
Gossypium herbaceum var. Steudneri Schweinf. msc. in Herb. berol.
Die Pflanze ist mir bisher von folgenden Standorten bekannt:
Nubien: Korscnx.
Abyssinien: Bei Seban auf der Seite nach dem Barka zu, STEUDNER
n. 1434, Aug. 1861; am Barka, HirpEBRANDT n. 548, Juli 4872;
am oberen Barka, Scuweınrurtu, März 4894.
Angola: Weıwırscah n. 5994.
Benguela: Wawra; bei Mossamedes, Hörrxer, April—Mai 1883.
Damaraland: Bei Otyimbingue, ManLoru n. 1321, Mai 1886.
Acanthaceae papuanae,
Von
G. Lindau.
Herr Baron FrnpINAND v. Mürzer in Melbourne schickte mir vor einiger
Zeit eine Sammlung von Acanthaceen von Neu-Guinea und Polynesien,
deren Bearbeitung ich um so lieber unternahm, als die Acanthaceenflora
dieser Gebiete noch wenig bekannt ist. Die Sammlung enthielt mehrere
neue Arten und Standorte anderer interessanter Arten, so dass ich sie hier
in extenso veröffentliche. Gärtnerisch bieten gerade die polynesischen
Acanthaceen so manche schóne Form, und ich zweifle nicht, dass auch die
hier neu beschriebenen Arten der Gattung Pseuderanthemum recht dankbare
Warmhauspflanzen abgeben würden; desgleichen sei auch auf den
interessanten Calycacanthus hingewiesen.
Herrn Baron v. MürLER spreche ich für die Sendung meinen Dank aus.
Thunbergia fragrans Roxb., Fl. Ind. HI. 33.
Th. Arnhemica F. v. M., Frag. Phyt. Austr. IX. 73.
Luisiaden-Archipel (W. Mac Gre£cor).
Hemigraphis reptans (Forst.) Engl., Bot. Jahrb. VII. 474.
Neu-Guinea: Stanley Range, South Cape (J. Cuarmers); Port Moresby
(W. G. Lawes); Fly River Branche (W. Bäusauen).
Ruellia aruensis S. Moore, Journ. of Bot. 1878. p. 134.
Inseln östlich von Neu-Guinea (W. Mac Grecor).
Lepidagathis h yalina Nees in Warr., Pl. As. Rar. III. 95.
Neu-Guinea: British Neu-Guinea (W. Mac GREGOR, J. CHALMERS).
Duke of York Island (Brrcnz).
Luisiaden-Archipel: Normanby (W. Mac Gnrcon).
var. mollis Clarke in Fl. Ind. IV. 521.
Neu-Guinea: Port Moresby (W. G. Lawes).
Acanthus ilicifolius L., Spec. Pl. 892.
Neu-Caledonien (Honeson).
Neue Hebriden (W. Macnowarp).
D
4 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48,
Die von Excrer, Bot. Jahrb. VII. 474 beschriebene Art A. novo-quineensis stellt nur
eine stachellose Modification des Typus dar. An den mir vorliegenden Exemplaren ist
der Übergang von den vóllig ganzrandigen bis zu den stachligen Blättern aufs deutlichste
zu sehen (vergl. Scuumass, Fl. v. Kaiser Wilhelmsland p.124). Die Modification mit fast
ganzrandigen Blättern constatierte ich von:
Neu-Guinea: Strickland River (W. BAvERLEN).
Neu-Caledonien (J. F. Ronrznrs).
Duke of York Island: Mioko (BErcnr).
Graptophyllum pictum (L.) Griff., DC. Prodr. XI. 328.
Neu-Guinea: sehr häufig in British Neu-Guinea (EDELFELDT, Hanr-
MANN, Ann, Gorp, W. G. Lawes, W. A. Saver, J. CnarwEns, W. Mac
GREGOR).
Luisiaden-Archipel (W. Mac Gnraon, An).
Neue Hebriden: Tanna (Campsrr1i).
Neu-Britannien (Brrcnz).
Bereits ScnuwANN (Fl. v, Kais. Wilhelmsl. p. 125) giebt an, dass die Heimat der in
den Tropen allgemein cultivierten Gartenpflanze Neu-Guinea sei. Ich pflichte dieser
Vermutung bei, die durch die Funde auf den Neu-Guinea benachbarten Inseln noch
mehr an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Die eigentliche Heimat der Pílanze ist also in
Neu-Guinea und den benachbarten Inseln des tropischen Papuasiens zu suchen.
6. Siphonostena F. v. Müll. Heyst. in Journ. Linn. Soc. n. 207.
p. 214.
Fidji-Inseln: Ovalau (C. Warren).
Die von SCHUMANN l. c. p. 125 erwähnte, von WEBER auf den Fidji-Inseln ge-
sammelte Pflanze gehört ebenfalls hierher.
Rhaphidospora glabra (König) Nees, DC. Prodr. XI. 499.
Neu-Guinea: Port Moresby (W. G. Lawes).
Die Pflanze ist durch den malayischen Archipel, Ostindien, Abyssinien bis weit
ins tropische Afrika überall verbreitet.
Pseuderanthemum bicolor (Schrank) Radlkf., Sitzungsber. d. bayr.
Ac. XIII. 986,
Neu-Guinea: Santo, Eromango (CAMPBELL).
Neue Hebriden (Carson).
P. Mülleri Fernandi Lindau n. sp.; foliis ovatis utrinque sub-
angustatis, glaberrimis; spicis terminalibus, folia aequantibus, laxis; brac-
teis bracteolisque parvis, glanduliferis; calyce brevi glanduloso, corolla
glabra.
Nach den vorliegenden Exomplaren eine 48 cm hohe, nur oben beblätterte Pflanze
mit weißlichem Stengel. Blätter mit 4 mm langem Stiel, 5—6 cm lang, 2cm breit, mit
sichtbaren Cystolithen. Ähren terminal, kurz gestielt, mit unten lockerer stehenden
weiß und rötlichen Blüten. Bracteen und Bracteolen lineal, 2 resp. 4 mm lang, mit
einigen Drüsenhaaren. Kelchzipfel 9 mm lang, 4 mm breit, drüsenhaarig, Röhre 46 mm
lang, 41/5 mm Durchmesser, kahl. Krone fast gleich 5blättrig, 6><3mm. Filamente 2mm
lang, Antheren 11/3 mm lang. Pollen lypsich, etwa 572«55 p. Ovar 2 mm lang, Griffel
18 mm lang, kahl. Narbe sehr kurz 2spaltig. Kapsel unbekannt.
Neu-Britannien (E. Brrcur).
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 5
Unterscheidet sich von P. bicolor (Schrank) Radlk. durch die kürzeren Kelche und
Kronröhren, sowie durch die längeren und mehrblütigeren Ähren.
P. pacificum (Engl.) Lindau, Bot. Jahrb. VII. 475 (sub Eranthemum).
Neu-Guinea im südöstlichen Teil (W. G. Lawes).
Neu-Britannien (Brrcug, PARKINSON).
P. velutinum Lindau n. sp.; fruticosa foliis ovatis utrinque angu-
statis, velutino-pubescentibus: inflorescentiis lateralibus, paniculatis, pauci-
floris, velutinis; bracteolis parvis; calyce longo, corolla styloque velutinis.
Strauchige Pflanze mit bräunlicher, sich abblätternder Rinde an den Ästen. Blätter
mit etwa 4 mm langen behaarten Stielen, 5—6 cm lang, 2,5 cm breit, beiderseits weich-
haarig, mit sichtbaren Cystolithen oberseits, Inflorescenzen dichasial verzweigt, wenig-
blütig, an kurzen Seitenästen, in allen Teilen weichhaarig. Bracteen und Bracteolen
fädig, bis 3 mm lang. Kelchzipfel 6 mm lang. Röhre 23 mm lang, 4!/2 mm Durchmesser.
Kronblätter fast gleich, etwas zugespitzt, 40><6 mm. Filamente 2 mm lang, Antheren
9 mm lang. Pollen typisch, fast kuglig, etwa 57 „im Durchmesser. Ovar 3 mm lang.
Griffel 22 mm lang, dicht, abstehend behaart. Narbe 2zühnig. Kapsel im ganzen 18 mm
lang mit 7 mm langem Stiel, oben zugespitzt, 3 mm breit, fein behaart. Samen 4, flach,
ca. 4 mm im Durchmesser, hóckerig, unten mit spitzem Ausschnitt. Jaculatoren fast
gerade, 2 mm lang.
Neu-Guinea (W. Mac Gregor 1889).
Unterscheidet sich von P. pacificum (Engl.) Lindau durch die kleineren Blätter und
die charakteristische sammtartige Behaarung.
P. Maegregorii Lindau n. sp.; foliis ovatis utrinque subangustatis,
ad costas sparse pilosis; inflorescentiis paniculatis, pubescentibus, latera-
libus; calyce longo, eorolla styloque pubescentibus.
Vielleicht strauchig, jüngere Zweige etwas behaart. Blätter mit 4—5 mm langen,
spärlich behaarten Stielen, bis 8 cm lang, 4—41/g cm breit, mit sichtbaren Cystolithen,
an den Rippen namentlich unterseits mit wenigen steifen Haaren. Inflorescenzen dicha-
gial-rispig, vielblütig, in allen Teilen mit Haaren versehen. Bracteen und Bracteolen
etwa von halber Kelchlänge. Kelchblütter 7 mm lang, schmal, behaart. Röhre 20 mm
lang, 1—11/; mm im Durchmesser. Kronblätter oben abgerundet, gleich, 40><5 mm.
l'ilamente 2 mm lang, Antheren 2 mm lang. Pollen typisch, 40—422«35 u, Ovar 1,5 mm
lang. Griffel 25 mm lang, mit wenigen Haaren. Narbe 2zähnig. Kapsel 43 mm lang, im
ganzen mit 6 mm langem Stiel, spitz, feinbehaart, Samen etwa 3 mm im Durchmesser mit
spitzem Ausschnitt unten. Jaculatoren spitz, 2 mm lang.
Luisiaden-Archipel: East Island (W. Mac GREGOR 1889).
Neu-Guinea (J. Cuarners 1878).
Steht dem P. velutinum nahe, unterscheidet sich aber durch die Behaarung und die
reichblütigeren Inflorescenzen von ihm, Von P. pacificum durch die Behaarung und
geringere Größe der Blätter verschieden.
Dicliptera samoensis Seem., Fl. Vit. 184.
Samoa (Brrcug, S. Wupp),
D. Mülleri Ferdinandi Lindau n. sp.; caule piloso, foliis ovatis
basi in petiolum angustatis, apice mueronatis, minute pilosis; inflorescen-
tiis axillaribus, abbreviatis, paniculatis ; bracteis subulatis, mucronatis ;
involueri externi foliolis 2 inaequalibus, ovatis, basi vix angustatis , apice
subito longe mucronatis, pilosis, interni foliolis subulatis; calyce parvo;
labiis integris.
6 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48,
Blätter der Inflorescenzgegend mit 1410—13 mm langen, behaarten Stielen, bis 4cm
lang und 11/2 cm breit, oben fast plötzlich stachelspitzig, spärlich behaart, Cystolithen
unsichtbar. Inflorescenzen verkürzt, axillär, rispig, dichtblütig. Bracteen dornig, 7 mm
lang. Blättchen des äußeren Involucrums etwas behaart, oberes 7><5 mm mit 3 mm
langer Stachelspitze, unteres 6><5 mm mit 2 mm langer Stachelspitze. Inneres Involu-
crum aus 2 feinen, 21/3 mm langen Blättchen bestehend. Kelchblätter 2—3 mm lang,
fein behaart. Róhre 5 mm lang, 4 mm im Durchmesser, kahl. Oberlippe und Unterlippe
gleich, 7243 mm, ungeteilt, Filamente 5 mm lang, hervorragend. Antherenfücher un-
gleich hoch angeheftet, 4 mm lang. Pollen typisch 46—54:«32 p. Ovar 4 mm lang.
Griffel 40 mm lang, kahl,
Neu-Guinea: Port Moresby (Gorpix).
Ist mit D. spicata Decs, am nächsten verwandt, unterscheidet sich aber durch die
Involucren. Während sie bei D. spicala allmählich sich zur Stachelspilze zuspitzen, ist
bei unserer Art die Stachelspitze auf den oben fast abgerundeten Blättchen aufgesetzt.
Rungia repens (L.) Nees, DC. Prodr. XI. 479.
Neu-Guinea: Lome Range (Bnmars); Astrolabe Bay, Port Moresby
(W. G. Lawes).
Luisiaden-Archipel: Normanby (W. Mac Gnrcon).
Calycacanthus Magnusianus K. Sch., Fl. Kais. Wilh. Land p. 126.
Neu-Guinea: im südöstlichen Teil (Fonszs).
Duke of York Island (Turner).
Neu-Britannien (PARKINsoN).
Justicia (Gendarussa) Gendarussa L.
Neu-Guinea: Fly River (W. BÄUERLEN).
J. (Adhatoda) Chalm ersii Lindau n. sp.; fruticulosa, multiramosa,
glaberrima, foliis oblongis; floribus 1—3 (maxime 4) axillaribus, bracteolis
minimis; antherarum loeulo inferiore calcarato.
Viel verüstelte, kleine, strauchige Pflanze mit dunkler Rinde. Blätter mit 4 mm
langem Stiel, bis 3 cm lang und 0,8 cm breit, häufig aber kleiner, unten verschmälert,
oben abgerundet, mit sehr kleinen sichtbaren Cystolithen. Blüten meist einzeln, oft aber
bis zu 3 in den Blattachseln, zerstreut, kurz gestielt. Bracteolen am Grunde des Stiels,
Lamm lang. Kelchblätter 6mm lang, ! mm breit, spitz. Röhre 5mm lang, d'Lis mm breit,
Oberlippe 5><3 mm, 2zähnig. Unterlippe 6><4 mm, kurz 3lappig. Filamente 5 mm lang,
vorragend. Antherenfächer 4 mm lang, unteres mit Us mm langen Sporen. Pollen
typisch, 30—35><23 p. Ovar 2 mm lang. Griffel 40 mm lang. Narbe undeutlich zwei-
teilig. Frucht unbekannt.
Neu-Guinea: Lomekange (J. CHALMERS), Astrolabebay, Port Moresby
(W. G. Lawes), sine loco (EpeLreLpr, Mac GREGOR).
Der erste Vertreter der Section Adhatoda außerhalb Afrikas. Durch die dichte Be-
blätterung und die angegebenen Maße charakterisiert.
Das von LAwEs gesammelte Exemplar zeigt ein wenig längere Blätter (bis 4 em) und
eine etwas größere Zuspitzung derselben,
J. (Monechma) eardiochlamys Lindau n. Sp.; eaule pubescente
foliis oblongis utrinque angustatis, subtus pubescentibus; inflorescentiis
maxime trifloris, pedunculatis, axillaribus a bracteis cordatis inclusis ;
braeteolis obscuris; tubo extus puberulo.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 48. 7
Stengel kantig, behaart. Blätter mit 3—5 mm langen, behaarten, dünnen Stielen,
länglich, oben allmählich, unten plötzlich verschmälert, bis 6 cm lang, 2 cm breit,
unterseits, namentlich an den Nerven behaart, oberseits durch schwärzliche Cystolithen
gestrichelt. Inflorescenzen meist 3blütig, axillär, auf etwa 1/5—1 cm langen, behaarten
Stielen, die 3 Blüten von 2 herzförmigen, kurz gestielten, behaarten, 6—7 mm langen,
8 mm breiten Bracteen umgeben; Bracteolen fast ©. Kelchblätter 7 mm lang, 3/4 mm
breit, behaart. Röhre 4 mm lang, unten 1, oben 3mm im Durchmesser. Oberlippe 4 mm
lang, 2 mm breit mit zwei 3/4 mm langen Zühnen. Unterlippe 3 mm breit, kurz 3lappig.
Filamente 3 mm lang. Antherenfücher ! mm lang, unteres kurz gespornt. Pollen typisch
30—34><22 y. Griffel etwa 5 mm lang. Kapsel unbekannt.
Neu-Guinea: Owen Stanley Range Gong 1878).
Unterscheidet sich von allen Angehürigen der Section durch die axillären, wenig-
blütigen Inflorescenzen, die sonst nicht vorkommen.
J. (Rostellaria) procumbens L., Fl. Zeyl. p. 19.
Neu-Guinea: Barawara (W. Mac GREGOR).
Beiträge zur argentinischen Flora.
Von
G. Lindau.
Die hier gegebenen Beiträge zur Flora Argentiniens stützen sich in
erster Linie auf das Material, das aus dem Herbarium Hieronymus stammt
und jetzt im Kgl. Museum zu Berlin aufbewahrt wird. Als Ergänzung sind
noch die älteren Sammlungen von Lorentz und einige von SCHNYDER ge-
sammelte Exemplare herangezogen worden.
Es handelte sich hierbei nicht blos um die Bestimmung der seit
Grisesacn’s Symbolae neu hinzugekommenen Arten, sondern vor allem um
eine Revision der Griseracw’schen Bestimmungen. Wer einmal mit den
Grisesacn’schen Floren zu thun gehabt hat, wird wissen, dass eine Neu-
bearbeitung bei weitem weniger zeitraubend ist, als eine Revision der
oberflächlich bearbeiteten Griseracn’schen Pflanzen. Wie viel bei den Be-
stimmungen der 3 hier gegebenen Familien in den Symbolae gefehlt worden
ist, geht unmittelbar aus dem Text hervor,
Ich möchte nur noch darauf hinweisen, dass bereits eine Anzahl
Familien des Herbar Hieronymus in anderen Veröffentlichungen bearbeitet
sind, so hat Pıx die Garyophyllaceen und Amaryllidaceen, Günkr einen
Teil der Malvaceen, Mrz die Bromeliaceen bestimmt. In der vorliegenden
Mitteilung sollen die Polygonaceen, Begoniaceen und Acanthaceen gegeben
werden, an letztere Familie schließe ich noch einige pflanzengeographische
Bemerkungen an.
Polygonaceae.
Rumex L.
R. Lorentzianus Lindau n. Sp.? caule profunde sulcato, foliis ovatis
apice acuminatis, basi rotundatis, glabris, sed utrinque a glandulis minutis
adspersis, margine erispatulis; inflorescentiis valde paniculatis, rhachibus
glanduligeris; floribus pedicellatis , confertis, g! majoribus quam Q;
foliolis perianthii 6; staminibus 6— 8; foliolis perianthii interioribus ad
fructum auctis, venosis, non calligeris.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 9
Annua(?). Caulis glaber, profunde sulcatus. Ochreae ?. Folia caulina cum petiolis
1/5—2 cm longis, glandulosis ovata apice Æ+ longe acuminata, basi rotundata, usque ad
13 cm longa, 7 cm lata vel saepe minora, margine crispatula, utrinque glandulis minimis,
albidis obtecta; radicalia minora, basi cordata, cum petiolis laminam 2—3-plo longi-
tudine superantibus. Inflorescentiae dense paniculatae, terminales, aphyllae, rhachibus
glandulosis vel minute pilosiusculis. Pedicelli flores c. 3-plo superantes. Perianthii
folia floris $ subrotundata, interiora 2,5, exteriora 2 mm longa; stamina 6—8, antheris
4 mm longis, filamentis?, ovario nullo. Perianthium floris Q minus longum, ad 1,5 mm,
ovarium triquetrum, subglobosum, 4 mm longum, stylis 3 brevissimis. Fructus imma-
turus 9 mm longus, triqueter, faciebus impressis; perianthii lobi exteriores lineales,
2 mm longi, interiores subrotundi, apice acuminali, basi subtruncati, 4 mm diametro,
venosi, non calligeri.
Tucuman: La Ciénaga, Sierra de Tucuman (L. et Hin 714).
Gehört in die Verwandtschaft von R. latifolius Humb., unterscheidet sich indessen
durch die kleineren, kahleren Blätter leicht von dieser Art.
R. crispus L., Sp. Pl. 449.
R. magellanicus Gr. in Symb. Arg. 87 p. p. (non in Pl. Lechl. 272).
Cordoba: Prope San Antonio (G. n. 15), prope las Ramadas de San
Miguel (H. n. 467), Sierra chica (H. s. n.), prope Cordoba (H. n. 914),
Sierra Ventana y Sauce chico (L. n. 62).
San Juan: Pueblo de San Juan (ECHEGARAY).
Rioja: Cuesta de la Puerta de Piedra, Sierra Verbasco (H. et N. n. 67).
Tucuman: La Ciénaga (L. et H. n. 713).
Catamarca: Yacutula (ScuickexpANTZ n. 12), Fuerte de Andalgalá
(ScuickexDaNTZ n. 72 et 274).
Jujui: Humaguaca (L. et H. n. 833).
Nom. vernac.: Romasa.
Die Art ist duzch ganz Amerika verbreitet.
R. cuneifolius Campd. Grises., Symb. Arg. 87.
San Luis: El Juncal (G. s. n.).
Gordoba: Prope San Miguel in Sierra grande de Cordoba (H.), Potrero
de Losa, S. de Cord. (H. n. 119 [257].
R. magellanicus Griseb., Pl. Lech, Chil. 272 (Symb. Arg. p. 87 p. p.).
Tucuman: prope Tucuman (L. et H. n. 1152).
Chile: Baños de Cauquenes (J. Bau, sub R. sanguineus L. var.).
R. pulcher L. Grises., Pl. Lor. p. 64, Symb. Arg. p. 87.
Cordoba: Prope Cordoba (H. s. n., L. n. 513).
Tucuman: Sierra de Tucuman (L. et H. n. 713).
Catamarca: Supra Chacrareta de los Padres in Quebrada de la Tala
(L. et H. n. 397), Fuerte de Andalgalá (Scnickenvantz n. 69, 240, 368).
Entrerios: Concepcion del Uruguay (L.).
R. maritimus L., Sp. Pl. 478.
Laguna de las Bandurias.
4) Ich kürze die häufiger genannten Sammler, wie folgt, ab: G. GALANDER, H,
HıEronyMUs, L. LonENTZ, N. NIEDERLEIN.
10 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Polygonum L.
Sect. Avicularia Meissn.
P. brasiliense C. Koch, Linnaea XXII. 206.
P. camporum Meissn. B. australe Meissn., Fl. Bras. V. 1. p. 21.
Buenos Ayres: Ad rivum prope Cortapié (L. n. 444), prope Cabo
S. Antonio (Cranaz).
P. striatum C. Koch I. e. Grises., Symb. p. 87.
Cordoba: Inter Los Peñas et Los Medanos, distr. flum. Terceros
(H. n. 552).
Tucuman: El Jaguel, Cordill. de la Rioja (H. et N. n. 351), Salta
(L. et H. n. 745).
Sta. Fé: Cañada de Gomez (G.).
Entrerios: Concepcion, ad margines stagnorum (L. s. n., N. n. 65),
Rio Gualeguaychü (N. 66).
Patagonien: Rio Negro (N.).
P. aviculare L. Grises., Symb. p. 87.
Buenos Ayres (Berrrreunn n. 179 u. 189).
Entrerios: Concepcion (L.).
San Juan: Ciénaga del Medio (EcuzGARAY).
Nom. vernae.: Sanguinaria del agua.
Sect. Persicaria Meissn.
P. paraguayense Wedd., Ann. sc. nat. 3. ser. XIII. 953 (ex descr.).
Entrerios: Corrientes, Paranáufer (N.), Puerto del Brete (L. n. 1401).
P. acre H.B.K. Griseb., Pl. Lor. p. 64 et Symb. p. 87.
P. persicarioides Griseb. (non H.B.K.), Pl. Lor. p. 65 et Symb. Le
Buenos Ayres: Palermo (BrerrFREUND n. 178, BETTFREUND et [SOLINA
Köster n. 423, 424, 496, 428).
Cordoba: Puerto de San José, Sierra supra Caleras de Cordoba (H.),
ad rivulos (H.), Lagunas del Bajo del Manzano (H. n. 734).
Tucuman: Prope Tucuman (L. et H.), Siambon (L. et H. n. 941).
San Luis: Casa de Piedra prope La Huertita (G.).
Entrerios: Lesamacataract (N.), Pelador, Sierra de Santa Anna (N.
n. 134), Concepcion (L. s. n., N. n. 67), Salto Mocoria, Rio Alto Uruguay,
Boa Vista (N. 1978 et 1278b).
P. cordobense Lindau n. sp.; caule pubescente, ochreis hyalinis,
pubescentibus, apice ciliatis; foliis petiolatis ovatis acuminatis, basi ab-
rupte angustatis et parum decurrentibus, utrinque subadpresse pilosis; in-
llorescentiis interrupte paucifloris, apice densis, bracteis ciliatis, pubescen-
tibus; ochreolis 3-floris ; perianthii lobis 5, staminibus 6—7, cum glandulis
alternantibus, stylis 2, liberis.
Annua caule striato pubescente , basi glabrescente. Ochreae ca. (ls cm longae
lateraliter fissae, apice truncatae et ciliatae, pubescentes. Petioli 4—3 cm longi, cana-
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 11
liculati, pubescentes. Folia ovata, basi acuminata, basi rotundata sed subito angustata et
decurrentia usque ad 7><4 cm, utrinque et margine subadpresse pubescentia. Inflores-
centiae pedunculatae, axillares, tenues, apice densae, basi interruptae, pauciflorae,
rhachi pubescente. Bracteae ovatae, apice acuminatae, ca. 3 mm longae, puberulae.
Ochreolae 3><21/ mm, hyalinae, 3-florae. Pedicelli ochreolis saepissime longiores.
Perianthii lobi 5, ovati, 3><4 mm, stamina 6—7; filamenta 41/5, antherae 1 mm longae ;
inter filamenta glandulae parvae. Ovarium triquetrum, 3/,mm longum. Styli 2, liberi,
3/ mm longi. Stigmata capitata.
Cordoba (G. s. n.).
Am nächsten mit P. virginianum L. verwandt, aber durch die viel weniger ge-
fransten Bracteen, die kleineren Inflorescenzen und die Blätter verschieden.
P. acuminatum H.B.K. Griseb., Symb. p. 88.
Cordoba: Cuesta del Gaucho, Sierra Achala (H. s. n.), Paso de la
Hiquera ad pedem Cuesta de Ariel, Sierra Grande (H. n. 219).
Tucuman: Siambon (L. et H. n. 804).
Entrerios: Rio Cupalen (N. n. 64), Cerro de Santa Anna (N. n.133),
Insula Apipé grande; ad rivum Yacy, Napp Cataract (N. s. n.), Dutra-
cataract (N. s. nl, Palmas Altas (N. n. 1279), Bañado de Caceres (N.
n. 1285), Baiiados prope Concordia (L.).
Nom. vern. Llantén, macho in cordia.
var. glabrescens Meissn. DC., Prodr. XIV. 114.
Cordoba: Lagunas del Bajo del Manzano Dep. Calamuchita (ll.
n. 734").
Buenos Ayres: Bahia blanca (Lon. n. 265).
var. mierostemon Meissn., Fl. Bras. V. 4. p. 44.
Buenos Ayres: Palermo (BerrrREuNp et Isor. Köster n. 427), Isla
del Rio Conchas (B. et J. K. n. 425).
P. Bettfreundianum Lindau n. sp.; caule glabro, striato; ochreis
adpressis; foliis breviter petiolatis anguste lanceolatis, glabris, a glandulis
punctatis; inflorescentiis saepissime axillaribus, densifloris, rhachi adpresse
pilosa; bracteis ciliatis, imbricatis; ochreolis 3—4-floris; staminibus 6 ;
stylis 2, basi connatis.
Caulis crassus, glaber, longitudinaliter striatus. Ochreae hyalinae, glabrae, apice
obtuse acuminatae, adpressae, in medio foliigerae. Folia longe lanceolata, usque ad
27 cm longa, 2 cm lata, basi in petiolum brevem contracta, glabra, sed glandulis punc-
tata, margine et supra ad costam pilis adpressis instructa. Inflorescentiae densiflorae,
saepissime axillares, pedunculatae, rhachi adpresse pubescente; bracteae acuminatae,
margine ciliatae, ca.2 mm longae ; ochreolae aequilongae, 3—4-florae. Pedicelli ochreo-
las superantes. Perianthii lobi A (vel 52), ovati, albi, 4,5><4 mm. Stamina 6, filamentis
4 mm, antheris 1/ mm longis. Ovarium !/s-longum. Styli 4!/; cm longi, basi connati.
Stigmata capitata.
. .Entrerios: En los Pajonales del Parana en las orillas de la Isla de
Aromal (L. n. 1362, 1361).
Am nächsten mit P. glabrum Willd. verwandt. Indessen geben die sich deckenden,
gefransten Bracteen und die behaarten Spindeln ein vortreffliches Merkmal zur sofor-
tigen Unterscheidung.
13 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Sect. Echinocaulon Meissn.
P. Meissnerianum Cham. et Schlecht., Linnaea III. 40.
Entrerios: In pratis silvaticis ad flumen Yacy (N. s. n.), Sierra de
Misiones inter San Pedro et Campinas de Arneria (N. n. 1280).
Nom. vern. Catai.
var. Beyrichianum (Cham. et Schlecht.) Meissn., Fl. Bras.V. 4. p. 19.
Entrerios: Rio Cupalen (N. n. 263).
P. acanthophyllum Lindau n. sp.; caule pilis retrorsis rigidis his-
pido, ad nodos glochidiato; ochreis pubescentibus, apice patulis, longe
acuminatis; petiolis hispidis et glochidiatis; foliis hastatis, apice acutis,
lobis basalibus subobtusis, breviter hispidis, subtus ad marginem et nervos
primarios glochidiatis; inflorescentiis ramosis subcapitatis; rhachibus
pubescentibus; bracteis parvis, hispidis; perianthii lobis 4—58; stamini-
bus 7; stylis 9, liberis.
Annua caule striato, retrorse hispido-piloso, ad basin ochrearum spinis retrorsis
instructo. Ochreae basi adpressae , apice patulae, oblique truncatae, membranaceae,
pubescentes, ca. 21/3 cm longae. Petioli ad basin ochrearum inserti, 4—5 cm longi, pilis
retrorsis hispidi et spinis brevibus, flavido-brunneis instructi. Folia bastata, apice longe
acuta, basi lobis subobtusis, usque ad 48 cm longa, in medio 3 em lata, lobis basilaribus
c. &emlonga, 11/5 cmlata, utrinque breviteret flaviter adpresso-pubescentia, subtus ad mar-
ginem et nervos primarios breviter glochidiata. Inflorescentiae pro sectione Echinocaulo
typicae, pubescentes, floribus capitellatis. Bracteae c. 2 mm longae, virides, hispidae;
ochreolae aequales, 9—3-florae. Perianthii lobi 5, quorum 2 altius connati, vel 4, quo-
rum 4 latior, 4^ mm longi et 2mm lati, tubo c. Alle mm longo. Stamina 7, filamentis cum
glandulis alternantibus 21/2, antheris 4 mm longis. Ovarium 4 mm longum, subglobosum,
trigonum; Styli 2, liberi, 4!/; mm longi; stigmata capitata, Fructus nitido-fuscus vel
3-gonus faciebus planis, vel lenticularis apice acuminatus, perianthio inclusus.
Buenos Ayres: Ad litora maris (BErrrnEUND n. 127).
Entrerios: Rio Cupalen, in inundatis (N. 269).
Eine sehr schöne und von allen anderen Vertretern der Section leicht kenntliche
Art. Am auffälligsten sind die sehr regelmäßig pfeilfórmigen Blätter und die wider-
hakigen Blattstiele und Blattränder und -rippen. Am nächsten steht P. horridum Roxb.,
das aber die soeben angegebenen Merkmale nicht besitzt.
Mühlenbeckia Meissn.
M. sagittifolia Meisen, Griser., Symb. p. 88.
Buenos Ayres (Berrrreunn n. 177).
Gordoba (G. s. n., H. s. n.).
Salta (L. et H. n. 553).
Entrerios: Concepcion (L. n. 400, 527, 4034, 1647, N. n. 63),
Corrientes (N. n. 1981).
Patagonien: Ad Rio Negro (N. s. n.).
M. chilensis Meissn. DC. Prodr. XVI. 448.
Patagonien: Rigro Negro (N. s. nl
M. tamnifolia Meissn. y. Hartwegii Bth. sub typo in GRISEB.,
Symb. p. 88.
Oran: Tarija, Cuesta del Tambo (L. et H. n. 894).
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern, Nr. 48. 13
Coccoloba L. Lınpau in Enau. Jahrb. XIII.
C. tiliacea Lindau. Ewcr. Jahrb. XIII. 198.
cf. l. c.
C. cordata Cham. Lixpav l. c. p. 201.
Oran: Häufig (L. et H. n. 221, 414, 412, 474).
Entrerios: Ad Cien Cataractos fluminis Y-Guasu (N. s. n.).
Ruprechtia C. A. Mey.
R. triflora Griseb., Symb. 89.
Oran: Prope Oran (L. et H. n. 386), Gran Chaco (L. et H. n. 599,
609).
Salta: Pasaje del Rio Juramento (L. et H. n. 304).
Nom. vern.: Duraznillo, Duraznillo colorado.
R. salicifolia C. A. Mey. Grises., Symb. p. 90.
Entrerios: Concepcion (L. n. 148, 219, N. n. 62).
Nom. vern.: Mata negra.
R. fagifolia Meissn., Fl. Bras. XI. 59.
Oran: In fruticetis litoralibus Lagunae del Palmar prope San José
(L. et H. n. 560).
Nom. vern.: Duraznillo.
Da diese Art mir nur in wenigen Blattfragmenten vorlag, so kann ich über die
Richtigkeit der GuisEBAcR'schen Bestimmung mir kein abschließendes Urteil bilden, Für
wahrscheinlich halte ich es nicht, dass die Art plótzlich hier im Süden auftreten sollte.
R. corylifolia Griseb., Pl. Lor. p. 65 et Symb. p. 88.
R. excelsa Griseb., Pl. Lor. Le et Symb. Le
Frequens in Argentinia septentrionali.
Cordoba (H. n. 287, 372, 428, 629).
Tucuman (L. n. 253, 324, L. et H. 59, 970, 1435).
Oran (L. n. 465, L. et H. s. n., H. s. n.).
Salta (L. et H. 303, 530, 1078, 1497, 4207, 1251).
San Luis (G. s. n.).
Nom. vern.: Duraznillo, Duraznillo blanco, Zapallo caspi.
Ein Vergleich sämtlicher Exemplare ließ mich erkennen , dass die Unterschiede
der beiden Grisesacu’schen Arten hinfällig sind und deshalb beide zusammengezogen
werden müssen. Dasselbe gilt von der folgenden Art.
R. polystach ya Griseb., Symb. p. 89.
R. Viraru Griseb. l. c. p. 90.
Tucuman (L. et H. n. 785, 1128).
Oran (L. et H. n. 31, 33, 363, 374).
Entrerios (L. n. 204, 224, 1571, 4574, 1715, 4732, 1733).
Paraguay (Barawsa n. 2053 (sub R. excelsa Griseb., Symb. 88];
3276).
Nom. vern.: Duraznillo blanco.
14 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Begoniaceae.
Begonia L.
Sect. Begoniella DC.
B. Hieronymi Lindau n. sp.
B. coriacea Griseb. (non DC.), Symb. Arg. p. 136.
Tuberosa; foliis palmatinerviis, caulinis, ovatis, oblique acuminatis,
basi eordatis, margine sublobatis lobis crenatis acuminibus ciliatis, utrinque
praesertim ad nervos ferrugineis cum setulis instructis; inflorescentiis 3—oo-
floris, bracteis persistentibus; floribus g petalis 2, staminibus liberis, an-
theris obovatis; Q petalis 5, stylis &-fidis, ovario 3-loculari, placentis
bipartitis utrinque seminiferis.
Tuber 6 cm diam. Caulis 30—40 cm altus, ad 11/ cm fere diametro, breviter rufo-
tomentellus, demum subglabratus, foliatus, Stipulae membranaceae persistentes,
ca. 3/4, cm longae. Folia petiolis 2—3 cm longis, breviter rufotomentellis, supra canali-
culatis, ovata, oblique in acumen protracta, basi cordata, margine sub - co - lobulata
lobulis crenatis apice ciliatis, 6—40 cm lata (in maxima latitudine), 4—7 cm longa a
petiolo usque ad acumen, palmatim ca. 9-nervia, nervis subtus expressis, supra parum
prominulis, utrinque praesertim ad nervos ferrugineis setulis praedita, Inflorescentia
3—00-flora, axillaris, pedunculo petiolum ca. 4-plo superante, breviter tomentella brac-
teis membranaceis, vix ?/, cm longis, persistentibus. Flores Oh sepalis 2 ovatis ca. 2 cm
longis, ca. 43/4 cm latis, petalis 2, ovatis, 43/4 cm longis, 41/4 cm latis; staminibus 00,
filamentis liberis, antheris obovatis, 4 mm longis lateraliter dehiscentibus. Flores Q
lobis 5 ovatis, interioribus minoribus, magnitudine petala floris $ non aequantibus,
stylis 3, 4-fidis, ramis spiraliter tortuosis et papillosis, persistentibus; ovario maturo ca.
4 cm longo, Us em lato, ovato, trigono, angulo uno breviter alato, 3-loculari ; placentis 3,
in quoque loculo bipartito, utrinque seminifero, Semina OO, minutissima.
Tucuman: Prope La Ciénaga, Sierra de Tucuman (L. et H. n. 644,
724).
Von GrisEBAcH ist diese Art als B. coriacea bestimmt worden, von der sie sich aber
scharf durch den beblütterten Stengel und die Behaarung unterscheidet. Nach den Tei-
lungen des Griffels gehürt die Art, die ich hier als neu beschreibe und dem verdienten
Erforscher der argentinischen Flora widme, nicht zur Sect. Huszia, sondern zu Sect.
Begoniella. Von den Angehörigen dieser Section unterscheidet sie sich ebenfalls durch
den blatttragenden Stengel.
Sect. Huszia DC.
B. octopetala L’Herit., Stirp. p. 401; Prodr. XV. 4. p. 283; Griseb.,
Pl. Lor. p. 400, Symb. Arg. p. 136.
Tucuman: In silvis reg. Alni prope Ciénaga, Cuesta de Anfama (L.
fide Gniskn.).
Catamarca: In rupestribus umbrosis humidis convallis Granadillas
(L. n. 314).
Seet. Begoniastrum DC.
B. cucullata Willd., Spec. IV. 414; Prodr. XV. 4. p. 292 ; Gmisrb.
in Symb. Arg. p. 136.
gum N d e, pm ' €
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48, 15
Tucuman: Lules (L. et H. n. 1461).
Buenos Ayres (BrrrrnEuxD n. 114).
Entrerios: Ad flumen Paraná prope San Daniel et in aliis locis (N.
s. n.), ad flum. Cupalén (N. s. n.), ad Boa Vista (N. n. 1045), ad Concepcion
del Uruguay (L. n. 1800) et ad Villa occidental et La Sociedad (L. s. n.).
B. micranthera Griseb., Pl. Lor. p. 100, Symb. Arg. p. 136.
Tucuman: In silv. umbrosis reg. subtrop. pr. Siambon (L. et H.874,
901, 1051).
Catamarca: Ad Yacutula (Scuickenpantz n. 168), ad Quebrado de
Muschaca (ScmickeNpANTZ n. 81, 277).
B. subvillosa KL, Reg. p. 32; Prodr. XV. 4. p. 304.
Entrerios: Ad Rio Alto Paraná ad Lozamo Catarakt, circa Uruguay
(N. s. n.); ad Salto del Encuentro, Rio Piray, Misiones (N. n. 1014).
Acanthaceae.
Hygrophila R. Br.
H. longifolia Nees, Fl. Bras. IX. 94.
Buenos Ayres: San Isidro (K. BErrFREUND et IsoLına Köster n. 437).
Dyschoriste Nees.
D. Niederleinii Lindau n. sp. ; ramis tetragonis, minute puberulis,
foliis breviter petiolatis lanceolatis, glabris; floribus singularibus in axillis
foliorum, bracteolis parvis; calycis laciniis puberulis, usque ad medium
adglutinatis; tubo ad apicem ventricoso, extus puberulo, calyci subaequi-
longo; filamentis inaequalibus, lateraliter 2 connatis.
Humilis (?) ramis quadrangularibus, minute puberulis. Folia petiolis ca. 2 mm
longis puberulis, lanceolatis, apice subobtusis, usque ad 30><5 mm, glabra, basi sparse
pilosa. Bracteolae 3><1 mm, puberulae. Calycis laciniae 44><4 mm, usque ad medium
adglutinatae, puberulae. Flores singulares, ad apicem ramorum pauci congesti; tubus
40 mm longus, basi 41/2, apice 5 mm diam., corollae lobi aequales, 5><3—4 mm, extus
pilosi. Filamenta 2 vel 4 mm longa, usque ad 2 mm in filamen liberum connata, deinde
decurrentia. Antherarum loculi aequales, basi acuti, 41/; mm longi. Pollinis granula
typica, 45- 50><38 u. Discus parvus. Ovarium 4!/; mm, stylus 6 mm, stigma 3/, mm
longa. Capsula ignota.
Entrerios: Ad Primer Misionero de Hernandez, Puck y Fernandez
(N. n. 42).
Aus der Verwandtschaft von D. linearis (Torr.) O. Ktze., aber mit kleineren Blüten
und am Rande nicht ciliaten Blättern.
D. ciliata (Ners) O. Ktze., Rev. Gen. Pl. p. 486.
Salta: Pasaje del Rio Juramento (L. et H. s. n.).
D. humilis (Griseb.) Lindau. Ruellia geminiflora KU, var. humilis
Griseb. in Pl. Lor. p. 176 et Symb. p. 259.
Ramulis subteretibus puberulis vel glabratis; foliis breviter petio-
16 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
latis, oblongo-ovatis, parvis, puberulis; floribus 1—3 in axillis foliorum ;
bracteolis lanceolatis, puberulis; filamentis inaequalibus.
Fruticosa, humilis, ramulis tenuibus, teretibus, puberulis vel adultis glabratis.
Folia petiolis 1—2 mm longis pilosis oblongo-ovata, utrinque angustata, 25><8 mm vel
minora, puberula, cystolithis saepissime conspicuis. Flores maxime 3 in axillis foliorum,
dichasium breviter pedunculatum formantes vel solitarii, oppositi. Bracteolae floris
medii 9>< 21/; mm, florum lateralium, 6><4 mm, puberulae. Calycis lobi aequales, in
flore adulto usque ad 152«11!/;mm, usque ad medium adglutinati, in floribus junioribus
maxime 40><1 mm, puberuli. Flores rubro-violacei, extus puberuli. Tubus basi 9,
apice 5 mm diam., 45 mm longus. Corollae laciniae 6><5 mm. Filamenta 3 vel (is mm
longa, in filamen 2 mm longum connata. Antherarum loculi 3 mm longi, basi acuti.
Pollinis granula typica, 58><45 p.. Discus 4 mm, ovarium 2 mm, stylus pilosus 45 mm,
stigma 3 mm longa. Capsula ignota.
Cordoba: prope urbem et in aliis locis non raro (L. n. 4717, H. s.
n., G. s. n., O. Kuntze).
Entrerios: Concepcion, sub frutices (L. n. 946).
Ist mit D. amoena (Nees) O. Ktze. verwandt, unterscheidet sich aber sofort durch
die Behaarung.
Ruellia L.
Sect. Euruellia Lindau.
R. Morongi Britton, Ann. of N. York Ac. Sc. VII. 4892. p. 492 (Cry-
phiacanthus acaulis Nees).
Entrerios: Ad Posadas (N. n. 496), Inter rivulos Ypané et Socorro
Espenillar et Esteros de Iberá (N. n. 4780).
Die vorliegende Pflanze unterscheidet sich von denen, welche SeLLow in Süd-
brasilien gesammelt hat, durch die etwas kleineren Blütter und Blüten. Indessen kann
auf dieses Merkmal nicht besonders Wert gelegt werden, weil die Variabilitüt der meisten
Ruellien eine außerordentlich große ist. So wechselt bei dieser Species die Behaarung
sehr; einige Exemplare sind fast kahl, wührend andere wieder mehr wollige oder rauhe
Behaarung besitzen.
Sect. Dipteracanthus (Nees).
R. geminiflora H.B.K. Griseb. in Symb. p. 259.
Entrerios: Ad Pelador (N. n. 196^).
var. hirsutior Nees, DC. Prodr. XI. 136.
Entrerios: Nonobay (N. n. 196), Campo Redondo (N. n. 496°), Cam-
pinas de America (N. n. 1767), Santa Ana (N. n. 1768), inter San Carlos
et Aroyo Pindapoi (N. n. 1778).
R. microphylla (Mart.) Lindau (Arrhostoaylum m. Mart., Fl. Bras.
IX. 64).
Entrerios: Corrientes (N. s. n.), Yateity-calle (N. n. 4777), Concep-
cion (L. n. 900), ad Primer Misionero de Hernandez, Puck-y Fernandez
(N. n. 39).
R. hypericoides (Nees) Lindau (Dipteracanthus hyp. Nees, Fl. Bras.
IX. 39). |
Entrerios: Ad Primer Misionero de Hernandez, Puck y Fernandez
(N. n. 33).
s
T
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 17
R. Lorentziana Griseb. in Symb. p. 259.
Tucuman (L. et H. n. 176, 4424, 4148, 1149).
Santiago (H. s. n.).
Jujui (L. et H. n. 368).
Entrerios: Corrientes, Colonia Resistencia (N. s. n.).
R. pubiflora Griseb. in Symb. p. 259.
Oran: In fruticetis litoralibus Lagunae del Palmar prope San José
(L. et N. n. 550).
R. spec. nimis incompleta.
Entrerios: Primer Misionero de Puck y Fernandez (N. n. 195).
R. spec. nimis incompleta.
Entrerios: Inter Corrientes et Santa Ana (N. s. n.).
Sect. Ph ysiruellia!) Lindau.
R. sanguinea Griseb. in Symb. p. 260.
Oran: San Andres (L. et H. n. 269).
Entrerios frequens (N. n. 193, 194, 4773, 1774^, 1779, 1781, 1782).
R. longifolia (Pohl) Griseb., Symb. p. 260.
Oran (L. et H. n. 346).
Prov. de les Salinas (Südbolivien), (L. et H. n. 954).
Stenandrium Nees.
St. dulce (Cav.) Nees. Griseb. in Symb. p. 260.
Cordoba: Los Potreros (L. et H. n. 433), Sierra Achala (H. s. n.),
Sierra chica de Cordoba (G. s. n.).
Catamarca: Alto de la Toma-Granadillas (ScuckeNpawr n. 255, 301).
Tucuman: Ca Ciénaga (L. et H. s. n.).
Jujui (O. Kuntze).
Salta: Estancia la Florida ad flumen Rio de Tala (L. et H. s. n.).
St. trinerve Nees. Griseb. in Pl. Lor. p. 176 et Symb. p. 260.
Buenos Ayres: Sierra Ventana (L. n. 100, 443).
Cordoba: Frequens prope urbem Cordoba (L. n. 47, 260, 718, G.
s. n., H. s. n., O. Kuntze).
Entrerios: Concepcion (L. n. 945), Invernada de Loreto (N. n. 198),
Pelador (N. n. 197).
Aphelandra R. Br.
A. Hieronymi Griseb., Symb. p. 260.
Oran: In silva infra St. Andres ad Oran (L. et H. n. 270).
Im südlichen Bolivien in der Provinz de las Salinas nicht selten: Cuesta Colorado
entre San Luis y Amareta (L. et H. n.918), Cuesta St. Luisina entre San Luis y Don Diego
(L. et H. n. 643).
4) Die Definition der Sectionen erfolgt in meiner Bearbeitung der Acanthaceen in
ENGLER-PrANTL, Nat. Pflanzenfamilien.
Botanische Jahrbücher. Beiblatt 48. b
18 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Anisacanthus Nees.
A. caducifolius (Griseb.) Lindau. Jacobinia caducifolia Griseb. in
Symb. p. 264.
Oran: Tabacal (L. et H. n. 926), Laguna del Palmar (L. et H. n. 564).
Die Art gehört des Rahmenpollens wegen zu den Graptophylleen. Sie gliedert sich
hier ohne weiteres der Gattung Anisacanthus ein , welche hauptsüchlich durch die end-
stándigen, einseitigen Blütenühren sich scharf von den übrigen Gattungen unterscheidet.
Dicliptera Juss.
D. Tweediana Nees. Griseb. in Pl. Lor. p. 479 et Symb. p. 263.
D. Pohliana Griseb. (non Nees) in Pl. Lor. p. 179 et Symb. p. 263.
Cordoba (L. n. 417, 174, 715, H. n. 197, O. Kunrze).
Santiago (L. n. 1256).
Tucuman: Prope Siambon (L. n. 208, 232, 290), Cuesta de Juntas a
Anfama (L. s. n.), Tucuman (L. et H. s. n.).
Oran: Tabacal prope Oran (L. et H. s. n.).
Salta: Quebrado de San Lorenzo prope Salta (L. et H. s. n).
Entrerios: Puente de Gualeguaychu (L. n. 1294), in silva litorali
fluminis Villaguay (L. n. 1553), Uruguay (L. n. 1792, N. s. n.), Itusaingo
(N. s. n.), Palmar (N. n. 178).
Paraguay (O. Kuntze).
D. scutellata Griseb. in Pl. Lor. p. 178 et Symb. p. 263.
Catamarca frequens (L. n. 683, L. et H. n. 406, ScurckENDANTZ n. 72,
155, 230).
Rioja: Cuesta de la Puerta de Piedra; Sierra Velasco (H. et N. n. 43).
D. Niederleiniana Lindau n. sp. D. tomentosa Griseb. (non Nees)
in Pl. Lorentz. p. 179 et Symb. 263. Caule suleato, pubescente; foliis petio-
latis ovatis, utrinque acuminatis, puberulis; floribus in dichasiis axillari-
bus, ad apicem ramorum inflorescentiam formantibus; involucro e paribus
3 braetearum formato; bracteis externis ovatis, apice rotundatis basi
angustatis, puberulis; corolla extus puberula.
Planta procumbens, fragilis, caulibus adultis 6-angulatis, novellis fere cylindricis,
sulcatis, semper puberulis, Folia petiolis ca. 3 mm longis, puberulis, ovata utrinque
parum angustata, usque ad 72c3!/; cm vel minora, puberula. Floribus maxime in dicha-
siis axillaribus, breviter pedunculatis, ad apicem ramorum versus inflorescentiam for-
mantibus. Bracteae exteriores ovatae apice rotundatae, basi cuneatae, puberulae, postica
13><6 mm, antica 40><4 mm; interiores 4 puberulae, 3—4»«3/,mm, Flores extus pube-
ruli. Tubus 48 mm longus, apice 4, basi 2 mm diam. Labium posticum 40><6 mm,
anlicum 10><5 mm, apice plane 3-lobatum. Filamenta 15 mm longa. Antherae super-
positae, 11/, mm longae. Pollinis granula typica, 55><35 u. Discus !/o, Ovarium 4 mm
longum. Stylus 29 mm longus. Capsula ignota.
Cordoba: Frequens in montibus (L. n. 425, H. n. 161, G. s. n.).
Entrerios: Ituzaingo et Esquina (N. s. n.).
Unterscheidet sich von D. tomentosa Nees durch das Fehlen der Drüsenhaare.
Dürfte am nüchsten mit D. sericea Nees verwandt sein.
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 19
Siphonoglossa Örst.
S. sulcata (Nees) Lindau.
Jacobinia sulcata Nees. DC., Prodr. XI. 333 et Grises., Symb. p. 261.
Dianthera sulcata Griseb. in Pl. Lor. p. 176.
Cordoba: Campos ad Cordoba (L. n. 716, H. s. n., G. s. n., SCHNYDER),
Rio Zeballos, Sierra chica de Cordoba (G. s. n.), Tronco prope Carroya
(G. s. n.).
Entrerios (L. n. 4609).
Poikilacanthus Lindau. Ener. Jahrb. XVIII. p. 57.
P. Gilliesii (Nees) Lindau. Grises. in Symb. p. 263 (sub Justicia).
Entrerios: Concepcion (L. n. 512), in silva litorali fluminis Yucari
chico (L. n. 734).
P. Tweedianus (Nees) Lindau. Grises. in Symb. p. 262 (sub
Justicia).
Salta: San José (L. et H. n. 210).
Entrerios: Concepcion, in fruticetis litoralibus (L. n. 944), prope
San Daniel et prope Campament Rosetti (N. s. n.).
Justicia L.
J. (Sect. Amphiscopia) riojana Lindau n. sp.; fruticosa, ramulis
sulcatis, glabris; foliis lanceolatis, subsessilibus, sparse pilosis; floribus
solitariis; bracteolis lanceolatis; calycis laciniis usque ad ?/, connatis;
corolla extus pilosa; capsula late stipitata, glabra.
Frutex ramis lignosis epidermide saepe verrucosa; ramulis sulcatis, glabris.
Folia subsessilia lanceolata, apice acuta, c. 30><4 mm vel breviora, glabrata vel ad
marginem et ad costam sparse pilosa, cystolithis parvis, conspicuis. Flores solitarii in
axillis foliorum, sed semper tantum axillum unum fertile. Bracteolae 40><4 mm. Calyx
40 mm longus, usque ad ?/3 connatus, dentibus 4 mm longis et ad basin 3 mm latis,
parum pilosis, Tubus c. 46 mm longus, basi 3, apice 7 mm latus, extus pilosus; labium
superum 18 mm longum, apice parum emarginatum, inferum 18 mm longum, labiis
lateralibus 9»« 6 mm, medio 40><7 mm, apice 3-lobo, dente medio parvo. Filamenta
14 mm longa, lata; antherarum loculi inaequaliter affixi, superus 3 mm longus, muticus,
inferus 3!/ mm longus, calcare Uz mm longo. Pollinis granula typica, c. 572«30 p.
Discus 4 mm, ovarium 2 mm, stylus 33 mm longa. Capsula 20 mm longa, 6 mm lata,
stipite 40 mm longo, 3 mm lato, glabro. Semina suborbicularia, 5 mm diam., glabra,
submarginata.
Rioja: In Sierra Famatina (H. et N. n. 546, 588), Sierra Velasco (H.
et N. n. 46). |
J. (Sect. Amphiscopia) pauciflora Griseb. in Symb. p. 262,
Cordoba: Ischilin (O. Kuntze).
Jujui: El Volcan (L. et H. n. 754, 7614).
Rioja: Camino de Rio Cuarto à Villa Mercedes (StüseL n. 36).
Catamarca: Supra Chacrarita de los Padres in Quebrada de la Tala
(L. et H. n. 423), Cuesta de Choya (ScHicKENDANTZ n. 53).
b*
920 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Nom. vern.: abre-boca. i
Die Identificierung, welche GnisEBACH aus der Beschreibung mit Sericographis
pauciflora Nees (DC., Prodr. XI. 363) vorgenommen hat, ist durchaus verfehlt.
J. (Seet. Amphiscopia) Lorentziana Lindau. J. campestris Griseb.
in Pl. Lor. p. 177, Symb. p. 262.
Cordoba: Las Peñas (L. n. 418, 714), s. loco (Scunypen), Rio Tercero
(G. s. n.), Santa Rosa (G. s. n.).
Catamarca: Yacutula et in aliis locis (ScuickeNpANTZ n. 24, 43, 55,
108, 198, 206).
San Luis: La Tama (G. s. n.), Sierra de la Estanzuela (G. s. n.).
San Juan: Maradona (Ecnscarar).
Entrerios: Colonia Hernandarias (L. n. 1507); Brete in sabuletis
(L. n. 1328), Parana inter fruticeta (L. n. 1355).
J. (Sect. Amphiscopia) xylosteoides Griseb. in Pl. Lor. p. 177,
Symb. p. 262.
Jujui: Laguna del Volcan (L. et H. n. 731), Maimara (L. et H. n. 718).
J. (Sect. Amphiscopia) umbrosa (Nees) Lindau. Adhatoda um-
brosa Nees. DC., Prodr. XI. 406.
Buenos Ayres: San Isidro (BETTFREUND n. 437"),
J. (Sect. Amphiscopia) Echegarayi Hieron., Bol. Acad. Nac.
Cordoba IV. 64.
San Luis: Quines (G. s. n.).
San Juan: Maradona (Ecuscarar).
Rioja: San Carlos (H. et N. n. 140),
J. (Sect. Amphiscopia) spec.
Entrerios: Cerro de Santa Ana (N. n. 191).
J. (Leptostachya) Poeppigiana (Nees) Lindau. Leptostachya
Poeppigiana Nees, Fl. Bras. IX. 450.
Salta: Pasaje del Rio Juramento (L. et H. s. n.).
J. lucida (Nees) Lindau. Leptostachya lucida Nees, Fl. Bras. IX. 449.
Entrerios: Rio Piray, Cordillera de Misiones (N. n. 4770).
Ich halte das von NIEDERLEIN nur in einem Bruchstück gesammelte Exemplar für
die vorliegende Art. Allerdings lüsst sich eine endgültige Entscheidung wegen des Er-
haltungszustandes des Exemplars kaum fällen.
J. (Subg. Dianthera) obtusifolia (Nees) Lindau. Rhytiglossa obtusi-
folia Nees, DC. Prodr. IX. 338. .
var. hirsuticaulis Nees.
Paraguay: Bajadas prope Villa occidental (L. s. n.).
J. (Subg. Dianthera) laevilinguis (Nees) Lindau. hhytiglossa
laevilinguis Nees 1. c. 338.
Entrerios: Paso de Moreiro (L. n. 1298).
J. (Subg. Dianthera) racemosa R. et Pav. Plagiacanthus racemosus
Nees. Grises. in Symb. p. 263.
Tucuman: Ad Siambon (L. et H. n. 1038), ad La Cruz (L. n. 317).
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 21
Beloperone Nees.
B. Amherstiae Nees in Warr., Pl. As. Rar. III. 102.
Entrerios: Ad flumen Y-Guasu (N. s. n.), ad Primer Misionero de
Hernandez, Puck y Fernandez (N. n. 192), Campament Rosetti (N. s. n.),
Cabeceras del Rio Siray-guazü (N. n. 1774).
B. squarrosa (Griseb.) Lindau. Justicia squarrosa Griseb. in Pl.
Lor. p. 478 et Symb. p. 262.
Cordoba: Ascochinga, Sierra chica de Cordoba (L. n. 1176), prope
Cordoba (O. Kuntze).
Salta: Pasaje del Rio Juramento (L. et H. n. 304).
San Luis: Villa de Lujan; Cuesta de las Huertas supra Sa. Barbara
(G. s. n.).
B. scorpioides Nees. DC., Prodr. XI. 422; Grises. in Symb. p. 262
(sub Justicia).
Rioja: La Hedionda de Abajo (H. et N. n. 169).
Salta: Pasaje del Rio Juramento (H. et L. n. 296).
Warum die Pflanze von GnisEBACH zu Justicia gestellt wird, ist mir nicht recht
verstündlich. Die typischen Beloperone-Blüten und der Pollen zeigen schon allein, dass
die Pflanze nicht zu Justicia gehóren kann.
Chaethotylax Nees.
Ch. umbrosus Nees. Grises. in Plant. Lor. p. 176 et Symb. p. 261.
Tucuman: Sierra de Tucuman non raro (L. n. 170, 243, 254, 325).
Entrerios: Santa Ana (N. n. 519).
Bolivia: Cueste del Tambo inter El Tambo et Narvaez (L. et H. s. n.).
Obgleich ich ein Originalexemplar der Species nicht zur Verfügung hatte, halte ich
die Griskgac#’sche Bestimmung doch für richtig. Allerdings sind bei den argentinischen
Exemplaren die Blüten rot, während sie Nezs als »pallidi« angiebt.
Zum Schluss der hier gegebenen Neubearbeitung der im Kgl. Herbar
zu Berlin und im Herb. Hieronymus liegenden Acanthaceen sei es gestattet,
noch einige Bemerkungen über die Verwandtschaftsverhältnisse und die
geographische Verteilung der Vertreter dieser Familie in Argentinien zu
machen.
In erster Linie ist zu betonen, dass die Acanthaceen keine Familie
sind, welche in Argentinien (mit Ausnahme einer weiter unten zu be-
sprechenden Gruppe) einen nennenswerten Formenreichtum aufweisen.
Die auflerordentliche Mannigfaltigkeit, die manche Gattungen, wie Dyscho-
riste, Ruellia, Beloperone, Justicia im südlichen Brasilien aufweisen, erlischt
westlich vom Paraüa vollständig. In der Provinz Entrerios, zwischen
Paraüa und Uruguay, finden sich die letzten Spuren der brasilianischen
Formen, die Ruellia-Arten sind noch verhältnismäßig zahlreich, einige
südbrasilianische Species, wie Beloperone Amherstiae sind häufig zu finden.
99 Deiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Auch Dyschoriste-Arten treten noch auf. Obgleich die klimatischen Ver-
hältnisse von denen der südlichsten Provinzen Brasiliens nicht allzu ab-
weichend sind, obgleich günstige Localitäten, namentlich sumpfiger oder
doch feuchter Waldboden in Menge vorhanden ist, überschreiten also
doch nur wenige Arten den Uruguay, während andere ihre
nächsten Verwandten in Südbrasilien besitzen. Nach alle dem
ist anzunehmen, dass eine Einwanderung der Acanthaceen in Entrerios von
Südbrasilien her erfolgte, eine Ansicht, die als selbstverständlich erscheint,
wenn wirklich, wie angenommen wird, einst an Stelle des Paranä ein
breiter Meeresarm das südbrasilianisehe Bergland von den eigentlichen
Pampassteppen trennte. Was die wenigen hier endemischen Formen (so
Dyschoriste Niederleinii) betrifft, so haben dieselben ihre nächsten Ver-
wandten in Südbrasilien und dürften vielleicht auch dort noch gefunden
werden.
Bedeutend interessanter in pflanzengeographischer Beziehung sind die
Formen, welche in denjenigen Provinzen zu Hause sind, die hauptsächlich
von den Formationen der Espinarwaldungen eingenommen werden. Es
kommen hier in erster Linie die Provinzen Cordoba und die nördlich davon
gegen Bolivien hin angrenzenden in Betracht. Was in den Cordilleren
südlich von Cordoba, ferner in Patagonien an Acanthaceen vorkommt, ist
an Zahl so unbedeutend und außerdem noch so wenig bekannt, dass sie
sich besser einer Betrachtung noch entziehen.
Höchst merkwürdig ist das Auftreten einer endemischen Gruppe von
Justicien, deren Verwandtschaftsverhältnisse noch nicht mit genügender
Schärfe hervortreten. Es sind dies Justicia riojana, pauciflora, Lorentziana
und aylosteoides. Dieselben zeichnen sich durch ihren niedrigen, strauchi-
gen Wuchs, die aufrechten Zweige, die meist einzeln stehenden und in der
Form denen der Section Vasica ühnlichen Blüten aus. Ich habe diese Arten
vorläufig bei der Section Amphiscopia untergebracht, wo sie zu einigen
Vertretern mit armblütigen Inflorescenzen eine entschiedene Verwandt-
schaft zeigen, aber trotzdem eine ziemlich isolierte Gruppe bilden. Das
Vorkommen dieser Arten ist ausschließlich auf die Zone der Espinar-
waldungen beschränkt, nur J. Lorentziana tritt auch in Entrerios auf, hier
aber nur auf sandigem Terrain, also an ähnlichen Standorten wie westlich
vom Paranà.
Während wir also diese Gruppe als dem nordwestlichen Argentinien
eigentümlich betrachten müssen, sind alle übrigen bisher bekannten Formen
mit denen der nördlicher gelegenen und von den Anden durchzogenen
Länder durch Verwandtschaft verknüpft. Dies gilt in erster Linie von
Aphelandra Hieronymi, welche zu einer Gruppe von stachelblättrigen Aphe-
landra-Arten gehört, die in den nördlichen Andengebieten in reicher Aus-
bildung vertreten ist. Die beiden Poikilacanthus-Arten haben ihre nächsten
Verwandten in Columbien und Brasilien, desgleichen weisen die weiteren
Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48. 23
hier in Betracht kommenden Arten von Dicliptera, Stenandrium, Justicia etc.
auf die nördlicher gelegenen Cordillerenländer hin.
Sehr merkwürdig bleibt das Auftreten zweier Gattungen, deren übrige
Arten bisher nur aus Mexico, Texas (und Westindien) bekannt geworden
sind, nämlich Anisacanthus mit einigen Arten in Texas und Nordmexico
und Siphonoglossa mit ähnlichem Verbreitungsbezirk (eine Art auch in
Westindien). Eine Erklärung dieses isolierten Auftretens von Arten in so
großer Entfernung vom eigentlichen Verbreitungsbezirk lässt sich natürlich
vor der Hand nicht geben, weil die dazwischen liegenden Florengebiete
noch nicht zur Genüge bekannt sind. Indessen halte ich es für ziemlich
unwahrscheinlich, dass sich in den Anden von Peru bis Mexico noch Ver-
treter der beiden Gattungen nachweisen lassen, weil die bisher bekannten
Arten an ein trockeneres Wüstenklima angepasst sind, das sich wohl kaum
in dem Grade in den Anden wiederfindet, wie gerade in Mexico und im
nördlichen Argentinien.
Jedenfalls steht dies eine also fest, dass die Acanthaceen der Espinar-
regionen eine gewisse Selbständigkeit zeigen, ohne aber dabei ihre Ab-
hängigkeit von den Floren der nördlicheren Anden zu verleugnen.
Es wäre vielleicht noch möglich, dass gewisse chilenische Arten mit
westargentinischeu Verwandtschaft zeigten, jedoch kenne ich, um dies zu
beurteilen, die ersteren zu wenig. An und für sich wäre es ja wahr-
scheinlich, weil sich z. B. bei den Polygonaceen in den Arten der Gattung
Mühlenbeckia eine solche Verwandtschaft sicher nachweisen lässt.
Zum Seuluss möchte ich also nochmals betonen, dass sich in
Argentinien zwei Gruppen von Acanthaceen unterschei-
den lassen, von denen die eine, welche auf die Region
der Urwälder und Wasserläufe des Paranà beschränkt ist,
als letzter südlicher Ausläufer der brasilianischen Formen
zu betrachten ist, während die andere, in den Espinar-
regionen heimisch, auf die nördlicheren Andenformen hin-
weist, zugleich aber doch eine gewisse Selbständigkeit, die
in den eigentümlichen klimatischen Verhältnissen dieser For-
mationen begründet liegt, besitzt.
24 Beiblatt zu den Botanischen Jahrbüchern. Nr. 48.
Personalnachrichten.
Nach kurzem Leiden starb am 6. October im Alter von 74 Jahren in
Berlin Prof. Dr. N. Pringsheim, der Präsident der deutschen botanischen
Gesellschaft. Die Redaction der von ihm herausgegebenen »Jahrbücher für
wissenschaftliche Botanik« ist in unveränderter Weise an Prof. Prerfer und
Prof. SrRAssURGER übergegangen.
Am 41. December starb nach schwerem Leiden in Bern Prof. Dr.
Fr. Aug. Flückiger im Alter von 66 Jahren.
Am 12. December verschied nach kurzem Krankenlager Oberstabs-
arzt a. D. Prof. Dr. Sehróter in Breslau.
Am 14. December verschied in Friedenau bei Berlin Prof. D . M. Kuhn.
Es sind ernannt worden:
Dr. Fr. Oltmanns zum außerordentlichen Professor an der ‘niversität
Freiburg i. B.
Privatdocent Dr. Solereder zum Custos am botanischen Institut in
München.
Die außerordentlichen Professoren Dr. Fr. v. Höhnel und Dr. K.
Wilhelm zu außerordentlichen Professoren an der Hochschule für Boden-
kultur in Wien.
Privatdocent Dr. A. Koch an der Universität Göttingen ım Lehrer
der Naturwissenschaften an der Obst- und Weinbauschule in Oppen-
heim a. Rh.
Assistent Dr. K. Schilbersky zum ordentlichen Professor für Botanik.
und Pflanzenkrankheiten an der Gartenbaulehranstalt in Budapı t.
Prof. Dr. H. Moliseh zum ordentl. Professor für Anatomie ; nd Physio-
logie der Pflanzen an der deutschen Universität in Prag.
Dr. W. Scott zum Director der Forsten und des botanist en Gartens
auf Mauritius.
T. H. Kearny zum Nachfolger Dr. Morone’s als Curator des Columbia
College Herbariums.
S. Nawaschin, bisher Privatdocent in St. Petersburg, zı.m Prof. der
Botanik und Director des Botanischen Gartens an der Universität zu Kiew.
Es haben sich habilitiert :
Dr. J. Behrens an der technischen Hochschule zu Karlsruhe, Dr. S. Belli
und Dr. L. Buscalioni an der Universität zu Turin, Dr. E. Earoni am R.
Istit. di Studi superiori in Florenz, Dr. A. Bottini an der Universität zu
Pisa, Dr. Fr. Cavara an der Universität zu Pavia, Dr. ©. Kruch an der
Universität zu Rom, Dr. A. Schulz an der Universität zu Halle a. S.,
Dr. A. Stavenhagen an der technischen Hochschule zu Cha’ ttenburg für
Bakteriologie, Dr. A. Burgerstein an der Universitüt zu W ^n für Ana-
tomie und Physiologie der Pflanzen, Dr. A. Nestler an u'r deutschen
Universität zu Prag für Pflanzenanatomie.
$ s Jubiläum
a bereitet.
Am 24. Juni feierte Professor Dr. J. Wiesner sein 95jaH
als Professor; aus diesem Anlasse wurden ihm vielseitig Ova